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Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer

vom 14. Dezember 1990 (Stand am 1. Januar 2019)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 41ter und 42quinquies der Bundesverfassung1,2 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 25. Mai 19833,

beschliesst:

Erster Teil: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand des Gesetzes

Der Bund er­hebt als di­rek­te Bun­des­steu­er nach die­sem Ge­setz:

a.
ei­ne Ein­kom­mens­steu­er von den na­tür­li­chen Per­so­nen;
b.1
ei­ne Ge­winn­steu­er von den ju­ris­ti­schen Per­so­nen;
c.
ei­ne Quel­len­steu­er auf dem Ein­kom­men von be­stimm­ten na­tür­li­chen und ju­ris­ti­schen Per­so­nen.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

Art. 2 Steuererhebung

Die di­rek­te Bun­des­steu­er wird von den Kan­to­nen un­ter Auf­sicht des Bun­des ver­an­lagt und be­zo­gen.

Zweiter Teil: Besteuerung der natürlichen Personen

Erster Titel: Steuerpflicht

1. Kapitel: Steuerliche Zugehörigkeit

1. Abschnitt: Persönliche Zugehörigkeit

Art. 3

1Na­tür­li­che Per­so­nen sind auf­grund per­sön­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit steu­er­pflich­tig, wenn sie ih­ren steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt in der Schweiz ha­ben.

2Einen steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz in der Schweiz hat ei­ne Per­son, wenn sie sich hier mit der Ab­sicht dau­ern­den Ver­blei­bens auf­hält oder wenn ihr das Bun­des­recht hier einen be­son­de­ren ge­setz­li­chen Wohn­sitz zu­weist.

3Einen steu­er­recht­li­chen Auf­ent­halt in der Schweiz hat ei­ne Per­son, wenn sie in der Schweiz un­ge­ach­tet vor­über­ge­hen­der Un­ter­bre­chung:

a.
wäh­rend min­des­tens 30 Ta­gen ver­weilt und ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­übt;
b.
wäh­rend min­des­tens 90 Ta­gen ver­weilt und kei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­übt.

4Kei­nen steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt be­grün­det ei­ne Per­son, die ih­ren Wohn­sitz im Aus­land hat und sich in der Schweiz le­dig­lich zum Be­such ei­ner Lehr­an­stalt oder zur Pfle­ge in ei­ner Heil­stät­te auf­hält.

5Na­tür­li­che Per­so­nen sind fer­ner auf­grund per­sön­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit am Hei­mat­ort steu­er­pflich­tig, wenn sie im Aus­land woh­nen und dort mit Rück­sicht auf ein Ar­beits­ver­hält­nis zum Bund oder zu ei­ner an­dern öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft oder An­stalt des In­lan­des von den Ein­kom­mens­steu­ern ganz oder teil­wei­se be­freit sind. Ist der Steu­er­pflich­ti­ge an meh­re­ren Or­ten hei­mat­be­rech­tigt, so er­gibt sich die Steu­er­pflicht nach dem Bür­ger­recht, das er zu­letzt er­wor­ben hat. Hat er das Schwei­zer Bür­ger­recht nicht, so ist er am Wohn­sitz oder am Sitz des Ar­beit­ge­bers steu­er­pflich­tig. Die Steu­er­pflicht er­streckt sich auch auf den Ehe­gat­ten und die Kin­der im Sin­ne von Ar­ti­kel 9.

2. Abschnitt: Wirtschaftliche Zugehörigkeit

Art. 4 Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke

1Na­tür­li­che Per­so­nen oh­ne steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt in der Schweiz sind auf­grund wirt­schaft­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit steu­er­pflich­tig, wenn sie:

a.
In­ha­ber, Teil­ha­ber oder Nutz­nies­ser von Ge­schäfts­be­trie­ben in der Schweiz sind;
b.
in der Schweiz Be­triebs­stät­ten un­ter­hal­ten;
c.
an Grund­stücken in der Schweiz Ei­gen­tum, ding­li­che oder die­sen wirt­schaft­lich gleich­kom­men­de per­sön­li­che Nut­zungs­rech­te ha­ben;
d.
in der Schweiz ge­le­ge­ne Grund­stücke ver­mit­teln oder da­mit han­deln.

2Als Be­triebs­stät­te gilt ei­ne fes­te Ge­schäftsein­rich­tung, in der die Ge­schäftstä­tig­keit ei­nes Un­ter­neh­mens oder ein frei­er Be­ruf ganz oder teil­wei­se aus­ge­übt wird. Be­triebs­stät­ten sind ins­be­son­de­re Zweignie­der­las­sun­gen, Fa­bri­ka­ti­ons­stät­ten, Werk­stät­ten, Ver­kaufs­stel­len, stän­di­ge Ver­tre­tun­gen, Berg­wer­ke und an­de­re Stät­ten der Aus­beu­tung von Bo­den­schät­zen so­wie Bau- oder Mon­ta­gestel­len von min­des­tens zwölf Mo­na­ten Dau­er.

Art. 5 Andere steuerbare Werte

1Na­tür­li­che Per­so­nen oh­ne steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt in der Schweiz sind auf­grund wirt­schaft­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit steu­er­pflich­tig, wenn sie:

a.
in der Schweiz ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben;
b.1
als Mit­glie­der der Ver­wal­tung oder Ge­schäfts­füh­rung von ju­ris­ti­schen Per­so­nen mit Sitz oder Be­triebs­stät­te in der Schweiz Tan­tie­men, Sit­zungs­gel­der, fes­te Ent­schä­di­gun­gen, Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen oder ähn­li­che Ver­gü­tun­gen be­zie­hen;
c.
Gläu­bi­ger oder Nutz­nies­ser von For­de­run­gen sind, die durch Grund- oder Faust­pfand auf Grund­stücken in der Schweiz ge­si­chert sind;
d.
Pen­sio­nen, Ru­he­ge­häl­ter oder an­de­re Leis­tun­gen er­hal­ten, die auf­grund ei­nes frü­he­ren öf­fent­lich-recht­li­chen Ar­beits­ver­hält­nis­ses von ei­nem Ar­beit­ge­ber oder ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung mit Sitz in der Schweiz aus­ge­rich­tet wer­den;
e.
Leis­tun­gen aus schwei­ze­ri­schen pri­vat­recht­li­chen Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge oder aus an­er­kann­ten For­men der ge­bun­de­nen Selbst­vor­sor­ge er­hal­ten;
f.2
für Ar­beit im in­ter­na­tio­na­len Ver­kehr an Bord ei­nes Schif­fes oder ei­nes Luft­fahr­zeu­ges oder bei ei­nem Trans­port auf der Stras­se Lohn oder an­de­re Ver­gü­tun­gen von ei­nem Ar­beit­ge­ber mit Sitz oder Be­triebs­stät­te in der Schweiz er­hal­ten; da­von aus­ge­nom­men bleibt die Be­steue­rung der See­leu­te für Ar­beit an Bord ei­nes Hoch­see­schif­fes.

2Kom­men die Ver­gü­tun­gen nicht den ge­nann­ten Per­so­nen, son­dern Drit­ten zu, so sind die­se hie­für steu­er­pflich­tig.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 2 des Lan­des­ver­sor­gungs­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017 (AS 2017 3097; BBl 2014 7119).

3. Abschnitt: Umfang der Steuerpflicht

Art. 6

1Bei per­sön­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit ist die Steu­er­pflicht un­be­schränkt; sie er­streckt sich aber nicht auf Ge­schäfts­be­trie­be, Be­triebs­stät­ten und Grund­stücke im Aus­land.

2Bei wirt­schaft­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit be­schränkt sich die Steu­er­pflicht auf die Tei­le des Ein­kom­mens, für die nach den Ar­ti­keln 4 und 5 ei­ne Steu­er­pflicht in der Schweiz be­steht. Es ist min­des­tens das in der Schweiz er­ziel­te Ein­kom­men zu ver­steu­ern.

3Die Ab­gren­zung der Steu­er­pflicht für Ge­schäfts­be­trie­be, Be­triebs­stät­ten und Grund­stücke er­folgt im Ver­hält­nis zum Aus­land nach den Grund­sät­zen des Bun­des­rechts über das Ver­bot der in­ter­kan­to­na­len Dop­pel­be­steue­rung. Wenn ein schwei­ze­ri­sches Un­ter­neh­men Ver­lus­te aus ei­ner aus­län­di­schen Be­triebs­stät­te mit in­län­di­schen Ge­win­nen ver­rech­net hat, in­nert der fol­gen­den sie­ben Jah­re aber aus die­ser Be­triebs­stät­te Ge­win­ne ver­zeich­net, so ist im Aus­mass der im Be­triebs­stät­tes­taat ver­re­chen­ba­ren Ge­win­ne ei­ne Re­vi­si­on der ur­sprüng­li­chen Ver­an­la­gung vor­zu­neh­men; die Ver­lus­te aus die­ser Be­triebs­stät­te wer­den in die­sem Fall in der Schweiz nach­träg­lich nur satz­be­stim­mend be­rück­sich­tigt. In al­len üb­ri­gen Fäl­len sind Aus­lands­ver­lus­te aus­sch­liess­lich satz­be­stim­mend zu be­rück­sich­ti­gen. Vor­be­hal­ten blei­ben die in Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men ent­hal­te­nen Re­ge­lun­gen.

4Die nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 5 steu­er­pflich­ti­gen Per­so­nen ent­rich­ten die Steu­er auf dem Ein­kom­men, für das sie im Aus­land auf­grund völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge oder Übung von den Ein­kom­mens­steu­ern be­freit sind.

4. Abschnitt: Steuerberechnung bei teilweiser Steuerpflicht

Art. 7

1Die na­tür­li­chen Per­so­nen, die nur für einen Teil ih­res Ein­kom­mens in der Schweiz steu­er­pflich­tig sind, ent­rich­ten die Steu­er für die in der Schweiz steu­er­ba­ren Wer­te nach dem Steu­er­satz, der ih­rem ge­sam­ten Ein­kom­men ent­spricht.

2Steu­er­pflich­ti­ge mit Wohn­sitz im Aus­land ent­rich­ten die Steu­ern für Ge­schäfts­be­trie­be, Be­triebs­stät­ten und Grund­stücke in der Schweiz min­des­tens zu dem Steu­er­satz, der dem in der Schweiz er­ziel­ten Ein­kom­men ent­spricht.

2. Kapitel: Beginn und Ende der Steuerpflicht

Art. 8

1Die Steu­er­pflicht be­ginnt mit dem Tag, an dem der Steu­er­pflich­ti­ge in der Schweiz steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt nimmt oder in der Schweiz steu­er­ba­re Wer­te er­wirbt.

2Die Steu­er­pflicht en­det mit dem To­de oder dem Weg­zug des Steu­er­pflich­ti­gen aus der Schweiz oder mit dem Weg­fall der in der Schweiz steu­er­ba­ren Wer­te.

3Nicht als Be­en­di­gung der Steu­er­pflicht gel­ten die vor­über­ge­hen­de Sitz­ver­le­gung ins Aus­land und die an­de­ren Mass­nah­men auf­grund der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die wirt­schaft­li­che Lan­des­ver­sor­gung.

3. Kapitel: Besondere Verhältnisse bei der Einkommenssteuer

Art. 9 Ehegatten; eingetragene Partnerinnen oder Partner; Kinder unter elterlicher Sorge

1Das Ein­kom­men der Ehe­gat­ten, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, wird oh­ne Rück­sicht auf den Gü­ter­stand zu­sam­men­ge­rech­net.

1bisDas Ein­kom­men von Per­so­nen, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft le­ben, wird zu­sam­men­ge­rech­net. Die Stel­lung ein­ge­tra­ge­ner Part­ne­rin­nen oder Part­ner ent­spricht in die­sem Ge­setz der­je­ni­gen von Ehe­gat­ten. Dies gilt auch be­züg­lich der Un­ter­halts­bei­trä­ge wäh­rend des Be­ste­hens der ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft so­wie der Un­ter­halts­bei­trä­ge und der ver­mö­gens­recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung bei Ge­trennt­le­ben und Auf­lö­sung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ner­schaft.2

2Das Ein­kom­men von Kin­dern un­ter der el­ter­li­chen Sor­ge3 wird dem In­ha­ber der el­ter­li­chen Sor­ge zu­ge­rech­net; für Ein­künf­te aus ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit wird das Kind je­doch selb­stän­dig be­steu­ert.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 24 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 24 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
3 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 25. Sept. 2009 über die steu­er­li­che Ent­las­tung von Fa­mi­li­en mit Kin­dern, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 455; BBl 2009 4729). Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

Art. 10 Erbengemeinschaften, Gesellschaften und kollektive Kapitalanlagen

1Das Ein­kom­men von Er­ben­ge­mein­schaf­ten wird den ein­zel­nen Er­ben, das Ein­kom­men von ein­fa­chen Ge­sell­schaf­ten, Kol­lek­tiv- und Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten den ein­zel­nen Teil­ha­bern an­teil­mäs­sig zu­ge­rech­net.

2Das Ein­kom­men der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss dem Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20062 (KAG) wird den An­le­gern an­teils­mäs­sig zu­ge­rech­net; aus­ge­nom­men hie­von sind die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit di­rek­tem Grund­be­sitz.3


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
2 SR 951.31
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 6 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).

Art. 11 Ausländische Handelsgesellschaften und andere ausländische Personengesamtheiten ohne juristische Persönlichkeit

Aus­län­di­sche Han­dels­ge­sell­schaf­ten und an­de­re aus­län­di­sche Per­so­nen­ge­samt­hei­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die auf­grund wirt­schaft­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit steu­er­pflich­tig sind, ent­rich­ten ih­re Steu­ern nach den Be­stim­mun­gen für die ju­ris­ti­schen Per­so­nen.

Art. 12 Steuernachfolge

1Stirbt der Steu­er­pflich­ti­ge, so tre­ten sei­ne Er­ben in sei­ne Rech­te und Pflich­ten ein. Sie haf­ten so­li­da­risch für die vom Erb­las­ser ge­schul­de­ten Steu­ern bis zur Hö­he ih­rer Erb­tei­le, mit Ein­schluss der Vor­emp­fän­ge.

2Der über­le­ben­de Ehe­gat­te haf­tet mit sei­nem Erb­teil und dem Be­trag, den er auf­grund ehe­li­chen Gü­ter­rechts vom Vor­schlag oder Ge­samt­gut über den ge­setz­li­chen An­teil nach schwei­ze­ri­schem Recht hin­aus er­hält.

3Die über­le­ben­den ein­ge­tra­ge­nen Part­ne­rin­nen oder Part­ner haf­ten mit ih­rem Erb­teil und dem Be­trag, den sie auf Grund ei­ner ver­mö­gens­recht­li­chen Re­ge­lung im Sin­ne von Ar­ti­kel 25 Ab­satz 1 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 20041 er­hal­ten ha­ben.2


1 SR 211.231
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 24 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Art. 13 Haftung und Mithaftung für die Steuer

1Ehe­gat­ten, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, haf­ten so­li­da­risch für die Ge­samt­steu­er. Je­der Gat­te haf­tet je­doch nur für sei­nen An­teil an der Ge­samt­steu­er, wenn ei­ner von bei­den zah­lungs­un­fä­hig ist. Fer­ner haf­ten sie so­li­da­risch für den­je­ni­gen Teil an der Ge­samt­steu­er, der auf das Kin­de­r­ein­kom­men ent­fällt.

2Bei recht­lich oder tat­säch­lich ge­trenn­ter Ehe ent­fällt die So­li­dar­haf­tung auch für al­le noch of­fe­nen Steu­er­schul­den.

3Mit dem Steu­er­pflich­ti­gen haf­ten so­li­da­risch:

a.
die un­ter sei­ner el­ter­li­chen Sor­ge ste­hen­den Kin­der bis zum Be­tra­ge des auf sie ent­fal­len­den An­teils an der Ge­samt­steu­er;
b.
die in der Schweiz woh­nen­den Teil­ha­ber an ei­ner ein­fa­chen Ge­sell­schaft, Kol­lek­tiv- oder Kom­man­dit­ge­sell­schaft bis zum Be­tra­ge ih­rer Ge­sell­schafts­an­tei­le für die Steu­ern der im Aus­land woh­nen­den Teil­ha­ber;
c.
Käu­fer und Ver­käu­fer ei­ner in der Schweiz ge­le­ge­nen Lie­gen­schaft bis zu 3 Pro­zent der Kaufsum­me für die vom Händ­ler oder Ver­mitt­ler aus die­ser Tä­tig­keit ge­schul­de­ten Steu­ern, wenn der Händ­ler oder der Ver­mitt­ler in der Schweiz kei­nen steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz hat;
d.
die Per­so­nen, die Ge­schäfts­be­trie­be oder Be­triebs­stät­ten in der Schweiz auf­lö­sen oder in der Schweiz ge­le­ge­ne Grund­stücke oder durch sol­che ge­si­cher­te For­de­run­gen ver­äus­sern oder ver­wer­ten, bis zum Be­tra­ge des Reiner­lö­ses, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge kei­nen steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz in der Schweiz hat.

4Mit dem Steu­er­nach­fol­ger haf­ten für die Steu­er des Erb­las­sers so­li­da­risch der Erb­schafts­ver­wal­ter und der Wil­lens­voll­stre­cker bis zum Be­tra­ge, der nach dem Stand des Nach­lass­ver­mö­gens im Zeit­punkt des To­des auf die Steu­er ent­fällt. Die Haf­tung ent­fällt, wenn der Haf­ten­de nach­weist, dass er al­le nach den Um­stän­den ge­bo­te­ne Sorg­falt an­ge­wen­det hat.

Art. 14 Besteuerung nach dem Aufwand

1Na­tür­li­che Per­so­nen ha­ben das Recht, an­stel­le der Ein­kom­mens­steu­er ei­ne Steu­er nach dem Auf­wand zu ent­rich­ten, wenn sie:

a.
nicht das Schwei­zer Bür­ger­recht ha­ben;
b.
erst­mals oder nach min­des­tens zehn­jäh­ri­ger Un­ter­bre­chung un­be­schränkt steu­er­pflich­tig (Art. 3) sind; und
c.
in der Schweiz kei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben.

2Ehe­gat­ten, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, müs­sen bei­de die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 er­fül­len.

3Die Steu­er wird nach den jähr­li­chen, in der Be­mes­sungs­pe­ri­ode im In- und Aus­land ent­stan­de­nen Le­bens­hal­tungs­kos­ten der steu­er­pflich­ti­gen Per­son und der von ihr un­ter­hal­te­nen Per­so­nen, min­des­tens aber nach dem höchs­ten der fol­gen­den Be­trä­ge be­mes­sen:2

a.
400 000 Fran­ken;
b.
für Steu­er­pflich­ti­ge mit ei­ge­nem Haus­halt: dem Sie­ben­fa­chen des jähr­li­chen Miet­zin­ses oder des Miet­werts nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 Buch­sta­be b;
c.
für die üb­ri­gen Steu­er­pflich­ti­gen: dem Drei­fa­chen des jähr­li­chen Pen­si­ons­prei­ses für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung am Ort des Auf­ent­halts nach Ar­ti­kel 3;
d.
der Sum­me der Brut­to­er­trä­ge:
1.
der Ein­künf­te aus dem in der Schweiz ge­le­ge­nen un­be­weg­li­chen Ver­mö­gen,
2.
der Ein­künf­te aus der in der Schweiz ge­le­ge­nen Fahr­nis,
3.
der Ein­künf­te aus dem in der Schweiz an­ge­leg­ten be­weg­li­chen Ka­pi­tal­ver­mö­gen, ein­sch­liess­lich der grund­p­fänd­lich ge­si­cher­ten For­de­run­gen,
4.
der Ein­künf­te aus den in der Schweiz ver­wer­te­ten Ur­he­ber­rech­ten, Pa­ten­ten und ähn­li­chen Rech­ten,
5.
der Ru­he­ge­häl­ter, Ren­ten und Pen­sio­nen, die aus schwei­ze­ri­schen Quel­len flies­sen,
6.
der Ein­künf­te, für die die steu­er­pflich­ti­ge Per­son auf­grund ei­nes von der Schweiz ab­ge­schlos­se­nen Ab­kom­mens zur Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung gänz­lich oder teil­wei­se Ent­las­tung von aus­län­di­schen Steu­ern be­an­sprucht.

4Die Steu­er wird nach dem or­dent­li­chen Steu­er­ta­rif (Art. 36) be­rech­net. Die Er­mäs­si­gung nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 2bis zwei­ter Satz kommt nicht zur An­wen­dung.3

5Wer­den Ein­künf­te aus ei­nem Staat nur dann von des­sen Steu­ern ent­las­tet, wenn die Schweiz die­se Ein­künf­te al­lein oder mit an­de­ren Ein­künf­ten zum Satz des Ge­samtein­kom­mens be­steu­ert, so wird die Steu­er nicht nur nach den in Ab­satz 3 Buch­sta­be d be­zeich­ne­ten Ein­künf­ten, son­dern auch nach al­len auf­grund des be­tref­fen­den Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­mens der Schweiz zu­ge­wie­se­nen Ein­kom­mens­be­stand­tei­len aus dem Quel­len­staat be­mes­sen.

6Das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment (EFD)4 passt den Be­trag nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a an den Lan­des­in­dex der Kon­su­men­ten­prei­se an. Ar­ti­kel 39 Ab­satz 2 gilt sinn­ge­mä­ss.5


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2013 779; BBl 2011 6021). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. in Art. 205d am Schluss des Tex­tes.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
4 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).

4. Kapitel: Steuerbefreiung

Art. 15

1Die von der Steu­er­pflicht aus­ge­nom­me­nen be­güns­tig­ten Per­so­nen nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20071 wer­den in­so­weit nicht be­steu­ert, als das Bun­des­recht ei­ne Steu­er­be­frei­ung vor­sieht.2

2Bei teil­wei­ser Steu­er­pflicht gilt Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1.


1 SR 192.12
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 7 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).

Zweiter Titel: Einkommenssteuer

1. Kapitel: Steuerbare Einkünfte

1. Abschnitt: Allgemeines

Art. 16

1Der Ein­kom­mens­steu­er un­ter­lie­gen al­le wie­der­keh­ren­den und ein­ma­li­gen Ein­künf­te.

2Als Ein­kom­men gel­ten auch Na­tu­ral­be­zü­ge je­der Art, ins­be­son­de­re freie Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft so­wie der Wert selbst­ver­brauch­ter Er­zeug­nis­se und Wa­ren des ei­ge­nen Be­trie­bes; sie wer­den nach ih­rem Markt­wert be­mes­sen.

3Die Ka­pi­tal­ge­win­ne aus der Ver­äus­se­rung von Pri­vat­ver­mö­gen sind steu­er­frei.

2. Abschnitt: Unselbständige Erwerbstätigkeit

Art. 17 Grundsatz

1Steu­er­bar sind al­le Ein­künf­te aus pri­vat­recht­li­chem oder öf­fent­lich-recht­li­chem Ar­beits­ver­hält­nis mit Ein­schluss der Ne­ben­ein­künf­te wie Ent­schä­di­gun­gen für Son­der­leis­tun­gen, Pro­vi­sio­nen, Zu­la­gen, Dienstal­ters- und Ju­bi­lä­ums­ge­schen­ke, Gra­ti­fi­ka­tio­nen, Trink­gel­der, Tan­tie­men, geld­wer­te Vor­tei­le aus Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen und an­de­re geld­wer­te Vor­tei­le.2

1bisDie vom Ar­beit­ge­ber ge­tra­ge­nen Kos­ten der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dung ein­sch­liess­lich Um­schu­lungs­kos­ten, stel­len un­ab­hän­gig von de­ren Hö­he kei­nen an­de­ren geld­wer­ten Vor­teil im Sin­ne von Ab­satz 1 dar.3

2Ka­pi­tal­ab­fin­dun­gen aus ei­ner mit dem Ar­beits­ver­hält­nis ver­bun­de­nen Vor­sor­ge­ein­rich­tung oder gleich­ar­ti­ge Ka­pi­tal­ab­fin­dun­gen des Ar­beit­ge­bers wer­den nach Ar­ti­kel 38 be­steu­ert.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 27. Sept. 2013 über die steu­er­li­che Be­hand­lung der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dungs­kos­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 1105; BBl 2011 2607).

Art. 17a Mitarbeiterbeteiligungen

1Als ech­te Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen gel­ten:

a.
Ak­ti­en, Ge­nuss­schei­ne, Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne, Ge­nos­sen­schafts­an­tei­le oder Be­tei­li­gun­gen an­de­rer Art, die die Ar­beit­ge­be­rin, de­ren Mut­ter­ge­sell­schaft oder ei­ne an­de­re Kon­zern­ge­sell­schaft den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern ab­gibt;
b.
Op­tio­nen auf den Er­werb von Be­tei­li­gun­gen nach Buch­sta­be a.

2Als un­ech­te Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gung gel­ten An­wart­schaf­ten auf blos­se Bar­geld­ab­fin­dun­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

Art. 17b Einkünfte aus echten Mitarbeiterbeteiligungen

1Geld­wer­te Vor­tei­le aus ech­ten Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, aus­ser aus ge­sperr­ten oder nicht bör­sen­ko­tier­ten Op­tio­nen, sind im Zeit­punkt des Er­werbs als Ein­kom­men aus un­selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit steu­er­bar. Die steu­er­ba­re Leis­tung ent­spricht de­ren Ver­kehrs­wert ver­min­dert um einen all­fäl­li­gen Er­werbs­preis.

2Bei Mit­ar­bei­terak­ti­en sind für die Be­rech­nung der steu­er­ba­ren Leis­tung Sperr­fris­ten mit ei­nem Dis­kont von 6 Pro­zent pro Sperr­jahr auf de­ren Ver­kehrs­wert zu be­rück­sich­ti­gen. Die­ser Dis­kont gilt längs­tens für zehn Jah­re.

3Geld­wer­te Vor­tei­le aus ge­sperr­ten oder nicht bör­sen­ko­tier­ten Mit­ar­bei­te­r­optio­nen wer­den im Zeit­punkt der Aus­übung be­steu­ert. Die steu­er­ba­re Leis­tung ent­spricht dem Ver­kehrs­wert der Ak­tie bei Aus­übung ver­min­dert um den Aus­übungs­preis.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

Art. 17c Einkünfte aus unechten Mitarbeiterbeteiligungen

Geld­wer­te Vor­tei­le aus un­ech­ten Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen sind im Zeit­punkt ih­res Zu­flus­ses steu­er­bar.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

Art. 17d Anteilsmässige Besteuerung

Hat­te der Steu­er­pflich­ti­ge nicht wäh­rend der ge­sam­ten Zeit­span­ne zwi­schen Er­werb und Ent­ste­hen des Aus­übungs­rechts der ge­sperr­ten Mit­ar­bei­te­r­optio­nen (Art. 17b Abs. 3) steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt in der Schweiz, so wer­den die geld­wer­ten Vor­tei­le dar­aus an­teils­mäs­sig im Ver­hält­nis zwi­schen der ge­sam­ten zu der in der Schweiz ver­brach­ten Zeit­span­ne be­steu­ert.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

3. Abschnitt: Selbständige Erwerbstätigkeit

Art. 18 Grundsatz

1Steu­er­bar sind al­le Ein­künf­te aus ei­nem Han­dels-, In­dus­trie-, Ge­wer­be-, Land- und Forst­wirt­schafts­be­trieb, aus ei­nem frei­en Be­ruf so­wie aus je­der an­de­ren selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit.

2Zu den Ein­künf­ten aus selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit zäh­len auch al­le Ka­pi­tal­ge­win­ne aus Ver­äus­se­rung, Ver­wer­tung oder buch­mäs­si­ger Auf­wer­tung von Ge­schäfts­ver­mö­gen. Der Ver­äus­se­rung gleich­ge­stellt ist die Über­füh­rung von Ge­schäfts­ver­mö­gen in das Pri­vat­ver­mö­gen oder in aus­län­di­sche Be­trie­be oder Be­triebs­stät­ten. Als Ge­schäfts­ver­mö­gen gel­ten al­le Ver­mö­gens­wer­te, die ganz oder vor­wie­gend der selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit die­nen; Glei­ches gilt für Be­tei­li­gun­gen von min­des­tens 20 Pro­zent am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft, so­fern der Ei­gen­tü­mer sie im Zeit­punkt des Er­werbs zum Ge­schäfts­ver­mö­gen er­klärt. Ar­ti­kel 18b bleibt vor­be­hal­ten.1

3Für Steu­er­pflich­ti­ge, die ei­ne ord­nungs­ge­mäs­se Buch­hal­tung füh­ren, gilt Ar­ti­kel 58 sinn­ge­mä­ss.

4Die Ge­win­ne aus der Ver­äus­se­rung von land- und forst­wirt­schaft­li­chen Grund­stücken wer­den den steu­er­ba­ren Ein­künf­ten nur bis zur Hö­he der An­la­ge­kos­ten zu­ge­rech­net.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 18a Aufschubstatbestände

1Wird ei­ne Lie­gen­schaft des An­la­ge­ver­mö­gens aus dem Ge­schäfts­ver­mö­gen in das Pri­vat­ver­mö­gen über­führt, so kann die steu­er­pflich­ti­ge Per­son ver­lan­gen, dass im Zeit­punkt der Über­füh­rung nur die Dif­fe­renz zwi­schen den An­la­ge­kos­ten und dem mass­ge­ben­den Ein­kom­mens­steu­er­wert be­steu­ert wird. In die­sem Fall gel­ten die An­la­ge­kos­ten als neu­er mass­ge­ben­der Ein­kom­mens­steu­er­wert, und die Be­steue­rung der üb­ri­gen stil­len Re­ser­ven als Ein­kom­men aus selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit wird bis zur Ver­äus­se­rung der Lie­gen­schaft auf­ge­scho­ben.

2Die Ver­pach­tung ei­nes Ge­schäfts­be­triebs gilt nur auf An­trag der steu­er­pflich­ti­gen Per­son als Über­füh­rung in das Pri­vat­ver­mö­gen.

3Wird bei ei­ner Erb­tei­lung der Ge­schäfts­be­trieb nicht von al­len Er­ben fort­ge­führt, so wird die Be­steue­rung der stil­len Re­ser­ven auf Ge­such der den Be­trieb über­neh­men­den Er­ben bis zur spä­te­ren Rea­li­sie­rung auf­ge­scho­ben, so­weit die­se Er­ben die bis­he­ri­gen für die Ein­kom­mens­steu­er mass­ge­ben­den Wer­te über­neh­men.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 18b Teilbesteuerung der Einkünfte aus Beteiligungen des Geschäftsvermögens

1Di­vi­den­den, Ge­winnan­tei­le, Li­qui­da­ti­ons­über­schüs­se und geld­wer­te Vor­tei­le aus Ak­ti­en, An­tei­len an Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung, Ge­nos­sen­schafts­an­tei­len und Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen so­wie Ge­win­ne aus der Ver­äus­se­rung sol­cher Be­tei­li­gungs­rech­te sind nach Ab­zug des zu­re­chen­ba­ren Auf­wan­des im Um­fang von 50 Pro­zent steu­er­bar, wenn die­se Be­tei­li­gungs­rech­te min­des­tens 10 Pro­zent des Grund- oder Stamm­ka­pi­tals ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft dar­stel­len.

2Die Teil­be­steue­rung auf Ver­äus­se­rungs­ge­win­nen wird nur ge­währt, wenn die ver­äus­ser­ten Be­tei­li­gungs­rech­te min­des­tens ein Jahr im Ei­gen­tum der steu­er­pflich­ti­gen Per­son oder des Per­so­nen­un­ter­neh­mens wa­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 19 Umstrukturierungen

1Stil­le Re­ser­ven ei­ner Per­so­nen­un­ter­neh­mung (Ein­zel­un­ter­neh­men, Per­so­nen­ge­sell­schaft) wer­den bei Um­struk­tu­rie­run­gen, ins­be­son­de­re im Fall der Fu­si­on, Spal­tung oder Um­wand­lung, nicht be­steu­ert, so­weit die Steu­er­pflicht in der Schweiz fort­be­steht und die bis­her für die Ein­kom­mens­steu­er mass­ge­bli­chen Wer­te über­nom­men wer­den:2

a.
bei der Über­tra­gung von Ver­mö­gens­wer­ten auf ei­ne an­de­re Per­so­nen­un­ter­neh­mung;
b.
bei der Über­tra­gung ei­nes Be­triebs oder ei­nes Teil­be­triebs auf ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son;
c.
beim Aus­tausch von Be­tei­li­gungs- oder Mit­glied­schafts­rech­ten an­läss­lich von Um­struk­tu­rie­run­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 61 Ab­satz 1 oder von fu­si­ons­ähn­li­chen Zu­sam­menschlüs­sen.3

2Bei ei­ner Um­struk­tu­rie­rung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b wer­den die über­tra­ge­nen stil­len Re­ser­ven im Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 151-153 nach­träg­lich be­steu­ert, so­weit wäh­rend den der Um­struk­tu­rie­rung nach­fol­gen­den fünf Jah­ren Be­tei­li­gungs- oder Mit­glied­schafts­rech­te zu ei­nem über dem über­tra­ge­nen steu­er­li­chen Ei­gen­ka­pi­tal lie­gen­den Preis ver­äus­sert wer­den; die ju­ris­ti­sche Per­son kann in die­sem Fall ent­spre­chen­de, als Ge­winn ver­steu­er­te stil­le Re­ser­ven gel­tend ma­chen.4

3Die Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten sinn­ge­mä­ss für Un­ter­neh­men, die im Ge­samt­hand­ver­hält­nis be­trie­ben wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2004 (AS 2004 2617; BBl 2000 4337).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 16. Dez. 2005 (GmbH-Recht so­wie An­pas­sun­gen im Ak­ti­en-, Ge­nos­sen­schafts-, Han­dels­re­gis­ter- und Fir­men­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4791; BBl 2002 3148, 2004 3969).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2004 (AS 2004 2617; BBl 2000 4337).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2004 (AS 2004 2617; BBl 2000 4337).

4. Abschnitt: Bewegliches Vermögen

Art. 20 Grundsatz

1Steu­er­bar sind die Er­trä­ge aus be­weg­li­chem Ver­mö­gen, ins­be­son­de­re:

a.2
Zin­sen aus Gut­ha­ben, ein­sch­liess­lich aus­be­zahl­ter Er­trä­ge aus rück­kaufs­fä­hi­gen Ka­pi­tal­ver­si­che­run­gen mit Ein­mal­prä­mie im Er­le­bens­fall oder bei Rück­kauf, aus­ser wenn die­se Ka­pi­tal­ver­si­che­run­gen der Vor­sor­ge die­nen. Als der Vor­sor­ge die­nend gilt die Aus­zah­lung der Ver­si­che­rungs­leis­tung ab dem vollen­de­ten 60. Al­ters­jahr des Ver­si­cher­ten auf Grund ei­nes min­des­tens fünf­jäh­ri­gen Ver­trags­ver­hält­nis­ses, das vor Vollen­dung des 66. Al­ters­jah­res be­grün­det wur­de. In die­sem Fall ist die Leis­tung steu­er­frei;
b.
Ein­künf­te aus der Ver­äus­se­rung oder Rück­zah­lung von Ob­li­ga­tio­nen mit über­wie­gen­der Ein­mal­ver­zin­sung (glo­bal­ver­zins­li­che Ob­li­ga­tio­nen, Dis­kont-Ob­li­ga­tio­nen), die dem In­ha­ber an­fal­len,
c.3
Di­vi­den­den, Ge­winnan­tei­le, Li­qui­da­ti­ons­über­schüs­se und geld­wer­te Vor­tei­le aus Be­tei­li­gun­gen al­ler Art (ein­sch­liess­lich Gra­tis­ak­ti­en, Gra­tis­nenn­wert­er­hö­hun­gen u. dgl.). Ein bei der Rück­ga­be von Be­tei­li­gungs­rech­ten im Sin­ne von Ar­ti­kel 4a des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ok­to­ber 19654 über die Ver­rech­nungs­steu­er (VStG) an die Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft er­ziel­ter Li­qui­da­ti­ons­über­schuss gilt in dem Jah­re als rea­li­siert, in wel­chem die Ver­rech­nungs­steu­er­for­de­rung ent­steht (Art. 12 Abs. 1 und 1bis VStG); Ab­satz 1bis bleibt vor­be­hal­ten;
d.
Ein­künf­te aus Ver­mie­tung, Ver­pach­tung, Nutz­nies­sung oder sons­ti­ger Nut­zung be­weg­li­cher Sa­chen oder nutz­ba­rer Rech­te;
e.5
Ein­künf­te aus An­tei­len an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, so­weit die Ge­sam­ter­trä­ge die Er­trä­ge aus di­rek­tem Grund­be­sitz über­stei­gen;
f.
Ein­künf­te aus im­ma­te­ri­el­len Gü­tern.

1bisDi­vi­den­den, Ge­winnan­tei­le, Li­qui­da­ti­ons­über­schüs­se und geld­wer­te Vor­tei­le aus Ak­ti­en, An­tei­len an Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung, Ge­nos­sen­schafts­an­tei­len und Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen (ein­sch­liess­lich Gra­tis­ak­ti­en, Gra­tis­nenn­wert­er­hö­hun­gen u. dgl.) sind im Um­fang von 60 Pro­zent steu­er­bar, wenn die­se Be­tei­li­gungs­rech­te min­des­tens 10 Pro­zent des Grund- oder Stamm­ka­pi­tals ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft dar­stel­len.6

2Der Er­lös aus Be­zugs­rech­ten gilt nicht als Ver­mö­gen­ser­trag, so­fern sie zum Pri­vat­ver­mö­gen des Steu­er­pflich­ti­gen ge­hö­ren.

3Die Rück­zah­lung von Ein­la­gen, Auf­gel­dern und Zu­schüs­sen, die von den In­ha­bern der Be­tei­li­gungs­rech­te nach dem 31. De­zem­ber 1996 ge­leis­tet wor­den sind, wird gleich be­han­delt wie die Rück­zah­lung von Grund- oder Stamm­ka­pi­tal.7


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 23. Ju­ni 2006 über drin­gen­de An­pas­sun­gen bei der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4883; BBl 2005 4733).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 1999 2374; BBl 1999 4).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
4 SR642.21
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 20a Besondere Fälle

1Als Er­trag aus be­weg­li­chem Ver­mö­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­be c gilt auch:

a.
der Er­lös aus dem Ver­kauf ei­ner Be­tei­li­gung von min­des­tens 20 Pro­zent am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft aus dem Pri­vat­ver­mö­gen in das Ge­schäfts­ver­mö­gen ei­ner an­de­ren na­tür­li­chen oder ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, so­weit in­nert fünf Jah­ren nach dem Ver­kauf, un­ter Mit­wir­kung des Ver­käu­fers, nicht be­triebs­not­wen­di­ge Sub­stanz aus­ge­schüt­tet wird, die im Zeit­punkt des Ver­kaufs be­reits vor­han­den und han­dels­recht­lich aus­schüt­tungs­fä­hig war; dies gilt sinn­ge­mä­ss auch, wenn in­nert fünf Jah­ren meh­re­re Be­tei­lig­te ei­ne sol­che Be­tei­li­gung ge­mein­sam ver­kau­fen oder Be­tei­li­gun­gen von ins­ge­samt min­des­tens 20 Pro­zent ver­kauft wer­den; aus­ge­schüt­te­te Sub­stanz wird beim Ver­käu­fer ge­ge­be­nen­falls im Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 151 Ab­satz 1, 152 und 153 nach­träg­lich be­steu­ert;
b.
der Er­lös aus der Über­tra­gung ei­ner Be­tei­li­gung von min­des­tens 5 Pro­zent am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft aus dem Pri­vat­ver­mö­gen in das Ge­schäfts­ver­mö­gen ei­ner Per­so­nen­un­ter­neh­mung oder ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, an wel­cher der Ver­äus­se­rer oder Ein­brin­ger nach der Über­tra­gung zu min­des­tens 50 Pro­zent am Ka­pi­tal be­tei­ligt ist, so­weit die ge­samt­haft er­hal­te­ne Ge­gen­leis­tung den Nenn­wert der über­tra­ge­nen Be­tei­li­gung über­steigt; dies gilt sinn­ge­mä­ss auch, wenn meh­re­re Be­tei­lig­te die Über­tra­gung ge­mein­sam vor­neh­men.

2Mit­wir­kung im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­be a liegt vor, wenn der Ver­käu­fer weiss oder wis­sen muss, dass der Ge­sell­schaft zwecks Fi­nan­zie­rung des Kauf­prei­ses Mit­tel ent­nom­men und nicht wie­der zu­ge­führt wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 23. Ju­ni 2006 über drin­gen­de An­pas­sun­gen bei der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4883; BBl 2005 4733).

5. Abschnitt: Unbewegliches Vermögen

Art. 21

1Steu­er­bar sind die Er­trä­ge aus un­be­weg­li­chem Ver­mö­gen, ins­be­son­de­re:

a.
al­le Ein­künf­te aus Ver­mie­tung, Ver­pach­tung, Nutz­nies­sung oder sons­ti­ger Nut­zung;
b.
der Miet­wert von Lie­gen­schaf­ten oder Lie­gen­schafts­tei­len, die dem Steu­er­pflich­ti­gen auf­grund von Ei­gen­tum oder ei­nes un­ent­gelt­li­chen Nut­zungs­rechts für den Ei­gen­ge­brauch zur Ver­fü­gung ste­hen;
c.
Ein­künf­te aus Bau­rechts­ver­trä­gen;
d.
Ein­künf­te aus der Aus­beu­tung von Kies, Sand und an­de­ren Be­stand­tei­len des Bo­dens.

2Die Fest­set­zung des Ei­gen­miet­wer­tes er­folgt un­ter Be­rück­sich­ti­gung der orts­üb­li­chen Ver­hält­nis­se und der tat­säch­li­chen Nut­zung der am Wohn­sitz selbst­be­wohn­ten Lie­gen­schaft.

6. Abschnitt: Einkünfte aus Vorsorge

Art. 22

1Steu­er­bar sind al­le Ein­künf­te aus der Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung, aus Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge und aus an­er­kann­ten For­men der ge­bun­de­nen Selbst­vor­sor­ge, mit Ein­schluss der Ka­pi­tal­ab­fin­dun­gen und Rück­zah­lun­gen von Ein­la­gen, Prä­mi­en und Bei­trä­gen.

2Als Ein­künf­te aus der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge gel­ten ins­be­son­de­re Leis­tun­gen aus Vor­sor­ge­kas­sen, aus Spar- und Grup­pen­ver­si­che­run­gen so­wie aus Frei­zü­gig­keits­po­li­cen.

3Leib­ren­ten so­wie Ein­künf­te aus Ver­pfrün­dung sind zu 40 Pro­zent steu­er­bar.1

4Ar­ti­kel 24 Buch­sta­be b bleibt vor­be­hal­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 1999 2374; BBl 1999 4).

7. Abschnitt: Übrige Einkünfte

Art. 23

Steu­er­bar sind auch:

a.
al­le an­de­ren Ein­künf­te, die an die Stel­le des Ein­kom­mens aus Er­werbs­tä­tig­keit tre­ten;
b.
ein­ma­li­ge oder wie­der­keh­ren­de Zah­lun­gen bei Tod so­wie für blei­ben­de kör­per­li­che oder ge­sund­heit­li­che Nach­tei­le;
c.
Ent­schä­di­gun­gen für die Auf­ga­be oder Nichtaus­übung ei­ner Tä­tig­keit;
d.
Ent­schä­di­gun­gen für die Nichtaus­übung ei­nes Rech­tes;
e.1
f.
Un­ter­halts­bei­trä­ge, die ein Steu­er­pflich­ti­ger bei Schei­dung, ge­richt­li­cher oder tat­säch­li­cher Tren­nung für sich er­hält, so­wie Un­ter­halts­bei­trä­ge, die ein El­tern­teil für die un­ter sei­ner el­ter­li­chen Sor­ge ste­hen­den Kin­der er­hält.

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 5 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).

2. Kapitel: Steuerfreie Einkünfte

Art. 24

Steu­er­frei sind:

a.
der Ver­mö­gens­an­fall in­fol­ge Erb­schaft, Ver­mächt­nis, Schen­kung oder gü­ter­recht­li­cher Aus­ein­an­der­set­zung;
b.
der Ver­mö­gens­an­fall aus rück­kaufs­fä­hi­ger pri­va­ter Ka­pi­tal­ver­si­che­rung, aus­ge­nom­men aus Frei­zü­gig­keits­po­li­cen. Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­be a bleibt vor­be­hal­ten;
c.
die Ka­pi­tal­zah­lun­gen, die bei Stel­len­wech­sel vom Ar­beit­ge­ber oder von Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge aus­ge­rich­tet wer­den, wenn sie der Emp­fän­ger in­nert Jah­res­frist zum Ein­kauf in ei­ne Ein­rich­tung der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge oder zum Er­werb ei­ner Frei­zü­gig­keits­po­li­ce ver­wen­det;
d.
die Un­ter­stüt­zun­gen aus öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Mit­teln;
e.
die Leis­tun­gen in Er­fül­lung fa­mi­li­en­recht­li­cher Ver­pflich­tun­gen, aus­ge­nom­men die Un­ter­halts­bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 23 Buch­sta­be f;
f.1
der Sold für Mi­li­tär- und Schutz­dienst so­wie das Ta­schen­geld für Zi­vil­dienst;
fbis.2
der Sold der Mi­liz­feu­er­wehr­leu­te bis zum Be­trag von jähr­lich 5000 Fran­ken für Dienst­leis­tun­gen im Zu­sam­men­hang mit der Er­fül­lung der Kern­auf­ga­ben der Feu­er­wehr (Übun­gen, Pi­kett­diens­te, Kur­se, In­spek­tio­nen und Ernst­fal­le­in­sät­ze zur Ret­tung, Brand­be­kämp­fung, all­ge­mei­nen Scha­den­wehr, Ele­men­tar­scha­den­be­wäl­ti­gung und der­glei­chen); aus­ge­nom­men sind Pau­schal­zu­la­gen für Ka­der, Funk­ti­ons­zu­la­gen so­wie Ent­schä­di­gun­gen für ad­mi­nis­tra­ti­ve Ar­bei­ten und für Dienst­leis­tun­gen, wel­che die Feu­er­wehr frei­wil­lig er­bringt;
g.
die Zah­lung von Ge­nug­tu­ungs­s­um­men;
h.
die Ein­künf­te auf­grund der Bun­des­ge­setz­ge­bung über Er­gän­zungs­leis­tun­gen zur Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung;
i.3
die Ge­win­ne, die in Spiel­ban­ken mit Spiel­ban­ken­spie­len er­zielt wer­den, die nach dem Geld­spiel­ge­setz vom 29. Sep­tem­ber 20174 (BGS) zu­ge­las­sen sind, so­fern die­se Ge­win­ne nicht aus selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit stam­men;
ibis.5
die ein­zel­nen Ge­win­ne bis zum Be­trag von 1 Mil­li­on Fran­ken aus der Teil­nah­me an Gross­s­pie­len, die nach dem BGS zu­ge­las­sen sind, und aus der On­li­ne-Teil­nah­me an Spiel­ban­ken­spie­len, die nach dem BGS zu­ge­las­sen sind;
iter.6
die Ge­win­ne aus Klein­spie­len, die nach dem BGS zu­ge­las­sen sind;
j.7
die ein­zel­nen Ge­win­ne aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung, die nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­ben d und e BGS die­sem nicht un­ter­ste­hen, so­fern die Gren­ze von 1000 Fran­ken nicht über­schrit­ten wird.

1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Zi­vil­dienst­ge­set­zes vom 6. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Okt. 1996 (AS 1996 1445; BBl 1994 III 1609).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG über die Steu­er­be­frei­ung des Feu­er­wehr­sol­des vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 489; BBl 2010 2855).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Spiel­ban­ken­ge­set­zes vom 18. Dez. 1998 (AS 2000 677; BBl 1997 III 145). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).
4 SR 935.51
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 5 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 5 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über Ver­ein­fa­chun­gen bei der Be­steue­rung von Lot­te­rie­ge­win­nen (AS 2012 5977; BBl 2011 6517 6543). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).

3. Kapitel: Ermittlung des Reineinkommens

1. Abschnitt: Grundsatz

Art. 25

Zur Er­mitt­lung des Rein­ein­kom­mens wer­den von den ge­sam­ten steu­er­ba­ren Ein­künf­ten die Auf­wen­dun­gen und all­ge­mei­nen Ab­zü­ge nach den Ar­ti­keln 26-33a ab­ge­zo­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 8. Okt. 2004 (Stif­tungs­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 4545; BBl 2003 8153 8191).

2. Abschnitt: Unselbständige Erwerbstätigkeit

Art. 26

1Als Be­rufs­kos­ten wer­den ab­ge­zo­gen:

a.1
die not­wen­di­gen Kos­ten bis zu ei­nem Ma­xi­mal­be­trag von 3000 Fran­ken für Fahr­ten zwi­schen Wohn- und Ar­beits­stät­te;
b.
die not­wen­di­gen Mehr­kos­ten für Ver­pfle­gung aus­ser­halb der Wohn­stät­te und bei Schicht­ar­beit;
c.2
die üb­ri­gen für die Aus­übung des Be­ru­fes er­for­der­li­chen Kos­ten; Ar­ti­kel 33 Ab­satz 1 Buch­sta­be j bleibt vor­be­hal­ten;
d.3

2Für die Be­rufs­kos­ten nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c wer­den Pau­scha­l­an­sät­ze fest­ge­legt; im Fall von Ab­satz 1 Buch­sta­be c steht der steu­er­pflich­ti­gen Per­son der Nach­weis hö­he­rer Kos­ten of­fen.4


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 21. Ju­ni 2013 über die Fi­nan­zie­rung und den Aus­bau der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 651; BBl 2012 1577).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 27. Sept. 2013 über die steu­er­li­che Be­hand­lung der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dungs­kos­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 1105; BBl 2011 2607).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 1 des BG vom 27. Sept. 2013 über die steu­er­li­che Be­hand­lung der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dungs­kos­ten, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 1105; BBl 2011 2607).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 21. Ju­ni 2013 über die Fi­nan­zie­rung und den Aus­bau der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 651; BBl 2012 1577).

3. Abschnitt: Selbständige Erwerbstätigkeit

Art. 27 Allgemeines

1Bei selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit wer­den die ge­schäfts- oder be­rufs­mäs­sig be­grün­de­ten Kos­ten ab­ge­zo­gen.

2Da­zu ge­hö­ren ins­be­son­de­re:

a.
die Ab­schrei­bun­gen und Rück­stel­lun­gen nach den Ar­ti­keln 28 und 29;
b.
die ein­ge­tre­te­nen und ver­buch­ten Ver­lus­te auf Ge­schäfts­ver­mö­gen;
c.
die Zu­wen­dun­gen an Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen zu­guns­ten des ei­ge­nen Per­so­nals, so­fern je­de zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung aus­ge­schlos­sen ist;
d.1
Zin­sen auf Ge­schäfts­schul­den so­wie Zin­sen, die auf Be­tei­li­gun­gen nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 2 ent­fal­len;
e.2
die Kos­ten der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dung, ein­sch­liess­lich Um­schu­lungs­kos­ten, des ei­ge­nen Per­so­nals.

3Nicht ab­zieh­bar sind Zah­lun­gen von Be­ste­chungs­gel­dern im Sin­ne des schwei­ze­ri­schen Straf­rechts an schwei­ze­ri­sche oder frem­de Amts­trä­ger.3


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 5 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 1999 2374; BBl 1999 4).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 27. Sept. 2013 über die steu­er­li­che Be­hand­lung der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dungs­kos­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 1105; BBl 2011 2607).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Dez. 1999 über die Un­zu­läs­sig­keit steu­er­li­cher Ab­zü­ge von Be­ste­chungs­gel­dern, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2147; BBl 1997 II 1037, IV 1336).

Art. 28 Abschreibungen

1Ge­schäfts­mäs­sig be­grün­de­te Ab­schrei­bun­gen von Ak­ti­ven sind zu­läs­sig, so­weit sie buch­mäs­sig oder, bei ver­ein­fach­ter Buch­füh­rung nach Ar­ti­kel 957 Ab­satz 2 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (OR)1, in be­son­de­ren Ab­schrei­bungs­ta­bel­len aus­ge­wie­sen sind.2

2In der Re­gel wer­den die Ab­schrei­bun­gen nach dem tat­säch­li­chen Wert der ein­zel­nen Ver­mö­gens­tei­le be­rech­net oder nach ih­rer vor­aus­sicht­li­chen Ge­brauchs­dau­er an­ge­mes­sen ver­teilt.

3Ab­schrei­bun­gen auf Ak­ti­ven, die zum Aus­gleich von Ver­lus­ten auf­ge­wer­tet wur­den, kön­nen nur vor­ge­nom­men wer­den, wenn die Auf­wer­tun­gen han­dels­recht­lich zu­läs­sig wa­ren und die Ver­lus­te im Zeit­punkt der Ab­schrei­bung nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 1 ver­re­chen­bar ge­we­sen wä­ren.


1 SR 220
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).

Art. 29 Rückstellungen

1Rück­stel­lun­gen zu Las­ten der Er­folgs­rech­nung sind zu­läs­sig für:

a.
im Ge­schäfts­jahr be­ste­hen­de Ver­pflich­tun­gen, de­ren Hö­he noch un­be­stimmt ist;
b.
Ver­lust­ri­si­ken, die mit Ak­ti­ven des Um­lauf­ver­mö­gens, ins­be­son­de­re mit Wa­ren und De­bi­to­ren, ver­bun­den sind;
c.
an­de­re un­mit­tel­bar dro­hen­de Ver­lust­ri­si­ken, die im Ge­schäfts­jahr be­ste­hen;
d.
künf­ti­ge For­schungs- und Ent­wick­lungs­auf­trä­ge an Drit­te bis zu 10 Pro­zent des steu­er­ba­ren Ge­schäfts­er­tra­ges, ins­ge­samt je­doch höchs­tens bis zu 1 Mil­li­on Fran­ken.

2Bis­he­ri­ge Rück­stel­lun­gen wer­den dem steu­er­ba­ren Ge­schäfts­er­trag zu­ge­rech­net, so­weit sie nicht mehr be­grün­det sind.

Art. 30 Ersatzbeschaffungen

1Wer­den Ge­gen­stän­de des be­triebs­not­wen­di­gen An­la­ge­ver­mö­gens er­setzt, so kön­nen die stil­len Re­ser­ven auf die als Er­satz er­wor­be­nen An­la­ge­gü­ter über­tra­gen wer­den, wenn die­se eben­falls be­triebs­not­wen­dig sind und sich in der Schweiz be­fin­den. Vor­be­hal­ten bleibt die Be­steue­rung beim Er­satz von Lie­gen­schaf­ten durch Ge­gen­stän­de des be­weg­li­chen Ver­mö­gens.1

2Fin­det die Er­satz­be­schaf­fung nicht im glei­chen Ge­schäfts­jahr statt, so kann im Um­fan­ge der stil­len Re­ser­ven ei­ne Rück­stel­lung ge­bil­det wer­den. Die­se Rück­stel­lung ist in­nert an­ge­mes­se­ner Frist zur Ab­schrei­bung auf dem Er­sat­z­ob­jekt zu ver­wen­den oder zu­guns­ten der Er­folgs­rech­nung auf­zu­lö­sen.

3Als be­triebs­not­wen­dig gilt nur An­la­ge­ver­mö­gen, das dem Be­trieb un­mit­tel­bar dient; aus­ge­schlos­sen sind ins­be­son­de­re Ver­mö­gens­tei­le, die dem Un­ter­neh­men nur als Ver­mö­gens­an­la­ge oder nur durch ih­ren Er­trag die­nen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 31 Verluste

1Ver­lus­te aus den sie­ben der Steu­er­pe­ri­ode (Art. 40) vor­an­ge­gan­ge­nen Ge­schäfts­jah­ren kön­nen ab­ge­zo­gen wer­den, so­weit sie bei der Be­rech­nung des steu­er­ba­ren Ein­kom­mens die­ser Jah­re nicht be­rück­sich­tigt wer­den konn­ten.1

2Mit Leis­tun­gen Drit­ter, die zum Aus­gleich ei­ner Un­ter­bi­lanz im Rah­men ei­ner Sa­nie­rung er­bracht wer­den, kön­nen auch Ver­lus­te ver­rech­net wer­den, die in frü­he­ren Ge­schäfts­jah­ren ent­stan­den und noch nicht mit Ein­kom­men ver­rech­net wer­den konn­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).

4. Abschnitt: Privatvermögen

Art. 32

1Bei be­weg­li­chem Pri­vat­ver­mö­gen kön­nen die Kos­ten der Ver­wal­tung durch Drit­te und die we­der rück­for­der­ba­ren noch an­re­chen­ba­ren aus­län­di­schen Quel­len­steu­ern ab­ge­zo­gen wer­den.

2Bei Lie­gen­schaf­ten im Pri­vat­ver­mö­gen kön­nen die Un­ter­halts­kos­ten, die Kos­ten der In­stand­stel­lung von neu er­wor­be­nen Lie­gen­schaf­ten, die Ver­si­che­rungs­prä­mi­en und die Kos­ten der Ver­wal­tung durch Drit­te ab­ge­zo­gen wer­den.1 Das EFD be­stimmt, wie­weit In­ves­ti­tio­nen, die dem Ener­gie­spa­ren und dem Um­welt­schutz die­nen, den Un­ter­halts­kos­ten gleich­ge­stellt wer­den kön­nen.2

3Ab­zieh­bar sind fer­ner die Kos­ten denk­mal­pfle­ge­ri­scher Ar­bei­ten, die der Steu­er­pflich­ti­ge auf­grund ge­setz­li­cher Vor­schrif­ten, im Ein­ver­neh­men mit den Be­hör­den oder auf de­ren An­ord­nung hin vor­ge­nom­men hat, so­weit die­se Ar­bei­ten nicht sub­ven­tio­niert sind.

4Der Steu­er­pflich­ti­ge kann für Grund­stücke des Pri­vat­ver­mö­gens an­stel­le der tat­säch­li­chen Kos­ten und Prä­mi­en einen Pau­scha­l­ab­zug gel­tend ma­chen. Der Bun­des­rat re­gelt die­sen Pau­scha­l­ab­zug.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 3. Okt. 2008 über die steu­er­li­che Be­hand­lung von In­stand­stel­lungs­kos­ten bei Lie­gen­schaf­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 1515; BBl 2007 7993 8009).
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).

5. Abschnitt: Allgemeine Abzüge

Art. 33 Schuldzinsen und andere Abzüge

1Von den Ein­künf­ten wer­den ab­ge­zo­gen:

a.2
die pri­va­ten Schuld­zin­sen im Um­fang der nach den Ar­ti­keln 20, 20a und 21 steu­er­ba­ren Ver­mö­gen­ser­trä­ge und wei­te­rer 50 000 Fran­ken.3 Nicht ab­zugs­fä­hig sind Schuld­zin­sen für Dar­le­hen, die ei­ne Ka­pi­tal­ge­sell­schaft ei­ner an ih­rem Ka­pi­tal mass­ge­blich be­tei­lig­ten oder ihr sonst wie na­he ste­hen­den na­tür­li­chen Per­son zu Be­din­gun­gen ge­währt, die er­heb­lich von den im Ge­schäfts­ver­kehr un­ter Drit­ten üb­li­chen Be­din­gun­gen ab­wei­chen;
b.4
die dau­ern­den Las­ten so­wie 40 Pro­zent der be­zahl­ten Leib­ren­ten;
c.
die Un­ter­halts­bei­trä­ge an den ge­schie­de­nen, ge­richt­lich oder tat­säch­lich ge­trennt le­ben­den Ehe­gat­ten so­wie die Un­ter­halts­bei­trä­ge an einen El­tern­teil für die un­ter des­sen el­ter­li­chen Sor­ge ste­hen­den Kin­der, nicht je­doch Leis­tun­gen in Er­fül­lung an­de­rer fa­mi­li­en­recht­li­cher Un­ter­halts- oder Un­ter­stüt­zungs­pflich­ten;
d.5
die ge­mä­ss Ge­setz, Sta­tut oder Re­gle­ment ge­leis­te­ten Ein­la­gen, Prä­mi­en und Bei­trä­ge an die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung und an Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge;
e.
Ein­la­gen, Prä­mi­en und Bei­trä­ge zum Er­werb von ver­trag­li­chen An­sprü­chen aus an­er­kann­ten For­men der ge­bun­de­nen Selbst­vor­sor­ge; der Bun­des­rat legt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen die an­er­kann­ten Vor­sor­ge­for­men und die Hö­he der ab­zugs­fä­hi­gen Bei­trä­ge fest;
f.
die Prä­mi­en und Bei­trä­ge für die Er­w­erb­ser­satz­ord­nung, die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung und die ob­li­ga­to­ri­sche Un­fall­ver­si­che­rung;
g.6
die Ein­la­gen, Prä­mi­en und Bei­trä­ge für die Le­bens-, die Kran­ken- und die nicht un­ter Buch­sta­be f fal­len­de Un­fall­ver­si­che­rung so­wie die Zin­sen von Spar­ka­pi­ta­li­en der steu­er­pflich­ti­gen Per­son und der von ihr un­ter­hal­te­nen Per­so­nen, bis zum Ge­samt­be­trag von:7
1.
3500 Fran­ken für Ehe­paa­re, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben,
2.
1700 Fran­ken für die üb­ri­gen Steu­er­pflich­ti­gen;
h.8
die Krank­heits- und Un­fall­kos­ten des Steu­er­pflich­ti­gen und der von ihm un­ter­hal­te­nen Per­so­nen, so­weit der Steu­er­pflich­ti­ge die Kos­ten sel­ber trägt und die­se 5 Pro­zent der um die Auf­wen­dun­gen (Art. 26-33) ver­min­der­ten steu­er­ba­ren Ein­künf­te über­stei­gen;
hbis.9die be­hin­de­rungs­be­ding­ten Kos­ten des Steu­er­pflich­ti­gen oder der von ihm un­ter­hal­te­nen Per­so­nen mit Be­hin­de­run­gen im Sin­ne des Be­hin­der­ten­gleich­stel­lungs­ge­set­zes vom 13. De­zem­ber 200210, so­weit der Steu­er­pflich­ti­ge die Kos­ten sel­ber trägt;
i.11
die Mit­glie­der­bei­trä­ge und Zu­wen­dun­gen bis zum Ge­samt­be­trag von 10 100 Fran­ken an po­li­ti­sche Par­tei­en, die:
1.
im Par­tei­en­re­gis­ter nach Ar­ti­kel 76a des Bun­des­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 197612 über die po­li­ti­schen Rech­te ein­ge­tra­gen sind,
2.
in ei­nem kan­to­na­len Par­la­ment ver­tre­ten sind, oder
3.
in ei­nem Kan­ton bei den letz­ten Wahlen des kan­to­na­len Par­la­ments min­des­tens 3 Pro­zent der Stim­men er­reicht ha­ben;
j.13
die Kos­ten der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dung, ein­sch­liess­lich der Um­schu­lungs­kos­ten, bis zum Ge­samt­be­trag von 12 000 Fran­ken, so­fern:
1.
ein ers­ter Ab­schluss auf der Se­kun­dar­stu­fe II vor­liegt, oder
2.
das 20. Le­bens­jahr vollen­det ist und es sich nicht um die Aus­bil­dungs­kos­ten bis zum ers­ten Ab­schluss auf der Se­kun­dar­stu­fe II han­delt.

1bisDie Ab­zü­ge nach Ab­satz 1 Buch­sta­be g er­hö­hen sich:

a.
um die Hälf­te für Steu­er­pflich­ti­ge oh­ne Bei­trä­ge nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben d und e;
b.
um 700 Fran­ken für je­des Kind oder je­de un­ter­stüt­zungs­be­dürf­ti­ge Per­son, für die die steu­er­pflich­ti­ge Per­son einen Ab­zug nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder b gel­tend ma­chen kann.14

2Le­ben Ehe­gat­ten in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe und er­zie­len bei­de ein Er­w­erb­sein­kom­men, so wer­den vom nied­ri­ge­ren Er­w­erb­sein­kom­men 50 Pro­zent, je­doch min­des­tens 8100 Fran­ken und höchs­tens 13 400 Fran­ken ab­ge­zo­gen.15 Als Er­w­erb­sein­kom­men gel­ten die steu­er­ba­ren Ein­künf­te aus un­selb­stän­di­ger oder selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit ab­züg­lich der Auf­wen­dun­gen nach den Ar­ti­keln 26-31 und der all­ge­mei­nen Ab­zü­ge nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben d-f. Bei er­heb­li­cher Mit­ar­beit ei­nes Ehe­gat­ten im Be­ruf, Ge­schäft oder Ge­wer­be des an­dern Ehe­gat­ten oder bei ge­mein­sa­mer selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit wird je­dem Ehe­gat­ten die Hälf­te des ge­mein­sa­men Er­w­erb­sein­kom­mens zu­ge­wie­sen. Ei­ne ab­wei­chen­de Auf­tei­lung ist vom Ehe­paar nach­zu­wei­sen.16

3Von den Ein­künf­ten wer­den ab­ge­zo­gen die nach­ge­wie­se­nen Kos­ten, je­doch höchs­tens 10 100 Fran­ken, für die Dritt­be­treu­ung je­des Kin­des, das das 14. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det hat und mit der steu­er­pflich­ti­gen Per­son, die für sei­nen Un­ter­halt sorgt, im glei­chen Haus­halt lebt, so­weit die­se Kos­ten in di­rek­tem kau­sa­lem Zu­sam­men­hang mit der Er­werbs­tä­tig­keit, Aus­bil­dung oder Er­werbs­un­fä­hig­keit der steu­er­pflich­ti­gen Per­son ste­hen.17

4Von den ein­zel­nen Ge­win­nen aus der Teil­nah­me an Geld­spie­len, wel­che nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­ben ibis-j steu­er­frei sind, wer­den 5 Pro­zent, je­doch höchs­tens 5000 Fran­ken, als Ein­satz­kos­ten ab­ge­zo­gen. Von den ein­zel­nen Ge­win­nen aus der On­li­ne-Teil­nah­me an Spiel­ban­ken­spie­len nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­be ibis wer­den die vom On­li­ne-Spie­ler­kon­to ab­ge­buch­ten Spiele­in­sät­ze im Steu­er­jahr, je­doch höchs­tens 25 000 Fran­ken ab­ge­zo­gen.18


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 8. Okt. 2004 (Stif­tungs­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 4545; BBl 2003 8153 8191).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 1999 2374; BBl 1999 4).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 1999 2374; BBl 1999 4).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4635; BBl 2003 6399).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
8 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des Be­hin­der­ten­gleich­stel­lungs­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2003 4487; BBl 2001 1715).
9 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Be­hin­der­ten­gleich­stel­lungs­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2003 4487; BBl 2001 1715).
10 SR 151.3
11 Fas­sung ge­mä­ss Art. 6 Abs. 3 der V des EFD vom 22. Sept. 2011 über die kal­te Pro­gres­si­on, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4503).
12 SR 161.1
13 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 27. Sept. 2013 über die steu­er­li­che Be­hand­lung der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dungs­kos­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 1105; BBl 2011 2607).
14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
15 Fas­sung ge­mä­ss Art. 3 Abs. 1 der V des EFD vom 2. Sept. 2013 über den Aus­gleich der Fol­gen der kal­ten Pro­gres­si­on für die na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3027).
16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
17 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 25. Sept. 2009 über die steu­er­li­che Ent­las­tung von Fa­mi­li­en mit Kin­dern (AS 2010 455; BBl 2009 4729). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).
18 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über Ver­ein­fa­chun­gen bei der Be­steue­rung von Lot­te­rie­ge­win­nen (AS 2012 5977; BBl 2011 6517 6543). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).

Art. 33a Freiwillige Leistungen

Von den Ein­künf­ten ab­ge­zo­gen wer­den auch die frei­wil­li­gen Leis­tun­gen von Geld und üb­ri­gen Ver­mö­gens­wer­ten an ju­ris­ti­sche Per­so­nen mit Sitz in der Schweiz, die im Hin­blick auf ih­re öf­fent­li­chen oder ge­mein­nüt­zi­gen Zwe­cke von der Steu­er­pflicht be­freit sind (Art. 56 Bst. g), wenn die­se Leis­tun­gen im Steu­er­jahr 100 Fran­ken er­rei­chen und ins­ge­samt 20 Pro­zent der um die Auf­wen­dun­gen (Art. 26-33) ver­min­der­ten Ein­künf­te nicht über­stei­gen. Im glei­chen Um­fang ab­zugs­fä­hig sind ent­spre­chen­de frei­wil­li­ge Leis­tun­gen an Bund, Kan­to­ne, Ge­mein­den und de­ren An­stal­ten (Art. 56 Bst. a-c).


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 8. Okt. 2004 (Stif­tungs­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 4545; BBl 2003 8153 8191).

6. Abschnitt: Nicht abziehbare Kosten und Aufwendungen

Art. 34

Nicht ab­zieh­bar sind die üb­ri­gen Kos­ten und Auf­wen­dun­gen, ins­be­son­de­re:

a.
die Auf­wen­dun­gen für den Un­ter­halt des Steu­er­pflich­ti­gen und sei­ner Fa­mi­lie so­wie der durch die be­ruf­li­che Stel­lung des Steu­er­pflich­ti­gen be­ding­te Pri­vat­auf­wand;
b.1
c.
die Auf­wen­dun­gen für Schul­den­til­gung;
d.
die Auf­wen­dun­gen für die An­schaf­fung, Her­stel­lung oder Wert­ver­meh­rung von Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den;
e.
Ein­kom­mens-, Grund­stück­ge­winn- und Ver­mö­gens­steu­ern von Bund, Kan­to­nen und Ge­mein­den und gleich­ar­ti­ge aus­län­di­sche Steu­ern.

1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 1 des BG vom 27. Sept. 2013 über die steu­er­li­che Be­hand­lung der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dungs­kos­ten, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 1105; BBl 2011 2607).

4. Kapitel: Sozialabzüge

Art. 35

1Vom Ein­kom­men wer­den ab­ge­zo­gen:

a.1
6500 Fran­ken für je­des min­der­jäh­ri­ge oder in der be­ruf­li­chen oder schu­li­schen Aus­bil­dung ste­hen­de Kind, für des­sen Un­ter­halt die steu­er­pflich­ti­ge Per­son sorgt; wer­den die El­tern ge­trennt be­steu­ert, so wird der Kin­der­ab­zug hälf­tig auf­ge­teilt, wenn das Kind un­ter ge­mein­sa­mer el­ter­li­cher Sor­ge steht und kei­ne Un­ter­halts­bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 1 Buch­sta­be c für das Kind gel­tend ge­macht wer­den;
b.2
6500 Fran­ken für je­de er­werbs­un­fä­hi­ge oder be­schränkt er­werbs­fä­hi­ge Per­son, zu de­ren Un­ter­halt die steu­er­pflich­ti­ge Per­son min­des­tens in der Hö­he des Ab­zugs bei­trägt; der Ab­zug kann nicht be­an­sprucht wer­den für den Ehe­gat­ten und für Kin­der, für die ein Ab­zug nach Buch­sta­be a ge­währt wird;
c.
2600 Fran­ken für Ehe­paa­re, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben.3

2Die So­zi­al­ab­zü­ge wer­den nach den Ver­hält­nis­sen am En­de der Steu­er­pe­ri­ode (Art. 40) oder der Steu­er­pflicht fest­ge­setzt.4

3Bei teil­wei­ser Steu­er­pflicht wer­den die So­zi­al­ab­zü­ge an­teils­mäs­sig ge­währt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 4 der V des EFD vom 2. Sept. 2013 über den Aus­gleich der Fol­gen der kal­ten Pro­gres­si­on für die na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3027).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 4 der V des EFD vom 2. Sept. 2013 über den Aus­gleich der Fol­gen der kal­ten Pro­gres­si­on für die na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3027).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).

5. Kapitel: Steuerberechnung

1. Abschnitt: Tarife

Art. 36

1Die Steu­er für ein Steu­er­jahr be­trägt:

Fran­ken

bis

14 500 Fran­ken Ein­kom­men

0.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

0.77

für

31 600 Fran­ken Ein­kom­men

131.65

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

0.88

mehr;

für

41 400 Fran­ken Ein­kom­men

217.90

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

2.64

mehr;

für

55 200 Fran­ken Ein­kom­men

582.20

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

2.97

mehr;

für

72 500 Fran­ken Ein­kom­men

1096.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

5.94

mehr;

für

78 100 Fran­ken Ein­kom­men

1428.60

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

6.60

mehr;

für

103 600 Fran­ken Ein­kom­men

3111.60

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

8.80

mehr;

für

134 600 Fran­ken Ein­kom­men

5839.60

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

11.00

mehr;

für

176 000 Fran­ken Ein­kom­men

10 393.60

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

13.20

mehr;

für

755 200 Fran­ken Ein­kom­men

86 848.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

11.50

mehr.1

2Für Ehe­paa­re, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, be­trägt die jähr­li­che Steu­er:

Fran­ken

bis

28 300 Fran­ken Ein­kom­men

0.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

1.00

für

50 900 Fran­ken Ein­kom­men

226.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

2.00

mehr;

für

58 400 Fran­ken Ein­kom­men

376.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

3.00

mehr;

für

75 300 Fran­ken Ein­kom­men

883.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

4.00

mehr;

für

90 300 Fran­ken Ein­kom­men

1483.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

5.00

mehr;

für

103 400 Fran­ken Ein­kom­men

2138.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

6.00

mehr;

für

114 700 Fran­ken Ein­kom­men

2816.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

7.00

mehr;

für

124 200 Fran­ken Ein­kom­men

3481.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

8.00

mehr;

für

131 700 Fran­ken Ein­kom­men

4081.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

9.00

mehr;

für

137 300 Fran­ken Ein­kom­men

4585.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

10.00

mehr;

für

141 200 Fran­ken Ein­kom­men

4975.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

11.00

mehr;

für

143 100 Fran­ken Ein­kom­men

5184.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

12.00

mehr;

für

145 000 Fran­ken Ein­kom­men

5412.00

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

13.00

mehr;

für

895 800 Fran­ken Ein­kom­men

103 016.00

für

895 900 Fran­ken Ein­kom­men

103 028.50

und für je wei­te­re 100 Fran­ken Ein­kom­men

11.50

mehr.2

2bisFür die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben­den Ehe­paa­re und die ver­wit­we­ten, ge­richt­lich oder tat­säch­lich ge­trennt le­ben­den, ge­schie­de­nen und le­di­gen steu­er­pflich­ti­gen Per­so­nen, die mit Kin­dern oder un­ter­stüt­zungs­be­dürf­ti­gen Per­so­nen im glei­chen Haus­halt zu­sam­men­le­ben und de­ren Un­ter­halt zur Haupt­sa­che be­strei­ten, gilt Ab­satz 2 sinn­ge­mä­ss. Der so er­mit­tel­te Steu­er­be­trag er­mäs­sigt sich um 251 Fran­ken für je­des Kind oder je­de un­ter­stüt­zungs­be­dürf­ti­ge Per­son.3

3Steu­er­be­trä­ge un­ter 25 Fran­ken wer­den nicht er­ho­ben.


1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Abs. 1 der V des EFD vom 2. Sept. 2013 über den Aus­gleich der Fol­gen der kal­ten Pro­gres­si­on für die na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3027).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Abs. 2 der V des EFD vom 2. Sept. 2013 über den Aus­gleich der Fol­gen der kal­ten Pro­gres­si­on für die na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3027).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 25. Sept. 2009 über die steu­er­li­che Ent­las­tung von Fa­mi­li­en mit Kin­dern (AS 2010 455; BBl 2009 4729). Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 Abs. 3 der V des EFD vom 2. Sept. 2013 über den Aus­gleich der Fol­gen der kal­ten Pro­gres­si­on für die na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3027).

2. Abschnitt: Sonderfälle

Art. 37 Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen

Ge­hö­ren zu den Ein­künf­ten Ka­pi­tal­ab­fin­dun­gen für wie­der­keh­ren­de Leis­tun­gen, so wird die Ein­kom­mens­steu­er un­ter Be­rück­sich­ti­gung der üb­ri­gen Ein­künf­te und der zu­läs­si­gen Ab­zü­ge zu dem Steu­er­satz be­rech­net, der sich er­gä­be, wenn an­stel­le der ein­ma­li­gen Leis­tung ei­ne ent­spre­chen­de jähr­li­che Leis­tung aus­ge­rich­tet wür­de.

Art. 37a Vereinfachtes Abrechnungsverfahren

1Für klei­ne Ar­beits­ent­gel­te aus un­selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit ist die Steu­er oh­ne Be­rück­sich­ti­gung der üb­ri­gen Ein­künf­te, all­fäl­li­ger Be­rufs­kos­ten und So­zi­al­ab­zü­ge zu ei­nem Satz von 0,5 Pro­zent zu er­he­ben; Vor­aus­set­zung ist, dass der Ar­beit­ge­ber die Steu­er im Rah­men des ver­ein­fach­ten Ab­rech­nungs­ver­fah­rens nach den Ar­ti­keln 2 und 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20052 ge­gen die Schwarz­ar­beit ent­rich­tet. Da­mit ist die Ein­kom­mens­steu­er ab­ge­gol­ten.

2Ar­ti­kel 88 Ab­satz 1 Buch­sta­be a gilt sinn­ge­mä­ss.

3Der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung ist ver­pflich­tet, die Steu­ern pe­ri­odisch der zu­stän­di­gen AHV-Aus­gleichs­kas­se ab­zu­lie­fern.

4Die AHV-Aus­gleichs­kas­se stellt dem Steu­er­pflich­ti­gen ei­ne Auf­stel­lung oder ei­ne Be­stä­ti­gung über den Steu­er­ab­zug aus. Sie über­weist der zu­stän­di­gen Steu­er­be­hör­de die ein­kas­sier­ten Steu­er­zah­lun­gen.

5Das Recht auf ei­ne Be­zugs­pro­vi­si­on nach Ar­ti­kel 88 Ab­satz 4 wird auf die zu­stän­di­ge AHV-Aus­gleichs­kas­se über­tra­gen.

6Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten; da­bei be­rück­sich­tigt er die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 88 und 89.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).
2 SR 822.41

Art. 37b Liquidationsgewinne

1Wird die selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit nach dem vollen­de­ten 55. Al­ters­jahr oder we­gen Un­fä­hig­keit zur Wei­ter­füh­rung in­fol­ge In­va­li­di­tät de­fi­ni­tiv auf­ge­ge­ben, so ist die Sum­me der in den letz­ten zwei Ge­schäfts­jah­ren rea­li­sier­ten stil­len Re­ser­ven ge­trennt vom üb­ri­gen Ein­kom­men zu be­steu­ern. Ein­kaufs­bei­trä­ge ge­mä­ss Ar­ti­kel 33 Ab­satz 1 Buch­sta­be d sind ab­zieh­bar. Wer­den kei­ne sol­chen Ein­käu­fe vor­ge­nom­men, so wird die Steu­er auf dem Be­trag der rea­li­sier­ten stil­len Re­ser­ven, für den der Steu­er­pflich­ti­ge die Zu­läs­sig­keit ei­nes Ein­kaufs ge­mä­ss Ar­ti­kel 33 Ab­satz 1 Buch­sta­be d nach­weist, zu ei­nem Fünf­tel der Ta­ri­fe nach Ar­ti­kel 36 be­rech­net. Für die Be­stim­mung des auf den Rest­be­trag der rea­li­sier­ten stil­len Re­ser­ven an­wend­ba­ren Sat­zes ist ein Fünf­tel die­ses Rest­be­tra­ges mass­ge­bend, es wird aber in je­dem Fal­le ei­ne Steu­er zu ei­nem Satz von min­des­tens 2 Pro­zent er­ho­ben.

2Ab­satz 1 gilt auch für den über­le­ben­den Ehe­gat­ten, die an­de­ren Er­ben und die Ver­mächt­nis­neh­mer, so­fern sie das über­nom­me­ne Un­ter­neh­men nicht fort­füh­ren; die steu­er­li­che Ab­rech­nung er­folgt spä­tes­tens fünf Ka­len­der­jah­re nach Ab­lauf des To­des­jah­res des Erb­las­sers.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 38 Kapitalleistungen aus Vorsorge

1Ka­pi­tal­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 22 so­wie Zah­lun­gen bei Tod und für blei­ben­de kör­per­li­che oder ge­sund­heit­li­che Nach­tei­le wer­den ge­son­dert be­steu­ert. Sie un­ter­lie­gen stets ei­ner vol­len Jahres­steu­er.

1bisDie Steu­er wird für das Steu­er­jahr fest­ge­setzt, in dem die ent­spre­chen­den Ein­künf­te zu­ge­flos­sen sind.1

2Sie wird zu ei­nem Fünf­tel der Ta­ri­fe nach Ar­ti­kel 36 Ab­sät­ze 1, 2 und 2bis ers­ter Satz be­rech­net.2

3Die So­zi­al­ab­zü­ge wer­den nicht ge­währt.3


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 453; BBl 2009 1657).

6. Kapitel: Ausgleich der Folgen der kalten Progression

Art. 39

1Bei der Steu­er vom Ein­kom­men der na­tür­li­chen Per­so­nen wer­den die Fol­gen der kal­ten Pro­gres­si­on durch gleich­mäs­si­ge An­pas­sung der Ta­rif­stu­fen und der in Fran­ken­be­trä­gen fest­ge­setz­ten Ab­zü­ge vom Ein­kom­men voll aus­ge­gli­chen. Die Be­trä­ge sind auf 100 Fran­ken auf- oder ab­zu­run­den.

2Das EFD passt die Ta­rif­stu­fen und die Ab­zü­ge jähr­lich an den Lan­des­in­dex der Kon­su­men­ten­prei­se an. Mass­ge­bend ist der In­dex­stand am 30. Ju­ni vor Be­ginn der Steu­er­pe­ri­ode. Bei ne­ga­ti­vem Teue­rungs­ver­lauf ist ei­ne An­pas­sung aus­ge­schlos­sen. Der auf ei­ne ne­ga­ti­ve Teue­rung fol­gen­de Aus­gleich er­folgt auf Ba­sis des letz­ten Aus­gleichs.1

32


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 453; BBl 2009 1657).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2009, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 453; BBl 2009 1657).

Dritter Titel: Zeitliche Bemessung

Art. 40 Steuerperiode

1Als Steu­er­pe­ri­ode gilt das Ka­len­der­jahr.

2Die Ein­kom­mens­steu­er wird für je­de Steu­er­pe­ri­ode fest­ge­setzt und er­ho­ben.

3Be­steht die Steu­er­pflicht nur wäh­rend ei­nes Teils der Steu­er­pe­ri­ode, so wird die Steu­er auf den in die­sem Zeit­raum er­ziel­ten Ein­künf­ten er­ho­ben. Da­bei be­stimmt sich der Steu­er­satz für re­gel­mäs­sig flies­sen­de Ein­künf­te nach dem auf zwölf Mo­na­te be­rech­ne­ten Ein­kom­men; nicht re­gel­mäs­sig flies­sen­de Ein­künf­te un­ter­lie­gen der vol­len Jahres­steu­er, wer­den aber für die Satz­be­stim­mung nicht in ein Jah­res­ein­kom­men um­ge­rech­net. Ar­ti­kel 38 bleibt vor­be­hal­ten.

Art. 41 Bemessung des Einkommens

1Das steu­er­ba­re Ein­kom­men be­misst sich nach den Ein­künf­ten in der Steu­er­pe­ri­ode.

2Für die Er­mitt­lung des Ein­kom­mens aus selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit ist das Er­geb­nis des in der Steu­er­pe­ri­ode ab­ge­schlos­se­nen Ge­schäfts­jah­res mass­ge­bend.

3Steu­er­pflich­ti­ge mit selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit müs­sen in je­der Steu­er­pe­ri­ode einen Ge­schäfts­ab­schluss er­stel­len.

Art. 42 Veranlagung bei Begründung und Auflösung der Ehe

1Ehe­gat­ten, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, wer­den für die gan­ze Steu­er­pe­ri­ode, in der sie die Ehe ge­schlos­sen ha­ben, nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 1 ver­an­lagt.

2Bei Schei­dung, ge­richt­li­cher oder tat­säch­li­cher Tren­nung wer­den die Ehe­gat­ten für die gan­ze Steu­er­pe­ri­ode se­pa­rat ver­an­lagt.

3Stirbt ein in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben­der Ehe­gat­te, so wer­den bis zu sei­nem To­des­tag bei­de Ehe­gat­ten ge­mein­sam ver­an­lagt (Art. 9 Abs. 1). Der über­le­ben­de Ehe­gat­te wird für den Rest der Steu­er­pe­ri­ode se­pa­rat zu dem für ihn an­wend­ba­ren Ta­rif ver­an­lagt. Ar­ti­kel 40 Ab­satz 3 gilt sinn­ge­mä­ss.

Art. 43-48

Auf­ge­ho­ben

Dritter Teil: Besteuerung der juristischen Personen

Erster Titel: Steuerpflicht

1. Kapitel: Begriff der juristischen Personen

Art. 49

1Als ju­ris­ti­sche Per­so­nen wer­den be­steu­ert:

a.
die Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten (Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten, Kom­man­di­tak­ti­en­ge­sell­schaf­ten, Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung) und die Ge­nos­sen­schaf­ten;
b.
die Ver­ei­ne, die Stif­tun­gen und die üb­ri­gen ju­ris­ti­schen Per­so­nen.

2Den üb­ri­gen ju­ris­ti­schen Per­so­nen gleich­ge­stellt sind die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit di­rek­tem Grund­be­sitz nach Ar­ti­kel 58 KAG1. Die In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten mit fes­tem Ka­pi­tal nach Ar­ti­kel 110 KAG wer­den wie Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten be­steu­ert.2

3Aus­län­di­sche ju­ris­ti­sche Per­so­nen so­wie nach Ar­ti­kel 11 steu­er­pflich­ti­ge, aus­län­di­sche Han­dels­ge­sell­schaf­ten und an­de­re aus­län­di­sche Per­so­nen­ge­samt­hei­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit wer­den den in­län­di­schen ju­ris­ti­schen Per­so­nen gleich­ge­stellt, de­nen sie recht­lich oder tat­säch­lich am ähn­lichs­ten sind.


1 SR 951.31
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).

2. Kapitel: Steuerliche Zugehörigkeit

Art. 50 Persönliche Zugehörigkeit

Ju­ris­ti­sche Per­so­nen sind auf­grund per­sön­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit steu­er­pflich­tig, wenn sich ihr Sitz oder ih­re tat­säch­li­che Ver­wal­tung in der Schweiz be­fin­det.

Art. 51 Wirtschaftliche Zugehörigkeit

1Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die we­der ih­ren Sitz noch die tat­säch­li­che Ver­wal­tung in der Schweiz ha­ben, sind auf­grund wirt­schaft­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit steu­er­pflich­tig, wenn sie:

a.
Teil­ha­ber an Ge­schäfts­be­trie­ben in der Schweiz sind;
b.
in der Schweiz Be­triebs­stät­ten un­ter­hal­ten;
c.
an Grund­stücken in der Schweiz Ei­gen­tum, ding­li­che oder die­sen wirt­schaft­lich gleich­kom­men­de per­sön­li­che Nut­zungs­rech­te ha­ben;
d.
Gläu­bi­ger oder Nutz­nies­ser von For­de­run­gen sind, die durch Grund- oder Faust­pfand auf Grund­stücken in der Schweiz ge­si­chert sind;
e.
in der Schweiz ge­le­ge­ne Lie­gen­schaf­ten ver­mit­teln oder da­mit han­deln.

2Als Be­triebs­stät­te gilt ei­ne fes­te Ge­schäftsein­rich­tung, in der die Ge­schäftstä­tig­keit ei­nes Un­ter­neh­mens ganz oder teil­wei­se aus­ge­übt wird. Be­triebs­stät­ten sind ins­be­son­de­re Zweignie­der­las­sun­gen, Fa­bri­ka­ti­ons­stät­ten, Werk­stät­ten, Ver­kaufs­stel­len, stän­di­ge Ver­tre­tun­gen, Berg­wer­ke und an­de­re Stät­ten der Aus­beu­tung von Bo­den­schät­zen so­wie Bau- oder Mon­ta­gestel­len von min­des­tens zwölf Mo­na­ten Dau­er.

Art. 52 Umfang der Steuerpflicht

1Bei per­sön­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit ist die Steu­er­pflicht un­be­schränkt; sie er­streckt sich aber nicht auf Ge­schäfts­be­trie­be, Be­triebs­stät­ten und Grund­stücke im Aus­land.

2Bei wirt­schaft­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit be­schränkt sich die Steu­er­pflicht auf den Ge­winn, für den nach Ar­ti­kel 51 ei­ne Steu­er­pflicht in der Schweiz be­steht.1

3Die Ab­gren­zung der Steu­er­pflicht für Ge­schäfts­be­trie­be, Be­triebs­stät­ten und Grund­stücke er­folgt im Ver­hält­nis zum Aus­land nach den Grund­sät­zen des Bun­des­rechts über das Ver­bot der in­ter­kan­to­na­len Dop­pel­be­steue­rung. Ein schwei­ze­ri­sches Un­ter­neh­men kann Ver­lus­te aus ei­ner aus­län­di­schen Be­triebs­stät­te mit in­län­di­schen Ge­win­nen ver­rech­nen, so­weit die­se Ver­lus­te im Be­triebs­stät­ten­staat nicht be­reits be­rück­sich­tigt wur­den. Ver­zeich­net die­se Be­triebs­stät­te in­nert der fol­gen­den sie­ben Ge­schäfts­jah­re Ge­win­ne, so er­folgt in die­sen Ge­schäfts­jah­ren im Aus­mass der im Be­triebs­stät­ten­staat ver­rech­ne­ten Ver­lust­vor­trä­ge ei­ne Be­steue­rung. Ver­lus­te aus aus­län­di­schen Lie­gen­schaf­ten kön­nen nur dann be­rück­sich­tigt wer­den, wenn im be­tref­fen­den Land auch ei­ne Be­triebs­stät­te un­ter­hal­ten wird. Vor­be­hal­ten blei­ben die in Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men ent­hal­te­nen Re­ge­lun­gen.2

4Steu­er­pflich­ti­ge mit Sitz und tat­säch­li­cher Ver­wal­tung im Aus­land ha­ben den in der Schweiz er­ziel­ten Ge­winn zu ver­steu­ern.3


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

Art. 53


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

3. Kapitel: Beginn und Ende der Steuerpflicht

Art. 54

1Die Steu­er­pflicht be­ginnt mit der Grün­dung der ju­ris­ti­schen Per­son, mit der Ver­le­gung ih­res Sit­zes oder ih­rer tat­säch­li­chen Ver­wal­tung in die Schweiz oder mit dem Er­werb von in der Schweiz steu­er­ba­ren Wer­ten.

2Die Steu­er­pflicht en­det mit dem Ab­schluss der Li­qui­da­ti­on, mit der Ver­le­gung des Sit­zes oder der tat­säch­li­chen Ver­wal­tung ins Aus­land mit dem Weg­fall der in der Schweiz steu­er­ba­ren Wer­te.

3Über­trägt ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son Ak­ti­ven und Pas­si­ven auf ei­ne an­de­re ju­ris­ti­sche Per­son, so sind die von ihr ge­schul­de­ten Steu­ern von der über­neh­men­den ju­ris­ti­schen Per­son zu ent­rich­ten.

4Nicht als Be­en­di­gung der Steu­er­pflicht gel­ten die vor­über­ge­hen­de Sitz­ver­le­gung ins Aus­land und die an­de­ren Mass­nah­men auf­grund der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die wirt­schaft­li­che Lan­des­ver­sor­gung.

4. Kapitel: Mithaftung

Art. 55

1En­det die Steu­er­pflicht ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, so haf­ten die mit ih­rer Ver­wal­tung und die mit ih­rer Li­qui­da­ti­on be­trau­ten Per­so­nen so­li­da­risch für die von ihr ge­schul­de­ten Steu­ern bis zum Be­trag des Li­qui­da­ti­ons­er­geb­nis­ses oder, falls die ju­ris­ti­sche Per­son ih­ren Sitz oder tat­säch­li­che Ver­wal­tung ins Aus­land ver­legt, bis zum Be­trag des Rein­ver­mö­gens der ju­ris­ti­schen Per­son. Die Haf­tung ent­fällt, wenn der Haf­ten­de nach­weist, dass er al­le nach den Um­stän­den ge­bo­te­ne Sorg­falt an­ge­wen­det hat.

2Für die Steu­ern ei­ner auf­grund wirt­schaft­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit steu­er­pflich­ti­gen ju­ris­ti­schen Per­son haf­ten so­li­da­risch bis zum Be­trag des Reiner­lö­ses Per­so­nen, die:

a.
Ge­schäfts­be­trie­be oder Be­triebs­stät­ten in der Schweiz auf­lö­sen;
b.
Grund­stücke in der Schweiz oder durch sol­che Grund­stücke ge­si­cher­te For­de­run­gen ver­äus­sern oder ver­wer­ten.

3Käu­fer und Ver­käu­fer ei­ner in der Schweiz ge­le­ge­nen Lie­gen­schaft haf­ten für die aus der Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit ge­schul­de­te Steu­er so­li­da­risch bis zu 3 Pro­zent der Kaufsum­me, wenn die die Lie­gen­schaft ver­mit­teln­de ju­ris­ti­sche Per­son in der Schweiz we­der ih­ren Sitz noch ih­re tat­säch­li­che Ver­wal­tung hat.

4Für die Steu­ern aus­län­di­scher Han­dels­ge­sell­schaf­ten und an­de­rer aus­län­di­scher Per­so­nen­ge­samt­hei­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit haf­ten die Teil­ha­ber so­li­da­risch.

5. Kapitel: Ausnahmen von der Steuerpflicht

Art. 56

Von der Steu­er­pflicht sind be­freit:

a.
der Bund und sei­ne An­stal­ten;
b.
die Kan­to­ne und ih­re An­stal­ten;
c.
die Ge­mein­den, die Kirch­ge­mein­den und die an­de­ren Ge­biets­kör­per­schaf­ten der Kan­to­ne so­wie ih­re An­stal­ten;
d.1
vom Bund kon­zes­sio­nier­te Ver­kehrs- und In­fra­struk­tur­un­ter­neh­men, die für die­se Tä­tig­keit Ab­gel­tun­gen er­hal­ten oder auf­grund ih­rer Kon­zes­si­on einen ganz­jäh­ri­gen Be­trieb von na­tio­na­ler Be­deu­tung auf­recht er­hal­ten müs­sen; die Steu­er­be­frei­ung er­streckt sich auch auf Ge­win­ne aus der kon­zes­sio­nier­ten Tä­tig­keit, die frei ver­füg­bar sind; von der Steu­er­be­frei­ung aus­ge­nom­men sind je­doch Ne­ben­be­trie­be und Lie­gen­schaf­ten, die kei­ne not­wen­di­ge Be­zie­hung zur kon­zes­sio­nier­ten Tä­tig­keit ha­ben;
e.
Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge von Un­ter­neh­men mit Wohn­sitz, Sitz oder Be­triebs­stät­te in der Schweiz und von ih­nen na­he ste­hen­den Un­ter­neh­men, so­fern die Mit­tel der Ein­rich­tung dau­ernd und aus­sch­liess­lich der Per­so­nal­vor­sor­ge die­nen;
f.
in­län­di­sche So­zi­al­ver­si­che­rungs- und Aus­gleichs­kas­sen, ins­be­son­de­re Ar­beits­lo­sen-, Kran­ken­ver­si­che­rungs-, Al­ters-, In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rungs­kas­sen, mit Aus­nah­me der kon­zes­sio­nier­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten;
g.
ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die öf­fent­li­che oder ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­fol­gen, für den Ge­winn, der aus­sch­liess­lich und un­wi­der­ruf­lich die­sen Zwe­cken ge­wid­met ist.2 Un­ter­neh­me­ri­sche Zwe­cke sind grund­sätz­lich nicht ge­mein­nüt­zig. Der Er­werb und die Ver­wal­tung von we­sent­li­chen Ka­pi­tal­be­tei­li­gun­gen an Un­ter­neh­men gel­ten als ge­mein­nüt­zig, wenn das In­ter­es­se an der Un­ter­neh­men­ser­hal­tung dem ge­mein­nüt­zi­gen Zweck un­ter­ge­ord­net ist und kei­ne ge­schäfts­lei­ten­den Tä­tig­kei­ten aus­ge­übt wer­den;
h.3
ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die ge­samtschwei­ze­risch Kul­tus­zwe­cke ver­fol­gen, für den Ge­winn, der aus­sch­liess­lich und un­wi­der­ruf­lich die­sen Zwe­cken ge­wid­met ist;
i.4
die aus­län­di­schen Staa­ten für ih­re in­län­di­schen, aus­sch­liess­lich dem un­mit­tel­ba­ren Ge­brauch der di­plo­ma­ti­schen und kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tun­gen be­stimm­ten Lie­gen­schaf­ten so­wie die von der Steu­er­pflicht be­frei­ten in­sti­tu­tio­nel­len Be­güns­tig­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20075 für die Lie­gen­schaf­ten, die Ei­gen­tum der in­sti­tu­tio­nel­len Be­güns­tig­ten sind und die von de­ren Dienst­stel­len be­nützt wer­den;
j.6
die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit di­rek­tem Grund­be­sitz, so­fern de­ren An­le­ger aus­sch­liess­lich steu­er­be­frei­te Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge nach Buch­sta­be e oder steu­er­be­frei­te in­län­di­sche So­zi­al­ver­si­che­rungs- und Aus­gleichs­kas­sen nach Buch­sta­be f sind.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 10 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 7 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).
5 SR 192.12
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 6 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).

Zweiter Titel: Gewinnsteuer

1. Kapitel: Steuerobjekt

1. Abschnitt: Grundsatz

Art. 57

Ge­gen­stand der Ge­winn­steu­er ist der Rein­ge­winn.

2. Abschnitt: Berechnung des Reingewinns

Art. 58 Allgemeines

1Der steu­er­ba­re Rein­ge­winn setzt sich zu­sam­men aus:

a.
dem Sal­do der Er­folgs­rech­nung un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Sal­do­vor­tra­ges des Vor­jah­res;
b.
al­len vor Be­rech­nung des Sal­dos der Er­folgs­rech­nung aus­ge­schie­de­nen Tei­len des Ge­schäfts­er­geb­nis­ses, die nicht zur De­ckung von ge­schäfts­mäs­sig be­grün­de­tem Auf­wand ver­wen­det wer­den, wie ins­be­son­de­re:
-
Kos­ten für die An­schaf­fung, Her­stel­lung oder Wert­ver­meh­rung von Ge­gen­stän­den des An­la­ge­ver­mö­gens,
-
ge­schäfts­mäs­sig nicht be­grün­de­te Ab­schrei­bun­gen und Rück­stel­lun­gen,
-
Ein­la­gen in die Re­ser­ven,
-
Ein­zah­lun­gen auf das Ei­gen­ka­pi­tal aus Mit­teln der ju­ris­ti­schen Per­son, so­weit sie nicht aus als Ge­winn ver­steu­er­ten Re­ser­ven er­fol­gen,
-
of­fe­ne und ver­deck­te Ge­win­naus­schüt­tun­gen und ge­schäfts­mäs­sig nicht be­grün­de­te Zu­wen­dun­gen an Drit­te;
c.
den der Er­folgs­rech­nung nicht gut­ge­schrie­be­nen Er­trä­gen, mit Ein­schluss der Ka­pi­tal-, Auf­wer­tungs- und Li­qui­da­ti­ons­ge­win­ne, vor­be­hält­lich Ar­ti­kel 64. Der Li­qui­da­ti­on ist die Ver­le­gung des Sit­zes, der Ver­wal­tung, ei­nes Ge­schäfts­be­trie­bes oder ei­ner Be­triebs­stät­te ins Aus­land gleich­ge­stellt.

2Der steu­er­ba­re Rein­ge­winn ju­ris­ti­scher Per­so­nen, die kei­ne Er­folgs­rech­nung er­stel­len, be­stimmt sich sinn­ge­mä­ss nach Ab­satz 1.

3Leis­tun­gen, wel­che ge­mischt­wirt­schaft­li­che, im öf­fent­li­chen In­ter­es­se tä­ti­ge Un­ter­neh­men über­wie­gend an na­he ste­hen­de Per­so­nen er­brin­gen, sind zum je­wei­li­gen Markt­preis, zu den je­wei­li­gen Ge­ste­hungs­kos­ten zu­züg­lich ei­nes an­ge­mes­se­nen Auf­schla­ges oder zum je­wei­li­gen End­ver­kaufs­preis ab­züg­lich ei­ner an­ge­mes­se­nen Ge­winn­mar­ge zu be­wer­ten; das Er­geb­nis ei­nes je­den Un­ter­neh­mens ist ent­spre­chend zu be­rich­ti­gen.

Art. 59 Geschäftsmässig begründeter Aufwand

1Zum ge­schäfts­mäs­sig be­grün­de­ten Auf­wand ge­hö­ren auch:

a.
die eid­ge­nös­si­schen, kan­to­na­len und kom­mu­na­len Steu­ern, nicht aber Steu­er­bus­sen;
b.
die Zu­wen­dun­gen an Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen zu­guns­ten des ei­ge­nen Per­so­nals, so­fern je­de zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung aus­ge­schlos­sen ist;
c.1
die frei­wil­li­gen Leis­tun­gen von Geld und üb­ri­gen Ver­mö­gens­wer­ten bis zu 20 Pro­zent des Rein­ge­winns an ju­ris­ti­sche Per­so­nen mit Sitz in der Schweiz, die im Hin­blick auf ih­re öf­fent­li­chen oder ge­mein­nüt­zi­gen Zwe­cke von der Steu­er­pflicht be­freit sind (Art. 56 Bst. g), so­wie an Bund, Kan­to­ne, Ge­mein­den und de­ren An­stal­ten (Art. 56 Bst. a-c);
d.
die Ra­bat­te, Skon­ti, Um­satz­bo­ni­fi­ka­tio­nen und Rück­ver­gü­tun­gen auf dem Ent­gelt für Lie­fe­run­gen und Leis­tun­gen so­wie zur Ver­tei­lung an die Ver­si­cher­ten be­stimm­te Über­schüs­se von Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten;
e.2
die Kos­ten der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dung, ein­sch­liess­lich Um­schu­lungs­kos­ten, des ei­ge­nen Per­so­nals.
2Nicht zum ge­schäfts­mäs­sig be­grün­de­ten Auf­wand ge­hö­ren Zah­lun­gen von Be­ste­chungs­gel­dern im Sin­ne des schwei­ze­ri­schen Straf­rechts an schwei­ze­ri­sche oder frem­de Amts­trä­ger.3

1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 8. Okt. 2004 (Stif­tungs­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 4545; BBl 2003 8153 8191).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 27. Sept. 2013 über die steu­er­li­che Be­hand­lung der be­rufs­ori­en­tier­ten Aus- und Wei­ter­bil­dungs­kos­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 1105; BBl 2011 2607).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Dez. über die Un­zu­läs­sig­keit steu­er­li­cher Ab­zü­ge von Be­ste­chungs­gel­dern, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2147; BBl 1997 II 1037, IV 1336).

Art. 60 Erfolgsneutrale Vorgänge

Kein steu­er­ba­rer Ge­winn ent­steht durch:

a.
Ka­pi­tal­ein­la­gen von Mit­glie­dern von Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten, ein­sch­liess­lich Auf­gel­der und Leis­tun­gen à fonds per­du;
b.
Ver­le­gung des Sit­zes, der Ver­wal­tung, ei­nes Ge­schäfts­be­trie­bes oder ei­ner Be­triebs­stät­te in­ner­halb der Schweiz, so­weit kei­ne Ver­äus­se­run­gen oder buch­mäs­si­gen Auf­wer­tun­gen vor­ge­nom­men wer­den;
c.
Ka­pi­tal­zu­wachs aus Erb­schaft, Ver­mächt­nis oder Schen­kung.

Art. 61 Umstrukturierungen

1Stil­le Re­ser­ven ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son wer­den bei Um­struk­tu­rie­run­gen, ins­be­son­de­re im Fall der Fu­si­on, Spal­tung oder Um­wand­lung, nicht be­steu­ert, so­weit die Steu­er­pflicht in der Schweiz fort­be­steht und die bis­her für die Ge­winn­steu­er mass­ge­bli­chen Wer­te über­nom­men wer­den:

a.
bei der Um­wand­lung in ei­ne Per­so­nen­un­ter­neh­mung oder in ei­ne an­de­re ju­ris­ti­sche Per­son;
b.
bei der Auf- oder Ab­spal­tung ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, so­fern ein oder meh­re­re Be­trie­be oder Teil­be­trie­be über­tra­gen wer­den und so­weit die nach der Spal­tung be­ste­hen­den ju­ris­ti­schen Per­so­nen einen Be­trieb oder Teil­be­trieb wei­ter­füh­ren;
c.
beim Aus­tausch von Be­tei­li­gungs- oder Mit­glied­schafts­rech­ten an­läss­lich von Um­struk­tu­rie­run­gen oder von fu­si­ons­ähn­li­chen Zu­sam­menschlüs­sen;
d.
bei der Über­tra­gung von Be­trie­ben oder Teil­be­trie­ben so­wie von Ge­gen­stän­den des be­trieb­li­chen An­la­ge­ver­mö­gens auf ei­ne in­län­di­sche Toch­ter­ge­sell­schaft. Als Toch­ter­ge­sell­schaft gilt ei­ne Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft, an der die über­tra­gen­de Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft zu min­des­tens 20 Pro­zent am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal be­tei­ligt ist.

2Bei ei­ner Über­tra­gung auf ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d wer­den die über­tra­ge­nen stil­len Re­ser­ven im Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 151-153 nach­träg­lich be­steu­ert, so­weit wäh­rend den der Um­struk­tu­rie­rung nach­fol­gen­den fünf Jah­ren die über­tra­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te oder Be­tei­li­gungs- oder Mit­glied­schafts­rech­te an der Toch­ter­ge­sell­schaft ver­äus­sert wer­den; die Toch­ter­ge­sell­schaft kann in die­sem Fall ent­spre­chen­de, als Ge­winn ver­steu­er­te stil­le Re­ser­ven gel­tend ma­chen.

3Zwi­schen in­län­di­schen Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten, wel­che nach dem Ge­samt­bild der tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se durch Stim­men­mehr­heit oder auf an­de­re Wei­se un­ter ein­heit­li­cher Lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft zu­sam­men­ge­fasst sind, kön­nen di­rekt oder in­di­rekt ge­hal­te­ne Be­tei­li­gun­gen von min­des­tens 20 Pro­zent am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ei­ner an­de­ren Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft, Be­trie­be oder Teil­be­trie­be so­wie Ge­gen­stän­de des be­trieb­li­chen An­la­ge­ver­mö­gens zu den bis­her für die Ge­winn­steu­er mass­ge­bli­chen Wer­ten über­tra­gen wer­den. Die Über­tra­gung auf ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft nach Ar­ti­kel 61 Ab­satz 1 Buch­sta­be d bleibt vor­be­hal­ten.

4Wer­den im Fall ei­ner Über­tra­gung nach Ab­satz 3 wäh­rend der nach­fol­gen­den fünf Jah­re die über­tra­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te ver­äus­sert oder wird wäh­rend die­ser Zeit die ein­heit­li­che Lei­tung auf­ge­ge­ben, so wer­den die über­tra­ge­nen stil­len Re­ser­ven im Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 151-153 nach­träg­lich be­steu­ert. Die be­güns­tig­te ju­ris­ti­sche Per­son kann in die­sem Fall ent­spre­chen­de, als Ge­winn ver­steu­er­te stil­le Re­ser­ven gel­tend ma­chen. Die im Zeit­punkt der Sperr­frist­ver­let­zung un­ter ein­heit­li­cher Lei­tung zu­sam­men­ge­fass­ten in­län­di­schen Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten haf­ten für die Nach­steu­er so­li­da­risch.

5Ent­steht durch die Über­nah­me der Ak­ti­ven und Pas­si­ven ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder ei­ner Ge­nos­sen­schaft, de­ren Be­tei­li­gungs­rech­te der über­neh­men­den Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft ge­hö­ren, ein Buch­ver­lust auf der Be­tei­li­gung, so kann die­ser steu­er­lich nicht ab­ge­zo­gen wer­den; ein all­fäl­li­ger Buch­ge­winn auf der Be­tei­li­gung wird be­steu­ert.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2004 (AS 2004 2617; BBl 2000 4337).

Art. 62 Abschreibungen

1Ge­schäfts­mäs­sig be­grün­de­te Ab­schrei­bun­gen von Ak­ti­ven sind zu­läs­sig, so­weit sie buch­mäs­sig oder, bei ver­ein­fach­ter Buch­füh­rung nach Ar­ti­kel 957 Ab­satz 2 OR1, in be­son­de­ren Ab­schrei­bungs­ta­bel­len aus­ge­wie­sen sind.2

2In der Re­gel wer­den die Ab­schrei­bun­gen nach dem tat­säch­li­chen Wert der ein­zel­nen Ver­mö­gens­tei­le be­rech­net oder nach ih­rer vor­aus­sicht­li­chen Ge­brauchs­dau­er an­ge­mes­sen ver­teilt.

3Ab­schrei­bun­gen auf Ak­ti­ven, die zum Aus­gleich von Ver­lus­ten hö­her be­wer­tet wur­den, kön­nen nur vor­ge­nom­men wer­den, wenn die Auf­wer­tun­gen han­dels­recht­lich zu­läs­sig wa­ren und die Ver­lus­te im Zeit­punkt der Ab­schrei­bung nach Ar­ti­kel 67 Ab­satz 1 ver­re­chen­bar ge­we­sen wä­ren.

4Wert­be­rich­ti­gun­gen und Ab­schrei­bun­gen auf den Ge­ste­hungs­kos­ten von Be­tei­li­gun­gen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 4 Buch­sta­be b er­fül­len, wer­den dem steu­er­ba­ren Ge­winn zu­ge­rech­net, so­weit sie nicht mehr be­grün­det sind.3


1 SR 220
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 63 Rückstellungen

1Rück­stel­lun­gen zu Las­ten der Er­folgs­rech­nung sind zu­läs­sig für:

a.
im Ge­schäfts­jahr be­ste­hen­de Ver­pflich­tun­gen, de­ren Hö­he noch un­be­stimmt ist;
b.
Ver­lust­ri­si­ken, die mit Ak­ti­ven des Um­lauf­ver­mö­gens, ins­be­son­de­re mit Wa­ren und De­bi­to­ren, ver­bun­den sind;
c.
an­de­re un­mit­tel­bar dro­hen­de Ver­lust­ri­si­ken, die im Ge­schäfts­jahr be­ste­hen;
d.
künf­ti­ge For­schungs- und Ent­wick­lungs­auf­trä­ge an Drit­te bis zu 10 Pro­zent des steu­er­ba­ren Ge­win­nes, ins­ge­samt je­doch höchs­tens bis zu 1 Mil­li­on Fran­ken.

2Bis­he­ri­ge Rück­stel­lun­gen wer­den dem steu­er­ba­ren Ge­winn zu­ge­rech­net, so­weit sie nicht mehr be­grün­det sind.

Art. 64 Ersatzbeschaffungen

1Wer­den Ge­gen­stän­de des be­triebs­not­wen­di­gen An­la­ge­ver­mö­gens er­setzt, so kön­nen die stil­len Re­ser­ven auf die als Er­satz er­wor­be­nen An­la­ge­gü­ter über­tra­gen wer­den, wenn die­se eben­falls be­triebs­not­wen­dig sind und sich in der Schweiz be­fin­den. Vor­be­hal­ten bleibt die Be­steue­rung beim Er­satz von Lie­gen­schaf­ten durch Ge­gen­stän­de des be­weg­li­chen Ver­mö­gens.1

1bisBeim Er­satz von Be­tei­li­gun­gen kön­nen die stil­len Re­ser­ven auf ei­ne neue Be­tei­li­gung über­tra­gen wer­den, so­fern die ver­äus­ser­te Be­tei­li­gung min­des­tens 10 Pro­zent des Grund- oder Stamm­ka­pi­tals oder min­des­tens 10 Pro­zent des Ge­winns und der Re­ser­ven der an­de­ren Ge­sell­schaft aus­macht und die­se Be­tei­li­gung wäh­rend min­des­tens ei­nes Jah­res im Be­sitz der Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft war.2

2Fin­det die Er­satz­be­schaf­fung nicht im glei­chen Ge­schäfts­jahr statt, so kann im Um­fan­ge der stil­len Re­ser­ven ei­ne Rück­stel­lung ge­bil­det wer­den. Die­se Rück­stel­lung ist in­nert an­ge­mes­se­ner Frist zur Ab­schrei­bung auf dem Er­sat­z­ob­jekt zu ver­wen­den oder zu­guns­ten der Er­folgs­rech­nung auf­zu­lö­sen.

3Als be­triebs­not­wen­dig gilt nur An­la­ge­ver­mö­gen, das dem Be­trieb un­mit­tel­bar dient; aus­ge­schlos­sen sind ins­be­son­de­re Ver­mö­gen­s­ob­jek­te, die dem Un­ter­neh­men nur als Ver­mö­gens­an­la­ge oder nur durch ih­ren Er­trag die­nen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Okt. 2003 (AS 2004 2617; BBl 2000 4337). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 65 Zinsen auf verdecktem Eigenkapital

Zum steu­er­ba­ren Ge­winn der Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten ge­hö­ren auch die Schuld­zin­sen, die auf je­nen Teil des Fremd­ka­pi­tals ent­fal­len, dem wirt­schaft­lich die Be­deu­tung von Ei­gen­ka­pi­tal zu­kommt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

Art. 66 Gewinne von Vereinen, Stiftungen und kollektiven Kapitalanlagen

1Die Mit­glie­der­bei­trä­ge an die Ver­ei­ne und die Ein­la­gen in das Ver­mö­gen der Stif­tun­gen wer­den nicht zum steu­er­ba­ren Ge­winn ge­rech­net.

2Von den steu­er­ba­ren Er­trä­gen der Ver­ei­ne kön­nen die zur Er­zie­lung die­ser Er­trä­ge er­for­der­li­chen Auf­wen­dun­gen in vol­lem Um­fan­ge ab­ge­zo­gen wer­den, an­de­re Auf­wen­dun­gen nur in­so­weit, als sie die Mit­glie­der­bei­trä­ge über­stei­gen.

3Die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit di­rek­tem Grund­be­sitz un­ter­lie­gen der Ge­winn­steu­er für den Er­trag aus di­rek­tem Grund­be­sitz.2


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).

Art. 66a Gewinne von juristischen Personen mit ideellen Zwecken

Ge­win­ne von ju­ris­ti­schen Per­so­nen mit ide­el­len Zwe­cken wer­den nicht be­steu­ert, so­fern sie höchs­tens 20 000 Fran­ken be­tra­gen und aus­sch­liess­lich und un­wi­der­ruf­lich die­sen Zwe­cken ge­wid­met sind.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 20. März 2015 über die Ge­winn­be­steue­rung von ju­ris­ti­schen Per­so­nen mit ide­el­len Zwe­cken, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2015 2947; BBl 2014 5369).

Art. 67 Verluste

1Vom Rein­ge­winn der Steu­er­pe­ri­ode kön­nen Ver­lus­te aus sie­ben der Steu­er­pe­ri­ode (Art. 79) vor­an­ge­gan­ge­nen Ge­schäfts­jah­ren ab­ge­zo­gen wer­den, so­weit sie bei der Be­rech­nung des steu­er­ba­ren Rein­ge­win­nes die­ser Jah­re nicht be­rück­sich­tigt wer­den konn­ten.

2Mit Leis­tun­gen zum Aus­gleich ei­ner Un­ter­bi­lanz im Rah­men ei­ner Sa­nie­rung, die nicht Ka­pi­tal­ein­la­gen nach Ar­ti­kel 60 Buch­sta­be a sind, kön­nen auch Ver­lus­te ver­rech­net wer­den, die in frü­he­ren Ge­schäfts­jah­ren ent­stan­den und noch nicht mit Ge­win­nen ver­rech­net wer­den konn­ten.

2. Kapitel: Steuerberechnung

1. Abschnitt: Kapitalgesellschaften und Genossenschaften

Art. 68

Die Ge­winn­steu­er der Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten be­trägt 8,5 Pro­zent des Rein­ge­winns.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

2. Abschnitt: Gesellschaften mit Beteiligungen

Art. 69 Ermässigung

Die Ge­winn­steu­er ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft er­mäs­sigt sich im Ver­hält­nis des Net­to­er­tra­ges aus den Be­tei­li­gungs­rech­ten zum ge­sam­ten Rein­ge­winn, wenn die Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft:

a.
zu min­des­tens 10 Pro­zent am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ei­ner an­de­ren Ge­sell­schaft be­tei­ligt ist;
b.
zu min­des­tens 10 Pro­zent am Ge­winn und an den Re­ser­ven ei­ner an­de­ren Ge­sell­schaft be­tei­ligt ist; oder
c.
Be­tei­li­gungs­rech­te im Ver­kehrs­wert von min­des­tens ei­ner Mil­li­on Fran­ken hält.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).

Art. 70 Nettoertrag aus Beteiligungen

1Der Net­to­er­trag aus Be­tei­li­gun­gen nach Ar­ti­kel 69 ent­spricht dem Er­trag die­ser Be­tei­li­gun­gen ab­züg­lich des dar­auf ent­fal­len­den Fi­nan­zie­rungs­auf­wan­des und ei­nes Bei­tra­ges von 5 Pro­zent zur De­ckung des Ver­wal­tungs­auf­wan­des; der Nach­weis des ef­fek­ti­ven Ver­wal­tungs­auf­wan­des bleibt vor­be­hal­ten. Als Fi­nan­zie­rungs­auf­wand gel­ten Schuld­zin­sen so­wie wei­te­rer Auf­wand, der wirt­schaft­lich den Schuld­zin­sen gleich­zu­stel­len ist. Zum Er­trag aus Be­tei­li­gun­gen ge­hö­ren auch die Ka­pi­tal­ge­win­ne auf die­sen Be­tei­li­gun­gen so­wie die Er­lö­se aus da­zu­ge­hö­ri­gen Be­zugs­rech­ten. Ar­ti­kel 207a bleibt vor­be­hal­ten.1

2Kei­ne Be­tei­li­gungs­er­trä­ge sind:

a.2
b.
Er­trä­ge, die bei der leis­ten­den Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft ge­schäfts­mäs­sig be­grün­de­ten Auf­wand dar­stel­len;
c.3
Auf­wer­tungs­ge­win­ne auf Be­tei­li­gun­gen.

3Der Er­trag aus ei­ner Be­tei­li­gung wird bei der Be­rech­nung der Er­mäs­si­gung nur be­rück­sich­tigt, so­weit auf der glei­chen Be­tei­li­gung zu Las­ten des steu­er­ba­ren Rein­ge­winns (Art. 58 ff.) kei­ne Ab­schrei­bung vor­ge­nom­men wird, die mit die­sem Er­trag im Zu­sam­men­hang steht.4

4Ka­pi­tal­ge­win­ne wer­den bei der Be­rech­nung der Er­mäs­si­gung nur be­rück­sich­tigt:

a.
so­weit der Ver­äus­se­rungs­er­lös die Ge­ste­hungs­kos­ten über­steigt;
b.5
wenn die ver­äus­ser­te Be­tei­li­gung min­des­tens 10 Pro­zent des Grund- oder Stamm­ka­pi­tals ei­ner an­de­ren Ge­sell­schaft be­trug oder einen An­spruch auf min­des­tens 10 Pro­zent des Ge­winns und der Re­ser­ven ei­ner an­de­ren Ge­sell­schaft be­grün­de­te und wäh­rend min­des­tens ei­nes Jah­res im Be­sitz der ver­äus­sern­den Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft war; fällt die Be­tei­li­gungs­quo­te in­fol­ge Teil­ver­äus­se­rung un­ter 10 Pro­zent, so kann die Er­mäs­si­gung für je­den fol­gen­den Ver­äus­se­rungs­ge­winn nur be­an­sprucht wer­den, wenn die Be­tei­li­gungs­rech­te am En­de des Steu­er­jah­res vor dem Ver­kauf einen Ver­kehrs­wert von min­des­tens ei­ner Mil­li­on Fran­ken hat­ten.6

5Trans­ak­tio­nen, die im Kon­zern ei­ne un­ge­recht­fer­tig­te Steu­e­rer­spar­nis be­wir­ken, füh­ren zu ei­ner Be­rich­ti­gung des steu­er­ba­ren Rein­ge­winns oder zu ei­ner Kür­zung der Er­mäs­si­gung. Ei­ne un­ge­recht­fer­tig­te Steu­e­rer­spar­nis liegt vor, wenn Ka­pi­tal­ge­win­ne und Ka­pi­tal­ver­lus­te oder Ab­schrei­bun­gen auf Be­tei­li­gun­gen im Sin­ne der Ar­ti­kel 62, 69 und 70 in kau­sa­lem Zu­sam­men­hang ste­hen.7

6Bei Kon­zer­no­ber­ge­sell­schaf­ten von sys­tem­re­le­van­ten Ban­ken nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19348 (BankG) wer­den für die Be­rech­nung des Net­to­er­trags nach Ab­satz 1 der Fi­nan­zie­rungs­auf­wand und die For­de­rung in der Bi­lanz aus kon­zern­in­tern wei­ter­ge­ge­be­nen Mit­teln fol­gen­der An­lei­hen nicht be­rück­sich­tigt:

a.
Pflicht­wan­del­an­lei­hen und An­lei­hen mit For­de­rungs­ver­zicht nach Ar­ti­kel 11 Ab­satz 4 BankG; und
b.
Schuld­in­stru­men­te zur Ver­lust­tra­gung bei In­sol­venz­mass­nah­men im Sin­ne der Ar­ti­kel 28-32 BankG.9

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
8 SR 952.0
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 14. Dez. 2018 über die Be­rech­nung des Be­tei­li­gungs­ab­zugs bei sys­tem­re­le­van­ten Ban­ken, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2019 1207; BBl 2018 1263).

3. Abschnitt: Vereine, Stiftungen und übrige juristische Personen

Art. 71

1Die Ge­winn­steu­er der Ver­ei­ne, Stif­tun­gen und üb­ri­gen ju­ris­ti­schen Per­so­nen be­trägt 4,25 Pro­zent des Rein­ge­win­nes.1

2Ge­win­ne un­ter 5000 Fran­ken wer­den nicht be­steu­ert.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

4. Abschnitt: Kollektive Kapitalanlagen

Art. 72

Die Ge­winn­steu­er der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit di­rek­tem Grund­be­sitz be­trägt 4,25 Pro­zent des Rein­ge­win­nes.

Dritter Titel: …

Art. 73-78


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

Vierter Titel: Zeitliche Bemessung

Art. 79 Steuerperiode

1Die Steu­er vom Rein­ge­winn wird für je­de Steu­er­pe­ri­ode fest­ge­setzt und er­ho­ben.1

2Als Steu­er­pe­ri­ode gilt das Ge­schäfts­jahr.

3In je­dem Ka­len­der­jahr, aus­ge­nom­men im Grün­dungs­jahr, muss ein Ge­schäfts­ab­schluss mit Bi­lanz und Er­folgs­rech­nung er­stellt wer­den. Aus­ser­dem ist ein Ge­schäfts­ab­schluss er­for­der­lich bei Ver­le­gung des Sit­zes, der Ver­wal­tung, ei­nes Ge­schäfts­be­trie­bes oder ei­ner Be­triebs­stät­te so­wie bei Ab­schluss der Li­qui­da­ti­on.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

Art. 80 Bemessung des Reingewinns

1Der steu­er­ba­re Rein­ge­winn be­misst sich nach dem Er­geb­nis der Steu­er­pe­ri­ode.

2Wird ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son auf­ge­löst oder ver­legt sie ih­ren Sitz, die Ver­wal­tung, einen Ge­schäfts­be­trieb oder ei­ne Be­triebs­stät­te ins Aus­land, so wer­den die aus nicht ver­steu­er­tem Ge­winn ge­bil­de­ten stil­len Re­ser­ven zu­sam­men mit dem Rein­ge­winn des letz­ten Ge­schäfts­jah­res be­steu­ert.

Art. 81


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

Art. 82 Steuersätze

An­wend­bar sind die am En­de der Steu­er­pe­ri­ode gel­ten­den Steu­er­sät­ze.

Vierter Teil: Quellensteuern für natürliche und juristische Personen

Erster Titel: Natürliche Personen mit steuerrechtlichem Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz

Art. 83 Der Quellensteuer unterworfene Personen

1Aus­län­di­sche Ar­beit­neh­mer, wel­che die frem­den­po­li­zei­li­che Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung nicht be­sit­zen, in der Schweiz je­doch steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt ha­ben, wer­den für ihr Ein­kom­men aus un­selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit ei­nem Steu­er­ab­zug an der Quel­le un­ter­wor­fen. Da­von aus­ge­nom­men sind Ein­künf­te, die der Be­steue­rung nach Ar­ti­kel 37a un­ter­ste­hen.1

2Ehe­gat­ten, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, wer­den im or­dent­li­chen Ver­fah­ren ver­an­lagt, wenn ei­ner der Ehe­gat­ten das Schwei­zer Bür­ger­recht oder die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung be­sitzt.


1 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).

Art. 84 Steuerbare Leistungen

1Die Quel­len­steu­er wird von den Brut­to­ein­künf­ten be­rech­net.

2Steu­er­bar sind al­le Ein­künf­te aus Ar­beits­ver­hält­nis, ein­sch­liess­lich der Ne­ben­ein­künf­te wie Ent­schä­di­gun­gen für Son­der­leis­tun­gen, Pro­vi­sio­nen, Zu­la­gen, Dienstal­ters- und Ju­bi­lä­ums­ge­schen­ke, Gra­ti­fi­ka­tio­nen, Trink­gel­der, Tan­tie­men, geld­wer­te Vor­tei­le aus Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen und an­de­re geld­wer­te Vor­tei­le so­wie Er­satzein­künf­te wie Tag­gel­der aus Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rung und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.1

3Na­tu­ral­leis­tun­gen und Trink­gel­der wer­den in der Re­gel nach den für die eid­ge­nös­si­sche Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung gel­ten­den An­sät­zen be­wer­tet.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

Art. 85 Grundlage des Steuertarifs

1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung (ESTV) be­stimmt die Hö­he des Steu­er­ab­zu­ges ent­spre­chend den für die Ein­kom­mens­steu­er na­tür­li­cher Per­so­nen gel­ten­den Steu­er­sät­zen.1

2Sie be­stimmt fer­ner im Ein­ver­neh­men mit der kan­to­na­len Be­hör­de die An­sät­ze, die als di­rek­te Bun­des­steu­er in den kan­to­na­len Ta­rif ein­zu­bau­en sind.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).

Art. 86 Ausgestaltung des Steuertarifs

1Bei der Fest­set­zung der Steu­er­ta­ri­fe wer­den Pau­scha­len für Be­rufs­kos­ten (Art. 26) und Ver­si­che­rungs­prä­mi­en (Art. 33 Abs. 1 Bst. d, f und g) so­wie Ab­zü­ge für Fa­mi­li­en­las­ten (Art. 35 und 36) be­rück­sich­tigt.

2Der Steu­er­ab­zug für die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben­den Ehe­gat­ten, die bei­de er­werbs­tä­tig sind, rich­tet sich nach Ta­ri­fen, die ih­rem Ge­samtein­kom­men (Art. 9 Abs. 1) Rech­nung tra­gen und die Pau­scha­len und Ab­zü­ge nach Ab­satz 1 so­wie den Ab­zug bei Er­werbs­tä­tig­keit bei­der Ehe­gat­ten (Art. 33 Abs. 2) be­rück­sich­ti­gen.

Art. 87 Abgegoltene Steuer

Der Steu­er­ab­zug tritt an die Stel­le der im or­dent­li­chen Ver­fah­ren vom Er­w­erb­sein­kom­men zu ver­an­la­gen­den di­rek­ten Bun­des­steu­er. Für die Fäl­le nach Ar­ti­kel 90 bleibt die or­dent­li­che Ver­an­la­gung vor­be­hal­ten.

Art. 88 Pflichten des Schuldners der steuerbaren Leistung

1Der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung ist ver­pflich­tet:

a.
bei Fäl­lig­keit von Geld­leis­tun­gen die ge­schul­de­te Steu­er zu­rück­zu­be­hal­ten und bei an­de­ren Leis­tun­gen (ins­be­son­de­re Na­tu­ral­leis­tun­gen und Trink­gel­dern) die ge­schul­de­te Steu­er vom Ar­beit­neh­mer ein­zu­for­dern;
b.
dem Steu­er­pflich­ti­gen ei­ne Auf­stel­lung oder ei­ne Be­stä­ti­gung über den Steu­er­ab­zug aus­zu­stel­len;
c.
die Steu­ern pe­ri­odisch der zu­stän­di­gen Steu­er­be­hör­de ab­zu­lie­fern, mit ihr hier­über ab­zu­rech­nen und ihr zur Kon­trol­le der Steu­e­rer­he­bung Ein­blick in al­le Un­ter­la­gen zu ge­wäh­ren.

2Der Steu­er­ab­zug ist auch dann vor­zu­neh­men, wenn der Ar­beit­neh­mer in ei­nem an­dern Kan­ton Wohn­sitz oder Auf­ent­halt hat.

3Der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung haf­tet für die Ent­rich­tung der Quel­len­steu­er.

4Er er­hält ei­ne Be­zugs­pro­vi­si­on, de­ren An­satz das EFD fest­legt.

Art. 89 Abrechnung mit dem Bund

Die kan­to­na­le Steu­er­be­hör­de er­stellt jähr­lich ei­ne Ab­rech­nung über die an der Quel­le er­ho­be­ne di­rek­te Bun­des­steu­er.

Art. 90 Vorbehalt der ordentlichen Veranlagung

1Die der Quel­len­steu­er un­ter­lie­gen­den Per­so­nen wer­den für Ein­kom­men, das dem Steu­er­ab­zug an der Quel­le nicht un­ter­wor­fen ist, im or­dent­li­chen Ver­fah­ren ver­an­lagt. Für den Steu­er­satz gilt Ar­ti­kel 7 sinn­ge­mä­ss.

2Be­tra­gen die dem Steu­er­ab­zug an der Quel­le un­ter­wor­fe­nen Brut­to­ein­künf­te des Steu­er­pflich­ti­gen oder sei­nes Ehe­gat­ten, der in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe lebt, in ei­nem Ka­len­der­jahr mehr als den durch das EFD fest­ge­leg­ten Be­trag, so wird ei­ne nach­träg­li­che Ver­an­la­gung durch­ge­führt. Die an der Quel­le ab­ge­zo­ge­ne Steu­er wird da­bei an­ge­rech­net.

Zweiter Titel: Natürliche und juristische Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz

Art. 91 Arbeitnehmer

Wer oh­ne steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt in der Schweiz hier für kur­ze Dau­er oder als Grenz­gän­ger oder Wo­chen­auf­ent­hal­ter in un­selb­stän­di­ger Stel­lung er­werbs­tä­tig ist, ent­rich­tet für sein Er­w­erb­sein­kom­men die Quel­len­steu­er nach den Ar­ti­keln 83-86.

Art. 92 Künstler, Sportler und Referenten

1Im Aus­land wohn­haf­te Künst­ler, wie Büh­nen-, Film-, Rund­funk- oder Fern­seh­künst­ler, Mu­si­ker und Ar­tis­ten, so­wie Sport­ler und Re­fe­ren­ten sind für Ein­künf­te aus ih­rer in der Schweiz aus­ge­üb­ten per­sön­li­chen Tä­tig­keit und für wei­te­re da­mit ver­bun­de­ne Ent­schä­di­gun­gen steu­er­pflich­tig. Dies gilt auch für Ein­künf­te und Ent­schä­di­gun­gen, die nicht dem Künst­ler oder Re­fe­ren­ten sel­ber, son­dern ei­nem Drit­ten zu­flies­sen, der sei­ne Tä­tig­keit or­ga­ni­siert hat.

2Die Steu­er be­trägt:

-

bei Ta­ges­ein­künf­ten bis 200 Fran­ken

0,8 %;

-

bei Ta­ges­ein­künf­ten von 201 bis 1000 Fran­ken

2,4 %;

-

bei Ta­ges­ein­künf­ten von 1001 bis 3000 Fran­ken

5 %;

-

bei Ta­ges­ein­künf­ten über 3000 Fran­ken

7 %.

3Als Ta­ges­ein­künf­te gel­ten die Brut­to­ein­künf­te, ein­sch­liess­lich al­ler Zu­la­gen und Ne­ben­be­zü­ge, nach Ab­zug der Ge­win­nungs­kos­ten.

4Der mit der Or­ga­ni­sa­ti­on der Dar­bie­tung in der Schweiz be­auf­trag­te Ver­an­stal­ter ist für die Steu­er so­li­da­risch haft­bar.

5Das EFD ist er­mäch­tigt, in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen Be­zugs­mi­ni­ma fest­zu­le­gen.

Art. 93 Verwaltungsräte

1Im Aus­land wohn­haf­te Mit­glie­der der Ver­wal­tung oder der Ge­schäfts­füh­rung von ju­ris­ti­schen Per­so­nen mit Sitz oder tat­säch­li­cher Ver­wal­tung in der Schweiz sind für die ih­nen aus­ge­rich­te­ten Tan­tie­men, Sit­zungs­gel­der, fes­ten Ent­schä­di­gun­gen, Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen und ähn­li­chen Ver­gü­tun­gen steu­er­pflich­tig.1

2Im Aus­land wohn­haf­te Mit­glie­der der Ver­wal­tung oder der Ge­schäfts­füh­rung von aus­län­di­schen Un­ter­neh­mun­gen, wel­che in der Schweiz Be­triebs­stät­ten un­ter­hal­ten, sind für die ih­nen zu Las­ten die­ser Be­triebs­stät­ten aus­ge­rich­te­ten Tan­tie­men, Sit­zungs­gel­der, fes­ten Ent­schä­di­gun­gen, Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen und ähn­li­chen Ver­gü­tun­gen steu­er­pflich­tig.2

3Die Steu­er be­trägt 5 Pro­zent der Brut­to­ein­künf­te.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

Art. 94 Hypothekargläubiger

1Im Aus­land wohn­haf­te Gläu­bi­ger oder Nutz­nies­ser von For­de­run­gen, die durch Grund- oder Faust­pfand auf Grund­stücken in der Schweiz ge­si­chert sind, sind für die ih­nen aus­ge­rich­te­ten Zin­sen steu­er­pflich­tig.

2Die Steu­er be­trägt 3 Pro­zent der Brut­to­ein­künf­te.

Art. 95 Empfänger von Vorsorgeleistungen aus öffentlich-rechtlichem Arbeitsverhältnis

1Im Aus­land wohn­haf­te Emp­fän­ger von Pen­sio­nen, Ru­he­ge­häl­tern oder an­de­ren Ver­gü­tun­gen, die sie auf Grund ei­nes frü­he­ren öf­fent­lich-recht­li­chen Ar­beits­ver­hält­nis­ses von ei­nem Ar­beit­ge­ber oder ei­ner Vor­sor­ge­ein­rich­tung mit Sitz in der Schweiz er­hal­ten, sind für die­se Leis­tun­gen steu­er­pflich­tig.

2Die Steu­er be­trägt bei Ren­ten 1 Pro­zent der Brut­to­ein­künf­te; bei Ka­pi­tal­leis­tun­gen wird sie nach Ar­ti­kel 38 Ab­satz 2 be­rech­net.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 19. März 1999 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 1999 2374; BBl 1999 4).

Art. 96 Empfänger von privatrechtlichen Vorsorgeleistungen

1Im Aus­land wohn­haf­te Emp­fän­ger von Leis­tun­gen aus schwei­ze­ri­schen pri­vat­recht­li­chen Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge oder aus an­er­kann­ten For­men der ge­bun­de­nen Selbst­vor­sor­ge sind hier­für steu­er­pflich­tig.

2Die Steu­er be­trägt bei Ren­ten 1 Pro­zent der Brut­to­ein­künf­te; bei Ka­pi­tal­leis­tun­gen wird sie ge­mä­ss Ar­ti­kel 38 Ab­satz 2 be­rech­net.

Art. 97 Arbeitnehmer bei internationalen Transporten

Im Aus­land wohn­haf­te Ar­beit­neh­mer, die für Ar­beit im in­ter­na­tio­na­len Ver­kehr an Bord ei­nes Schif­fes oder ei­nes Luft­fahr­zeu­ges oder bei ei­nem Trans­port auf der Stras­se Lohn oder an­de­re Ver­gü­tun­gen von ei­nem Ar­beit­ge­ber mit Sitz oder Be­triebs­stät­te in der Schweiz er­hal­ten, wer­den für die­se Leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 83-86 be­steu­ert; da­von aus­ge­nom­men bleibt die Be­steue­rung der See­leu­te für Ar­beit an Bord ei­nes Hoch­see­schif­fes.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 2 des Lan­des­ver­sor­gungs­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Ju­ni 2017 (AS 2017 3097; BBl 2014 7119).

Art. 97a Empfänger von Mitarbeiterbeteiligungen

1Per­so­nen, die im Zeit­punkt des Zu­flus­ses von geld­wer­ten Vor­tei­len aus ge­sperr­ten Mit­ar­bei­te­r­optio­nen (Art. 17b Abs. 3) im Aus­land wohn­haft sind, wer­den für den geld­wer­ten Vor­teil an­teils­mäs­sig nach Ar­ti­kel 17d steu­er­pflich­tig.

2Die Steu­er be­trägt 11,5 Pro­zent des geld­wer­ten Vor­teils.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

Art. 98 Begriffsbestimmung

Als im Aus­land wohn­haf­te Steu­er­pflich­ti­ge nach den Ar­ti­keln 92-97a gel­ten na­tür­li­che Per­so­nen oh­ne steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt in der Schweiz und ju­ris­ti­sche Per­so­nen oh­ne Sitz oder tat­säch­li­che Ver­wal­tung in der Schweiz.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

Art. 99 Abgegoltene Steuer

Der Steu­er­ab­zug tritt an die Stel­le der im or­dent­li­chen Ver­fah­ren zu ver­an­la­gen­den di­rek­ten Bun­des­steu­er.

Art. 100 Pflichten des Schuldners der steuerbaren Leistung

1Der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung ist ver­pflich­tet:

a.
bei Fäl­lig­keit von Geld­leis­tun­gen die ge­schul­de­te Steu­er zu­rück­zu­be­hal­ten und bei an­de­ren Leis­tun­gen (ins­be­son­de­re Na­tu­ral­leis­tun­gen und Trink­gel­dern) die ge­schul­de­te Steu­er vom Steu­er­pflich­ti­gen ein­zu­for­dern;
b.
dem Steu­er­pflich­ti­gen ei­ne Auf­stel­lung oder ei­ne Be­stä­ti­gung über den Steu­er­ab­zug aus­zu­stel­len;
c.
die Steu­ern pe­ri­odisch der zu­stän­di­gen Steu­er­be­hör­de ab­zu­lie­fern, mit ihr dar­über ab­zu­rech­nen und ihr zur Kon­trol­le der Steu­e­rer­he­bung Ein­blick in al­le Un­ter­la­gen zu ge­wäh­ren;
d.1
die an­teils­mäs­si­gen Steu­ern auf im Aus­land aus­ge­üb­ten Mit­ar­bei­te­r­optio­nen zu ent­rich­ten; die Ar­beit­ge­be­rin schul­det die an­teils­mäs­si­ge Steu­er auch dann, wenn der geld­wer­te Vor­teil von ei­ner aus­län­di­schen Kon­zern­ge­sell­schaft aus­ge­rich­tet wird.

2Der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung haf­tet für die Ent­rich­tung der Quel­len­steu­er.

3Er er­hält ei­ne Be­zugs­pro­vi­si­on, de­ren An­satz das EFD fest­legt.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).

Art. 101 Abrechnung mit dem Bund

Die kan­to­na­le Steu­er­be­hör­de er­stellt jähr­lich ei­ne Ab­rech­nung über die an der Quel­le er­ho­be­ne di­rek­te Bun­des­steu­er.

Fünfter Teil: Verfahrensrecht

Erster Titel: Steuerbehörden

1. Kapitel: Eidgenössische Behörden

Art. 102 Organisation

1Die Auf­sicht des Bun­des über die Steu­e­rer­he­bung (Art. 2) wird vom EFD aus­ge­übt.

2Die ESTV1 sorgt für die ein­heit­li­che An­wen­dung die­ses Ge­set­zes. Sie er­lässt die Vor­schrif­ten für die rich­ti­ge und ein­heit­li­che Ver­an­la­gung und den Be­zug der di­rek­ten Bun­des­steu­er. Sie kann die Ver­wen­dung be­stimm­ter For­mu­la­re vor­schrei­ben.

3Eid­ge­nös­si­sche Be­schwer­de­in­stanz ist das Bun­des­ge­richt.

42


1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).

Art. 103 Aufsicht

1Die ESTV kann ins­be­son­de­re:

a.
bei den kan­to­na­len Ver­an­la­gungs- und Be­zugs­be­hör­den Kon­trol­len vor­neh­men und in die Steu­er­ak­ten der Kan­to­ne und Ge­mein­den Ein­sicht neh­men;
b.
sich bei den Ver­hand­lun­gen der Ver­an­la­gungs­be­hör­den ver­tre­ten las­sen und die­sen An­trä­ge stel­len;
c.
im Ein­zel­fal­le Un­ter­su­chungs­mass­nah­men an­ord­nen oder nö­ti­gen­falls sel­ber durch­füh­ren;
d.
im Ein­zel­fal­le ver­lan­gen, dass die Ver­an­la­gung oder der Ein­spra­cheent­scheid auch ihr er­öff­net wird;
e.1
ver­lan­gen, dass ihr Ver­fü­gun­gen, Ein­spra­che- und Be­schwer­de­ent­schei­de über Ge­su­che um Er­lass der di­rek­ten Bun­des­steu­er er­öff­net wer­den.

2Das EFD kann auf An­trag der ESTV die nö­ti­gen An­ord­nun­gen tref­fen, wenn sich er­gibt, dass die Ver­an­la­gungs­ar­bei­ten in ei­nem Kan­ton un­ge­nü­gend oder un­zweck­mäs­sig durch­ge­führt wer­den. Die ESTV weist den Kan­ton gleich­zei­tig mit dem An­trag an, dass einst­wei­len kei­ne Ver­an­la­gun­gen er­öff­net wer­den dür­fen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).

2. Kapitel: Kantonale Behörden

1. Abschnitt: Organisation und Aufsicht

Art. 104 Organisation

1Die kan­to­na­le Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er lei­tet und über­wacht den Voll­zug und die ein­heit­li­che An­wen­dung die­ses Ge­set­zes. Ar­ti­kel 103 Ab­satz 1 gilt sinn­ge­mä­ss.

2Für die Ver­an­la­gung der ju­ris­ti­schen Per­so­nen be­zeich­net je­der Kan­ton ei­ne ein­zi­ge Amts­stel­le.

3Je­der Kan­ton be­stellt ei­ne kan­to­na­le Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on.

4Das kan­to­na­le Recht re­gelt Or­ga­ni­sa­tio­nen und Amts­füh­rung der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­de, so­weit das Bun­des­recht nichts an­de­res be­stimmt. Kön­nen die not­wen­di­gen An­ord­nun­gen von ei­nem Kan­ton nicht recht­zei­tig ge­trof­fen wer­den, so er­lässt der Bun­des­rat vor­läu­fig die er­for­der­li­chen Be­stim­mun­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 1345; BBl 2012 4769).

Art. 104a Aufsicht

1Ein un­ab­hän­gi­ges kan­to­na­les Fi­nan­z­auf­sichts­or­gan prüft jähr­lich die Ord­nungs- und Recht­mäs­sig­keit der Er­he­bung der di­rek­ten Bun­des­steu­er und der Ab­lie­fe­rung des Bun­des­an­teils. Von der Prüf­pflicht aus­ge­nom­men ist die ma­te­ri­el­le Prü­fung der Ver­an­la­gun­gen. Das Fi­nan­z­auf­sichts­or­gan er­stat­tet der ESTV und der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­kon­trol­le bis En­de des Jah­res, in dem die Staats­rech­nung des Bun­des ab­ge­nom­men wird, Be­richt.

2Wird die Prü­fung nicht vor­ge­nom­men oder er­hal­ten die ESTV und die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­kon­trol­le nicht recht­zei­tig Be­richt, so kann das EFD auf An­trag der ESTV und auf Kos­ten des Kan­tons ein nach den Vor­schrif­ten des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20052 als Re­vi­si­ons­ex­per­te zu­ge­las­se­nes Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men mit der Prü­fung be­auf­tra­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 1345; BBl 2012 4769).
2 SR 221.302

2. Abschnitt: Örtliche Zuständigkeit

Art. 105 Bei persönlicher Zugehörigkeit

1Die kan­to­na­len Be­hör­den er­he­ben die di­rek­te Bun­des­steu­er von den na­tür­li­chen Per­so­nen, die am En­de der Steu­er­pe­ri­ode oder der Steu­er­pflicht ih­ren steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder, wenn ein sol­cher in der Schweiz fehlt, ih­ren steu­er­recht­li­chen Auf­ent­halt im Kan­ton ha­ben. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 3 Ab­satz 5 und 107.

2Kin­der un­ter el­ter­li­cher Sor­ge wer­den für ihr Er­w­erb­sein­kom­men (Art. 9 Abs. 2) in dem Kan­ton be­steu­ert, in dem sie für die­ses Ein­kom­men nach den bun­des­recht­li­chen Grund­sät­zen be­tref­fend das Ver­bot der in­ter­kan­to­na­len Dop­pel­be­steue­rung am En­de der Steu­er­pe­ri­ode oder der Steu­er­pflicht steu­er­pflich­tig sind.

3Die kan­to­na­len Be­hör­den er­he­ben die di­rek­te Bun­des­steu­er von den ju­ris­ti­schen Per­so­nen, die am En­de der Steu­er­pe­ri­ode oder Steu­er­pflicht ih­ren Sitz oder den Ort ih­rer tat­säch­li­chen Ver­wal­tung im Kan­ton ha­ben.

4Be­güns­tig­te von Ka­pi­tal­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 38 wer­den für die­se Leis­tun­gen in dem Kan­ton be­steu­ert, in dem sie im Zeit­punkt der Fäl­lig­keit ih­ren steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz ha­ben.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).

Art. 106 Bei wirtschaftlicher Zugehörigkeit

1Für die Er­he­bung der di­rek­ten Bun­des­steu­er auf­grund wirt­schaft­li­cher Zu­ge­hö­rig­keit ist der Kan­ton zu­stän­dig, in dem am En­de der Steu­er­pe­ri­ode oder der Steu­er­pflicht:

a.
für na­tür­li­che Per­so­nen die in Ar­ti­kel 4 ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind;
b.
für ju­ris­ti­sche Per­so­nen die in Ar­ti­kel 51 ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.

2Tref­fen die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 4 oder 51 gleich­zei­tig in meh­re­ren Kan­to­nen zu, so ist der­je­ni­ge Kan­ton zu­stän­dig, in dem sich der gröss­te Teil der steu­er­ba­ren Wer­te be­fin­det.

3Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 107.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).

Art. 107 Bei Quellensteuern

1Zur Er­he­bung der di­rek­ten Bun­des­steu­er, die an der Quel­le be­zo­gen wird, ist der Kan­ton zu­stän­dig, in dem:

a.
die aus­län­di­schen Ar­beit­neh­mer (Art. 83) bei Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung ih­ren steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt ha­ben; be­fin­det sich der Ar­beit­s­ort in ei­nem an­dern Kan­ton, so über­weist die zu­stän­di­ge Be­hör­de am Ar­beit­s­ort die be­zo­ge­nen Quel­len­steu­er­be­trä­ge dem Kan­ton, in dem der Ar­beit­neh­mer steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt hat;
b.
die Künst­ler, Sport­ler oder Re­fe­ren­ten ih­re Tä­tig­keit aus­üben.

2In al­len üb­ri­gen Fäl­len ist der Kan­ton zu­stän­dig, in dem der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung bei Fäl­lig­keit sei­nen steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt oder sei­nen Sitz oder die Ver­wal­tung hat. Wird die steu­er­ba­re Leis­tung von ei­ner Be­triebs­stät­te in ei­nem an­dern Kan­ton oder von der Be­triebs­stät­te ei­nes Un­ter­neh­mens oh­ne Sitz oder tat­säch­li­che Ver­wal­tung in der Schweiz aus­ge­rich­tet, so ist der Kan­ton zu­stän­dig, in dem die Be­triebs­stät­te liegt.

3Die Zu­stän­dig­keit für die or­dent­li­che Ver­an­la­gung nach Ar­ti­kel 90 rich­tet sich nach Ar­ti­kel 105.

Art. 108 Bei ungewisser oder streitiger Zuständigkeit

1Ist der Ort der Ver­an­la­gung im Ein­zel­fall un­ge­wiss oder strei­tig, so wird er, wenn die Ver­an­la­gungs­be­hör­den nur ei­nes Kan­tons in Fra­ge kom­men, von der kan­to­na­len Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er, wenn meh­re­re Kan­to­ne in Fra­ge kom­men, von der ESTV be­stimmt. Die Ver­fü­gung der ESTV un­ter­liegt der Be­schwer­de nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.1

2Die Fest­stel­lung des Ver­an­la­gungs­or­tes kann von der Ver­an­la­gungs­be­hör­de, von der kan­to­na­len Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er und von den Steu­er­pflich­ti­gen ver­langt wer­den.

3Hat im Ein­zel­fall ei­ne ört­lich nicht zu­stän­di­ge Be­hör­de be­reits ge­han­delt, so über­mit­telt sie die Ak­ten der zu­stän­di­gen Be­hör­de.


1 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 57 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).

Zweiter Titel: Allgemeine Verfahrensgrundsätze

1. Kapitel: Amtspflichten

Art. 109 Ausstand

1Wer beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes in ei­ner Sa­che zu ent­schei­den oder an ei­ner Ver­fü­gung oder Ent­schei­dung in mass­ge­bli­cher Stel­lung mit­zu­wir­ken hat, ist ver­pflich­tet, in Aus­stand zu tre­ten, wenn er:

a.
an der Sa­che ein per­sön­li­ches In­ter­es­se hat;
b.1
mit ei­ner Par­tei durch Ehe oder ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft ver­bun­den ist oder mit ihr ei­ne fak­ti­sche Le­bens­ge­mein­schaft führt;
bbis.2 mit ei­ner Par­tei in ge­ra­der Li­nie oder bis zum drit­ten Gra­de in der Sei­ten­li­nie ver­wandt oder ver­schwä­gert ist;
c.
Ver­tre­ter ei­ner Par­tei ist oder für ei­ne Par­tei in der glei­chen Sa­che tä­tig war;
d.
aus an­dern Grün­den in der Sa­che be­fan­gen sein könn­te.

2Der Aus­stands­grund kann von al­len am Ver­fah­ren Be­tei­lig­ten an­ge­ru­fen wer­den.

3Ist ein Aus­stands­grund strei­tig, so ent­schei­det für kan­to­na­le Be­am­te die vom kan­to­na­len Recht be­stimm­te Be­hör­de, für Bun­des­be­am­te das EFD, in bei­den Fäl­len un­ter Vor­be­halt der Be­schwer­de.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 24 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 24 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Art. 110 Geheimhaltungspflicht

1Wer mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­traut ist oder da­zu bei­ge­zo­gen wird, muss über Tat­sa­chen, die ihm in Aus­übung sei­nes Am­tes be­kannt wer­den, und über die Ver­hand­lun­gen in den Be­hör­den Still­schwei­gen be­wah­ren und Drit­ten den Ein­blick in amt­li­che Ak­ten ver­wei­gern.

2Ei­ne Aus­kunft ist zu­läs­sig, so­weit hie­für ei­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge im Bun­des­recht ge­ge­ben ist.

Art. 111 Amtshilfe unter Steuerbehörden

1Die mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Be­hör­den un­ter­stüt­zen sich ge­gen­sei­tig in der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be; sie er­tei­len den Steu­er­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und Ge­mein­den die be­nö­tig­ten Aus­künf­te kos­ten­los und ge­wäh­ren ih­nen auf Ver­lan­gen Ein­sicht in amt­li­che Ak­ten. Die in An­wen­dung die­ser Vor­schrift ge­mel­de­ten oder fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen un­ter­lie­gen der Ge­heim­hal­tung nach Ar­ti­kel 110.

2Muss bei ei­ner Ver­an­la­gung der kan­to­na­le An­teil un­ter meh­re­re Kan­to­ne auf­ge­teilt wer­den, so gibt die zu­stän­di­ge Steu­er­be­hör­de den be­tei­lig­ten kan­to­na­len Ver­wal­tun­gen für die di­rek­te Bun­des­steu­er da­von Kennt­nis.

Art. 112 Amtshilfe anderer Behörden

1Die Be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und Ge­mein­den er­tei­len den mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Be­hör­den auf Er­su­chen hin al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te. Sie kön­nen die­se Be­hör­den von sich aus dar­auf auf­merk­sam ma­chen, wenn sie ver­mu­ten, dass ei­ne Ver­an­la­gung un­voll­stän­dig ist.

2Die glei­che Pflicht zur Amts­hil­fe ha­ben Or­ga­ne von Kör­per­schaf­ten und An­stal­ten, so­weit sie Auf­ga­ben der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung wahr­neh­men.

3Von der Aus­kunfts- und Mit­tei­lungs­pflicht aus­ge­nom­men sind die Or­ga­ne der Schwei­ze­ri­schen Post und der öf­fent­li­chen Kre­dit­in­sti­tu­te für Tat­sa­chen, die ei­ner be­son­de­ren, ge­setz­lich auf­er­leg­ten Ge­heim­hal­tung un­ter­ste­hen.1


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des Po­st­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2465; BBl 1996 III 1306).

Art. 112a Datenbearbeitung

1Die ESTV be­treibt zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem. Die­ses kann be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten über ad­mi­nis­tra­ti­ve und straf­recht­li­che Sank­tio­nen ent­hal­ten, die steu­er­recht­lich we­sent­lich sind.

1bisDie ESTV und die Be­hör­den nach Ar­ti­kel 111 sind be­rech­tigt, die Ver­si­cher­ten­num­mer der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung nach den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19462 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVG) für die Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den.3

2Die ESTV und die Be­hör­den nach Ar­ti­kel 111 ge­ben ein­an­der die Da­ten wei­ter, die für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben dien­lich sein kön­nen. Die Be­hör­den nach Ar­ti­kel 112 ge­ben den mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Be­hör­den die Da­ten wei­ter, die für die Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes von Be­deu­tung sein kön­nen.

3Die Da­ten wer­den ein­zeln, auf Lis­ten oder auf elek­tro­ni­schen Da­ten­trä­gern über­mit­telt. Sie kön­nen auch mit­tels ei­nes Ab­ruf­ver­fah­rens zu­gäng­lich ge­macht wer­den. Die­se Amts­hil­fe ist kos­ten­los.

4Es sind al­le die­je­ni­gen Da­ten von Steu­er­pflich­ti­gen wei­ter­zu­ge­ben, die zur Ver­an­la­gung und Er­he­bung der Steu­er die­nen kön­nen, na­ment­lich:

a.
die Per­so­na­li­en;
b.
An­ga­ben über den Zi­vil­stand, den Wohn- und Auf­ent­halts­ort, die Auf­ent­halts­be­wil­li­gung und die Er­werbs­tä­tig­keit;
c.
Rechts­ge­schäf­te;
d.
Leis­tun­gen ei­nes Ge­mein­we­sens.

5Per­so­nen­da­ten und die zu de­ren Be­ar­bei­tung ver­wen­de­ten Ein­rich­tun­gen wie Da­ten­trä­ger, EDV-Pro­gram­me und Pro­gramm­do­ku­men­ta­tio­nen sind vor un­be­fug­tem Ver­wen­den, Ver­än­dern oder Zer­stö­ren so­wie vor Dieb­stahl zu schüt­zen.

6Der Bun­des­rat kann Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen er­las­sen, ins­be­son­de­re über die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb des In­for­ma­ti­ons­sys­tems, über die Ka­te­go­ri­en der zu er­fas­sen­den Da­ten, über die Zu­griffs- und Be­ar­bei­tungs­be­rech­ti­gung, über die Auf­be­wah­rungs­dau­er so­wie die Ar­chi­vie­rung und Ver­nich­tung der Da­ten.

7Kön­nen sich Bun­de­säm­ter über die Da­ten­be­kannt­ga­be nicht ei­ni­gen, so ent­schei­det der Bun­des­rat end­gül­tig. In al­len an­dern Fäl­len ent­schei­det das Bun­des­ge­richt im Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 120 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20054.5


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. VI 3 des BG vom 24. März 2000 über die Schaf­fung und die An­pas­sung ge­setz­li­cher Grund­la­gen für die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, in Kraft seit 1. Sept. 2000 (AS 2000 1891; BBl 1999 9005).
2 SR 831.10
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten-num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
4 SR 173.110
5 Fas­sung zwei­ter Satz ge­mä­ss An­hang Ziff. 57 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).

2. Kapitel: Verfahrensrechtliche Stellung der Ehegatten

Art. 113

1Ehe­gat­ten, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, üben die nach die­sem Ge­setz dem Steu­er­pflich­ti­gen zu­kom­men­den Ver­fah­rens­rech­te und Ver­fah­rens­pflich­ten ge­mein­sam aus.

2Sie un­ter­schrei­ben die Steu­er­er­klä­rung ge­mein­sam. Ist die Steu­er­er­klä­rung nur von ei­nem der bei­den Ehe­gat­ten un­ter­zeich­net, so wird dem nicht­un­ter­zeich­nen­den Ehe­gat­ten ei­ne Frist ein­ge­räumt. Nach de­ren un­be­nutz­tem Ab­lauf wird die ver­trag­li­che Ver­tre­tung un­ter Ehe­gat­ten an­ge­nom­men.

3Rechts­mit­tel und an­de­re Ein­ga­ben gel­ten als recht­zei­tig ein­ge­reicht, wenn ein Ehe­gat­te in­nert Frist han­delt.

4Sämt­li­che Mit­tei­lun­gen der Steu­er­be­hör­den an ver­hei­ra­te­te Steu­er­pflich­ti­ge, die in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, wer­den an die Ehe­gat­ten ge­mein­sam ge­rich­tet.

3. Kapitel: Verfahrensrechte des Steuerpflichtigen

Art. 114 Akteneinsicht

1Steu­er­pflich­ti­ge sind be­rech­tigt, in die von ih­nen ein­ge­reich­ten oder von ih­nen un­ter­zeich­ne­ten Ak­ten Ein­sicht zu neh­men. Ge­mein­sam zu ver­an­la­gen­den Ehe­gat­ten steht ein ge­gen­sei­ti­ges Ak­ten­ein­sichts­recht zu.

2Die üb­ri­gen Ak­ten ste­hen dem Steu­er­pflich­ti­gen zur Ein­sicht of­fen, so­fern die Er­mitt­lung des Sach­ver­hal­tes ab­ge­schlos­sen ist und so­weit nicht öf­fent­li­che oder pri­va­te In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

3Wird ei­nem Steu­er­pflich­ti­gen die Ein­sicht­nah­me in ein Ak­ten­stück ver­wei­gert, so darf dar­auf zum Nach­teil des Steu­er­pflich­ti­gen nur ab­ge­stellt wer­den, wenn ihm die Be­hör­de von dem für die Sa­che we­sent­li­chen In­halt münd­lich oder schrift­lich Kennt­nis und aus­ser­dem Ge­le­gen­heit ge­ge­ben hat, sich zu äus­sern und Ge­gen­be­weis­mit­tel zu be­zeich­nen.

4Auf Wunsch des Steu­er­pflich­ti­gen be­stä­tigt die Be­hör­de die Ver­wei­ge­rung der Ak­ten­ein­sicht durch ei­ne Ver­fü­gung, die durch Be­schwer­de an­ge­foch­ten wer­den kann.

Art. 115 Beweisabnahme

Die vom Steu­er­pflich­ti­gen an­ge­bo­te­nen Be­wei­se müs­sen ab­ge­nom­men wer­den, so­weit sie ge­eig­net sind, die für die Ver­an­la­gung er­heb­li­chen Tat­sa­chen fest­zu­stel­len.

Art. 116 Eröffnung

1Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­de wer­den dem Steu­er­pflich­ti­gen schrift­lich er­öff­net und müs­sen ei­ne Rechts­mit­tel­be­leh­rung ent­hal­ten.

2Ist der Auf­ent­halt ei­nes Steu­er­pflich­ti­gen un­be­kannt oder be­fin­det er sich im Aus­land, oh­ne in der Schweiz einen Ver­tre­ter zu ha­ben, so kann ihm ei­ne Ver­fü­gung oder ein Ent­scheid rechts­wirk­sam durch Pu­bli­ka­ti­on im kan­to­na­len Amts­blatt er­öff­net wer­den.

Art. 117 Vertragliche Vertretung

1Der Steu­er­pflich­ti­ge kann sich vor den mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Be­hör­den ver­trag­lich ver­tre­ten las­sen, so­weit sei­ne per­sön­li­che Mit­wir­kung nicht not­wen­dig ist.

2Als Ver­tre­ter wird zu­ge­las­sen, wer hand­lungs­fä­hig ist und in bür­ger­li­chen Eh­ren und Rech­ten steht. Die Be­hör­de kann den Ver­tre­ter auf­for­dern, sich durch schrift­li­che Voll­macht aus­zu­wei­sen.

3Ha­ben Ehe­gat­ten, wel­che in recht­lich und tat­säch­lich un­ge­trenn­ter Ehe le­ben, kei­nen ge­mein­sa­men Ver­tre­ter oder Zu­stel­lungs­be­rech­tig­ten be­stellt, so er­ge­hen sämt­li­che Zu­stel­lun­gen an die Ehe­gat­ten ge­mein­sam.

4Zu­stel­lun­gen an Ehe­gat­ten, die in ge­richt­lich oder tat­säch­lich ge­trenn­ter Ehe le­ben, er­fol­gen an je­den Ehe­gat­ten ge­son­dert.

Art. 118 Notwendige Vertretung

Die Steu­er­be­hör­den kön­nen von ei­nem Steu­er­pflich­ti­gen mit Wohn­sitz oder Sitz im Aus­land ver­lan­gen, dass er einen Ver­tre­ter in der Schweiz be­zeich­net.

4. Kapitel: Fristen

Art. 119

1Die vom Ge­setz be­stimm­ten Fris­ten kön­nen nicht er­streckt wer­den.

2Ei­ne von ei­ner Be­hör­de an­ge­setz­te Frist wird er­streckt, wenn zu­rei­chen­de Grün­de vor­lie­gen und das Er­stre­ckungs­ge­such in­nert der Frist ge­stellt wor­den ist.

5. Kapitel: Verjährung

Art. 120 Veranlagungsverjährung

1Das Recht, ei­ne Steu­er zu ver­an­la­gen, ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf der Steu­er­pe­ri­ode. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 152 und 184.

2Die Ver­jäh­rung be­ginnt nicht oder steht still:

a.
wäh­rend ei­nes Ein­spra­che-, Be­schwer­de- oder Re­vi­si­ons­ver­fah­rens;
b.
so­lan­ge die Steu­er­for­de­rung si­cher­ge­stellt oder ge­stun­det ist;
c.
so­lan­ge we­der der Steu­er­pflich­ti­ge noch der Mit­haf­ten­de in der Schweiz steu­er­recht­li­chen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt ha­ben.

3Die Ver­jäh­rung be­ginnt neu mit:

a.
je­der auf Fest­stel­lung oder Gel­tend­ma­chung der Steu­er­for­de­rung ge­rich­te­ten Amts­hand­lung, die ei­nem Steu­er­pflich­ti­gen oder Mit­haf­ten­den zur Kennt­nis ge­bracht wird;
b.
je­der aus­drück­li­chen An­er­ken­nung der Steu­er­for­de­rung durch den Steu­er­pflich­ti­gen oder den Mit­haf­ten­den;
c.
der Ein­rei­chung ei­nes Er­lass­ge­su­ches;
d.
der Ein­lei­tung ei­ner Straf­ver­fol­gung we­gen vollen­de­ter Steu­er­hin­ter­zie­hung oder we­gen Steu­er­ver­ge­hens.

4Das Recht, ei­ne Steu­er zu ver­an­la­gen, ist 15 Jah­re nach Ab­lauf der Steu­er­pe­ri­ode auf je­den Fall ver­jährt.

Art. 121 Bezugsverjährung

1Steu­er­for­de­run­gen ver­jäh­ren fünf Jah­re nach­dem die Ver­an­la­gung rechts­kräf­tig ge­wor­den ist.

2Still­stand und Un­ter­bre­chung der Ver­jäh­rung rich­ten sich nach Ar­ti­kel 120 Ab­sät­ze 2 und 3.

3Die Ver­jäh­rung tritt in je­dem Fall zehn Jah­re nach Ab­lauf des Jah­res ein, in dem die Steu­ern rechts­kräf­tig fest­ge­setzt wor­den sind.

Dritter Titel: Veranlagung im ordentlichen Verfahren

1. Kapitel: Vorbereitung der Veranlagung

Art. 122

1Die Ver­an­la­gungs­be­hör­den füh­ren ein Ver­zeich­nis der mut­mass­lich Steu­er­pflich­ti­gen.

2Die zu­stän­di­gen Be­hör­den der Kan­to­ne und Ge­mein­den über­mit­teln den mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Be­hör­den die nö­ti­gen An­ga­ben aus den Kon­troll­re­gis­tern.

3Für die Vor­be­rei­tungs­ar­bei­ten kön­nen die Ver­an­la­gungs­be­hör­den die Mit­hil­fe der Ge­mein­de­be­hör­den oder be­son­de­rer Vor­be­rei­tungs­or­ga­ne in An­spruch neh­men.

2. Kapitel: Verfahrenspflichten

1. Abschnitt: Aufgaben der Veranlagungsbehörden

Art. 123

1Die Ver­an­la­gungs­be­hör­den stel­len zu­sam­men mit dem Steu­er­pflich­ti­gen die für ei­ne voll­stän­di­ge und rich­ti­ge Be­steue­rung mass­ge­ben­den tat­säch­li­chen und recht­li­chen Ver­hält­nis­se fest.

2Sie kön­nen ins­be­son­de­re Sach­ver­stän­di­ge bei­zie­hen, Au­gen­schei­ne durch­füh­ren und Ge­schäfts­bü­cher und Be­le­ge an Ort und Stel­le ein­se­hen. Die sich dar­aus er­ge­ben­den Kos­ten kön­nen ganz oder teil­wei­se dem Steu­er­pflich­ti­gen oder je­der an­dern zur Aus­kunft ver­pflich­te­ten Per­son auf­er­legt wer­den, die die­se durch ei­ne schuld­haf­te Ver­let­zung von Ver­fah­rens­pflich­ten not­wen­dig ge­macht ha­ben.

2. Abschnitt: Pflichten des Steuerpflichtigen

Art. 124 Steuererklärung

1Die Steu­er­pflich­ti­gen wer­den durch öf­fent­li­che Be­kannt­ga­be oder Zu­stel­lung des For­mu­lars auf­ge­for­dert, die Steu­er­er­klä­rung ein­zu­rei­chen. Steu­er­pflich­ti­ge, die kein For­mu­lar er­hal­ten, müs­sen es bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de ver­lan­gen.

2Der Steu­er­pflich­ti­ge muss das For­mu­lar für die Steu­er­er­klä­rung wahr­heits­ge­mä­ss und voll­stän­dig aus­fül­len, per­sön­lich un­ter­zeich­nen und samt den vor­ge­schrie­be­nen Bei­la­gen frist­ge­mä­ss der zu­stän­di­gen Be­hör­de ein­rei­chen.

3Der Steu­er­pflich­ti­ge, der die Steu­er­er­klä­rung nicht oder man­gel­haft aus­ge­füllt ein­reicht, wird auf­ge­for­dert, das Ver­säum­te in­nert an­ge­mes­se­ner Frist nach­zu­ho­len.

4Bei ver­spä­te­ter Ein­rei­chung und bei ver­spä­te­ter Rück­ga­be ei­ner dem Steu­er­pflich­ti­gen zur Er­gän­zung zu­rück­ge­sand­ten Steu­er­er­klä­rung ist die Frist­ver­säum­nis zu ent­schul­di­gen, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge nach­weist, dass er durch Mi­li­tär- oder Zi­vil­dienst, Lan­des­ab­we­sen­heit, Krank­heit oder an­de­re er­heb­li­che Grün­de an der recht­zei­ti­gen Ein­rei­chung oder Rück­ga­be ver­hin­dert war und dass er das Ver­säum­te in­nert 30 Ta­gen nach Weg­fall der Hin­de­rungs­grün­de nach­ge­holt hat.1


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Zi­vil­dienst­ge­set­zes vom 6. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Okt. 1996 (AS 1996 1445; BBl 1994 III 1609).

Art. 125 Beilagen zur Steuererklärung

1Na­tür­li­che Per­so­nen müs­sen der Steu­er­er­klä­rung ins­be­son­de­re bei­le­gen:

a.
Lohn­aus­wei­se über al­le Ein­künf­te aus un­selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit;
b.
Aus­wei­se über Be­zü­ge als Mit­glied der Ver­wal­tung oder ei­nes an­de­ren Or­gans ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son;
c.
Ver­zeich­nis­se über sämt­li­che Wert­schrif­ten, For­de­run­gen und Schul­den.

2Na­tür­li­che Per­so­nen mit Ein­kom­men aus selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit und ju­ris­ti­sche Per­so­nen müs­sen der Steu­er­er­klä­rung bei­le­gen:

a.
die un­ter­zeich­ne­ten Jah­res­rech­nun­gen (Bi­lan­zen, Er­folgs­rech­nun­gen) der Steu­er­pe­ri­ode; oder
b.
bei ver­ein­fach­ter Buch­füh­rung nach Ar­ti­kel 957 Ab­satz 2 OR1: Auf­stel­lun­gen über Ein­nah­men und Aus­ga­ben, über die Ver­mö­gens­la­ge so­wie über Pri­va­tent­nah­men und -ein­la­gen der Steu­er­pe­ri­ode.2

3Zu­dem ha­ben Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten das ih­rer Ver­an­la­gung zur Ge­winn­steu­er die­nen­de Ei­gen­ka­pi­tal am En­de der Steu­er­pe­ri­ode oder der Steu­er­pflicht aus­zu­wei­sen. Die­ses be­steht aus dem ein­be­zahl­ten Grund- oder Stamm­ka­pi­tal, den in der Han­dels­bi­lanz aus­ge­wie­se­nen Ein­la­gen, Auf­gel­dern und Zu­schüs­sen im Sin­ne von Ar­ti­kel 20 Ab­satz 3, den of­fe­nen und den aus ver­steu­er­tem Ge­winn ge­bil­de­ten stil­len Re­ser­ven so­wie aus je­nem Teil des Fremd­ka­pi­tals, dem wirt­schaft­lich die Be­deu­tung von Ei­gen­ka­pi­tal zu­kommt.34


1 SR 220
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. II 2 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

Art. 126 Weitere Mitwirkungspflichten

1Der Steu­er­pflich­ti­ge muss al­les tun, um ei­ne voll­stän­di­ge und rich­ti­ge Ver­an­la­gung zu er­mög­li­chen.

2Er muss auf Ver­lan­gen der Ver­an­la­gungs­be­hör­de ins­be­son­de­re münd­lich oder schrift­lich Aus­kunft er­tei­len, Ge­schäfts­bü­cher, Be­le­ge und wei­te­re Be­schei­ni­gun­gen so­wie Ur­kun­den über den Ge­schäfts­ver­kehr vor­le­gen.

3Na­tür­li­che Per­so­nen mit Ein­kom­men aus selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit und ju­ris­ti­sche Per­so­nen müs­sen Ge­schäfts­bü­cher und Auf­stel­lun­gen nach Ar­ti­kel 125 Ab­satz 2 und sons­ti­ge Be­le­ge, die mit ih­rer Tä­tig­keit in Zu­sam­men­hang ste­hen, wäh­rend zehn Jah­ren auf­be­wah­ren. Die Art und Wei­se der Füh­rung und der Auf­be­wah­rung rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 957-958f OR1.23


1 SR 220
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 2 des Steu­er­er­lass­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 9; BBl 2013 8435).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 22. Dez. 1999 (Die kauf­män­ni­sche Buch­füh­rung), in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 949; BBl 1999 5149).

3. Abschnitt: Bescheinigungspflicht Dritter

Art. 127

1Ge­gen­über dem Steu­er­pflich­ti­gen sind zur Aus­stel­lung schrift­li­cher Be­schei­ni­gun­gen ver­pflich­tet:

a.
Ar­beit­ge­ber über ih­re Leis­tun­gen an Ar­beit­neh­mer;
b.
Gläu­bi­ger und Schuld­ner über Be­stand, Hö­he Ver­zin­sung und Si­cher­stel­lung von For­de­run­gen;
c.
Ver­si­che­rer über den Rück­kaufs­wert von Ver­si­che­run­gen und über die aus dem Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis aus­be­zahl­ten oder ge­schul­de­ten Leis­tun­gen;
d.
Treu­hän­der, Ver­mö­gens­ver­wal­ter, Pfand­gläu­bi­ger, Be­auf­trag­te und an­de­re Per­so­nen, die Ver­mö­gen des Steu­er­pflich­ti­gen in Be­sitz oder in Ver­wal­tung ha­ben oder hat­ten, über die­ses Ver­mö­gen und sei­ne Er­träg­nis­se;
e.
Per­so­nen, die mit dem Steu­er­pflich­ti­gen Ge­schäf­te tä­ti­gen oder ge­tä­tigt ha­ben, über die bei­der­sei­ti­gen An­sprü­che und Leis­tun­gen.

2Reicht der Steu­er­pflich­ti­ge trotz Mah­nung die nö­ti­gen Be­schei­ni­gun­gen nicht ein, so kann sie die Ver­an­la­gungs­be­hör­de vom Drit­ten ein­for­dern. Das ge­setz­lich ge­schütz­te Be­rufs­ge­heim­nis bleibt vor­be­hal­ten.

4. Abschnitt: Auskunftspflicht Dritter

Art. 128

Ge­sell­schaf­ter, Mit­ei­gen­tü­mer und Ge­sam­tei­gen­tü­mer müs­sen auf Ver­lan­gen den Steu­er­be­hör­den über ihr Rechts­ver­hält­nis zum Steu­er­pflich­ti­gen Aus­kunft er­tei­len, ins­be­son­de­re über des­sen An­tei­le, An­sprü­che und Be­zü­ge.

5. Abschnitt: Meldepflicht Dritter

Art. 129

1Den Ver­an­la­gungs­be­hör­den müs­sen für je­de Steu­er­pe­ri­ode ei­ne Be­schei­ni­gung ein­rei­chen:

a.
ju­ris­ti­sche Per­so­nen über die den Mit­glie­dern der Ver­wal­tung und an­de­rer Or­ga­ne aus­ge­rich­te­ten Leis­tun­gen; Stif­tun­gen rei­chen zu­sätz­lich ei­ne Be­schei­ni­gung über die ih­ren Be­güns­tig­ten er­brach­ten Leis­tun­gen ein;
b.
Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge und der ge­bun­de­nen Selbst­vor­sor­ge über die den Vor­sor­ge­neh­mern oder Be­güns­tig­ten er­brach­ten Leis­tun­gen (Art. 22 Abs. 2);
c.
ein­fa­che Ge­sell­schaf­ten und Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten über al­le Ver­hält­nis­se, die für die Ver­an­la­gung der Teil­ha­ber von Be­deu­tung sind, ins­be­son­de­re über ih­ren An­teil an Ein­kom­men und Ver­mö­gen der Ge­sell­schaft;
d.1
Ar­beit­ge­ber, die ih­ren An­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen ein­räu­men, über al­le für de­ren Ver­an­la­gung not­wen­di­gen An­ga­ben; die Ein­zel­hei­ten re­gelt der Bun­des­rat in ei­ner Ver­ord­nung.

2Dem Steu­er­pflich­ti­gen ist ein Dop­pel der Be­schei­ni­gung zu­zu­stel­len.

3Die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit di­rek­tem Grund­be­sitz müs­sen den Ver­an­la­gungs­be­hör­den für je­de Steu­er­pe­ri­ode ei­ne Be­schei­ni­gung über al­le Ver­hält­nis­se ein­rei­chen, die für die Be­steue­rung des di­rek­ten Grund­be­sit­zes und des­sen Er­trä­ge mass­ge­blich sind.2


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Be­steue­rung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 3259; BBl 2005 575).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).

3. Kapitel: Veranlagung

Art. 130 Durchführung

1Die Ver­an­la­gungs­be­hör­de prüft die Steu­er­er­klä­rung und nimmt die er­for­der­li­chen Un­ter­su­chun­gen vor.

2Hat der Steu­er­pflich­ti­ge trotz Mah­nung sei­ne Ver­fah­rens­pflich­ten nicht er­füllt oder kön­nen die Steu­er­fak­to­ren man­gels zu­ver­läs­si­ger Un­ter­la­gen nicht ein­wand­frei er­mit­telt wer­den, so nimmt die Ver­an­la­gungs­be­hör­de die Ver­an­la­gung nach pflicht­ge­mäs­sem Er­mes­sen vor. Sie kann da­bei Er­fah­rungs­zah­len, Ver­mö­gen­s­ent­wick­lung und Le­bens­auf­wand des Steu­er­pflich­ti­gen be­rück­sich­ti­gen.

Art. 131 Eröffnung

1Die Ver­an­la­gungs­be­hör­de setzt in der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung die Steu­er­fak­to­ren (steu­er­ba­res Ein­kom­men, steu­er­ba­rer Rein­ge­winn), den Steu­er­satz und die Steu­er­be­trä­ge fest. Zu­dem wird den Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten der sich nach der Ver­an­la­gung zur Ge­winn­steu­er und Be­rück­sich­ti­gung von Ge­win­naus­schüt­tun­gen er­ge­ben­de Stand des Ei­gen­ka­pi­tals be­kannt ge­ge­ben.1

2Ab­wei­chun­gen von der Steu­er­er­klä­rung gibt sie dem Steu­er­pflich­ti­gen spä­tes­tens bei der Er­öff­nung der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung be­kannt.

3Die Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung wird auch der kan­to­na­len Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er so­wie der ESTV er­öff­net, wenn die­se im Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren mit­ge­wirkt oder die Er­öff­nung ver­langt ha­ben (Art. 103 Abs. 1 Bst. d und 104 Abs. 1).


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).

4. Kapitel: Einsprache

Art. 132 Voraussetzungen

1Ge­gen die Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung kann der Steu­er­pflich­ti­ge in­nert 30 Ta­gen nach Zu­stel­lung bei der Ver­an­la­gungs­be­hör­de schrift­lich Ein­spra­che er­he­ben.

2Rich­tet sich die Ein­spra­che ge­gen ei­ne ein­läss­lich be­grün­de­te Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung, so kann sie mit Zu­stim­mung des Ein­spre­chers und der üb­ri­gen An­trag­stel­ler (Art. 103 Abs. 1 Bst. b und 104 Abs. 1) als Be­schwer­de an die kan­to­na­le Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on wei­ter­ge­lei­tet wer­den.

3Ei­ne Ver­an­la­gung nach pflicht­ge­mäs­sem Er­mes­sen kann der Steu­er­pflich­ti­ge nur we­gen of­fen­sicht­li­cher Un­rich­tig­keit an­fech­ten. Die Ein­spra­che ist zu be­grün­den und muss all­fäl­li­ge Be­weis­mit­tel nen­nen.

Art. 133 Fristen

1Die Frist be­ginnt mit dem auf die Er­öff­nung fol­gen­den Ta­ge. Sie gilt als ein­ge­hal­ten, wenn die Ein­spra­che am letz­ten Tag der Frist bei der Ver­an­la­gungs­be­hör­de ein­ge­langt ist, den schwei­ze­ri­schen PTT-Be­trie­ben1 oder ei­ner schwei­ze­ri­schen di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tung im Aus­land über­ge­ben wur­de. Fällt der letz­te Tag auf einen Sams­tag, Sonn­tag oder staat­lich an­er­kann­ten Fei­er­tag, so läuft die Frist am nächst­fol­gen­den Werk­tag ab.

2Ei­ne un­zu­stän­di­ge Amts­stel­le über­weist die bei ihr ein­ge­reich­te Ein­spra­che oh­ne Ver­zug der zu­stän­di­gen Ver­an­la­gungs­be­hör­de. Die Frist zur Ein­rei­chung der Ein­spra­che gilt als ein­ge­hal­ten, wenn die­se am letz­ten Tag der Frist bei der un­zu­stän­di­gen Amts­stel­le ein­ge­langt ist oder den schwei­ze­ri­schen PTT-Be­trie­ben2 über­ge­ben wur­de.

3Auf ver­spä­te­te Ein­spra­chen wird nur ein­ge­tre­ten, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge nach­weist, dass er durch Mi­li­tär- oder Zi­vil­dienst, Krank­heit, Lan­des­ab­we­sen­heit oder an­de­re er­heb­li­che Grün­de an der recht­zei­ti­gen Ein­rei­chung ver­hin­dert war und dass die Ein­spra­che in­nert 30 Ta­gen nach Weg­fall der Hin­de­rungs­grün­de ein­ge­reicht wur­de.3


1 Heu­te: der Schwei­ze­ri­schen Post.
2 Heu­te: der Schwei­ze­ri­schen Post.
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Zi­vil­dienst­ge­set­zes vom 6. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Okt. 1996 (AS 1996 1445; BBl 1994 III 1609).

Art. 134 Befugnisse der Steuerbehörden

1Im Ein­spra­che­ver­fah­ren ha­ben die Ver­an­la­gungs­be­hör­de, die kan­to­na­le Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er und die ESTV die glei­chen Be­fug­nis­se wie im Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren.

2Ei­nem Rück­zug der Ein­spra­che wird kei­ne Fol­ge ge­ge­ben, wenn nach den Um­stän­den an­zu­neh­men ist, dass die Ver­an­la­gung un­rich­tig war. Das Ein­spra­che­ver­fah­ren kann zu­dem nur mit Zu­stim­mung al­ler an der Ver­an­la­gung be­tei­lig­ten Steu­er­be­hör­den ein­ge­stellt wer­den.

Art. 135 Entscheid

1Die Ver­an­la­gungs­be­hör­de ent­schei­det ge­stützt auf die Un­ter­su­chung über die Ein­spra­che. Sie kann al­le Steu­er­fak­to­ren neu fest­set­zen und, nach An­hö­ren des Steu­er­pflich­ti­gen, die Ver­an­la­gung auch zu des­sen Nach­teil ab­än­dern.

2Der Ent­scheid wird be­grün­det und dem Steu­er­pflich­ti­gen so­wie der kan­to­na­len Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er zu­ge­stellt. Er wird auch der ESTV mit­ge­teilt, wenn die­se bei der Ver­an­la­gung mit­ge­wirkt oder die Er­öff­nung des Ein­spra­cheent­schei­des ver­langt hat (Art. 103 Abs. 1).

3Das Ein­spra­che­ver­fah­ren ist kos­ten­frei. Ar­ti­kel 123 Ab­satz 2 letz­ter Satz ist ent­spre­chend an­wend­bar.

Vierter Titel: Verfahren bei der Erhebung der Quellensteuer

Art. 136 Verfahrenspflichten

Der Steu­er­pflich­ti­ge und der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung müs­sen der Ver­an­la­gungs­be­hör­de auf Ver­lan­gen über die für die Er­he­bung der Quel­len­steu­er mass­ge­ben­den Ver­hält­nis­se münd­lich oder schrift­lich Aus­kunft er­tei­len. Die Ar­ti­kel 123-129 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

Art. 137 Verfügung

1Ist der Steu­er­pflich­ti­ge oder der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung mit dem Steu­er­ab­zug nicht ein­ver­stan­den, so kann er bis En­de März des auf die Fäl­lig­keit der Leis­tung fol­gen­den Ka­len­der­jah­res von der Ver­an­la­gungs­be­hör­de ei­ne Ver­fü­gung über Be­stand und Um­fang der Steu­er­pflicht ver­lan­gen.

2Der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung bleibt bis zum rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid zum Steu­er­ab­zug ver­pflich­tet.

Art. 138 Nachforderung und Rückerstattung

1Hat der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung den Steu­er­ab­zug nicht oder un­ge­nü­gend vor­ge­nom­men, so ver­pflich­tet ihn die Ver­an­la­gungs­be­hör­de zur Nach­zah­lung. Der Rück­griff des Schuld­ners auf den Steu­er­pflich­ti­gen bleibt vor­be­hal­ten.

2Hat der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung einen zu ho­hen Steu­er­ab­zug vor­ge­nom­men, so muss er dem Steu­er­pflich­ti­gen die Dif­fe­renz zu­rück­zah­len.

Art. 139 Rechtsmittel

1Ge­gen ei­ne Ver­fü­gung über die Quel­len­steu­er kann der Be­trof­fe­ne Ein­spra­che nach Ar­ti­kel 132 er­he­ben.

2Das kan­to­na­le Recht kann in sei­nen Voll­zugs­vor­schrif­ten be­stim­men, dass sich das Ein­spra­che­ver­fah­ren und das Ver­fah­ren vor der kan­to­na­len Re­kurs­kom­mis­si­on nach den für die An­fech­tung und Über­prü­fung ei­nes Ent­schei­des über kan­to­nal­recht­li­che Quel­len­steu­ern mass­ge­ben­den kan­to­na­len Ver­fah­rens­vor­schrif­ten rich­tet, wenn der strei­ti­ge Quel­len­steu­er­ab­zug so­wohl auf Bun­des­recht wie auf kan­to­na­lem Recht be­ruht.

Fünfter Titel: Beschwerdeverfahren

1. Kapitel: Vor kantonaler Steuerrekurskommission

Art. 140 Voraussetzungen für die Beschwerde des Steuerpflichtigen

1Der Steu­er­pflich­ti­ge kann ge­gen den Ein­spra­cheent­scheid der Ver­an­la­gungs­be­hör­de in­nert 30 Ta­gen nach Zu­stel­lung bei ei­ner von der Steu­er­be­hör­de un­ab­hän­gi­gen Re­kurs­kom­mis­si­on schrift­lich Be­schwer­de er­he­ben. Ar­ti­kel 132 Ab­satz 2 bleibt vor­be­hal­ten.

2Er muss in der Be­schwer­de sei­ne Be­geh­ren stel­len, die sie be­grün­den­den Tat­sa­chen und Be­weis­mit­tel an­ge­ben so­wie Be­wei­sur­kun­den bei­le­gen oder ge­nau be­zeich­nen. Ent­spricht die Be­schwer­de die­sen An­for­de­run­gen nicht, so wird dem Steu­er­pflich­ti­gen un­ter An­dro­hung des Nicht­ein­tre­tens ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur Ver­bes­se­rung an­ge­setzt.

3Mit der Be­schwer­de kön­nen al­le Män­gel des an­ge­foch­te­nen Ent­schei­des und des vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­fah­rens ge­rügt wer­den.

4Ar­ti­kel 133 gilt sinn­ge­mä­ss.

Art. 141 Voraussetzungen für die Beschwerde der Aufsichtsbehörden

1Die kan­to­na­le Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er und die ESTV kön­nen ge­gen je­de Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung und je­den Ein­spra­cheent­scheid der Ver­an­la­gungs­be­hör­de Be­schwer­de bei der kan­to­na­len Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on er­he­ben.

2Die Be­schwer­de­frist be­trägt:

a.
ge­gen Ver­an­la­gungs­ver­fü­gun­gen und Ein­spra­cheent­schei­de, die der be­schwer­de­füh­ren­den Ver­wal­tung er­öff­net wor­den sind, 30 Ta­ge seit Zu­stel­lung;
b.
in den an­dern Fäl­len 60 Ta­ge seit Er­öff­nung an den Steu­er­pflich­ti­gen.

Art. 142 Verfahren

1Die kan­to­na­le Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on for­dert die Ver­an­la­gungs­be­hör­de zur Stel­lung­nah­me und zur Über­mitt­lung der Ver­an­la­gungs­ak­ten auf. Sie gibt auch der kan­to­na­len Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er und der ESTV Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me.

2Wird die Be­schwer­de von der kan­to­na­len Ver­wal­tung für die di­rek­te Bun­des­steu­er oder von der ESTV ein­ge­reicht, so er­hält der Steu­er­pflich­ti­ge Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me.

3Ent­hält die von ei­ner Be­hör­de ein­ge­reich­te Stel­lung­nah­me zur Be­schwer­de des Steu­er­pflich­ti­gen neue Tat­sa­chen oder Ge­sichts­punk­te, so er­hält der Steu­er­pflich­ti­ge Ge­le­gen­heit, sich auch da­zu zu äus­sern.

4Im Be­schwer­de­ver­fah­ren hat die Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on die glei­chen Be­fug­nis­se wie die Ver­an­la­gungs­be­hör­de im Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren.

5Die Ak­ten­ein­sicht des Steu­er­pflich­ti­gen rich­tet sich nach Ar­ti­kel 114.

Art. 143 Entscheid

1Die kan­to­na­le Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on ent­schei­det ge­stützt auf das Er­geb­nis ih­rer Un­ter­su­chun­gen. Sie kann nach An­hö­ren des Steu­er­pflich­ti­gen die Ver­an­la­gung auch zu des­sen Nach­teil ab­än­dern.

2Sie teilt ih­ren Ent­scheid mit schrift­li­cher Be­grün­dung dem Steu­er­pflich­ti­gen und den am Ver­fah­ren be­tei­lig­ten Be­hör­den mit.

Art. 144 Kosten

1Die Kos­ten des Ver­fah­rens vor der kan­to­na­len Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on wer­den der un­ter­lie­gen­den Par­tei auf­er­legt; wird die Be­schwer­de teil­wei­se gut­ge­heis­sen, so wer­den sie an­teil­mäs­sig auf­ge­teilt.

2Dem ob­sie­gen­den Be­schwer­de­füh­rer wer­den die Kos­ten ganz oder teil­wei­se auf­er­legt, wenn er bei pflicht­ge­mäs­sem Ver­hal­ten schon im Ver­an­la­gungs- oder Ein­spra­che­ver­fah­ren zu sei­nem Recht ge­kom­men wä­re oder wenn er die Un­ter­su­chung der kan­to­na­len Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on durch trö­le­ri­sches Ver­hal­ten er­schwert hat.

3Wenn be­son­de­re Ver­hält­nis­se es recht­fer­ti­gen, kann von ei­ner Kos­ten­auf­la­ge ab­ge­se­hen wer­den.

4Für die Zu­spre­chung von Par­tei­kos­ten gilt Ar­ti­kel 64 Ab­sät­ze 1-3 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 sinn­ge­mä­ss.

5Die Hö­he der Kos­ten des Ver­fah­rens vor der kan­to­na­len Steu­er­re­kurs­kom­mis­si­on wird durch das kan­to­na­le Recht be­stimmt.


2. Kapitel: Vor einer weiteren kantonalen Beschwerdeinstanz

Art. 145

1Das kan­to­na­le Recht kann den Wei­ter­zug des Be­schwer­de­ent­schei­des an ei­ne wei­te­re ver­wal­tungs­u­n­ab­hän­gi­ge kan­to­na­le In­stanz vor­se­hen.

2Die Ar­ti­kel 140-144 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

A:
AHVG Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AHVV Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AIG Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
AVIG Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
AVO Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AVO-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AdoV Verordnung über die Adoption
ArG Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
ArGV 1 Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz
AsylG Asylgesetz
B:
BBG Bundesgesetzüber die Berufsbildung
BEG Bundesgesetz über Bucheffekten
BEHG Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel
BEHV Verordnung über die Börsen und den Effektenhandel
BG-HAÜ Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen
BG-KKE Bundesgesetz über internationale Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen
BGBB Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht
BGFA Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte
BGG Bundesgesetz über das Bundesgericht
BIV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Insolvenz von Banken und Effektenhändlern
BPG Bundespersonalgesetz
BPR Bundesgesetz über die politischen Rechte
BV Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
BVG Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
BZG Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
BankG Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen
BankV Verordnung über die Banken und Sparkassen
BetmG Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
BewG Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BewV Verordnung über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BöB Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
BüG Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts
D:
DBG Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer
DSG Bundesgesetz über den Datenschutz
E:
EBG Eisenbahngesetz
EMRK Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
EOG Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
EOV Verordnung zum Erwerbsersatzgesetz
EÖBV Verordnung über die elektronische öffentliche Beurkundung
F:
FHG Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaushalt
FINMAG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
FKG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzkontrolle
FMedG Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung
FZG Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
FinfraG Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV Verordnung über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FusG Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung
G:
GBV Grundbuchverordnung
GSG Bundesgesetz über die von der Schweiz als Gaststaat gewährten Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen sowie finanziellen Beiträge
GUMG Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen
GeBüV Verordnung über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher
GebV SchKG Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
GlG Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann
H:
HEsÜ Übereinkommen über den internationalen Schutz von Erwachsenen
HKsÜ Übereinkommen
HRegV Handelsregisterverordnung
I:
IPRG Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht
J:
JStG Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht
JStPO Schweizerische Jugendstrafprozessordnung
K:
KAG Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen
KAKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von kollektiven Kapitalanlagen
KG Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen
KKV Verordnung über die kollektiven Kapitalanlagen
KKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die kollektiven Kapitalanlagen
KOV Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV)
KVG Bundesgesetz über die Krankenversicherung
L:
LVG Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung
LugÜ Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
M:
MSchG Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben
MStG Militärstrafgesetz
MWSTG Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer
MWSTV Mehrwertsteuerverordnung
O:
OAV-SchKG Verordnung betreffend die Oberaufsicht über Schuldbetreibung und Konkurs
OHG Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten
OR Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht)
P:
PAVO Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern
PBV Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen
ParlG Bundesgesetz über die Bundesversammlung
PartG Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare
PatGG Bundesgesetz über das Bundespatentgericht
PfG Pfandbriefgesetz
PrHG Bundesgesetz über die Produktehaftpflicht
PüG Preisüberwachungsgesetz
R:
RAG Bundesgesetz über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren
S:
SVG Strassenverkehrsgesetz
SVKG Verordnung über die Sanktionen bei unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen
SchKG Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
StBOG Bundesgesetz über die Organisation der Strafbehörden des Bundes
StG Bundesgesetz über die Stempelabgaben
StGB Schweizerisches Strafgesetzbuch
StHG Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
StPO Schweizerische Strafprozessordnung
StV Verordnung über die Stempelabgaben
SuG Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen
U:
URG Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
URV Verordnung über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
UVG Bundesgesetz über die Unfallversicherung
UVV Verordnung über die Unfallversicherung
UWG Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
V:
VAG Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen
VASR Verordnung über die anerkannten Standards zur Rechnungslegung
VBB Verordnung über das bäuerliche Bodenrecht
VBVV Verordnung über die Vermögensverwaltung im Rahmen einer Beistandschaft oder Vormundschaft
VDSG Verordnung zum Bundesgesetz über den Datenschutz
VG Bundesgesetz über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten
VGG Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht
VKA Verordnung über die Katastrophenhilfe im Ausland
VKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von Versicherungsunternehmen
VPAV Verordnung betreffend die Pfändung, Arrestierung und Verwertung von Versicherungsansprüchen nach dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag
VStG Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer
VStV Verordnung über die Verrechnungssteuer
VStrR Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht
VVAG Verordnung über die Pfändung und Verwertung von Anteilen an Gemeinschaftsvermögen
VVG Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag
VZG Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken
VegüV Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften
VeÜ-ZSSV Verordnung über die elektronische Übermittlung im Rahmen von Zivil- und Strafprozessen sowie von Schuldbetreibungs- und Konkursverfahren
VwVG Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
VüKU Verordnung über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen
VüS Verordnung über das Strafregister
W:
WG Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition
Z:
ZG Zollgesetz
ZGB Schweizerisches Zivilgesetzbuch
ZPO Schweizerische Zivilprozessordnung
ZStV Zivilstandsverordnung
ZTG Zolltarifgesetz
Ü:
ÜbZ Übereinkunft betreffend Zivilprozessrecht
ÜüAVaS Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche
ÜüRK Übereinkommen über die Rechte des Kindes
ÜüSKZGIA Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption
ÜüiZR Übereinkommen über den internationalen Zugang zur Rechtspflege
ÜüzAiK Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung
C:
CC Code civil suisse
CEDH Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales
CL Convention concernant la compétence judiciaire, la reconnaissance et l'exécution des décisions en matière civile et commerciale
CLaH 2000 Convention sur la protection internationale des adultes
CLaH 96 Convention
CO Loi fédérale complétant le Code civil suisse
CP Code pénal suisse
CPC Code de procédure civile
CPM Code pénal militaire
CPP Code de procédure pénale suisse
Caclid Convention sur les aspects civils de l'enlèvement international d'enfants
Cpecmdi Convention sur la protection des enfants et la coopération en matière d'adoption internationale
Cprlsaé Convention pour la reconnaissance et l'exécution des sentences arbitrales étrangères
Crdl Convention relative aux droits de l'enfant
Crpc Convention relative à la procédure civile
Cst. Constitution fédérale de la Confédération suisse
Ctflij Convention tendant à faciliter l'accès international à la justice
D:
DPA Loi fédérale sur le droit pénal administratif
DPMin Loi fédérale régissant la condition pénale des mineurs
L:
LAA Loi fédérale sur l'assurance-accidents
LACI Loi fédérale sur l'assurance-chômage obligatoire et l'indemnité en cas d'insolvabilité
LAGH Loi fédérale sur l'analyse génétique humaine
LAMal Loi fédérale sur l'assurance-maladie
LAP Loi fédérale sur l'approvisionnement économique du pays
LAPG Loi fédérale sur les allocations pour perte de gain en cas de service et de maternité
LAVI Loi fédérale sur l'aide aux victimes d'infractions
LAVS Loi fédérale sur l'assurance-vieillesse et survivants
LArm Loi fédérale sur les armes, les accessoires d'armes et les munitions
LAsi Loi sur l'asile
LB Loi fédérale sur les banques et les caisses d'épargne
LBVM Loi fédérale sur les bourses et le commerce des valeurs mobilières
LCA Loi fédérale sur le contrat d'assurance
LCD Loi fédérale contre la concurrence déloyale
LCF Loi fédérale sur le Contrôle fédéral des finances
LCR Loi fédérale sur la circulation routière
LCart Loi fédérale sur les cartels et autres restrictions à la concurrence
LCdF Loi fédérale sur les chemins de fer
LD Loi sur les douanes
LDA Loi fédérale sur le droit d'auteur et les droits voisins
LDFR Loi fédérale sur le droit foncier rural
LDIP Loi fédérale sur le droit international privé
LDP Loi fédérale sur les droits politiques
LEH Loi fédérale sur les privilèges, les immunités et les facilités, ainsi que sur les aides financières accordés par la Suisse en tant qu'Etat hôte
LEI Loi fédérale sur les étrangers et l'intégration
LEg Loi fédérale sur l'égalité entre femmes et hommes
LF-CLaH Loi fédérale relative à la Convention de La Haye sur l'adoption et aux mesures de protection de l'enfant en cas d'adoption internationale
LF-EEA Loi fédérale sur l'enlèvement international d'enfants et les Conventions de La Haye sur la protection des enfants et des adultes
LFAIE Loi fédérale sur l'acquisition d'immeubles par des personnes à l'étranger
LFC Loi sur les finances de la Confédération
LFINMA Loi sur l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers
LFLP Loi fédérale sur le libre passage dans la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité
LFPr Loi fédérale sur la formation professionnelle
LFus Loi fédérale sur la fusion, la scission, la transformation et le transfert de patrimoine
LHID Loi fédérale sur l'harmonisation des impôts directs des cantons et des communes
LIA Loi fédérale sur l'impôt anticipé (LIA)
LIFD Loi fédérale sur l'impôt fédéral direct
LIMF Loi fédérale sur les infrastructures des marchés financiers et le comportement sur le marché en matière de négociation de valeurs mobilières et de dérivés*
LLCA Loi fédérale sur la libre circulation des avocats
LLG Loi sur l'émission de lettres de gage
LMP Loi fédérale sur les marchés publics
LN Loi fédérale sur l'acquisition et la perte de la nationalité suisse
LOAP Loi fédérale sur l'organisation des autorités pénales de la Confédération
LP Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite
LPCC Loi fédérale sur les placements collectifs de capitaux*
LPD Loi fédérale sur la protection des données
LPM Loi fédérale sur la protection des marques et des indications de provenance
LPMA Loi fédérale sur la procréation médicalement assistée*
LPP Loi fédérale sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité
LPPCi Loi fédérale sur la protection de la population et sur la protection civile
LParl Loisur l'Assemblée fédérale
LPart Loi fédérale sur le partenariat enregistré entre personnes du même sexe
LPers Loi sur le personnel de la Confédération
LRCF Loi fédérale sur la responsabilité de la Confédération, des membres de ses autorités et de ses fonctionnaires
LRFP Loi fédérale sur la responsabilité du fait des produits
LSA Loi fédérale sur la surveillance des entreprises d'assurance
LSPr Loi fédérale concernant la surveillance des prix
LSR Loi fédérale sur l'agrément et la surveillance des réviseurs
LStup Loi fédérale sur les stupéfiants et les substances psychotropes
LSu Loi fédérale sur les aides financières et les indemnités
LT Loi fédérale sur les droits de timbre
LTAF Loi sur le Tribunal administratif fédéral
LTF Loi sur le Tribunal fédéral
LTFB Loi<em></em>sur le Tribunal fédéral des brevets
LTI Loi fédérale sur les titres intermédiés
LTVA Loi fédérale régissant la taxe sur la valeur ajoutée
LTaD Loi sur le tarif des douanes
LTr Loi fédérale sur le travail dans l'industrie, l'artisanat et le commerce
O:
OAAE Ordonnance sur l'acte authentique électronique
OACata Ordonnance sur l'aide en cas de catastrophe à l'étranger
OAIE Ordonnance sur l'acquisition d'immeubles par des personnes à l'étranger
OAOF Ordonnance sur l'administration des offices de faillite
OAdo Ordonnance sur l'adoption
OB Ordonnance sur les banques et les caisses d'épargne
OBVM Ordonnance sur les bourses et le commerce des valeurs mobilières
OCEl-PCPP Ordonnance sur la communication électronique dans le cadre de procédures civiles et pénales et de procédures en matière de poursuite pour dettes et de faillite
ODAu Ordonnance sur le droit d'auteur et les droits voisins
ODFR