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Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung

vom 25. Juni 1982 (Stand am 1. Januar 2019)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 34ter Absatz 1 Buchstaben a und e und 34novies der Bundesverfassung1,2 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 2. Juli 19803,

beschliesst:

Erster Titel: Anwendbarkeit des ATSG

Art. 1

1Die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20001 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (ATSG) sind auf die ob­li­ga­to­ri­sche Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung und die In­sol­ven­zent­schä­di­gung an­wend­bar, so­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz nicht aus­drück­lich ei­ne Ab­wei­chung vom ATSG vor­sieht.

2Ar­ti­kel 21 ATSG ist nicht an­wend­bar. Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 ATSG ist nicht an­wend­bar auf den An­spruch auf aus­ste­hen­de Leis­tun­gen.2

3Das ATSG ist, mit Aus­nah­me der Ar­ti­kel 32 und 33, nicht an­wend­bar auf die Ge­wäh­rung von Bei­trä­gen für kol­lek­ti­ve ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men.3


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3475; BBl 2002 803).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Erster Titel a: Zweck

Art. 1a

1Das Ge­setz will den ver­si­cher­ten Per­so­nen einen an­ge­mes­se­nen Er­satz ga­ran­tie­ren für Er­werbs­aus­fäl­le we­gen:

a.
Ar­beits­lo­sig­keit;
b.
Kurz­ar­beit;
c.
schlech­tem Wet­ter;
d.
Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Ar­beit­ge­bers.

2Es will dro­hen­de Ar­beits­lo­sig­keit ver­hü­ten, be­ste­hen­de Ar­beits­lo­sig­keit be­kämp­fen und die ra­sche und dau­er­haf­te Ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt för­dern.2


1 Bis­he­ri­ger Art. 1.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Zweiter Titel: Beiträge

Art. 2 Beitragspflicht

1Für die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (Ver­si­che­rung) ist bei­trags­pflich­tig:

a.1
der Ar­beit­neh­mer (Art. 10 ATSG2), der nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19463 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVG) ver­si­chert und für Ein­kom­men aus un­selbst­stän­di­ger Tä­tig­keit bei­trags­pflich­tig ist;
b.
der Ar­beit­ge­ber (Art. 11 ATSG), der nach Ar­ti­kel 12 AHVG bei­trags­pflich­tig ist.4

2Von der Bei­trags­pflicht aus­ge­nom­men sind:

a.
5
b.6
mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und b des Bun­des­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 19527 über die Fa­mi­li­en­zu­la­gen in der Land­wirt­schaft, die den selbst­stän­di­gen Land­wir­ten gleich­ge­stellt sind;
c.8
Ar­beit­neh­mer ab En­de des Mo­nats, in dem sie das Ren­ten­al­ter nach Ar­ti­kel 21 AHVG er­rei­chen;
d.9
Ar­beit­ge­ber für Lohn­zah­lun­gen an Per­so­nen nach den Buch­sta­ben b und c;
e.10
Ar­beits­lo­se für Ent­schä­di­gun­gen nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 1 und die Ar­beits­lo­sen­kas­sen für den ent­spre­chen­den Ar­beit­ge­be­ran­teil;
f.11
die nach Ar­ti­kel 2 AHVG ver­si­cher­ten Per­so­nen.

1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
2 SR 830.1
3 SR 831.10
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
5 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
7 SR 836.1
8 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
9 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
10 Be­rich­ti­gung des Ver­wei­ses durch die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 33 GVG - AS 1974 1051).
11 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).

Art. 2a Freiwillige Beiträge

Schwei­zer An­ge­stell­te ei­nes in­sti­tu­tio­nel­len Be­güns­tig­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072, die Vor­rech­te, Im­mu­ni­tä­ten und Er­leich­te­run­gen ge­nies­sen, kön­nen Bei­trä­ge be­zah­len, so­fern sie auf Grund ei­nes Ab­kom­mens mit die­sem Be­güns­tig­ten nicht ob­li­ga­to­risch bei der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung ver­si­chert sind.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 13 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).
2 SR 192.12

Art. 3 Beitragsbemessung und Beitragssatz

1Die Bei­trä­ge an die Ver­si­che­rung sind je Ar­beits­ver­hält­nis vom mass­ge­ben­den Lohn im Sin­ne der AHV-Ge­setz­ge­bung zu ent­rich­ten.

2Bis zum mass­ge­ben­den, auf den Mo­nat um­ge­rech­ne­ten Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung be­trägt der Bei­trags­satz 2,2 Pro­zent.2

3Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer tra­gen den Bei­trag je zur Hälf­te. Ar­beit­neh­mer von nicht bei­trags­pflich­ti­gen Ar­beit­ge­bern (Art. 6 AHVG3) zah­len den gan­zen Bei­trag.

4 Bei ei­ner Be­schäf­ti­gungs­dau­er von we­ni­ger als ei­nem Jahr wird der jähr­li­che Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes an­teils­mäs­sig an­ge­rech­net. Der Bun­des­rat be­stimmt den Um­rech­nungs­satz.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
3 SR 831.10

Art. 4


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 4a


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 5 Beitragszahlung

1Der Ar­beit­ge­ber zieht den Bei­trags­an­teil des Ar­beit­neh­mers bei je­der Lohn­zah­lung ab und ent­rich­tet ihn zu­sam­men mit sei­nem ei­ge­nen An­teil der zu­stän­di­gen AHV-Aus­gleichs­kas­se.

2Ar­beit­neh­mer von nicht bei­trags­pflich­ti­gen Ar­beit­ge­bern ent­rich­ten ih­re Bei­trä­ge zu­sam­men mit den AHV-Bei­trä­gen der AHV-Aus­gleichs­kas­se, der sie an­ge­schlos­sen sind.

Art. 6 Anwendbare Vorschriften der AHV-Gesetzgebung

So­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt, gilt für den Be­reich der Bei­trä­ge und der Zu­schlä­ge auf den Bei­trä­gen die AHV-Ge­setz­ge­bung sinn­ge­mä­ss mit ih­ren je­wei­li­gen Ab­wei­chun­gen vom ATSG2.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).
2 SR 830.1

Dritter Titel: Leistungen

Erstes Kapitel: Leistungsarten

Art. 7

1Zur Ver­hü­tung und Be­kämp­fung der Ar­beits­lo­sig­keit leis­tet die Ver­si­che­rung fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge für:

a.
ei­ne ef­fi­zi­en­te Be­ra­tung und Ver­mitt­lung;
b.
ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men für ver­si­cher­te Per­so­nen;
c.
wei­te­re Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz.2

2Die Ver­si­che­rung rich­tet fol­gen­de Leis­tun­gen aus:

a.
Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung;
b.
3
c.
Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung;
d.
Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung;
e.
Ent­schä­di­gung bei Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Ar­beit­ge­bers (In­sol­ven­zent­schä­di­gung).

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Zweites Kapitel: Arbeitslosenentschädigung

1. Abschnitt: Anspruch

Art. 8 Anspruchsvoraussetzungen

1Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung, wenn er:

a.
ganz oder teil­wei­se ar­beits­los ist (Art. 10);
b.
einen an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­fall er­lit­ten hat (Art. 11);
c.
in der Schweiz wohnt (Art. 12);
d.1
die ob­li­ga­to­ri­sche Schul­zeit zu­rück­ge­legt und we­der das Ren­ten­al­ter der AHV er­reicht hat noch ei­ne Al­ters­ren­te der AHV be­zieht;
e.
die Bei­trags­zeit er­füllt hat oder von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit ist (Art. 13 und 14);
f.
ver­mitt­lungs­fä­hig ist (Art. 15) und
g.
die Kon­troll­vor­schrif­ten er­füllt (Art. 17).

2Der Bun­des­rat re­gelt die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für Per­so­nen, die vor der Ar­beits­lo­sig­keit als Heim­ar­beit­neh­mer tä­tig wa­ren. Er darf da­bei von der all­ge­mei­nen Re­ge­lung in die­sem Ka­pi­tel nur so­weit ab­wei­chen, als die Be­son­der­hei­ten der Heim­ar­beit dies ge­bie­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 9 Rahmenfristen

1Für den Leis­tungs­be­zug und für die Bei­trags­zeit gel­ten, so­fern die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, zwei­jäh­ri­ge Rah­men­fris­ten.1

2Die Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug be­ginnt mit dem ers­ten Tag, für den sämt­li­che An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.

3Die Rah­men­frist für die Bei­trags­zeit be­ginnt zwei Jah­re vor die­sem Tag.

4Ist die Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug ab­ge­lau­fen und be­an­sprucht der Ver­si­cher­te wie­der Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung, so gel­ten, so­fern die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, er­neut zwei­jäh­ri­ge Rah­men­fris­ten für den Leis­tungs­be­zug und die Bei­trags­zeit.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 9a Rahmenfristen nach Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ohne Förderung durch die Arbeitslosenversicherung

1Die Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug von Ver­si­cher­ten, die den Wech­sel zu ei­ner selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit oh­ne Be­zug von Leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 71a-71d voll­zo­gen ha­ben, wird um zwei Jah­re ver­län­gert, wenn:

a.
im Zeit­punkt der Auf­nah­me der selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit ei­ne Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug läuft; und
b.
der Ver­si­cher­te im Zeit­punkt der Auf­ga­be der selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit die An­spruchs­vor­aus­set­zung der ge­nü­gen­den Bei­trags­zeit we­gen Aus­übung der selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit nicht er­füllt.

2Die Rah­men­frist für die Bei­trags­zeit von Ver­si­cher­ten, die den Wech­sel zu ei­ner selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit oh­ne Be­zug von Leis­tun­gen voll­zo­gen ha­ben, wird um die Dau­er der selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit, höchs­tens je­doch um zwei Jah­re ver­län­gert.

3Die Tag­gel­der dür­fen ins­ge­samt die Höchst­zahl nach Ar­ti­kel 27 nicht über­stei­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 9b Rahmenfristen im Falle von Erziehungszeiten

1Die Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug von Ver­si­cher­ten, die sich der Er­zie­hung ih­rer Kin­der ge­wid­met ha­ben, wird um zwei Jah­re ver­län­gert, so­fern:

a.
zu Be­ginn der ei­nem Kind un­ter zehn Jah­ren ge­wid­me­ten Er­zie­hung ei­ne Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug läuft; und
b.
im Zeit­punkt der Wie­der­an­mel­dung die An­spruchs­vor­aus­set­zung der ge­nü­gen­den Bei­trags­zeit nicht er­füllt ist.

2Die Rah­men­frist für die Bei­trags­zeit von Ver­si­cher­ten, die sich der Er­zie­hung ih­rer Kin­der ge­wid­met ha­ben, be­trägt vier Jah­re, so­fern zu Be­ginn der ei­nem Kind un­ter zehn Jah­ren ge­wid­me­ten Er­zie­hung kei­ne Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug lief.

3Durch je­de wei­te­re Nie­der­kunft wird die Rah­men­frist nach Ab­satz 2 um je­weils höchs­tens zwei Jah­re ver­län­gert.

4Die Ab­sät­ze 1-3 sind für die glei­che Er­zie­hungs­zeit nur auf einen El­tern­teil und nur für ein Kind an­wend­bar.

5Die Tag­gel­der dür­fen ins­ge­samt die Höchst­zahl nach Ar­ti­kel 27 nicht über­stei­gen.

6Der Bun­des­rat be­stimmt die Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen die Ver­län­ge­rung der Rah­men­fris­ten nach den Ab­sät­zen 1 und 2 auch im Fal­le der Un­ter­brin­gung von Kin­dern zur Ad­op­ti­on an­wend­bar ist.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 10 Arbeitslosigkeit

1Als ganz ar­beits­los gilt, wer in kei­nem Ar­beits­ver­hält­nis steht und ei­ne Voll­zeit­be­schäf­ti­gung sucht.

2Als teil­wei­se ar­beits­los gilt, wer:

a.
in kei­nem Ar­beits­ver­hält­nis steht und le­dig­lich ei­ne Teil­zeit­be­schäf­ti­gung sucht oder
b.
ei­ne Teil­zeit­be­schäf­ti­gung hat und ei­ne Voll­zeit- oder ei­ne wei­te­re Teil­zeit­be­schäf­ti­gung sucht.

2bisNicht als teil­wei­se ar­beits­los gilt ein Ar­beit­neh­mer, des­sen nor­ma­le Ar­beits­zeit vor­über­ge­hend ver­kürzt wur­de (Kurz­ar­beit).1

3Der Ar­beit­su­chen­de gilt erst dann als ganz oder teil­wei­se ar­beits­los, wenn er sich beim Ar­beitsamt sei­nes Wohn­orts zur Ar­beits­ver­mitt­lung ge­mel­det hat.

4Der Ar­beits­lo­sig­keit gleich­ge­stellt wird die vor­läu­fi­ge Ein­stel­lung in ei­nem öf­fent­lich-recht­li­chen Dienst­ver­hält­nis, wenn ge­gen des­sen Auf­lö­sung durch den Ar­beit­ge­ber ei­ne Be­schwer­de mit auf­schie­ben­der Wir­kung hän­gig ist.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 11 Anrechenbarer Arbeitsausfall

1Der Ar­beits­aus­fall ist an­re­chen­bar, wenn er einen Ver­dienst­aus­fall zur Fol­ge hat und min­des­tens zwei auf­ein­an­der fol­gen­de vol­le Ar­beits­ta­ge dau­ert.

21

3Nicht an­re­chen­bar ist ein Ar­beits­aus­fall, für den dem Ar­beits­lo­sen Lohn­an­sprü­che oder we­gen vor­zei­ti­ger Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che zu­ste­hen.

4Die ver­si­cher­te Per­son hat An­spruch auf un­ge­kürz­te An­re­chen­bar­keit des Ar­beits­aus­falls, auch wenn sie ei­ne Ent­schä­di­gung für nicht be­zo­ge­ne Mehr­stun­den er­hal­ten hat, wenn sie bei Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­ver­hält­nis­ses ei­ne Fe­rienent­schä­di­gung be­zo­gen hat oder wenn ei­ne Fe­rienent­schä­di­gung im Lohn ein­ge­schlos­sen war. Der Bun­des­rat kann für Son­der­fäl­le ei­ne ab­wei­chen­de Re­ge­lung er­las­sen.2

5Der Bun­des­rat be­stimmt, wie der Ar­beits­aus­fall bei der vor­läu­fi­gen Ein­stel­lung in ei­nem öf­fent­lich-recht­li­chen Dienst­ver­hält­nis (Art. 10 Abs. 4) an­ge­rech­net wird.


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 11a Freiwillige Leistungen des Arbeitgebers bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses

1Der Ar­beits­aus­fall gilt so lan­ge nicht als an­re­chen­bar, als frei­wil­li­ge Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers den durch die Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ent­ste­hen­den Ver­dienst­aus­fall de­cken.

2Frei­wil­li­ge Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers wer­den nur be­rück­sich­tigt, so­weit sie den Höchst­be­trag nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 über­stei­gen.

3Der Bun­des­rat re­gelt die Aus­nah­men, wenn frei­wil­li­ge Leis­tun­gen in die be­ruf­li­che Vor­sor­ge flies­sen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 12 In der Schweiz wohnende Ausländer

In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 13 ATSG2 gel­ten Aus­län­der oh­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung als in der Schweiz woh­nend, so­lan­ge sie sich auf Grund ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung zur Er­werbs­tä­tig­keit oder ei­ner Sai­son­be­wil­li­gung tat­säch­lich in der Schweiz auf­hal­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1

Art. 13 Beitragszeit

1Die Bei­trags­zeit hat er­füllt, wer in­ner­halb der da­für vor­ge­se­he­nen Rah­men­frist (Art. 9 Abs. 3) wäh­rend min­des­tens zwölf Mo­na­ten ei­ne bei­trags­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung aus­ge­übt hat.1

2An­ge­rech­net wer­den auch:

a.
Zei­ten, in de­nen der Ver­si­cher­te als Ar­beit­neh­mer tä­tig ist, be­vor er das Al­ter er­reicht, von dem an er AHV-Bei­trä­ge be­zah­len muss;
b.2
schwei­ze­ri­scher Mi­li­tär-, Zi­vil- und Schutz­dienst, fer­ner ob­li­ga­to­ri­sche Haus­wirt­schafts­kur­se, die ganz­tä­gig und un­un­ter­bro­chen wäh­rend min­des­tens zwei Wo­chen ge­führt wer­den;
c.3
Zei­ten, in de­nen der Ver­si­cher­te zwar in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis steht, aber we­gen Krank­heit (Art. 3 ATSG4) oder Un­falls (Art. 4 ATSG) kei­nen Lohn er­hält und da­her kei­ne Bei­trä­ge be­zahlt;
d.5
Ar­beits­un­ter­brü­che we­gen Mut­ter­schaft (Art. 5 ATSG), so­weit sie durch Ar­beit­neh­mer­schutz­be­stim­mun­gen vor­ge­schrie­ben oder ge­samt­ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bart sind.

2bis-2ter6

3Um den un­ge­recht­fer­tig­ten gleich­zei­ti­gen Be­zug von Al­ters­leis­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge und von Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung zu ver­hin­dern, kann der Bun­des­rat die An­rech­nung von Bei­trags­zei­ten für die­je­ni­gen Per­so­nen ab­wei­chend re­geln, die vor Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 AHVG7 pen­sio­niert wur­den, je­doch wei­ter­hin als Ar­beit­neh­mer tä­tig sein wol­len.8

4Für Ver­si­cher­te, die im An­schluss an ei­ne Tä­tig­keit in ei­nem Be­ruf ar­beits­los wer­den, in dem häu­fig wech­seln­de oder be­fris­te­te An­stel­lun­gen üb­lich sind, kann der Bun­des­rat die Be­rech­nung und die Dau­er der Bei­trags­zeit un­ter Be­rück­sich­ti­gung der be­son­de­ren Ge­ge­ben­hei­ten re­geln.9

5Die Ein­zel­hei­ten re­gelt die Ver­ord­nung.10


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 11 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 4277, 2017 2297; BBl 2014 6955).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
4 SR 830.1
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
7 SR 831.10
8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 14 Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit

1Von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind Per­so­nen, die in­ner­halb der Rah­men­frist (Art. 9 Abs. 3) wäh­rend ins­ge­samt mehr als zwölf Mo­na­ten nicht in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis stan­den und die Bei­trags­zeit nicht er­fül­len konn­ten we­gen:

a.1
ei­ner Schul­aus­bil­dung, ei­ner Um­schu­lung, ei­ner Aus- und Wei­ter­bil­dung, so­fern sie wäh­rend min­des­tens zehn Jah­ren in der Schweiz Wohn­sitz hat­ten;
b.
Krank­heit (Art. 3 ATSG2), Un­fall (Art. 4 ATSG) oder Mut­ter­schaft (Art. 5 ATSG), so­fern sie wäh­rend die­ser Zeit Wohn­sitz in der Schweiz hat­ten;
c.
ei­nes Auf­ent­hal­tes in ei­ner schwei­ze­ri­schen Haft- oder Ar­beits­er­zie­hungs­an­stalt oder in ei­ner ähn­li­chen schwei­ze­ri­schen Ein­rich­tung.3

2Eben­falls von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind Per­so­nen, die we­gen Tren­nung oder Schei­dung der Ehe, we­gen In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG) oder To­des des Ehe­gat­ten oder aus ähn­li­chen Grün­den oder we­gen Weg­falls ei­ner In­va­li­den­ren­te ge­zwun­gen sind, ei­ne un­selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf­zu­neh­men oder zu er­wei­tern.4 Die­se Re­gel gilt nur dann, wenn das be­tref­fen­de Er­eig­nis nicht mehr als ein Jahr zu­rück­liegt und die be­trof­fe­ne Per­son beim Ein­tritt die­ses Er­eig­nis­ses ih­ren Wohn­sitz in der Schweiz hat­te.5

3Schwei­zer, die nach ei­nem Aus­land­auf­ent­halt von über ei­nem Jahr in ei­nem Staat, der so­wohl aus­ser­halb der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft als auch der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on (EFTA) liegt, in die Schweiz zu­rück­keh­ren, sind wäh­rend ei­nes Jah­res von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit, so­fern sie sich über ei­ne ent­spre­chen­de Be­schäf­ti­gung als Ar­beit­neh­mer im Aus­land aus­wei­sen kön­nen und wäh­rend min­des­tens sechs Mo­na­ten in der Schweiz ei­ne bei­trags­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung aus­ge­übt ha­ben.6 Un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen sind An­ge­hö­ri­ge von Staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und der EFTA, de­ren Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung nicht er­lo­schen ist, von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit. Der Bun­des­rat be­stimmt zu­dem, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Aus­län­der, die nicht An­ge­hö­ri­ge ei­nes Staa­tes der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft oder der EFTA sind, und de­ren Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung nicht er­lo­schen ist, nach ei­nem Aus­land­auf­ent­halt von über ei­nem Jahr von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind.7

48

5-5bis9


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 40 des BG vom 20. Ju­ni 2014 über die Wei­ter­bil­dung, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 689; BBl 2013 3729).
2 SR 830.1
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3472; BBl 2002 803).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3472; BBl 2002 803).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 12 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 701; BBl 1999 6128).
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 16. Dez. 2016 (Steue­rung der Zu­wan­de­rung und Voll­zugs­ver­bes­se­run­gen bei den Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men), in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 733; BBl 2016 3007).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 11 des BG vom 14. Dez. 2001 be­tref­fend die Be­stim­mun­gen über die Per­so­nen­frei­zü­gig­keit im Abk. zur Änd. des Über­eink. zur Er­rich­tung der EFTA, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 685; BBl 2001 4963).
8 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 15 Vermittlungsfähigkeit

1Der Ar­beits­lo­se ist ver­mitt­lungs­fä­hig, wenn er be­reit, in der La­ge und be­rech­tigt ist, ei­ne zu­mut­ba­re Ar­beit an­zu­neh­men und an Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men teil­zu­neh­men.1

2Der kör­per­lich oder geis­tig Be­hin­der­te gilt als ver­mitt­lungs­fä­hig, wenn ihm bei aus­ge­gli­che­ner Ar­beits­markt­la­ge, un­ter Be­rück­sich­ti­gung sei­ner Be­hin­de­rung, auf dem Ar­beits­markt ei­ne zu­mut­ba­re Ar­beit ver­mit­telt wer­den könn­te. Der Bun­des­rat re­gelt die Ko­or­di­na­ti­on mit der In­va­li­den­ver­si­che­rung.

3Be­ste­hen er­heb­li­che Zwei­fel an der Ar­beits­fä­hig­keit ei­nes Ar­beits­lo­sen, so kann die kan­to­na­le Amts­stel­le ei­ne ver­trau­en­s­ärzt­li­che Un­ter­su­chung auf Kos­ten der Ver­si­che­rung an­ord­nen.

4Der Ver­si­cher­te, der mit der Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Amts­stel­le ei­ne frei­wil­li­ge Tä­tig­keit im Rah­men von Pro­jek­ten für Ar­beits­lo­se aus­übt, gilt als ver­mitt­lungs­fä­hig.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 16 Zumutbare Arbeit

1Der Ver­si­cher­te muss zur Scha­dens­min­de­rung grund­sätz­lich je­de Ar­beit un­ver­züg­lich an­neh­men.

2Un­zu­mut­bar und so­mit von der An­nah­me­pflicht aus­ge­nom­men ist ei­ne Ar­beit, die:

a.
den be­rufs- und orts­üb­li­chen, ins­be­son­de­re den ge­samt- oder nor­ma­l­ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen nicht ent­spricht;
b.
nicht an­ge­mes­sen auf die Fä­hig­kei­ten oder auf die bis­he­ri­ge Tä­tig­keit des Ver­si­cher­ten Rück­sicht nimmt;
c.
dem Al­ter, den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen oder dem Ge­sund­heits­zu­stand des Ver­si­cher­ten nicht an­ge­mes­sen ist;
d.
die Wie­der­be­schäf­ti­gung des Ver­si­cher­ten in sei­nem Be­ruf we­sent­lich er­schwert, falls dar­auf in ab­seh­ba­rer Zeit über­haupt Aus­sicht be­steht;
e.
in ei­nem Be­trieb aus­zu­füh­ren ist, in dem we­gen ei­ner kol­lek­ti­ven Ar­beitss­trei­tig­keit nicht nor­mal ge­ar­bei­tet wird;
f.
einen Ar­beits­weg von mehr als zwei Stun­den je für den Hin- und Rück­weg not­wen­dig macht und bei wel­cher für den Ver­si­cher­ten am Ar­beit­s­ort kei­ne an­ge­mes­se­ne Un­ter­kunft vor­han­den ist oder er bei Vor­han­den­sein ei­ner ent­spre­chen­den Un­ter­kunft sei­ne Be­treu­ungs­pflicht ge­gen­über den An­ge­hö­ri­gen nicht oh­ne grös­se­re Schwie­rig­kei­ten er­fül­len kann;
g.
ei­ne stän­di­ge Ab­rufs­be­reit­schaft des Ar­beit­neh­mers über den Um­fang der ga­ran­tier­ten Be­schäf­ti­gung hin­aus er­for­dert;
h.
in ei­nem Be­trieb aus­zu­füh­ren ist, der Ent­las­sun­gen zum Zwe­cke vor­ge­nom­men hat, Neu- oder Wie­der­ein­stel­lun­gen zu we­sent­lich schlech­teren Ar­beits­be­din­gun­gen vor­zu­neh­men; oder
i.
dem Ver­si­cher­ten einen Lohn ein­bringt, der ge­rin­ger ist als 70 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes, es sei denn, der Ver­si­cher­te er­hal­te Kom­pen­sa­ti­ons­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 24 (Zwi­schen­ver­dienst); mit Zu­stim­mung der tri­par­ti­ten Kom­mis­si­on kann das re­gio­na­le Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­trum in Aus­nah­me­fäl­len auch ei­ne Ar­beit für zu­mut­bar er­klä­ren, de­ren Ent­löh­nung we­ni­ger als 70 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes be­trägt.

3Ist der Ver­si­cher­te ver­min­dert leis­tungs­fä­hig, so ist Ab­satz 2 Buch­sta­be a nicht an­wend­bar. Von der An­nah­me­pflicht aus­ge­nom­men ist ei­ne Tä­tig­keit, bei wel­cher die Ent­löh­nung ge­rin­ger ist, als sie auf­grund der ver­min­der­ten Leis­tungs­fä­hig­keit sein müss­te.

3bisAb­satz 2 Buch­sta­be b gilt nicht für Per­so­nen bis zum zu­rück­ge­leg­ten 30. Al­ters­jahr.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 17 Pflichten des Versicherten und Kontrollvorschriften

1Der Ver­si­cher­te, der Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen be­an­spru­chen will, muss mit Un­ter­stüt­zung des zu­stän­di­gen Ar­beitsam­tes al­les Zu­mut­ba­re un­ter­neh­men, um Ar­beits­lo­sig­keit zu ver­mei­den oder zu ver­kür­zen. Ins­be­son­de­re ist er ver­pflich­tet, Ar­beit zu su­chen, nö­ti­gen­falls auch aus­ser­halb sei­nes bis­he­ri­gen Be­ru­fes. Er muss sei­ne Be­mü­hun­gen nach­wei­sen kön­nen.

2Der Ver­si­cher­te muss sich mög­lichst früh­zei­tig, spä­tes­tens je­doch am ers­ten Tag, für den er Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung be­an­sprucht, per­sön­lich bei sei­ner Wohn­ge­mein­de oder der vom Kan­ton be­stimm­ten zu­stän­di­gen Amts­stel­le zur Ar­beits­ver­mitt­lung mel­den und von da an die Kon­troll­vor­schrif­ten des Bun­des­ra­tes be­fol­gen.2

3Der Ver­si­cher­te muss ei­ne ver­mit­tel­te zu­mut­ba­re Ar­beit an­neh­men. Er hat auf Wei­sung der zu­stän­di­gen Amts­stel­le:

a.3
an ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men teil­zu­neh­men, die sei­ne Ver­mitt­lungs­fä­hig­keit för­dern;
b.4
an Be­ra­tungs­ge­sprä­chen und In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen so­wie an Fach­be­ra­tungs­ge­sprä­chen nach Ab­satz 5 teil­zu­neh­men; und
c.
die Un­ter­la­gen für die Be­ur­tei­lung sei­ner Ver­mitt­lungs­fä­hig­keit oder der Zu­mut­bar­keit ei­ner Ar­beit zu lie­fern.

4Der Bun­des­rat kann äl­te­re ver­si­cher­te Lang­zeit­ar­beits­lo­se teil­wei­se von den Ver­si­cher­ten­pflich­ten ent­bin­den.

5Das Ar­beitsamt kann in Ein­zel­fäl­len ei­ne ver­si­cher­te Per­son ei­ner ge­eig­ne­ten öf­fent­li­chen oder ge­mein­nüt­zi­gen Ein­rich­tung zur be­ruf­li­chen, so­zia­len, mi­gra­ti­onss­pe­zi­fi­schen oder psy­cho­lo­gi­schen Fach­be­ra­tung zu­wei­sen, so­fern sich die­se Mass­nah­me auf­grund er­folg­ter Ab­klä­run­gen als sinn­voll er­weist. Die­se Ein­rich­tun­gen er­hal­ten da­für ei­ne von der Aus­gleichs­stel­le fest­zu­le­gen­de Ent­schä­di­gung.5


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

2. Abschnitt: Entschädigung

Art. 18 Wartezeiten

1Der An­spruch be­ginnt nach ei­ner War­te­zeit von fünf Ta­gen kon­trol­lier­ter Ar­beits­lo­sig­keit. Für Per­so­nen oh­ne Un­ter­halts­pflich­ten ge­gen­über Kin­dern un­ter 25 Jah­ren be­trägt die War­te­zeit:

a.
10 Ta­ge bei ei­nem ver­si­cher­ten Ver­dienst zwi­schen 60 001.- und 90 000.- Fran­ken;
b.
15 Ta­ge bei ei­nem ver­si­cher­ten Ver­dienst zwi­schen 90 001.- und 125 000.- Fran­ken;
c.
20 Ta­ge bei ei­nem ver­si­cher­ten Ver­dienst über 125 000.- Fran­ken.2

1bisDer Bun­des­rat nimmt zur Ver­mei­dung von Här­te­fäl­len be­stimm­te Ver­si­cher­ten­grup­pen von der War­te­zeit aus.3

2Per­so­nen, die von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind (Art. 14), ha­ben vor dem erst­ma­li­gen Be­zug in der Rah­men­frist wäh­rend ei­ner vom Bun­des­rat fest­ge­setz­ten be­son­de­ren War­te­zeit von längs­tens zwölf Mo­na­ten kei­nen An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung. Die­se War­te­zeit ist zu­sätz­lich zur all­ge­mei­nen War­te­zeit nach Ab­satz 1 zu be­ste­hen.4

3Wird der Ver­si­cher­te ar­beits­los im An­schluss an ei­ne Sai­son­tä­tig­keit oder an ei­ne Tä­tig­keit in ei­nem Be­ruf, in dem häu­fig wech­seln­de oder be­fris­te­te An­stel­lun­gen üb­lich sind, so wird der Ar­beits­aus­fall wäh­rend ei­ner vom Bun­des­rat be­stimm­ten War­te­zeit nicht an­ge­rech­net.5

46

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1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994 über Sa­nie­rungs­mass­nah­men in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (AS 1994 3098; BBl 1994 V 581). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 12 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (AS 2002 701; BBl 1999 6128). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 18a Kontrollperiode

Der Bun­des­rat legt die Kon­troll­pe­ri­ode fest.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 18b Heimarbeitnehmer

Der Bun­des­rat re­gelt, wie der Ent­schä­di­gungs­an­spruch für Per­so­nen be­stimmt wird, die vor der Ar­beits­lo­sig­keit als Heim­ar­beit­neh­mer tä­tig wa­ren. Er darf da­bei von der all­ge­mei­nen Re­ge­lung in die­sem Ka­pi­tel nur so weit ab­wei­chen, als die Be­son­der­hei­ten der Heim­ar­beit dies ge­bie­ten.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 18c Altersleistungen

1Al­ters­leis­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge wer­den von der Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung ab­ge­zo­gen.

2Ab­satz 1 gilt auch für Per­so­nen, die ei­ne Al­ters­ren­te ei­ner aus­län­di­schen ob­li­ga­to­ri­schen oder frei­wil­li­gen Al­ters­ver­si­che­rung be­zie­hen, un­ab­hän­gig da­von, ob es sich um ei­ne or­dent­li­che Al­ters­leis­tung oder um ei­ne Vor­ru­he­stands­leis­tung han­delt.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 19


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 20 Geltendmachung des Anspruchs

1Der Ar­beits­lo­se macht sei­nen Ent­schä­di­gungs­an­spruch bei ei­ner Kas­se gel­tend, die er frei wäh­len kann. In­ner­halb der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug (Art. 9 Abs. 2) ist ein Kas­sen­wech­sel nicht zu­läs­sig. Der Bun­des­rat be­stimmt die Aus­nah­men.

2Der Ar­beits­lo­se muss der Kas­se ei­ne Ar­beits­be­schei­ni­gung sei­nes bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­bers vor­le­gen. Die­ser stellt sie ihm beim Aus­schei­den aus sei­nen Diens­ten aus. Wird der Ver­si­cher­te erst spä­ter ar­beits­los, so hat ihm der Ar­beit­ge­ber die Be­schei­ni­gung auf Auf­for­de­rung in­nert ei­ner Wo­che zu­zu­stel­len.

3Der An­spruch er­lischt, wenn er nicht in­nert drei­er Mo­na­te nach dem En­de der Kon­troll­pe­ri­ode, auf die er sich be­zieht, gel­tend ge­macht wird. Un­zu­stell­ba­re Ent­schä­di­gun­gen ver­fal­len drei Jah­re nach dem En­de der Kon­troll­pe­ri­ode.

41


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 21 Form der Arbeitslosenentschädigung

Die Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung wird als Tag­geld aus­ge­rich­tet. Für ei­ne Wo­che wer­den fünf Tag­gel­der aus­be­zahlt.

Art. 22 Höhe des Taggeldes

1Ein vol­les Tag­geld be­trägt 80 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes. Der Ver­si­cher­te er­hält zu­dem einen Zu­schlag, der den auf den Tag um­ge­rech­ne­ten ge­setz­li­chen Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen ent­spricht, auf die er An­spruch hät­te, wenn er in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis stän­de. Die­ser Zu­schlag wird nur aus­be­zahlt, so­weit:

a.
die Kin­der­zu­la­gen dem Ver­si­cher­ten wäh­rend der Ar­beits­lo­sig­keit nicht aus­ge­rich­tet wer­den; und
b.
für das­sel­be Kind kein An­spruch ei­ner er­werbs­tä­ti­gen Per­son be­steht.1

2Ein Tag­geld in der Hö­he von 70 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes er­hal­ten Ver­si­cher­te, die:2

a.3
kei­ne Un­ter­halts­pflicht ge­gen­über Kin­dern un­ter 25 Jah­ren ha­ben;
b.4
ein vol­les Tag­geld er­rei­chen, das mehr als 140 Fran­ken be­trägt; und
c.5
kei­ne In­va­li­den­ren­te be­zie­hen, die ei­nem In­va­li­di­täts­grad von min­des­tens 40 Pro­zent ent­spricht.

3 Der Bun­des­rat passt den Min­dest­an­satz nach Ab­satz 2 Buch­sta­be b in der Re­gel al­le zwei Jah­re auf Be­ginn des Ka­len­der­jah­res nach den Grund­sät­zen der AHV an.6

4 und 57


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Fa­mi­li­en­zu­la­gen­ge­set­zes vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 131; BBl 1999 3220, 2000 4784, 2004 6887 6941).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 22a Beiträge an die Sozialversicherungen

1Die Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung gilt als mass­ge­ben­der Lohn im Sin­ne des AHVG2.3

2Die Kas­se zieht den Bei­trags­an­teil des Ar­beit­neh­mers an die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung, die In­va­li­den­ver­si­che­rung und die Er­w­erb­ser­satz­ord­nung von der Ent­schä­di­gung ab und ent­rich­tet ihn zu­sam­men mit dem von ihr zu über­neh­men­den Ar­beit­ge­be­ran­teil der zu­stän­di­gen AHV-Aus­gleichs­kas­se.4 Der Bun­des­rat kann das Ver­fah­ren ab­wei­chend von den Be­stim­mun­gen des AHVG re­geln.

3Eben­so zieht die Kas­se zur Si­che­rung des Vor­sor­ge­schut­zes bei Tod und In­va­li­di­tät des Ver­si­cher­ten den Bei­trags­an­teil der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge von der Ent­schä­di­gung ab und ent­rich­tet ihn zu­sam­men mit dem von ihr zu über­neh­men­den Ar­beit­ge­be­ran­teil der Auf­fan­gein­rich­tung der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge. Der Bun­des­rat be­stimmt die Bei­trags­hö­he un­ter Be­rück­sich­ti­gung ver­si­che­rungs­tech­ni­scher Grund­sät­ze so­wie das Ver­fah­ren.5

4Fer­ner zieht die Kas­se höchs­tens zwei Drit­tel der Prä­mie für die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le von der Ent­schä­di­gung ab und ent­rich­tet sie zu­sam­men mit dem von ihr zu über­neh­men­den Drit­tel der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt.6 Für Ein­stell- und War­te­ta­ge wer­den kei­ne Prä­mi­en er­ho­ben. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten und das Ver­fah­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 SR 831.10
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
5 Die­ser Abs. tritt erst am 1. Ju­li 1997 in Kraft (sie­he AS 1997 60 Ziff. II 1).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 23 Versicherter Verdienst

1Als ver­si­cher­ter Ver­dienst gilt der im Sin­ne der AHV-Ge­setz­ge­bung mass­ge­ben­de Lohn, der wäh­rend ei­nes Be­mes­sungs­zeit­rau­mes aus ei­nem oder meh­re­ren Ar­beits­ver­hält­nis­sen nor­ma­ler­wei­se er­zielt wur­de; ein­ge­schlos­sen sind die ver­trag­lich ver­ein­bar­ten re­gel­mäs­si­gen Zu­la­gen, so­weit sie nicht Ent­schä­di­gung für ar­beits­be­ding­te In­kon­ve­ni­en­zen dar­stel­len. Der Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes (Art. 18 ATSG1) ent­spricht demje­ni­gen der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung.2 Der Ver­dienst gilt nicht als ver­si­chert, wenn er ei­ne Min­dest­gren­ze nicht er­reicht. Der Bun­des­rat be­stimmt den Be­mes­sungs­zeit­raum und die Min­dest­gren­ze.3

2Für Ver­si­cher­te, die im An­schluss an ei­ne Be­rufs­leh­re Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung be­zie­hen, so­wie für Per­so­nen, die von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind, setzt der Bun­des­rat Pau­scha­l­an­sät­ze als ver­si­cher­ten Ver­dienst fest. Er be­rück­sich­tigt da­bei ins­be­son­de­re das Al­ter, den Aus­bil­dungs­stand so­wie die Um­stän­de, die zur Be­frei­ung von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit ge­führt ha­ben (Art. 14).4

2bisHa­ben Per­so­nen, die von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind, in­ner­halb der Rah­men­frist für die Bei­trags­zeit wäh­rend min­des­tens zwölf Mo­na­ten ei­ne bei­trags­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung aus­ge­übt, so be­stimmt sich der ver­si­cher­te Ver­dienst auf Grund des er­ziel­ten Loh­nes und des um den Be­schäf­ti­gungs­grad ge­kürz­ten Pau­scha­l­an­sat­zes.5

3Nicht ver­si­chert ist ein Ne­ben­ver­dienst. Als sol­cher gilt je­der Ver­dienst, den ein Ver­si­cher­ter aus­ser­halb sei­ner nor­ma­len Ar­beits­zeit als Ar­beit­neh­mer oder aus­ser­halb des or­dent­li­chen Rah­mens sei­ner selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit er­zielt.

3bisNicht ver­si­chert ist auch ein Ver­dienst, den ei­ne Per­son durch Teil­nah­me an ei­ner von der öf­fent­li­chen Hand fi­nan­zier­ten ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­me er­zielt. Aus­ge­nom­men sind Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 65 und 66a.6

47

58


1 SR 830.1
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
8 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 24 Anrechnung von Zwischenverdienst

1Als Zwi­schen­ver­dienst gilt je­des Ein­kom­men aus un­selbst­stän­di­ger oder selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit, das der Ar­beits­lo­se in­ner­halb ei­ner Kon­troll­pe­ri­ode er­zielt. Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf Er­satz des Ver­dienst­aus­falls. Der an­zu­wen­den­de Ent­schä­di­gungs­satz be­stimmt sich nach Ar­ti­kel 22. Der Bun­des­rat re­gelt, wie das Ein­kom­men aus selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit er­mit­telt wird.2

23

3Als Ver­dienst­aus­fall gilt die Dif­fe­renz zwi­schen dem in der Kon­troll­pe­ri­ode er­ziel­ten Zwi­schen­ver­dienst, min­des­tens aber dem be­rufs- und orts­üb­li­chen An­satz für die be­tref­fen­de Ar­beit, und dem ver­si­cher­ten Ver­dienst. Ein Ne­ben­ver­dienst (Art. 23 Abs. 3) bleibt un­be­rück­sich­tigt.

3bisFür Ar­beits­ver­hält­nis­se, die in­ner­halb ei­nes Jah­res zwi­schen den glei­chen Par­tei­en wie­der auf­ge­nom­men oder im Rah­men ei­ner Än­de­rungs­kün­di­gung fort­ge­setzt wer­den, be­stimmt der Bun­des­rat die An­re­chen­bar­keit des Zwi­schen­ver­diens­tes.4

4Der An­spruch auf Er­satz des Ver­dienst­aus­falls be­steht längs­tens wäh­rend der ers­ten zwölf Mo­na­te ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nach Ab­satz 1; bei Ver­si­cher­ten mit Un­ter­halts­pflicht ge­gen­über Kin­dern un­ter 25 Jah­ren so­wie bei Ver­si­cher­ten, die über 45 Jah­re alt sind, be­steht er längs­tens bis zum En­de der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug.5

5Nimmt der Ver­si­cher­te zur Ver­mei­dung von Ar­beits­lo­sig­keit für we­nigs­tens ei­ne gan­ze Kon­troll­pe­ri­ode ei­ne Voll­zeit­be­schäf­ti­gung an, de­ren Ent­löh­nung ge­rin­ger ist als die ihm zu­ste­hen­de Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung, so ist Ar­ti­kel 11 Ab­satz 1 wäh­rend den in Ab­satz 4 ge­nann­ten Fris­ten nicht an­wend­bar.6


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 25


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 26 Entschädigung bei Militär-, Zivil- und Schutzdienst

Leis­tet ein Ar­beits­lo­ser schwei­ze­ri­schen Mi­li­tär­dienst, aus­ge­nom­men die Re­kru­ten­schu­le und Be­för­de­rungs­diens­te, oder schwei­ze­ri­schen Zi­vil­dienst von nicht mehr als 30 Ta­gen oder Schutz­dienst und ist sei­ne Er­werbs­aus­fall­ent­schä­di­gung ge­rin­ger als die Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung, die er oh­ne die Dienst­leis­tung be­zie­hen könn­te, so zahlt ihm die Ver­si­che­rung die Dif­fe­renz, so­lan­ge er nicht al­le Tag­gel­der, die er nach Ar­ti­kel 27 be­an­spru­chen kann, be­zo­gen hat.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Zi­vil­dienst­ge­set­zes vom 6. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Okt. 1996 (AS 1996 1445; BBl 1994 III 1609).

Art. 27 Höchstzahl der Taggelder

1In­ner­halb der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug (Art. 9 Abs. 2) be­stimmt sich die Höchst­zahl der Tag­gel­der nach dem Al­ter der Ver­si­cher­ten so­wie nach der Bei­trags­zeit (Art. 9 Abs. 3).

2Die ver­si­cher­te Per­son hat An­spruch auf:

a.
höchs­tens 260 Tag­gel­der, wenn sie ei­ne Bei­trags­zeit von ins­ge­samt 12 Mo­na­ten nach­wei­sen kann;
b.
höchs­tens 400 Tag­gel­der, wenn sie ei­ne Bei­trags­zeit von ins­ge­samt 18 Mo­na­ten nach­wei­sen kann;
c.
höchs­tens 520 Tag­gel­der, wenn sie ei­ne Bei­trags­zeit von min­des­tens 22 Mo­na­ten nach­wei­sen kann und:2
1.
das 55. Al­ters­jahr zu­rück­ge­legt hat, oder
2.
ei­ne In­va­li­den­ren­te be­zieht, die ei­nem In­va­li­di­täts­grad von min­des­tens 40 Pro­zent ent­spricht.3

3Der Bun­des­rat kann für Ver­si­cher­te, die in­ner­halb der letz­ten vier Jah­re vor Er­rei­chen des AHV-Ren­ten­al­ters ar­beits­los ge­wor­den sind und de­ren Ver­mitt­lung all­ge­mein oder aus Grün­den des Ar­beits­mark­tes un­mög­lich oder stark er­schwert ist, den An­spruch um höchs­tens 120 Tag­gel­der er­hö­hen und die Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug um längs­tens zwei Jah­re ver­län­gern.

4An­spruch auf höchs­tens 90 Tag­gel­der ha­ben Per­so­nen, die von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind.4

55

5bisAn­spruch auf höchs­tens 200 Tag­gel­der ha­ben Per­so­nen bis zum zu­rück­ge­leg­ten 25. Al­ters­jahr oh­ne Un­ter­halts­pflich­ten ge­gen­über Kin­dern.6


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. Sept. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2012 495; BBl 2011 7259 7267).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 28 Taggeld bei vorübergehend fehlender oder verminderter Arbeitsfähigkeit

1Ver­si­cher­te, die we­gen Krank­heit (Art. 3 ATSG1), Un­fall (Art. 4 ATSG) oder Schwan­ger­schaft vor­über­ge­hend nicht oder nur ver­min­dert ar­beits- und ver­mitt­lungs­fä­hig sind und des­halb die Kon­troll­vor­schrif­ten nicht er­fül­len kön­nen, ha­ben, so­fern sie die üb­ri­gen An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen er­fül­len, An­spruch auf das vol­le Tag­geld. Die­ser dau­ert längs­tens bis zum 30. Tag nach Be­ginn der gan­zen oder teil­wei­sen Ar­beits­un­fä­hig­keit und ist in­ner­halb der Rah­men­frist auf 44 Tag­gel­der be­schränkt.2

1bis3

2Tag­gel­der der Kran­ken- oder Un­fall­ver­si­che­rung, die Er­w­erb­ser­satz dar­stel­len, wer­den von der Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung ab­ge­zo­gen.4

3Der Bun­des­rat be­stimmt die Ein­zel­hei­ten. Er re­gelt ins­be­son­de­re die Frist für die Gel­tend­ma­chung des An­spruchs und die Fol­gen ei­ner ver­spä­te­ten Gel­tend­ma­chung.

4Ar­beits­lo­se, die ih­ren An­spruch nach Ab­satz 1 aus­ge­schöpft ha­ben, wei­ter­hin vor­über­ge­hend ver­min­dert ar­beits­fä­hig sind und Leis­tun­gen ei­ner Tag­geld­ver­si­che­rung be­zie­hen, ha­ben, so­fern sie un­ter Be­rück­sich­ti­gung ih­rer ver­min­der­ten Ar­beits­fä­hig­keit ver­mit­tel­bar sind und die üb­ri­gen An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen er­fül­len, An­spruch auf:

a.
das vol­le Tag­geld, wenn sie zu min­des­tens 75 Pro­zent ar­beits­fä­hig sind;
b.
das um 50 Pro­zent ge­kürz­te Tag­geld, wenn sie zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­fä­hig sind.5

5Der Ar­beits­lo­se muss sei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keit be­zie­hungs­wei­se sei­ne Ar­beits­fä­hig­keit mit ei­nem ärzt­li­chen Zeug­nis nach­wei­sen. Die Kan­to­na­le Amts­stel­le oder die Kas­se kann in je­dem Fall ei­ne ver­trau­en­s­ärzt­li­che Un­ter­su­chung auf Kos­ten der Ver­si­che­rung an­ord­nen.


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 3. Okt. 2003, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 29 Zweifel über Ansprüche aus Arbeitsvertrag

1Hat die Kas­se be­grün­de­te Zwei­fel dar­über, ob der Ver­si­cher­te für die Zeit des Ar­beits­aus­falls ge­gen­über sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber Lohn- oder Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che im Sin­ne von Ar­ti­kel 11 Ab­satz 3 hat oder ob sie er­füllt wer­den, so zahlt sie Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung aus.1

2Mit der Zah­lung ge­hen al­le An­sprü­che des Ver­si­cher­ten samt dem ge­setz­li­chen Kon­kur­spri­vi­leg im Um­fang der aus­ge­rich­te­ten Tag­gel­dent­schä­di­gung auf die Kas­se über.2 Die­se darf auf die Gel­tend­ma­chung nicht ver­zich­ten, es sei denn, das Kon­kurs­ver­fah­ren wer­de durch das Kon­kurs­ge­richt ein­ge­stellt (Art. 230 des Schuld­be­trei­bungs- und Kon­kurs­ge­set­zes vom 11. April 18893, SchKG). Die Aus­gleichs­stel­le kann die Kas­se über­dies er­mäch­ti­gen, auf die Gel­tend­ma­chung zu ver­zich­ten, wenn sich nach­träg­lich zeigt, dass der An­spruch of­fen­sicht­lich un­be­rech­tigt ist oder sich nur mit über­mäs­si­gen Kos­ten durch­set­zen lässt.4

3Der Bun­des­rat be­stimmt, un­ter wel­chen Um­stän­den die Kas­se auf die Gel­tend­ma­chung der For­de­rung ver­zich­ten kann, wenn der Ar­beit­ge­ber da­für im Aus­land be­langt wer­den muss.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
3 SR 281.1
4 Fas­sung des zwei­ten und drit­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

3. Abschnitt: Sanktionen

Art. 30 Einstellung in der Anspruchsberechtigung

1Der Ver­si­cher­te ist in der An­spruchs­be­rech­ti­gung ein­zu­stel­len, wenn er:

a.
durch ei­ge­nes Ver­schul­den ar­beits­los ist;
b.
zu Las­ten der Ver­si­che­rung auf Lohn- oder Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che ge­gen­über dem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber ver­zich­tet hat;
c.
sich per­sön­lich nicht ge­nü­gend um zu­mut­ba­re Ar­beit be­müht;
d.2
die Kon­troll­vor­schrif­ten oder die Wei­sun­gen der zu­stän­di­gen Amts­stel­le nicht be­folgt, na­ment­lich ei­ne zu­mut­ba­re Ar­beit nicht an­nimmt oder ei­ne ar­beits­markt­li­che Mass­nah­me oh­ne ent­schuld­ba­ren Grund nicht an­tritt, ab­bricht oder de­ren Durch­füh­rung oder Zweck durch sein Ver­hal­ten be­ein­träch­tigt oder ver­un­mög­licht;
e.
un­wah­re oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben ge­macht oder in an­de­rer Wei­se die Aus­kunfts- oder Mel­de­pflicht ver­letzt hat;
f.
Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung zu Un­recht er­wirkt oder zu er­wir­ken ver­sucht hat, oder
g.3
wäh­rend der Pla­nungs­pha­se ei­nes Pro­jek­tes Tag­gel­der be­zog (Art. 71a Abs. 1) und nach Ab­schluss der Pla­nungs­pha­se aus ei­ge­nem Ver­schul­den kei­ne selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf­nimmt.

2Die kan­to­na­le Amts­stel­le ver­fügt Ein­stel­lun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben c, d und g so­wie nach Ab­satz 1 Buch­sta­be e, so­fern die Aus­kunfts- oder Mel­de­pflicht ge­gen­über ihr oder dem Ar­beitsamt ver­letzt wur­de. In den üb­ri­gen Fäl­len ver­fü­gen die Kas­sen.4

3Die Ein­stel­lung gilt nur für Ta­ge, für die der Ar­beits­lo­se die Vor­aus­set­zun­gen der An­spruchs­be­rech­ti­gung er­füllt. Sie wird auf die Höchst­zahl der Tag­gel­der nach Ar­ti­kel 27 an­ge­rech­net. Die Dau­er der Ein­stel­lung be­misst sich nach dem Grad des Ver­schul­dens und be­trägt je Ein­stel­lungs­grund höchs­tens 60 Ta­ge, im Fal­le von Ab­satz 1 Buch­sta­be g höchs­tens 25 Ta­ge.5 Der Voll­zug der Ein­stel­lung fällt bin­nen sechs Mo­na­ten, nach­dem die Ein­stel­lungs­frist zu lau­fen be­gon­nen hat, da­hin.6

3bisDer Bun­des­rat kann ei­ne Min­dest­dau­er der Ein­stel­lung vor­schrei­ben.7

4Stellt ei­ne Kas­se einen Ar­beits­lo­sen in der An­spruchs­be­rech­ti­gung nicht ein, ob­wohl ein Ein­stel­lungs­grund vor­liegt, so ver­fügt die kan­to­na­le Amts­stel­le die Ein­stel­lung.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
5 Fas­sung des drit­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
6 Fas­sung des vier­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 30a


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Drittes Kapitel: Kurzarbeitsentschädigung

Art. 31 Anspruchsvoraussetzungen

1Ar­beit­neh­mer, de­ren nor­ma­le Ar­beits­zeit ver­kürzt oder de­ren Ar­beit ganz ein­ge­stellt ist, ha­ben An­spruch auf Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung, wenn:

a.1
sie für die Ver­si­che­rung bei­trags­pflich­tig sind oder das Min­destal­ter für die Bei­trags­pflicht in der AHV noch nicht er­reicht ha­ben;
b.
der Ar­beits­aus­fall an­re­chen­bar ist (Art. 32);
c.
das Ar­beits­ver­hält­nis nicht ge­kün­digt ist;
d.
der Ar­beits­aus­fall vor­aus­sicht­lich vor­über­ge­hend ist und er­war­tet wer­den darf, dass durch Kurz­ar­beit ih­re Ar­beitsplät­ze er­hal­ten wer­den kön­nen.

1bisZur Prü­fung der An­spruchs­vor­aus­set­zung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d kann in Aus­nah­me­fäl­len ei­ne Be­trieb­s­ana­ly­se zu Las­ten des Aus­gleichs­fonds durch­ge­führt wer­den.2

2Der Bun­des­rat kann ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen er­las­sen über die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung:

a.
für Heim­ar­beit­neh­mer;
b.
für Ar­beit­neh­mer, de­ren Ar­beits­zeit in­ner­halb ver­trag­lich fest­ge­leg­ter Gren­zen ver­än­der­lich ist.3

3Kei­nen An­spruch auf Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung ha­ben:

a.
Ar­beit­neh­mer, de­ren Ar­beits­aus­fall nicht be­stimm­bar oder de­ren Ar­beits­zeit nicht aus­rei­chend kon­trol­lier­bar ist;
b.
der mit­ar­bei­ten­de Ehe­gat­te des Ar­beit­ge­bers;
c.
Per­so­nen, die in ih­rer Ei­gen­schaft als Ge­sell­schaf­ter, als fi­nan­zi­ell am Be­trieb Be­tei­lig­te oder als Mit­glie­der ei­nes obers­ten be­trieb­li­chen Ent­schei­dungs­gre­mi­ums die Ent­schei­dun­gen des Ar­beit­ge­bers be­stim­men oder mass­ge­blich be­ein­flus­sen kön­nen, so­wie ih­re mit­ar­bei­ten­den Ehe­gat­ten.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 32 Anrechenbarer Arbeitsausfall

1Ein Ar­beits­aus­fall ist an­re­chen­bar, wenn er:

a.
auf wirt­schaft­li­che Grün­de zu­rück­zu­füh­ren und un­ver­meid­bar ist und
b.
je Ab­rech­nungs­pe­ri­ode min­des­tens 10 Pro­zent der Ar­beits­stun­den aus­macht, die von den Ar­beit­neh­mern des Be­trie­bes nor­ma­ler­wei­se ins­ge­samt ge­leis­tet wer­den.

2Vom an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­fall wird für je­de Ab­rech­nungs­pe­ri­ode ei­ne vom Bun­des­rat fest­ge­leg­te Ka­renz­zeit von höchs­tens drei Ta­gen ab­ge­zo­gen.1

3Der Bun­des­rat re­gelt für Här­te­fäl­le die An­re­chen­bar­keit von Ar­beits­aus­fäl­len, die auf be­hörd­li­che Mass­nah­men, auf wet­ter­be­ding­te Kun­den­aus­fäl­le oder auf an­de­re vom Ar­beit­ge­ber nicht zu ver­tre­ten­de Um­stän­de zu­rück­zu­füh­ren sind. Er kann für die­se Fäl­le von Ab­satz 2 ab­wei­chen­de län­ge­re Ka­renz­fris­ten vor­se­hen und be­stim­men, dass der Ar­beits­aus­fall nur bei voll­stän­di­ger Ein­stel­lung oder er­heb­li­cher Ein­schrän­kung des Be­trie­bes an­re­chen­bar ist.2

4Der Bun­des­rat be­stimmt, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ne Be­triebs­ab­tei­lung ei­nem Be­trieb gleich­ge­stellt ist.

5Als Ab­rech­nungs­pe­ri­ode gilt ein Zeit­raum von ei­nem Mo­nat oder von vier zu­sam­men­hän­gen­den Wo­chen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 33 Nicht anrechenbarer Arbeitsausfall

1Ein Ar­beits­aus­fall ist nicht an­re­chen­bar:

a.
wenn er durch be­triebs­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men wie Rei­ni­gungs-, Re­pa­ra­tur- oder Un­ter­halts­ar­bei­ten so­wie an­de­re üb­li­che und wie­der­keh­ren­de Be­triebs­un­ter­bre­chun­gen oder durch Um­stän­de ver­ur­sacht wird, die zum nor­ma­len Be­triebs­ri­si­ko des Ar­beit­ge­bers ge­hö­ren;
b.
wenn er bran­chen-, be­rufs- oder be­triebs­üb­lich ist oder durch sai­sona­le Be­schäf­ti­gungs­schwan­kun­gen ver­ur­sacht wird;
c.
so­weit er auf Fei­er­ta­ge fällt, durch Be­triebs­fe­ri­en ver­ur­sacht oder nur für ein­zel­ne Ta­ge un­mit­tel­bar vor oder nach Fei­er­ta­gen oder Be­triebs­fe­ri­en gel­tend ge­macht wird;
d.
wenn der Ar­beit­neh­mer mit der Kurz­ar­beit nicht ein­ver­stan­den ist und des­halb nach Ar­beits­ver­trag ent­löhnt wer­den muss;
e.
so­weit er Per­so­nen be­trifft, die in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis auf be­stimm­te Dau­er, ei­nem Lehr­ver­hält­nis oder im Diens­te ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on für Tem­po­rär­ar­beit ste­hen oder
f.
wenn er durch ei­ne kol­lek­ti­ve Ar­beitss­trei­tig­keit im Be­trieb ver­ur­sacht wird, in dem der Ver­si­cher­te ar­bei­tet.

2Um zu ver­hin­dern, dass Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung miss­bräuch­lich be­an­sprucht wird, kann der Bun­des­rat wei­te­re Ar­beits­aus­fäl­le als nicht an­re­chen­bar er­klä­ren.

3Der Bun­des­rat um­schreibt den Be­griff der sai­sona­len Be­schäf­ti­gungs­schwan­kun­gen.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 34 Bemessung der Kurzarbeitsentschädigung

1Die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung be­trägt 80 Pro­zent des an­re­chen­ba­ren Ver­dienst­aus­falls.

2Mass­ge­bend ist, bis zum Höchst­be­trag für die Bei­trags­be­mes­sung (Art. 3), der ver­trag­lich ver­ein­bar­te Lohn in der letz­ten Zahl­tags­pe­ri­ode vor Be­ginn der Kurz­ar­beit. Ein­ge­schlos­sen sind Fe­rienent­schä­di­gun­gen und die ver­trag­lich ver­ein­bar­ten re­gel­mäs­si­gen Zu­la­gen, so­weit sie nicht wäh­rend der Kurz­ar­beit wei­ter be­zahlt wer­den oder Ent­schä­di­gung für ar­beits­be­ding­te In­kon­ve­ni­en­zen sind.1 Die durch Ge­samt­ar­beits­ver­trag ver­ein­bar­ten und wäh­rend der Kurz­ar­beit ein­tre­ten­den Lohn­er­hö­hun­gen wer­den mit­be­rück­sich­tigt.

3Der Bun­des­rat be­stimmt die Be­mes­sungs­grund­la­gen bei er­heb­lich schwan­ken­dem Lohn.


1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 35 Höchstdauer der Kurzarbeitsentschädigung

1In­ner­halb von zwei Jah­ren wird die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung wäh­rend höchs­tens zwölf Ab­rech­nungs­pe­ri­oden aus­ge­rich­tet. Die­se Frist gilt für den Be­trieb und be­ginnt mit dem ers­ten Tag der ers­ten Ab­rech­nungs­pe­ri­ode, für die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet wird.1

1bisDer Ar­beits­aus­fall darf wäh­rend längs­tens vier Ab­rech­nungs­pe­ri­oden 85 Pro­zent der nor­ma­len be­trieb­li­chen Ar­beits­zeit über­schrei­ten.2

2Der Bun­des­rat kann bei an­dau­ern­der er­heb­li­cher Ar­beits­lo­sig­keit die Höchst­dau­er der Leis­tun­gen all­ge­mein oder für ein­zel­ne be­son­ders hart be­trof­fe­ne Re­gio­nen oder Wirt­schafts­zwei­ge um höchs­tens sechs Ab­rech­nungs­pe­ri­oden ver­län­gern.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273 293; BBl 1994 I 340).

Art. 36 Voranmeldung von Kurzarbeit und Überprüfung der Voraussetzungen

1Be­ab­sich­tigt ein Ar­beit­ge­ber, für sei­ne Ar­beit­neh­mer Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung gel­tend zu ma­chen, so muss er dies der kan­to­na­len Amts­stel­le min­des­tens zehn Ta­ge vor Be­ginn der Kurz­ar­beit schrift­lich vor­an­mel­den. Der Bun­des­rat kann für Aus­nah­me­fäl­le kür­ze­re Vor­an­mel­de­fris­ten vor­se­hen. Die Vor­an­mel­dung ist zu er­neu­ern, wenn die Kurz­ar­beit län­ger als drei Mo­na­te dau­ert.1

2Der Ar­beit­ge­ber muss in der Vor­an­mel­dung an­ge­ben:

a.
die Zahl der im Be­trieb be­schäf­tig­ten und die Zahl der von Kurz­ar­beit be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer;
b.
Aus­mass und vor­aus­sicht­li­che Dau­er der Kurz­ar­beit;
c.
die Kas­se, bei der er den An­spruch gel­tend ma­chen will.

3Der Ar­beit­ge­ber muss in der Vor­an­mel­dung die Not­wen­dig­keit der Kurz­ar­beit be­grün­den und an­hand der durch den Bun­des­rat be­stimm­ten Un­ter­la­gen glaub­haft ma­chen, dass die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 31 Ab­satz 1 und 32 Ab­satz 1 Buch­sta­be a er­füllt sind. Die kan­to­na­le Amts­stel­le kann wei­te­re zur Prü­fung nö­ti­ge Un­ter­la­gen ein­ver­lan­gen.

4Hält die kan­to­na­le Amts­stel­le ei­ne oder meh­re­re An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für nicht er­füllt, er­hebt sie durch Ver­fü­gung Ein­spruch ge­gen die Aus­zah­lung der Ent­schä­di­gung. Sie be­nach­rich­tigt in je­dem Fall den Ar­beit­ge­ber und die von ihm be­zeich­ne­te Kas­se.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 37 Pflichten des Arbeitgebers

Der Ar­beit­ge­ber ist ver­pflich­tet:

a.
die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung vor­zu­schies­sen und den Ar­beit­neh­mern am or­dent­li­chen Zahl­tags­ter­min aus­zu­rich­ten;
b.1
die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung für die Ka­renz­zeit (Art. 32 Abs. 2) zu sei­nen Las­ten zu über­neh­men;
c.2
wäh­rend der Kurz­ar­beit die vol­len ge­setz­li­chen und ver­trag­lich ver­ein­bar­ten So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ent­spre­chend der nor­ma­len Ar­beits­zeit zu be­zah­len; er ist be­rech­tigt, die vol­len Bei­trags­an­tei­le der Ar­beit­neh­mer vom Lohn ab­zu­zie­hen, so­fern nichts an­de­res ver­ein­bart war.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 38 Geltendmachung des Anspruchs

1Der Ar­beit­ge­ber macht den Ent­schä­di­gungs­an­spruch sei­ner Ar­beit­neh­mer in­nert drei­er Mo­na­te nach Ab­lauf je­der Ab­rech­nungs­pe­ri­ode ge­samt­haft für den Be­trieb bei der von ihm be­zeich­ne­ten Kas­se gel­tend.

2Wäh­rend der Zwei­jah­res­frist nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 1 sind sämt­li­che Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che für einen Be­trieb bei der glei­chen Kas­se gel­tend zu ma­chen. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen.

3Der Ar­beit­ge­ber reicht der Kas­se ein:

a.
die für die wei­te­re Be­ur­tei­lung der An­spruchs­be­rech­ti­gung und die Be­rech­nung der Ent­schä­di­gung er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen;
b.
ei­ne Ab­rech­nung über die an sei­ne Ar­beit­neh­mer aus­ge­rich­te­te Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung;
c.
ei­ne Be­stä­ti­gung, dass er die Ver­pflich­tung zur Fort­zah­lung der So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge (Art. 37 Bst. c) über­nimmt.
Die Kas­se kann wenn nö­tig wei­te­re Un­ter­la­gen ver­lan­gen.

Art. 39 Vergütung der Kurzarbeitsentschädigung

1Die Kas­se prüft die per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 3 so­wie die Vor­aus­set­zung nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 1 Buch­sta­be b.

2So­fern al­le An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind und kein Ein­spruch der kan­to­na­len Amts­stel­le vor­liegt, ver­gü­tet die Kas­se dem Ar­beit­ge­ber die recht­mäs­sig aus­ge­rich­te­te Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung un­ter Ab­zug der Ka­renz­zeit (Art. 37 Bst. b) in der Re­gel in­ner­halb ei­nes Mo­nats. Sie ver­gü­tet ihm aus­ser­dem die auf die an­re­chen­ba­ren Aus­fall­zei­ten ent­fal­len­den Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge an die AHV/IV/EO/ALV.1

3Ent­schä­di­gun­gen, die der Ar­beit­ge­ber nicht frist­ge­mä­ss (Art. 38 Abs. 1) gel­tend macht, wer­den ihm nicht ver­gü­tet.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 40 Kontrollvorschriften

1Bei Kurz­ar­beit wird in der Re­gel kei­ne Stem­pel­kon­trol­le durch­ge­führt.

2Die kan­to­na­le Amts­stel­le kann ei­ne Stem­pel­kon­trol­le an­ord­nen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 41 Zwischenbeschäftigung

1Die kan­to­na­le Amts­stel­le kann Ar­beit­neh­mern, die von ganz- oder halb­tä­gi­gem Ar­beits­aus­fall be­trof­fen sind, ei­ne ge­eig­ne­te zu­mut­ba­re Zwi­schen­be­schäf­ti­gung (Art. 16) zu­wei­sen. Ar­beit­neh­mer, de­ren Ar­beit län­ger als einen Mo­nat ganz ein­ge­stellt ist, müs­sen sich aus­ser­dem sel­ber um ei­ne sol­che be­mü­hen.1

2Der Ar­beit­neh­mer, der ei­ne Zwi­schen­be­schäf­ti­gung an­nimmt, braucht da­für die Zu­stim­mung sei­nes Ar­beit­ge­bers. Die­ser darf die Zu­stim­mung nur ver­wei­gern, wenn der Ar­beit­neh­mer we­gen der Zwi­schen­be­schäf­ti­gung sei­ne ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen nicht ein­hal­ten könn­te. Ver­wei­gert er sie un­ge­recht­fer­tig­ter­wei­se, so ver­fügt die kan­to­na­le Amts­stel­le, dass er den An­spruch auf Ver­gü­tung der Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung für den be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mer ver­liert.

3Der Ar­beit­neh­mer muss das wäh­rend der Kurz­ar­beit durch Zwi­schen­be­schäf­ti­gung oder selb­stän­di­ge Tä­tig­keit er­ziel­te Ein­kom­men dem Ar­beit­ge­ber mit­tei­len. Die­ser be­nach­rich­tigt die Kas­se.

4Der Bun­des­rat be­stimmt, auf wel­che Wei­se und in wel­chem Um­fan­ge das durch Zwi­schen­be­schäf­ti­gung er­ziel­te Ein­kom­men bei der Fest­le­gung des an­re­chen­ba­ren Ver­dienst­aus­fal­les be­rück­sich­tigt wird.

5Nimmt der Ar­beit­neh­mer ei­ne ihm zu­ge­wie­se­ne zu­mut­ba­re Zwi­schen­be­schäf­ti­gung nicht an, be­müht er sich nicht ge­nü­gend um Zwi­schen­be­schäf­ti­gung oder gibt er ei­ne sol­che un­ge­recht­fer­tig­ter­wei­se auf, so ver­fügt die kan­to­na­le Amts­stel­le, dass ihm je nach Grad des Ver­schul­dens min­des­tens 100 und höchs­tens 1000 Fran­ken von sei­ner Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung ab­ge­zo­gen wer­den.


1 Fas­sung des letz­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Viertes Kapitel: Schlechtwetterentschädigung

Art. 42 Anspruchsvoraussetzungen

1Ar­beit­neh­mer in Er­werbs­zwei­gen, in de­nen wet­ter­be­ding­te Ar­beits­aus­fäl­le üb­lich sind, ha­ben An­spruch auf Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung, wenn:

a.1
sie für die Ver­si­che­rung bei­trags­pflich­tig sind oder das Min­destal­ter für die Bei­trags­pflicht in der AHV noch nicht er­reicht ha­ben und
b.
sie einen an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­fall (Art. 43) er­lei­den.

2Der Bun­des­rat be­stimmt die Er­werbs­zwei­ge, in de­nen die Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet wer­den kann.

3Kei­nen An­spruch auf Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung ha­ben Per­so­nen nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 3.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 43 Anrechenbarer Arbeitsausfall

1Der Ar­beits­aus­fall ist an­re­chen­bar, wenn:

a.
er aus­sch­liess­lich durch das Wet­ter ver­ur­sacht wird;
b.1
die Fort­füh­rung der Ar­bei­ten trotz ge­nü­gen­der Schutz­vor­keh­run­gen tech­nisch un­mög­lich oder wirt­schaft­lich un­ver­tret­bar ist oder den Ar­beit­neh­mern nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann; und
c.
er vom Ar­beit­ge­ber ord­nungs­ge­mä­ss ge­mel­det wird.2

2Es wer­den nur gan­ze oder hal­be Ta­ge an­ge­rech­net.

3Vom an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­fall wird für je­de Ab­rech­nungs­pe­ri­ode ei­ne vom Bun­des­rat fest­ge­leg­te Ka­renz­zeit von höchs­tens drei Ta­gen ab­ge­zo­gen.3

4Als Ab­rech­nungs­pe­ri­ode gilt ein Zeit­raum von ei­nem Mo­nat oder von vier zu­sam­men­hän­gen­den Wo­chen.

54


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 43a Nicht anrechenbarer Arbeitsausfall

Der Ar­beits­aus­fall ist ins­be­son­de­re nicht an­re­chen­bar, wenn:

a.
er nur mit­tel­bar auf das Wet­ter zu­rück­zu­füh­ren ist (Kun­den­aus­fäl­le, Ter­min­ver­zö­ge­run­gen);
b.
es sich um sai­son­üb­li­che Aus­fäl­le der Land­wirt­schaft han­delt;
c.
der Ar­beit­neh­mer mit der Ar­beitseinstel­lung2 nicht ein­ver­stan­den ist und des­halb nach Ar­beits­ver­trag ent­löhnt wer­den muss;
d.
er Per­so­nen be­trifft, die im Diens­te ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on für Tem­po­rär­ar­beit ste­hen.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
2 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 33 GVG - AS 1974 1051).

Art. 44 Bemessung der Schlechtwetterentschädigung

Die Be­mes­sung der Ent­schä­di­gung rich­tet sich nach Ar­ti­kel 34.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 44a Dauer der Schlechtwetterentschädigung

1In­ner­halb ei­ner Pe­ri­ode von zwei Jah­ren darf die Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung wäh­rend längs­tens sechs Ab­rech­nungs­pe­ri­oden aus­ge­rich­tet wer­den.

2Für die Er­mitt­lung der Ent­schä­di­gungs­höchst­dau­er nach Ar­ti­kel 35 wer­den die Ab­rech­nungs­pe­ri­oden der Kurz­ar­beits- und der Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung zu­sam­men­ge­zählt.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 45 Meldung und Überprüfung des Arbeitsausfalls

1Der Bun­des­rat re­gelt das Mel­de­ver­fah­ren.1

2-32

4Hat die kan­to­na­le Amts­stel­le Zwei­fel an der An­re­chen­bar­keit des Ar­beits­aus­fal­les, so nimmt sie die ge­eig­ne­ten Ab­klä­run­gen vor. Er­ach­tet sie den Ar­beits­aus­fall als nicht an­re­chen­bar oder ist er zu spät ge­mel­det wor­den, so er­hebt sie durch Ver­fü­gung Ein­spruch ge­gen die Aus­zah­lung der Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung. Sie be­nach­rich­tigt in je­dem Fall den Ar­beit­ge­ber und die von ihm be­zeich­ne­te Kas­se.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 46 Pflichten des Arbeitgebers

Ar­ti­kel 37 gilt sinn­ge­mä­ss.

Art. 47 Geltendmachung des Anspruchs

1Der Ar­beit­ge­ber macht den Ent­schä­di­gungs­an­spruch sei­ner Ar­beit­neh­mer in­nert drei­er Mo­na­te nach Ab­lauf je­der Ab­rech­nungs­pe­ri­ode ge­samt­haft für den Be­trieb oder die Ar­beits­stel­le bei der von ihm be­zeich­ne­ten Kas­se gel­tend.

2Läuft für den Be­trieb ei­ne Zwei­jah­res­frist nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 1, so ist der Ent­schä­di­gungs­an­spruch in der Re­gel bei der­sel­ben Kas­se gel­tend zu ma­chen, wel­che die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet hat. Der Bun­des­rat be­stimmt die Aus­nah­men.

3Der Ar­beit­ge­ber reicht der Kas­se ein:

a.
die für die Be­ur­tei­lung der An­spruchs­be­rech­ti­gung und die Be­rech­nung der Ent­schä­di­gung er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen;
b.
ei­ne Ab­rech­nung über die an sei­ne Ar­beit­neh­mer aus­ge­rich­te­te Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung.

Art. 48 Vergütung der Schlechtwetterentschädigung

1Die Kas­se prüft die Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­rich­tung der Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung (Art. 42 und 43).

2So­fern al­le Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind und kein Ein­spruch der kan­to­na­len Amts­stel­le vor­liegt, ver­gü­tet die Kas­se dem Ar­beit­ge­ber die recht­mäs­sig aus­ge­rich­te­te Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung un­ter Ab­zug der Ka­renz­zeit (Art. 43 Abs. 3) in der Re­gel in­ner­halb ei­nes Mo­nats. Sie ver­gü­tet ihm aus­ser­dem die auf die an­re­chen­ba­ren Aus­fall­zei­ten ent­fal­len­den Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge an die AHV/IV/EO/ALV.1

3Ent­schä­di­gun­gen, die der Ar­beit­ge­ber nicht frist­ge­mä­ss (Art. 47 Abs. 1) gel­tend macht, wer­den ihm nicht ver­gü­tet.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 49 Kontrollvorschriften

1Der Bun­des­rat er­lässt die Kon­troll­vor­schrif­ten für die von wet­ter­be­ding­tem Ar­beits­aus­fall be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer.

2Die kan­to­na­le Amts­stel­le kann zur Ver­mei­dung von Miss­bräu­chen in Ein­zel­fäl­len wei­ter­ge­hen­de Kon­trol­len an­ord­nen.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 50 Zwischenbeschäftigung

Ar­ti­kel 41 gilt sinn­ge­mä­ss.

Fünftes Kapitel: Insolvenzentschädigung

Art. 51 Anspruchsvoraussetzungen

1Bei­trags­pflich­ti­ge Ar­beit­neh­mer von Ar­beit­ge­bern, die in der Schweiz der Zwangs­voll­stre­ckung un­ter­lie­gen oder in der Schweiz Ar­beit­neh­mer be­schäf­ti­gen, ha­ben An­spruch auf In­sol­ven­zent­schä­di­gung, wenn:

a.
ge­gen ih­ren Ar­beit­ge­ber der Kon­kurs er­öff­net wird und ih­nen in die­sem Zeit­punkt Lohn­for­de­run­gen zu­ste­hen oder
b.1
der Kon­kurs nur des­we­gen nicht er­öff­net wird, weil sich in­fol­ge of­fen­sicht­li­cher Über­schul­dung des Ar­beit­ge­bers kein Gläu­bi­ger be­reit fin­det, die Kos­ten vor­zu­schies­sen, oder
c.2
sie ge­gen ih­ren Ar­beit­ge­ber für Lohn­for­de­run­gen das Pfän­dungs­be­geh­ren ge­stellt ha­ben.

2Kei­nen An­spruch auf In­sol­ven­zent­schä­di­gung ha­ben Per­so­nen, die in ih­rer Ei­gen­schaft als Ge­sell­schaf­ter, als fi­nan­zi­ell am Be­trieb Be­tei­lig­te oder als Mit­glie­der ei­nes obers­ten be­trieb­li­chen Ent­schei­dungs­gre­mi­ums die Ent­schei­dun­gen des Ar­beit­ge­bers be­stim­men oder mass­ge­blich be­ein­flus­sen kön­nen, so­wie ih­re mit­ar­bei­ten­den Ehe­gat­ten.3


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
2 Ur­sprüng­lich Bst. b.
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 52 Umfang der Insolvenzentschädigung

1Die In­sol­ven­zent­schä­di­gung deckt für das glei­che Ar­beits­ver­hält­nis Lohn­for­de­run­gen für höchs­tens die letz­ten vier Mo­na­te des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, für je­den Mo­nat je­doch nur bis zum Höchst­be­trag nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2. Als Lohn gel­ten auch die ge­schul­de­ten Zu­la­gen.1

1bisDie In­sol­ven­zent­schä­di­gung deckt aus­nahms­wei­se Lohn­for­de­run­gen nach der Kon­kurser­öff­nung, so­lan­ge die ver­si­cher­te Per­son in gu­ten Treu­en nicht wis­sen konn­te, dass der Kon­kurs er­öff­net wor­den war, und es sich da­bei nicht um Mas­se­schul­den han­delt. Die ma­xi­ma­le Be­zug­dau­er nach Ab­satz 1 darf nicht über­schrit­ten wer­den.2

2Von der In­sol­ven­zent­schä­di­gung müs­sen die ge­setz­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge be­zahlt wer­den. Die Kas­se hat die vor­ge­schrie­be­nen Bei­trä­ge mit den zu­stän­di­gen Or­ga­nen ab­zu­rech­nen und den Ar­beit­neh­mern die von ih­nen ge­schul­de­ten Bei­trags­an­tei­le ab­zu­zie­hen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 53 Geltendmachung des Anspruchs

1Wird über den Ar­beit­ge­ber der Kon­kurs er­öff­net, so muss der Ar­beit­neh­mer sei­nen Ent­schä­di­gungs­an­spruch spä­tes­tens 60 Ta­ge nach der Ver­öf­fent­li­chung des Kon­kur­ses im Schwei­ze­ri­schen Han­delsamts­blatt bei der öf­fent­li­chen Kas­se stel­len, die am Ort des Be­trei­bungs- und Kon­kur­sam­tes zu­stän­dig ist.

2Bei Pfän­dung des Ar­beit­ge­bers muss der Ar­beit­neh­mer sei­nen Ent­schä­di­gungs­an­spruch in­nert 60 Ta­gen nach dem Pfän­dungs­voll­zug gel­tend ma­chen.

3Mit dem Ab­lauf die­ser Fris­ten er­lischt der An­spruch auf In­sol­ven­zent­schä­di­gung.

Art. 54 Übergang der Forderung an die Kasse

1Mit der Aus­rich­tung der Ent­schä­di­gung ge­hen die Lohn­an­sprü­che des Ver­si­cher­ten im Aus­mas­se der be­zahl­ten Ent­schä­di­gung und der von der Kas­se ent­rich­te­ten So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge samt dem ge­setz­li­chen Kon­kur­spri­vi­leg auf die Kas­se über. Die­se darf auf die Gel­tend­ma­chung nicht ver­zich­ten, es sei denn, das Kon­kurs­ver­fah­ren wer­de durch das Kon­kurs­ge­richt ein­ge­stellt (Art. 230 SchKG1).

2Der Bun­des­rat be­stimmt, un­ter wel­chen Um­stän­den die Kas­se auf die Gel­tend­ma­chung der For­de­rung ver­zich­ten kann, wenn der Ar­beit­ge­ber da­für im Aus­land be­langt wer­den muss.

3Hat der Ver­si­cher­te be­reits einen Ver­lust­schein er­hal­ten, so muss er ihn der Kas­se ab­tre­ten.


1 SR 281.1

Art. 55 Pflichten des Versicherten

1Der Ar­beit­neh­mer muss im Kon­kurs- oder Pfän­dungs­ver­fah­ren al­les un­ter­neh­men, um sei­ne An­sprü­che ge­gen­über dem Ar­beit­ge­ber zu wah­ren, bis die Kas­se ihm mit­teilt, dass sie an sei­ner Stel­le in das Ver­fah­ren ein­ge­tre­ten ist. Da­nach muss er die Kas­se bei der Ver­fol­gung ih­res An­spruchs in je­der zweck­dien­li­chen Wei­se un­ter­stüt­zen.

2Der Ar­beit­neh­mer muss die In­sol­ven­zent­schä­di­gung in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 25 Ab­satz 1 ATSG1 zu­rück­er­stat­ten, so­weit die Lohn­for­de­rung im Kon­kurs oder in der Pfän­dung ab­ge­wie­sen oder aus Grün­den nicht ge­deckt wird, die der Ar­beit­neh­mer ab­sicht­lich oder grob­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt hat, eben­so so­weit sie vom Ar­beit­ge­ber nach­träg­lich er­füllt wird.2


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 56 Auskunftspflicht

Der Ar­beit­ge­ber so­wie das Be­trei­bungs- und Kon­kur­samt sind ver­pflich­tet, der Kas­se al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te zu er­tei­len, da­mit der An­spruch des Ar­beit­neh­mers be­ur­teilt und die In­sol­ven­zent­schä­di­gung fest­ge­legt wer­den kann.

Art. 57 Finanzierung

Die In­sol­ven­zent­schä­di­gung wird aus den Mit­teln der Ver­si­che­rung fi­nan­ziert.

Art. 58 Nachlassstundung

Bei ei­ner Nach­lass­stun­dung oder ei­nem rich­ter­li­chen Kon­kursauf­schub gilt die­ses Ka­pi­tel sinn­ge­mä­ss.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Sechstes Kapitel: Arbeitsmarktliche Massnahmen

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 59 Grundsätze

1Die Ver­si­che­rung er­bringt fi­nan­zi­el­le Leis­tun­gen für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men zu Guns­ten von ver­si­cher­ten Per­so­nen und von Per­so­nen, die von Ar­beits­lo­sig­keit be­droht sind.

1bisAr­beits­markt­li­che Mass­nah­men sind Bil­dungs­mass­nah­men (2. Ab­schnitt), Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men (3. Ab­schnitt) und spe­zi­el­le Mass­nah­men (4. Ab­schnitt).2

1terPer­so­nen, die un­mit­tel­bar von Ar­beits­lo­sig­keit be­droht sind, kön­nen nur Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 60 be­an­spru­chen.3

1qua­terAuf Ge­such ei­nes Kan­tons kann die Aus­gleichs­stel­le für Per­so­nen, die im Rah­men von Mas­sen­ent­las­sun­gen von Ar­beits­lo­sig­keit be­droht sind, die Teil­nah­me an ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men be­wil­li­gen.4

2Mit ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men soll die Ein­glie­de­rung von Ver­si­cher­ten, die aus Grün­den des Ar­beits­mark­tes er­schwert ver­mit­tel­bar sind, ge­för­dert wer­den. Sol­che Mass­nah­men sol­len ins­be­son­de­re:

a.
die Ver­mitt­lungs­fä­hig­keit der Ver­si­cher­ten ver­bes­sern, da­mit die­se rasch und dau­er­haft wie­der ein­ge­glie­dert wer­den kön­nen;
b.
die be­ruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen ent­spre­chend den Be­dürf­nis­sen des Ar­beits­markts för­dern;
c.
die Ge­fahr von Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit ver­min­dern; oder
d.
die Mög­lich­keit bie­ten, Be­rufs­er­fah­run­gen zu sam­meln.

3Für die Teil­nah­me an ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 60-71d müs­sen er­füllt sein:

a.
die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8, so­fern nichts an­de­res be­stimmt ist; und
b.
die spe­zi­fi­schen Vor­aus­set­zun­gen für die be­tref­fen­de Mass­nah­me.

3bisVer­si­cher­te, die äl­ter als 50 Jah­re sind und die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 3 er­fül­len, kön­nen un­ab­hän­gig von ih­rem An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung bis ans En­de ih­rer Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug an Bil­dungs- und Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men teil­neh­men.5

4Im Hin­blick auf die Ein­glie­de­rung von be­hin­der­ten Ver­si­cher­ten ar­bei­ten die zu­stän­di­gen Amts­stel­len mit den Or­ga­nen der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu­sam­men.

5Im Hin­blick auf die Ein­glie­de­rung von Ver­si­cher­ten mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ar­bei­ten die zu­stän­di­gen Amts­stel­len mit den öf­fent­li­chen und pri­va­ten Durch­füh­rungs­or­ga­nen der Asyl-, Aus­län­der- und In­te­gra­ti­ons­ge­setz­ge­bung zu­sam­men.6


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 6 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 59a Evaluation der Bedürfnisse und Erfahrungen

Die Aus­gleichs­stel­le sorgt in Zu­sam­men­ar­beit mit den zu­stän­di­gen Amts­stel­len da­für, dass:3

a.4
der Be­darf an ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men sys­te­ma­tisch ana­ly­siert wird, ins­be­son­de­re in Be­zug auf ih­re ge­schlechts­s­pe­zi­fi­schen Aus­wir­kun­gen und die Aus­wir­kun­gen auf die In­te­gra­ti­on der Aus­län­der;
b.
der Er­folg der ge­för­der­ten Mass­nah­men kon­trol­liert und bei der Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung wei­te­rer Mass­nah­men be­rück­sich­tigt wird;
c.5
die im In- und Aus­land ge­sam­mel­ten Er­fah­run­gen aus­ge­wer­tet und den für die Durch­füh­rung zu­stän­di­gen Amts­stel­len ent­spre­chen­de kon­kre­te Mass­nah­men emp­foh­len wer­den; im Vor­der­grund ste­hen Mass­nah­men zur För­de­rung von:
1.
ju­gend­li­chen und weib­li­chen Ar­beits­lo­sen,
2.
Ver­si­cher­ten, die auf­grund ih­res Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grunds, ih­rer Be­rufs­bil­dung, ih­res Al­ters oder an­de­rer Merk­ma­le ein ho­hes Ri­si­ko tra­gen, lang­zeit­ar­beits­los zu wer­den,
3.
Ver­si­cher­ten, die schon lan­ge ar­beits­los sind.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 59b Leistungen bei Teilnahme an arbeitsmarktlichen Massnahmen

1Die Ver­si­che­rung rich­tet Tag­gel­der an Ver­si­cher­te aus für Ta­ge, an de­nen sie auf Grund ei­nes Ent­schei­des der zu­stän­di­gen Amts­stel­le an ei­ner Bil­dungs- oder Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­me teil­neh­men oder sich der Pla­nung ei­ner selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit nach Ar­ti­kel 71a wid­men.

2Der Bun­des­rat legt für Ver­si­cher­te, die an ei­ner Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­me nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder b teil­neh­men, wel­che einen Bil­dungs­an­teil von höchs­tens 40 Pro­zent auf­weist, ein Min­dest­tag­geld fest. Be­trägt der Be­schäf­ti­gungs­grad we­ni­ger als 100 Pro­zent, so wird das Min­dest­tag­geld ent­spre­chend ge­kürzt.

3Die Ver­si­che­rung ge­währt zu­dem:

a.
Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se (Art. 65);
b.
Aus­bil­dungs­zu­schüs­se (Art. 66a);
c.
Pend­ler­kos­ten- und Wo­chen­auf­ent­hal­ter­bei­trä­ge (Art. 68).

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 59c Zuständigkeit und Verfahren

1Bei­trags­ge­su­che für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men sind be­grün­det und recht­zei­tig vor Be­ginn der zu­stän­di­gen Amts­stel­le ein­zu­rei­chen.

2Die zu­stän­di­ge Amts­stel­le ent­schei­det über Bei­trags­ge­su­che für spe­zi­el­le Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 65-71d und für in­di­vi­du­el­le Bil­dungs­mass­nah­men.

3Sie lei­tet Bei­trags­ge­su­che für kol­lek­ti­ve Bil­dungs- und für Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men mit ei­ner Stel­lung­nah­me an die Aus­gleichs­stel­le wei­ter. Die­se ent­schei­det über die Bei­trags­ge­wäh­rung. Sie er­stat­tet der Auf­sichts­kom­mis­si­on pe­ri­odisch Be­richt.

4Wird ei­ne ar­beits­markt­li­che Mass­nah­me ge­samtschwei­ze­risch or­ga­ni­siert, so ist das Bei­trags­ge­such di­rekt der Aus­gleichs­stel­le ein­zu­rei­chen.

5Der Bun­des­rat kann die Aus­gleichs­stel­le er­mäch­ti­gen, die Ent­scheid­kom­pe­tenz über Bei­trags­ge­su­che für kol­lek­ti­ve Bil­dungs- und für Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men bis zu ei­nem von ihm be­stimm­ten Höchst­be­trag den zu­stän­di­gen Amts­stel­len zu über­tra­gen. Er kann zu die­sem Zweck Richt­li­ni­en für die Qua­li­täts­prü­fung bei den Bil­dungs­mass­nah­men auf­stel­len.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 59cbis Beiträge für arbeitsmarktliche Massnahmen

1Die Ver­si­che­rung kann Or­ga­ni­sa­tio­nen der Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer, ge­mein­sa­men Ein­rich­tun­gen der So­zi­al­part­ner, Kan­to­nen und Ge­mein­den so­wie an­de­ren öf­fent­li­chen und pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen Bei­trä­ge an die Kos­ten der Durch­füh­rung von ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men ge­wäh­ren.

2Sie er­stat­tet den Or­ga­ni­sa­tio­nen die nach­ge­wie­se­nen und not­wen­di­gen Kos­ten zur Durch­füh­rung von ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men.

3Den Teil­neh­men­den wer­den die nach­ge­wie­se­nen und not­wen­di­gen Aus­la­gen für die Teil­nah­me an ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men er­stat­tet.

4Die Kas­se for­dert Bei­trä­ge zu­rück, die zu Un­recht für die Durch­füh­rung kol­lek­ti­ver ar­beits­markt­li­cher Mass­nah­men ent­rich­tet wur­den.

5Die Ver­si­che­rung er­stat­tet den Kan­to­nen die Kos­ten für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men bis zu ei­nem be­stimm­ten Höchst­be­trag. Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung (WBF)2 legt die Höchst­be­trä­ge fest.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 23 der V vom 15. Ju­ni 2012 (Neu­glie­de­rung der De­par­te­men­te), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 3655). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 59d Leistungen für Personen, die weder die Beitragszeit erfüllen noch von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind

1Per­so­nen, die we­der die Bei­trags­zeit er­fül­len noch von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind noch den An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung er­schöpft ha­ben, kön­nen in­ner­halb ei­ner zwei­jäh­ri­gen Frist wäh­rend längs­tens 260 Ta­gen Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 59cbis Ab­satz 3 be­an­spru­chen, wenn sie auf­grund ei­nes Ent­schei­des der zu­stän­di­gen Amts­stel­le an ei­ner Bil­dungs- oder Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­me teil­neh­men, die sie zur Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit als Ar­beit­neh­mer be­fä­higt.

2Die Ver­si­che­rung und die Kan­to­ne tra­gen die Kos­ten der Bil­dungs- und Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men nach Ab­satz 1 zu glei­chen Tei­len.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

2. Abschnitt: Bildungsmassnahmen

Art. 60

1Als Bil­dungs­mass­nah­men gel­ten na­ment­lich in­di­vi­du­el­le oder kol­lek­ti­ve Kur­se zur Um­schu­lung, Wei­ter­bil­dung oder Ein­glie­de­rung so­wie Übungs­fir­men und Aus­bil­dungs­prak­ti­ka.

2Für die Teil­nah­me an Kur­sen kön­nen Leis­tun­gen be­an­spru­chen:

a.
Ver­si­cher­te nach Ar­ti­kel 59b Ab­satz 1;
b.3
Per­so­nen, die un­mit­tel­bar von Ar­beits­lo­sig­keit be­droht sind, nach Ar­ti­kel 59cbis Ab­satz 3.

3Wer von sich aus an ei­nem Kurs teil­neh­men will, muss der zu­stän­di­gen Amts­stel­le recht­zei­tig vor Be­ginn ein be­grün­de­tes Ge­such mit den er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen ein­rei­chen.

4So­weit der Kurs es er­for­dert, braucht der Teil­neh­mer wäh­rend des­sen Dau­er nicht ver­mitt­lungs­fä­hig zu sein.

5Die Bil­dungs­mass­nah­men nach die­sem Ge­setz sind, so­weit mög­lich, nach den Grund­sät­zen des Be­rufs­bil­dungs­ge­set­zes vom 13. De­zem­ber 20024 (BBG) zu ge­stal­ten be­zie­hungs­wei­se aus­zu­wäh­len. Die Ko­or­di­na­ti­on der ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men und der Mass­nah­men nach BBG hat zum Ziel, einen ein­heit­li­chen und trans­pa­ren­ten Ar­beits­markt zu för­dern.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 SR 412.10

Art. 61 und 62


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 63-64


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

3. Abschnitt: Beschäftigungsmassnahmen

Art. 64a Programme zur vorübergehenden Beschäftigung, Berufspraktika und Motivationssemester

1Als Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men gel­ten na­ment­lich vor­über­ge­hen­de Be­schäf­ti­gun­gen im Rah­men von:

a.
Pro­gram­men öf­fent­li­cher oder pri­va­ter, nicht ge­win­n­ori­en­tier­ter In­sti­tu­tio­nen; sol­che Pro­gram­me dür­fen die Pri­vat­wirt­schaft nicht un­mit­tel­bar kon­kur­ren­zie­ren;
b.1
Be­rufs­prak­ti­ka in Un­ter­neh­men und in der Ver­wal­tung; im Fal­le er­höh­ter Ar­beits­lo­sig­keit kann der Bun­des­rat die Teil­nah­me an Be­rufs­prak­ti­ka für Per­so­nen wäh­rend ei­ner War­te­zeit nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 2 vor­se­hen;
c.2
Mo­ti­va­ti­ons­se­mes­tern für Ver­si­cher­te, die nach Er­fül­lung der ob­li­ga­to­ri­schen Schul­pflicht einen Aus­bil­dungs­platz su­chen, wenn sie über kei­nen Be­rufs­ab­schluss ver­fü­gen und die Schul­zeit nicht mit ei­ner Ma­tu­ri­tät ab­ge­schlos­sen ha­ben.

2Für die Teil­nah­me an ei­ner vor­über­ge­hen­den Be­schäf­ti­gung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a gilt Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be c sinn­ge­mä­ss.

3Für die Teil­nah­me an ei­ner vor­über­ge­hen­den Be­schäf­ti­gung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b gilt Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­ben c und e-h sinn­ge­mä­ss.

4Für die Teil­nah­me an ei­ner vor­über­ge­hen­den Be­schäf­ti­gung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c gel­ten die Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be c und 59d Ab­satz 1 sinn­ge­mä­ss.

5Der Bun­des­rat legt den mo­nat­li­chen Un­ter­stüt­zungs­bei­trag für die­je­ni­gen Per­so­nen fest, die wäh­rend der War­te­zeit an ei­nem Mo­ti­va­ti­ons­se­mes­ter teil­neh­men.3


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 64b Umfang der Leistungen

11

2Der Bun­des­rat kann für die vor­über­ge­hen­de Be­schäf­ti­gung im Rah­men von Be­rufs­prak­ti­ka Mi­ni­mal­vor­schrif­ten über die fi­nan­zi­el­le Be­tei­li­gung der Ar­beit­ge­ber er­las­sen.


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

4. Abschnitt: Spezielle Massnahmen

Art. 65 Einarbeitungszuschüsse

Ver­si­cher­ten, de­ren Ver­mitt­lung er­schwert ist, kön­nen für die Ein­ar­bei­tung in ei­nem Be­trieb bei ver­min­der­tem Lohn Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se ge­währt wer­den, wenn:2

a.
3
b.
der ver­min­der­te Lohn min­des­tens der wäh­rend der Ein­ar­bei­tungs­zeit er­brach­ten Ar­beits­leis­tung ent­spricht und
c.
der Ver­si­cher­te nach der Ein­ar­bei­tung mit ei­ner An­stel­lung zu orts- und bran­chen­üb­li­chen Be­din­gun­gen, al­len­falls un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­ner dau­ernd ver­min­der­ten Leis­tungs­fä­hig­keit, rech­nen kann.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 65a


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 66 Höhe und Dauer der Einarbeitungszuschüsse

1Die Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se de­cken den Un­ter­schied zwi­schen dem tat­säch­lich be­zahl­ten Lohn und dem nor­ma­len Lohn, den der Ver­si­cher­te nach der Ein­ar­bei­tung un­ter Be­rück­sich­ti­gung sei­ner Leis­tungs­fä­hig­keit er­war­ten darf, höchs­tens je­doch 60 Pro­zent des nor­ma­len Loh­nes.

2Sie wer­den in­ner­halb der Rah­men­frist für längs­tens sechs Mo­na­te, in Aus­nah­me­fäl­len für längs­tens zwölf Mo­na­te aus­ge­rich­tet.2

2bisVer­si­cher­te über 50 Jah­re ha­ben An­spruch auf zwölf Mo­na­te Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se.3

3Die Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se wer­den nach je­dem Drit­tel der vor­ge­se­he­nen Ein­ar­bei­tungs­zeit, frü­he­s­tens aber nach je­weils zwei Mo­na­ten, um je einen Drit­tel des ur­sprüng­li­chen Be­tra­ges ge­kürzt. Ver­si­cher­ten über 50 Jah­re wer­den die Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se ab dem Mo­nat, wel­cher der Hälf­te der Mass­nah­men­dau­er folgt, um einen Drit­tel ge­kürzt.45

4Die Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se wer­den zu­sam­men mit dem ver­ein­bar­ten Lohn vom Ar­beit­ge­ber aus­be­zahlt. Der Ar­beit­ge­ber hat dar­auf die üb­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zu ent­rich­ten und dem Ar­beit­neh­mer den auf ihn ent­fal­len­den An­teil ab­zu­zie­hen.6


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2125; BBl 1989 III 377).

Art. 66a Ausbildungszuschüsse

1Die Ver­si­che­rung kann Zu­schüs­se an ei­ne höchs­tens drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung von Ver­si­cher­ten ge­wäh­ren, wel­che:

a.
3
b.
min­des­tens 30 Jah­re alt sind; und
c.4
über kei­ne ab­ge­schlos­se­ne oder in der Schweiz an­er­kann­te be­ruf­li­che Aus­bil­dung ver­fü­gen oder in ih­rem er­lern­ten Be­ruf er­heb­li­che Schwie­rig­kei­ten ha­ben, ei­ne Stel­le zu fin­den.

2In be­grün­de­ten Fäl­len kann die Aus­gleichs­stel­le ei­ne Ab­wei­chung von der Aus­bil­dungs­dau­er und der Al­ters­gren­ze nach Ab­satz 1 be­wil­li­gen.5

3Kei­ne Aus­bil­dungs­zu­schüs­se er­hal­ten Ver­si­cher­te, die:

a.
über einen in der Schweiz an­er­kann­ten Ab­schluss ei­ner Hoch­schu­le oder ei­ner hö­he­ren Fach­schu­le oder über ei­ne min­des­tens drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung oh­ne Ab­schluss an ei­ner die­ser Aus­bil­dungs­stät­ten ver­fü­gen; oder
b.
ei­ne eid­ge­nös­si­sche Be­rufs- oder hö­he­re Fach­prü­fung be­stan­den ha­ben.6

4Aus­bil­dungs­zu­schüs­se wer­den nur ge­währt, wenn ein Aus­bil­dungs­ver­trag vor­liegt, der ein Aus­bil­dungs­kon­zept und nach Ab­schluss der Aus­bil­dung ein Zeug­nis vor­sieht.7


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 66b


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 66c Höhe und Dauer der Ausbildungszuschüsse

1Der Ar­beit­ge­ber be­zahlt dem Ar­beit­neh­mer die Aus­bil­dungs­zu­schüs­se und ei­ne Ent­löh­nung, die min­des­tens gleich hoch ist wie der Lohn wäh­rend ei­ner ent­spre­chen­den be­ruf­li­chen Grund­bil­dung und die an­ge­mes­sen auf sei­ne be­ruf­li­chen Er­fah­run­gen Rück­sicht nimmt. Er ent­rich­tet auf den Aus­bil­dungs­zu­schüs­sen und dem Lohn die üb­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und zieht dem Ar­beit­neh­mer den auf ihn ent­fal­len­den An­teil ab.2

2Die Aus­bil­dungs­zu­schüs­se ent­spre­chen der Dif­fe­renz zwi­schen dem tat­säch­lich aus­be­zahl­ten Lohn und ei­nem Höchst­be­trag, der vom Bun­des­rat fest­ge­legt wird.

3Die Kas­se zahlt dem Ar­beit­ge­ber ge­gen Vor­la­ge ei­ner mo­nat­li­chen Ab­rech­nung die Aus­bil­dungs­zu­schüs­se, den Ar­beit­ge­be­ran­teil der auf den Aus­bil­dungs­zu­schüs­sen ent­rich­te­ten So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und den ge­sam­ten Ar­beit­ge­ber­bei­trag an die be­ruf­li­che Vor­sor­ge.3

4Die Rah­men­frist ver­län­gert sich bis zum En­de der be­wil­lig­ten Aus­bil­dung.4


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 67


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 68 Pendlerkosten- und Wochenaufenthalterbeiträge. Anspruchsvoraussetzungen

1Die Ver­si­che­rung ge­währt Ver­si­cher­ten Pend­ler­kos­ten- oder Wo­chen­auf­ent­hal­ter­bei­trä­ge, wenn:

a.
ih­nen in ih­rer Wohn­orts­re­gi­on kei­ne zu­mut­ba­re Ar­beit ver­mit­telt wer­den kann; und
b.
sie die Bei­trags­zeit nach Ar­ti­kel 13 er­füllt ha­ben.

2Die be­trof­fe­nen Ver­si­cher­ten er­hal­ten die Bei­trä­ge in­ner­halb der Rah­men­frist wäh­rend längs­tens sechs Mo­na­ten.

3Sie er­hal­ten nur so weit Bei­trä­ge, als ih­nen im Ver­gleich zu ih­rer letz­ten Tä­tig­keit durch die aus­wär­ti­ge Ar­beit fi­nan­zi­el­le Ein­bus­sen ent­ste­hen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 69 Pendlerkostenbeitrag

Der Pend­ler­kos­ten­bei­trag deckt die nach­ge­wie­se­nen not­wen­di­gen Fahr­kos­ten von Ver­si­cher­ten, die täg­lich vom neu­en Ar­beit­s­ort an ih­ren Wohn­ort zu­rück­keh­ren.

Art. 70 Wochenaufenthalterbeitrag

Der Bei­trag an Wo­chen­auf­ent­hal­ter deckt Kos­ten, die dem Ver­si­cher­ten da­durch ent­ste­hen, dass er nicht täg­lich an sei­nen Wohn­ort zu­rück­keh­ren kann. Er setzt sich zu­sam­men aus ei­ner Pau­schal­ent­schä­di­gung für die aus­wär­ti­ge Un­ter­kunft und den Mehr­kos­ten der Ver­pfle­gung so­wie aus dem Er­satz der nach­ge­wie­se­nen not­wen­di­gen Kos­ten für ei­ne Fahrt pro Wo­che vom Wohn­ort an den Ar­beit­s­ort und zu­rück.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 71


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 71a Unterstützung zur Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit

1Die Ver­si­che­rung kann Ver­si­cher­te, die ei­ne dau­ern­de selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf­neh­men wol­len, durch die Aus­rich­tung von höchs­tens 90 Tag­gel­dern wäh­rend der Pla­nungs­pha­se ei­nes Pro­jek­tes un­ter­stüt­zen.3

2Die Ver­si­che­rung kann zu­guns­ten die­ses Per­so­nen­krei­ses 20 Pro­zent des Ver­lust­ri­si­kos für ei­ne nach Mass­ga­be des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20064 über die Fi­nanz­hil­fen an ge­wer­be­ori­en­tier­te Bürg­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen ge­währ­te Bürg­schaft über­neh­men. Der Tag­geldan­spruch des Ver­si­cher­ten wird im Ver­lust­fall um den vom Aus­gleichs­fonds be­zahl­ten Be­trag her­ab­ge­setzt.5


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 SR 951.25
5 Fas­sung ge­mä­ss Art. 13 Ziff. 2 des BG vom 6. Okt. 2006 über die Fi­nanz­hil­fen an ge­wer­be­ori­en­tier­te Bürg­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen, in Kraft seit 15. Ju­li 2007 (AS 2007 693; BBl 2006 2975 3003).

Art. 71b Anspruchsvoraussetzungen

1Ver­si­cher­te kön­nen die Un­ter­stüt­zung nach Ar­ti­kel 71a Ab­satz 1 be­an­spru­chen, wenn sie:

a.2
oh­ne ei­ge­nes Ver­schul­den ar­beits­los sind;
b.
3
c.
min­des­tens 20 Jah­re alt sind; und
d.
ein Grob­pro­jekt zur Auf­nah­me ei­ner wirt­schaft­lich trag­fä­hi­gen und dau­er­haf­ten selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit vor­wei­sen.

2Ver­si­cher­te, die ei­ner vom Bund an­er­kann­ten Or­ga­ni­sa­ti­on nach Ar­ti­kel 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20064 über die Fi­nanz­hil­fen an ge­wer­be­ori­en­tier­te Bürg­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen in­nert neun Mo­na­ten kon­trol­lier­ter Ar­beits­lo­sig­keit ein aus­ge­ar­bei­te­tes Pro­jekt zur Auf­nah­me ei­ner wirt­schaft­lich trag­fä­hi­gen und dau­er­haf­ten selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit vor­le­gen und die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und c er­fül­len, kön­nen die Un­ter­stüt­zung nach Ar­ti­kel 71a Ab­satz 2 be­an­spru­chen.5

3Wäh­rend der Pla­nungs­pha­se muss der Ver­si­cher­te nicht ver­mitt­lungs­fä­hig sein; er ist von sei­nen Pflich­ten nach Ar­ti­kel 17 be­freit.6


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 SR 951.25
5 Fas­sung ge­mä­ss Art. 13 Ziff. 2 des BG vom 6. Okt. 2006 über die Fi­nanz­hil­fen an ge­wer­be­ori­en­tier­te Bürg­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen, in Kraft seit 15. Ju­li 2007 (AS 2007 693; BBl 2006 2975 3003).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 71c


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 71d Abschluss der Planungsphase

1Der Ver­si­cher­te muss der zu­stän­di­gen Amts­stel­le nach Ab­schluss der Pla­nungs­pha­se, spä­tes­tens aber mit dem Be­zug des letz­ten Tag­gel­des mit­tei­len, ob er ei­ne selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf­nimmt. Hat der Ver­si­cher­te ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on nach Ar­ti­kel 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20062 über die Fi­nanz­hil­fen an ge­wer­be­ori­en­tier­te Bürg­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen ein Pro­jekt zur Be­ur­tei­lung vor­ge­legt, so ob­liegt die Mit­tei­lungs­pflicht die­ser.3

2Nimmt die ver­si­cher­te Per­son ei­ne selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf, so wird für den all­fäl­li­gen Be­zug wei­te­rer Tag­gel­der die lau­fen­de Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug um zwei Jah­re ver­län­gert.4 Die Tag­gel­der dür­fen ins­ge­samt die Höchst­zahl nach Ar­ti­kel 27 nicht über­stei­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 SR 951.25
3 Fas­sung ge­mä­ss Art. 13 Ziff. 2 des BG vom 6. Okt. 2006 über die Fi­nanz­hil­fen an ge­wer­be­ori­en­tier­te Bürg­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen, in Kraft seit 15. Ju­li 2007 (AS 2007 693; BBl 2006 2975 3003).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 72


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 72a-72c


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Siebentes Kapitel: Weitere Massnahmen

Art. 73 Beiträge zur Förderung der Arbeitsmarktforschung

1Die Ver­si­che­rung kann im Hin­blick auf die Schaf­fung ei­nes aus­ge­gli­che­nen Ar­beits­mark­tes die an­ge­wand­te Ar­beits­markt­for­schung durch Bei­trä­ge för­dern.

2Über Bei­trä­ge ent­schei­det die Auf­sichts­kom­mis­si­on. Sol­che Bei­trä­ge be­tra­gen 20-50 Pro­zent der an­re­chen­ba­ren Kos­ten. Der Bun­des­rat be­stimmt die an­re­chen­ba­ren Kos­ten.1

3Die Aus­gleichs­stel­le kann mit Zu­stim­mung der Auf­sichts­kom­mis­si­on sel­ber For­schungs­auf­trä­ge er­tei­len. Sie deckt die vol­len Kos­ten, so­weit sie nicht mit an­dern Stel­len die Kos­ten­tei­lung ver­ein­bart hat.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 73a Evaluation

Die Aus­gleichs­stel­le sorgt nach Rück­spra­che mit der Auf­sichts­kom­mis­si­on da­für, dass die Mass­nah­men der Ver­si­che­rung auf ih­re Wirk­sam­keit über­prüft wer­den. Wich­ti­ge Eva­lua­ti­ons­er­geb­nis­se wer­den dem Bun­des­rat zur Kennt­nis ge­bracht und ver­öf­fent­licht.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 74-75


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 75a Pilotversuche

1Nach Rück­spra­che mit der Auf­sichts­kom­mis­si­on kann die Aus­gleichs­stel­le zeit­lich be­fris­te­te, vom Ge­setz ab­wei­chen­de Pi­lot­ver­su­che zu­las­sen. Sol­che Ver­su­che kön­nen be­wil­ligt wer­den, so­fern sie da­zu die­nen:

a.
Er­fah­run­gen mit neu­en ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men zu sam­meln;
b.
be­ste­hen­de Ar­beitsplät­ze zu er­hal­ten; oder
c.
Ar­beits­lo­se wie­der ein­zu­glie­dern.

2Bei Mass­nah­men nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a sind Ab­wei­chun­gen von den Ar­ti­keln 1a-6, 8, 16, 18 Ab­sät­ze 1 und 1bis, 18a, 18b, 18c, 22-27, 30, 51-58 und 90-121 aus­ge­schlos­sen.

3Bei Mass­nah­men nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c sind Ab­wei­chun­gen von den Ar­ti­keln 1a-6, 16, 51-58 und 90-121 aus­ge­schlos­sen.

4Die ge­setz­li­chen An­sprü­che der Leis­tungs­emp­fän­ger dür­fen durch Pi­lot­ver­su­che nicht be­ein­träch­tigt wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 75b Einführung neuer arbeitsmarktlicher Massnahmen

Der Bun­des­rat kann die im Rah­men von Pi­lot­ver­su­chen nach Ar­ti­kel 75a durch­ge­führ­ten neu­en ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men, die sich be­währt ha­ben, auf höchs­tens vier Jah­re be­fris­tet ein­füh­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Vierter Titel: Organisation

Erstes Kapitel: Durchführungsorgane

Art. 76

1Mit der Durch­füh­rung der Ver­si­che­rung sind be­auf­tragt:

a.
die öf­fent­li­chen und die an­er­kann­ten pri­va­ten Ar­beits­lo­sen­kas­sen (Art. 77-82);
b.
die Aus­gleichs­stel­le der Ver­si­che­rung mit dem Aus­gleichs­fonds (Art. 83 und 84);
c.
die von den Kan­to­nen be­zeich­ne­ten kan­to­na­len Durch­füh­rungs­or­ga­ne: die kan­to­na­le Amts­stel­le (Art. 85), die Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren (RAV, Art. 85b) und die Lo­gis­tik­stel­le für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men (LAM-Stel­le, Art. 85c);
d.
die tri­par­ti­ten Kom­mis­sio­nen (Art. 85d);
e.
die AHV-Aus­gleichs­kas­sen (Art. 86);
f.
die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le der AHV (Art. 87);
g.
die Ar­beit­ge­ber (Art. 88);
h.
die Auf­sichts­kom­mis­si­on (Art. 89).1

2Die Kan­to­ne und die So­zi­al­part­ner wir­ken bei der Durch­füh­rung mit; der Bund führt die Auf­sicht.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Zweites Kapitel: Arbeitslosenkassen

Art. 77 Öffentliche Kassen

1In je­dem Kan­ton be­steht ei­ne öf­fent­li­che Kas­se, die al­len ver­si­cher­ten Ein­woh­nern des Kan­tons und den im Kan­ton ar­bei­ten­den ver­si­cher­ten Grenz­gän­gern zur Ver­fü­gung steht. Sie steht fer­ner den im Kan­ton ge­le­ge­nen Be­trie­ben zur Ver­fü­gung, um für al­le be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer, un­ab­hän­gig von ih­rem Wohn­ort, die Kurz­ar­beits- und Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung aus­zu­rich­ten. Sie ist zu­stän­dig zur Aus­zah­lung der In­sol­ven­zent­schä­di­gung (Art. 53 Abs. 1).

2Trä­ger der Kas­se ist der Kan­ton.

31

4 Meh­re­re Kan­to­ne kön­nen mit Zu­stim­mung des Staats­se­kre­ta­ri­ats für Wirt­schaft (SE­CO)2 für ih­re Ge­bie­te ei­ne ge­mein­sa­me öf­fent­li­che Kas­se füh­ren.


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt. Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

Art. 78 Private Kassen

1Ar­beit­neh­mer- und Ar­beit­ge­ber­or­ga­ni­sa­tio­nen von ge­samtschwei­ze­ri­scher, re­gio­na­ler oder kan­to­na­ler Be­deu­tung kön­nen ein­zeln oder ge­mein­sam pri­va­te Kas­sen er­rich­ten. Sie müs­sen da­für die An­er­ken­nung der Aus­gleichs­stel­le ein­ho­len. Kas­sen wer­den an­er­kannt, wenn ih­re Trä­ger Ge­währ für ei­ne ord­nungs­ge­mäs­se und ra­tio­nel­le Ge­schäfts­füh­rung bie­ten.

2Pri­va­te Kas­sen kön­nen ih­ren Tä­tig­keits­be­reich auf ein be­stimm­tes Ge­biet oder auf einen be­stimm­ten Per­so­nen- oder Be­rufs­kreis be­schrän­ken.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 79 Errichtung, Organisation und Rechtsnatur der Kassen

1Die Trä­ger ord­nen in ei­nem Re­gle­ment die Or­ga­ni­sa­ti­on ih­rer Kas­se, all­fäl­li­ge Be­schrän­kun­gen des Tä­tig­keits­be­reichs so­wie, wenn die Kas­se meh­re­re Trä­ger hat, die in­ter­nen Haf­tungs­ver­hält­nis­se. Sie müs­sen das Re­gle­ment der Aus­gleichs­stel­le zur Ge­neh­mi­gung vor­le­gen.1

2Die Kas­sen ha­ben kei­ne ei­ge­ne Rechts­per­sön­lich­keit, han­deln je­doch nach aus­sen im ei­ge­nen Na­men und kön­nen vor den Or­ga­nen der Recht­spre­chung als Par­tei auf­tre­ten.

3Der Zah­lungs­ver­kehr ei­ner pri­va­ten Kas­se muss, mit Aus­nah­me von Ba­r­aus­zah­lun­gen, über Bank- oder Post­check­kon­ten ab­ge­wi­ckelt wer­den, die aus­sch­liess­lich für die­sen Zweck ver­wen­det wer­den dür­fen.2 Im Kon­kurs des Trä­gers fal­len die Gut­ha­ben auf die­sen Kon­ten nicht in die Kon­kurs­mas­se. Ar­ti­kel 242 SchKG3 gilt sinn­ge­mä­ss.


1 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 SR 281.1

Art. 80 Wegfall der Anerkennung

1Pri­va­te Kas­sen kön­nen durch schrift­li­che Mit­tei­lung an die Aus­gleichs­stel­le auf die An­er­ken­nung ver­zich­ten.1 Der Ver­zicht wird un­ter Vor­be­halt be­son­de­rer Ver­hält­nis­se auf En­de des Ka­len­der­jah­res wirk­sam, frü­he­s­tens aber nach sechs Mo­na­ten.

2Die Aus­gleichs­stel­le kann pri­va­ten Kas­sen die An­er­ken­nung ent­zie­hen, wenn:2

a.
die Ge­schäfts­füh­rung nicht ord­nungs­ge­mä­ss oder nicht ra­tio­nell ist und die Män­gel trotz Mah­nung durch die Aus­gleichs­stel­le nicht in­nert nütz­li­cher Frist be­ho­ben wer­den;
b.
die Kas­se for­mel­le Wei­sun­gen der Aus­gleichs­stel­le wie­der­holt miss­ach­tet oder
c.
der Trä­ger sei­nen ge­setz­li­chen Haf­tungs­ver­pflich­tun­gen nicht nach­kommt.

3Mit dem Weg­fall der An­er­ken­nung gilt die Kas­se als auf­ge­löst und wird li­qui­diert.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 81 Aufgaben der Kassen

1Die Kas­sen er­fül­len ins­be­son­de­re die fol­gen­den Auf­ga­ben:

a.
sie klä­ren die An­spruchs­be­rech­ti­gung ab, so­weit die­se Auf­ga­be nicht aus­drück­lich ei­ner an­de­ren Stel­le vor­be­hal­ten ist;
b.
sie stel­len den Ver­si­cher­ten in den Fäl­len von Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 in der An­spruchs­be­rech­ti­gung ein, so­weit die­se Be­fug­nis nicht nach Ab­satz 2 der kan­to­na­len Amts­stel­le zu­steht;
c.
sie rich­ten die Leis­tun­gen aus, so­weit das Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt;
d.
sie ver­wal­ten das Be­triebs­ka­pi­tal nach den Be­stim­mun­gen der Ver­ord­nung;
e.1
sie le­gen nach den Wei­sun­gen der Aus­gleichs­stel­le pe­ri­odisch Rech­nung ab.

2Die Kas­se kann einen Fall der kan­to­na­len Amts­stel­le zum Ent­scheid un­ter­brei­ten, wenn Zwei­fel be­ste­hen:2

a.
ob der Ver­si­cher­te an­spruchs­be­rech­tigt ist;
b.
ob, für wie vie­le Ta­ge oder auf wel­chen Zeit­punkt ein Ver­si­cher­ter in der An­spruchs­be­rech­ti­gung ein­ge­stellt wer­den muss.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 82 Haftung der Kassenträger gegenüber dem Bund

1Der Trä­ger haf­tet dem Bund für Schä­den, die sei­ne Kas­se durch man­gel­haf­te Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ab­sicht­lich oder fahr­läs­sig ver­ur­sacht.2

2Meh­re­re Trä­ger ei­ner Kas­se haf­ten so­li­da­risch.

3Die Aus­gleichs­stel­le macht Scha­den­er­satz­an­sprü­che durch Ver­fü­gung gel­tend. Bei leich­tem Ver­schul­den kann sie auf das Gel­tend­ma­chen ih­rer An­sprü­che ver­zich­ten.3

4Die vom Trä­ger ge­leis­te­ten Zah­lun­gen wer­den dem Aus­gleichs­fonds gut­ge­schrie­ben.

5Der Aus­gleichs­fonds ver­gü­tet dem Trä­ger der Kas­se das Haf­tungs­ri­si­ko an­ge­mes­sen. Der Bun­des­rat legt die Hö­he der Haf­tungs­ri­si­ko­ver­gü­tung fest und be­stimmt, in wel­chem Um­fang der Trä­ger der Kas­se pro Scha­den­fall be­las­tet wird.4

6Die Haf­tung er­lischt, wenn die Aus­gleichs­stel­le nicht in­nert ei­nes Jah­res seit Kennt­nis des Scha­dens ei­ne Ver­fü­gung er­lässt, auf al­le Fäl­le zehn Jah­re nach der schä­di­gen­den Hand­lung.5


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

Art. 82a Haftung gegenüber Versicherten und Dritten

1Er­satz­an­sprü­che von Ver­si­cher­ten und Drit­ten nach Ar­ti­kel 78 ATSG2 sind bei der zu­stän­di­gen Kas­se gel­tend zu ma­chen; die­se ent­schei­det dar­über durch Ver­fü­gung.

2Die Haf­tung er­lischt, wenn der Ge­schä­dig­te sein Be­geh­ren nicht in­nert ei­nes Jah­res nach Kennt­nis des Scha­dens ein­reicht, auf al­le Fäl­le zehn Jah­re nach der schä­di­gen­den Hand­lung.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1

Drittes Kapitel: Übrige Durchführungsstellen

Art. 83 Ausgleichsstelle der Arbeitslosenversicherung

1Die Aus­gleichs­stel­le:

a.
ver­bucht die beim Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ein­ge­gan­ge­nen Bei­trä­ge;
b.
führt die Rech­nung des Aus­gleichs­fonds;
c.1
prüft pe­ri­odisch die Ge­schäfts­füh­rung der Kas­sen und der kan­to­na­len Amts­stel­len; die Prü­fung der Kas­sen kann sie ganz oder teil­wei­se den Kan­to­nen oder Drit­ten über­tra­gen;
cbis.2prüft die Er­fül­lung der den Kas­sen und den kan­to­na­len Amts­stel­len über­tra­ge­nen Auf­ga­ben;
d.
über­prüft die Aus­zah­lun­gen der Kas­sen oder über­trägt die Re­vi­si­on ganz oder teil­wei­se den Kan­to­nen oder ei­ner an­de­ren Stel­le;
e.3
er­teilt den Kas­sen­trä­gern und den kan­to­na­len Amts­stel­len Wei­sun­gen;
f.4
ent­schei­det über Er­satz­an­sprü­che des Bun­des ge­gen­über dem Trä­ger, dem Kan­ton, dem Ar­beit­ge­ber und der AHV-Aus­gleichs­kas­se (Art. 82, 85d, 88 und 89a);
g.
weist den Kas­sen nach den Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes und der Ver­ord­nung die nö­ti­gen Mit­tel aus dem Aus­gleichs­fonds zu;
h.5
trifft Vor­keh­ren zur Ver­hin­de­rung un­ge­recht­fer­tig­ter Be­zü­ge und setzt da­zu bei an­dau­ern­der und er­heb­li­cher Ar­beits­lo­sig­keit aus­ser­or­dent­li­che In­spek­to­ren ein;
i.6
be­treibt In­for­ma­ti­ons­sys­te­me zur Er­fül­lung der ge­setz­li­chen Auf­ga­ben so­wie für sta­tis­ti­sche Zwe­cke;
k.7
trifft die Ent­schei­de nach Ar­ti­kel 59c Ab­satz 3 und rich­tet die Bei­trä­ge nach den Ar­ti­keln 62 und 64b aus;
l.
über­wacht die Ent­schei­de der kan­to­na­len Amts­stel­len;
m.8ent­schei­det über die An­re­chen­bar­keit von Ver­wal­tungs­kos­ten der Kas­sen, der kan­to­na­len Amts­stel­le, der Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren und der Lo­gis­tik­stel­len für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men;
n.
sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on mit den üb­ri­gen So­zi­al­ver­si­che­run­gen;
nbis.9 sorgt zu­sam­men mit den Kan­to­nen für die Zu­sam­men­ar­beit im Rah­men des EU­RES-Net­zes (Eu­ro­pean Em­ploy­ment Ser­vices) nach Ar­ti­kel 11 des An­hangs I zum Ab­kom­men vom 21. Ju­ni 199910 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men);
o.11
führt das In­for­ma­tik­zen­trum der Ar­beits­lo­sen­kas­sen;
p.12
ko­or­di­niert die Durch­füh­rung von ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men und kann sol­che kon­zep­tio­nell vor­be­rei­ten;
q.13
trifft Vor­keh­ren zur An­wen­dung von Ar­ti­kel 59a;
r.14
ent­schei­det in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 35 ATSG15 Strei­tig­kei­ten über die ört­li­che Zu­stän­dig­keit der kan­to­na­len Amts­stel­len;
s.16
ent­schei­det Fäl­le nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 1bis, die ihr von der kan­to­na­len Amts­stel­le un­ter­brei­tet wer­den.

2Die Aus­gleichs­stel­le un­ter­brei­tet der Auf­sichts­kom­mis­si­on:

a.
die Be­triebs- und Ver­mö­gens­rech­nung des Aus­gleichs­fonds so­wie den Jah­res­be­richt zur Stel­lung­nah­me zu­han­den des Bun­des­ra­tes;
b.
wei­te­re pe­ri­odi­sche Rech­nungs­ab­la­gen;
c.17
pe­ri­odi­sche Be­rich­te über Ge­schäfts­füh­rungs­prü­fun­gen und Re­vi­sio­nen der Aus­zah­lun­gen bei den Kas­sen so­wie über die Ent­schei­de der kan­to­na­len Amts­stel­len im Be­reich der ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men;
d.18
Ge­su­che um Bei­trä­ge zur För­de­rung der Ar­beits­markt­for­schung (Art. 73);
e.19
die Re­chen­schafts­be­rich­te nach Ar­ti­kel 59c Ab­satz 3;
f.20
Bud­get und Rech­nung des In­for­ma­tik­zen­trums.

3Das SE­CO führt die Aus­gleichs­stel­le.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2772; BBl 2000 255).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
9 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 15 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und Um­set­zung des Prot. über die Aus­deh­nung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens auf die neu­en EG-Mit­glied­staa­ten zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits so­wie über die Ge­neh­mi­gung der Re­vi­si­on der flan­kie­ren­den Mass­nah­men zur Per­so­nen­frei­zü­gig­keit (AS 2006 979; BBl 2004 5891 6565). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des BB vom 17. Ju­ni 2016 (Aus­deh­nung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens auf die Re­pu­blik Kroa­ti­en), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 5233; BBl 2016 2223).
10 SR 0.142.112.681
11 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
13 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
14 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
15 SR 830.1
16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
19 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 83a Revision und Arbeitgeberkontrolle

1Stellt die Aus­gleichs­stel­le fest, dass die ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten nicht oder nicht rich­tig an­ge­wen­det wur­den, so er­teilt sie der Kas­se oder der zu­stän­di­gen Amts­stel­le die er­for­der­li­chen Wei­sun­gen.

2Vor­be­hal­ten bleibt der Er­lass ei­ner Ver­fü­gung nach den Ar­ti­keln 82 Ab­satz 3 und 85g Ab­satz 2.

3Bei Ar­beit­ge­ber­kon­trol­len ver­fügt die Aus­gleichs­stel­le. Das In­kas­so ob­liegt der Kas­se.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 84 Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung

1Der Aus­gleichs­fonds ist ein recht­lich un­selb­stän­di­ger Fonds mit ei­ge­ner Rech­nung.

2Die Aus­zah­lun­gen für die ver­schie­de­nen Leis­tungs­ar­ten (Art. 7) wer­den in der Rech­nung ge­son­dert aus­ge­wie­sen.

3Das Ver­mö­gen des Aus­gleichs­fonds wird vom Bund ver­wal­tet.

4Es ist ge­mä­ss den Richt­li­ni­en der Auf­sichts­kom­mis­si­on auf Rech­nung der Ver­si­che­rung so an­zu­le­gen, dass ei­ne ge­nü­gen­de Li­qui­di­tät, Si­cher­heit so­wie ein markt­kon­for­mer Er­trag ge­währ­leis­tet sind.1

5Die Jah­res­rech­nung und die Bi­lanz wer­den ver­öf­fent­licht.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 85 Kantonale Amtsstellen

1Die kan­to­na­len Amts­stel­len:

a.1
be­ra­ten die Ar­beits­lo­sen und be­mü­hen sich, ih­nen Ar­beit zu ver­mit­teln, al­len­falls in Zu­sam­men­ar­beit mit pa­ri­tä­ti­schen oder von Trä­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen ge­führ­ten Stel­len­ver­mitt­lungs­in­sti­tu­tio­nen oder mit pri­va­ten Stel­len­ver­mitt­lern; sie sor­gen in­ner­halb des ers­ten Mo­nats kon­trol­lier­ter Ar­beits­lo­sig­keit für ei­ne um­fas­sen­de Ab­klä­rung der Wie­der­ein­glie­de­rungs­mög­lich­kei­ten des Ver­si­cher­ten;
b.
klä­ren die An­spruchs­be­rech­ti­gung ab, so­weit ih­nen die­se Auf­ga­be durch die­ses Ge­setz über­tra­gen ist;
c.
ent­schei­den über die Zu­mut­bar­keit ei­ner Ar­beit, wei­sen den Ver­si­cher­ten zu­mut­ba­re Ar­beit zu und er­tei­len ih­nen Wei­sun­gen nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 3;
d.
über­prü­fen die Ver­mitt­lungs­fä­hig­keit der Ar­beits­lo­sen;
e.2
ent­schei­den die Fäl­le, die ih­nen von den Kas­sen nach den Ar­ti­keln 81 Ab­satz 2 und 95 Ab­satz 3 un­ter­brei­tet wer­den;
f.
füh­ren die Kon­troll­vor­schrif­ten des Bun­des­ra­tes durch;
g.
stel­len den Ver­si­cher­ten in den in Ar­ti­kel 30 Ab­sät­ze 2 und 4 vor­ge­se­he­nen Fäl­len in der An­spruchs­be­rech­ti­gung ein und ent­schei­den über Ab­zü­ge vom An­spruch auf Kurz­ar­beits- oder Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung (Art. 41 Abs. 5 und 50);
h.3
neh­men Stel­lung zu Ge­su­chen um Bei­trä­ge für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men (Art. 59c Abs. 3) und sor­gen für ein be­darfs­be­zo­ge­nes und aus­rei­chen­des An­ge­bot an sol­chen Mass­nah­men;
i.4
üben die üb­ri­gen Be­fug­nis­se aus, die ih­nen das Ge­setz über­trägt, ins­be­son­de­re nach den Ar­ti­keln 36 Ab­satz 4, 45 Ab­satz 4 und 59c Ab­satz 2;
j.5
er­stat­ten der Aus­gleichs­stel­le zu­han­den der Auf­sichts­kom­mis­si­on pe­ri­odisch Be­richt über ih­re Ent­schei­de im Be­reich der ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men;
k.6
le­gen nach den Wei­sun­gen der Aus­gleichs­stel­le zu­han­den der Auf­sichts­kom­mis­si­on pe­ri­odisch Rech­nung ab über die Ver­wal­tungs­kos­ten der kan­to­na­len Amts­stel­le, der Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren und der Lo­gis­tik­stel­len für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men.

27


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

Art. 85a


1 Ein­ge­fügt durch Art. 42 Abs. 1 des BG vom 6. Okt. 1989 über die Ar­beits­ver­mitt­lung und den Per­so­nal­ver­leih (AVG) (AS 1991 392; BBl 1985 III 556). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 85b Regionale Arbeitsvermittlungszentren

1Die Kan­to­ne rich­ten Re­gio­na­le Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren ein. Sie über­tra­gen ih­nen Auf­ga­ben der kan­to­na­len Amts­stel­le. Sie kön­nen ih­nen die Durch­füh­rung der An­mel­dung zur Ar­beits­ver­mitt­lung nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 über­tra­gen.2

2Die Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren kön­nen zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben Pri­va­te bei­zie­hen.

3Die Kan­to­ne mel­den der Aus­gleichs­stel­le die dem re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­trum über­tra­ge­nen Auf­ga­ben und Kom­pe­ten­zen.

4Der Bun­des­rat legt die be­ruf­li­chen An­for­de­run­gen für die mit der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung be­trau­ten Per­so­nen fest.3


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 85c Logistikstellen für arbeitsmarktliche Massnahmen

Je­der Kan­ton kann zur Be­reit­stel­lung ar­beits­markt­li­cher Mass­nah­men höchs­tens ei­ne Lo­gis­tik­stel­le ein­rich­ten. Er kann ihr Auf­ga­ben der kan­to­na­len Amts­stel­le über­tra­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 85d Tripartite Kommissionen

1Die tri­par­ti­ten Kom­mis­sio­nen be­ra­ten die Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren und er­tei­len die Zu­stim­mung nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be i.

2Die Kan­to­ne be­zeich­nen die für die ein­zel­nen Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren zu­stän­di­gen tri­par­ti­ten Kom­mis­sio­nen. Die­se set­zen sich je­weils aus gleich vie­len Ver­tre­tern von Ar­beit­ge­bern, Ar­beit­neh­mern und der Ar­beits­markt­be­hör­de zu­sam­men. Je ein Ver­tre­ter der öf­fent­li­chen Kas­se und der kan­to­na­len Be­rufs­bil­dungs­be­hör­de ge­hö­ren der tri­par­ti­ten Kom­mis­si­on mit be­ra­ten­der Stim­me an.

3Die tri­par­ti­ten Kom­mis­sio­nen ha­ben das Recht, von den Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren über de­ren Tä­tig­keit in­for­miert zu wer­den.

4Die Kan­to­ne kön­nen den tri­par­ti­ten Kom­mis­sio­nen im Ein­ver­ständ­nis mit den So­zi­al­part­nern Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 85 über­tra­gen.

5Die Ver­tre­ter der So­zi­al­part­ner in den tri­par­ti­ten Kom­mis­sio­nen wir­ken in ih­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen dar­auf hin, dass die­se zu ei­nem aus­rei­chen­den An­ge­bot an ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men bei­tra­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002 (AS 2002 3453; BBl 2002 803). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 85e Förderung der interkantonalen Zusammenarbeit

1Meh­re­re Kan­to­ne kön­nen mit Zu­stim­mung der Aus­gleichs­stel­le für ih­re Ge­bie­te ei­ne ge­mein­sa­me kan­to­na­le Amts­stel­le, ge­mein­sa­me Re­gio­na­le Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren und ge­mein­sa­me Lo­gis­tik­stel­len für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men füh­ren.

2Der Bun­des­rat und die Aus­gleichs­stel­le ge­ben den Kan­to­nen be­trieb­li­che und fi­nan­zi­el­le Rah­men­be­din­gun­gen vor, wel­che die in­ter­kan­to­na­le Zu­sam­men­ar­beit för­dern.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 85f Förderung der interinstitutionellen Zusammenarbeit

1Die kan­to­na­len Amts­stel­len, die Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren, die Lo­gis­tik­stel­len für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men und die Kas­sen ar­bei­ten eng zu­sam­men mit:

a.
den Be­rufs­be­ra­tungs­stel­len;
b.
den So­zi­al­diens­ten;
c.
den Durch­füh­rungs­or­ga­nen der kan­to­na­len Ar­beits­lo­sen­hil­fe­ge­set­ze;
d.
den Durch­füh­rungs­or­ga­nen der In­va­li­den- und Kran­ken­ver­si­che­rung;
e.2
den öf­fent­li­chen und pri­va­ten Durch­füh­rungs­or­ga­nen der Asyl-, Aus­län­der- und In­te­gra­ti­ons­ge­setz­ge­bung;
f.
den kan­to­na­len Be­rufs­bil­dungs­be­hör­den;
g.
der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt (SU­VA);
h.
an­de­ren pri­va­ten und öf­fent­li­chen In­sti­tu­tio­nen, die für die Ein­glie­de­rung Ver­si­cher­ter wich­tig sind.

2Den in Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-h ge­nann­ten Stel­len kann in Ab­wei­chung von den Ar­ti­keln 32 und 33 ATSG3 im Ein­zel­fall Zu­griff auf Ak­ten so­wie Da­ten aus dem In­for­ma­ti­ons­sys­tem nach Ar­ti­kel 35a Ab­satz 1 des Ar­beits­ver­mitt­lungs­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 19894 (AVG) ge­währt wer­den, so­fern:

a.
die be­trof­fe­ne Per­son Leis­tun­gen von ei­ner die­ser Stel­len be­zieht und der Ge­wäh­rung des Zu­griffs zu­stimmt; und
b.
die ge­nann­ten Stel­len den Durch­füh­rungs­or­ga­nen der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung Ge­gen­recht ge­wäh­ren.

3Die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung und die In­va­li­den­ver­si­che­rungs­stel­len sind ge­gen­sei­tig von der Schwei­ge­pflicht (Art. 33 ATSG) ent­bun­den, so­fern:

a.
kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht; und
b.
die Aus­künf­te und Un­ter­la­gen da­zu die­nen, in Fäl­len, in de­nen die zu­stän­di­ge Kos­ten­trä­ge­rin noch nicht klar be­stimm­bar ist:
1.
die für die be­trof­fe­ne Per­son ge­eig­ne­ten Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men zu er­mit­teln, und
2.
die An­sprü­che der be­trof­fe­nen Per­son ge­gen­über der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung und der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu klä­ren.

4Der Da­ten­aus­tausch nach Ab­satz 3 darf auch oh­ne Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Per­son und in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 32 ATSG im Ein­zel­fall auch münd­lich er­fol­gen. Die be­trof­fe­ne Per­son ist an­sch­lies­send über den er­folg­ten Da­ten­aus­tausch und des­sen In­halt zu in­for­mie­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).
3 SR 830.1
4 SR 823.11

Art. 85g Haftung der Kantone gegenüber dem Bund

1Der Kan­ton haf­tet dem Bund für Schä­den, die sei­ne Amts­stel­len, sei­ne Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren, sei­ne Lo­gis­tik­stel­le für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men, sei­ne tri­par­ti­ten Kom­mis­sio­nen oder die Ar­beit­säm­ter sei­ner Ge­mein­den durch straf­ba­re Hand­lun­gen oder durch ab­sicht­li­che oder fahr­läs­si­ge Miss­ach­tung von Vor­schrif­ten ver­ur­sa­chen.

2Die Aus­gleichs­stel­le macht Scha­den­er­satz­an­sprü­che durch Ver­fü­gung gel­tend. Bei leich­tem Ver­schul­den kann sie auf das Gel­tend­ma­chen ih­rer An­sprü­che ver­zich­ten.

3Die vom Kan­ton ge­leis­te­ten Zah­lun­gen wer­den dem Aus­gleichs­fonds gut­ge­schrie­ben.

4Die Haf­tung er­lischt, wenn die Aus­gleichs­stel­le nicht in­nert ei­nes Jah­res nach Kennt­nis des Scha­dens ei­ne Ver­fü­gung er­lässt, auf al­le Fäl­le zehn Jah­re nach der schä­di­gen­den Hand­lung.

5Der Aus­gleichs­fonds ver­gü­tet dem Kan­ton das Haf­tungs­ri­si­ko an­ge­mes­sen. Der Bun­des­rat legt die Hö­he der Haf­tungs­ri­si­ko­ver­gü­tung fest und be­stimmt, in wel­chem Um­fang der Kan­ton pro Scha­den­fall be­las­tet wird.2


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 85h Haftung der Kantone gegenüber Versicherten und Dritten

1Er­satz­an­sprü­che von Ver­si­cher­ten und Drit­ten nach Ar­ti­kel 78 ATSG2 sind bei der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de gel­tend zu ma­chen; die­se ent­schei­det dar­über durch Ver­fü­gung.

2Die Haf­tung er­lischt, wenn der Ge­schä­dig­te sein Be­geh­ren nicht in­nert ei­nes Jah­res nach Kennt­nis des Scha­dens ein­reicht, auf al­le Fäl­le zehn Jah­re nach der schä­di­gen­den Hand­lung.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 SR 830.1

Art. 86 AHV-Ausgleichskassen

Die AHV-Aus­gleichs­kas­sen zie­hen die Bei­trä­ge ein und über­wei­sen sie der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le der AHV.

Art. 87 Zentrale Ausgleichsstelle der AHV

1Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le der AHV:

a.
über­wacht die Ab­rech­nun­gen der AHV-Aus­gleichs­kas­sen;
b.
über­weist die ein­ge­nom­me­nen Bei­trä­ge dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung;
c.
legt der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung jähr­lich Rech­nung ab.

2Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le der AHV und der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.

Art. 88 Arbeitgeber

1Die Ar­beit­ge­ber:

a.
rech­nen über ih­re Bei­trä­ge und die ih­rer Ar­beit­neh­mer mit der zu­stän­di­gen AHV-Aus­gleichs­kas­se ab (Art. 5 Abs. 1 und Art. 6);
b.
stel­len recht­zei­tig die Be­schei­ni­gun­gen aus, wel­che die Ar­beit­neh­mer für die Gel­tend­ma­chung von Leis­tungs­an­sprü­chen be­nö­ti­gen;
c.
er­fül­len die sie be­tref­fen­den Vor­schrif­ten über die Kurz­ar­beits-, Schlecht­wet­ter- und In­sol­ven­zent­schä­di­gung;
d.1
er­fül­len die vor­ge­schrie­be­ne Aus­kunfts- und Mel­de­pflicht; in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 28 Ab­satz 3 ATSG2 be­darf es hier­zu kei­ner Er­mäch­ti­gung durch die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen be­an­spru­chen­de Per­son.

2Sie haf­ten dem Bund für al­le Schä­den, die sie oder von ih­nen be­auf­trag­te Per­so­nen ab­sicht­lich oder fahr­läs­sig ver­ur­sa­chen. Ar­ti­kel 82 Ab­sät­ze 3 und 4 gilt sinn­ge­mä­ss.3

2bisEnt­ste­hen durch miss­bräuch­li­chen Be­zug von Leis­tun­gen Mehr­kos­ten im Rah­men der Ar­beit­ge­ber­kon­trol­le, so sind die­se von den Ar­beit­ge­bern zu tra­gen.4

2terHat der Ar­beit­ge­ber miss­bräuch­lich Kurz­ar­beits- oder Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung er­wirkt, so kann die Aus­gleichs­stel­le ver­fü­gen, dass er in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 25 Ab­satz 1 ATSG5 einen Be­trag bis zum Dop­pel­ten der er­hal­te­nen Leis­tun­gen zu be­zah­len hat. Das In­kas­so ob­liegt der Kas­se.6

3Der Scha­den­er­satz­an­spruch ver­jährt zwei Jah­re, nach­dem die Aus­gleichs­stel­le vom Scha­den Kennt­nis er­hal­ten hat, je­den­falls fünf Jah­re nach Ein­tritt des Scha­dens. Die­se Fris­ten kön­nen un­ter­bro­chen wer­den. Der Ar­beit­ge­ber kann auf die Ein­re­de der Ver­jäh­rung ver­zich­ten.7

4Wird der Scha­den­er­satz­an­spruch aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für die das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rung vor­schreibt, so gilt die­se Frist.8

5Die Haf­tung nach Ar­ti­kel 78 ATSG ist aus­ge­schlos­sen.9


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
2 SR 830.1
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
5 SR 830.1
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
7 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
8 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
9 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 89 Aufsichtskommission

1Die Auf­sichts­kom­mis­si­on für den Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung über­wacht Stand und Ent­wick­lung des Fonds und prüft Jah­res­rech­nung und Jah­res­be­richt der Ver­si­che­rung zu­han­den des Bun­des­ra­tes; sie kann den Jah­res­be­richt auch selbst er­stel­len. Sie er­lässt Richt­li­ni­en für die An­la­ge des Aus­gleichs­fonds.

2Sie berät den Bun­des­rat in al­len fi­nan­zi­el­len Fra­gen der Ver­si­che­rung, ins­be­son­de­re bei Än­de­run­gen des Bei­trags­sat­zes, wo­bei sie selbst An­trag stel­len kann, so­wie bei der Be­stim­mung der an­re­chen­ba­ren Ver­wal­tungs­kos­ten der Kas­sen, der kan­to­na­len Amts­stel­len, der Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren und der Lo­gis­tik­stel­len für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men.1

3Sie berät den Bun­des­rat im Recht­set­zungs­ver­fah­ren und kann ihm An­trä­ge stel­len, be­son­ders im Be­reich der ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men.2

4Sie ent­schei­det über Bei­trä­ge für die Ar­beits­markt­for­schung (Art. 73 Abs. 2).3 Sie ist be­fugt, zu­han­den der Aus­gleichs­stel­le im Rah­men der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten all­ge­mei­ne Richt­li­ni­en für die Durch­füh­rung ar­beits­markt­li­cher Mass­nah­men zu er­las­sen.4

5Sie hat be­züg­lich der Ver­wal­tungs­kos­ten der Kas­sen und der Kan­to­ne so­wie der Aus­gleichs­stel­le (Art. 92) ei­ne Bud­get- und Rech­nungs­kom­pe­tenz.5

6Die Kom­mis­si­on be­steht aus je sie­ben Ver­tre­tern der Ar­beit­ge­ber und der Ar­beit­neh­mer so­wie aus sie­ben Ver­tre­tern von Bund, Kan­to­nen und Wis­sen­schaft.

7Der Bun­des­rat wählt die Mit­glie­der und be­stimmt den Vor­sit­zen­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).

Art. 89a Haftung von Bundesstellen und Ausgleichskassen

1Er­satz­an­sprü­che von Ver­si­cher­ten und Drit­ten nach Ar­ti­kel 78 ATSG2 ge­gen die Aus­gleichs­stel­le, den Aus­gleichs­fonds, AHV-Aus­gleichs­kas­sen, die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le der AHV oder die Auf­sichts­kom­mis­si­on sind bei der be­tref­fen­den Stel­le ein­zu­rei­chen; die­se ent­schei­det dar­über durch Ver­fü­gung.

2Für die Haf­tung der AHV-Aus­gleichs­kas­sen ge­gen­über dem Bund gilt Ar­ti­kel 70 AHVG3 sinn­ge­mä­ss. Die An­sprü­che wer­den von der Aus­gleichs­stel­le durch Ver­fü­gung gel­tend ge­macht.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1
3 SR 831.10

Fünfter Titel: Finanzierung

Art. 90 Beschaffung der Mittel

Die Ver­si­che­rung wird fi­nan­ziert durch:

a.
Bei­trä­ge der Ver­si­cher­ten und der Ar­beit­ge­ber (Art. 3);
b.
ei­ne Be­tei­li­gung des Bun­des an den Kos­ten für Ver­mitt­lung und ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men;
c.
die Ver­mö­gen­ser­trä­ge des Aus­gleichs­fonds.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 90a Beteiligung des Bundes

1 Die Be­tei­li­gung nach Ar­ti­kel 90 Buch­sta­be b be­trägt 0,159 Pro­zent der von der Bei­trags­pflicht er­fass­ten Lohn­sum­me.

2Im Jah­re 2011 wird die Be­tei­li­gung um 500 Mil­lio­nen Fran­ken er­höht.2


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 3 des BG vom 30. Sept. 2011 über Mass­nah­men zur Ab­fe­de­rung der Fran­ken­stär­ke und zur Ver­bes­se­rung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit, in Kraft vom 1. Okt. 2011 bis zum 30. Sept. 2012 (AS 2011 4497; BBl 2011 6749).

Art. 90b Jährlicher Rechnungsausgleich

Rei­chen die Mit­tel nach Ar­ti­kel 90 nicht aus, um die Aus­ga­ben der Ver­si­che­rung zu de­cken, so ge­währt der Bund Tre­so­re­rie­dar­le­hen zu Markt­be­din­gun­gen nach Ar­ti­kel 36 des Fi­nanz­haus­halt­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 19892.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 [AS 1990 985, 1995 836 Ziff. II, 1996 3042, 1997 2022 An­hang Ziff. 2 2465 An­hang Ziff. 11, 1998 1202 Art. 7 Ziff. 3, 2847 An­hang Ziff. 5, 1999 3131, 2000 273 An­hang Ziff. 7, 2001 707 Art. 31 Ziff. 2, 2002 2471, 2003 535, 3543 An­hang Ziff. II 7 4265 5191, 2004 1633 Ziff. I 6 1985 An­hang Ziff. II 3 2143. AS 2006 1275 Art. 64]. Sie­he heu­te das Fi­nanz­haus­halt­ge­setz vom 7. Ok­to­ber 2005 (SR 611.0).

Art. 90c Konjunkturrisiko

1Er­reicht der Schul­den­stand des Aus­gleichs­fonds En­de Jahr 2,5 Pro­zent der von der Bei­trags­pflicht er­fass­ten Lohn­sum­me, so muss der Bun­des­rat in­nert ei­nem Jahr ei­ne Ge­set­zes­re­vi­si­on für ei­ne Neu­re­ge­lung der Fi­nan­zie­rung vor­le­gen. Er er­höht vor­gän­gig den Bei­trags­satz nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 um höchs­tens 0,3 Lohn­pro­zen­te und stellt den Lohnan­teil ab dem Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes un­ter die Bei­trags­pflicht. Der Bei­trag für die­sen Lohnan­teil darf höchs­tens 1 Pro­zent be­tra­gen.2

2Er­reicht das Ei­gen­ka­pi­tal des Aus­gleichs­fonds ab­züg­lich des für den Be­trieb not­wen­di­gen Be­triebs­ka­pi­tals von 2 Mil­li­ar­den Fran­ken En­de Jahr 2,5 Pro­zent der von der Bei­trags­pflicht er­fass­ten Lohn­sum­me, so muss der Bun­des­rat in­nert ei­nem Jahr die Bei­trags­sät­ze nach Ar­ti­kel 3 Ab­sät­ze 2 und 3 sen­ken. Gleich­zei­tig muss er auch die Be­tei­li­gung des Bun­des nach Ar­ti­kel 90 Buch­sta­be b und die Be­tei­li­gung der Kan­to­ne nach Ar­ti­kel 92 Ab­satz 7bis im glei­chen Ver­hält­nis sen­ken. Er kann von ei­ner Sen­kung ab­se­hen, wenn auf Grund der Kon­junk­turaus­sich­ten ein un­mit­tel­ba­rer star­ker An­stieg der Ar­beits­lo­sig­keit zu er­war­ten ist. Ver­schlech­tert sich der Stand des Ei­gen­ka­pi­tals wie­der, so kann der Bun­des­rat die Bei­trags­sät­ze bis zu den or­dent­li­chen Höchst­be­trä­gen nach Ar­ti­kel 3 Ab­sät­ze 2 und 3 er­hö­hen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3519; BBl 2013 1915). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

Art. 91 Betriebskapital der Kassen

1Die Aus­gleichs­stel­le sorgt da­für, dass je­der Kas­se ein Be­triebs­ka­pi­tal aus dem Aus­gleichs­fonds zur Ver­fü­gung steht, das ih­rer Be­las­tung an­ge­mes­sen ist. Die Kas­se ver­wal­tet ihr Be­triebs­ka­pi­tal treu­hän­de­risch.

2Bei Be­darf kön­nen die Kas­sen bei der Aus­gleichs­stel­le Vor­schüs­se be­an­tra­gen.

Art. 92 Verwaltungskosten

1Der Auf­wand der AHV-Aus­gleichs­kas­sen für den Bei­trags­be­zug wird aus dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung an­ge­mes­sen ver­gü­tet.

2Die Ver­wal­tungs­kos­ten, die der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le der AHV durch die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ent­ste­hen, wer­den aus dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ge­deckt.

3Die Ver­wal­tungs­kos­ten der Aus­gleichs­stel­le für die Durch­füh­rung der Ver­si­che­rung ge­hen zu Las­ten des Aus­gleichs­fonds.1

4Die üb­ri­gen Ver­wal­tungs­kos­ten der Aus­gleichs­stel­le wie Auf­wen­dun­gen für Füh­rungs- oder Stab­s­auf­ga­ben wer­den aus all­ge­mei­nen Bun­des­mit­teln ge­deckt.2

5Die Kos­ten der Auf­sichts­kom­mis­si­on ge­hen zu Las­ten des Aus­gleichs­fonds.3

6Der Aus­gleichs­fonds ver­gü­tet den Trä­gern der Kas­sen die an­re­chen­ba­ren Kos­ten, die ih­nen bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 81 ent­ste­hen. Der Bun­des­rat be­stimmt auf Vor­schlag der Auf­sichts­kom­mis­si­on die an­re­chen­ba­ren Kos­ten. Er be­rück­sich­tigt die Be­reit­schafts­kos­ten zur Über­brückung von Schwan­kun­gen des Ar­beits­mark­tes und das Haf­tungs­ri­si­ko (Art. 82) an­ge­mes­sen. Die an­re­chen­ba­ren Kos­ten wer­den in Ab­hän­gig­keit zur er­brach­ten Leis­tung ver­gü­tet. Das WBF kann mit den Trä­gern Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ab­sch­lies­sen.4

7Der Aus­gleichs­fonds ver­gü­tet den Kan­to­nen die an­re­chen­ba­ren Kos­ten, die ih­nen bei der Durch­füh­rung der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung, bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach den Ar­ti­keln 83 Ab­satz 1 Buch­sta­be nbis und 85 Ab­satz 1 Buch­sta­ben d, e und g-k so­wie aus dem Be­trieb der Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren nach Ar­ti­kel 85b und der Lo­gis­tik­stel­len für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 85c ent­ste­hen.5 Der Bun­des­rat be­stimmt auf Vor­schlag der Auf­sichts­kom­mis­si­on die an­re­chen­ba­ren Kos­ten. Er be­rück­sich­tigt an­ge­mes­sen die Be­reit­schafts­kos­ten zur Über­brückung von Schwan­kun­gen des Ar­beits­mark­tes, das Haf­tungs­ri­si­ko (Art. 85g) so­wie die vor­über­ge­hen­den Mehr­kos­ten, die auf Grund der in­ter­kan­to­na­len (Art. 85e) und der in­ter­in­sti­tu­tio­nel­len (Art. 85f) Zu­sam­men­ar­beit ent­ste­hen. Die an­re­chen­ba­ren Kos­ten wer­den in Ab­hän­gig­keit zur Wir­kung der er­brach­ten Leis­tun­gen ver­gü­tet. Das WBF kann mit den Kan­to­nen Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ab­sch­lies­sen.6

7bisDie Kan­to­ne be­tei­li­gen sich mit ei­nem Be­trag, der 0,053 Pro­zent der von der Bei­trags­pflicht er­fass­ten Lohn­sum­me ent­spricht, an den Kos­ten für die Durch­füh­rung der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung und der ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men.7 Der Bun­des­rat setzt die An­tei­le der Kan­to­ne in ei­nem Ver­tei­lungs­schlüs­sel fest; er be­rück­sich­tigt da­bei die jähr­li­che An­zahl der Ta­ge kon­trol­lier­ter Ar­beits­lo­sig­keit.8 Der Kan­tonsan­teil wird den Kan­to­nen von ih­rer Ver­gü­tung nach Ab­satz 7 ab­ge­zo­gen.9

8Die Ver­wal­tungs­kos­ten des In­for­ma­tik­zen­trums ge­hen zu Las­ten des Aus­gleichs­fonds.10

9Der Auf­wand für die Durch­füh­rung der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge nach Ar­ti­kel 60 Ab­satz 2 Buch­sta­be e des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 198211 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge wird der Auf­fan­gein­rich­tung aus dem Aus­gleichs­fonds an­ge­mes­sen ver­gü­tet.12


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
4 Ein­ge­fügt durch Art. 42 Abs. 1 AVG (AS 1991 392; BBl 1985 III 556). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 3093; BBl 2000 1673).
5 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Ziff. 15 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und Um­set­zung des Prot. über die Aus­deh­nung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens auf die neu­en EG-Mit­glied­staa­ten zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG und ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits so­wie über die Ge­neh­mi­gung der Re­vi­si­on der flan­kie­ren­den Mass­nah­men zur Per­so­nen­frei­zü­gig­keit, in Kraft seit 1. April 2006 (AS 2006 979; BBl 2004 5891 6565).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
8 Fas­sung zwei­ter Satz ge­mä­ss Ziff. II 28 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).
11 SR 831.40
12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 273, 1997 60 Ziff. II 1; BBl 1994 I 340).

Art. 93 Gerichts- und Parteikosten

Der Aus­gleichs­fonds er­setzt ei­ner Kas­se oder ei­ner kan­to­na­len Amts­stel­le die Ge­richts- und Par­tei­kos­ten, die ihr im Zu­sam­men­hang mit der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes auf­er­legt wer­den, wenn sie nicht leicht­sin­nig oder mut­wil­lig ver­ur­sacht wur­den. Nicht er­setzt wer­den Kos­ten, die dem Trä­ger ei­ner Kas­se oder ei­nem Kan­ton in ei­nem Ver­fah­ren ge­gen die Aus­gleichs­stel­le oder ge­gen den Bund auf­er­legt wer­den.

Sechster Titel: Verschiedene Bestimmungen

Art. 94 Verrechnung, Drittauszahlung, Zwangsvollstreckung

1Rück­for­de­run­gen und fäl­li­ge Leis­tun­gen auf­grund die­ses Ge­set­zes kön­nen so­wohl un­ter­ein­an­der als auch mit Rück­for­de­run­gen so­wie fäl­li­gen Ren­ten und Tag­gel­dern der AHV, der In­va­li­den­ver­si­che­rung, der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, auf­grund des Er­w­erb­ser­satz­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 19523, der Mi­li­tär­ver­si­che­rung, der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung, der Kran­ken­ver­si­che­rung so­wie mit Er­gän­zungs­leis­tun­gen zur AHV/IV und mit ge­setz­li­chen Fa­mi­li­en­zu­la­gen ver­rech­net wer­den.4

2Hat ei­ne Kas­se ei­nem an­dern So­zi­al­ver­si­che­rer die Ver­rech­nung ei­ner fäl­li­gen Leis­tung an­ge­zeigt, so kann die­ser sei­ne Leis­tung im Um­fang der Ver­rech­nung nicht mehr be­frei­end an die ver­si­cher­te Per­son be­zah­len. Die­se Re­ge­lung gilt auch für den um­ge­kehr­ten Fall.

3Ha­ben öf­fent­li­che oder pri­va­te Für­sor­ge­stel­len für einen Zeit­raum, für den rück­wir­kend Tag­gel­der aus­ge­rich­tet wer­den, Vor­schuss­leis­tun­gen für den Le­bens­un­ter­halt er­bracht, so kön­nen sie die Nach­zah­lung bis zur Hö­he ih­rer Vor­schuss­leis­tun­gen be­an­spru­chen. In die­sem Um­fang ist der An­spruch auf Tag­gel­der der Zwangs­voll­stre­ckung ent­zo­gen.5


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
3 SR 834.1
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 95 Rückforderung von Leistungen

1Die Rück­for­de­rung rich­tet sich nach Ar­ti­kel 25 ATSG2 aus­ser in den Fäl­len nach den Ar­ti­keln 55 und 59cbis Ab­satz 4.3

1bisEi­ne ver­si­cher­te Per­son, die Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung be­zo­gen hat und spä­ter für den­sel­ben Zeit­raum Ren­ten oder Tag­gel­der der In­va­li­den­ver­si­che­rung, der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, auf­grund des Er­w­erb­ser­satz­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 19524, der Mi­li­tär­ver­si­che­rung, der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung, der Kran­ken­ver­si­che­rung oder ge­setz­li­che Fa­mi­li­en­zu­la­gen er­hält, ist zur Rück­er­stat­tung der in die­sem Zeit­raum be­zo­ge­nen Ar­beits­lo­sen­tag­gel­der ver­pflich­tet.5 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 25 Ab­satz 1 ATSG be­schränkt sich die Rück­for­de­rungs­s­um­me auf die Hö­he der von den ob­ge­nann­ten In­sti­tu­tio­nen für den­sel­ben Zeit­raum aus­ge­rich­te­ten Leis­tun­gen.6

1terHat ei­ne Kas­se für Um­schu­lun­gen, Wei­ter­bil­dun­gen oder Ein­glie­de­run­gen fi­nan­zi­el­le Leis­tun­gen er­bracht, für die ein an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­rer hät­te auf­kom­men müs­sen, so for­dert sie ih­re Leis­tun­gen von die­sem zu­rück.7

2Zu Un­recht aus­be­zahl­te Kurz­ar­beits- und Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gun­gen for­dert die Kas­se vom Ar­beit­ge­ber zu­rück. Hat der Ar­beit­ge­ber die un­recht­mäs­si­ge Aus­zah­lung zu ver­ant­wor­ten, so ist für ihn je­de Rück­for­de­rung ge­gen­über den Ar­beit­neh­mern aus­ge­schlos­sen.

3Die Kas­se un­ter­brei­tet ein Er­lass­ge­such der kan­to­na­len Amts­stel­le zum Ent­scheid.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 SR 834.1
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).

Art. 96 Verwendung der Versichertennummer der AHV

Die mit der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­auf­trag­ten Stel­len sind be­rech­tigt, die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV nach den Be­stim­mun­gen des AHVG2 für die Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten-num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
2 SR 831.10

Art. 96a


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2772; BBl 2000 255). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

Art. 96b Bearbeiten von Personendaten

Die mit der Durch­füh­rung, der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Or­ga­ne sind be­fugt, die Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, zu be­ar­bei­ten oder be­ar­bei­ten zu las­sen, die sie be­nö­ti­gen, um die ih­nen nach die­sem Ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben zu er­fül­len, na­ment­lich um:2

a.
Ver­si­cher­te, die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen be­an­spru­chen, zu er­fas­sen, zu ver­mit­teln und zu be­ra­ten;
b.
Leis­tungs­an­sprü­che zu be­ur­tei­len so­wie Leis­tun­gen zu be­rech­nen, zu ge­wäh­ren und mit Leis­tun­gen an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­run­gen zu ko­or­di­nie­ren;
c.
Bei­trags­an­sprü­che zu be­ur­tei­len so­wie Bei­trä­ge zu be­rech­nen, zu ge­wäh­ren und de­ren Ver­wen­dung zu kon­trol­lie­ren;
d.
Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge an an­de­re So­zi­al­ver­si­che­run­gen zu er­he­ben;
e.
Quel­len­steu­ern zu er­he­ben;
f.
ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men durch­zu­füh­ren;
g.
der Ver­si­che­rung zu­ste­hen­de An­sprü­che gel­tend zu ma­chen;
h.
die Auf­sicht über die Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes aus­zuü­ben;
i.
Sta­tis­ti­ken zu füh­ren;
j.3
die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV zu­zu­wei­sen oder zu ve­ri­fi­zie­ren.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2772; BBl 2000 255).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten-num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 14 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten-num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).

Art. 96c Abrufverfahren

1Die fol­gen­den Stel­len dür­fen mit­tels Ab­ruf­ver­fah­ren zur Er­fül­lung der in Ab­satz 2 ge­nann­ten Auf­ga­ben auf die von der Aus­gleichs­stel­le be­trie­be­nen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me (Art. 83 Abs. 1 Bst. i) zu­grei­fen:

a.
die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung;
b.
die Ar­beits­lo­sen­kas­sen;
c.
die von den Kan­to­nen be­zeich­ne­ten, mit der An­wen­dung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Amts­stel­len;
d.
die re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren;
e.
die Lo­gis­tik­stel­len für ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men.

2Sie dür­fen die­je­ni­gen Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, ab­ru­fen, die sie be­nö­ti­gen, um die fol­gen­den ih­nen nach die­sem Ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben zu er­fül­len:

a.
Be­auf­sich­ti­gung und Kon­trol­le der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes;
b.
Zu­wei­sung der nö­ti­gen Mit­tel an die Kas­sen;
c.
Fest­le­gung und Ver­gü­tung der Ver­wal­tungs­kos­ten;
d.
Be­ra­tung und Ver­mitt­lung;
e.
Ab­klä­rung der An­spruchs­be­rech­ti­gung;
f.
Durch­füh­rung der Kon­troll­vor­schrif­ten;
g.
Be­rech­nung und Aus­zah­lung der Leis­tun­gen;
h.
Er­lass der ge­setz­lich oder ver­fah­rens­recht­lich vor­ge­se­he­nen Ver­fü­gun­gen;
i.
Si­cher­stel­lung ei­nes aus­rei­chen­den An­ge­bots an ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men.

2bisSo­weit es für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes und des AVG2 not­wen­dig ist, dür­fen Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, zwi­schen den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (Art. 83 Abs. 1 Bst. i) und den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men der öf­fent­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lung (Art. 35 AVG) aus­ge­tauscht wer­den.3

2terDie Or­ga­ne der So­zi­al­hil­fe dür­fen mit­tels Ab­ruf­ver­fah­ren auf die von der Aus­gleichs­stel­le be­trie­be­nen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me (Art. 83 Abs. 1 Bst. i) zu­rück­grei­fen. Der Bun­des­rat schränkt den Zu­griff und die Ver­wen­dung der In­for­ma­tio­nen ein, wel­che der Dos­sier­ver­wal­tung und der be­ruf­li­chen Wie­der­ein­glie­de­rung von Ar­beits­lo­sen und so­zi­al­hil­fe­ab­hän­gi­gen Aus­ge­steu­er­ten die­nen.4

3Der Bun­des­rat re­gelt die Ver­ant­wor­tung für den Da­ten­schutz, die zu er­fas­sen­den Da­ten und de­ren Auf­be­wah­rungs­fris­ten, den Zu­griff auf die Da­ten, die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb der In­for­ma­ti­ons­sys­te­me, die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den in Ab­satz 1 auf­ge­führ­ten Be­hör­den und die Da­ten­si­cher­heit.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2772; BBl 2000 255).
2 SR 823.11
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 96d


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2772; BBl 2000 255). Auf- ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

Art. 97


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 97a Datenbekanntgabe

1So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen Or­ga­ne, die mit der Durch­füh­rung, der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­traut sind, Da­ten in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG2 be­kannt ge­ben:3

a.
an­de­ren mit der Durch­füh­rung so­wie der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Or­ga­nen, wenn die Da­ten für die Er­fül­lung der ih­nen nach die­sem Ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind;
b.
Or­ga­nen ei­ner an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­rung, wenn sich in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 ATSG ei­ne Pflicht zur Be­kannt­ga­be aus ei­nem Bun­des­ge­setz er­gibt;
bbis.4Or­ga­nen ei­ner an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­rung für die Zu­wei­sung oder Ve­ri­fi­zie­rung der Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV;
bter.5
den Aus­län­der­be­hör­den, nach Ar­ti­kel 97 Ab­satz 3 des Aus­län­der- und In­te­gra­ti­ons­ge­set­zes­vom 16. De­zem­ber 20056 (AIG)7;
c.
den für die Quel­len­steu­er zu­stän­di­gen Be­hör­den, nach den Ar­ti­keln 88 und 100 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 19908 über die di­rek­te Bun­des­steu­er so­wie den ent­spre­chen­den kan­to­na­len Be­stim­mun­gen;
d.
den Or­ga­nen der Bun­des­sta­tis­tik, nach dem Bun­des­sta­tis­tik­ge­setz vom 9. Ok­to­ber 19929;
e.
den Stra­fun­ter­su­chungs­be­hör­den, wenn die An­zei­ge oder die Ab­wen­dung ei­nes Ver­bre­chens die Da­ten­be­kannt­ga­be er­for­dert;
ebis.10
dem Nach­rich­ten­dienst das Bun­des (NDB) oder den Si­cher­heits­or­ga­nen der Kan­to­ne zu­han­den des NDB, wenn ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 201511 ge­ge­ben ist;
f.
im Ein­zel­fall und auf schrift­lich be­grün­de­tes Ge­such hin:
1.
So­zi­al­hil­fe­be­hör­den, wenn die Da­ten für die Fest­set­zung, Än­de­rung oder Rück­for­de­rung von Leis­tun­gen be­zie­hungs­wei­se für die Ver­hin­de­rung un­ge­recht­fer­tig­ter Be­zü­ge er­for­der­lich sind,
2.
Zi­vil­ge­rich­ten, wenn die Da­ten für die Be­ur­tei­lung ei­nes fa­mi­li­en- oder erbrecht­li­chen Streit­fal­les er­for­der­lich sind,
3.
Straf­ge­rich­ten und Stra­fun­ter­su­chungs­be­hör­den, wenn die Da­ten für die Ab­klä­rung ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens er­for­der­lich sind,
4.
Be­trei­bungs­äm­tern, nach den Ar­ti­keln 91, 163 und 222 des SchKG12,
5.
Steu­er­be­hör­den, wenn die Da­ten für die An­wen­dung der Steu­er­ge­set­ze er­for­der­lich sind,
6.13
den Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­den nach Ar­ti­kel 448 Ab­satz 4 ZGB14;
7.15
den Aus­län­der­be­hör­den, wenn die Da­ten für den Voll­zug des AIG so­wie zum Voll­zug des Ab­kom­mens vom 21. Ju­ni 199916 zwi­schen der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und ih­ren Mit­glied­staa­ten ei­ner­seits und der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit samt An­hän­gen und Pro­to­kol­len so­wie der da­zu­ge­hö­ri­gen schwei­ze­ri­schen Aus­füh­rungs­ge­setz­ge­bung not­wen­dig sind,
8.17
18

2Die zur Be­kämp­fung der Schwarz­ar­beit er­for­der­li­chen Da­ten dür­fen von den be­trof­fe­nen Be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den nach den Ar­ti­keln 11 und 12 des Bun­des­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 200519 ge­gen die Schwarz­ar­beit be­kannt ge­ge­ben wer­den.20

2bisDie öf­fent­li­chen und pri­va­ten Ar­beits­lo­sen­kas­sen dür­fen an die Or­ga­ne nach Ar­ti­kel 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 8. Ok­to­ber 199921 über die in die Schweiz ent­sand­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer die für die Kon­trol­le der Ein­hal­tung der mi­ni­ma­len Ar­beits- und Lohn­be­din­gun­gen er­for­der­li­chen Da­ten be­kannt ge­ben.22

3Da­ten, die von all­ge­mei­nem In­ter­es­se sind und sich auf die An­wen­dung die­ses Ge­set­zes be­zie­hen, dür­fen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG ver­öf­fent­licht wer­den. Die An­ony­mi­tät der Ver­si­cher­ten muss ge­wahrt blei­ben.23

4In den üb­ri­gen Fäl­len dür­fen Da­ten in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG an Drit­te wie folgt be­kannt ge­ge­ben wer­den:24

a.
nicht per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten, so­fern die Be­kannt­ga­be ei­nem über­wie­gen­den In­ter­es­se ent­spricht;
b.
Per­so­nen­da­ten, so­fern die be­trof­fe­ne Per­son im Ein­zel­fall schrift­lich ein­ge­wil­ligt hat oder, wenn das Ein­ho­len der Ein­wil­li­gung nicht mög­lich ist, die­se nach den Um­stän­den als im In­ter­es­se des Ver­si­cher­ten vor­aus­ge­setzt wer­den darf.

5Es dür­fen nur die Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, wel­che für den in Fra­ge ste­hen­den Zweck er­for­der­lich sind.

6Der Bun­des­rat re­gelt die Mo­da­li­tä­ten der Be­kannt­ga­be und die In­for­ma­ti­on der be­trof­fe­nen Per­son.

7Die Da­ten­be­kannt­ga­be er­folgt in der Re­gel schrift­lich und kos­ten­los. Der Bun­des­rat kann die Er­he­bung ei­ner Ge­bühr vor­se­hen, wenn be­son­ders auf­wen­di­ge Ar­bei­ten er­for­der­lich sind.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2772; BBl 2000 255).
2 SR 830.1
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten-num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 14 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten-num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4375; BBl 2010 4455, 2011 7325).
6 SR 142.20
7 Der Ti­tel wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
8 SR 642.11
9 SR 431.01
10 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 14 des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 20 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).
11 SR 121
12 SR 281.1
13 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 32 des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 725; BBl 2006 7001).
14 SR 210
15 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
16 SR 0.142.112.681
17 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 14 des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 20 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).
18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
19 SR 822.41
20 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).
21 SR 823.20
22 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

Art. 98 Pflicht zur Datenbekanntgabe

Die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung stellt der Su­va ge­gen Ent­schä­di­gung die zur Ri­si­ko­ana­ly­se der Un­fäl­le von ar­beits­lo­sen Per­so­nen er­for­der­li­chen Per­so­nen­da­ten an­ony­mi­siert zur Ver­fü­gung.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 98a Verhältnis zur Militärversicherung

Tref­fen Leis­tun­gen nach die­sem Ge­setz mit sol­chen nach dem Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­ni 19922 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung zu­sam­men, so ge­hen grund­sätz­lich die Leis­tun­gen der Mi­li­tär­ver­si­che­rung vor.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 19. Ju­ni 1992 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3043; BBl 1990 III 201).
2 SR 833.1

Art. 99


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Siebenter Titel: Besonderheiten des Verfahrens und der Rechtspflege

Art. 100 Grundsätze

1Ver­fü­gun­gen sind in den Fäl­len nach den Ar­ti­keln 36 Ab­satz 4, 45 Ab­satz 4 und 59c so­wie in den be­son­ders be­zeich­ne­ten Fäl­len für Er­satz­an­sprü­che zu er­las­sen.1 Im Üb­ri­gen kommt in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 49 Ab­satz 1 ATSG2 das form­lo­se Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 51 ATSG zur An­wen­dung, aus­ser in den Fäl­len, in de­nen dem Er­su­chen des Be­trof­fe­nen nicht oder nicht voll­um­fäng­lich ent­spro­chen wird.

2Die Kan­to­ne kön­nen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 ATSG die Be­hand­lung von Ein­spra­chen ge­gen Ver­fü­gun­gen, die im Rah­men von Ar­ti­kel 85b von den Re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren er­las­sen wer­den, den kan­to­na­len Amts­stel­len über­tra­gen.3

3Der Bun­des­rat kann die ört­li­che Zu­stän­dig­keit des kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­rich­tes in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 und 2 ATSG re­geln.4

4Ein­spra­chen oder Be­schwer­den ge­gen Ver­fü­gun­gen nach den Ar­ti­keln 15 und 30 ha­ben kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.5


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 SR 830.1
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3475; BBl 2002 803).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 46 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).

Art. 101 Besondere Beschwerdeinstanz

Ge­gen Ent­schei­de und Be­schwer­de­ent­schei­de des SE­CO so­wie ge­gen Ent­schei­de der Aus­gleichs­stel­le kann in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 ATSG2 beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de er­ho­ben wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 115 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
2 SR 830.1

Art. 102 Besondere Beschwerdelegitimation

1Ge­gen Ent­schei­de der kan­to­na­len Amts­stel­len, der re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­tren und der Kas­sen ist auch das SE­CO zur Be­schwer­de vor dem kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­richt be­rech­tigt.

2Ge­gen Ent­schei­de des kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­richts sind auch das SE­CO, die kan­to­na­len Amts­stel­len und die Kas­sen zur Be­schwer­de vor dem Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­ge­richt be­rech­tigt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3475; BBl 2002 803).

Art. 103-104

Auf­ge­ho­ben

Achter Titel: Strafbestimmungen

Art. 105 Vergehen

Wer durch un­wah­re oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben oder in an­de­rer Wei­se für sich oder einen an­dern zu Un­recht Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen er­wirkt;

wer durch un­wah­re oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben oder in an­de­rer Wei­se Leis­tun­gen zu­guns­ten des Trä­gers ei­ner Kas­se aus dem Aus­gleichs­fonds er­wirkt, die dem Trä­ger nicht zu­ste­hen;

wer die Schwei­ge­pflicht ver­letzt;

wer bei der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes sei­ne Stel­lung als An­ge­stell­ter ei­ner Kas­se zum ei­ge­nen Vor­teil oder zum Vor­teil des Trä­gers oder zum Nach­teil ei­nes an­de­ren miss­braucht,1

wird, so­fern nicht ein mit ei­ner hö­he­ren Stra­fe be­droh­tes Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen des Straf­ge­setz­bu­ches2 vor­liegt, mit Ge­fäng­nis bis zu sechs Mo­na­ten oder mit Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen be­straft.3


1 Fas­sung vier­ter Ab­satz ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).
2 SR 311.0
3 Fas­sung fünf­ter Ab­satz ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 106 Übertretungen

Wer die Aus­kunfts­pflicht ver­letzt, in­dem er wis­sent­lich un­wah­re oder un­voll­stän­di­ge Aus­kunft er­teilt oder die Aus­kunft ver­wei­gert;

wer sei­ne Mel­de­pflicht ver­letzt;

wer sich ei­ner von der zu­stän­di­gen Stel­le an­ge­ord­ne­ten Kon­trol­le wi­der­setzt oder die­se auf an­de­re Wei­se ver­un­mög­licht;

wer die vor­ge­schrie­be­nen For­mu­la­re nicht oder nicht wahr­heits­ge­treu aus­füllt;

wer als An­ge­stell­ter ei­ner Kas­se oder ei­ner kan­to­na­len Voll­zugs­stel­le de­ren Ge­schäfts­ver­hält­nis­se in Rech­nun­gen oder in sons­ti­gen Un­ter­la­gen vor­sätz­lich un­rich­tig oder un­voll­stän­dig dar­stellt oder1

wer als Trä­ger ei­ner Ver­bands­kas­se für de­ren Zah­lungs­ver­kehr kei­ne be­son­de­ren Kon­ten führt oder die­se zweck­wid­rig ver­wen­det,

wird, falls nicht ein Tat­be­stand nach Ar­ti­kel 105 vor­liegt, mit Bus­se be­straft.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1728; BBl 2001 2245).
2 Fas­sung Ab­satz ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).

Art. 107 Vergehen und Übertretungen in Geschäftsbetrieben

Wird das Ver­ge­hen oder die Über­tre­tung im Ge­schäfts­be­trieb ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, ei­ner Per­so­nen­ge­sell­schaft oder ei­ner Ein­zel­fir­ma oder im Be­trieb ei­ner Kör­per­schaft oder An­stalt des öf­fent­li­chen Rechts be­gan­gen, so gel­ten die Ar­ti­kel 6 und 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 19741 über das Ver­wal­tungs­straf­recht.


1 SR 313.0

Art. 108


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

A:
AHVG Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AHVV Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AIG Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
AVIG Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
AVO Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AVO-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AdoV Verordnung über die Adoption
ArG Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
ArGV 1 Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz
AsylG Asylgesetz
B:
BBG Bundesgesetzüber die Berufsbildung
BEG Bundesgesetz über Bucheffekten
BEHG Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel
BEHV Verordnung über die Börsen und den Effektenhandel
BG-HAÜ Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen
BG-KKE Bundesgesetz über internationale Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen
BGBB Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht
BGFA Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte
BGG Bundesgesetz über das Bundesgericht
BIV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Insolvenz von Banken und Effektenhändlern
BPG Bundespersonalgesetz
BPR Bundesgesetz über die politischen Rechte
BV Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
BVG Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
BZG Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
BankG Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen
BankV Verordnung über die Banken und Sparkassen
BetmG Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
BewG Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BewV Verordnung über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BöB Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
BüG Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts
D:
DBG Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer
DSG Bundesgesetz über den Datenschutz
E:
EBG Eisenbahngesetz
EMRK Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
EOG Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
EOV Verordnung zum Erwerbsersatzgesetz
EÖBV Verordnung über die elektronische öffentliche Beurkundung
F:
FHG Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaushalt
FINMAG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
FKG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzkontrolle
FMedG Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung
FZG Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
FinfraG Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV Verordnung über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FusG Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung
G:
GBV Grundbuchverordnung
GSG Bundesgesetz über die von der Schweiz als Gaststaat gewährten Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen sowie finanziellen Beiträge
GUMG Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen
GeBüV Verordnung über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher
GebV SchKG Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
GlG Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann
H:
HEsÜ Übereinkommen über den internationalen Schutz von Erwachsenen
HKsÜ Übereinkommen
HRegV Handelsregisterverordnung
I:
IPRG Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht
J:
JStG Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht
JStPO Schweizerische Jugendstrafprozessordnung
K:
KAG Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen
KAKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von kollektiven Kapitalanlagen
KG Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen
KKV Verordnung über die kollektiven Kapitalanlagen
KKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die kollektiven Kapitalanlagen
KOV Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV)
KVG Bundesgesetz über die Krankenversicherung
L:
LVG Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung
LugÜ Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
M:
MSchG Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben
MStG Militärstrafgesetz
MWSTG Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer
MWSTV Mehrwertsteuerverordnung
O:
OAV-SchKG Verordnung betreffend die Oberaufsicht über Schuldbetreibung und Konkurs
OHG Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten
OR Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht)
P:
PAVO Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern
PBV Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen
ParlG Bundesgesetz über die Bundesversammlung
PartG Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare
PatGG Bundesgesetz über das Bundespatentgericht
PfG Pfandbriefgesetz
PrHG Bundesgesetz über die Produktehaftpflicht
PüG Preisüberwachungsgesetz
R:
RAG Bundesgesetz über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren
S:
SVG Strassenverkehrsgesetz
SVKG Verordnung über die Sanktionen bei unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen
SchKG Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
StBOG Bundesgesetz über die Organisation der Strafbehörden des Bundes
StG Bundesgesetz über die Stempelabgaben
StGB Schweizerisches Strafgesetzbuch
StHG Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
StPO Schweizerische Strafprozessordnung
StV Verordnung über die Stempelabgaben
SuG Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen
U:
URG Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
URV Verordnung über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
UVG Bundesgesetz über die Unfallversicherung
UVV Verordnung über die Unfallversicherung
UWG Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
V:
VAG Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen
VASR Verordnung über die anerkannten Standards zur Rechnungslegung
VBB Verordnung über das bäuerliche Bodenrecht
VBVV Verordnung über die Vermögensverwaltung im Rahmen einer Beistandschaft oder Vormundschaft
VDSG Verordnung zum Bundesgesetz über den Datenschutz
VG Bundesgesetz über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten