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Bundesgesetz
über die politischen Rechte
(BPR)1

vom 17. Dezember 1976 (Stand am 23. Oktober 2022)

1 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 39 Absatz 1 der Bundesverfassung2,3
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 9. April 19754,

beschliesst:

2 SR 101

3 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Nationalratswahlen), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

4BBl 1975 I 1317

1. Titel: Stimmrecht und Stimmabgabe

Art. 15  

5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 2 Ausschluss vom Stimmrecht 6  

Als vom Stimm­recht aus­ge­schlos­se­ne Ent­mün­dig­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 BV gel­ten Per­so­nen, die we­gen dau­ern­der Ur­teils­un­fä­hig­keit un­ter um­fas­sen­der Bei­stand­schaft ste­hen oder durch ei­ne vor­sor­ge­be­auf­trag­te Per­son ver­tre­ten wer­den.

6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 725; BBl 20067001).

Art. 3 Politischer Wohnsitz  

1 Die Stimm­ab­ga­be er­folgt am po­li­ti­schen Wohn­sitz, näm­lich in der Ge­mein­de, wo der Stimm­be­rech­tig­te wohnt und an­ge­mel­det ist. Fah­ren­de stim­men in ih­rer Hei­mat­ge­mein­de.7

2 Wer statt des Hei­mat­scheins einen an­dern Aus­weis (Hei­mat­aus­weis, In­te­rims­schein, usw.) hin­ter­legt, er­wirbt nur po­li­ti­schen Wohn­sitz, wenn er nach­weist, dass er am Ort, wo der Hei­mat­schein liegt, nicht im Stimm­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist.

7Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 4 Stimmregister  

1 Die Stimm­be­rech­tig­ten sind am po­li­ti­schen Wohn­sitz in das Stimm­re­gis­ter ein­zu­tra­gen. Ein­tra­gun­gen und Strei­chun­gen sind von Am­tes we­gen vor­zu­neh­men.

2 Vor ei­ner Wahl oder Ab­stim­mung sind Ein­tra­gun­gen bis zum fünf­ten Vor­tag des Wahl- oder Ab­stim­mungs­ta­ges vor­zu­neh­men, wenn fest­steht, dass die Vor­aus­set­zun­gen zur Teil­nah­me am Ab­stim­mungs­tag er­füllt sind.

3 Das Stimm­re­gis­ter steht den Stimm­be­rech­tig­ten zur Ein­sicht of­fen.

Art. 5 Grundsätze der Stimmabgabe  

1 Für die Stimm­ab­ga­be müs­sen die amt­li­chen Stimm- und Wahl­zet­tel be­nützt wer­den. Ih­nen sind kan­to­na­le Er­fas­sungs­be­le­ge für elek­tro­ni­sche Da­ten­ver­ar­bei­tung gleich­ge­stellt.8

2 Stimm­zet­tel und Wahl­zet­tel oh­ne Vor­druck sind hand­schrift­lich aus­zu­fül­len. Wahl­zet­tel mit Vor­druck dür­fen nur hand­schrift­lich ge­än­dert wer­den.

3 Der Stimm­be­rech­tig­te kann sei­ne Stim­me per­sön­lich an der Ur­ne oder brief­lich ab­ge­ben.9 Die Stimm­ab­ga­be bei Ver­su­chen zur elek­tro­ni­schen Stimm­ab­ga­be rich­tet sich nach Ar­ti­kel 8a.10

4 und 511

6 Die Stim­me darf durch Dritt­per­so­nen zur Ur­ne ge­bracht wer­den, so­weit das kan­to­na­le Recht dies für die kan­to­na­len Ab­stim­mun­gen und Wahlen zu­lässt. Schreib-un­fä­hi­ge Stimm­be­rech­tig­te kön­nen den Stimm- oder Wahl­zet­tel durch einen Stimm­be­rech­tig­ten ih­rer Wahl nach ih­ren An­wei­sun­gen aus­fül­len las­sen.12

7 Das Stimm­ge­heim­nis ist zu wah­ren.

8Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

9Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Dez. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

10 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

11Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, mit Wir­kung seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 be­tref­fend die Än­de­rung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die po­li­ti­schen Rech­te, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074635; BBl 2006 5261).

Art. 6 Stimmabgabe Invalider  

Die Kan­to­ne sor­gen da­für, dass auch stim­men kann, wer we­gen In­va­li­di­tät oder aus ei­nem an­de­ren Grund dau­ernd un­fä­hig ist, die für die Stimm­ab­ga­be nö­ti­gen Hand­lun­gen selbst vor­zu­neh­men.

Art. 7 Vorzeitige Stimmabgabe  

1 Die Kan­to­ne er­mög­li­chen die vor­zei­ti­ge Stimm­ab­ga­be min­des­tens an zwei der vier letz­ten Ta­ge vor dem Ab­stim­mungs­tag.

2 Für die vor­zei­ti­ge Stimm­ab­ga­be hat das kan­to­na­le Recht vor­zu­se­hen, dass al­le oder ein­zel­ne Ur­nen wäh­rend ei­ner be­stimm­ten Zeit ge­öff­net sind oder dass der Stimm­­be­rech­tig­te den Stimm­zet­tel in ei­nem ver­schlos­se­nen Um­schlag bei ei­ner Amts­stel­le ab­ge­ben kann.

3 Wenn die Kan­to­ne die vor­zei­ti­ge Stimm­ab­ga­be in wei­te­rem Um­fang vor­se­hen, so gilt dies auch für die eid­ge­nös­si­schen Ab­stim­mun­gen und Wahlen.

4 Die Kan­to­ne er­las­sen die zur Er­fas­sung al­ler Stim­men, zur Si­che­rung des Stimm­ge­heim­nis­ses und zur Ver­hin­de­rung von Miss­bräu­chen er­for­der­li­chen Be­stim­mun­gen.

Art. 8 Briefliche Stimmabgabe  

1 Die Kan­to­ne sor­gen für ein ein­fa­ches Ver­fah­ren der brief­li­chen Stimm­ab­ga­be. Sie er­las­sen ins­be­son­de­re Be­stim­mun­gen, um die Kon­trol­le der Stimm­be­rech­ti­gung, das Stimm­ge­heim­nis und die Er­fas­sung al­ler Stim­men zu ge­währ­leis­ten und Miss­bräu­che zu ver­hin­dern.

2 Die brief­li­che Stimm­ab­ga­be ist zu­läs­sig ab Er­halt der nach kan­to­na­lem Recht zur gül­ti­gen Stimm­ab­ga­be nö­ti­gen Un­ter­la­gen.13

13Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Dez. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 8a Elektronische Stimmabgabe 14  

1 Der Bun­des­rat kann im Ein­ver­neh­men mit in­ter­es­sier­ten Kan­to­nen und Ge­mein­den ört­lich, zeit­lich und sach­lich be­grenz­te Ver­su­che zur elek­tro­ni­schen Stimm­ab­ga­be zu­las­sen.

1bis Er kann Kan­to­ne, die Ver­su­che zur elek­tro­ni­schen Stimm­ab­ga­be über län­ge­re Zeit er­folg­reich und pan­nen­frei durch­ge­führt ha­ben, auf Ge­such hin er­mäch­ti­gen, die­se Ver­su­che für ei­ne von ihm fest­ge­leg­te Dau­er wei­ter­zu­füh­ren. Er kann die Er­mäch­ti­gung mit Auf­la­gen oder Be­din­gun­gen ver­se­hen oder die elek­tro­ni­sche Stimm­ab­ga­be in Ab­wä­gung der ge­sam­ten Um­stän­de je­der­zeit ört­lich, sach­lich oder zeit­lich aus­sch­lies­sen.15

2 Die Kon­trol­le der Stimm­be­rech­ti­gung, das Stimm­ge­heim­nis und die Er­fas­sung al­ler Stim­men müs­sen ge­währ­leis­tet und Miss­bräu­che aus­ge­schlos­sen blei­ben.

316

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

15 Ein­ge­fügt Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 be­tref­fend die Än­de­rung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die po­li­ti­schen Rech­te, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074635; BBl 2006 5261).

16 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 be­tref­fend die Än­de­rung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die po­li­ti­schen Rech­te, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4635; BBl 2006 5261).

Art. 917  

17 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121).

2. Titel: Abstimmungen

Art. 10 Anordnung  

1 Der Bun­des­rat legt die Re­geln fest, nach de­nen die Ab­stim­mungs­ta­ge be­stimmt wer­den. Da­bei trägt er den Be­dürf­nis­sen von Stimm­be­rech­tig­ten, Par­la­ment, Kan­to­nen, Par­tei­en und Zu­stell­or­ga­ni­sa­tio­nen Rech­nung und ver­mei­det Ter­min­kol­li­sio­nen, die sich aus den Un­ter­schie­den zwi­schen Ka­len­der- und Kir­chen­jahr er­ge­ben.18

1bis Der Bun­des­rat legt we­nigs­tens vier Mo­na­te vor dem Ab­stim­mungs­ter­min fest, wel­che Vor­la­gen zur Ab­stim­mung ge­lan­gen. Dring­lich er­klär­te Bun­des­ge­set­ze kön­nen in­ner­halb ei­ner kür­ze­ren Frist zur Ab­stim­mung ge­bracht wer­den.19

2 Je­der Kan­ton führt die Ab­stim­mung auf sei­nem Ge­biet durch und er­lässt die er­for­der­li­chen An­ord­nun­gen.

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 10a Information der Stimmberechtigten 20  

1 Der Bun­des­rat in­for­miert die Stimm­be­rech­tig­ten kon­ti­nu­ier­lich über die eid­ge­nös­si­schen Ab­stim­mungs­vor­la­gen.

2 Er be­ach­tet da­bei die Grund­sät­ze der Voll­stän­dig­keit, der Sach­lich­keit, der Trans­pa­renz und der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit.

3 Er legt die wich­tigs­ten im par­la­men­ta­ri­schen Ent­schei­dungs­pro­zess ver­tre­te­nen Po­si­tio­nen dar.

4 Er ver­tritt kei­ne von der Hal­tung der Bun­des­ver­samm­lung ab­wei­chen­de Ab­stim­mungs­emp­feh­lung.

20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 15. Jan. 2009 (AS 2009 1; BBl 2006 92599279).

Art. 11 Abstimmungsvorlage, Stimmzettel und Erläuterungen 21  

1 Der Bund stellt den Kan­to­nen die Ab­stim­mungs­vor­la­gen und Stimm­zet­tel zur Ver­fü­gung.

2 Der Ab­stim­mungs­vor­la­ge wird ei­ne kur­ze, sach­li­che Er­läu­te­rung des Bun­des­ra­tes bei­ge­ge­ben, die auch den Auf­fas­sun­gen we­sent­li­cher Min­der­hei­ten Rech­nung trägt. Die Ab­stim­mungs­vor­la­ge muss den Wort­laut der auf dem Stimm­zet­tel ge­stell­ten Fra­gen ent­hal­ten. Für Volks­i­ni­tia­ti­ven und Re­fe­ren­den tei­len die Ur­he­ber­ko­mi­tees ih­re Ar­gu­men­te dem Bun­des­rat mit; die­ser be­rück­sich­tigt sie in sei­nen Ab­stim­mungs­er­läu­te­run­gen. Der Bun­des­rat kann ehr­ver­let­zen­de, krass wahr­heits­wid­ri­ge oder zu lan­ge Äus­se­run­gen än­dern oder zu­rück­wei­sen. Ver­wei­se auf elek­tro­ni­sche Quel­len dür­fen nur in die Ab­stim­mungs­er­läu­te­run­gen auf­ge­nom­men wer­den, wenn der Ur­he­ber der Ver­wei­se schrift­lich er­klärt, dass die­se Quel­len kei­ne rechts­wid­ri­gen In­hal­te ent­hal­ten und nicht zu elek­tro­ni­schen Pu­bli­ka­tio­nen rechts­wid­ri­gen In­halts füh­ren.22

3 Die Stimm­be­rech­tig­ten er­hal­ten die nach kan­to­na­lem Recht zur gül­ti­gen Stimm­ab­ga­be nö­ti­gen Un­ter­la­gen (Stimm­zet­tel, Stim­m­aus­weis, Stimm­cou­vert, Kon­troll­stem­pel23 und der­glei­chen) min­des­tens drei und frü­he­s­tens vier Wo­chen vor dem Ab­stim­mungs­tag. Ab­stim­mungs­vor­la­ge und Er­läu­te­rung dür­fen auch frü­her ab­ge­ge­ben wer­den. Die Bun­des­kanz­lei macht Ab­stim­mungs­vor­la­ge und Er­läu­te­rung min­des­tens sechs Wo­chen vor dem Ab­stim­mungs­tag elek­tro­nisch all­ge­mein zu­gäng­lich.24 25

4 Die Kan­to­ne kön­nen durch Ge­setz die Ge­mein­den er­mäch­ti­gen, Ab­stim­mungs­vor­la­ge und Er­läu­te­rung pro Haus­halt nur ein­mal zu­zu­stel­len, es sei denn, ein stimm­be­rech­tig­tes Haus­halts­mit­glied ver­lan­ge die per­sön­li­che Zu­stel­lung.26

21Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

22 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 be­tref­fend die Än­de­rung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die po­li­ti­schen Rech­te, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074635; BBl 2006 5261).

23 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

24 Drit­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

25Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

26Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 12 Ungültige Stimmzettel  

1 Stimm­zet­tel sind un­gül­tig, wenn sie:

a.
nicht amt­lich sind;
b.
an­ders als hand­schrift­lich aus­ge­füllt sind;
c.
den Wil­len des Stim­men­den nicht ein­deu­tig er­ken­nen las­sen;
d.
ehr­ver­let­zen­de Äus­se­run­gen oder of­fen­sicht­li­che Kenn­zeich­nun­gen en­thal­ten;
e.27

2 Vor­be­hal­ten blei­ben die Un­gül­tig­keits- und Nich­tig­keits­grün­de, die mit dem kan­to­na­len Ver­fah­ren (Stimm­ku­vert, Kon­troll­stem­pel, usw.) zu­sam­men­hän­gen.

3 Für Ver­su­che28 mit elek­tro­ni­scher Stimm­ab­ga­be um­schreibt das Recht des durch­füh­ren­den Kan­tons die Vor­aus­set­zun­gen gül­ti­ger Stimm­ab­ga­be und die Un­gül­tig­keits­grün­de.29

27Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II des BG vom 22. März 1991, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1992 (AS 1991 2388; BBl 1990 III 445).

28 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

29 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 13 Feststellung des Abstimmungsergebnisses 30  

1 Für die Er­mitt­lung des Ab­stim­mungs­er­geb­nis­ses fal­len die lee­ren und un­gül­ti­gen Stimm­zet­tel aus­ser Be­tracht.

2 Ste­hen in ei­nem Kan­ton den Ja- gleich vie­le Nein-Stim­men ge­gen­über, so wird sei­ne Stan­des­s­tim­me zu den ab­leh­nen­den Kan­to­nen ge­zählt.31

3 Ein sehr knap­pes Ab­stim­mungs­er­geb­nis er­for­dert nur dann ei­ne Nach­zäh­lung, wenn Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten glaub­haft ge­macht wor­den sind, die nach Art und Um­fang ge­eig­net wa­ren, das Bun­des­er­geb­nis we­sent­lich zu be­ein­flus­sen.32

30Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

31Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

32 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 14 Abstimmungsprotokoll  

1 Über das Er­geb­nis ei­ner Ab­stim­mung wird in je­dem Stimm­bü­ro ein Pro­to­koll er­stellt, das die Ge­samt­zahl der Stimm­be­rech­tig­ten und die Zahl der stimm­be­rech­tig­ten Aus­land­schwei­zer, der Stim­men­den, der lee­ren, un­gül­ti­gen und gül­ti­gen Stimm­zet­tel so­wie der Ja- und Nein-Stim­men an­gibt.33

2 Das Pro­to­koll wird an die Kan­tons­re­gie­rung wei­ter­ge­lei­tet. Die­se stellt die vor­läu­fi­gen Er­geb­nis­se aus dem gan­zen Kan­ton zu­sam­men, teilt sie der Bun­des­kanz­lei mit und ver­öf­fent­licht sie in­nert 13 Ta­gen nach dem Ab­stim­mungs­tag im kan­to­na­len Amts­blatt. Not­falls gibt sie ei­ne Son­der­num­mer des Amts­blat­tes her­aus.34

3 Die Kan­to­ne über­mit­teln die Pro­to­kol­le, auf Ver­lan­gen auch die Stimm­zet­tel, in­nert zehn Ta­gen nach Ab­lauf der Be­schwer­de­frist (Art. 79 Abs. 3) der Bun­des­kanz­lei. Nach der Er­wah­rung des Ab­stim­mungs­er­geb­nis­ses wer­den die Stimm­zet­tel ver­nich­tet.

33Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

34 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 15 Erwahrung und Veröffentlichung des Abstimmungsergebnisses  

1 Der Bun­des­rat stellt das Ab­stim­mungs­er­geb­nis ver­bind­lich fest (Er­wah­rung), so­bald fest­steht, dass beim Bun­des­ge­richt kei­ne Ab­stim­mungs­be­schwer­den ein­ge­gan­gen sind, oder so­bald über die­se ent­schie­den wor­den ist.35

2 Der Er­wah­rungs­be­schluss wird im Bun­des­blatt ver­öf­fent­licht.

3 Än­de­run­gen der Bun­des­ver­fas­sung tre­ten mit der An­nah­me durch Volk und Stän­de in Kraft, so­fern die Vor­la­ge nichts an­de­res be­stimmt.

4 Wenn ei­ne Rechts­än­de­rung kei­nen Auf­schub er­trägt und das Ab­stim­mungs­er­geb­nis un­zwei­fel­haft deut­lich ist, kann der Bun­des­rat oder die Bun­des­ver­samm­lung Ge­set­zes­vor­la­gen oder Bun­des­be­schlüs­se über die Ge­neh­mi­gung völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge vor Ab­lauf der Er­wah­rung pro­vi­so­risch in Kraft set­zen oder dring­lich er­klär­te Ge­set­ze pro­vi­so­risch in Kraft be­las­sen oder aus­ser Kraft set­zen.36

35 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 12051069Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202).

36 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

3. Titel: Wahl des Nationalrats

1. Kapitel: Allgemeines

Art. 16 Verteilung der Sitze auf die Kantone 37  

1 Für die Ver­tei­lung der Na­tio­nal­rats­sit­ze auf die Kan­to­ne sind die Wohn­be­völ­ke­rungs­zah­len mass­ge­bend, die sich aus den Re­gis­te­rer­he­bun­gen er­ge­ben, die im Rah­men der Volks­zäh­lung ge­mä­ss dem Volks­zäh­lungs­ge­setz vom 22. Ju­ni 200738 im ers­ten auf die letz­ten Ge­sam­ter­neue­rungs­wah­len des Na­tio­nal­rats fol­gen­den Ka­len­der­jahr durch­ge­führt wer­den.

2 Ge­stützt auf die ver­bind­li­che Fest­stel­lung der Wohn­be­völ­ke­rungs­zah­len nach Ar­ti­kel 13 des Volks­zäh­lungs­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007 stellt der Bun­des­rat ver­bind­lich fest, wie vie­le Sit­ze den ein­zel­nen Kan­to­nen in der fol­gen­den Ge­samt­er­neue­rungs­wahl des Na­tio­nal­rats zu­kom­men.

37 Fas­sung ge­mä­ss Art. 17 Ziff. 1 des Volks­zäh­lungs­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6743; BBl 2007 53).

38 SR 431.112

Art. 17 Verteilungsverfahren 39  

Die 200 Sit­ze des Na­tio­nal­rats wer­den nach fol­gen­dem Ver­fah­ren auf die Kan­to­ne ver­teilt:40

a.
Vor­weg­ver­tei­lung:
1.
Die Wohn­be­völ­ke­rung der Schweiz wird durch 200 ge­teilt. Die nächsthö­he­re gan­ze Zahl über dem Er­geb­nis bil­det die ers­te Ver­tei­lungs­zahl. Je­der Kan­ton, des­sen Be­völ­ke­rung die­se Zahl nicht er­reicht, er­hält einen Sitz; er schei­det für die wei­te­re Ver­tei­lung aus.
2.
Die Wohn­be­völ­ke­rung der ver­blei­ben­den Kan­to­ne wird durch die Zahl der noch nicht zu­ge­teil­ten Sit­ze ge­teilt. Die nächst­hö­he­re gan­ze Zahl über dem Er­geb­nis bil­det die zwei­te Ver­tei­lungs­zahl. Je­der Kan­ton, des­sen Be­völ­ke­rung die­se Zahl nicht er­reicht, er­hält einen Sitz; er schei­det für die wei­te­re Ver­tei­lung aus.
3.
Die­ses Ver­fah­ren wird wie­der­holt, bis die ver­blei­ben­den Kan­to­ne die letz­te Ver­tei­lungs­zahl er­rei­chen.
b.
Haupt­ver­tei­lung:Je­der ver­blie­be­ne Kan­ton er­hält so vie­le Sit­ze, als die letz­te Ver­tei­lungs­zahl in sei­ner Be­völ­ke­rungs­zahl ent­hal­ten ist.
c.
Rest­ver­tei­lung:Die rest­li­chen Sit­ze wer­den auf die Kan­to­ne mit den gröss­ten Rest­zah­len ver­teilt. Er­rei­chen meh­re­re Kan­to­ne die glei­che Rest­zahl, so schei­den sie in der Rei­hen­fol­ge der kleins­ten Res­te aus, die sich nach der Tei­lung ih­rer Be­völ­ke­rungs­zahl durch die ers­te Ver­tei­lungs­zahl er­ge­ben. Sind auch die­se Res­te gleich, so ent­schei­det das Los.

39Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 1841  

41 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, mit Wir­kung ab dem 3. Dez. 2007 (AS 2003 3543; BBl 2001 34675428).

Art. 19 Zeitpunkt der Wahl  

1 Die Wahlen für die or­dent­li­che Ge­sam­ter­neue­rung des Na­tio­nal­rats fin­den am zweit­letz­ten Sonn­tag im Ok­to­ber statt. Er­satz- und Er­gän­zungs­wah­len setzt die Kan­tons­re­gie­rung auf den nächst­mög­li­chen Ter­min an.

2 Für die aus­ser­or­dent­li­che Ge­sam­ter­neue­rung im Sin­ne von Ar­ti­kel 193 Ab­satz 3 der Bun­des­ver­fas­sung setzt der Bun­des­rat den Zeit­punkt fest.42

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Okt. 1999, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 411; BBl 1999 7922).

Art. 20 Losentscheid  

Muss das Los ge­zo­gen wer­den, so ge­schieht dies im Kan­ton durch An­ord­nung der Kan­tons­re­gie­rung, im Bund durch An­ord­nung des Bun­des­rats.

Art. 20a43  

43Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121).

2. Kapitel: Verhältniswahl

1. Abschnitt: Vorschlag

Art. 21 Wahlanmeldeschluss 44  

1 Das kan­to­na­le Recht be­stimmt einen Mon­tag im Au­gust des Wahl­jah­res als letz­ten Ter­min für den Wahl­an­mel­de­schluss; es legt fest, bei wel­cher Be­hör­de die Wahl­vor­schlä­ge ein­zu­rei­chen sind.45

2 Die Wahl­vor­schlä­ge müs­sen spä­tes­tens am Ta­ge des Wahl­an­mel­de­schlus­ses beim Kan­ton ein­tref­fen.

3 Die Kan­to­ne tei­len der Bun­des­kanz­lei je­den Wahl­vor­schlag un­ver­züg­lich mit.

44Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 22 Anzahl und Bezeichnung der Vorgeschlagenen  

1 Ein Wahl­vor­schlag darf höchs­tens so vie­le Na­men wähl­ba­rer Per­so­nen ent­hal­ten, als im Wahl­kreis Na­tio­nal­rä­te zu wäh­len sind, und kei­nen Na­men mehr als zwei­mal. Ent­hält ein Wahl­vor­schlag mehr Na­men, wer­den die letz­ten ge­stri­chen.

2 Die Wahl­vor­schlä­ge müs­sen für je­den Vor­ge­schla­ge­nen an­ge­ben:

a.
den amt­li­chen Na­men und Vor­na­men;
b.
den Na­men, un­ter dem die Per­son po­li­tisch oder im All­tag be­kannt ist;
c.
das Ge­schlecht;
d.
das Ge­burts­da­tum;
e.
die Wohn­adres­se ein­sch­liess­lich Post­leit­zahl;
f.
die Hei­mator­te ein­sch­liess­lich ih­rer Kan­tons­zu­ge­hö­rig­keit; und
g.
den Be­ruf.46

3 Je­der Vor­ge­schla­ge­ne muss schrift­lich be­stä­ti­gen, dass er den Wahl­vor­schlag an­nimmt. Fehlt die Be­stä­ti­gung, so wird sein Na­me ge­stri­chen.47

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

47Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 23 Bezeichnung des Wahlvorschlages  

Je­der Wahl­vor­schlag muss ei­ne zu sei­ner Un­ter­schei­dung von an­dern Wahl­vor­schlä­gen ge­eig­ne­te Be­zeich­nung tra­gen. Grup­pie­run­gen, wel­che Wahl­vor­schlä­ge mit iden­ti­schen Ele­men­ten in der Haupt­be­zeich­nung ein­rei­chen und die­se mit­ein­an­der ver­bin­den wol­len, be­zeich­nen einen der Wahl­vor­schlä­ge als Stamm­lis­te.48

48 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 24 Unterzeichnungsquoren 49  

1 Je­der Wahl­vor­schlag muss hand­schrift­lich von ei­ner Min­dest­zahl Stimm­be­rech­tig­ter mit po­li­ti­schem Wohn­sitz im Wahl­kreis un­ter­zeich­net sein. Die Min­dest­zahl be­trägt:

a.
100 in Kan­to­nen mit 2–10 Sit­zen;
b.
200 in Kan­to­nen mit 11–20 Sit­zen;
c.
400 in Kan­to­nen mit mehr als 20 Sit­zen.50

2 Ein Stimm­be­rech­tig­ter darf nicht mehr als einen Wahl­vor­schlag un­ter­zeich­nen. Er kann nach der Ein­rei­chung des Wahl­vor­schla­ges sei­ne Un­ter­schrift nicht zu­rück­zie­hen.

3 Die Quo­ren nach Ab­satz 1 gel­ten nicht für ei­ne Par­tei, die am En­de des den Wahlen vor­an­ge­hen­den Jah­res bei der Bun­des­kanz­lei ord­nungs­ge­mä­ss re­gis­triert war (Art. 76a), vor­aus­ge­setzt, dass sie in der ab­lau­fen­den Amts­dau­er für den glei­chen Wahl­kreis im Na­tio­nal­rat ver­tre­ten ist oder dass sie bei der letz­ten Ge­sam­ter­neue­rungs­wahl im glei­chen Kan­ton min­des­tens 3 Pro­zent der Stim­men er­reich­te.51

4 Die Par­tei nach Ab­satz 3 muss le­dig­lich die rechts­gül­ti­gen Un­ter­schrif­ten al­ler Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten so­wie der prä­si­die­ren­den und der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen ein­rei­chen.52

49Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

50Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

51 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

52 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 25 Vertreter des Wahlvorschlages  

1 Die Un­ter­zeich­ner ha­ben einen Ver­tre­ter des Wahl­vor­schla­ges und des­sen Stell­­ver­tre­ter zu be­zeich­nen. Ver­zich­ten sie dar­auf, so gel­ten die­je­ni­gen, de­ren Na­men in der Rei­hen­fol­ge der Un­ter­zeich­ner an ers­ter und zwei­ter Stel­le ste­hen, als Ver­tre­ter und Stell­ver­tre­ter.

2 Der Ver­tre­ter und, wenn er ver­hin­dert ist, sein Stell­ver­tre­ter sind be­rech­tigt und ver­pflich­tet, im Na­men der Un­ter­zeich­ner die zur Be­sei­ti­gung von An­stän­den er­for­der­li­chen Er­klä­run­gen rechts­ver­bind­lich ab­zu­ge­ben.

Art. 26 Einsichtnahme in Wahlvorschläge  

Die Stimm­be­rech­tig­ten des Wahl­krei­ses kön­nen die Wahl­vor­schlä­ge und die Na­men der Un­ter­zeich­ner bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de ein­se­hen.

Art. 27 Mehrfach Vorgeschlagene 53  

1 Steht der Na­me ei­nes Vor­ge­schla­ge­nen auf mehr als ei­nem Wahl­vor­schlag ei­nes Wahl­krei­ses, so wird er vom Kan­ton un­ver­züg­lich auf al­len die­sen Wahl­vor­schlä­gen ge­stri­chen.

2 Die Bun­des­kanz­lei streicht un­ver­züg­lich je­ne Vor­ge­schla­ge­nen vom Wahl­vor­schlag, de­ren Na­me be­reits auf ei­ner Lis­te oder ei­nem Wahl­vor­schlag aus ei­nem an­dern Kan­ton steht.

3 Die Bun­des­kanz­lei teilt den be­trof­fe­nen Kan­to­nen ih­re Strei­chun­gen un­ver­züg­lich mit.

53Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 2854  

54Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, mit Wir­kung seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 29 Behebung von Mängeln; Ersatzvorschläge  

1 Der Kan­ton prüft die Wahl­vor­schlä­ge und setzt dem Ver­tre­ter der Un­ter­zeich­ner ei­ne Frist an, in­nert wel­cher er Män­gel des Wahl­vor­schla­ges be­he­ben, Be­zeich­nun­gen, die zu Ver­wechs­lun­gen An­lass ge­ben, än­dern und für Vor­ge­schla­ge­ne, de­ren Na­men amt­lich ge­stri­chen wur­den, Er­satz­vor­schlä­ge ein­rei­chen kann.55

2 Die für den Er­satz Vor­ge­schla­ge­nen müs­sen schrift­lich be­stä­ti­gen, dass sie den Wahl­vor­schlag an­neh­men. Fehlt die­se Be­stä­ti­gung oder steht der be­tref­fen­de Na­me schon auf ei­nem an­dern Wahl­vor­schlag oder ist der Vor­ge­schla­ge­ne nicht wahl­fä­hig, so wird der Er­satz­vor­schlag ge­stri­chen.56 Wenn der Ver­tre­ter des Wahl­vor­schla­ges nichts an­de­res ver­langt, wer­den die Er­satz­vor­schlä­ge am En­de des Wahl­vor­schla­ges an­ge­reiht.

3 Wird ein Man­gel nicht frist­ge­mä­ss be­ho­ben, so ist der Wahl­vor­schlag un­gül­tig. Be­trifft der Man­gel nur einen Vor­ge­schla­ge­nen, so wird le­dig­lich des­sen Na­me ge­stri­chen.

4 Ab dem zwei­ten Mon­tag nach dem Schlus­s­ter­min für die Wahl­an­mel­dung kann kein Wahl­vor­schlag mehr ge­än­dert wer­den. Vor­be­hal­ten bleibt die amt­li­che Un­gül­ti­g­er­klä­rung nach­träg­lich ent­deck­ter Mehr­fach­kan­di­da­tu­ren (Art. 32a). Das kan­to­na­le Recht kann die Be­rei­ni­gungs­frist auf ei­ne Wo­che ver­kür­zen.57

55Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

56Fas­sung der ers­ten zwei Sät­ze ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

57Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 30 Listen  

1 Die be­rei­nig­ten Wahl­vor­schlä­ge heis­sen Lis­ten.

2 Die Lis­ten wer­den mit Ord­nungs­num­mern ver­se­hen.

Art. 31 Verbundene Listen 58  

1 Zwei oder mehr Lis­ten kön­nen spä­tes­tens bis zum En­de der Be­rei­ni­gungs­frist (Art. 29 Abs. 4) durch über­ein­stim­men­de Er­klä­rung der un­ter­zeich­nen­den Stimm­be­rech­tig­ten oder ih­rer Ver­tre­ter mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den. In­ner­halb ei­ner Lis­ten­ver­bin­dung sind ein­zig Un­ter­lis­ten­ver­bin­dun­gen zu­läs­sig.

1bis Un­ter­lis­ten­ver­bin­dun­gen sind nur gül­tig zwi­schen Lis­ten glei­cher Be­zeich­nung, die sich ein­zig durch einen Zu­satz zur Kenn­zeich­nung des Ge­schlechts, der Flü­gel ei­ner Grup­pie­rung, der Re­gi­on oder des Al­ters un­ter­schei­den.

2 Lis­ten- und Un­ter­lis­ten­ver­bin­dun­gen sind auf den Wahl­zet­teln mit Vor­druck zu ver­mer­ken.

3 Er­klä­run­gen über Lis­ten- und Un­ter­lis­ten­ver­bin­dun­gen kön­nen nicht wi­der­ru­fen wer­den.

58Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 32 Bekanntmachung der Listen 59  

1 Der Kan­ton ver­öf­fent­licht die Lis­ten mit den Be­zeich­nun­gen und Ord­nungs­num­mern so­wie mit dem Hin­weis auf Lis­ten- und Un­ter­lis­ten­ver­bin­dun­gen so früh wie mög­lich im kan­to­na­len Amts­blatt.

2 Die Bun­des­kanz­lei ver­öf­fent­licht die Lis­ten in elek­tro­ni­scher Form, mit An­ga­be des amt­li­chen Na­mens und Vor­na­mens, des Ge­burts­jahrs, der Hei­mator­te und des Wohn­orts der Kan­di­da­ten.60

59Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

60 Ein­ge­fügt durch Art. 21 Ziff. 1 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (AS 2004 4929; BBl 2003 7711). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 32a Ungültigerklärung von Kandidaturen 61  

1 Wird nach der Be­rei­ni­gung der Wahl­vor­schlä­ge ei­ne Mehr­fach­kan­di­da­tur ent­deckt, so wird die be­tref­fen­de Kan­di­da­tur auf al­len be­trof­fe­nen Lis­ten für un­gül­tig er­klärt:

a.
vom Kan­ton, wenn der­sel­be Vor­ge­schla­ge­ne auf mehr als ei­ner Lis­te des Kan­tons steht;
b.
von der Bun­des­kanz­lei, wenn der­sel­be Vor­ge­schla­ge­ne auf Lis­ten meh­re­rer Kan­to­ne steht.

2 Die be­trof­fe­nen Kan­to­ne und die Bun­des­kanz­lei tei­len ein­an­der um­ge­hend mit, wel­che Kan­di­da­tu­ren für un­gül­tig er­klärt wor­den sind.

3 So­weit mög­lich wer­den die Na­men von Per­so­nen, de­ren Kan­di­da­tur für un­gül­tig er­klärt wor­den ist, von den Lis­ten ge­stri­chen, be­vor die­se be­kannt­ge­macht wer­den.

4 Die Un­gül­ti­g­er­klä­rung ei­ner Kan­di­da­tur auf be­reits be­kannt­ge­mach­ten Lis­ten wird un­ter An­ga­be des Grun­des um­ge­hend elek­tro­nisch so­wie im Amts­blatt al­ler be­trof­fe­nen Kan­to­ne und im Bun­des­blatt ver­öf­fent­licht.

61 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 33 Erstellung und Zustellung der Wahlzettel  

1 Die Kan­to­ne er­stel­len für sämt­li­che Lis­ten Wahl­zet­tel, auf de­nen Lis­ten­be­zeich­nung, al­len­falls Lis­ten­ver­bin­dung, Ord­nungs­num­mer und Kan­di­da­ten­an­ga­ben (min­des­tens Fa­mi­li­en- und Vor­na­men so­wie Wohn­ort) vor­ge­druckt sind, so­wie Wahl­zet­tel oh­ne Vor­druck.

1bis Er­stellt ein Kan­ton statt Wahl­zet­tel Er­fas­sungs­be­le­ge, so er­hal­ten die Stimm­be­rech­tig­ten zu­sätz­lich ei­ne Zu­sam­men­stel­lung der An­ga­ben über sämt­li­che Kan­di­da­ten so­wie über Lis­ten­be­zeich­nun­gen, Lis­ten­ver­bin­dun­gen und Un­ter­lis­ten­ver­bin­dun­gen.62

2 Die Kan­to­ne las­sen den Stimm­be­rech­tig­ten min­des­tens drei und frü­he­s­tens vier Wo­chen vor dem Wahl­tag einen voll­stän­di­gen Satz al­ler Wahl­zet­tel zu­stel­len.63

3 Die Un­ter­zeich­ner kön­nen bei den Staats­kanz­lei­en der Kan­to­ne zu­sätz­li­che Wahl­zet­tel mit Vor­druck zum Selbst­kos­ten­preis be­zie­hen.

62Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

63 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

2. Abschnitt: Wahlakt und Ermittlung der Ergebnisse

Art. 34 Wahlanleitung 64  

Die Bun­des­kanz­lei er­stellt vor je­der Ge­sam­ter­neue­rungs­wahl ei­ne kur­ze Wahl­an­lei­tung, die den Stimm­be­rech­tig­ten der Kan­to­ne mit Ver­hält­nis­wahl zu­sam­men mit den Wahl­zet­teln (Art. 33 Abs. 2) zu­ge­stellt wird.

64Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 be­tref­fend die Än­de­rung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die po­li­ti­schen Rech­te, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074635; BBl 2006 5261).

Art. 35 Ausfüllen des Wahlzettels  

1 Wer den Wahl­zet­tel oh­ne Vor­druck be­nutzt, kann Na­men wähl­ba­rer Kan­di­da­ten ein­tra­gen und die Lis­ten­be­zeich­nung oder Ord­nungs­num­mer ei­ner Lis­te an­brin­gen.

2 Wer einen Wahl­zet­tel mit Vor­druck be­nutzt, kann vor­ge­druck­te Kan­di­da­ten­na­men strei­chen; er kann Kan­di­da­ten­na­men aus an­dern Lis­ten ein­tra­gen (pa­na­schie­ren). Er kann fer­ner die vor­ge­druck­te Ord­nungs­num­mer und Lis­ten­be­zeich­nung strei­chen oder durch ei­ne an­de­re er­set­zen.

3 Er kann den Na­men des glei­chen Kan­di­da­ten auf dem Wahl­zet­tel zwei­mal auf­füh­ren (ku­mu­lie­ren).

Art. 36 Stimmen für Verstorbene 65  

Stim­men für Kan­di­da­ten, wel­che seit der Be­rei­ni­gung der Wahl­vor­schlä­ge (Art. 29 Abs. 4) ver­stor­ben sind, wer­den als Kan­di­da­ten­stim­men ge­zählt.

65 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 37 Zusatzstimmen  

1 Ent­hält ein Wahl­zet­tel we­ni­ger gül­ti­ge Kan­di­da­ten­stim­men, als im Wahl­kreis Mit­glie­der des Na­tio­nal­ra­tes zu wäh­len sind, so gel­ten die lee­ren Li­ni­en als Zu­satz­stim­men für die Lis­te, de­ren Be­zeich­nung oder Ord­nungs­num­mer auf dem Wahl­zet­tel an­ge­ge­ben ist. Feh­len Be­zeich­nung und Ord­nungs­num­mer oder ent­hält der Wahl­zet­tel mehr als ei­ne der ein­ge­reich­ten Lis­ten­be­zeich­nun­gen oder Ord­nungs­num­mern, so zäh­len die lee­ren Li­ni­en nicht (lee­re Stim­men).

2 Sind in ei­nem Kan­ton meh­re­re re­gio­na­le Lis­ten glei­cher Be­zeich­nung ein­ge­reicht wor­den, so wer­den Zu­satz­stim­men auf ei­nem Wahl­zet­tel, der nicht mit der Re­gi­on be­zeich­net ist, je­ner Lis­te zu­ge­zählt, in de­ren Re­gi­on der Wahl­zet­tel ab­ge­ge­ben wur­de.66

2bis Bei den an­de­ren An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten des Ar­ti­kels 31 Ab­satz 1bis wer­den die Zu­satz­stim­men je­ner Lis­te zu­ge­rech­net, de­ren Be­zeich­nung der Wahl­zet­tel trägt.67 Die Zu­satz­stim­men auf un­ge­nü­gend be­zeich­ne­ten Wahl­zet­teln wer­den je­ner Lis­te zu­ge­rech­net, wel­che die Grup­pie­rung als Stamm­lis­te be­zeich­net hat.68

3 Na­men, die auf kei­ner Lis­te des Wahl­krei­ses ste­hen, wer­den ge­stri­chen. …69

4 Bei ei­nem Wi­der­spruch zwi­schen Lis­ten­be­zeich­nung und Ord­nungs­num­mer gilt die Lis­ten­be­zeich­nung.

66Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

67Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

68 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

69 Zwei­ter und drit­ter Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121).

Art. 38 Ungültige Wahlzettel und Kandidatenstimmen  

1 Wahl­zet­tel sind un­gül­tig, wenn sie:

a.
kei­nen Na­men ei­nes Kan­di­da­ten des Wahl­krei­ses ent­hal­ten;
b.
nicht amt­lich sind;
c.
an­ders als hand­schrift­lich aus­ge­füllt oder ge­än­dert sind;
d.
ehr­ver­let­zen­de Äus­se­run­gen oder of­fen­sicht­li­che Kenn­zeich­nun­gen en­thal­ten;
e.70

2 Vom Wahl­zet­tel ge­stri­chen wer­den:

a.
über­zäh­li­ge Wie­der­ho­lun­gen, wenn der Na­me ei­nes Kan­di­da­ten mehr als zwei­mal auf ei­nem Wahl­zet­tel steht;
b.
al­le Na­men von Per­so­nen, de­ren Kan­di­da­tur nach der Be­rei­ni­gung der Wahl­vor­schlä­ge we­gen Mehr­fach­kan­di­da­tur für un­gül­tig er­klärt wor­den ist.71

3 Ent­hält ein Wahl­zet­tel mehr Na­men, als Sit­ze zu ver­ge­ben sind, so wer­den die letz­ten vor­ge­druck­ten nicht hand­schrift­lich ku­mu­lier­ten, da­nach die letz­ten hand­schrift­lich aus­ge­füll­ten Na­men ge­stri­chen.72

4 Vor­be­hal­ten blei­ben die Un­gül­tig­keits- und Nich­tig­keits­grün­de, die mit dem kan­to­na­len Ver­fah­ren (Stimm­cou­vert, Kon­troll­stem­pel, usw.) zu­sam­men­hän­gen.73

5 Für Ver­su­che mit elek­tro­ni­scher Stimm­ab­ga­be um­schreibt das Recht des durch­füh­ren­den Kan­tons die Vor­aus­set­zun­gen gül­ti­ger Stimm­ab­ga­be und die Un­gül­tig­keits­grün­de.74

70Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II des BG vom 22. März 1991, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1992 (AS 1991 2388; BBl 1990 III 445).

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

72 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

73Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

74 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 39 Zusammenstellung der Ergebnisse  

Nach Schluss der Wahl stel­len die Kan­to­ne auf­grund der Pro­to­kol­le der Wahl­bü­ros fest:

a.
die Zahl der Stimm­be­rech­tig­ten und der Stim­men­den;
b.
die Zahl der gül­ti­gen, un­gül­ti­gen und lee­ren Stimm­zet­tel;
c.
die Zahl der Stim­men, wel­che die ein­zel­nen Kan­di­da­ten je­der Lis­te er­hal­ten ha­ben (Kan­di­da­ten­stim­men);
d.75
die Zahl der Zu­satz­stim­men je­der Lis­te (Art. 37);
e.76
die Sum­me der Kan­di­da­ten- und Zu­satz­stim­men der ein­zel­nen Lis­ten (Par­tei­stim­men);
f.
für die ver­bun­de­nen Lis­ten die Ge­samt­zahl der auf die Lis­ten­grup­pe ent­fal­len­den Stim­men;
g.
die Zahl der lee­ren Stim­men.

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

76 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 40 Erste Verteilung der Mandate auf die Listen 77  

1 Die Zahl der gül­ti­gen Par­tei­stim­men al­ler Lis­ten wird durch die um eins ver­grö­s­ser­te Zahl der zu ver­ge­ben­den Man­da­te ge­teilt. Die nächst­hö­he­re gan­ze Zahl heisst Ver­tei­lungs­zahl.78

2 Je­der Lis­te wer­den so vie­le Man­da­te zu­ge­teilt, als die Ver­tei­lungs­zahl in ih­rer Stim­men­zahl ent­hal­ten ist.

379

77Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

78Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

79Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, mit Wir­kung seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 41 Weitere Verteilungen 80  

1 Sind noch nicht al­le Man­da­te ver­teilt, so wer­den die ver­blie­be­nen ein­zeln und nach­ein­an­der nach fol­gen­den Re­geln zu­ge­teilt:

a.
Die Stim­men­zahl je­der Lis­te wird durch die um eins ver­grös­ser­te An­zahl der ihr be­reits zu­ge­teil­ten Man­da­te ge­teilt.
b.
Das nächs­te Man­dat wird der­je­ni­gen Lis­te zu­ge­teilt, die den gröss­ten Quo­ti­en­ten auf­weist.
c.
Ha­ben meh­re­re Lis­ten auf­grund des glei­chen Quo­ti­en­ten den glei­chen An­spruch auf das nächs­te Man­dat, so er­hält je­ne un­ter die­sen Lis­ten das nächs­te Man­dat, wel­che bei der Tei­lung nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 2 den gröss­ten Rest er­ziel­te.
d.
Falls noch im­mer meh­re­re Lis­ten den glei­chen An­spruch ha­ben, geht das Man­dat an je­ne die­ser Lis­ten, wel­che die gröss­te Par­tei­stim­men­zahl auf­weist.
e.
Ha­ben im­mer noch meh­re­re Lis­ten den glei­chen An­spruch, so er­hält je­ne die­ser Lis­ten das nächs­te Man­dat, bei wel­cher der für die Wahl in Be­tracht kom­men­de Kan­di­dat die gröss­te Stim­men­zahl auf­weist.
f.
Falls meh­re­re sol­che Kan­di­da­ten die glei­che Stim­men­zahl auf­wei­sen, ent­schei­det das Los.

2 Die­ses Vor­ge­hen wird so­lan­ge wie­der­holt, bis al­le Man­da­te zu­ge­teilt sind.

80Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 42 Verteilung der Mandate an verbundene Listen  

1 Je­de Grup­pe mit­ein­an­der ver­bun­de­ner Lis­ten wird bei der Ver­tei­lung der Man­da­te zu­nächst wie ei­ne ein­zi­ge Lis­te be­han­delt.

2 Auf die ein­zel­nen Lis­ten der Grup­pe wer­den die Man­da­te nach den Ar­ti­keln 40 und 41 ver­teilt. Ar­ti­kel 37 Ab­sät­ze 2 und 2bis blei­ben vor­be­hal­ten.81

81Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 43 Ermittlung der Gewählten und der Ersatzleute  

1 Von je­der Lis­te sind nach Mass­ga­be der er­reich­ten Man­da­te die Kan­di­da­ten ge­wählt, die am meis­ten Stim­men er­hal­ten ha­ben.

2 Die nicht ge­wähl­ten Kan­di­da­ten sind Er­satz­leu­te in der Rei­hen­fol­ge der er­ziel­ten Stim­men.

3 Bei Stim­men­gleich­heit be­stimmt das Los die Rei­hen­fol­ge.

Art. 44 Überzählige Mandate  

Wer­den ei­ner Lis­te mehr Man­da­te zu­ge­teilt, als sie Kan­di­da­ten auf­führt, so fin­det für die über­zäh­li­gen Man­da­te ei­ne Er­gän­zungs­wahl nach Ar­ti­kel 56 statt.

Art. 45 Stille Wahl 82  

1 Füh­ren al­le Lis­ten zu­sam­men nicht mehr Kan­di­da­ten auf, als Man­da­te zu ver­ge­ben sind, so wer­den al­le Kan­di­da­ten von der Kan­tons­re­gie­rung als ge­wählt er­klärt.

2 Füh­ren al­le Lis­ten zu­sam­men we­ni­ger Kan­di­da­ten auf, als Man­da­te zu ver­ge­ben sind, so fin­den für die rest­li­chen Sit­ze Er­gän­zungs­wah­len nach Ar­ti­kel 56 Ab­satz 3 statt.

82Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 46 Wahl ohne Listen  

1 Sind kei­ne Lis­ten vor­han­den, so kann je­der wähl­ba­ren Per­son ge­stimmt wer­den. Ge­wählt sind die Per­so­nen mit den höchs­ten Stim­men­zah­len.

2 Ent­hält ein Wahl­zet­tel mehr Na­men, als Man­da­te zu ver­ge­ben sind, so wer­den die letz­ten Na­men ge­stri­chen.83

3 Im Üb­ri­gen gel­ten die für die Einer­wahl­krei­se mass­ge­ben­den Be­stim­mun­gen sinn­ge­mä­ss.

83Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

3. Kapitel: Mehrheitswahl

Art. 47 Verfahren  

1 In Wahl­krei­sen, in de­nen nur ein Mit­glied des Na­tio­nal­ra­tes zu wäh­len ist, kann für je­de wähl­ba­re Per­son ge­stimmt wer­den. Ge­wählt ist, wer am meis­ten Stim­men er­hält. Bei Stim­men­gleich­heit ent­schei­det das Los.

1bis Der Kan­ton kann al­le Kan­di­da­tu­ren, die der kan­to­na­len Wahl­be­hör­de bis zum 48. Tag vor dem Wahl­tag ge­mel­det wor­den sind, elek­tro­nisch und im kan­to­na­len Amts­blatt ver­öf­fent­li­chen. Da­bei wer­den min­des­tens an­ge­ge­ben:

a.
der amt­li­che Na­me und Vor­na­me;
b.
der Na­me, un­ter dem die Per­son po­li­tisch oder im All­tag be­kannt ist;
c.
das Ge­schlecht;
d.
die Wohn­adres­se ein­sch­liess­lich Post­leit­zahl;
e.
die Hei­mator­te ein­sch­liess­lich ih­rer Kan­tons­zu­ge­hö­rig­keit;
f.
Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner Par­tei be­zie­hungs­wei­se zu ei­ner po­li­ti­schen Grup­pie­rung: und
g.
der Be­ruf.84

2 Das kan­to­na­le Recht kann ei­ne stil­le Wahl vor­se­hen, wenn bei der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de bis zum 48. Tag (7. Mon­tag) vor der Wahl um 12.00 Uhr ei­ne ein­zi­ge gül­ti­ge Kan­di­da­tur ein­ge­trof­fen ist.85

84 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

85Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 be­tref­fend die Än­de­rung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die po­li­ti­schen Rech­te, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074635; BBl 2006 5261).

Art. 48 Wahlzettel 86  

Die Kan­to­ne las­sen den Stimm­be­rech­tig­ten min­des­tens drei und frü­he­s­tens vier Wo­chen vor dem Wahl­tag einen Wahl­zet­tel zu­stel­len.

86 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 49 Ungültige Wahlzettel  

1 Wahl­zet­tel sind un­gül­tig, wenn sie:

a.
Na­men ver­schie­de­ner Per­so­nen ent­hal­ten;
b.
nicht amt­lich sind;
c.
an­ders als hand­schrift­lich aus­ge­füllt sind;
d.
ehr­ver­let­zen­de Äus­se­run­gen oder of­fen­sicht­li­che Kenn­zeich­nun­gen en­thal­ten;
e.87

2 Vor­be­hal­ten blei­ben die Un­gül­tig­keits- und Nich­tig­keits­grün­de, die mit dem kan­to­na­len Ver­fah­ren (Stimm­cou­vert, Kon­troll­stem­pel usw.) zu­sam­men­hän­gen.88

3 Für Ver­su­che mit elek­tro­ni­scher Stimm­ab­ga­be um­schreibt das Recht des durch­füh­ren­den Kan­tons die Vor­aus­set­zun­gen gül­ti­ger Stimm­ab­ga­be und die Un­gül­tig­keits­grün­de.89

87Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II des BG vom 22. März 1991, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1992 (AS 1991 2388; BBl 1990 III 445).

88Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

89 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 50 Kantone mit der Möglichkeit stiller Wahl 90  

1 Kennt das kan­to­na­le Recht die Mög­lich­keit der stil­len Wahl, so sind al­le frist­ge­recht vor­ge­schla­ge­nen Kan­di­da­ten auf dem Wahl­zet­tel vor­ge­druckt auf­zu­füh­ren.

2 Für die Stimm­ab­ga­be kreuzt der Wäh­ler ei­gen­hän­dig das Feld ne­ben dem Na­mens­zug des Kan­di­da­ten an.

3 Un­gül­tig sind:

a.
Stim­men, die auf nicht vor­ge­druck­te Kan­di­da­tu­ren lau­ten;
b.
Stimm­zet­tel, auf de­nen mehr als ei­ne Kan­di­da­tur an­ge­kreuzt ist.

90Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 be­tref­fend die Än­de­rung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die po­li­ti­schen Rech­te, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074635; BBl 2006 5261).

Art. 51 Ersatzwahlen 91  

Die Ar­ti­kel 47–49 gel­ten auch für Er­satz­wah­len.

91Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

4. Kapitel: Veröffentlichung der Ergebnisse und Wahlprüfung

Art. 52 Wahlanzeige; Veröffentlichung der Wahlergebnisse  

1 Nach der Er­mitt­lung der Er­geb­nis­se teilt die Kan­tons­re­gie­rung den Ge­wähl­ten ih­re Wahl un­ver­züg­lich schrift­lich mit und bringt dem Bun­des­rat die Na­men der Ge­wähl­ten zur Kennt­nis.

2 Der Kan­ton ver­öf­fent­licht die Er­geb­nis­se al­ler Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten und ge­ge­be­nen­falls al­ler Lis­ten un­ter Hin­weis auf die Be­schwer­demög­lich­keit spä­tes­tens in­nert acht Ta­gen nach dem Wahl­tag im kan­to­na­len Amts­blatt.92

3 Die Er­geb­nis­se von Ge­sam­ter­neue­rungs-, Er­gän­zungs- und Er­satz­wah­len sind im Bun­des­blatt zu ver­öf­fent­li­chen.93 Die Ver­öf­fent­li­chung er­folgt auch in der elek­tro­ni­schen Fas­sung im Wort­laut.94

4 Der Kan­ton über­mit­telt das Wahl­pro­to­koll nach Ab­lauf der Be­schwer­de­frist (Art. 77 Abs. 2) un­ver­züg­lich der Bun­des­kanz­lei. Die Wahl­zet­tel wer­den in­nert zehn Ta­gen nach Ab­lauf der Be­schwer­de­frist an den von der Bun­des­kanz­lei be­stimm­ten Ort über­sandt.95

92 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

93Ein­ge­fügt durch Art. 17 Ziff. 1 des BG vom 21. März 1986 über die Ge­set­zes­samm­lun­gen und das Bun­des­blatt, in Kraft seit 15. Mai 1987 (AS 1987 600; BBl 1983 III 429).

94 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Art. 21 Ziff. 1 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4929; BBl 2003 7711).

95Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 53 Wahlprüfung  

1 Die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung des neu ge­wähl­ten Na­tio­nal­ra­tes fin­det am sie­ben­ten Mon­tag nach der Wahl statt. An die­ser Sit­zung ist zu­nächst die Gül­tig­keit der Wah­len fest­zu­stel­len. Der Rat ist kon­sti­tu­iert, so­bald die Wahlen von we­nigs­tens der Mehr­heit sei­ner Mit­glie­der für gül­tig er­klärt wur­den. Der Na­tio­nal­rat re­gelt das Ver­fah­ren in sei­nem Re­gle­ment.96

2 Bei die­sen Ver­hand­lun­gen hat Sitz und Stim­me, aus­ser in ei­ge­ner Sa­che, wer sich durch ei­ne Wahl­be­stä­ti­gung sei­ner Kan­tons­re­gie­rung aus­weist.

3 Beim Nach­rücken so­wie bei Er­satz- oder Er­gän­zungs­wah­len darf ein neu ge­wähl­tes Mit­glied erst an den Ver­hand­lun­gen teil­neh­men, nach­dem sei­ne Wahl als gül­tig er­klärt ist.97

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

97Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

5. Kapitel: Änderungen während der Amtsdauer

Art. 54 Rücktritt  

Der Rück­tritt aus dem Na­tio­nal­rat ist dem Prä­si­den­ten des Na­tio­nal­ra­tes schrift­lich mit­zu­tei­len.

Art. 55 Nachrücken  

1 Schei­det ein Mit­glied des Na­tio­nal­ra­tes vor Ab­lauf der Amts­dau­er aus, so er­klärt die Kan­tons­re­gie­rung den ers­ten Er­satz­mann von der glei­chen Lis­te als ge­wählt.

2 Kann oder will ein Er­satz­mann das Amt nicht an­tre­ten, so rückt der nach­fol­gen­de an sei­ne Stel­le.

Art. 56 Ergänzungswahl  

1 Kann ein Sitz nicht durch Nach­rücken be­setzt wer­den, so kön­nen drei Fünf­tel der Un­ter­zeich­ne­rin­nen und Un­ter­zeich­ner der Lis­te (Art. 24 Abs. 1) be­zie­hungs­wei­se der Vor­stand der kan­to­na­len Par­tei (Art. 24 Abs. 3), die die Lis­te ein­ge­reicht hat, auf der das aus­ge­schie­de­ne Mit­glied des Na­tio­nal­ra­tes auf­ge­führt war, einen Wahl­vor­schlag un­ter­brei­ten.98

2 Der so vor­ge­schla­ge­ne Kan­di­dat wird, nach Be­rei­ni­gung des Wahl­vor­schla­ges (Art. 22 und Art. 29), oh­ne Ur­nen­gang von der Kan­tons­re­gie­rung nach Ar­ti­kel 45 als ge­wählt er­klärt.99

3 Wird das Vor­schlags­recht nicht ge­nutzt, so fin­det ei­ne Volks­wahl statt.100 Sind meh­re­re Sit­ze zu be­set­zen, so fin­den die Be­stim­mun­gen über das Ver­hält­nis­wahl­ver­fah­ren An­wen­dung, an­dern­falls die­je­ni­gen über das Mehr­heits­wahl­ver­fah­ren.

98 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

99Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

100 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 57 Ende der Amtsdauer 101  

Die Amts­dau­er des Na­tio­nal­ra­tes en­det mit der Kon­sti­tu­ie­rung des neu ge­wähl­ten Ra­tes.

101Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

4. Titel: Referendum102

102Die durch BG vom 21. Juni 1996 (AS 1997 753) revidierten Bestimmungen des 4. Tit. (Art. 59–67) des Gesetzes gelten nur für Erlasse, die von den eidgenössischen Räten nach dem 31. März 1997 verabschiedet werden (AS 1997 760Art. 2 Abs. 1).

1. Kapitel: Obligatorisches Referendum

Art. 58 Veröffentlichung  

Er­las­se, die dem ob­li­ga­to­ri­schen Re­fe­ren­dum un­ter­ste­hen, wer­den nach ih­rer An­nah­me durch die Bun­des­ver­samm­lung ver­öf­fent­licht. Der Bun­des­rat ord­net die Ab­stim­mung an.

2. Kapitel: Fakultatives Referendum

1. Abschnitt: Allgemeines 103

103Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 59104  

104 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121).

Art. 59a Bedeutung der Frist 105  

Das Re­fe­ren­dum muss von der ver­fas­sungs­mäs­si­gen An­zahl von Kan­to­nen er­grif­fen wer­den oder mit der nö­ti­gen An­zahl Un­ter­schrif­ten samt Stimm­rechts­be­schei­ni­gung in­ner­halb der Re­fe­ren­dums­frist bei der Bun­des­kanz­lei ein­tref­fen.

105Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 59b Unzulässigkeit des Rückzugs 106  

Ein Re­fe­ren­dum kann nicht zu­rück­ge­zo­gen wer­den.

106Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 59c Volksabstimmung 107  

Ist das Re­fe­ren­dum zu­stan­de­ge­kom­men, so ord­net der Bun­des­rat die Volks­ab­stim­mung an.

107Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

2. Abschnitt: Volksreferendum 108

108Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 60 Unterschriftenliste  

1 Wird ein Re­fe­ren­dums­be­geh­ren zur Un­ter­zeich­nung auf­ge­legt, so hat die Un­ter­schrif­ten­lis­te (auf Bo­gen, Blatt oder Kar­te) fol­gen­de An­ga­ben zu ent­hal­ten:109

a.
den Kan­ton und die po­li­ti­sche Ge­mein­de, wo der Un­ter­zeich­ner stimm­be­rech­tigt ist;
b.
die Be­zeich­nung des Er­las­ses mit dem Da­tum der Be­schluss­fas­sung durch die Bun­des­ver­samm­lung;
c.110
den Hin­weis, dass sich straf­bar macht, wer das Er­geb­nis ei­ner Un­ter­schrif­ten­samm­lung für ein Re­fe­ren­dum fälscht (Art. 282 des Straf­ge­setz­bu­ches, StGB111) oder wer bei der Un­ter­schrif­ten­samm­lung be­sticht oder sich bes­te­chen lässt (Art. 281 StGB).

2 Wer­den meh­re­re Volks­be­geh­ren zur Un­ter­zeich­nung auf­ge­legt, so bil­det ein je­des Ge­gen­stand ei­ner ei­ge­nen Un­ter­schrif­ten­lis­te. Un­ter­schrif­ten­lis­ten meh­re­rer Volks­be­geh­ren dür­fen auf der glei­chen Sei­te auf­ge­führt wer­den, so­fern sie für die Ein­rei­chung von­ein­an­der ge­trennt wer­den kön­nen.112

109Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

110Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

111SR 311.0

112Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 60a Angebot von Unterschriftenlisten in elektronischer Form 113  

Wer ei­ne elek­tro­nisch zur Ver­fü­gung ge­stell­te Un­ter­schrif­ten­lis­te zu ei­nem Re­fe­ren­dum her­un­ter­lädt, ist da­für ver­ant­wort­lich, dass die­se al­len ge­setz­li­chen For­mer­for­der­nis­sen ge­nügt.

113 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 61 Unterschrift  

1 Der Stimm­be­rech­tig­te muss sei­nen Na­men und sei­ne Vor­na­men hand­schrift­lich und le­ser­lich auf die Un­ter­schrif­ten­lis­te schrei­ben so­wie zu­sätz­lich sei­ne ei­gen­hän­di­ge Un­ter­schrift bei­fü­gen.114

1bis Schrei­b­un­fä­hi­ge Stimm­be­rech­tig­te kön­nen die Ein­tra­gung ih­res Na­mens­zu­ges durch einen Stimm­be­rech­tig­ten ih­rer Wahl vor­neh­men las­sen. Die­ser setzt sei­ne ei­ge­ne Un­ter­schrift zum Na­mens­zug der schrei­b­un­fä­hi­gen Per­son und be­wahrt über den In­halt der emp­fan­ge­nen An­wei­sun­gen Still­schwei­gen.115

2 Der Stimm­be­rech­tig­te muss al­le wei­te­ren An­ga­ben ma­chen, die zur Fest­stel­lung sei­ner Iden­ti­tät nö­tig sind, wie Ge­burts­da­tum und Adres­se.116

3 Er darf das glei­che Re­fe­ren­dums­be­geh­ren nur ein­mal un­ter­schrei­ben.

114Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

115Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

116Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 62 Stimmrechtsbescheinigung  

1 Die Un­ter­schrif­ten­lis­ten sind lau­fend, spä­tes­tens aber recht­zei­tig vor Ab­lauf der Re­fe­ren­dums­frist der Amts­stel­le zu­zu­stel­len, die nach kan­to­na­lem Recht für die Stimm­rechts­be­schei­ni­gung zu­stän­dig ist.117

2 Die Amts­stel­le be­schei­nigt, dass die Un­ter­zeich­ner in der auf der Un­ter­schrif­ten­­lis­te be­zeich­ne­ten Ge­mein­de in eid­ge­nös­si­schen An­ge­le­gen­hei­ten stimm­be­rech­tigt sind, und gibt die Lis­ten un­ver­züg­lich den Ab­sen­dern zu­rück.

3 Die Be­schei­ni­gung muss in Wor­ten oder Zif­fern die Zahl der be­schei­nig­ten Un­ter­schrif­ten an­ge­ben; sie muss da­tiert sein und die ei­gen­hän­di­ge Un­ter­schrift des Be­am­ten auf­wei­sen und des­sen amt­li­che Ei­gen­schaft durch Stem­pel oder Zu­satz kenn­zeich­nen.

4 Das Stimm­recht der Un­ter­zeich­ner kann für meh­re­re Lis­ten ge­samt­haft be­schei­nigt wer­den.

117 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

Art. 63 Verweigerung der Stimmrechtsbescheinigung  

1 Die Stimm­rechts­be­schei­ni­gung wird ver­wei­gert, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des Ar­ti­kels 61 nicht er­füllt sind.

2 Hat der Stimm­be­rech­tig­te mehr­mals un­ter­schrie­ben, so wird nur ei­ne Un­ter­schrift be­schei­nigt.

3 Der Ver­wei­ge­rungs­grund ist auf der Un­ter­schrif­ten­lis­te an­zu­ge­ben.

Art. 64 Ausschluss der Einsichtnahme 118  

1119

2 Ein­ge­reich­te Un­ter­schrif­ten­lis­ten wer­den nicht zu­rück­ge­ge­ben und kön­nen nicht ein­ge­se­hen wer­den.

118Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

119Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 65120  

120Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 66 Zustandekommen  

1 Nach Ab­lauf der Re­fe­ren­dums­frist stellt die Bun­des­kanz­lei fest, ob das Re­fe­ren­dum die vor­ge­schrie­be­ne Zahl gül­ti­ger Un­ter­schrif­ten auf­weist. Ist das ver­fas­sungs­mä­ssi­ge Quorum um mehr als die Hälf­te ver­fehlt, so wird im Bun­des­blatt le­dig­lich ein Hin­weis auf den un­be­nütz­ten Ab­lauf der Re­fe­ren­dums­frist ver­öf­fent­licht. An­dern­falls er­klärt die Bun­des­kanz­lei durch Ver­fü­gung, ob das Re­fe­ren­dum zustan­de­ge­kom­men ist.121

2 Un­gül­tig sind:

a.122
Un­ter­schrif­ten auf Lis­ten, wel­che die Er­for­der­nis­se nach Ar­ti­kel 60 nicht er­fül­len;
b.123
Un­ter­schrif­ten von Per­so­nen, de­ren Stimm­recht nicht be­schei­nigt wor­den ist;
c.
Un­ter­schrif­ten auf Lis­ten, die nach Ab­lauf der Re­fe­ren­dums­frist ein­ge­reicht wor­den sind.

3 Die Bun­des­kanz­lei ver­öf­fent­licht die Ver­fü­gung über das Zu­stan­de­kom­men samt der nach Kan­to­nen auf­ge­teil­ten Zahl der gül­ti­gen und un­gül­ti­gen Un­ter­schrif­ten im Bun­des­blatt.124

121Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

122 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

123 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

124 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121).

3. Abschnitt: Kantonsreferendum 125

125Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 67 Zuständigkeit 126  

Be­stimmt das kan­to­na­le Recht nichts an­de­res, so ent­schei­det das Kan­tonspar­la­ment, ob das Kan­tons­re­fe­ren­dum er­grif­fen wird.

126Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 67a Form 127  

Das Schrei­ben der Kan­tons­re­gie­rung an die Bun­des­kanz­lei be­zeich­net:

a.
den Er­lass mit dem Da­tum der Be­schluss­fas­sung durch die Bun­des­ver­samm­lung;
b.
das Or­gan, wel­ches im Na­men des Kan­tons die Volks­ab­stim­mung ver­langt;
c.
die kan­to­nal­recht­li­chen Zu­stän­dig­keits­be­stim­mun­gen zum Kan­tons­re­fe­ren­dum;
d.
das Da­tum und das Er­geb­nis des Re­fe­ren­dums­be­schlus­ses.

127Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 67b Zustandekommen 128  

1 Nach Ab­lauf der Re­fe­ren­dums­frist stellt die Bun­des­kanz­lei fest, ob das Re­fe­ren­dum von der er­for­der­li­chen An­zahl Kan­to­ne er­grif­fen wor­den ist.129

2 Un­gül­tig sind Re­fe­ren­dums­be­geh­ren, die:

a.
nicht in­ner­halb der Re­fe­ren­dums­frist be­schlos­sen und bei der Bun­des­kanz­lei ein­ge­reicht wur­den;
b.
von ei­nem sach­lich un­zu­stän­di­gen Or­gan be­schlos­sen wur­den;
c.
nicht zwei­fels­frei er­ken­nen las­sen, für wel­chen Bun­deser­lass die Volks­ab­stim­mung ver­langt wird.

3 Die Bun­des­kanz­lei er­öff­net die Ver­fü­gung über das Zu­stan­de­kom­men oder Nicht­zu­stan­de­kom­men des Kan­tons­re­fe­ren­dums schrift­lich den Re­gie­run­gen al­ler Kan­to­ne, die es er­grif­fen ha­ben, und ver­öf­fent­licht sie un­ter An­ga­be der An­zahl der gül­ti­gen und un­gül­ti­gen kan­to­na­len Re­fe­ren­dums­be­geh­ren im Bun­des­blatt.

128Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

5. Titel: Volksinitiative130

130Die durch BG vom 21. Juni 1996 (AS 1997 753) revidierten Bestimmungen des 5. Tit. (Art. 68–74) des Gesetzes gelten nur für Volksinitiativen, für welche die Unterschriftensammlung nach dem 31. März 1997 beginnt (AS 1997 760Art. 2 Abs. 2).

Art. 68 Unterschriftenliste  

1 Wird ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve zur Un­ter­zeich­nung auf­ge­legt, so hat die Un­ter­schrif­ten­lis­te (auf Bo­gen, Blatt oder Kar­te) fol­gen­de An­ga­ben zu ent­hal­ten:131

a.
den Kan­ton und die po­li­ti­sche Ge­mein­de, wo der Un­ter­zeich­ner stimm­be­rech­tigt ist;
b.132
Ti­tel und Wort­laut der In­itia­ti­ve so­wie das Da­tum der Ver­öf­fent­li­chung im Bun­des­blatt;
c.133
ei­ne Rück­zugs­klau­sel im Sin­ne von Ar­ti­kel 73;
d.134
den Hin­weis, dass sich straf­bar macht, wer das Er­geb­nis ei­ner Un­ter­schrif­ten­samm­lung für ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve fälscht (Art. 282 StGB135) oder wer bei der Un­ter­schrif­ten­samm­lung be­sticht oder sich be­ste­chen lässt (Art. 281 StGB);
e.136
die Na­men und Adres­sen von min­des­tens sie­ben und höchs­tens 27 stimm­be­rech­tig­ten Ur­he­bern der In­itia­ti­ve (In­itia­tiv­ko­mi­tee).

2 Ar­ti­kel 60 Ab­satz 2 gilt auch für Volks­i­ni­tia­ti­ven.137

131Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

132Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

133 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Be­ding­ter Rück­zug ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve), in Kraft seit 1. Fe­br. 2010 (AS 2010 271; BBl 200935913609).

134Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

135SR 311.0

136Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

137Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 69 Vorprüfung  

1 Die Bun­des­kanz­lei stellt vor Be­ginn der Un­ter­schrif­ten­samm­lung durch Ver­fü­gung fest, ob die Un­ter­schrif­ten­lis­te den ge­setz­li­chen For­men ent­spricht.

2 Ist der Ti­tel ei­ner In­itia­ti­ve ir­re­füh­rend, ent­hält er kom­mer­zi­el­le oder per­sön­li­che Wer­bung oder gibt er zu Ver­wechs­lun­gen An­lass, so wird er durch die Bun­des­kanz­lei ge­än­dert.138

3 Die Bun­des­kanz­lei prüft die In­itia­tiv­tex­te auf ih­re sprach­li­che Über­ein­stim­mung und nimmt all­fäl­li­ge Über­set­zun­gen vor.

4 Ti­tel und Text der In­itia­ti­ve so­wie die Na­men der Ur­he­ber wer­den im Bun­des­blatt ver­öf­fent­licht.139

138Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

139Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 69a Angebot von Unterschriftenlisten in elektronischer Form 140  

Wer ei­ne elek­tro­nisch zur Ver­fü­gung ge­stell­te Un­ter­schrif­ten­lis­te zu ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve her­un­ter­lädt, ist da­für ver­ant­wort­lich, dass die­se al­len ge­setz­li­chen For­mer­for­der­nis­sen ge­nügt.

140 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 70 Ergänzende Bestimmungen 141  

Die für das Re­fe­ren­dum auf­ge­stell­ten Be­stim­mun­gen über Un­ter­schrift (Art. 61), Stimm­rechts­be­schei­ni­gung (Art. 62) und Ver­wei­ge­rung der Stimm­rechts­be­schei­ni­gung (Art. 63) gel­ten sinn­ge­mä­ss auch für die Volks­i­ni­tia­ti­ve.

141Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 71 Einreichung  

1 Die Un­ter­schrif­ten­lis­ten ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve sind der Bun­des­kanz­lei ge­samt­haft und spä­tes­tens 18 Mo­na­te seit der Ver­öf­fent­li­chung des In­itia­tiv­tex­tes im Bun­des­blatt ein­zu­rei­chen.

2 Ein­ge­reich­te Un­ter­schrif­ten­lis­ten wer­den nicht zu­rück­ge­ge­ben und kön­nen nicht ein­ge­se­hen wer­den.

Art. 72 Zustandekommen  

1 Nach Ab­lauf der Sam­mel­frist stellt die Bun­des­kanz­lei fest, ob die Volks­i­ni­tia­ti­ve die vor­ge­schrie­be­ne Zahl gül­ti­ger Un­ter­schrif­ten auf­weist. Ist das ver­fas­sungs­mäs­si­ge Quorum um mehr als die Hälf­te ver­fehlt, so wird im Bun­des­blatt le­dig­lich ein Hin­weis auf den un­be­nütz­ten Ab­lauf der Sam­mel­frist ver­öf­fent­licht. An­dern­falls er­klärt die Bun­des­kanz­lei durch Ver­fü­gung, ob die Volks­i­ni­tia­ti­ve zu­stan­de­ge­kom­men ist.142

2 Un­gül­tig sind:

a.
Un­ter­schrif­ten auf Lis­ten, wel­che die Er­for­der­nis­se nach Ar­ti­kel 68 nicht er­fül­len;
b.
Un­ter­schrif­ten von Per­so­nen, de­ren Stimm­recht nicht be­schei­nigt wor­den ist;
c.
Un­ter­schrif­ten auf Lis­ten, die nach Ab­lauf der Sam­mel­frist ein­ge­reicht wor­den sind.143

3 Die Bun­des­kanz­lei ver­öf­fent­licht die Ver­fü­gung über das Zu­stan­de­kom­men samt der nach Kan­to­nen auf­ge­teil­ten Zahl der gül­ti­gen und un­gül­ti­gen Un­ter­schrif­ten im Bun­des­blatt.

142Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

143 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 73 Rückzug 144  

1 Je­de Volks­i­ni­tia­ti­ve kann vom In­itia­tiv­ko­mi­tee zu­rück­ge­zo­gen wer­den. Die Rück­zugs­er­klä­rung ist ver­bind­lich, wenn sie von der ab­so­lu­ten Mehr­heit der noch stimm­be­rech­tig­ten Mit­glie­der des In­itia­tiv­ko­mi­tees un­ter­zeich­net wor­den ist.

2 Der Rück­zug ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve ist zu­läs­sig, bis der Bun­des­rat die Volks­ab­stim­mung fest­setzt. Die Bun­des­kanz­lei lädt das In­itia­tiv­ko­mi­tee vor­gän­gig zur Be­kannt­ga­be sei­nes Ent­scheids ein und setzt ihm da­für ei­ne kur­ze Frist an.

3 Ei­ne In­itia­ti­ve in Form der all­ge­mei­nen An­re­gung kann nicht mehr zu­rück­ge­zo­gen wer­den, nach­dem ihr die Bun­des­ver­samm­lung zu­ge­stimmt hat.

144Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. April 1997 (AS 1997 753; BBl 1993 III 445).

Art. 73a Unbedingter und bedingter Rückzug 145  

1 Der Rück­zug ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve ist in der Re­gel un­be­dingt.

2 Hat die Bun­des­ver­samm­lung je­doch spä­tes­tens gleich­zei­tig mit der Schluss­ab­stim­mung über die Volks­i­ni­tia­ti­ve einen in­di­rek­ten Ge­gen­vor­schlag in der Form des Bun­des­ge­set­zes ver­ab­schie­det, so kann das In­itia­tiv­ko­mi­tee sei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve aus­drück­lich un­ter der Be­din­gung zu­rück­zie­hen, dass der in­di­rek­te Ge­gen­vor­schlag nicht in ei­ner Volks­ab­stim­mung ab­ge­lehnt wird.

3 Der be­ding­te Rück­zug wird wirk­sam, so­bald:

a.
die Frist für das Re­fe­ren­dum ge­gen den in­di­rek­ten Ge­gen­vor­schlag un­be­nützt ab­ge­lau­fen ist;
b.
das Nicht­zu­stan­de­kom­men ei­nes ein­ge­reich­ten Re­fe­ren­dums ge­gen den in­di­rek­ten Ge­gen­vor­schlag rechts­gül­tig fest­steht; oder
c.
der Bun­des­rat im Fal­le ei­nes Re­fe­ren­dums das zu­stim­men­de Er­geb­nis ei­ner Volks­ab­stim­mung über den in­di­rek­ten Ge­gen­vor­schlag nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 er­wahrt hat.

145 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Be­ding­ter Rück­zug ei­ner Volks­in­itia­ti­ve), in Kraft seit 1. Fe­br. 2010 (AS 2010 271; BBl 200935913609).

Art. 74146  

146Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Be­ding­ter Rück­zug ei­ner Volks­in­itia­ti­ve), mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2010 (AS 2010 271; BBl 200935913609).

Art. 75 Prüfung der Gültigkeit 147  

1 Ist bei ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve die Ein­heit der Ma­te­rie (Art. 139 Abs. 3 und Art. 194 Abs. 2 BV) oder die Ein­heit der Form (Art. 139 Abs. 3 und Art. 194 Abs. 3 BV) nicht ge­wahrt oder ver­letzt die Volks­i­ni­tia­ti­ve zwin­gen­de Be­stim­mun­gen des Völ­ker­rechts (Art. 139 Abs. 3, 193 Abs. 4 und 194 Abs. 2 BV), so er­klärt die Bun­des­­ver­samm­lung sie so­weit not­wen­dig für ganz oder teil­wei­se un­gül­tig.148

2 Die Ein­heit der Ma­te­rie ist ge­wahrt, wenn zwi­schen den ein­zel­nen Tei­len ei­ner In­itia­ti­ve ein sach­li­cher Zu­sam­men­hang be­steht.

3 Die Ein­heit der Form ist ge­wahrt, wenn die In­itia­ti­ve aus­sch­liess­lich in der Form der all­ge­mei­nen An­re­gung oder des aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurfs ge­stellt ist.

147 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

148 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Okt. 1999, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 411; BBl 1999 7922).

Art. 75a Abstimmung 149  

1 Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet die Volks­i­ni­tia­ti­ve in­nert zehn Mo­na­ten nach der Schluss­ab­stim­mung in der Bun­des­ver­samm­lung, spä­tes­tens aber zehn Mo­na­te nach Ab­lauf der dem Par­la­ment re­ser­vier­ten ge­setz­li­chen Be­hand­lungs­fris­ten der Volks­ab­stim­mung.

2 Im Fal­le ei­nes be­ding­ten Rück­zugs zu­guns­ten ei­nes in­di­rek­ten Ge­gen­vor­schlags un­ter­brei­tet der Bun­des­rat die Volks­i­ni­tia­ti­ve der Ab­stim­mung von Volk und Stän­den in­nert zehn Mo­na­ten, nach­dem er das ab­leh­nen­de Er­geb­nis der Volks­ab­stim­mung über den in­di­rek­ten Ge­gen­vor­schlag nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 er­wahrt hat.

3 Wird ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve in der Form der all­ge­mei­nen An­re­gung an­ge­nom­men, so wird die aus­ge­ar­bei­te­te Ver­fas­sungs­än­de­rung in­nert zehn Mo­na­ten nach der Schluss­ab­stim­mung in der Bun­des­ver­samm­lung Volk und Stän­den zur Ab­stim­mung un­ter­brei­tet.

3bis Die Fris­ten nach den Ab­sät­zen 1–3 ver­län­gern sich um sechs Mo­na­te, wenn sie zum Zeit­punkt zwi­schen zehn und drei Mo­na­ten vor der nächs­ten Ge­sam­ter­neue­rung des Na­tio­nal­ra­tes be­gin­nen.150

4 Für die Be­hand­lung ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve durch den Bun­des­rat und die Bun­des­ver­samm­lung und die da­bei zu be­ach­ten­den Fris­ten gel­ten die Be­stim­mun­gen des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. De­zem­ber 2002151.

149 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Be­ding­ter Rück­zug ei­ner Volks­in­itia­ti­ve), in Kraft seit 1. Fe­br. 2010 (AS 2010 271; BBl 200935913609).

150 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. März 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

151 SR 171.10

Art. 76 Direkter Gegenentwurf 152153  

1 Be­schliesst die Bun­des­ver­samm­lung einen Ge­gen­ent­wurf, so wer­den den Stimm­­be­rech­tig­ten auf dem glei­chen Stimm­zet­tel drei Fra­gen vor­ge­legt. Je­de stimm­be­rech­tig­te Per­son kann un­ein­ge­schränkt er­klä­ren:

a.
ob sie die Volks­i­ni­tia­ti­ve dem gel­ten­den Recht vor­zie­he;
b.
ob sie den Ge­gen­ent­wurf dem gel­ten­den Recht vor­zie­he;
c.
wel­che der bei­den Vor­la­gen in Kraft tre­ten soll, falls Volk und Stän­de bei­de Vor­la­gen dem gel­ten­den Recht vor­zie­hen soll­ten.

2 Das ab­so­lu­te Mehr wird für je­de Fra­ge ge­trennt er­mit­telt. Un­be­ant­wor­te­te Fra­gen fal­len aus­ser Be­tracht.

3 Wer­den so­wohl die Volks­i­ni­tia­ti­ve als auch der Ge­gen­ent­wurf an­ge­nom­men, so ent­schei­det das Er­geb­nis der drit­ten Fra­ge. In Kraft tritt die Vor­la­ge, die bei die­ser Fra­ge mehr Volks- und mehr Stan­des­s­tim­men er­zielt.

152Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Okt. 1999, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 411; BBl 1999 7922).

153 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Be­ding­ter Rück­zug ei­ner Volks­in­itia­ti­ve), in Kraft seit 1. Fe­br. 2010 (AS 2010 271; BBl 200935913609).

5a. Titel: Parteienregister154

154 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. Juni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 76a  

1 Ei­ne po­li­ti­sche Par­tei kann sich bei der Bun­des­kanz­lei amt­lich re­gis­trie­ren las­sen, wenn sie:

a.
die Rechts­form ei­nes Ver­eins im Sin­ne der Ar­ti­kel 60–79 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches155 auf­weist; und
b.
un­ter dem glei­chen Na­men mit min­des­tens ei­nem Mit­glied im Na­tio­nal­rat oder mit min­des­tens je drei Mit­glie­dern in drei Kan­tonspar­la­men­ten ver­tre­ten ist.

2 Zur Ein­tra­gung ins Par­tei­en­re­gis­ter reicht der Ver­ein der Bun­des­kanz­lei fol­gen­de Un­ter­la­gen und An­ga­ben ein:

a.
ein Ex­em­plar der rechts­gül­ti­gen Sta­tu­ten;
b.
den sta­tu­ta­ri­schen Na­men und den Sitz der Par­tei;
c.
Na­men und Adres­sen der prä­si­die­ren­den und der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen der Bun­de­s­par­tei.

3 Die Bun­des­kanz­lei er­stellt ein Re­gis­ter über die An­ga­ben der Par­tei­en. Die­ses Re­gis­ter ist öf­fent­lich. Ein­zel­hei­ten re­gelt die Bun­des­ver­samm­lung in ei­ner Ver­ord­nung.

155 SR 210

5b. Titel: Transparenz bei der Politikfinanzierung156

156 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. Juni 2021 (Transparenz bei der Politikfinanzierung), in Kraft seit 23. Okt. 2022 (AS 2022 466; BBl 2019 7875, 8207).

Art. 76b Offenlegungspflicht der politischen Parteien  

1 Die in der Bun­des­ver­samm­lung ver­tre­te­nen po­li­ti­schen Par­tei­en ha­ben ih­re Fi­nan­zie­rung of­fen­zu­le­gen.

2 Sie er­fül­len die­se Pflicht, in­dem sie der zu­stän­di­gen Stel­le Fol­gen­des of­fen­le­gen:

a.
ih­re Ein­nah­men;
b.
al­le wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le, die ih­nen frei­wil­lig ge­währt wer­den (mo­ne­tä­re und nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen) und den Wert von 15 000 Fran­ken pro Zu­wen­de­rin be­zie­hungs­wei­se Zu­wen­der und Jahr über­schrei­ten;
c.
die Bei­trä­ge der ein­zel­nen Man­dats­trä­ge­rin­nen und Man­dats­trä­ger.

3 Par­tei­lo­se Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung le­gen mo­ne­tä­re und nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen ge­mä­ss Ab­satz 2 Buch­sta­be b of­fen.

Art. 76c Offenlegungspflicht bei Wahl- und Abstimmungskampagnen  

1 Na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen so­wie Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten, die im Hin­blick auf ei­ne Wahl in den Na­tio­nal­rat oder auf ei­ne eid­ge­nös­si­sche Ab­stim­mung ei­ne Kam­pa­gne füh­ren, ha­ben de­ren Fi­nan­zie­rung of­fen­zu­le­gen, wenn sie mehr als 50 000 Fran­ken auf­wen­den.

2 Sie er­fül­len die­se Pflicht, in­dem sie der zu­stän­di­gen Stel­le Fol­gen­des of­fen­le­gen:

a.
die bud­ge­tier­ten Ein­nah­men und die Schluss­rech­nung über die Ein­nah­men;
b.
mo­ne­tä­re und nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen, die in den letz­ten 12 Mo­na­ten vor der Ab­stim­mung oder Wahl er­folg­ten und den Wert von 15 000 Fran­ken pro Zu­wen­de­rin be­zie­hungs­wei­se Zu­wen­der und Kam­pa­gne über­schrei­ten.

3 Na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen so­wie Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten, die für die Wahl ei­nes Mit­glieds des Stän­de­ra­tes ei­ne Kam­pa­gne ge­führt und da­für mehr als 50 000 Fran­ken auf­ge­wendet ha­ben, müs­sen die Schluss­rech­nung über die Ein­nah­men so­wie die mo­ne­tä­ren und nicht­mo­ne­tä­ren Zu­wen­dun­gen im Sin­ne von Ab­satz 2 Buch­sta­be b of­fen­le­gen.

4 Füh­ren meh­re­re Per­so­nen oder Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten ei­ne ge­mein­sa­me Kam­pa­gne, so müs­sen sie die bud­ge­tier­ten Ein­nah­men und die Schluss­rech­nung über die Ein­nah­men be­zie­hungs­wei­se bei Wahlen in den Stän­de­rat nur die Schluss­rech­nung über die Ein­nah­men ge­mein­sam ein­rei­chen. Die ih­nen ge­währ­ten mo­ne­tä­ren und nicht­mo­ne­tä­ren Zu­wen­dun­gen und ih­re Auf­wen­dun­gen sind zu­sam­men­zu­rech­nen. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

Art. 76d Fristen und Modalitäten der Offenlegungspflicht  

1 Ein­zu­rei­chen sind:

a.
die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 76b jähr­lich;
b.
bei Ab­stim­mun­gen und Wahlen in den Na­tio­nal­rat die bud­ge­tier­ten Ein­nah­men 45 Ta­ge vor und die Schluss­rech­nung über die Ein­nah­men so­wie mo­ne­tä­re und nicht mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 76c Ab­satz 2 Buch­sta­be b 60 Ta­ge nach der Ab­stim­mung oder Wahl;
c.
bei Wahlen in den Stän­de­rat die Schluss­rech­nung über die Ein­nah­men so­wie mo­ne­tä­re und nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 76c Ab­satz 2 Buch­sta­be b 30 Ta­ge nach Amts­an­tritt.

2 Zwi­schen dem En­de der Ein­rei­chungs­frist für die bud­ge­tier­ten Ein­nah­men und der Wahl oder Ab­stim­mung sind mo­ne­tä­re und nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen nach Ar­ti­kel 76cAb­satz 2 Buch­sta­be b der zu­stän­di­gen Stel­le un­ver­züg­lich zu mel­den.

3 Bei den bud­ge­tier­ten Ein­nah­men und in der Schluss­rech­nung über die Ein­nah­men sind die mo­ne­tä­ren und nicht­mo­ne­tä­ren Zu­wen­dun­gen se­pa­rat aus­zu­wei­sen.

4 Bei der Mel­dung der mo­ne­tä­ren und nicht­mo­ne­tä­ren Zu­wen­dun­gen im Wert von mehr als 15 000 Fran­ken sind der Wert und das Da­tum der Zu­wen­dung so­wie der Na­me, der Vor­na­me und die Wohn­sitz­ge­mein­de oder die Fir­ma und der Sitz der Ur­he­be­rin oder des Ur­he­bers der Zu­wen­dung an­zu­ge­ben.

5 Die An­ga­ben nach Ab­satz 4 sind zu be­le­gen.

6 Der Bun­des­rat legt die Form der Mel­dung fest.

Art. 76e Kontrolle  

1 Die zu­stän­di­ge Stel­le kon­trol­liert, ob al­le An­ga­ben und Do­ku­men­te nach den Ar­ti­keln 76b und 76cvon den po­li­ti­schen Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­ren in­nert Frist ein­ge­reicht wor­den sind. Die Kon­trol­le über die Kor­rekt­heit der An­ga­ben und Do­ku­men­te er­folgt stich­pro­ben­wei­se.

2 Stellt sie fest, dass ge­wis­se An­ga­ben und Do­ku­men­te nicht frist­ge­recht oder nicht kor­rekt ein­ge­reicht wor­den sind, for­dert sie die ver­pflich­te­ten Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­re auf, die er­for­der­li­chen An­ga­ben und Do­ku­men­te nach­zu­lie­fern, und setzt ih­nen da­für ei­ne Frist.

3 Wer­den die An­ga­ben und Do­ku­men­te nicht in­nert der an­ge­setz­ten Frist nach­ge­lie­fert, ist die zu­stän­di­ge Stel­le ver­pflich­tet, Straf­ta­ten, von de­nen sie an­läss­lich der Kon­trol­le Kennt­nis er­langt, bei der zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de an­zu­zei­gen. Bei Frist­an­set­zun­gen nach Ab­satz 2 weist sie auf die­se An­zei­ge­pflicht hin.

Art. 76f Veröffentlichung  

1 Nach Ab­schluss der Kon­trol­le nach Ar­ti­kel 76e ver­öf­fent­licht die zu­stän­di­ge Stel­le die An­ga­ben und die Do­ku­men­te auf ih­rer In­ter­netsei­te.

2 Ver­öf­fent­licht wer­den:

a.
die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 76dAb­satz 1 Buch­sta­be a jähr­lich;
b.
die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 76dAb­satz 1 Buch­sta­ben b und c spä­tes­tens 15 Ta­ge nach de­ren Ein­gang bei der zu­stän­di­gen Stel­le.

3 Die An­ga­ben über mo­ne­tä­re und nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen, die nach Ar­ti­kel 76d Ab­satz 2 un­ver­züg­lich zu mel­den sind, wer­den fort­lau­fend ver­öf­fent­licht.

Art. 76g Zuständige Stelle  

Der Bun­des­rat be­zeich­net die Be­hör­de, wel­che für die Kon­trol­le und Ver­öf­fent­li­chung zu­stän­dig ist.

Art. 76h Anonyme Zuwendungen und Zuwendungen aus dem Ausland  

1 Ver­bo­ten ist für die po­li­ti­schen Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­re nach den Ar­ti­keln 76b und 76c die An­nah­me:

a.
von an­ony­men mo­ne­tä­ren und nicht­mo­ne­tä­ren Zu­wen­dun­gen; und
b.
von mo­ne­tä­ren und nicht­mo­ne­tä­ren Zu­wen­dun­gen aus dem Aus­land.

2 Mo­ne­tä­re und nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen von Aus­land­schwei­ze­rin­nen und Aus­land­schwei­zern gel­ten nicht als Zu­wen­dun­gen aus dem Aus­land.

3 Wer ei­ne an­ony­me mo­ne­tä­re oder nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dung er­hält, muss:

a.
die Her­kunfts­an­ga­ben nach Ar­ti­kel 76d Ab­satz 4 er­mit­teln; oder
b.
die Zu­wen­dung wenn mög­lich zu­rück­er­stat­ten; ist ei­ne Rück­er­stat­tung nicht mög­lich oder nicht zu­mut­bar, muss die Zu­wen­dung der zu­stän­di­gen Stel­le ge­mel­det und dem Bund ab­ge­lie­fert wer­den.

4 Wer ei­ne mo­ne­tä­re oder nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dung aus dem Aus­land er­hält, muss die­se zu­rück­er­stat­ten. Ist ei­ne Rück­er­stat­tung nicht mög­lich oder nicht zu­mut­bar, muss die Zu­wen­dung der zu­stän­di­gen Stel­le ge­mel­det und dem Bund ab­ge­lie­fert wer­den.

5 In Ab­wei­chung von den Ab­sät­zen 1–4 müs­sen die po­li­ti­schen Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­re nach Ar­ti­kel 76c Ab­satz 3 die Be­trä­ge der an­ony­men mo­ne­tä­ren und nicht mo­ne­tä­ren Zu­wen­dun­gen und der mo­ne­tä­ren und nicht­mo­ne­tä­ren Zu­wen­dun­gen aus dem Aus­land, die ih­nen im Hin­blick auf die Kam­pa­gne für die Wahl ei­nes Mit­glieds des Stän­de­ra­tes ge­währt wur­den, mit der Schluss­rech­nung nach Ar­ti­kel 76d Ab­satz 1 Buch­sta­be c of­fen­le­gen.

Art. 76i Bearbeiten von Personendaten und Austausch von Informationen  

1 Zur Wahr­neh­mung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben, ins­be­son­de­re zur Kon­trol­le und zur Ver­öf­fent­li­chung, ist die zu­stän­di­ge Stel­le be­fugt, fol­gen­de Per­so­nen­da­ten zu be­ar­bei­ten:

a.
Da­ten über die Iden­ti­tät und die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der po­li­ti­schen Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­re nach den Ar­ti­keln 76b und 76c;
b.
Da­ten über die Iden­ti­tät von Per­so­nen, die den po­li­ti­schen Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­ren nach den Ar­ti­keln 76b und 76c mo­ne­tä­re und nicht­mo­ne­tä­re Zu­wen­dun­gen zu­kom­men las­sen;
c.
Da­ten über die Iden­ti­tät von Man­dats­trä­ge­rin­nen und Man­dats­trä­gern, die den po­li­ti­schen Par­tei­en nach Ar­ti­kel 76b einen Bei­trag ent­rich­ten.

2 Die zu­stän­di­ge Stel­le darf den fol­gen­den Be­hör­den die In­for­ma­tio­nen über die po­li­ti­schen Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­re wie na­ment­lich Per­so­nen­da­ten wei­ter­lei­ten, die für die Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind:

a.
den kan­to­na­len und den kom­mu­na­len Be­hör­den, die nach kan­to­na­lem Recht für die Trans­pa­renz bei der Po­li­tik­fi­nan­zie­rung zu­stän­dig sind;
b.
den zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, falls es um die An­zei­ge ei­ner Straf­tat nach Ar­ti­kel 76e Ab­satz 3 geht.

3 Auf An­fra­ge der zu­stän­di­gen Stel­le nach Ar­ti­kel 76g ge­ben die kan­to­na­len und die kom­mu­na­len Be­hör­den, die nach kan­to­na­lem Recht für die Trans­pa­renz bei der Po­li­tik­fi­nan­zie­rung zu­stän­dig sind, ihr die In­for­ma­tio­nen wie na­ment­lich Per­so­nen­da­ten be­kannt, die für die Durch­füh­rung der Kon­trol­le und für die Ver­öf­fent­li­chung er­for­der­lich sind.

Art. 76j Strafbestimmungen  

1 Mit Bus­se bis zu 40 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
ei­ne Pflicht zur Of­fen­le­gung nach den Ar­ti­keln 76b–76d ver­letzt;
b.
ei­ne Pflicht nach Ar­ti­kel 76h Ab­sät­ze 3–5 ver­letzt.

2 Die Straf­ver­fol­gung ob­liegt den Kan­to­nen.

Art. 76k Vorbehalt der kantonalen Gesetzgebung  

Den Kan­to­nen bleibt es vor­be­hal­ten, bei der Aus­übung der po­li­ti­schen Rech­te auf Bun­des­ebe­ne wei­ter­ge­hen­de Vor­schrif­ten über die Of­fen­le­gung der Fi­nan­zie­rung von kan­to­na­len po­li­ti­schen Ak­teu­rin­nen oder Ak­teu­ren vor­zu­se­hen.

6. Titel: Rechtspflege

Art. 77 Beschwerden  

1 Bei der Kan­tons­re­gie­rung kann Be­schwer­de ge­führt wer­den:

a.157
we­gen Ver­let­zung des Stimm­rechts nach den Ar­ti­keln 2–4, Ar­ti­kel 5 Ab­sät­ze 3 und 6 so­wie den Ar­ti­keln 62 und 63 (Stimm­rechts­be­schwer­de);
b.158
we­gen Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten bei Ab­stim­mun­gen (Ab­stim­mungs­be­schwer­de);
c.
we­gen Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten bei der Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung der Na­tio­nal­rats­wah­len (Wahl­be­schwer­de).

2 Die Be­schwer­de ist in­nert drei Ta­gen seit der Ent­de­ckung des Be­schwer­de­grun­des, spä­tes­tens je­doch am drit­ten Tag nach Ver­öf­fent­li­chung der Er­geb­nis­se im kan­to­na­len Amts­blatt ein­ge­schrie­ben ein­zu­rei­chen.159

157Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

158Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

159 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3193; BBl 2001 6401).

Art. 78 Beschwerdeschrift  

1 Die Be­schwer­de­schrif­ten müs­sen zur Be­grün­dung ei­ne kur­ze Dar­stel­lung des Sach­ver­halts ent­hal­ten.

2160

160Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, mit Wir­kung seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 79 Beschwerdeentscheide und Verfügungen  

1 Die Kan­tons­re­gie­rung ent­schei­det in­nert zehn Ta­gen nach Ein­gang der Be­schwer­de.

2 Stellt sie auf Be­schwer­de hin oder von Am­tes we­gen Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten fest, so trifft sie, wenn mög­lich vor Schluss des Wahl- oder Ab­stim­mungs­ver­fah­rens, die not­wen­di­gen Ver­fü­gun­gen zur Be­he­bung der Män­gel.

2bis Die Kan­tons­re­gie­rung weist Ab­stim­mungs- oder Wahl­be­schwer­den oh­ne nä­he­re Prü­fung ab, wenn die ge­rüg­ten Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten we­der nach ih­rer Art noch nach ih­rem Um­fang da­zu ge­eig­net wa­ren, das Hauptre­sul­tat der Ab­stim­mung oder Wahl we­sent­lich zu be­ein­flus­sen.161

3 Die Kan­tons­re­gie­rung er­öff­net ih­re Be­schwer­de­ent­schei­de und an­de­re Ver­fü­gun­gen nach den Ar­ti­keln 34–38 und 61 Ab­satz 2 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 1968162 und teilt sie auch der Bun­des­kanz­lei mit.163

161Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

162SR 172.021

163Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 80 Beschwerde an das Bundesgericht 164  

1 Ge­gen Be­schwer­de­ent­schei­de der Kan­tons­re­gie­rung (Art. 77) kann nach Mass­ga­be des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005165 beim Bun­des­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.

2 Die Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt ist fer­ner zu­läs­sig ge­gen Ver­fü­gun­gen der Bun­des­kanz­lei über die Ver­wei­ge­rung des Ein­trags in das Par­tei­en­re­gis­ter oder über das Nicht-Zu­stan­de­kom­men ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve oder ei­nes Re­fe­ren­dums. Ge­gen einen blos­sen Hin­weis im Bun­des­blatt über das deut­li­che Ver­feh­len des Quorums bei eid­ge­nös­si­schen Volks­be­geh­ren (Art. 66 Abs. 1 und Art. 72 Abs. 1) steht kei­ne Be­schwer­de of­fen.166

3 Den Mit­glie­dern des In­itia­tiv­ko­mi­tees steht die Be­schwer­de auch ge­gen Ver­fü­gun­gen der Bun­des­kanz­lei über die for­mel­le Gül­tig­keit der Un­ter­schrif­ten­lis­te (Art. 69 Abs. 1) und be­tref­fend den Ti­tel der In­itia­ti­ve (Art. 69 Abs. 2) zu.

164 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 12051069Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202).

165 SR 173.110

166 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 23. März 2007 be­tref­fend die Än­de­rung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die po­li­ti­schen Rech­te, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20074635; BBl 2006 5261).

Art. 81 und 82167  

167 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 12051069Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202).

7. Titel: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 83 Kantonales Recht  

So­weit die­ses Ge­setz und die Aus­füh­rungs­er­las­se des Bun­des kei­ne Be­stim­mun­gen ent­hal­ten, gilt kan­to­na­les Recht. Vor­be­hal­ten bleibt das Bun­des­rechts­pfle­ge­­ge­setz vom 16. De­zem­ber 1943168.

168[BS 3 531; AS 1948 485Art. 86; 1955 871Art. 118; 1959 902; 1969 737Art. 80 Bst. b, 767; 1977 237Ziff. II 3, 862Art. 52 Ziff. 2, 1323Ziff. III; 1978 688 Art. 88 Ziff. 3, 1450; 1979 42; 1980 31Ziff. IV, 1718 Art. 52 Ziff. 2, 1819Art. 12 Abs. 1; 1982 1676An­hang Ziff. 13; 1983 1886Art. 36 Ziff. 1; 1986 926Art. 59 Ziff. 1; 1987 226Ziff. II 1, 1665Ziff. II; 1988 1776 An­hang Ziff. II 1; 1989 504Art. 33 Bst. a; 1990 938 Ziff. III Abs. 5; 1992 288; 1993 274Art. 75 Ziff. 1, 1945An­hang Ziff. 1; 1995 1227An­hang Ziff. 3, 4093An­hang Ziff. 4; 1996 508Art. 36, 750Art. 17, 1445An­hang Ziff. 2, 1498An­hang Ziff. 2; 1997 1155An­hang Ziff. 6, 2465An­hang Ziff. 5; 1998 2847An­hang Ziff. 3, 3033An­hang Ziff. 2; 1999 1118An­hang Ziff. 1, 3071Ziff. I 2; 2000 273An­hang Ziff. 6, 416Ziff. I 2, 505Ziff. I 1, 2355An­hang Ziff. 1, 2719; 2001 114Ziff. I 4, 894Art. 40 Ziff. 3, 1029Art. 11 Abs. 2; 2002863Art. 35, 1904Art. 36 Ziff. 1, 2767Ziff. II, 3988 An­hang Ziff. 1; 20032133An­hang Ziff. 7, 3543An­hang Ziff. II 4 Bst. a, 4557 An­hang Ziff. II 1; 20041985An­hang Ziff. II 1, 4719An­hang Ziff. II 1; 2005 5685An­hang Ziff. 7. AS 2006 1205Art. 131 Abs. 1]. Sie­he heu­te: das Bun­des­ge­richts­ge­setz vom 17. Ju­ni 2005 (SR 173.110).

Art. 84 Verwendung technischer Hilfsmittel  

1 Der Bun­des­rat kann die Kan­tons­re­gie­run­gen er­mäch­ti­gen, für die Er­mitt­lung der Wahl- und Ab­stim­mungs­er­geb­nis­se mit tech­ni­schen Mit­teln von die­sem Ge­setz ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen zu er­las­sen.169

2 Wahl- und Ab­stim­mungs­ver­fah­ren mit tech­ni­schen Mit­teln be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.170

169Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

170Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 15. Nov. 1994 (AS 1994 2414; BBl 1993 III 445).

Art. 85171  

171 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 12051069Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202).

Art. 86 Unentgeltlichkeit der Amtshandlungen 172  

1 Für Amts­hand­lun­gen auf­grund die­ses Ge­set­zes dür­fen kei­ne Kos­ten er­ho­ben wer­den. Bei trö­le­ri­schen oder ge­gen den gu­ten Glau­ben ver­stos­sen­den Be­schwer­den kön­nen die Kos­ten dem Be­schwer­de­füh­rer über­bun­den wer­den.

2 Im Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ge­richt rich­tet sich die Kos­ten­pflicht nach dem Bun­des­ge­richts­ge­setz vom 17. Ju­ni 2005173.

172 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 12051069Art. 1 Bst. a; BBl 2001 4202).

173 SR 173.110

Art. 87 Statistische Erhebungen  

1 Der Bund führt Sta­tis­ti­ken über die eid­ge­nös­si­schen Wahlen und Volks­ab­stim­mun­gen; die­se ge­ben auf Ge­mein­de-, Be­zirks- und Kan­ton­sebe­ne Aus­kunft über:

a.
bei Wahlen: die An­zahl der Stim­men, wel­che die Kan­di­da­ten und die Wahl­lis­ten er­hal­ten ha­ben;
b.
bei Ab­stim­mun­gen: die An­zahl der Ja-Stim­men für die Ab­stim­mungs­vor­la­gen.174

1bis Der Bun­des­rat kann wei­te­re sta­tis­ti­sche Er­he­bun­gen über die Na­tio­nal­rats­wah­len und über Volks­ab­stim­mun­gen an­ord­nen.175

2 Er kann nach An­hö­ren der zu­stän­di­gen Kan­tons­re­gie­rung in aus­ge­wähl­ten Ge­mein­den die Tren­nung der Stimm­ab­ga­be nach Ge­schlecht und Al­ters­grup­pen vor­­se­hen.

3 Das Stimm­ge­heim­nis darf nicht be­ein­träch­tigt wer­den.

174 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

175 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014 (Na­tio­nal­rats­wah­len), in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 543; BBl 2013 9217).

8. Titel: Schlussbestimmungen

1. Kapitel: Änderung und Aufhebung bisherigen Rechts

Art. 88 Änderung von Bundesgesetzen  

176

176Die Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 1978 688kon­sul­tiert wer­den.

Art. 89 Aufhebung von Bundesgesetzen  

Es wer­den auf­ge­ho­ben:

a.
das Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­li 1872177 be­tref­fend die eid­ge­nös­si­schen Wah­len und Ab­stim­mun­gen;
b.
das Bun­des­ge­setz vom 17. Ju­ni 1874178 be­tref­fend Volks­ab­stim­mung über Bun­des­ge­set­ze und Bun­des­be­schlüs­se;
c.
das Bun­des­ge­setz vom 23. März 1962179 über das Ver­fah­ren bei Volks­be­geh­ren auf Re­vi­si­on der Bun­des­ver­fas­sung (In­itia­ti­ven­ge­setz);
d.
das Bun­des­ge­setz vom 25. Ju­ni 1965180 über die Ein­füh­rung von Er­leich­te­run­gen der Stimm­ab­ga­be an eid­ge­nös­si­schen Wahlen und Ab­stim­mun­gen;
e.
das Bun­des­ge­setz vom 8. März 1963181 über die Ver­tei­lung der Ab­ge­ord­ne­ten des Na­tio­nal­ra­tes un­ter die Kan­to­ne;
f.
das Bun­des­ge­setz vom 14. Fe­bru­ar 1919182 be­tref­fend die Wahl des Na­tio­nal­ra­tes.

177[BS 1 157; AS 1952 69, 1966 849Art. 9, 1971 1365]

178[BS 1 173; AS 1962 789Art. 11 Abs. 3]

179[AS 1962 789]

180[AS 1966 849]

181[AS 1963 419]

182[BS 1 180; AS 1975 601710]

2. Kapitel: Übergangsrecht, Vollzug und Inkrafttreten

Art. 90 Übergangsrecht  

1 Die­ses Ge­setz fin­det kei­ne An­wen­dung auf Tat­sa­chen und Be­schwer­den, die sich auf Wahlen und Ab­stim­mun­gen vor sei­nem In­kraft­tre­ten be­zie­hen. Das glei­che trifft zu für vor­her ein­ge­reich­te Re­fe­ren­den und Volks­i­ni­tia­ti­ven. Für die­se Fäl­le bleibt das bis­he­ri­ge Recht mass­ge­bend.

2 Nach Ab­lauf von 18 Mo­na­ten seit In­kraft­tre­ten wer­den nur noch Un­ter­schrif­ten­­lis­ten ent­ge­gen­ge­nom­men, wel­che den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes ent­spre­chen.

3183

4184

183Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121).

184 Ein­ge­fügt durch Ziff. III des BG vom 9. März 1978 (AS 1978 1694; BBl 1977 III 819). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 4 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 20083437; BBl 2007 6121).

Art. 90a Übergangsbestimmung zur Änderung vom
25. September 2009
185  

Für eid­ge­nös­si­sche Volks­i­ni­tia­ti­ven, die im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens der Än­de­rung vom 25. Sep­tem­ber 2009 die­ses Ge­set­zes hän­gig sind, gilt das neue Recht.

185 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009 (Be­ding­ter Rück­zug ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve), in Kraft seit 1. Fe­br. 2010 (AS 2010 271; BBl 200935913609).

Art. 91 Vollzug  

1 Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

2 Die kan­to­na­len Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen be­dür­fen zu ih­rer Gül­tig­keit der Ge­neh­mi­gung des Bun­des186. Sie sind, nach An­nah­me die­ses Ge­set­zes durch die Bun­des­ver­samm­lung, in­nert 18 Mo­na­ten zu er­las­sen.

186Aus­druck ge­mä­ss Ziff. III des BG vom 15. Dez. 1989 über die Ge­neh­mi­gung kan­to­na­ler Er­las­se durch den Bund, in Kraft seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 362; BBl 1988 II 1333).

Art. 92 Referendum und Inkrafttreten  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Ju­li 1978187

187BRB vom 24. Mai 1978

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