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Verordnung über die kollektiven Kapitalanlagen

vom 22. November 2006 (Stand am 1. Januar 2015)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf das Bundesgesetz vom 23. Juni 20061 über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG; im Folgenden Gesetz genannt),

beschliesst:

1. Titel: Allgemeine Bestimmungen

1. Kapitel: Zweck und Geltungsbereich

Art. 1 Nach ausländischem Recht qualifizierte Anlegerinnen und Anleger

(Art. 2 Abs. 1 Bst. e KAG)

Als nach aus­län­di­schem Recht qua­li­fi­ziert im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be e des Ge­set­zes gel­ten die fol­gen­den An­le­ge­rin­nen und An­le­ger:

a.
in­sti­tu­tio­nel­le An­le­ger mit pro­fes­sio­nel­ler Tre­so­re­rie wie na­ment­lich be­auf­sich­tig­te Fi­nan­zin­ter­me­di­äre und Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten, Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und Un­ter­neh­men mit pro­fes­sio­nel­ler Tre­so­re­rie;
b.
ver­mö­gen­de Pri­vat­per­so­nen, die im Zeit­punkt des Er­werbs Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len, die mit den­je­ni­gen von Ar­ti­kel 6 ver­gleich­bar sind;
c.
Pri­vat­per­so­nen, die einen Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­trag mit ei­nem be­auf­sich­tig­ten Fi­nan­zin­ter­me­di­är ab­ge­schlos­sen ha­ben, der für ih­re Rech­nung An­tei­le kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen er­wirbt.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 1a Investmentclub

(Art. 2 Abs. 2 Bst. f KAG)

Un­ab­hän­gig von sei­ner Rechts­form muss ein In­vest­ment­club die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len:

a.
Die Mit­glied­schafts­rech­te sind in dem für die ge­wähl­te Rechts­form mass­ge­ben­den kon­sti­tu­ti­ven Do­ku­ment auf­ge­führt.
b.
Die Mit­glie­der oder ein Teil der Mit­glie­der fäl­len die An­la­ge­ent­schei­de.
c.
Die Mit­glie­der wer­den re­gel­mäs­sig über den Stand der An­la­gen in­for­miert.
d.
Die Zahl der Mit­glie­der darf 20 nicht über­schrei­ten.

1 Ur­sprüng­lich Art. 1

Art. 1b Nicht unterstellte Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen

(Art. 2 Abs. 2 Bst. h KAG)

1Für die Be­rech­nung der Schwel­len­wer­te der vom Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ver­wal­te­ten Ver­mö­gens­wer­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be h Zif­fern 1 und 2 des Ge­set­zes gel­ten fol­gen­de Grund­sät­ze:

a.
Als ver­wal­te­te Ver­mö­gens­wer­te gel­ten sämt­li­che schwei­ze­ri­schen und aus­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, die vom sel­ben Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ver­wal­tet wer­den, un­ab­hän­gig da­von, ob er die­se di­rekt oder über ei­ne De­le­ga­ti­on ver­wal­tet oder über ei­ne Ge­sell­schaft, mit der er ver­bun­den ist:
1.
über ei­ne ein­heit­li­che Ge­schäfts­füh­rung;
2.
über ein ge­mein­sa­mes Kon­troll­ver­hält­nis; oder
3.
durch ei­ne we­sent­li­che di­rek­te oder in­di­rek­te Be­tei­li­gung.
b.
Der Wert wird un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­ner all­fäl­li­gen He­bel­wir­kung min­des­tens auf Quar­tals­ba­sis er­rech­net.
c.
Für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die vor mehr als zwölf Mo­na­ten auf­ge­setzt wur­den, kann der Schwel­len­wert auf der Ba­sis des Durch­schnitts­werts der Ver­mö­gens­wer­te der letz­ten vier Quar­ta­le er­rech­net wer­den.
d.
Der Wert der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be h Zif­fer 2 des Ge­set­zes be­rech­net sich auf­grund der Ka­pi­tal­zu­sa­gen oder des No­mi­nal­wer­tes der be­tref­fen­den Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­fäs­se, so­fern die die­sen zu­grun­de lie­gen­den An­la­gen kei­nen Preis ha­ben, der sich aus dem Han­del an ei­nem ge­re­gel­ten Markt er­gibt.

2Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten zur Be­rech­nung der Ver­mö­gens­wer­te und der He­bel­wir­kung nach Ab­satz 1.

3Über­schrei­tet ein Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ein Schwel­len­wert ge­mä­ss Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be h Zif­fern 1 und 2 des Ge­set­zes, so muss er dies in­ner­halb von 10 Ta­gen der FIN­MA mel­den und ihr in­ner­halb von 90 Ta­gen ein Be­wil­li­gungs­ge­such ge­mä­ss Ar­ti­kel 14 ff. des Ge­set­zes ein­rei­chen.

4Als Kon­zern­ge­sell­schaf­ten der Un­ter­neh­mens­grup­pe im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be h Zif­fer 3 des Ge­set­zes gel­ten un­ab­hän­gig von ih­rer Rechts­form öf­fent­lich- oder pri­vat­recht­li­che Un­ter­neh­men, die durch ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit un­ter­ein­an­der ver­bun­den sind.

5Un­ter­neh­men bil­den ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit, wenn das ei­ne Un­ter­neh­men di­rekt oder in­di­rekt mit mehr als der Hälf­te der Stim­men oder des Ka­pi­tals am an­de­ren be­tei­ligt ist oder die­ses auf an­de­re Wei­se be­herrscht.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 1c Freiwillige Unterstellung

(Art. 2 Abs. 2bis KAG)

1Ein Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be h des Ge­set­zes kann bei der FIN­MA ein Be­wil­li­gungs­ge­such ge­mä­ss Ar­ti­kel 14 ff. des Ge­set­zes stel­len, wenn er:

a.
sei­nen Sitz in der Schweiz hat; und
b.
das schwei­ze­ri­sche oder das an­wend­ba­re aus­län­di­sche Recht vor­sieht, dass die Ver­mö­gens­ver­wal­tung kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen nur an einen be­auf­sich­tig­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen de­le­giert wer­den kann.

2Er muss die glei­chen Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen er­fül­len wie ein Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, der ei­ne Be­wil­li­gung ein­ho­len muss.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 2 Investmentgesellschaft

(Art. 2 Abs. 3 KAG)

Neu ge­grün­de­te In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten, de­ren Emis­si­ons­pro­spekt die Ko­tie­rung an ei­ner Schwei­zer Bör­se vor­sieht, wer­den ko­tier­ten Ge­sell­schaf­ten gleich­ge­stellt, so­fern die Ko­tie­rung bin­nen ei­nes Jah­res voll­zo­gen ist.

Art. 3 Vertrieb

(Art. 3 KAG)

1Das An­bie­ten von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen oder das Wer­ben für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen um­fasst jeg­li­che Art von Tä­tig­keit, die den Er­werb von An­tei­len kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen durch ei­ne An­le­ge­rin oder einen An­le­ger bezweckt.

2Auf Ver­an­las­sung oder Ei­genini­tia­ti­ve der An­le­ge­rin oder des An­le­gers im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 Buch­sta­be a des Ge­set­zes wer­den In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung ge­stellt oder kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen er­wor­ben, wenn:

a.
die In­for­ma­ti­on im Rah­men von Be­ra­tungs­ver­trä­gen nach Ab­satz 3 ab­ge­ge­ben oder die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen im Rah­men sol­cher Ver­trä­ge er­wor­ben wer­den;
b.
die An­le­ge­rin oder der An­le­ger oh­ne vor­gän­gi­ge Ein­wir­kung oder Kon­takt­nah­me na­ment­lich des Ver­mö­gens­ver­wal­ters kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, des Ver­triebs­trä­gers oder des Ver­tre­ters In­for­ma­tio­nen an­for­dert oder An­tei­le ei­ner be­stimm­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge er­wirbt.

3Be­ra­tungs­ver­trä­ge im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 Buch­sta­be a des Ge­set­zes sind Ver­trä­ge, die:

a.
ein lang­fris­ti­ges ent­gelt­li­ches Be­ra­tungs­ver­hält­nis bezwe­cken; und
b.
schrift­lich ab­ge­schlos­sen wer­den mit ei­nem be­auf­sich­tig­ten Fi­nan­zin­ter­me­di­är im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 Buch­sta­be a des Ge­set­zes oder mit ei­nem un­ab­hän­gi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­ter im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 Buch­sta­be c des Ge­set­zes.

4An­ge­bo­te von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen und Wer­bung für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die aus­sch­liess­lich An­le­ge­rin­nen und An­le­gern im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 Buch­sta­ben a und b des Ge­set­zes vor­be­hal­ten sind, dür­fen für die üb­ri­gen qua­li­fi­zier­ten und für nicht qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger nicht ein­seh­bar sein.

5Nicht als Ver­trieb gilt die Pu­bli­ka­ti­on von Prei­sen, Kur­sen, In­ven­tar­wer­ten und Steu­er­da­ten durch be­auf­sich­tig­te Fi­nan­zin­ter­me­di­äre nur, wenn die Pu­bli­ka­ti­on kei­ne Kon­takt­an­ga­ben ent­hält.

6Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­plä­ne ge­mä­ss Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 Buch­sta­be e des Ge­set­zes müs­sen:

a.
ei­ne di­rek­te oder in­di­rek­te In­ves­ti­ti­on in das Un­ter­neh­men des Ar­beit­ge­bers oder in ein an­de­res Un­ter­neh­men dar­stel­len, das durch Stim­men­mehr­heit oder auf an­de­re Wei­se un­ter ein­heit­li­cher Lei­tung mit dem Un­ter­neh­men des Ar­beit­ge­bers zu­sam­men­ge­fasst ist (Kon­zern);
b.
sich an Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter rich­ten:
1.
die im Zeit­punkt des An­ge­bots in un­ge­kün­dig­ter Stel­lung ar­bei­ten,
2.
für die der Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­plan einen Lohn­be­stand­teil dar­stellt.

7Für struk­tu­rier­te Pro­duk­te gel­ten die Ab­sät­ze 4 und 5 sinn­ge­mä­ss.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 4 Strukturierte Produkte

(Art. 5 KAG)

1Ein struk­tu­rier­tes Pro­dukt darf in der Schweiz oder von der Schweiz aus nur an nicht qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­trie­ben wer­den, wenn es von:

a.
ei­nem Fi­nan­zin­ter­me­di­är nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be a Zif­fern 1-3 des Ge­set­zes aus­ge­ge­ben, ga­ran­tiert oder auf gleich­wer­ti­ge Wei­se ge­si­chert wird;
b.
ei­nem be­auf­sich­tig­ten Fi­nan­zin­ter­me­di­är ge­mä­ss Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be a Zif­fer 4 des Ge­set­zes, der ei­ne Nie­der­las­sung in der Schweiz hat, aus­ge­ge­ben, ga­ran­tiert oder auf gleich­wer­ti­ge Wei­se ge­si­chert wird, es sei denn, das struk­tu­rier­te Pro­dukt ist an ei­ner Schwei­zer Bör­se ko­tiert, wel­che die Trans­pa­renz im Sin­ne von Ab­satz 2 und Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 des Ge­set­zes si­cher­stellt.1

1bis Als gleich­wer­ti­ge Si­cher­heit im Sin­ne von Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 so­wie Ab­satz 1bis des Ge­set­zes gilt ins­be­son­de­re:

a.
je­de recht­lich durch­setz­ba­re Zu­si­che­rung ei­nes be­auf­sich­tig­ten Fi­nan­zin­ter­me­di­ärs ge­mä­ss Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Ge­set­zes:
1.
für die Leis­tungs­ver­pflich­tun­gen des Emit­ten­ten ei­nes struk­tu­rier­ten Pro­duk­tes ein­zu­ste­hen,
2.
den Emit­ten­ten fi­nan­zi­ell so aus­zu­stat­ten, dass die­ser die An­sprü­che der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger be­frie­di­gen kann; oder
b.
die Be­reit­stel­lung ei­ner in der Schweiz be­le­ge­nen, recht­lich durch­setz­ba­ren ding­li­chen Si­cher­heit zu­guns­ten der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger.2

1ter Als Son­der­zweck­ge­sell­schaft gilt ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son, de­ren aus­sch­liess­li­cher Zweck die Aus­ga­be struk­tu­rier­ter Pro­duk­te ist und de­ren Mit­tel nur im In­ter­es­se der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­wen­det wer­den dür­fen.3

2Wird ein struk­tu­rier­tes Pro­dukt nicht von ei­nem be­auf­sich­tig­ten Fi­nan­zin­ter­me­di­är ge­mä­ss Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 des Ge­set­zes aus­ge­ge­ben, ga­ran­tiert oder gleich­wer­tig ge­si­chert, so ist im ver­ein­fach­ten Pro­spekt aus­drück­lich dar­auf hin­zu­wei­sen.4

3Die Fi­nan­zin­ter­me­di­äre ge­mä­ss Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Ge­set­zes kon­kre­ti­sie­ren die An­for­de­run­gen an den ver­ein­fach­ten Pro­spekt in Selbst­re­gu­lie­rung. Die­se un­ter­liegt der Ge­neh­mi­gung durch die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA).5

4Die Pflicht zur Er­stel­lung ei­nes ver­ein­fach­ten Pro­spekts ent­fällt, wenn das struk­tu­rier­te Pro­dukt:

a.
an ei­ner Schwei­zer Bör­se ko­tiert ist, wel­che die Trans­pa­renz im Sin­ne von Ab­satz 2 und Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 des Ge­set­zes si­cher­stellt; oder
b.6
nicht in der Schweiz, aber von der Schweiz aus an nicht qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­trie­ben wird und auf­grund aus­län­di­scher Re­ge­lun­gen die Trans­pa­renz im Sin­ne von Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 des Ge­set­zes si­cher­ge­stellt ist.

5Der vor­läu­fi­ge ver­ein­fach­te Pro­spekt hat die nur in­di­ka­ti­ven An­ga­ben als sol­che zu kenn­zeich­nen und die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger auf das Aus­ga­be­da­tum des de­fi­ni­ti­ven ver­ein­fach­ten Pro­spekts hin­zu­wei­sen. Die An­for­de­run­gen an den vor­läu­fi­gen ver­ein­fach­ten Pro­spekt rich­ten sich nach Ab­satz 3.7


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5363).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

2. Kapitel: Kollektive Kapitalanlagen

Art. 5 Begriff der kollektiven Kapitalanlage

(Art. 7 Abs. 3 und 4 KAG)

1Als kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen gel­ten, un­ab­hän­gig von ih­rer Rechts­form, Ver­mö­gen, die von min­des­tens zwei von­ein­an­der un­ab­hän­gi­gen An­le­ge­rin­nen oder An­le­gern zur ge­mein­schaft­li­chen Ka­pi­tal­an­la­ge auf­ge­bracht und fremd­ver­wal­tet wer­den.

2An­le­ge­rin­nen und An­le­ger sind von­ein­an­der un­ab­hän­gig, wenn sie recht­lich und tat­säch­lich von­ein­an­der un­ab­hän­gig ver­wal­te­te Ver­mö­gen auf­brin­gen.

3Für Kon­zern­ge­sell­schaf­ten der­sel­ben Un­ter­neh­mens­grup­pe im Sin­ne von Ar­ti­kel 1b Ab­satz 4 gilt das Er­for­der­nis der Un­ab­hän­gig­keit der Ver­mö­gen im Sin­ne von Ab­satz 2 nicht.

4Das Ver­mö­gen ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge kann von ei­nem ein­zi­gen An­le­ger auf­ge­bracht wer­den (Ein­an­le­ger­fonds), wenn es sich um einen An­le­ger im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 Buch­sta­be b oder c des Ge­set­zes han­delt.

5Die Be­schrän­kung des An­le­ger­krei­ses auf die An­le­ge­rin oder den An­le­ger nach Ab­satz 4 ist in den mass­ge­ben­den Do­ku­men­ten nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 des Ge­set­zes of­fen­zu­le­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 6 Qualifizierte Anlegerinnen und Anleger

(Art. 10 Abs. 3bis und 3ter KAG)

1Als ver­mö­gen­de Pri­vat­per­son im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3bis des Ge­set­zes gilt je­de na­tür­li­che Per­son, die im Zeit­punkt des Er­werbs kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ei­ne der fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt:

a.
Die An­le­ge­rin oder der An­le­ger weist nach, dass sie oder er:
1.
auf­grund der per­sön­li­chen Aus­bil­dung und der be­ruf­li­chen Er­fah­rung oder auf­grund ei­ner ver­gleich­ba­ren Er­fah­rung im Fi­nanz­sek­tor über die Kennt­nis­se ver­fügt, die not­wen­dig sind, um die Ri­si­ken der An­la­gen zu ver­ste­hen; und
2.
über ein Ver­mö­gen von min­des­tens 500 000 Fran­ken ver­fügt.
b.
Die An­le­ge­rin oder der An­le­ger be­stä­tigt schrift­lich, dass sie oder er über ein Ver­mö­gen von min­des­tens 5 Mil­lio­nen Schwei­zer Fran­ken ver­fügt.

2Dem Ver­mö­gen im Sin­ne von Ab­satz 1 zu­zu­rech­nen sind Fi­nanz­an­la­gen, die di­rekt oder in­di­rekt im Ei­gen­tum der An­le­ge­rin oder des An­le­gers ste­hen, na­ment­lich:

a.
Bank­gut­ha­ben auf Sicht oder auf Zeit;
b.
Treu­hand­ver­mö­gen;
c.
Ef­fek­ten ein­sch­liess­lich kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen und struk­tu­rier­te Pro­duk­te;
d.
De­ri­va­te;
e.
Edel­me­tal­le;
f.
Le­bens­ver­si­che­run­gen mit Rück­kaufs­wert.

3Nicht als Fi­nanz­an­la­gen im Sin­ne von Ab­satz 2 gel­ten na­ment­lich di­rek­te An­la­gen in Im­mo­bi­li­en und An­sprü­che aus So­zi­al­ver­si­che­run­gen so­wie Gut­ha­ben der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge.

4Das Ver­mö­gen im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­be b kann im­mo­bi­le Ver­mö­gens­wer­te von höchs­tens 2 Mil­lio­nen Fran­ken um­fas­sen. Die im­mo­bi­len Ver­mö­gens­wer­te sind zu ih­rem Net­to­wert an­zu­rech­nen. Der Net­to­wert er­rech­net sich ge­stützt auf den Ver­kehrs­wert un­ter Ab­zug al­ler auf der Im­mo­bi­lie las­ten­den Schul­den.

5Die An­le­ge­rin oder der An­le­ger muss die Ver­mö­gens­wer­te ge­mä­ss Ab­satz 1 im Zeit­punkt des Er­werbs nach­wei­sen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 6a Schriftliche Erklärung

(Art. 10 Abs. 3bis und 3ter KAG)

1Ver­mö­gen­de Pri­vat­per­so­nen, die als qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­mä­ss Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3bis des Ge­set­zes gel­ten wol­len, müs­sen dies schrift­lich er­klä­ren. Ist für ei­ne ver­mö­gen­de Pri­vat­per­son oder für meh­re­re ver­mö­gen­de Pri­vat­per­so­nen ei­ne pri­va­te An­la­ge­struk­tur er­rich­tet wor­den, so kann die Er­klä­rung von ei­ner für die Ver­wal­tung der An­la­ge­struk­tur ver­ant­wort­li­chen Per­son ab­ge­ge­ben wer­den, so­weit sich ei­ne ent­spre­chen­de Er­mäch­ti­gung aus der An­la­ge­struk­tur er­gibt.2

2Der Fi­nan­zin­ter­me­di­är und der un­ab­hän­gi­ge Ver­mö­gens­ver­wal­ter:

a.
in­for­mie­ren die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3ter des Ge­set­zes, dass sie als qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin oder An­le­ger gel­ten;
b.
klä­ren sie über die da­mit ein­her­ge­hen­den Ri­si­ken auf; und
c.
wei­sen sie auf die Mög­lich­keit hin, schrift­lich er­klä­ren zu kön­nen, nicht als qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin oder An­le­ger gel­ten zu wol­len.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 5. Nov. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4295).

3. Kapitel: Bewilligung und Genehmigung

1. Abschnitt: Allgemein

Art. 7 Bewilligungsunterlagen

(Art. 13 und 14 KAG)

Wer ei­ne Be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 13 des Ge­set­zes be­an­tragt, muss der FIN­MA fol­gen­de Do­ku­men­te un­ter­brei­ten:

a.
die Sta­tu­ten und das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment im Fall der Fonds­lei­tung, der SI­CAV und der SI­CAF;
b.
den Ge­sell­schafts­ver­trag im Fall der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen;
c.
die ein­schlä­gi­gen Or­ga­ni­sa­ti­ons­do­ku­men­te im Fall der Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin, des Ver­mö­gens­ver­wal­ters, des Ver­tre­ters aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen und des Ver­triebs­trä­gers.

Art. 8 Befreiung von der Bewilligungspflicht

(Art. 13 Abs. 3 KAG)

1Wer ei­ne Be­wil­li­gung als Bank im Sin­ne des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19342, als Ef­fek­ten­händ­ler im Sin­ne des Bör­sen­ge­set­zes vom 24. März 19953 oder als Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung im Sin­ne des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20044 hat, ist von der Be­wil­li­gungs­pflicht für Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen so­wie für Ver­triebs­trä­ger be­freit.5

1bisWer ei­ne Be­wil­li­gung als Fonds­lei­tung hat, ist von der Be­wil­li­gungs­pflicht für Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, Ver­triebs­trä­ger so­wie für Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen be­freit.6

2Wer ei­ne Be­wil­li­gung als Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen hat, ist von der Be­wil­li­gungs­pflicht für Ver­triebs­trä­ger be­freit.7

3Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen sind von der Be­wil­li­gungs­pflicht für Ver­triebs­trä­ger be­freit.8

4Agen­ten von Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, die auf­grund des Agen­tur­ver­tra­ges recht­lich und fak­tisch in die Or­ga­ni­sa­ti­on der Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung ein­ge­bun­den sind, un­ter­ste­hen der Be­wil­li­gungs­pflicht für Ver­triebs­trä­ger nicht. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 SR 952.0
3 SR 954.1
4 SR 961.01
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 9


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 10 Guter Ruf, Gewähr und fachliche Qualifikation

(Art. 14 Abs. 1 Bst. a KAG)

1Die für die Ver­wal­tung und die Ge­schäfts­füh­rung ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen müs­sen auf­grund ih­rer Aus­bil­dung, Er­fah­rung und ih­rer bis­he­ri­gen Lauf­bahn für die vor­ge­se­he­ne Tä­tig­keit aus­rei­chend qua­li­fi­ziert sein.

2Die FIN­MA be­stimmt die Vor­aus­set­zun­gen für den Nach­weis des gu­ten Ru­fes, der Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäfts­füh­rung so­wie der er­for­der­li­chen fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen.

3Sie be­rück­sich­tigt für die Be­mes­sung der An­for­de­run­gen un­ter an­de­rem die vor­ge­se­he­ne Tä­tig­keit beim Be­wil­li­gungs­trä­ger so­wie die Art der be­ab­sich­tig­ten An­la­gen.

4Sie kann in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len von die­sen An­for­de­run­gen Ab­wei­chun­gen ge­wäh­ren.

Art. 11 Qualifiziert Beteiligte

(Art. 14 Abs. 1 Bst. b und Abs. 3 KAG)

Die FIN­MA be­stimmt die Vor­aus­set­zun­gen für den Nach­weis des gu­ten Ru­fes der qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten. Fer­ner be­stimmt sie die Vor­aus­set­zun­gen für den Nach­weis, dass sich ihr Ein­fluss nicht zum Scha­den ei­ner um­sich­ti­gen und so­li­den Ge­schäftstä­tig­keit aus­wir­ken kann.

Art. 12 Betriebsorganisation

(Art. 14 Abs. 1 Bst. c KAG)

1Die Ge­schäfts­lei­tung muss aus min­des­tens zwei Per­so­nen be­ste­hen. Die­se müs­sen an ei­nem Ort Wohn­sitz ha­ben, wo sie die Ge­schäfts­füh­rung tat­säch­lich und ver­ant­wort­lich aus­üben kön­nen.

2Die für den Be­wil­li­gungs­trä­ger un­ter­schrifts­be­rech­tig­ten Per­so­nen müs­sen kol­lek­tiv zu zwei­en zeich­nen.

3Der Be­wil­li­gungs­trä­ger muss sei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on in ei­nem Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment fest­le­gen.1

4Er hat das sei­ner Tä­tig­keit an­ge­mes­se­ne und ent­spre­chend qua­li­fi­zier­te Per­so­nal zu be­schäf­ti­gen.

5Die FIN­MA kann, so­fern Um­fang und Art der Tä­tig­keit es er­for­dern, ei­ne in­ter­ne Re­vi­si­on ver­lan­gen.

6Sie kann in be­grün­de­ten Fäl­len von die­sen An­for­de­run­gen Ab­wei­chun­gen ge­wäh­ren.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 12a Riskmanagement, internes Kontrollsystem und Compliance

(Art. 14 Abs. 1ter KAG)

1Der Be­wil­li­gungs­trä­ger muss ein zweck­mäs­si­ges und an­ge­mes­se­nes Risk­ma­na­ge­ment, ein in­ter­nes Kon­troll­sys­tem (IKS) und ei­ne Com­plian­ce ge­währ­leis­ten, wel­che die ge­sam­te Ge­schäftstä­tig­keit er­fas­sen.

2Das Risk­ma­na­ge­ment muss so or­ga­ni­siert sein, dass sich al­le we­sent­li­chen Ri­si­ken hin­rei­chend fest­stel­len, be­wer­ten, steu­ern und über­wa­chen las­sen.

3Der Be­wil­li­gungs­trä­ger trennt die Funk­tio­nen des Risk­ma­na­ge­ments, des in­ter­nen Kon­troll­sys­tems und der Com­plian­ce funk­tio­nal und hier­ar­chisch von den ope­ra­ti­ven Ge­schäfts­ein­hei­ten, ins­be­son­de­re von der Funk­ti­on der An­la­ge­ent­schei­de (Port­fo­lio­ma­na­ge­ment).

4Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Fäl­len von die­sen An­for­de­run­gen Ab­wei­chun­gen ge­wäh­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 13 Finanzielle Garantien

(Art. 14 Abs. 1 Bst. d KAG)

Aus­rei­chen­de fi­nan­zi­el­le Ga­ran­ti­en lie­gen vor, wenn der Be­wil­li­gungs­trä­ger die mass­ge­bli­chen Be­stim­mun­gen be­tref­fend Min­dest­ka­pi­tal oder Min­de­stein­la­ge ein­hält.

Art. 13a Dokumente ausländischer kollektiver Kapitalanlagen

(Art. 15 Abs. 1 Bst. e KAG)

Für aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen müs­sen der FIN­MA fol­gen­de Do­ku­men­te zur Ge­neh­mi­gung un­ter­brei­tet wer­den:

a.
der Pro­spekt;
b.
der ver­ein­fach­te Pro­spekt oder die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger;
c.
der Kol­lek­ti­v­an­la­ge­ver­trag der ver­trag­li­chen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen;
d.
die Sta­tu­ten und das An­la­ge­re­gle­ment oder der Ge­sell­schafts­ver­trag von ge­sell­schafts­recht­lich or­ga­ni­sier­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen;
e.
an­de­re Do­ku­men­te, die für ei­ne Ge­neh­mi­gung nach dem an­wend­ba­ren aus­län­di­schen Recht not­wen­dig wä­ren und den­je­ni­gen für schwei­ze­ri­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 des Ge­set­zes ent­spre­chen.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 14 Änderung von Organisation und Dokumenten

(Art. 16 KAG)

1Für Än­de­run­gen in der Or­ga­ni­sa­ti­on ist ei­ne Be­wil­li­gung der FIN­MA ein­zu­ho­len. Der FIN­MA sind die Do­ku­men­te nach Ar­ti­kel 7 zu un­ter­brei­ten.

2Än­de­run­gen der Do­ku­men­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 15 des Ge­set­zes sind der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten, aus­ge­nom­men:

a.
die ent­spre­chen­den Do­ku­men­te aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen;
b.
die Än­de­rung der Hö­he der Kom­man­dit­sum­me des Ge­sell­schafts­ver­trags der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen;
c.1
die Än­de­run­gen der ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Do­ku­men­te ei­ner in­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge, die aus­sch­liess­lich Be­stim­mun­gen über Ver­kaufs- und Ver­triebs­re­strik­tio­nen be­tref­fen und die im Rah­men von aus­län­di­schen Ge­set­zen, Staats­ver­trä­gen, zwi­schen­staat­li­chen oder auf­sichts­recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen und der­glei­chen er­for­der­lich sind.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 15 Meldepflichten

(Art. 16 KAG)

1Die Be­wil­li­gungs­trä­ger mit Aus­nah­me der De­pot­bank mel­den:

a.
die Än­de­rung der für die Ver­wal­tung und Ge­schäfts­füh­rung ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen;
b.
Tat­sa­chen, die ge­eig­net sind, den gu­ten Ruf oder die Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäfts­füh­rung der für die Ver­wal­tung und Ge­schäfts­füh­rung ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen in Fra­ge zu stel­len, na­ment­lich die Ein­lei­tung von Straf­ver­fah­ren ge­gen sie;
c.
die Än­de­rung der qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten, aus­ge­nom­men die An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre der SI­CAV und die Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen;
d.
Tat­sa­chen, die ge­eig­net sind, den gu­ten Ruf der qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten in Fra­ge zu stel­len, na­ment­lich die Ein­lei­tung von Straf­ver­fah­ren ge­gen sie;
e.
Tat­sa­chen, die ei­ne um­sich­ti­ge und se­ri­öse Ge­schäftstä­tig­keit der Be­wil­li­gungs­trä­ger auf­grund des Ein­flus­ses der qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten in Fra­ge stel­len;
f.
Än­de­run­gen hin­sicht­lich der fi­nan­zi­el­len Ga­ran­ti­en (Art. 13), ins­be­son­de­re das Un­ter­schrei­ten der Min­dest­an­for­de­run­gen.

2Die De­pot­bank mel­det den Wech­sel der mit den Auf­ga­ben der De­pot­bank be­trau­ten lei­ten­den Per­so­nen (Art. 72 Abs. 2 KAG).

3Zu mel­den sind fer­ner Än­de­run­gen des Pro­spekts, des ver­ein­fach­ten Pro­spekts oder der we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ei­nes An­la­ge­fonds, ei­ner SI­CAV, ei­ner KGK1 so­wie ei­ner SI­CAF.2

4Die Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die nicht aus­sch­liess­lich an qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­trie­ben wer­den, müs­sen mel­den:3

a.4
Mass­nah­men ei­ner aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de ge­gen die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge, na­ment­lich den Ent­zug der Ge­neh­mi­gung;
b.5
Än­de­run­gen der Do­ku­men­te aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 13a.
c.6

5Die Mel­dung ist der FIN­MA un­ver­züg­lich zu er­stat­ten. Die­se stellt die Ge­set­zes­kon­for­mi­tät fest.


1 Seit dem 1. Ju­li 2016: KmGK.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5363).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
6 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 16 Voraussetzungen für das vereinfachte Genehmigungsverfahren

(Art. 17 KAG)

1Das ver­ein­fach­te Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren kann nur durch­ge­führt wer­den, wenn das Fonds­re­gle­ment:

a.
ei­ner Vor­la­ge ent­spricht, wel­che die FIN­MA als Min­dest­stan­dard an­er­kannt hat, wie Mus­ter­re­gle­men­te und -pro­spek­te ei­ner Bran­chen­or­ga­ni­sa­ti­on; oder
b.
ei­nem Stan­dard ent­spricht, wel­chen die FIN­MA ge­gen­über dem je­wei­li­gen Be­wil­li­gungs­trä­ger als ver­bind­lich an­er­kannt hat.

2Die FIN­MA be­stä­tigt dem Ge­such­stel­ler den Ein­gang des Ge­suchs.

3Sind zur Be­ur­tei­lung des Ge­suchs wei­te­re In­for­ma­tio­nen er­for­der­lich, so kann die FIN­MA den Ge­such­stel­ler auf­for­dern, die­se nach­zu­rei­chen.

Art. 17 Fristen im vereinfachten Genehmigungsverfahren

(Art. 17 KAG)

1Of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen für qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger gel­ten nach Ab­lauf fol­gen­der Fris­ten als ge­neh­migt:

a.
Ef­fek­ten­fonds, Im­mo­bi­li­en­fonds und üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le An­la­gen: nach Ein­gang des Ge­suchs;
b.
üb­ri­ge Fonds für al­ter­na­ti­ve An­la­gen: vier Wo­chen nach Ein­gang des Ge­suchs.

2Die FIN­MA ge­neh­migt of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die sich ans Pu­bli­kum rich­ten, spä­tes­tens in­ner­halb fol­gen­der Fris­ten:

a.
Ef­fek­ten­fonds: vier Wo­chen nach Ein­gang des Ge­suchs;
b.
Im­mo­bi­li­en­fonds und üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le An­la­gen: sechs Wo­chen nach Ein­gang des Ge­suchs;
c.
üb­ri­ge Fonds für al­ter­na­ti­ve An­la­gen: acht Wo­chen nach Ein­gang des Ge­suchs.

3Die Frist be­ginnt einen Tag nach Ein­gang des Ge­suchs zu lau­fen.

4Ver­langt die FIN­MA wei­te­re In­for­ma­tio­nen, so ist der Fort­lauf der Frist ab dem Zeit­punkt der Auf­for­de­rung bis zum Ein­gang der In­for­ma­tio­nen bei der FIN­MA auf­ge­scho­ben.

Art. 18 Nachträgliche Änderung von Dokumenten

(Art. 17 KAG)

1Die FIN­MA kann für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen für qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger bis drei Mo­na­te nach der ver­ein­fach­ten Ge­neh­mi­gung ei­ne nach­träg­li­che Än­de­rung der Do­ku­men­te ver­lan­gen.

2Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger sind:

a.
auf die Mög­lich­keit ei­ner Än­de­rung vor­gän­gig auf­merk­sam zu ma­chen;
b.
über nach­träg­li­che Än­de­run­gen in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen zu in­for­mie­ren.

2. Abschnitt: Bewilligungsvoraussetzungen für nach schweizerischem Recht organisierte Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen

Art. 19 Mindestkapital und Sicherheitsleistung

(Art. 14 Abs. 1 Bst. d KAG)

1Das Min­dest­ka­pi­tal von Ver­mö­gens­ver­wal­tern kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die aus­sch­liess­lich Auf­ga­ben im Sin­ne von Ar­ti­kel 18a Ab­sät­ze 1, 2 und 3 Buch­sta­ben b-d des Ge­set­zes aus­üben, muss 200 000 Fran­ken be­tra­gen und bar ein­be­zahlt sein.

2Das Min­dest­ka­pi­tal von Ver­mö­gens­ver­wal­tern kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die für aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen das Fonds­ge­schäfts im Sin­ne von Ar­ti­kel 18a Ab­satz 3 Buch­sta­be a des Ge­set­zes aus­üben, muss 500 000 Fran­ken be­tra­gen und bar ein­be­zahlt sein.

3Die FIN­MA kann Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten ge­stat­ten, an­stel­le des Min­dest­ka­pi­tals ei­ne Si­cher­heit, na­ment­lich ei­ne Bank­ga­ran­tie oder ei­ne Ba­r­ein­la­ge, auf ei­nem Sperr­kon­to bei ei­ner Bank zu hin­ter­le­gen, die dem Min­dest­ka­pi­tal ge­mä­ss den Ab­sät­zen 1 und 2 ent­spricht.

4Sie kann in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len einen an­de­ren Min­dest­be­trag fest­le­gen.

5Das Min­dest­ka­pi­tal ist dau­ernd ein­zu­hal­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 20 Kapitalbestandteile

(Art. 14 Abs. 1 Bst. d KAG)1

1Das Ka­pi­tal ent­spricht bei der Ak­ti­en­ge­sell­schaft und der Kom­man­dit-Ak­ti­en­ge­sell­schaft dem Ak­ti­en- und Par­ti­zi­pa­ti­ons­ka­pi­tal, bei der Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung dem Stamm­ka­pi­tal.

2Bei Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten ent­spricht das Ka­pi­tal:2

a.
den Ka­pi­tal­kon­ten;
b.
der Kom­man­di­te; und
c.
den Gut­ha­ben der un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­ter.

3Die Ka­pi­tal­kon­ten und die Gut­ha­ben der un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­te­rin­nen und Ge­sell­schaf­ter kön­nen nur dem Ka­pi­tal zu­ge­rech­net wer­den, so­fern aus ei­ner un­wi­der­ruf­li­chen schrift­li­chen Er­klä­rung, die bei ei­ner zu­ge­las­se­nen Prüf­ge­sell­schaft hin­ter­legt ist, her­vor­geht, dass:3

a.
sie im Fal­le der Li­qui­da­ti­on, des Kon­kur­ses oder des Nach­lass­ver­fah­rens den For­de­run­gen al­ler üb­ri­gen Gläu­bi­ge­rin­nen und Gläu­bi­ger im Rang nach­ge­hen; und
b.
sich der Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ver­pflich­tet hat:4
1.
sie we­der mit ei­ge­nen For­de­run­gen zu ver­rech­nen noch aus ei­ge­nen Ver­mö­gens­wer­ten si­cher­zu­stel­len,
2.
kei­nen der Ka­pi­tal­be­stand­tei­le ge­mä­ss Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und c oh­ne vor­gän­gi­ge Zu­stim­mung der Prüf­ge­sell­schaft so weit her­ab­zu­set­zen, dass das Min­dest­ka­pi­tal un­ter­schrit­ten wird.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 5. Nov. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4295).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 21 Höhe der eigenen Mittel

1Die er­for­der­li­chen ei­ge­nen Mit­tel be­tra­gen:

a.
0,02 Pro­zent des Ge­samt­ver­mö­gens der vom Ver­mö­gens­ver­wal­ter ver­wal­te­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, der 250 Mil­lio­nen Fran­ken über­steigt;
b.
stets min­des­tens einen Vier­tel der Fix­kos­ten der letz­ten Jah­res­rech­nung; und
c.
höchs­tens 20 Mil­lio­nen Fran­ken.

2Als Fix­kos­ten gel­ten:

a.
Per­so­nal­auf­wand;
b.
be­trieb­li­cher Ge­schäfts­auf­wand (Sach­auf­wand);
c.
Ab­schrei­bun­gen auf dem An­la­ge­ver­mö­gen;
d.
Auf­wand für Wert­be­rich­ti­gun­gen, Rück­stel­lun­gen und Ver­lus­te.

3Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen müs­sen zu­dem:

a.
zu­sätz­li­che Ei­gen­mit­tel von 0,01 Pro­zent des Ge­samt­ver­mö­gens der vom Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ver­wal­te­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen hal­ten; oder
b.
ei­ne Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung ab­sch­lies­sen. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

4Der­je­ni­ge Teil des Per­so­nal­auf­wan­des, wel­cher aus­sch­liess­lich vom Ge­schäfts­er­geb­nis ab­hän­gig ist oder auf wel­chen kein Rechts­an­spruch be­steht, ist in Ab­satz 2 Buch­sta­be a in Ab­zug zu brin­gen.

5Die vor­ge­schrie­be­nen ei­ge­nen Mit­tel sind dau­ernd ein­zu­hal­ten.

6Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen mel­den der FIN­MA un­ver­züg­lich die feh­len­den ei­ge­nen Mit­tel.

7Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Fäl­len Er­leich­te­run­gen ge­wäh­ren.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 22 Anrechenbare eigene Mittel

(Art. 14 Abs. 1 Bst. d KAG)

1Ju­ris­ti­sche Per­so­nen kön­nen an die ei­ge­nen Mit­tel an­rech­nen:

a.
das ein­be­zahl­te Ak­ti­en- und Par­ti­zi­pa­ti­ons­ka­pi­tal bei der Ak­ti­en- und der Kom­man­di­tak­ti­en­ge­sell­schaft und das Stamm­ka­pi­tal bei der Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung;
b.
die ge­setz­li­chen und an­de­ren Re­ser­ven;
c.
den Ge­winn­vor­trag;
d.
den Ge­winn des lau­fen­den Ge­schäfts­jah­res nach Ab­zug des ge­schätz­ten Ge­win­naus­schüt­tungs­an­teils, so­fern ei­ne prü­fe­ri­sche Durch­sicht des Zwi­schen­ab­schlus­ses mit ei­ner voll­stän­di­gen Er­folgs­rech­nung vor­liegt;
e.
stil­le Re­ser­ven, so­fern sie auf ei­nem be­son­de­ren Kon­to aus­ge­schie­den und als ei­ge­ne Mit­tel ge­kenn­zeich­net wer­den. Ih­re An­re­chen­bar­keit ist im Prüf­be­richt1 zu be­stä­ti­gen.

2Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten kön­nen an die ei­ge­nen Mit­tel an­rech­nen:2

a.
die Ka­pi­tal­kon­ten;
b.
die Kom­man­di­te;
c.
die Si­cher­hei­ten nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2;
d.
die Gut­ha­ben der un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­ter, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 3 er­füllt sind.

3Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen dür­fen zu­dem ih­nen ge­währ­te Dar­le­hen, ein­sch­liess­lich Ob­li­ga­tio­nen­an­lei­hen mit ei­ner Lauf­zeit von min­des­tens fünf Jah­ren, an die ei­ge­nen Mit­tel an­rech­nen, wenn aus ei­ner un­wi­der­ruf­li­chen schrift­li­chen Er­klä­rung, die bei ei­ner zu­ge­las­se­nen Prüf­ge­sell­schaft hin­ter­legt ist, her­vor­geht, dass:3

a.
die Dar­le­hen im Fal­le der Li­qui­da­ti­on, des Kon­kur­ses oder des Nach­lass­ver­fah­rens den For­de­run­gen al­ler üb­ri­gen Gläu­bi­ge­rin­nen und Gläu­bi­ger im Rang nach­ge­hen; und
b.
sie sich ver­pflich­tet ha­ben, die Dar­le­hen we­der mit ih­ren For­de­run­gen zu ver­rech­nen noch aus ih­ren Ver­mö­gens­wer­ten si­cher­zu­stel­len.

4Die ei­ge­nen Mit­tel nach den Ab­sät­zen 1 und 2 müs­sen min­des­tens 50 Pro­zent der ins­ge­samt er­for­der­li­chen ei­ge­nen Mit­tel aus­ma­chen.


1 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5363).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 5. Nov. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4295).

Art. 23 Abzüge bei der Berechnung der eigenen Mittel

(Art. 14 Abs. 1 Bst. d KAG)

Bei der Be­rech­nung der ei­ge­nen Mit­tel sind ab­zu­zie­hen:

a.
der Ver­lust­vor­trag und der Ver­lust des lau­fen­den Ge­schäfts­jah­res;
b.
ein un­ge­deck­ter Wert­be­rich­ti­gungs- und Rück­stel­lungs­be­darf des lau­fen­den Ge­schäfts­jah­res;
c.
bei Dar­le­hen ge­mä­ss Ar­ti­kel 22 Ab­satz 3 für die letz­ten fünf Jah­re vor der Rück­zah­lung pro Jahr 20 Pro­zent des ur­sprüng­li­chen No­mi­nal­be­tra­ges;
d.
im­ma­te­ri­el­le Wer­te (in­klu­si­ve Grün­dungs- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­kos­ten so­wie Good­will) mit Aus­nah­me von Soft­wa­re;
e.
bei der Ak­ti­en­ge­sell­schaft und bei der Kom­man­di­tak­ti­en­ge­sell­schaft die von ih­nen auf ei­ge­nes Ri­si­ko ge­hal­te­nen Ak­ti­en der Ge­sell­schaft;
f.
bei der Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung die von ihr auf ei­ge­nes Ri­si­ko ge­hal­te­nen Stam­man­tei­le der Ge­sell­schaft;
g.
der Buch­wert der Be­tei­li­gun­gen, so­fern nicht ei­ne Kon­so­li­die­rung nach Ar­ti­kel 29 vor­ge­nom­men wird.

Art. 24 Umschreibung des Geschäftsbereichs

(Art. 14 Abs. 1 Bst. c KAG)1

1Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen müs­sen ih­ren Ge­schäfts­be­reich in den Sta­tu­ten, den Ge­sell­schaft­ver­trä­gen oder den Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­men­ten sach­lich und geo­gra­fisch ge­nau um­schrei­ben.2

2Wol­len sie ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft, ei­ne Zweignie­der­las­sung oder ei­ne Ver­tre­tung im Aus­land be­trei­ben, so lie­fern sie der FIN­MA al­le An­ga­ben, die die­se für die Be­ur­tei­lung der Auf­ga­ben be­nö­tigt, na­ment­lich:

a.
Na­me und Adres­se der Toch­ter­ge­sell­schaft, Zweignie­der­las­sung oder Ver­tre­tung;
b.
den Na­men der mit der Ver­wal­tung und Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen;
c.
die Prüf­ge­sell­schaft3;
d.
Na­me und Adres­se der Auf­sichts­be­hör­de im aus­län­di­schen Sitz- oder Do­mi­zil­staat.

3Sie mel­den der FIN­MA un­ver­züg­lich je­de we­sent­li­che Än­de­rung bei ih­ren Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, Zweignie­der­las­sun­gen oder Ver­tre­tun­gen im Aus­land.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5363). Die Änd. wur­de im gan­zen Text be­rück­sich­tigt.

Art. 24a Aufgaben

(Art. 18a KAG)

Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen dür­fen zu­sätz­lich zu den Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 18a des Ge­set­zes na­ment­lich Dienst­leis­tun­gen und ad­mi­nis­tra­ti­ve Tä­tig­kei­ten aus­üben wie die An­nah­me und Über­mitt­lung von Auf­trä­gen im Na­men und für Rech­nung von Kun­din­nen und Kun­den, die Fi­nan­z­in­stru­men­te zum Ge­gen-stand ha­ben.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 25 Vereinbarung

(Art. 14 Abs. 1 Bst. c KAG)

Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen müs­sen mit ih­ren Kun­din­nen und Kun­den ei­ne schrift­li­che Ver­ein­ba­rung ab­sch­lies­sen, wel­che die Rech­te und Pflich­ten der Par­tei­en so­wie die üb­ri­gen we­sent­li­chen Punk­te re­gelt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 26 Delegation von Aufgaben

(Art. 18b KAG)

Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die die Port­fo­lio­ver­wal­tung und das Risk­ma­na­ge­ment für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen wahr­neh­men, dür­fen die­se Auf­ga­ben nicht an an­de­re Un­ter­neh­men de­le­gie­ren, de­ren In­ter­es­sen mit de­nen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger oder des Ver­mö­gens­ver­wal­ters kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen kol­li­die­ren kön­nen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 27 Richtlinien von Branchenorganisationen

(Art. 14 Abs. 2 KAG)

Die FIN­MA kann die Be­wil­li­gungs­er­tei­lung da­von ab­hän­gig ma­chen, ob beim Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen die Ein­hal­tung von Ver­hal­tens­re­geln von Bran­chen­or­ga­ni­sa­tio­nen si­cher­ge­stellt ist.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 28 Rechnungslegung

(Art. 14 Abs. 1ter KAG)

1Auf Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen kom­men die Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten des Ob­li­ga­tio­nen­rechts2 zur An­wen­dung.3

2Un­ter­lie­gen die Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen stren­ge­ren spe­zi­al­ge­setz­li­chen Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten, so ge­hen die­se vor.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 SR 220
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. 3 der Ban­ken­ver­ord­nung vom 30. April 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 1269).

Art. 29


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

2a. Abschnitt: Bewilligungsvoraussetzungen für nach ausländischem Recht organisierte Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen

Art. 29a Ausländische Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen

(Art. 18 Abs. 1 Bst. c KAG)

1Als aus­län­di­scher Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen gilt je­des nach aus­län­di­schem Recht or­ga­ni­sier­te Un­ter­neh­men, das:

a.
im Aus­land ei­ne Be­wil­li­gung als Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen be­sitzt;
b.
in der Fir­ma, in der Be­zeich­nung des Ge­schäfts­zweckes oder in Ge­schäfts­un­ter­la­gen den Be­griff «Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen» oder einen Aus­druck ver­wen­det, der auf die Er­brin­gung von Ver­mö­gens­ver­wal­tung von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen hin­weist; oder
c.
die Ver­mö­gens­ver­wal­tung im Sin­ne der Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz­ge­bung be­treibt.

2Wird der aus­län­di­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen tat­säch­lich in der Schweiz ge­lei­tet oder wi­ckelt er sei­ne Ge­schäf­te aus­sch­liess­lich oder über­wie­gend in oder von der Schweiz aus ab, so muss er sich nach schwei­ze­ri­schem Recht or­ga­ni­sie­ren. Zu­dem un­ter­steht er den Be­stim­mun­gen über die in­län­di­schen Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen.

Art. 29b Bewilligungspflicht und Bewilligungsvoraussetzungen

(Art. 2 Abs. 1 Bst. c, 13 Abs. 2 Bst. f, 14 und 18 KAG)

1Ein aus­län­di­scher Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen be­darf ei­ner Be­wil­li­gung der FIN­MA, wenn er in der Schweiz Per­so­nen be­schäf­tigt, die für ihn dau­ernd und ge­werbs­mäs­sig in oder von der Schweiz aus die Ver­mö­gens­ver­wal­tung im Sin­ne der Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz­ge­bung be­trei­ben (Zweignie­der­las­sung).

2Die FIN­MA er­teilt dem aus­län­di­schen Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ei­ne Be­wil­li­gung zur Er­rich­tung ei­ner Zweignie­der­las­sung, wenn:

a.
er hin­rei­chend or­ga­ni­siert ist und über ge­nü­gend fi­nan­zi­el­le Mit­tel und qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal ver­fügt, um in der Schweiz ei­ne Zweignie­der­las­sung zu be­trei­ben;
b.
er ei­ner an­ge­mes­se­nen Auf­sicht un­ter­steht, wel­che die Zweignie­der­las­sung mit ein­sch­liesst;
c.
die zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den kei­ne Ein­wän­de ge­gen die Er­rich­tung ei­ner Zweignie­der­las­sung er­he­ben;
d.
die zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den mit der FIN­MA ei­ne Ver­ein­ba­rung über Zu­sam­men­ar­beit und In­for­ma­ti­ons­aus­tausch ab­ge­schlos­sen ha­ben;
e.
die zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den sich ver­pflich­ten, die FIN­MA un­ver­züg­lich zu be­nach­rich­ti­gen, wenn Um­stän­de ein­tre­ten, wel­che die In­ter­es­sen der Kun­din­nen und Kun­den, von de­ren Ver­mö­gens­wer­ten oder der von ihm ver­wal­te­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ernst­haft ge­fähr­den könn­ten;
f.
die Zweignie­der­las­sung die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-c und 2 des Ge­set­zes so­wie Ar­ti­kel 10 ff. die­ser Ver­ord­nung er­füllt und über ein Re­gle­ment ver­fügt, das den Ge­schäfts­kreis ge­nau um­schreibt und ei­ne ih­rer Ge­schäftstä­tig­keit ent­spre­chen­de Be­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on vor­sieht; und
g.
der aus­län­di­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen nach­weist, dass die Fir­ma der Zweignie­der­las­sung im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den kann.

3Bil­det der aus­län­di­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen Teil ei­ner im Fi­nanz­be­reich tä­ti­gen Grup­pe, so kann die FIN­MA un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 18 Ab­satz 2 des Ge­set­zes die Be­wil­li­gung von der Vor­aus­set­zung ab­hän­gig ma­chen, dass er ei­ner an­ge­mes­se­nen kon­so­li­dier­ten Auf­sicht durch die zu­stän­di­gen aus­län­di­sche Auf­sichts­be­hör­den un­ter­steht.

4Die FIN­MA kann die Zweignie­der­las­sung zur Leis­tung ei­ner Si­cher­heit ver­pflich­ten, wenn der Schutz der Kun­din­nen und Kun­den es er­for­dert.

5Der aus­län­di­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen darf die Zweignie­der­las­sung erst zur Ein­tra­gung ins Han­dels­re­gis­ter an­mel­den, wenn ihm die FIN­MA die Be­wil­li­gung zu ih­rer Er­rich­tung er­teilt hat.

Art. 29c Mehrere Zweigniederlassungen

(Art. 18 Abs. 1 Bst. c KAG)

1Er­rich­tet ein aus­län­di­scher Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen meh­re­re Zweignie­der­las­sun­gen in der Schweiz, so muss er:

a.
für je­de ei­ne Be­wil­li­gung ein­ho­len;
b.
un­ter ih­nen ei­ne be­zeich­nen, die für die Be­zie­hun­gen zur FIN­MA ver­ant­wort­lich ist.

2Die­se Zweignie­der­las­sun­gen müs­sen die Vor­aus­set­zun­gen des Ge­set­zes und die­ser Ver­ord­nung ge­mein­sam er­fül­len. Es ge­nügt ein Prüf­be­richt.

Art. 29d Jahresrechnung und Zwischenabschlüsse der Zweigniederlassung

1Die Zweignie­der­las­sung kann ih­re Jah­res­rech­nun­gen und Zwi­schen­ab­schlüs­se nach den Vor­schrif­ten er­stel­len, die auf den aus­län­di­schen Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen An­wen­dung fin­den, so­weit sie den in­ter­na­tio­na­len Stan­dards zur Rech­nungs­le­gung ge­nü­gen.

2Ge­son­dert aus­zu­wei­sen sind For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen:

a.
ge­gen­über dem aus­län­di­schen Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen;
b.
ge­gen­über den im Fi­nanz­be­reich tä­ti­gen Un­ter­neh­mun­gen oder Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten, wenn:
1.
der aus­län­di­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen mit ih­nen ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit bil­det, oder
2.
an­zu­neh­men ist, dass der aus­län­di­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen recht­lich ver­pflich­tet oder fak­tisch ge­zwun­gen ist, ei­nem sol­chen Un­ter­neh­men bei­zu­ste­hen.

3Ab­satz 2 gilt auch für die Aus­ser­bi­lanz­ge­schäf­te.

4Die Zweignie­der­las­sung über­mit­telt ih­re Jah­res­rech­nun­gen und Zwi­schen­ab­schlüs­se der FIN­MA. Ei­ne Ver­öf­fent­li­chung ist nicht er­for­der­lich.

Art. 29e Prüfbericht

1Die Prüf­ge­sell­schaft fasst ih­ren Be­richt in ei­ner schwei­ze­ri­schen Amtss­pra­che ab und stellt ihn der FIN­MA zu. Ei­ne Ko­pie geht an die ver­ant­wort­li­che Lei­te­rin oder den ver­ant­wort­li­chen Lei­ter der Zweignie­der­las­sung.

2Die Zweignie­der­las­sung über­mit­telt die Ko­pie des Prüf­be­richts der­je­ni­gen Stel­le des aus­län­di­schen Ver­mö­gens­ver­wal­ters kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die für die Ge­schäftstä­tig­keit der Zweignie­der­las­sung zu­stän­dig ist.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 5. Nov. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4295).

Art. 29f Aufhebung einer Zweigniederlassung

Der aus­län­di­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen holt vor der Auf­he­bung ei­ner Zweignie­der­las­sung die Ge­neh­mi­gung der FIN­MA ein.

3. Abschnitt: Bewilligungsvoraussetzungen für Vertriebsträger

Art. 30 Bewilligungsvoraussetzungen

(Art. 3 und 19 Abs. 2 KAG)

1Die FIN­MA er­teilt ei­ner na­tür­li­chen Per­son, die An­tei­le ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ver­trei­ben will, die Be­wil­li­gung da­zu, wenn sie sich aus­wei­sen kann über:1

a.
den Ab­schluss ei­ner ih­rer Ge­schäftstä­tig­keit an­ge­mes­se­nen Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung von min­des­tens 250 000 Fran­ken, die ih­re Tä­tig­keit als Ver­triebs­trä­ger um­fasst, oder die Hin­ter­le­gung ei­ner an­ge­mes­se­nen Kau­ti­on in glei­cher Hö­he;
b.
zu­läs­si­ge Ver­triebs­mo­da­li­tä­ten; und
c.
einen schrift­li­chen Ver­triebs­ver­trag mit der Fonds­lei­tung, der SI­CAV, der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen oder der SI­CAF be­zie­hungs­wei­se dem Ver­tre­ter ei­ner aus­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge, in dem ihr die Ent­ge­gen­nah­me von Zah­lun­gen zum Er­werb von An­tei­len aus­drück­lich un­ter­sagt ist.

2Sie er­teilt ju­ris­ti­schen Per­so­nen und rechts­fä­hi­gen Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten die Be­wil­li­gung, wenn die­se be­zie­hungs­wei­se die ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 er­fül­len.

3Sie kann die Er­tei­lung der Be­wil­li­gung aus­ser­dem da­von ab­hän­gig ma­chen, ob der Ver­triebs­trä­ger ent­spre­chen­den Richt­li­ni­en ei­ner Bran­chen­or­ga­ni­sa­ti­on un­ter­steht.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 30a Vertrieb durch Finanzintermediäre

(Art. 19 Abs. 1bis KAG)

1Ein Fi­nan­zin­ter­me­di­är darf aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen an qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger in der Schweiz ver­trei­ben, so­fern er in sei­nem Sitz­staat zum Ver­trieb kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen zu­ge­las­sen ist und einen schrift­li­chen Ver­triebs­ver­trag mit ei­nem Ver­tre­ter nach Ar­ti­kel 131a ab­sch­liesst, auf den schwei­ze­ri­sches Recht an­wend­bar ist.

2Der Ver­triebs­ver­trag ver­pflich­tet den Fi­nan­zin­ter­me­di­är, aus­sch­liess­lich Fonds­do­ku­men­te zu ver­wen­den, die den Ver­tre­ter, die Zahl­stel­le so­wie den Ge­richts­stand an­ge­ben.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

4. Kapitel: Verhaltensregeln

Art. 31 Treuepflicht

(Art. 20 Abs. 1 Bst. a KAG)

1Die Be­wil­li­gungs­trä­ger und ih­re Be­auf­trag­ten dür­fen von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen An­la­gen auf ei­ge­ne Rech­nung nur zum Markt­preis er­wer­ben und ih­nen An­la­gen aus ei­ge­nen Be­stän­den nur zum Markt­preis ver­äus­sern.

2Sie ha­ben für an Drit­te de­le­gier­te Leis­tun­gen auf die ih­nen ge­mä­ss Fonds­re­gle­ment, Ge­sell­schafts­ver­trag, An­la­ge­re­gle­ment oder Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­trag zu­ste­hen­de Ent­schä­di­gung zu ver­zich­ten, so­fern die­se nicht zur Be­zah­lung der Leis­tung des Drit­ten ver­wen­det wird.

3Wer­den An­la­gen ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge auf ei­ne an­de­re An­la­ge des glei­chen oder ei­nes ihm na­he ste­hen­den Be­wil­li­gungs­trä­gers über­tra­gen, so dür­fen kei­ne Kos­ten be­las­tet wer­den.

4Die Be­wil­li­gungs­trä­ger dür­fen kei­ne Aus­ga­be- oder Rück­nah­me­kom­mis­si­on er­he­ben, wenn sie Ziel­fonds er­wer­ben, die:

a.
sie un­mit­tel­bar oder mit­tel­bar selbst ver­wal­ten; oder
b.
von ei­ner Ge­sell­schaft ver­wal­tet wer­den, mit der sie ver­bun­den sind durch:
1.
ei­ne ge­mein­sa­me Ver­wal­tung,
2.
Be­herr­schung, oder
3.
ei­ne we­sent­li­che di­rek­te oder in­di­rek­te Be­tei­li­gung.1

5Für die Er­he­bung ei­ner Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on bei An­la­gen in Ziel­fonds nach Ab­satz 4 gilt Ar­ti­kel 73 Ab­satz 4 sinn­ge­mä­ss.2

6Die Auf­sichts­be­hör­de re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Sie kann die Ab­sät­ze 4 und 5 auch für wei­te­re Pro­duk­te an­wend­bar er­klä­ren.3


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Jan. 2009, in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 719).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Jan. 2009, in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 719).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Jan. 2009, in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 719).

Art. 32 Besondere Treuepflicht bei Immobilienanlagen

(Art. 20 Abs. 1 Bst. a, 21 Abs. 3 und 63 KAG)

1Die Be­wil­li­gungs­trä­ger be­rech­nen die Ho­no­ra­re an na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die ih­nen na­he ste­hen und die für Rech­nung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge bei der Pla­nung, der Er­stel­lung, dem Kauf oder dem Ver­kauf ei­nes Bau­ob­jek­tes mit­wir­ken, aus­sch­liess­lich zu bran­chen­üb­li­chen Prei­sen.

2Der Schät­zungs­ex­per­te über­prüft die Ho­no­rar­rech­nung vor de­ren Be­glei­chung und er­stat­tet nö­ti­gen­falls Be­richt an den Be­wil­li­gungs­trä­ger und die Prüf­ge­sell­schaft.

3Wer­den Im­mo­bi­li­en­an­la­gen ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge auf ei­ne an­de­re An­la­ge des glei­chen oder ei­nes ihm na­he ste­hen­den Be­wil­li­gungs­trä­gers über­tra­gen, so dür­fen kei­ne Ver­gü­tun­gen für Kaufs- und Ver­kaufs­be­mü­hun­gen be­las­tet wer­den.

4Die Leis­tun­gen der Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten an die Mit­glie­der ih­rer Ver­wal­tung, die Ge­schäfts­füh­rung und das Per­so­nal sind auf die Ver­gü­tun­gen an­zu­rech­nen, auf wel­che die Fonds­lei­tung und die SI­CAV nach dem Fonds­re­gle­ment An­spruch ha­ben.

Art. 32a Ausnahmen vom Verbot von Geschäften mit nahestehenden Personen

(Art. 63 Abs. 3 und 4 KAG)

1Die FIN­MA kann nach Ar­ti­kel 63 Ab­satz 4 des Ge­set­zes in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len Aus­nah­men vom Ver­bot von Ge­schäf­ten mit na­he­ste­hen­den Per­so­nen nach Ar­ti­kel 63 Ab­sät­ze 2 und 3 des Ge­set­zes be­wil­li­gen, wenn:

a.
die­se Mög­lich­keit in den mass­ge­ben­den Do­ku­men­ten der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge vor­ge­se­hen ist;
b.
die Aus­nah­me im In­ter­es­se der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ist;
c.
zu­sätz­lich zu der Schät­zung der stän­di­gen Schät­zungs­ex­per­ten des Im­mo­bi­li­en­fonds ein von die­sen be­zie­hungs­wei­se de­ren Ar­beit­ge­ber und von der Fonds­lei­tung oder SI­CAV so­wie der De­pot­bank des Im­mo­bi­li­en­fonds un­ab­hän­gi­ger Schät­zungs­ex­per­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 64 Ab­satz 1 des Ge­set­zes die Markt­kon­for­mi­tät des Kaufs- und Ver­kaufs­prei­ses des Im­mo­bi­li­en­wer­tes so­wie der Trans­ak­ti­ons­kos­ten be­stä­tigt.

2Nach Ab­schluss der Trans­ak­ti­on er­stellt die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV einen Be­richt, der Fol­gen­des ent­hält:

a.
An­ga­ben zu den ein­zel­nen über­nom­me­nen oder über­tra­ge­nen Im­mo­bi­li­en­wer­ten und de­ren Wert am Stich­tag der Über­nah­me oder Ab­tre­tung;
b.
die Schätz­be­rich­te der stän­di­gen Schät­zungs­ex­per­ten;
c.
den Be­richt über die Markt­kon­for­mi­tät des Kaufs- oder Ver­kaufs­prei­ses der Schät­zungs­ex­per­ten nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c .

3Die Prüf­ge­sell­schaft be­stä­tigt im Rah­men ih­rer Prü­fung der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV die Ein­hal­tung der be­son­de­ren Treue­pflicht bei Im­mo­bi­li­en­an­la­gen;

4Im Jah­res­be­richt der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge wer­den die be­wil­lig­ten Ge­schäf­te mit na­he­ste­hen­den Per­so­nen er­wähnt.

5Für Im­mo­bi­li­en­wer­te, an de­nen die Fonds­lei­tung, die SI­CAV oder die­sen na­he­ste­hen­de Per­so­nen Bau­pro­jek­te durch­füh­ren lies­sen, darf die FIN­MA kei­ne Aus­nah­men vom Ver­bot von Ge­schäf­ten mit na­he­ste­hen­den Per­so­nen be­wil­li­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 32b Interessenkonflikte

(Art. 20 Abs. 1 Bst. a KAG)

Die Be­wil­li­gungs­trä­ger müs­sen wirk­sa­me or­ga­ni­sa­to­ri­sche und ad­mi­nis­tra­ti­ve Mass­nah­men zur Fest­stel­lung, Ver­hin­de­rung, Bei­le­gung und Über­wa­chung von In­ter­es­sen­kon­flik­ten tref­fen, um zu ver­hin­dern, dass die­se den In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger scha­den. Las­sen sich In­ter­es­sen­kon­flik­te nicht ver­mei­den, so sind die­se den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern ge­gen­über of­fen­zu­le­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 33 Sorgfaltspflicht

(Art. 20 Abs. 1 Bst. b KAG)

1Die Be­wil­li­gungs­trä­ger sor­gen für ei­ne wirk­sa­me Tren­nung der Tä­tig­kei­ten des Ent­schei­dens (Ver­mö­gens­ver­wal­tung), der Durch­füh­rung (Han­del und Ab­wick­lung) und der Ad­mi­nis­tra­ti­on.

2Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len Aus­nah­men ge­stat­ten oder die Tren­nung wei­te­rer Funk­tio­nen an­ord­nen.

Art. 34 Informationspflicht

(Art. 20 Abs. 1 Bst. c und 23 KAG)

1Die Be­wil­li­gungs­trä­ger wei­sen die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ins­be­son­de­re auf die mit ei­ner be­stimm­ten An­la­ge­art ver­bun­de­nen Ri­si­ken hin.

2Sie le­gen sämt­li­che Kos­ten of­fen, die bei der Aus­ga­be und Rück­nah­me von An­tei­len und bei der Ver­wal­tung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge an­fal­len. Zu­dem le­gen sie die Ver­wen­dung der Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on so­wie die Er­he­bung ei­ner all­fäl­li­gen er­folgs­ab­hän­gi­gen Kom­mis­si­on (Per­for­man­ce Fee) of­fen.

2bisDie In­for­ma­ti­ons­pflicht hin­sicht­lich Ent­schä­di­gun­gen beim Ver­trieb um­fasst Art und Hö­he al­ler Kom­mis­sio­nen und an­de­ren geld­wer­ten Vor­tei­le, mit de­nen die Tä­tig­keit des Ver­triebs­trä­gers ent­schä­digt wer­den soll.1

3Sie ge­währ­leis­ten bei der Aus­übung von Mit­glied­schafts- und Gläu­bi­ger­rech­ten die Trans­pa­renz, wel­che den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern den Nach­voll­zug von de­ren Aus­übung er­mög­licht.

4Die Fonds­lei­tung so­wie die Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die An­tei­le ei­ner von ih­nen ver­wal­te­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge für Kun­din­nen und Kun­den er­wer­ben, müs­sen die­sen die da­für er­hal­te­nen Leis­tun­gen of­fen­le­gen.2


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 34a Protokollierungspflicht

(Art. 24 Abs. 3 KAG)

1Die Pflicht zur Er­stel­lung ei­nes Pro­to­kolls ge­mä­ss Ar­ti­kel 24 Ab­satz 3 des Ge­set­zes gilt für Ver­triebs­hand­lun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 des Ge­set­zes.

2Form und In­halt des Pro­to­kolls rich­ten sich nach den Ver­hal­tens­re­geln ei­ner Selbst­re­gu­lie­rung, die von der FIN­MA nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 3 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072 als Min­dest­stan­dard an­er­kannt sind.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 607).
2 SR 956.1

2. Titel: Offene kollektive Kapitalanlagen

1. Kapitel: Vertraglicher Anlagefonds

1. Abschnitt: Mindestvermögen

Art. 35

1Der An­la­ge­fonds be­zie­hungs­wei­se das Teil­ver­mö­gen ei­nes Um­brel­la-Fonds ist in­nert ei­nes Jah­res nach Ge­neh­mi­gung durch die FIN­MA zur Zeich­nung (Lan­cie­rung) auf­zu­le­gen.

2Der An­la­ge­fonds be­zie­hungs­wei­se das Teil­ver­mö­gen ei­nes Um­brel­la-Fonds muss spä­tes­tens ein Jahr nach Lan­cie­rung über ein Net­to­ver­mö­gen von min­des­tens 5 Mil­lio­nen Fran­ken ver­fü­gen.

3Die FIN­MA kann die Fris­ten auf ein ent­spre­chen­des Ge­such hin er­stre­cken.

4Nach Ab­lauf der Frist ge­mä­ss den Ab­sät­zen 2 und 3 mel­det die Fonds­lei­tung ei­ne Un­ter­schrei­tung un­ver­züg­lich der FIN­MA.

2. Abschnitt: Fondsvertrag

Art. 35a Mindestinhalt des Fondsvertrags

(Art. 26 Abs. 3 KAG)

1Der Fonds­ver­trag ent­hält ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben:

a.
die Be­zeich­nung des An­la­ge­fonds so­wie die Fir­ma und den Sitz der Fonds­lei­tung, der De­pot­bank und des Ver­mö­gens­ver­wal­ters kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen;
b.
den An­le­ger­kreis;
c.
die An­la­ge­po­li­tik, die An­la­ge­tech­ni­ken, die Ri­si­ko­ver­tei­lung so­wie die mit der An­la­ge ver­bun­de­nen Ri­si­ken;
d.
die Un­ter­tei­lung in Teil­ver­mö­gen;
e.
die An­teils­klas­sen;
f.
das Kün­di­gungs­recht der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger;
g.
das Rech­nungs­jahr;
h.
die Be­rech­nung des Net­to­in­ven­tar­wer­tes und der Aus­ga­be- und Rück­nah­me­prei­se;
i.
die Ver­wen­dung des Net­to­er­trags und der Ka­pi­tal­ge­win­ne aus der Ver­äus­se­rung von Sa­chen und Rech­ten;
j.
die Art, die Hö­he und die Be­rech­nung al­ler Ver­gü­tun­gen, die Aus­ga­be- und Rück­nah­me­kom­mis­sio­nen so­wie die Ne­ben­kos­ten für den An- und Ver­kauf der An­la­gen (Cour­ta­gen, Ge­büh­ren, Ab­ga­ben), die dem Fonds­ver­mö­gen oder den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern be­las­tet wer­den dür­fen;
k.
die Lauf­zeit des Ver­trags und die Vor­aus­set­zun­gen der Auf­lö­sung;
l.
die Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­ne;
m.
die Vor­aus­set­zun­gen des Rück­zah­lungs­auf­schubs so­wie des Zwangs­rück­kaufs;
n.
die Stel­len, bei de­nen der Fonds­ver­trag, der Pro­spekt, die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, der ver­ein­fach­te Pro­spekt so­wie der Jah­res- und Halb­jah­res­be­richt kos­ten­los be­zo­gen wer­den kön­nen;
o.
die Rech­nungs­ein­heit;
p.
die Um­struk­tu­rie­rung.

2Bei der Ge­neh­mi­gung des Fonds­ver­trags prüft die FIN­MA aus­sch­liess­lich die Be­stim­mun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-g und stellt de­ren Ge­set­zes­kon­for­mi­tät fest.

3Auf An­trag der Fonds­lei­tung prüft die FIN­MA bei der Ge­neh­mi­gung ei­nes ver­trag­li­chen An­la­ge­fonds sämt­li­che Be­stim­mun­gen des Fonds­ver­trags und stellt de­ren Ge­set­zes­kon­for­mi­tät fest, so­fern die­ser im Aus­land ver­trie­ben wer­den soll und das aus­län­di­sche Recht es ver­langt.

4Die FIN­MA kann den In­halt des Fonds­ver­trags un­ter Be­rück­sich­ti­gung der in­ter­na­tio­na­len Ent­wick­lun­gen kon­kre­ti­sie­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 36 Richtlinien der Anlagepolitik

(Art. 26 Abs. 3 Bst. b KAG)

1Der Fonds­ver­trag um­schreibt die zu­läs­si­gen An­la­gen:

a.
nach ih­rer Art (Be­tei­li­gungs­rech­te, For­de­rungs­rech­te, de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te; Wohn­bau­ten, kom­mer­zi­ell ge­nutz­te Lie­gen­schaf­ten; Edel­me­tal­le; Mas­sen­wa­ren usw.);
b.
nach Län­dern, Län­der­grup­pen, Bran­chen oder Wäh­run­gen.

2Für üb­ri­ge Fonds nach den Ar­ti­keln 68 ff. des Ge­set­zes ent­hält er zu­dem die den Be­son­der­hei­ten und Ri­si­ken der je­wei­li­gen An­la­gen ent­spre­chen­den An­ga­ben in Be­zug auf de­ren Cha­rak­te­ris­tik und Be­wer­tung.

3Der Fonds­ver­trag um­schreibt die zu­läs­si­gen An­la­ge­tech­ni­ken und -in­stru­men­te.

Art. 37 Vergütungen und Nebenkosten

(Art. 26 Abs. 3 KAG)

1Dem Fonds­ver­mö­gen oder all­fäl­li­gen Teil­ver­mö­gen kön­nen be­las­tet wer­den:

a.
die Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on für die Ver­gü­tung der Tä­tig­keit der Fonds­lei­tung;
b.
die Ver­wah­rungs­kom­mis­si­on und an­de­re Kos­ten für die Ver­gü­tung der De­pot­bank­tä­tig­keit ein­sch­liess­lich der Kos­ten für die Auf­be­wah­rung des Fonds­ver­mö­gens durch Dritt- oder Sam­mel­ver­wah­rer;
c.
die Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on so­wie all­fäl­li­ge er­folgs­ab­hän­gi­ge Kom­mis­sio­nen für die Ver­gü­tung des Ver­mö­gens­ver­wal­ters kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen;
d.
all­fäl­li­ge Ver­triebs­kom­mis­sio­nen für die Ver­gü­tung der Ver­triebs­trä­ger­tä­tig­keit;
e.
die Ge­samt­heit der in Ab­satz 2 auf­ge­führ­ten Ne­ben­kos­ten.

2So­fern der Fonds­ver­trag dies aus­drück­lich vor­sieht, kön­nen fol­gen­de Ne­ben­kos­ten dem Fonds­ver­mö­gen oder den Teil­ver­mö­gen be­las­tet wer­den:

a.
Kos­ten für den An- und Ver­kauf von An­la­gen, na­ment­lich marktüb­li­che Cour­ta­gen, Kom­mis­sio­nen, Steu­ern und Ab­ga­ben, so­wie Kos­ten für die Über­prü­fung und Auf­recht­er­hal­tung von Qua­li­täts­stan­dards bei phy­si­schen An­la­gen;
b.
Kos­ten für den An- und Ver­kauf von Im­mo­bi­li­en­an­la­gen, na­ment­lich marktüb­li­che Cour­ta­gen, An­walts­ho­no­ra­re und No­tar­ge­büh­ren, Mu­ta­ti­ons­ge­büh­ren;
c.
Ab­ga­ben der Auf­sichts­be­hör­de für die Grün­dung, Än­de­rung, Li­qui­da­ti­on, Fu­si­on oder Ver­ei­ni­gung des Fonds oder all­fäl­li­ger Teil­ver­mö­gen;
d.
Jah­res­ge­bühr der Auf­sichts­be­hör­de;
e.
Ho­no­ra­re der Prüf­ge­sell­schaft für die jähr­li­che Re­vi­si­on so­wie für Be­schei­ni­gun­gen im Rah­men von Grün­dun­gen, Än­de­run­gen, Li­qui­da­ti­on, Fu­si­on oder Ver­ei­ni­gung von Fonds oder all­fäl­li­ger Teil­ver­mö­gen;
f.
Ho­no­ra­re für Rechts- und Steu­er­be­ra­ter im Zu­sam­men­hang mit Grün­dun­gen, Än­de­run­gen, Li­qui­da­ti­on, Fu­si­on oder Ver­ei­ni­gung von Fonds oder all­fäl­li­ger Teil­ver­mö­gen so­wie der all­ge­mei­nen Wahr­neh­mung der In­ter­es­sen des Fonds und sei­ner An­le­ge­rin­nen und An­le­ger;
g.
No­ta­ri­ats- und Han­dels­re­gis­ter­kos­ten für die Ein­tra­gung von Be­wil­li­gungs­trä­gern der Kol­lek­ti­v­an­la­ge­ge­setz­ge­bung ins Han­dels­re­gis­ter;
h.
Kos­ten für die Pu­bli­ka­ti­on des Net­to­in­ven­tar­werts des Fonds oder sei­ner Teil­ver­mö­gen so­wie sämt­li­che Kos­ten für Mit­tei­lun­gen an die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ein­sch­liess­lich der Über­set­zungs­kos­ten, wel­che nicht ei­nem Fehl­ver­hal­ten der Fonds­lei­tung zu­zu­schrei­ben sind;
i.
Kos­ten für den Druck ju­ris­ti­scher Do­ku­men­te so­wie Jah­res- und Halb­jah­res­be­rich­te des Fonds;
j.
Kos­ten für ei­ne all­fäl­li­ge Ein­tra­gung des Fonds bei ei­ner aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de, na­ment­lich von der aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de er­ho­be­ne Kom­mis­sio­nen, Über­set­zungs­kos­ten so­wie die Ent­schä­di­gung des Ver­tre­ters oder der Zahl­stel­le im Aus­land;
k.
Kos­ten im Zu­sam­men­hang mit der Aus­übung von Stimm­rech­ten oder Gläu­bi­ger­rech­ten durch den Fonds, ein­sch­liess­lich der Ho­no­rar­kos­ten für ex­ter­ne Be­ra­te­rin­nen und Be­ra­ter;
l.
Kos­ten und Ho­no­ra­re im Zu­sam­men­hang mit im Na­men des Fonds ein­ge­tra­ge­nem geis­ti­gen Ei­gen­tum oder mit Nut­zungs­rech­ten des Fonds;
m.
Ver­gü­tung der Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes der SI­CAV und Kos­ten für die Haft­pflicht­ver­si­che­rung;
n.
al­le Kos­ten, die durch die Er­grei­fung aus­ser­or­dent­li­cher Schrit­te zur Wah­rung der An­le­ger­in­ter­es­sen durch die Fonds­lei­tung, den Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen oder die De­pot­bank ver­ur­sacht wer­den.

3Der Fonds­ver­trag gibt die Ver­gü­tun­gen und Ne­ben­kos­ten in ei­ner ein­heit­li­chen und um­fas­sen­den Über­sicht an und glie­dert sie nach Art, ma­xi­ma­ler Hö­he und Be­rech­nung.

4Die Ver­wen­dung der Be­zeich­nung «All-in-fee» ist nur zu­läs­sig, so­fern die­se sämt­li­che Ver­gü­tun­gen mit Aus­nah­me der Aus­ga­be- und Rück­nah­me­kom­mis­sio­nen, aber ein­sch­liess­lich der Ne­ben­kos­ten um­fasst. Wird die Be­zeich­nung «Pau­schal­kom­mis­si­on» be­nutzt, ist aus­drück­lich auf­zu­füh­ren, wel­che Ver­gü­tun­gen und Ne­ben­kos­ten nicht dar­in ent­hal­ten sind.

5Die Fonds­lei­tung, der Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen und die De­pot­bank kön­nen nur dann Re­tro­zes­sio­nen zur De­ckung der Ver­trieb­stä­tig­keit des Fonds be­zah­len, wenn dies im Fonds­ver­trag aus­drück­lich vor­ge­se­hen ist.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 38 Ausgabe- und Rücknahmepreis; Zuschläge und Abzüge

(Art. 26 Abs. 3 KAG)

1Den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern kön­nen be­las­tet wer­den:

a.
die pau­scha­li­sier­ten Ne­ben­kos­ten, die bei Aus­ga­be, Rück­nah­me oder Um­tausch von An­tei­len für den An- und Ver­kauf der An­la­gen ent­ste­hen;
b.
ei­ne Kom­mis­si­on für Zeich­nun­gen, Um­wand­lun­gen oder Rück­zah­lun­gen an den Ver­trei­ber zur De­ckung der mit dem Ver­trieb ver­bun­de­nen Kos­ten.

2Der Fonds­ver­trag um­schreibt auf ver­ständ­li­che und trans­pa­ren­te Wei­se die Kom­mis­sio­nen, die den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern be­las­tet wer­den kön­nen, so­wie de­ren Hö­he und Be­rech­nungs­wei­se.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 39 Publikationsorgane

(Art. 26 Abs. 3 KAG)1

1Im Pro­spekt des An­la­ge­fonds sind ein oder meh­re­re Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­ne zu be­zeich­nen, in de­nen die vom Ge­setz und von der Ver­ord­nung ge­for­der­ten In­for­ma­tio­nen den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. Als Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­ne kön­nen Print­me­di­en oder öf­fent­lich zu­gäng­li­che und von der FIN­MA an­er­kann­te elek­tro­ni­sche Platt­for­men be­zeich­net wer­den.2

2Sämt­li­che pu­bli­ka­ti­ons­pflich­ti­gen Tat­be­stän­de, bei wel­chen An­le­ge­rin­nen und An­le­gern ein Ein­wen­dungs­recht bei der FIN­MA zu­steht, so­wie die Auf­lö­sung ei­nes An­la­ge­fonds sind in den da­für vor­ge­se­he­nen Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen zu ver­öf­fent­li­chen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 40 Anteilsklassen

(Art. 26 Abs. 3 Bst. k und 78 Abs. 3 KAG)

1Die Fonds­lei­tung kann mit Zu­stim­mung der De­pot­bank und Ge­neh­mi­gung der FIN­MA An­teils­klas­sen schaf­fen, auf­he­ben oder ver­ei­ni­gen. Sie ori­en­tiert sich da­bei na­ment­lich an fol­gen­den Kri­te­ri­en: Kos­ten­struk­tur, Re­fe­renzwäh­rung, Wäh­rungs­ab­si­che­rung, Aus­schüt­tung oder The­sau­rie­rung der Er­trä­ge, Min­de­st­an­la­ge oder An­le­ger­kreis.

2Die Ein­zel­hei­ten wer­den im Pro­spekt ge­re­gelt. Dar­in ist na­ment­lich das Ri­si­ko, dass ei­ne Klas­se un­ter Um­stän­den für ei­ne an­de­re haf­ten muss, of­fen zu le­gen.

3Die Fonds­lei­tung pu­bli­ziert die Schaf­fung, Auf­he­bung oder Ver­ei­ni­gung von An­teils­klas­sen in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen. Nur die Ver­ei­ni­gung gilt als Än­de­rung des Fonds­ver­trags und un­ter­liegt Ar­ti­kel 27 des Ge­set­zes.

4Ar­ti­kel 112 Ab­satz 3 Buch­sta­ben a-c ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

Art. 41 Änderung des Fondsvertrages; Publikationspflicht, Einwendungsfrist, Inkrafttreten und Barauszahlung

(Art. 27 Abs. 2 und 3 KAG)

1Die Fonds­lei­tung hat je­de Än­de­rung des Fonds­ver­trags in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen des je­wei­li­gen An­la­ge­fonds in der vom Ge­setz vor­ge­se­he­nen Form zu pu­bli­zie­ren. In der Pu­bli­ka­ti­on in­for­miert die Fonds­lei­tung die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger in kla­rer und ver­ständ­li­cher Wei­se dar­über, auf wel­che Fonds­ver­trags­än­de­run­gen sich die Prü­fung und die Fest­stel­lung der Ge­set­zes­kon­for­mi­tät durch die FIN­MA er­stre­cken.1

1bisDie FIN­MA kann von Ge­set­zes we­gen er­for­der­li­che Än­de­run­gen, wel­che die Rech­te der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger nicht be­rüh­ren oder aus­sch­liess­lich for­mel­ler Na­tur sind, von der Pu­bli­ka­ti­ons­pflicht aus­neh­men.2

2Die Frist zur Er­he­bung von Ein­wen­dun­gen ge­gen die Än­de­rung des Fonds­ver­tra­ges be­ginnt am Tag nach der Ver­öf­fent­li­chung in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen zu lau­fen.

2bisBei der Ge­neh­mi­gung der Fonds­ver­trags­än­de­rung prüft die FIN­MA aus­sch­liess­lich die Än­de­run­gen der Be­stim­mun­gen nach Ar­ti­kel 35a Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-g und stellt de­ren Ge­set­zes­kon­for­mi­tät fest.3

2terHat die FIN­MA bei der Ge­neh­mi­gung ei­nes Fonds­ver­trags ge­mä­ss Ar­ti­kel 35a Ab­satz 3 sämt­li­che Be­stim­mun­gen ge­prüft und de­ren Ge­set­zes­kon­for­mi­tät fest­ge­stellt, so prüft sie auch bei der Än­de­rung die­ses Fonds­ver­trags al­le Be­stim­mun­gen und stellt de­ren Ge­set­zes­kon­for­mi­tät fest, so­fern der An­la­ge­fonds im Aus­land ver­trie­ben wer­den soll und das aus­län­di­sche Recht es ver­langt.4

3Die FIN­MA legt in ih­rem Ent­scheid das Da­tum des In­kraft­tre­tens der Fonds­ver­trags­än­de­rung fest.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

3. Abschnitt: Fondsleitung

Art. 42 Hauptverwaltung in der Schweiz

(Art. 28 Abs. 1 KAG)

Die Haupt­ver­wal­tung der Fonds­lei­tung liegt in der Schweiz, wenn fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:

a.
Die un­über­trag­ba­ren und un­ent­zieh­ba­ren Auf­ga­ben des Ver­wal­tungs­ra­tes ge­mä­ss Ar­ti­kel 716a des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 wer­den in der Schweiz wahr­ge­nom­men.
b.
Für je­den von ihr ver­wal­te­ten An­la­ge­fonds wer­den min­des­tens fol­gen­de Auf­ga­ben in der Schweiz wahr­ge­nom­men:
1.
Ent­scheid über die Aus­ga­be von An­tei­len,
2.
Ent­scheid über die An­la­ge­po­li­tik und die Be­wer­tung der An­la­gen,
3.2
Be­wer­tung der An­la­gen,
4.
Fest­le­gung der Aus­ga­be- und Rück­nah­me­prei­se,
5.
Fest­set­zung der Ge­win­naus­schüt­tun­gen,
6.
Fest­le­gung des In­hal­tes des Pro­spek­tes, des ver­ein­fach­ten Pro­spek­tes, des Jah­res- be­zie­hungs­wei­se Halb­jah­res­be­rich­tes so­wie wei­te­rer für An­le­ge­rin­nen und An­le­ger be­stimm­ter Pu­bli­ka­tio­nen,
7.
Füh­rung der Buch­hal­tung.

1 SR 220
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 1. März 2008 (AS 2008 571).

Art. 43 Mindestkapital

(Art. 28 Abs. 2 KAG)

Die Fonds­lei­tung muss ein bar ein­be­zahl­tes Ak­ti­en­ka­pi­tal von min­des­tens 1 Mil­li­on Fran­ken auf­wei­sen.

Art. 44 Organisation

(Art. 28 Abs. 4 KAG)

1Der Ver­wal­tungs­rat der Fonds­lei­tung um­fasst min­des­tens drei Mit­glie­der.

2Die Fonds­lei­tung ver­fügt in der Re­gel über min­des­tens drei Voll­zeit­stel­len mit Zeich­nungs­be­rech­ti­gung.

Art. 45 Unabhängigkeit

(Art. 28 Abs. 5 KAG)

1Die gleich­zei­ti­ge Mit­glied­schaft im Ver­wal­tungs­rat von Fonds­lei­tung und De­pot­bank ist zu­läs­sig.

2Nicht zu­läs­sig ist die gleich­zei­ti­ge Mit­glied­schaft in der Ge­schäfts­lei­tung von Fonds­lei­tung und De­pot­bank.

3Die Mehr­heit der Ver­wal­tungs­rä­tin­nen und Ver­wal­tungs­rä­te der Fonds­lei­tung muss von den bei der De­pot­bank mit Auf­ga­ben ge­mä­ss Ar­ti­kel 73 des Ge­set­zes be­trau­ten Per­so­nen un­ab­hän­gig sein. Nicht als un­ab­hän­gig gel­ten die mit Auf­ga­ben ge­mä­ss Ar­ti­kel 73 des Ge­set­zes be­trau­ten Per­so­nen der De­pot­bank auf Ge­schäfts­lei­tungs­ebe­ne.

4Kei­ne der für die Fonds­lei­tung un­ter­schrifts­be­rech­tig­ten Per­so­nen darf gleich­zei­tig bei der De­pot­bank für Auf­ga­ben ge­mä­ss Ar­ti­kel 73 des Ge­set­zes ver­ant­wort­lich sein.

Art. 46 Ausübung des Fondsgeschäftes

(Art. 29 KAG)

1Zum Fonds­ge­schäft ge­hö­ren ne­ben den Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 30 des Ge­set­zes na­ment­lich:

a.
die Ver­tre­tung aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen;
b.
der Er­werb von Be­tei­li­gun­gen an Ge­sell­schaf­ten, de­ren Haupt­zweck das kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen­ge­schäft ist;
c.
die Füh­rung von An­teils­kon­ten;
d.
der Ver­trieb von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen;
e.
das Er­brin­gen von ad­mi­nis­tra­ti­ven Dienst­leis­tun­gen für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen und ähn­li­che Ver­mö­gen wie in­ter­ne Son­der­ver­mö­gen, An­la­ge­stif­tun­gen und In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten.

2Die­se Tä­tig­kei­ten so­wie die wei­te­ren Dienst­leis­tun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 29 des Ge­set­zes darf die Fonds­lei­tung nur aus­üben, so­fern die Sta­tu­ten dies vor­se­hen.

3Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

Art. 47 Eigene Mittel

(Art. 32 KAG)

Für die an­re­chen­ba­ren ei­ge­nen Mit­tel gel­ten die Ar­ti­kel 22 und 23 sinn­ge­mä­ss.

Art. 48 Höhe der eigenen Mittel

(Art. 32 Abs. 1 KAG)

1Die er­for­der­li­chen ei­ge­nen Mit­tel be­tra­gen höchs­tens 20 Mil­lio­nen Fran­ken.

2Sie wer­den in Pro­zen­ten des Ge­samt­ver­mö­gens der von der Fonds­lei­tung ver­wal­te­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen wie folgt be­rech­net:

a.
1 Pro­zent für den Teil, der 50 Mil­lio­nen Fran­ken nicht über­steigt;
b.
¾ Pro­zent für den Teil, der 50, nicht aber 100 Mil­lio­nen Fran­ken über­steigt;
c.
½ Pro­zent für den Teil, der 100, nicht aber 150 Mil­lio­nen Fran­ken über­steigt;
d.
¼ Pro­zent für den Teil, der 150 Mil­lio­nen, nicht aber 250 Mil­lio­nen Fran­ken über­steigt;
e.
⅛Pro­zent für den Teil, der 250 Mil­lio­nen Fran­ken über­steigt.

3Er­bringt die Fonds­lei­tung wei­te­re Dienst­leis­tun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 des Ge­set­zes, so wer­den die ope­ra­tio­nel­len Ri­si­ken aus die­sen Ge­schäf­ten nach dem Ba­sisin­di­ka­toran­satz ge­mä­ss Ar­ti­kel 92 der Ei­gen­mit­tel­ver­ord­nung vom 1. Ju­ni 20121 be­rech­net.2

4Wird die Fonds­lei­tung mit der Ad­mi­nis­tra­ti­on und der Port­fo­lio­ver­wal­tung des Ver­mö­gens ei­ner SI­CAV be­auf­tragt, so ist de­ren Ge­samt­ver­mö­gen für die Be­rech­nung der ei­ge­nen Mit­tel nach Ab­satz 2 mit ein­zu­be­zie­hen.3

4bisWird die Fonds­lei­tung aus­sch­liess­lich mit der Ad­mi­nis­tra­ti­on ei­ner SI­CAV be­auf­tragt, so muss sie zu­sätz­li­che Ei­gen­mit­tel von 0,01 Pro­zent des Ge­samt­ver­mö­gens der SI­CAV hal­ten.4

5Die Fonds­lei­tung zieht von den ei­ge­nen Mit­teln den Buch­wert ih­rer Be­tei­li­gun­gen ab.

6Die vor­ge­schrie­be­nen ei­ge­nen Mit­tel sind dau­ernd ein­zu­hal­ten.

7Die Fonds­lei­tung mel­det der FIN­MA un­ver­züg­lich die feh­len­den ei­ge­nen Mit­tel.


1 SR 952.03
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 49 Geschäftsbericht

1Die Fonds­lei­tung reicht den ei­ge­nen Ge­schäfts­be­richt in­ner­halb von zehn Ta­gen nach der Ge­neh­mi­gung durch die Ge­ne­ral­ver­samm­lung der FIN­MA ein.

2Sie legt dem Ge­schäfts­be­richt ei­ne Auf­stel­lung über die am Bi­lanz­stich­tag vor­ge­schrie­be­nen und die vor­han­de­nen ei­ge­nen Mit­tel bei.

3Für die Er­stel­lung und die Glie­de­rung der Jah­res­rech­nung sind die Vor­schrif­ten des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 mass­ge­bend.


1 SR 220

Art. 50 Wechsel der Fondsleitung; Einwendungsfrist, Inkrafttreten und Barauszahlung

(Art. 34 Abs. 3, 4 und 6 KAG)

1Für den Wech­sel der Fonds­lei­tung ist Ar­ti­kel 41 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

2Die Fu­si­on von Fonds­lei­tun­gen oder fu­si­ons­ähn­li­che Tat­be­stän­de gel­ten als Wech­sel im Sin­ne von Ar­ti­kel 34 des Ge­set­zes.

2. Kapitel: Investmentgesellschaft mit variablem Kapital

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 51 Selbst- und fremdverwaltete SICAV

(Art. 36 Abs. 3 KAG)

1Die selbst­ver­wal­te­te SI­CAV führt die Ad­mi­nis­tra­ti­on sel­ber aus. Sie darf die Port­fo­lio­ver­wal­tung nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 3 des Ge­set­zes an einen Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen de­le­gie­ren, der ei­ner an­er­kann­ten Auf­sicht un­ter­steht.

2Die fremd­ver­wal­te­te SI­CAV de­le­giert die Ad­mi­nis­tra­ti­on an ei­ne be­wil­lig­te Fonds­lei­tung. Die Ad­mi­nis­tra­ti­on bein­hal­tet auch den Ver­trieb der SI­CAV. Zu­sätz­lich de­le­giert die fremd­ver­wal­te­te SI­CAV die Port­fo­lio­ver­wal­tung an die­sel­be Fonds­lei­tung oder an einen Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, der ei­ner an­er­kann­ten Auf­sicht un­ter­steht.

3Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 64.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 52 Zweck

(Art. 36 Abs. 1 Bst. d KAG)

Die SI­CAV darf aus­sch­liess­lich ihr Ver­mö­gen be­zie­hungs­wei­se ih­re Teil­ver­mö­gen ver­wal­ten. Na­ment­lich ist es ihr ver­bo­ten, Dienst­leis­tun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 29 des Ge­set­zes für Drit­te zu er­brin­gen.

Art. 53 Mindestvermögen

(Art. 36 Abs. 2 KAG)

Für das Min­dest­ver­mö­gen der SI­CAV gilt Ar­ti­kel 35 sinn­ge­mä­ss.

Art. 54 Mindesteinlage

1Für die selbst­ver­wal­te­te SI­CAV und die fremd­ver­wal­te­te SI­CAV, wel­che die Ad­mi­nis­tra­ti­on an ei­ne be­wil­lig­te Fonds­lei­tung und die Port­fo­lio­ver­wal­tung an einen an­de­ren Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen de­le­giert, müs­sen die Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre im Zeit­punkt der Grün­dung ei­ne Min­de­stein­la­ge von 500 000 Fran­ken ein­zah­len.

2De­le­giert die fremd­ver­wal­te­te SI­CAV die Ad­mi­nis­tra­ti­on und die Port­fo­lio­ver­wal­tung an die­sel­be be­wil­lig­te Fonds­lei­tung, so müs­sen die Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre im Zeit­punkt der Grün­dung ei­ne Min­de­stein­la­ge von 250 000 Fran­ken ein­zah­len.

3Die Min­de­stein­la­ge ist dau­ernd ein­zu­hal­ten.

4Die SI­CAV mel­det der FIN­MA un­ver­züg­lich ei­ne Un­ter­schrei­tung.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 55 Begriff und Höhe der eigenen Mittel

(Art. 39 KAG)

1Als ei­ge­ne Mit­tel wer­den die ein­be­zahl­ten Ein­la­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre an­ge­rech­net.

2Von den ei­ge­nen Mit­teln ab­zu­zie­hen sind:

a.
der den Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­nären zu­re­chen­ba­re Bi­lanz­ver­lust;
b.
der den Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­nären zu­re­chen­ba­re Wert­be­rech­ti­gungs- und Rück­stel­lungs­be­darf;
c.
im­ma­te­ri­el­le Wer­te (in­klu­si­ve Grün­dungs- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­kos­ten so­wie Good­will) mit Aus­nah­me von Soft­wa­re.

3Die selbst­ver­wal­te­te SI­CAV be­rech­net die Hö­he der not­wen­di­gen ei­ge­nen Mit­tel nach Ar­ti­kel 48 sinn­ge­mä­ss.

3bisDie fremd­ver­wal­te­te SI­CAV, wel­che die Ad­mi­nis­tra­ti­on an ei­ne be­wil­lig­te Fonds­lei­tung und die Port­fo­lio­ver­wal­tung an einen Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen de­le­giert, be­rech­net die Hö­he der not­wen­di­gen ei­ge­nen Mit­tel sinn­ge­mä­ss nach Ar­ti­kel 48. Von die­sem Be­trag kann sie 20 Pro­zent ab­zie­hen.1

3terDie FIN­MA kann die fremd­ver­wal­te­te SI­CAV, wel­che die Port­fo­lio­ver­wal­tung an ei­ne Bank im Sin­ne des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19342 oder an einen Ef­fek­ten­händ­ler im Sin­ne des Bör­sen­ge­set­zes vom 24. März 19953 mit Sitz in der Schweiz de­le­giert, von der Pflicht be­frei­en, das Ver­mö­gen mit ei­ge­nen Mit­teln zu un­ter­le­gen.4

4De­le­giert die fremd­ver­wal­te­te SI­CAV die Ad­mi­nis­tra­ti­on und die Port­fo­lio­ver­wal­tung an die­sel­be be­wil­lig­te Fonds­lei­tung, so muss sie das Ver­mö­gen nicht mit ei­ge­nen Mit­teln un­ter­le­gen (Art. 48 Abs. 4).5

5Das vor­ge­schrie­be­ne Ver­hält­nis zwi­schen ei­ge­nen Mit­teln und Ge­samt­ver­mö­gen der selbst­ver­wal­te­ten SI­CAV so­wie der fremd­ver­wal­te­ten SI­CAV, wel­che die Ad­mi­nis­tra­ti­on an ei­ne be­wil­lig­te Fonds­lei­tung und die Port­fo­lio­ver­wal­tung an einen Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen de­le­giert, ist dau­ernd ein­zu­hal­ten.6

6Die SI­CAV mel­det der FIN­MA un­ver­züg­lich die feh­len­den ei­ge­nen Mit­tel.

7Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 SR 952.0
3 SR 954.1
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 56 Nettoemissionspreis zum Zeitpunkt der Erstemission

(Art. 40 Abs. 4 KAG)

Al­le Ak­ti­en ha­ben, un­ab­hän­gig da­von, ob sie un­ter­schied­li­chen Ka­te­go­ri­en an­ge­hö­ren, zum Zeit­punkt der Ers­te­mis­si­on ih­rer Ka­te­go­rie den­sel­ben Net­to­e­mis­si­ons­preis. Die­ser ent­spricht dem von den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern zu zah­len­den Aus­ga­be­preis bei der Emis­si­on ab­züg­lich all­fäl­li­ger Ver­gü­tun­gen und Ne­ben­kos­ten.

Art. 57


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 58 Ausgabe und Rücknahme von Aktien

(Art. 42 Abs. 1 und 3 KAG)

1Die Ar­ti­kel 37 und 38 gel­ten sinn­ge­mä­ss.

2Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre kön­nen ih­re Ak­ti­en zu­rück­ge­ben, so­fern:

a.
das an­ge­mes­se­ne Ver­hält­nis zwi­schen Ein­la­gen und Ge­samt­ver­mö­gen der SI­CAV auch nach der Rück­nah­me ein­ge­hal­ten ist; und
b.
die Min­de­stein­la­ge nicht un­ter­schrit­ten wird.

Art. 59 Anlage in eigenen Aktien

(Art. 42 Abs. 2 und 94 KAG)

An­la­gen ei­nes Teil­ver­mö­gens in an­de­ren Teil­ver­mö­gen der­sel­ben SI­CAV stel­len kei­ne An­la­ge in ei­ge­nen Ak­ti­en dar.

Art. 60 Publikationsorgane

(Art. 43 Abs. 1 Bst. f KAG)

Ar­ti­kel 39 gilt sinn­ge­mä­ss.

Art. 61 SICAV mit Anteilsklassen

(Art. 40 Abs. 4 und 78 Abs. 3 KAG)

1So­fern die Sta­tu­ten es vor­se­hen, kann die SI­CAV mit der Ge­neh­mi­gung der FIN­MA An­teils­klas­sen schaf­fen, auf­he­ben oder ver­ei­ni­gen.

2Ar­ti­kel 40 gilt sinn­ge­mä­ss. Die Ver­ei­ni­gung be­darf der Zu­stim­mung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung.

3Das Ri­si­ko, dass ei­ne An­teils­klas­se für ei­ne an­de­re haf­ten muss, ist im Pro­spekt of­fen zu le­gen.

Art. 62 Stimmrechte

(Art. 40 Abs. 4, 47 und 94 KAG)

1Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre sind stimm­be­rech­tigt für:

a.
das Teil­ver­mö­gen, an dem sie be­tei­ligt sind;
b.
die Ge­sell­schaft, wenn der Ent­scheid die SI­CAV als Gan­zes be­trifft.

2Weicht der ei­nem Teil­ver­mö­gen zu­re­chen­ba­re Stim­man­teil deut­lich von dem die­sem Teil­ver­mö­gen zu­re­chen­ba­ren Ver­mö­gensan­teil ab, so kön­nen die Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­be b über die Zer­le­gung oder Zu­sam­men­le­gung der Ak­ti­en ei­ner Ak­ti­en­ka­te­go­rie ent­schei­den. Die FIN­MA muss die­sem Ent­scheid zu sei­ner Gül­tig­keit zu­stim­men.

3Die FIN­MA kann die Zer­le­gung oder die Zu­sam­men­le­gung von Ak­ti­en ei­ner Ak­ti­en­ka­te­go­rie an­ord­nen.

Art. 62a Depotbank

(Art. 44a KAG)

Für die De­pot­bank gel­ten die Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2 und 45 sinn­ge­mä­ss.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 62b Inhalt des Anlagereglements

(Art. 43 und 44 KAG)

1Der In­halt und die Ge­neh­mi­gung des An­la­ge­re­gle­ments rich­ten sich nach den Be­stim­mun­gen über den Fonds­ver­trag, so­weit das Ge­setz oder die Sta­tu­ten nichts an­de­res vor­se­hen.

2Die SI­CAV in­for­miert die Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre mit der Ein­be­ru­fung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung schrift­lich dar­über:

a.
wel­che Än­de­run­gen des An­la­ge­re­gle­ments die FIN­MA ge­prüft hat; und
b.
für wel­che die­ser Än­de­run­gen die FIN­MA fest­ge­stellt hat, dass sie ge­set­zes­kon­form sind.

3Die Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten sinn­ge­mä­ss für die Sta­tu­ten, so­fern die­se In­hal­te des An­la­ge­re­gle­ments re­geln.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

2. Abschnitt: Organisation

Art. 63 Generalversammlung

(Art. 50 und 94 KAG)

1Die Sta­tu­ten kön­nen für ein­zel­ne Teil­ver­mö­gen Ge­ne­ral­ver­samm­lun­gen vor­se­hen, wenn es um Ent­schei­de geht, wel­che le­dig­lich die­se Teil­ver­mö­gen be­tref­fen.

2Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre, die zu­sam­men über min­des­tens 10 Pro­zent der Stim­men sämt­li­cher be­zie­hungs­wei­se ein­zel­ner Teil­ver­mö­gen ver­fü­gen, kön­nen die Trak­tan­die­rung ei­nes Ver­hand­lungs­ge­gen­stan­des an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung der SI­CAV be­zie­hungs­wei­se der Teil­ver­mö­gen ver­lan­gen.

3Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung der SI­CAV be­zie­hungs­wei­se der Teil­ver­mö­gen ist zu­stän­dig für die Än­de­rung des An­la­ge­re­gle­ments, so­fern die Än­de­rung:

a.
nicht von Ge­set­zes we­gen er­for­der­lich ist;
b.1
die Rech­te der Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre be­rührt; oder
c.
nicht aus­sch­liess­lich for­mel­ler Na­tur ist.

4Die SI­CAV ver­öf­fent­licht in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen die von der Ge­ne­ral­ver­samm­lung be­schlos­se­nen und von der FIN­MA ge­neh­mig­ten we­sent­li­chen Än­de­run­gen des Fonds­re­gle­ments mit dem Hin­weis auf die Stel­len, wo die Än­de­run­gen im Wort­laut kos­ten­los be­zo­gen wer­den kön­nen.

5Die Be­stim­mung über die wich­ti­gen Be­schlüs­se der Ge­ne­ral­ver­samm­lung ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft (Art. 704 OR2) fin­det kei­ne An­wen­dung.3


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 1. März 2008 (AS 2008 571).
2 SR 220
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 6 der Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5363).

Art. 64 Verwaltungsrat

(Art. 51 KAG)

1Der Ver­wal­tungs­rat hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
die Wahr­neh­mung der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 716a des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1;
b.
die Fest­le­gung der Grund­sät­ze der An­la­ge­po­li­tik;
c.2
die Be­zeich­nung der De­pot­bank oder ei­nes In­sti­tuts ge­mä­ss Ar­ti­kel 44a Ab­satz 2 des Ge­set­zes;
d.
die Schaf­fung neu­er Teil­ver­mö­gen, so­fern die Sta­tu­ten dies vor­se­hen;
e.
die Aus­ar­bei­tung des Pro­spek­tes und des ver­ein­fach­ten Pro­spek­tes;
f.
die Ad­mi­nis­tra­ti­on.

2Die Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-c kön­nen nicht de­le­giert wer­den.

3In ei­ner selbst­ver­wal­te­ten SI­CAV kön­nen die Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben d und e so­wie Tei­le der Ad­mi­nis­tra­ti­on nach Ab­satz 1 Buch­sta­be f, na­ment­lich das Risk-Ma­na­ge­ment, die Aus­ge­stal­tung des in­ter­nen Kon­troll­sys­tems (IKS) und die Com­plian­ce, nur an die Ge­schäfts­lei­tung de­le­giert wer­den.

4Für die Or­ga­ni­sa­ti­on der selbst­ver­wal­te­ten SI­CAV gel­ten die Ar­ti­kel 44 und 45 sinn­ge­mä­ss.


1 SR 220
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 65 Delegation von Aufgaben

(Art. 36 Abs. 3 und 51 Abs. 5 KAG)

1De­le­giert der Ver­wal­tungs­rat die Ad­mi­nis­tra­ti­on, die An­la­ge­ent­schei­de oder den Ver­trieb an Drit­te, so sind in ei­nem schrift­li­chen Ver­trag die Rech­te und Pflich­ten der Ver­trags­part­ner zu um­schrei­ben, na­ment­lich:2

a.
die über­tra­ge­nen Auf­ga­ben;
b.
all­fäl­li­ge Be­fug­nis­se zur Wei­ter­de­le­ga­ti­on;
c.
die Re­chen­schafts­pflicht der Fonds­lei­tung;
d.
die Kon­troll­rech­te des Ver­wal­tungs­ra­tes.

1bisDie Ar­ti­kel 30 und 31 Ab­sät­ze 1-5 des Ge­set­zes sind sinn­ge­mä­ss auf die De­le­ga­ti­on der Auf­ga­ben an­wend­bar.3

2Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 66


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

3. Kapitel: Arten der offenen kollektiven Kapitalanlagen und Anlagevorschriften

1. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 67 Einhaltung der Anlagevorschriften

(Art. 53 ff. KAG)

1Die pro­zen­tua­len Be­schrän­kun­gen die­ses Ka­pi­tels be­zie­hen sich, so­weit nichts an­de­res be­stimmt wird, auf das Fonds­ver­mö­gen zu Ver­kehrs­wer­ten; sie müs­sen stän­dig ein­ge­hal­ten wer­den.

2Wer­den die Be­schrän­kun­gen durch Markt­ver­än­de­run­gen über­schrit­ten, so müs­sen die An­la­gen un­ter Wah­rung der In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist auf das zu­läs­si­ge Mass zu­rück­ge­führt wer­den.

3Ef­fek­ten­fonds und üb­ri­ge Fonds müs­sen die An­la­ge­be­schrän­kun­gen sechs Mo­na­te nach der Lan­cie­rung er­fül­len.

4Im­mo­bi­li­en­fonds müs­sen die An­la­ge­be­schrän­kun­gen zwei Jah­re nach der Lan­cie­rung er­fül­len.

5Die FIN­MA kann die Fris­ten der Ab­sät­ze 3 und 4 auf Ge­such der Fonds­lei­tung und der SI­CAV er­stre­cken.

Art. 68 Tochtergesellschaften und zulässige Anlagen

(Art. 53 ff. KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen für die Ver­wal­tung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ein­set­zen, de­ren aus­sch­liess­li­cher Zweck das Hal­ten von An­la­gen für die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ist. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

2Die SI­CAV darf be­weg­li­ches und un­be­weg­li­ches Ver­mö­gen er­wer­ben, das für die un­mit­tel­ba­re Aus­übung ih­rer be­trieb­li­chen Tä­tig­keit un­er­läss­lich ist. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

Art. 69 Gegenstand von Umbrella-Fonds

(Art. 92 ff. KAG)

1Um­brel­la-Fonds dür­fen nur Teil­ver­mö­gen der glei­chen Fonds­art um­fas­sen.

2Als Fonds­ar­ten gel­ten:

a.
Ef­fek­ten­fonds;
b.
Im­mo­bi­li­en­fonds;
c.
üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le An­la­gen;
d.
üb­ri­ge Fonds für al­ter­na­ti­ve An­la­gen.

3Bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit Teil­ver­mö­gen gel­ten die An­la­ge­be­schrän­kun­gen und -tech­ni­ken für je­des Teil­ver­mö­gen ein­zeln.

2. Abschnitt: Effektenfonds

Art. 70 Zulässige Anlagen

(Art. 54 Abs. 1 und 2 KAG)

1Zu­läs­sig sind An­la­gen in:

a.
Ef­fek­ten nach Ar­ti­kel 71;
b.
de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten nach Ar­ti­kel 72;
c.
An­tei­len an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, wel­che die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 73 er­fül­len;
d.
Geld­mark­t­in­stru­men­ten nach Ar­ti­kel 74;
e.
Gut­ha­ben auf Sicht und auf Zeit mit Lauf­zei­ten bis zu zwölf Mo­na­ten bei Ban­ken, die ih­ren Sitz in der Schweiz oder in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on ha­ben oder in ei­nem an­de­ren Staat, wenn die Bank dort ei­ner Auf­sicht un­ter­steht, die der­je­ni­gen in der Schweiz gleich­wer­tig ist.

2Nicht zu­läs­sig sind:

a.
An­la­gen in Edel­me­tal­len, Edel­me­tall­zer­ti­fi­ka­ten, Wa­ren und Wa­ren­pa­pie­ren;
b.
Leer­ver­käu­fe von An­la­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-d.

3In an­de­ren als in Ab­satz 1 ge­nann­ten An­la­gen dür­fen höchs­tens 10 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens an­ge­legt wer­den.

4Ei­ne Fonds­lei­tung, die auch die in­di­vi­du­el­le Ver­mö­gens­ver­wal­tung nach Ar­ti­kel 29 Buch­sta­be a des Ge­set­zes an­bie­tet, darf das Ver­mö­gen der An­le­ge­rin oder des An­le­gers we­der ganz noch teil­wei­se in An­tei­len der von ihr ver­wal­te­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen an­le­gen, es sei denn, die Kun­din oder der Kun­de hat zu­vor ei­ne all­ge­mei­ne Zu­stim­mung ge­ge­ben.

Art. 71 Effekten

(Art. 54 KAG)

1Als Ef­fek­ten gel­ten Wert­pa­pie­re und Wert­rech­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 54 Ab­satz 1 des Ge­set­zes, die ein Be­tei­li­gungs- oder For­de­rungs­recht oder das Recht ver­kör­pern, sol­che Wert­pa­pie­re und Wert­rech­te durch Zeich­nung oder Aus­tausch zu er­wer­ben, na­ment­lich War­rants.

2An­la­gen in Ef­fek­ten aus Neu­e­mis­sio­nen sind nur zu­läs­sig, wenn de­ren Zu­las­sung an ei­ner Bör­se oder ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt in den Emis­si­ons­be­din­gun­gen vor­ge­se­hen ist. Sind sie ein Jahr nach dem Er­werb noch nicht an der Bör­se oder an ei­nem an­de­ren dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt zu­ge­las­sen, so sind die Ti­tel in­ner­halb ei­nes Mo­nats zu ver­kau­fen.

3Die FIN­MA kann die für einen Ef­fek­ten­fonds zu­läs­si­gen An­la­gen nach dem je­weils gel­ten­den Recht der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaf­ten kon­kre­ti­sie­ren.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 72 Derivative Finanzinstrumente

(Art. 54 und 56 KAG)

1De­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te sind zu­läs­sig, wenn:

a.
ih­nen als Ba­sis­wer­te An­la­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 70 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-d, Fi­nan­zin­di­zes, Zins­sät­ze, Wech­sel­kur­se, Kre­di­te oder Wäh­run­gen zu Grun­de lie­gen;
b.
die zu Grun­de lie­gen­den Ba­sis­wer­te ge­mä­ss Fonds­re­gle­ment als An­la­gen zu­läs­sig sind; und
c.
sie an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den.

2Bei Ge­schäf­ten mit OTC-De­ri­va­ten (OTC-Ge­schäf­ten) müs­sen zu­sätz­lich die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sein:

a.
Die Ge­gen­par­tei ist ein be­auf­sich­tig­ter, auf die­ses Ge­schäft spe­zia­li­sier­ter Fi­nan­zin­ter­me­di­är.
b.
Die OTC-De­ri­va­te sind täg­lich han­del­bar oder ei­ne Rück­ga­be an den Emit­ten­ten ist je­der­zeit mög­lich. Zu­dem sind sie zu­ver­läs­sig und nach­voll­zieh­bar be­wert­bar.

3Das mit de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten ver­bun­de­ne Ge­sam­ten­ga­ge­ment ei­nes Ef­fek­ten­fonds darf 100 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens nicht über­schrei­ten. Das Ge­sam­ten­ga­ge­ment darf 200 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens nicht über­schrei­ten. Un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Mög­lich­keit der vor­über­ge­hen­den Kre­dit­auf­nah­me im Um­fang von höchs­tens 10 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens (Art. 77 Abs. 2) darf das Ge­sam­ten­ga­ge­ment ins­ge­samt 210 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens nicht über­schrei­ten.

4War­rants sind wie de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te zu be­han­deln.

Art. 73 Anlagen in anderen kollektiven Kapitalanlagen (Zielfonds)

(Art. 54 und 57 Abs. 1 KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen nur in Ziel­fonds an­le­gen, wenn:

a.
de­ren Do­ku­men­te die An­la­gen in an­de­ren Ziel­fonds ih­rer­seits ins­ge­samt auf 10 Pro­zent be­gren­zen;
b.
für die­se in Be­zug auf Zweck, Or­ga­ni­sa­ti­on, An­la­ge­po­li­tik, An­le­ger­schutz, Ri­si­ko­ver­tei­lung, ge­trenn­te Ver­wah­rung des Fonds­ver­mö­gens, Kre­dit­auf­nah­me, Kre­dit­ge­wäh­rung, Leer­ver­käu­fe von Wert­pa­pie­ren und Geld­mark­t­in­stru­men­ten, Aus­ga­be und Rück­nah­me der An­tei­le und In­halt der Halb­jah­res- und Jah­res­be­rich­te gleich­wer­ti­ge Be­stim­mun­gen gel­ten wie für Ef­fek­ten­fonds;
c.
die Ziel­fonds im Sitz­staat als kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen zu­ge­las­sen sind und dort ei­ner dem An­le­ger­schutz die­nen­den, der schwei­ze­ri­schen gleich­wer­ti­gen Auf­sicht un­ter­ste­hen, und die in­ter­na­tio­na­le Amts­hil­fe ge­währ­leis­tet ist.

2Sie dür­fen höchs­tens:

a.
20 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in An­tei­len des­sel­ben Ziel­fonds an­le­gen; und
b.1
30 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in An­tei­len von Ziel­fonds an­le­gen, die nicht den mass­ge­ben­den Richt­li­ni­en der Eu­ro­päi­schen Uni­on ent­spre­chen (Or­ga­nis­mus für ge­mein­sa­me An­la­gen in Wert­pa­pie­ren, OGAW), aber die­sen oder schwei­ze­ri­schen Ef­fek­ten­fonds nach Ar­ti­kel 53 des Ge­set­zes gleich­wer­tig sind.

3Für die An­la­gen in Ziel­fonds gel­ten die Ar­ti­kel 78-84 nicht.

4Darf ge­mä­ss Fonds­re­gle­ment ein we­sent­li­cher Teil des Fonds­ver­mö­gens in Ziel­fonds an­ge­legt wer­den, so:

a.2
müs­sen das Fonds­re­gle­ment und der Pro­spekt An­ga­ben dar­über ent­hal­ten, wie hoch die Ver­wal­tungs­kom­mis­sio­nen ma­xi­mal sind, die von der in­ves­tie­ren­den kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge selbst wie auch von den Ziel­fonds zu tra­gen sind;
b.
ist im Jah­res­be­richt an­zu­ge­ben, wie hoch der An­teil der Ver­wal­tungs­kom­mis­sio­nen ma­xi­mal ist, den die in­ves­tie­ren­de kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ei­ner­seits und die Ziel­fonds an­de­rer­seits tra­gen.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 73a Master-Feeder-Strukturen

(Art. 54 und 57 Abs. 1 KAG)

1Ein Fee­der-Fonds ist ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge, die ab­wei­chend von Ar­ti­kel 73 Ab­satz 2 Buch­sta­be a min­des­tens 85 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in An­tei­len des­sel­ben Ziel­fonds (Mas­ter-Fonds) an­legt.

2Der Mas­ter-Fonds ist ei­ne schwei­ze­ri­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge der­sel­ben Art wie der Fee­der-Fonds, ist sel­ber kein Fee­der-Fonds und hält kei­ne An­tei­le an ei­nem sol­chen.

3Ein Fee­der-Fonds kann bis zu 15 Pro­zent sei­nes Fonds­ver­mö­gens in flüs­si­ge Mit­tel (Art. 75) oder de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te (Art. 72) an­le­gen. Die de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­te dür­fen aus­sch­liess­lich zum Zweck der Ab­si­che­rung ver­wen­det wer­den.

4Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 74 Geldmarktinstrumente

(Art. 54 Abs. 1 KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen Geld­mark­t­in­stru­men­te er­wer­ben, wenn die­se li­qui­de und be­wert­bar sind so­wie an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den.

2Geld­mark­t­in­stru­men­te, die nicht an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den, dür­fen nur er­wor­ben wer­den, wenn die Emis­si­on oder der Emit­tent Vor­schrif­ten über den Gläu­bi­ger- und den An­le­ger­schutz un­ter­liegt und wenn die Geld­mark­t­in­stru­men­te be­ge­ben oder ga­ran­tiert sind von:

a.
der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank;
b.
der Zen­tral­bank ei­nes Mit­glied­staa­tes der Eu­ro­päi­schen Uni­on;
c.
der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank;
d.
der Eu­ro­päi­schen Uni­on;
e.
der Eu­ro­päi­schen In­ves­ti­ti­ons­bank;
f.
der Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit (OECD);
g.
ei­nem an­de­ren Staat ein­sch­liess­lich des­sen Glied­staa­ten;
h.
ei­ner in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on öf­fent­lich-recht­li­chen Cha­rak­ters, der die Schweiz oder min­des­tens ein Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on an­ge­hört;
i.
ei­ner öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft;
j.
ei­nem Un­ter­neh­men, des­sen Ef­fek­ten an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den;
k.
ei­ner Bank, ei­nem Ef­fek­ten­händ­ler oder ei­nem sons­ti­gen In­sti­tut, die ei­ner Auf­sicht un­ter­ste­hen, die der­je­ni­gen in der Schweiz gleich­wer­tig ist.

Art. 75 Flüssige Mittel

(Art. 54 Abs. 2 KAG)

Als flüs­si­ge Mit­tel gel­ten Bank­gut­ha­ben so­wie For­de­run­gen aus Pen­si­ons­ge­schäf­ten auf Sicht und auf Zeit mit Lauf­zei­ten bis zu zwölf Mo­na­ten.

Art. 76 Effektenleihe (Securities Lending) und Pensionsgeschäft (Repo, Reverse Repo)

(Art. 55 Abs. 1 Bst. a und b KAG)

1Ef­fek­ten­lei­he und Pen­si­ons­ge­schäft sind nur im Hin­blick auf ei­ne ef­fi­zi­en­te Ver­wal­tung des Fonds­ver­mö­gens zu­läs­sig. Die De­pot­bank haf­tet für die markt­kon­for­me, ein­wand­freie Ab­wick­lung der Ef­fek­ten­lei­he und des Pen­si­ons­ge­schäf­tes.

2Ban­ken, Bro­ker, Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen und Ef­fek­ten­clea­ring-Or­ga­ni­sa­tio­nen dür­fen bei der Ef­fek­ten­lei­he als Bor­ger her­an­ge­zo­gen wer­den, so­fern sie auf die Ef­fek­ten­lei­he spe­zia­li­siert sind und Si­cher­hei­ten leis­ten, die dem Um­fang und dem Ri­si­ko der be­ab­sich­tig­ten Ge­schäf­te ent­spre­chen. Un­ter den glei­chen Be­din­gun­gen darf das Pen­si­ons­ge­schäft mit den ge­nann­ten In­sti­tu­ten ab­ge­wi­ckelt wer­den.

3Die Ef­fek­ten­lei­he und das Pen­si­ons­ge­schäft sind in ei­nem stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag zu re­geln.

Art. 77 Aufnahme und Gewährung von Krediten; Belastung des Fondsvermögens

(Art. 55 Abs. 1 Bst. c und d so­wie Abs. 2 KAG)

1Zu­las­ten ei­nes Ef­fek­ten­fonds dür­fen:

a.
kei­ne Kre­di­te ge­währt und kei­ne Bürg­schaf­ten ab­ge­schlos­sen wer­den;
b.
höchs­tens 25 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens ver­pfän­det oder zur Si­che­rung über­eig­net wer­den.

2Ef­fek­ten­fonds dür­fen für höchs­tens 10 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens vor­über­ge­hend Kre­di­te auf­neh­men.

3Die Ef­fek­ten­lei­he und das Pen­si­ons­ge­schäft als Re­ver­se Re­po gel­ten nicht als Kre­dit­ge­wäh­rung im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­be a.

4Das Pen­si­ons­ge­schäft als Re­po gilt als Kre­dit­auf­nah­me im Sin­ne von Ab­satz 2, es sei denn, die er­hal­te­nen Mit­tel wer­den im Rah­men ei­nes Ar­bi­tra­ge-Ge­schäfts für die Über­nah­me von Ef­fek­ten glei­cher Art und Gü­te in Ver­bin­dung mit ei­nem ent­ge­gen­ge­setz­ten Pen­si­ons­ge­schäft (Re­ver­se Re­po) ver­wen­det.

Art. 78 Risikoverteilung bei Effekten und Geldmarktinstrumenten

(Art. 57 KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen ein­sch­liess­lich der de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­te höchs­tens 10 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in Ef­fek­ten oder Geld­mark­t­in­stru­men­ten des­sel­ben Emit­ten­ten an­le­gen.

2Der Ge­samt­wert der Ef­fek­ten und Geld­mark­t­in­stru­men­te der Emit­ten­ten, bei wel­chen mehr als 5 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens an­ge­legt sind, darf 40 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens nicht über­stei­gen. Die­se Be­gren­zung fin­det kei­ne An­wen­dung auf Gut­ha­ben auf Sicht und auf Zeit ge­mä­ss Ar­ti­kel 79 und auf Ge­schäf­te mit OTC-De­ri­va­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 80, bei wel­chen die Ge­gen­par­tei ei­ne Bank nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 1 Buch­sta­be e ist.

Art. 79 Risikoverteilung bei Guthaben auf Sicht und auf Zeit

(Art. 57 KAG)

Fonds­lei­tung und SI­CAV dür­fen höchs­tens 20 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in Gut­ha­ben auf Sicht und auf Zeit bei der­sel­ben Bank an­le­gen. In die­se Li­mi­te sind so­wohl die An­la­gen in Bank­gut­ha­ben (Art. 70 Abs. 1 Bst. e) als auch die flüs­si­gen Mit­tel (Art. 75) ein­zu­be­zie­hen.

Art. 80 Risikoverteilung bei OTC-Geschäften und Derivaten

(Art. 57 KAG)

1Fonds­lei­tung und SI­CAV dür­fen höchs­tens 5 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in OTC-Ge­schäf­ten bei der­sel­ben Ge­gen­par­tei an­le­gen.

2Ist die Ge­gen­par­tei ei­ne Bank nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 1 Buch­sta­be e, so er­höht sich die­se Li­mi­te auf 10 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens.

3Die de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­te und die For­de­run­gen ge­gen Ge­gen­par­tei­en aus OTC-Ge­schäf­ten sind in die Ri­si­ko­ver­tei­lungs­vor­schrif­ten nach den Ar­ti­keln 73 und 78-84 ein­zu­be­zie­hen. Dies gilt nicht für De­ri­va­te auf In­di­zes, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 82 Ab­satz 1 Buch­sta­be b er­fül­len.

4Wer­den For­de­run­gen aus OTC-Ge­schäf­ten durch Si­cher­hei­ten in Form von li­qui­den Ak­ti­va ab­ge­si­chert, so wer­den die­se For­de­run­gen bei der Be­rech­nung des Ge­gen­par­tei­ri­si­kos nicht be­rück­sich­tigt. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten zu den An­for­de­run­gen an die Si­cher­hei­ten. Sie trägt da­bei den in­ter­na­tio­na­len Stan­dards Rech­nung.1


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013 (AS 2013 607). Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. 1 der V vom 25. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 2321).

Art. 81 Gesamtbeschränkungen

(Art. 57 KAG)

1An­la­gen, Gut­ha­ben und For­de­run­gen ge­mä­ss den Ar­ti­keln 78-80 des­sel­ben Emit­ten­ten dür­fen ins­ge­samt 20 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens nicht über­stei­gen.

2An­la­gen und Geld­mark­t­in­stru­men­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 78 der­sel­ben Un­ter­neh­mens­grup­pe dür­fen ins­ge­samt 20 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens nicht über­stei­gen.

3Die Be­schrän­kun­gen nach den Ar­ti­keln 78-80 und 83 Ab­satz 1 dür­fen nicht ku­mu­liert wer­den.

4Bei Um­brel­la-Fonds gel­ten die­se Be­schrän­kun­gen für je­des Teil­ver­mö­gen ein­zeln.

5Ge­sell­schaf­ten, die auf­grund in­ter­na­tio­na­ler Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten einen Kon­zern bil­den, gel­ten als ein­zi­ger Emit­tent.

Art. 82 Ausnahmen für Indexfonds

(Art. 57 KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen höchs­tens 20 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in Ef­fek­ten oder Geld­mark­t­in­stru­men­ten des­sel­ben Emit­ten­ten an­le­gen, wenn:

a.
das Fonds­re­gle­ment die Nach­bil­dung ei­nes von der FIN­MA an­er­kann­ten In­dex für Be­tei­li­gungs- oder For­de­rungs­rech­te vor­sieht (In­dex­fonds); und
b.
der In­dex hin­rei­chend di­ver­si­fi­ziert und für den Markt, auf den er sich be­zieht, re­prä­sen­ta­tiv ist und in an­ge­mes­se­ner Wei­se ver­öf­fent­licht wird.

2Die Li­mi­te er­höht sich auf 35 Pro­zent für Ef­fek­ten oder Geld­mark­t­in­stru­men­te des­sel­ben Emit­ten­ten, die auf ge­re­gel­ten Märk­ten stark do­mi­nie­ren. Die­se Aus­nah­me kann nur für einen ein­zi­gen Emit­ten­ten be­an­sprucht wer­den.

3Die An­la­gen nach die­sem Ar­ti­kel sind bei der Ein­hal­tung der Li­mi­te von 40 Pro­zent nach Ar­ti­kel 78 Ab­satz 2 nicht zu be­rück­sich­ti­gen.

Art. 83 Ausnahmen für öffentlich garantierte oder begebene Anlagen

(Art. 57 Abs. 1 KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen höchs­tens 35 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in Ef­fek­ten oder Geld­mark­t­in­stru­men­ten des­sel­ben Emit­ten­ten an­le­gen, so­fern die­se be­ge­ben oder ga­ran­tiert wer­den von:

a.
ei­nem OECD-Staat;
b.
ei­ner öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft aus der OECD;
c.
ei­ner in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on öf­fent­lich-recht­li­chen Cha­rak­ters, der die Schweiz oder ein Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on an­ge­hört.

2Mit Be­wil­li­gung der FIN­MA dür­fen sie bis 100 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens in Ef­fek­ten oder Geld­mark­t­in­stru­men­ten des­sel­ben Emit­ten­ten an­le­gen. In die­sem Fall sind fol­gen­de Re­geln zu be­rück­sich­ti­gen:

a.
Die An­la­gen sind in Ef­fek­ten oder Geld­mark­t­in­stru­men­te aus min­des­tens sechs ver­schie­de­nen Emis­sio­nen auf­ge­teilt.
b.
Höchs­tens 30 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens wer­den in Ef­fek­ten und Geld­mark­t­in­stru­men­ten der­sel­ben Emis­si­on an­ge­legt.
c.
Im Pro­spekt und in den Wer­be­un­ter­la­gen wer­den auf die spe­zi­el­le Be­wil­li­gung der FIN­MA hin­ge­wie­sen so­wie die Emit­ten­ten auf­ge­führt, bei de­nen mehr als 35 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens an­ge­legt wer­den kön­nen.
d.
Im Fonds­re­gle­ment sind die Emit­ten­ten auf­ge­führt, bei de­nen mehr als 35 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens an­ge­legt wer­den kön­nen, und die ent­spre­chen­den Ga­ran­ten.

3Die FIN­MA er­teilt die Be­wil­li­gung, wenn da­durch der Schutz der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger nicht ge­fähr­det wird.

4Die An­la­gen nach die­sem Ar­ti­kel sind bei der Ein­hal­tung der Li­mi­te von 40 Pro­zent nach Ar­ti­kel 78 Ab­satz 2 nicht zu be­rück­sich­ti­gen.

Art. 84 Beschränkung der Beteiligung an einem einzigen Emittenten

(Art. 57 Abs. 2 KAG)

1We­der die Fonds­lei­tung noch die SI­CAV darf Be­tei­li­gungs­rech­te er­wer­ben, die ins­ge­samt mehr als 10 Pro­zent der Stimm­rech­te aus­ma­chen oder die es ih­nen er­lau­ben, einen we­sent­li­chen Ein­fluss auf die Ge­schäfts­lei­tung ei­nes Emit­ten­ten aus­zuü­ben.

2Die FIN­MA kann ei­ne Aus­nah­me ge­wäh­ren, so­fern die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV nach­weist, dass sie den we­sent­li­chen Ein­fluss nicht aus­übt.

3Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen für das Fonds­ver­mö­gen höchs­tens er­wer­ben:

a.
je 10 Pro­zent der stimm­rechts­lo­sen Be­tei­li­gungs­pa­pie­re, der Schuld­ver­schrei­bun­gen oder der Geld­mark­t­in­stru­men­te des­sel­ben Emit­ten­ten;
b.
25 Pro­zent der An­tei­le an an­de­ren kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, wel­che die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 73 er­fül­len.

4Die Be­schrän­kung nach Ab­satz 3 gilt nicht, wenn sich im Zeit­punkt des Er­werbs der Brut­to­be­trag der Schuld­ver­schrei­bun­gen, der Geld­mark­t­in­stru­men­te oder der An­tei­le an an­de­ren kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen nicht be­rech­nen lässt.

5Die Be­schrän­kun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 3 sind nicht an­wend­bar auf Ef­fek­ten und Geld­mark­t­in­stru­men­te, die von ei­nem Staat oder ei­ner öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft aus der OECD oder von in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen öf­fent­lich-recht­li­chen Cha­rak­ters, de­nen die Schweiz oder ein Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on an­ge­hö­ren, be­ge­ben oder ga­ran­tiert wer­den.

Art. 85 Besondere Informationspflichten im Prospekt

(Art. 75 KAG)

1Im Pro­spekt ist an­zu­ge­ben, in wel­che Ka­te­go­ri­en von An­la­ge­in­stru­men­ten in­ves­tiert wird und ob Ge­schäf­te mit de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten ge­tä­tigt wer­den. Wer­den Ge­schäf­te mit de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten ge­tä­tigt, so ist zu er­läu­tern, ob die­se Ge­schäf­te als Teil der An­la­ge­stra­te­gie oder zur Ab­si­che­rung von An­la­g­e­po­si­tio­nen ge­tä­tigt wer­den und wie sich de­ren Ein­satz auf das Ri­si­ko­pro­fil des Ef­fek­ten­fonds aus­wirkt.

2Dür­fen die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV das Fonds­ver­mö­gen haupt­säch­lich in an­de­re An­la­gen als sol­che nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und e in­ves­tie­ren oder bil­den sie einen In­dex­fonds (Art. 82), so ist im Pro­spekt und in den Wer­be­un­ter­la­gen be­son­ders dar­auf hin­zu­wei­sen.

3Weist das Net­to­fonds­ver­mö­gen ei­nes Ef­fek­ten­fonds auf­grund der Zu­sam­men­set­zung der An­la­gen oder der an­ge­wand­ten An­la­ge­tech­ni­ken ei­ne er­höh­te Vo­la­ti­li­tät be­zie­hungs­wei­se He­bel­wir­kung auf, so ist im Pro­spekt und in den Wer­be­un­ter­la­gen be­son­ders dar­auf hin­zu­wei­sen.

3. Abschnitt: Immobilienfonds

Art. 86 Zulässige Anlagen

(Art. 59 Abs. 1 und 62 KAG)

1Die An­la­gen von Im­mo­bi­li­en­fonds oder Im­mo­bi­li­en-SI­CAV sind im Fonds­re­gle­ment aus­drück­lich zu nen­nen.1

2Als Grund­stücke nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 Buch­sta­be a gel­ten fol­gen­de Grund­stücke, die ge­stützt auf die An­mel­dung der Fonds­lei­tung, der SI­CAV oder der von der SI­CAV be­auf­trag­ten Fonds­lei­tung ge­mä­ss Ab­satz 2bis ein­ge­tra­gen sind: 2

a.
Wohn­bau­ten;
b.
Lie­gen­schaf­ten, die aus­sch­liess­lich oder zu ei­nem über­wie­gen­den Teil kom­mer­zi­el­len Zwe­cken die­nen; über­wie­gend ist der kom­mer­zi­el­le An­teil, wenn der Er­trag dar­aus min­des­tens 60 Pro­zent des Lie­gen­schaft­s­er­tra­ges aus­macht (kom­mer­zi­ell ge­nutz­te Lie­gen­schaf­ten);
c.
Bau­ten mit ge­misch­ter Nut­zung, die so­wohl Wohn- als auch kom­mer­zi­el­len Zwe­cken die­nen; ei­ne ge­misch­te Nut­zung liegt vor, wenn der Er­trag aus dem kom­mer­zi­el­len An­teil mehr als 20 Pro­zent, aber we­ni­ger als 60 Pro­zent des Lie­gen­schaft­s­er­tra­ges aus­macht;
d.
Stock­werk­ei­gen­tum;
e.
Bau­land (in­kl. Ab­bruch­ob­jek­te) und an­ge­fan­ge­ne Bau­ten;
f.
Bau­rechts­grund­stücke.

2bisDie Grund­stücke sind auf den Na­men der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV un­ter An­mer­kung der Zu­ge­hö­rig­keit zum Im­mo­bi­li­en­fonds im Grund­buch ein­ge­tra­gen. Hat der Im­mo­bi­li­en­fonds oder die SI­CAV, auf des­sen oder de­ren Na­me das Grund­stück ein­ge­tra­gen ist, Teil­ver­mö­gen, so muss an­ge­merkt sein, zu wel­chem Teil­ver­mö­gen das Grund­stück ge­hört.3

3Als wei­te­re An­la­gen sind zu­läs­sig:

a.
Schuld­brie­fe oder an­de­re ver­trag­li­che Grund­pfand­rech­te;
b.
Be­tei­li­gun­gen an und For­de­run­gen ge­gen Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 Buch­sta­be b des Ge­set­zes;
c.
An­tei­le an an­de­ren Im­mo­bi­li­en­fonds (ein­sch­liess­lich Re­al Estate In­vestment Trusts) so­wie Im­mo­bi­lie­nin­vest­ment­ge­sell­schaf­ten und -zer­ti­fi­ka­te, die an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den, ge­mä­ss Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 Buch­sta­be c des Ge­set­zes;
d.
aus­län­di­sche Im­mo­bi­li­en­wer­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 Buch­sta­be d des Ge­set­zes.

4Un­be­bau­te Grund­stücke ei­nes Im­mo­bi­li­en­fonds müs­sen er­schlos­sen und für ei­ne um­ge­hen­de Über­bau­ung ge­eig­net sein so­wie über ei­ne rechts­kräf­ti­ge Bau­be­wil­li­gung für de­ren Über­bau­ung ver­fü­gen. Mit der Aus­füh­rung der Bau­ar­bei­ten muss vor Ab­lauf der Gül­tig­keits­dau­er der je­wei­li­gen Bau­be­wil­li­gung be­gon­nen wer­den kön­nen.4


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 87 Risikoverteilung und Beschränkungen

(Art. 62 KAG)

1Im­mo­bi­li­en­fonds müs­sen ih­re An­la­gen auf min­des­tens zehn Grund­stücke ver­tei­len. Sied­lun­gen, die nach den glei­chen bau­li­chen Grund­sät­zen er­stellt wor­den sind, so­wie an­ein­an­der gren­zen­de Par­zel­len gel­ten als ein ein­zi­ges Grund­stück.

2Der Ver­kehrs­wert ei­nes Grund­stückes darf nicht mehr als 25 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens be­tra­gen.

3Es gel­ten fol­gen­de An­la­ge­be­schrän­kun­gen be­zo­gen auf das Fonds­ver­mö­gen:

a.
Bau­land, ein­sch­liess­lich Ab­bruch­ob­jek­te, und an­ge­fan­ge­ne Bau­ten bis höchs­tens 30 Pro­zent;
b.1
Bau­rechts­grund­stücke bis höchs­tens 30 Pro­zent;
c.
Schuld­brie­fe und an­de­re ver­trag­li­che Grund­pfand­rech­te bis höchs­tens 10 Pro­zent;
d.
An­tei­le an an­de­ren Im­mo­bi­li­en­fonds und Im­mo­bi­lie­nin­vest­ment­ge­sell­schaf­ten nach Ar­ti­kel 86 Ab­satz 3 Buch­sta­be c bis höchs­tens 25 Pro­zent.

4Die An­la­gen nach Ab­satz 3 Buch­sta­ben a und b dür­fen zu­sam­men höchs­tens 40 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens be­tra­gen.2

5Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len Ab­wei­chun­gen zu­las­sen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 88 Beherrschender Einfluss der Fondsleitung und der SICAV bei gewöhnlichem Miteigentum

(Art. 59 Abs. 2 KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV üben einen be­herr­schen­den Ein­fluss aus, wenn sie über die Mehr­heit der Mit­ei­gen­tumsan­tei­le und Stim­men ver­fü­gen.

2Sie ha­ben sich in ei­ner Nut­zungs- und Ver­wal­tungs­ord­nung nach Ar­ti­kel 647 Ab­satz 1 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches (ZGB)1 al­le in den Ar­ti­keln 647a-651 ZGB vor­ge­se­he­nen Rech­te, Mass­nah­men und Hand­lun­gen vor­zu­be­hal­ten.

3Das Vor­kaufs­recht nach Ar­ti­kel 682 ZGB darf ver­trag­lich nicht auf­ge­ho­ben wer­den.

4Mit­ei­gen­tumsan­tei­le an Ge­mein­schafts­an­la­gen im Zu­sam­men­hang mit Grund­stücken der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge, die zu ei­ner Ge­samt­über­bau­ung ge­hö­ren, müs­sen kei­nen be­herr­schen­den Ein­fluss er­mög­li­chen. In die­sen Fäl­len darf das Vor­kaufs­recht nach Ab­satz 3 ver­trag­lich auf­ge­ho­ben wer­den.


1 SR 210

Art. 89 Verbindlichkeiten; kurzfristige festverzinsliche Effekten und kurzfristig verfügbare Mittel

(Art. 60 KAG)

1Als Ver­bind­lich­kei­ten gel­ten auf­ge­nom­me­ne Kre­di­te, Ver­pflich­tun­gen aus dem Ge­schäfts­gang so­wie sämt­li­che Ver­pflich­tun­gen aus ge­kün­dig­ten An­tei­len.

2Als kurz­fris­ti­ge fest­ver­zins­li­che Ef­fek­ten gel­ten For­de­rungs­rech­te mit ei­ner Lauf­zeit oder Rest­lauf­zeit bis zu zwölf Mo­na­ten.

3Als kurz­fris­tig ver­füg­ba­re Mit­tel gel­ten Kas­se, Post-1 und Bank­gut­ha­ben auf Sicht und Zeit mit Lauf­zei­ten bis zu zwölf Mo­na­ten so­wie fest zu­ge­sag­te Kre­dit­li­mi­ten ei­ner Bank bis zu 10 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens. Die Kre­dit­li­mi­ten sind der Höchst­gren­ze der zu­läs­si­gen Ver­pfän­dung nach Ar­ti­kel 96 Ab­satz 1 an­zu­rech­nen.


1 In­fol­ge des BRB vom 7. Ju­ni 2013 der die An­stalt Post in die spe­zi­al­ge­setz­li­che Schwei­ze­ri­sche Post AG um­ge­wan­delt und die Post­Fi­nance in ei­ne pri­vat­recht­li­che Ak­ti­en­ge­sell­schaft aus­ge­glie­dert hat, ist der Hin­weis auf die Post­gut­ha­ben seit dem 26. Ju­ni 2013 ge­gen­stands­los.

Art. 90 Sicherstellung von Bauvorhaben

(Art. 65 KAG)

Zur Si­cher­stel­lung von be­vor­ste­hen­den Bau­vor­ha­ben kön­nen fest­ver­zins­li­che Ef­fek­ten mit ei­ner Lauf­zeit oder Rest­lauf­zeit von bis zu 24 Mo­na­ten ge­hal­ten wer­den.

Art. 91 Derivative Finanzinstrumente

(Art. 61 KAG)

Zur Ab­si­che­rung von Zins-, Wäh­rungs-, Kre­dit- und Mark­tri­si­ken sind de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te zu­läs­sig. Da­bei kom­men die für Ef­fek­ten­fonds gel­ten­den Be­stim­mun­gen (Art. 72) sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 91a Nahestehende Personen

(Art. 63 Abs. 2 und 3 KAG)

1Als na­he­ste­hen­de Per­so­nen gel­ten ins­be­son­de­re:

a.
die Fonds­lei­tung, die SI­CAV, die De­pot­bank und de­ren Be­auf­trag­te, na­ment­lich von die­sen be­auf­trag­te Ar­chi­tek­tin­nen und Ar­chi­tek­ten und Bau­un­ter­neh­me­rin­nen und Bau­un­ter­neh­mer;
b.
die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV;
c.
der Ver­wal­tungs­rat und die Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung so­wie die mit der Über­wa­chung der Im­mo­bi­li­en­fonds be­auf­trag­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der De­pot­bank;
d.
die Prüf­ge­sell­schaft und die mit der Prü­fung der Im­mo­bi­li­en­fonds be­trau­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter;
e.
die Schät­zungs­ex­per­ten;
f.
die nicht zu 100 Pro­zent zum Im­mo­bi­li­en­fonds ge­hö­ren­den Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten so­wie die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter die­ser Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten;
g.
die mit der Ver­wal­tung der Im­mo­bi­li­en­wer­te be­auf­trag­ten Lie­gen­schafts­ver­wal­tun­gen so­wie die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter die­ser Lie­gen­schafts­ver­wal­tun­gen;
h.
die qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten im Sin­ne von Ar­ti­kel 14 Ab­satz 3 des Ge­set­zes der oben in Buch­sta­ben a-g er­wähn­ten Ge­sell­schaf­ten.

2Be­auf­trag­te nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a gel­ten nicht als na­he­ste­hen­de Per­so­nen, wenn nach­ge­wie­sen wer­den kann, dass sie we­der di­rek­ten noch in­di­rek­ten Ein­fluss auf die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV neh­men oder ge­nom­men ha­ben und die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV in der Sa­che nicht auf an­de­re Wei­se be­fan­gen ist.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 92 Bewertung von Grundstücken bei Erwerb oder Veräusserung

(Art. 64 KAG)

1Grund­stücke, wel­che die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV er­wer­ben wol­len, sind vor­gän­gig schät­zen zu las­sen.1

2Für die­se Schät­zung be­sich­tigt der Schät­zungs­ex­per­te die Grund­stücke.

3Bei ei­ner Ver­äus­se­rung kann auf ei­ne neue Schät­zung ver­zich­tet wer­den, wenn:

a.
die be­ste­hen­de Schät­zung nicht äl­ter 3 Mo­na­te ist; und
b.
sich die Ver­hält­nis­se nicht we­sent­lich ge­än­dert ha­ben.2

4Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV müs­sen ei­ne Ver­äus­se­rung un­ter oder den Er­werb über dem Schät­zungs­wert ge­gen­über der Prüf­ge­sell­schaft be­grün­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 93 Bewertung der zur kollektiven Kapitalanlage gehörenden Grundstücke

(Art. 64 KAG)1

1Der Ver­kehrs­wert der Grund­stücke, die zum Im­mo­bi­li­en­fonds ge­hö­ren, ist auf den Ab­schluss je­des Rech­nungs­jah­res durch die Schät­zungs­ex­per­ten über­prü­fen zu las­sen.

2Die Be­sich­ti­gung der Grund­stücke durch die Schät­zungs­ex­per­ten ist min­des­tens al­le drei Jah­re zu wie­der­ho­len.

3Die Schät­zungs­ex­per­ten ha­ben ih­re Schät­zungs­me­tho­de ge­gen­über der Prüf­ge­sell­schaft zu be­grün­den.

4Über­neh­men die Fonds­lei­tung und die SI­CAV den Schät­zungs­wert nicht un­ver­än­dert in ih­re Rech­nung, so ha­ben sie dies ge­gen­über der Prüf­ge­sell­schaft zu be­grün­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 94 Prüfung und Bewertung bei Bauvorhaben

(Art. 64 und 65 KAG)1

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV las­sen bei Bau­vor­ha­ben durch min­des­tens einen Schät­zungs­ex­per­ten prü­fen, ob die vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten markt­kon­form und an­ge­mes­sen sind.

2Nach Fer­tig­stel­lung der Bau­te las­sen die Fonds­lei­tung und die SI­CAV den Ver­kehrs­wert durch min­des­tens einen Schät­zungs­ex­per­ten schät­zen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 95 Publikationspflicht

(Art. 67 KAG)1

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV ver­öf­fent­li­chen den Ver­kehrs­wert des Fonds­ver­mö­gens und den sich dar­aus er­ge­ben­den In­ven­tar­wert der Fondsan­tei­le gleich­zei­tig mit der Be­kannt­ga­be an die mit dem re­gel­mäs­si­gen börs­li­chen oder aus­ser­börs­li­chen Han­del der Im­mo­bi­li­en­fondsan­tei­le be­trau­te Bank oder den da­mit be­trau­ten Ef­fek­ten­händ­ler in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen.

2Bei Im­mo­bi­li­en­fonds, die an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den, sind zu­sätz­lich die mass­ge­ben­den bör­sen­recht­li­chen Be­stim­mun­gen zu be­ach­ten.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 96 Sonderbefugnisse

(Art. 65 KAG)

1Bei der Ver­pfän­dung der Grund­stücke und der Si­che­rungs­über­eig­nung der Pfand­rech­te nach Ar­ti­kel 65 Ab­satz 2 des Ge­set­zes darf die Be­las­tung al­ler Grund­stücke im Durch­schnitt nicht mehr als ein Drit­tel des Ver­kehrs­wer­tes be­tra­gen.1

1bisZur Wah­rung der Li­qui­di­tät kann die Be­las­tung vor­über­ge­hend und aus­nahms­weie auf die Hälf­te des Ver­kehrs­wer­tes er­höht wer­den, so­fern:

a.
das Fonds­re­gle­ment dies vor­sieht; und
b.
die In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­wahrt blei­ben.2

1terDie Prüf­ge­sell­schaft nimmt im Rah­men der Prü­fung des Im­mo­bi­li­en­fonds zu den Vor­aus­set­zun­gen ge­mä­ss Ab­satz 1bis Stel­lung.3

2Las­sen die Fonds­lei­tung und die SI­CAV Bau­ten er­stel­len oder füh­ren sie Ge­bäu­des­a­nie­run­gen durch, so dür­fen sie für die Zeit der Vor­be­rei­tung, des Baus oder der Ge­bäu­des­a­nie­rung der Er­trags­rech­nung des Im­mo­bi­li­en­fonds für Bau­land und an­ge­fan­ge­ne Bau­ten einen Bau­zins zum marktüb­li­chen Satz gut­schrei­ben, so­fern da­durch die Kos­ten den ge­schätz­ten Ver­kehrs­wert nicht über­stei­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 97 Ausgabe von Immobilienfondsanteilen

(Art. 66 KAG)

1Die Aus­ga­be von An­tei­len ist je­der­zeit mög­lich. Sie darf nur tran­chen­wei­se er­fol­gen.

2Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV be­stim­men min­des­tens:

a.
die ge­plan­te An­zahl der neu aus­zu­ge­ben­den An­tei­le;
b.
das ge­plan­te Be­zugs­ver­hält­nis für die bis­he­ri­gen An­le­ge­rin­nen und An­le­ger;
c.
die Emis­si­ons­me­tho­de für das Be­zugs­recht.

3Die Schät­zungs­ex­per­ten über­prü­fen zur Be­rech­nung des In­ven­tar­wer­tes und zur Fest­le­gung des Aus­ga­be­prei­ses den Ver­kehrs­wert je­des Grund­stückes.

Art. 98 Vorzeitige Rücknahme von Immobilienfondsanteilen

(Art. 66 KAG)

Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV kön­nen die wäh­rend ei­nes Rech­nungs­jah­res ge­kün­dig­ten An­tei­le nach Ab­schluss des­sel­ben vor­zei­tig zu­rück­zah­len, wenn:

a.
die An­le­ge­rin oder der An­le­ger dies bei der Kün­di­gung schrift­lich ver­langt;
b.
sämt­li­che An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, die ei­ne vor­zei­ti­ge Rück­zah­lung ver­langt ha­ben, be­frie­digt wer­den kön­nen.

4. Abschnitt: Übrige Fonds für traditionelle und alternative Anlagen

Art. 99 Zulässige Anlagen

(Art. 69 KAG)

1Als An­la­gen von üb­ri­gen Fonds sind na­ment­lich zu­ge­las­sen:

a.
Ef­fek­ten;
b.
An­tei­le an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen;
c.
Geld­mark­t­in­stru­men­te;
d.
Gut­ha­ben auf Sicht und auf Zeit mit Lauf­zei­ten bis zu zwölf Mo­na­ten;
e.
Edel­me­tal­le;
f.
de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te, de­nen als Ba­sis­wer­te Ef­fek­ten, kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, Geld­mark­t­in­stru­men­te, de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te, In­di­zes, Zins­sät­ze, Wech­sel­kur­se, Kre­di­te, Wäh­run­gen, Edel­me­tal­le, Com­mo­di­ties oder ähn­li­ches zu Grun­de lie­gen;
g.
struk­tu­rier­te Pro­duk­te, die sich auf Ef­fek­ten, kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, Geld­mark­t­in­stru­men­te, de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te, In­di­zes, Zins­sät­ze, Wech­sel­kur­se, Wäh­run­gen, Edel­me­tal­le, Com­mo­di­ties oder ähn­li­ches be­zie­hen.

2Für üb­ri­ge Fonds für al­ter­na­ti­ve An­la­gen kann die FIN­MA wei­te­re An­la­gen wie Com­mo­di­ties, Roh­stof­fe und die ent­spre­chen­den Roh­stoff­ti­tel zu­las­sen.1

3An­la­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 69 Ab­satz 2 des Ge­set­zes sind im Fonds­re­gle­ment aus­drück­lich zu nen­nen.

4Für An­la­gen in An­tei­le an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen gilt Ar­ti­kel 73 Ab­satz 4 sinn­ge­mä­ss.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 100 Anlagetechniken und Beschränkungen

(Art. 70 Abs. 2 und 71 Abs. 2 KAG)

1Üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le An­la­gen dür­fen:

a.
Kre­di­te in der Hö­he von höchs­tens 25 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens auf­neh­men;
b.1
höchs­tens 60 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens ver­pfän­den oder zur Si­che­rung über­eig­nen;
c.
ein Ge­sam­ten­ga­ge­ment von höchs­tens 225 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens ein­ge­hen;
d.
Leer­ver­käu­fe tä­ti­gen.

2Üb­ri­ge Fonds für al­ter­na­ti­ve An­la­gen dür­fen:

a.
Kre­di­te in der Hö­he von höchs­tens 50 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens auf­neh­men;
b.2
höchs­tens 100 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens ver­pfän­den oder zur Si­che­rung über­eig­nen;
c.
ein Ge­sam­ten­ga­ge­ment von höchs­tens 600 Pro­zent des Net­to­fonds­ver­mö­gens ein­ge­hen;
d.
Leer­ver­käu­fe tä­ti­gen.

3Das Fonds­re­gle­ment nennt die An­la­ge­be­schrän­kun­gen aus­drück­lich. Es re­gelt zu­dem Art und Hö­he der zu­läs­si­gen Leer­ver­käu­fe.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 1. März 2008 (AS 2008 571).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 1. März 2008 (AS 2008 571).

Art. 101 Abweichungen

(Art. 69-71 KAG)

Die FIN­MA kann im Ein­zel­fall Ab­wei­chun­gen zu­las­sen von den Be­stim­mun­gen über:

a.
die zu­läs­si­gen An­la­gen;
b.
die An­la­ge­tech­ni­ken;
c.
die Be­schrän­kun­gen;
d.
die Ri­si­ko­ver­tei­lung.

Art. 102 Risikohinweis

(Art. 71 Abs. 3 KAG)

1Der Hin­weis auf die be­son­de­ren Ri­si­ken (Warn­klau­sel) be­darf der Ge­neh­mi­gung der FIN­MA.

2Die Warn­klau­sel muss auf der ers­ten Sei­te des Fonds­re­gle­ments und des Pro­spekts an­ge­bracht und stets in der Form ver­wen­det wer­den, in der sie von der FIN­MA ge­neh­migt wur­de.

4. Kapitel: Gemeinsame Bestimmungen

1. Abschnitt: Depotbank

Art. 102a Organisation

(Art. 72 KAG)

1Die De­pot­bank muss ei­ne für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ge­eig­ne­te Or­ga­ni­sa­ti­on ha­ben und Per­so­nal be­schäf­ti­gen, das ih­rer Tä­tig­keit an­ge­mes­sen und ent­spre­chend qua­li­fi­ziert ist.

2Sie ver­fügt für die Er­fül­lung ih­rer Tä­tig­keit als De­pot­bank über min­des­tens drei Voll­zeit­stel­len mit Zeich­nungs­be­rech­ti­gung.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 103 Informationspflicht

(Art. 72 Abs. 2 KAG)

Die De­pot­bank teilt der Prüf­ge­sell­schaft die mit den Auf­ga­ben der De­pot­bank be­trau­ten lei­ten­den Per­so­nen mit.

Art. 104 Aufgaben

(Art. 73 KAG)

1Die De­pot­bank hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie ist für die Kon­to- und De­pot­füh­rung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ver­ant­wort­lich, kann aber nicht selbst­stän­dig über de­ren Ver­mö­gen ver­fü­gen.
b.
Sie ge­währ­leis­tet, dass ihr bei Ge­schäf­ten, die sich auf das Ver­mö­gen der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge be­zie­hen, der Ge­gen­wert in­nert der üb­li­chen Fris­ten über­tra­gen wird.
c.
Sie be­nach­rich­tigt die Fonds­lei­tung oder die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge, falls der Ge­gen­wert nicht in­nert der üb­li­chen Frist er­stat­tet wird, und for­dert von der Ge­gen­par­tei Er­satz für den be­trof­fe­nen Ver­mö­gens­wert, so­fern dies mög­lich ist.
d.
Sie führt die er­for­der­li­chen Auf­zeich­nun­gen und Kon­ten so, dass sie je­der­zeit die ver­wahr­ten Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de der ein­zel­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen von­ein­an­der un­ter­schei­den kann.
e.
Sie prüft bei Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den, die nicht in Ver­wah­rung ge­nom­men wer­den kön­nen, das Ei­gen­tum der Fonds­lei­tung oder der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge und führt dar­über Auf­zeich­nun­gen.1

2Bei Im­mo­bi­li­en­fonds be­wahrt sie die un­be­lehn­ten Schuld­brie­fe so­wie die Ak­ti­en von Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten auf. Für die lau­fen­de Ver­wal­tung von Im­mo­bi­li­en­wer­ten kann sie Kon­ten von Drit­ten füh­ren las­sen.

3Bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit Teil­ver­mö­gen ist für sämt­li­che Auf­ga­ben die­sel­be De­pot­bank ver­ant­wort­lich.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 105 Wechsel der Depotbank; Einwendungsfrist, Inkrafttreten und Barauszahlung

(Art. 74 KAG)

1Ar­ti­kel 41 ist für den Wech­sel der De­pot­bank ei­nes ver­trag­li­chen An­la­ge­fonds sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

2Der Be­schluss zum Wech­sel der De­pot­bank wird un­ver­züg­lich in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen der SI­CAV ver­öf­fent­licht.

Art. 105a Aufgaben bei Delegation der Verwahrung

(Art. 73 Abs. 2 und 2bis KAG)

Über­trägt die De­pot­bank die Auf­be­wah­rung des Fonds­ver­mö­gens ei­nem Dritt- oder Sam­mel­ver­wah­rer im In- oder Aus­land, so prüft und über­wacht sie, ob die­ser:

a.
über ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on, fi­nan­zi­el­le Ga­ran­ti­en und die fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen ver­fügt, die für die Art und die Kom­ple­xi­tät der Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de, die ihm an­ver­traut wur­den, er­for­der­lich sind;
b.
ei­ner re­gel­mäs­si­gen ex­ter­nen Prü­fung un­ter­zo­gen und da­mit si­cher­ge­stellt wird, dass sich die Fi­nan­z­in­stru­men­te in sei­nem Be­sitz be­fin­den;
c.
die von der De­pot­bank er­hal­te­nen Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de so ver­wahrt, dass sie von der De­pot­bank durch re­gel­mäs­si­ge Be­stan­des­ab­glei­che zu je­der Zeit ein­deu­tig als zum Fonds­ver­mö­gen ge­hö­rend iden­ti­fi­ziert wer­den kön­nen;
d.
die für die De­pot­bank gel­ten­den Vor­schrif­ten hin­sicht­lich der Wahr­neh­mung ih­rer de­le­gier­ten Auf­ga­ben und der Ver­mei­dung von In­ter­es­sen­kol­li­sio­nen ein­hält.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

2. Abschnitt: Prospekt und vereinfachter Prospekt

Art. 106 Prospekt

(Art. 75 und 77 KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV füh­ren im Pro­spekt al­le we­sent­li­chen An­ga­ben auf, die für die Be­ur­tei­lung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge von Be­deu­tung sind (An­hang 1). Der Pro­spekt ent­hält zu­dem das Fonds­re­gle­ment, so­fern den in­ter­es­sier­ten Par­tei­en nicht mit­ge­teilt wird, wo die­ses vor der Zeich­nung der An­tei­le se­pa­rat be­zo­gen wer­den kann.

2Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV da­tie­ren den Pro­spekt und rei­chen ihn und je­de Än­de­rung der FIN­MA spä­tes­tens bei der Ver­öf­fent­li­chung ein.

3Sie pas­sen ihn bei we­sent­li­chen Än­de­run­gen an, min­des­tens je­doch ein­mal jähr­lich.

Art. 107 Vereinfachter Prospekt für Immobilienfonds

(Art. 76 und 77 KAG)

1Der ver­ein­fach­te Pro­spekt für Im­mo­bi­li­en­fonds ent­hält die In­for­ma­tio­nen ge­mä­ss An­hang 2. Die FIN­MA kon­kre­ti­siert die­se An­for­de­run­gen.2

2Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV da­tie­ren den ver­ein­fach­ten Pro­spekt und rei­chen ihn und je­de Än­de­rung der FIN­MA spä­tes­tens bei der Ver­öf­fent­li­chung ein.

3Sie pas­sen ihn bei we­sent­li­chen Än­de­run­gen an, min­des­tens je­doch ein­mal jähr­lich.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2011, in Kraft seit 15. Ju­li 2011 (AS 2011 3177).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2011, in Kraft seit 15. Ju­li 2011 (AS 2011 3177).

3. Abschnitt: Wesentliche Informationen für die Anlegerinnen und Anleger für Effektenfonds und übrige Fonds für traditionelle Anlagen

Art. 107a Grundanforderungen

1Die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger für Ef­fek­ten­fonds und üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le An­la­gen ent­hal­ten die In­for­ma­tio­nen ge­mä­ss An­hang 3.

2Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV da­tie­ren die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger und rei­chen sie und je­de Än­de­rung un­ver­züg­lich der FIN­MA ein.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2011 (AS 2011 3177). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 107b Bei mehreren Teilvermögen

Be­steht ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge aus meh­re­ren Teil­ver­mö­gen, so sind für je­des Teil­ver­mö­gen die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger zu er­stel­len.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 107c Bei mehreren Anteilsklassen

1Be­steht ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge aus meh­re­ren An­teils­klas­sen, so sind für je­de die­ser An­teils­klas­sen die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger zu er­stel­len. So­fern die An­for­de­run­gen nach An­hang 3, ins­be­son­de­re die An­for­de­run­gen an die Län­ge des Do­ku­ments, ein­ge­hal­ten wer­den, kön­nen auch meh­re­re An­teils­klas­sen zu­sam­men­ge­fasst wer­den.

2Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV kön­nen für ei­ne An­teils­klas­se oder meh­re­re an­de­re An­teils­klas­sen ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve An­teils­klas­se aus­wäh­len, so­fern die­se Wahl für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger in den an­de­ren An­teils­klas­sen nicht ir­re­füh­rend ist. In sol­chen Fäl­len muss der Ab­schnitt «Ri­si­ko- und Er­trags­pro­fil» der we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger die Er­klä­rung des we­sent­li­chen Ri­si­kos ent­hal­ten, das auf je­de der zu ver­tre­ten­den An­teils­klas­sen An­wen­dung fin­det.

3Un­ter­schied­li­che An­teils­klas­sen dür­fen nicht zu ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven An­teils­klas­se nach Ab­satz 2 zu­sam­men­ge­fasst wer­den. Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV füh­ren Buch über die von der re­prä­sen­ta­ti­ven An­teils­klas­se ver­tre­te­nen An­teils­klas­sen nach Ab­satz 2 und die Grün­de die­ser Wahl.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 107d Überprüfung

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV über­prü­fen die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger bei je­der we­sent­li­chen Än­de­rung der An­ga­ben, min­des­tens je­doch ein­mal jähr­lich.

2Geht aus ei­ner Über­prü­fung her­vor, dass die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­än­dert wer­den müs­sen, so ha­ben die Fonds­lei­tung und die SI­CAV un­ver­züg­lich ei­ne über­ar­bei­te­te Fas­sung zur Ver­fü­gung zu stel­len.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 107e Veröffentlichung

Die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, ein­sch­liess­lich der an­ge­mes­sen über­ar­bei­te­ten Dar­stel­lung der bis­he­ri­gen Wert­ent­wick­lung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge bis zum 31. De­zem­ber, sind von der Fonds­lei­tung und der SI­CAV in­nert der ers­ten 35 Werk­ta­ge des fol­gen­den Jah­res zu ver­öf­fent­li­chen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 108 Einzahlung; Verurkundung von Anteilen

(Art. 78 Abs. 1 und 2 KAG)

1Als Zahl­stel­le ist ei­ne Bank im Sin­ne des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19341 vor­zu­se­hen.2

2So­fern das Fonds­re­gle­ment die Aus­lie­fe­rung von An­teil­schei­nen vor­sieht, ver­ur­kun­det die De­pot­bank auf Ver­lan­gen der An­le­ge­rin oder des An­le­gers de­ren oder des­sen Rech­te in Wert­pa­pie­ren (Art. 965 OR3) oh­ne Nenn­wert, die auf den Na­men lau­ten und als Or­dre­pa­pie­re (Art. 967 und 1145 OR) aus­ge­stal­tet sind.4

3An­teil­schei­ne dür­fen erst nach Be­zah­lung des Aus­ga­be­prei­ses aus­ge­ge­ben wer­den.

4Die Aus­ga­be von Frak­ti­ons­an­tei­len ist nur bei An­la­ge­fonds er­laubt.


1 SR 952.0
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).
3 SR 220
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Fe­br. 2013, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 607).

Art. 109 Ausnahmen vom Recht auf jederzeitige Rückgabe

(Art. 79 KAG)

1Das Fonds­re­gle­ment ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge mit er­schwer­ter Be­wer­tung oder be­schränk­ter Markt­gän­gig­keit kann vor­se­hen, dass die Kün­di­gung nur auf be­stimm­te Ter­mi­ne, je­doch min­des­tens vier­mal im Jahr, er­klärt wer­den kann.

2Die FIN­MA kann auf be­grün­de­ten An­trag das Recht auf je­der­zei­ti­ge Rück­ga­be in Ab­hän­gig­keit von An­la­gen und An­la­ge­po­li­tik ein­schrän­ken. Dies gilt na­ment­lich bei:

a.
An­la­gen, die nicht ko­tiert sind und an kei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den;
b.
Hy­po­the­ka­ran­la­gen;
c.
Pri­va­te-Equi­ty-An­la­gen.

3Wird das Recht auf je­der­zei­ti­ge Rück­ga­be ein­ge­schränkt, so ist dies im Fonds­re­gle­ment, im Pro­spekt und im ver­ein­fach­ten Pro­spekt aus­drück­lich zu nen­nen.

4Das Recht auf je­der­zei­ti­ge Rück­ga­be darf höchs­tens fünf Jah­re aus­ge­setzt wer­den.

Art. 110 Aufschub der Rückzahlung

(Art. 81 KAG)

1Das Fonds­re­gle­ment kann vor­se­hen, dass die Rück­zah­lung vor­über­ge­hend und aus­nahms­wei­se auf­ge­scho­ben wird, wenn:

a.
ein Markt, wel­cher Grund­la­ge für die Be­wer­tung ei­nes we­sent­li­chen Teils des Fonds­ver­mö­gens bil­det, ge­schlos­sen ist oder der Han­del an ei­nem sol­chen Markt be­schränkt oder aus­ge­setzt ist;
b.
ein po­li­ti­scher, wirt­schaft­li­cher, mi­li­tä­ri­scher, mo­ne­tä­rer oder an­de­rer Not­fall vor­liegt;
c.
we­gen Be­schrän­kun­gen des De­vi­sen­ver­kehrs oder Be­schrän­kun­gen sons­ti­ger Über­tra­gun­gen von Ver­mö­gens­wer­ten Ge­schäf­te für die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge un­durch­führ­bar wer­den;
d.
zahl­rei­che An­tei­le ge­kün­digt wer­den und da­durch die In­ter­es­sen der üb­ri­gen An­le­ge­rin­nen und An­le­ger we­sent­lich be­ein­träch­tigt wer­den kön­nen.

2Der Ent­scheid über den Auf­schub ist der Prüf­ge­sell­schaft und der FIN­MA un­ver­züg­lich mit­zu­tei­len. Er ist auch den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern in an­ge­mes­se­ner Wei­se mit­zu­tei­len.

Art. 111 Zwangsrückkauf

(Art. 82 KAG)

1Der Zwangs­rück­kauf im Sin­ne von Ar­ti­kel 82 des Ge­set­zes ist nur im Aus­nah­me­fall zu­läs­sig.

2Die Grün­de für einen Zwangs­rück­kauf sind im Fonds­re­gle­ment zu nen­nen.

4. Abschnitt: Offene kollektive Kapitalanlagen mit Teilvermögen

Art. 112 Teilvermögen

(Art. 92-94 KAG)

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV er­stel­len für ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge mit Teil­ver­mö­gen ein ein­zi­ges Fonds­re­gle­ment. Die­ses ent­hält de­ren Be­zeich­nung so­wie die Zu­satz­be­zeich­nun­gen der ein­zel­nen Teil­ver­mö­gen.

2Ha­ben die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV das Recht, wei­te­re Teil­ver­mö­gen zu er­öff­nen, be­ste­hen­de auf­zu­lö­sen oder zu ver­ei­ni­gen, so ist im Fonds­re­gle­ment be­son­ders dar­auf hin­wei­sen.

3Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV wei­sen zu­dem im Fonds­re­gle­ment dar­auf hin, dass:

a.
Ver­gü­tun­gen nur demje­ni­gen Teil­ver­mö­gen be­las­tet wer­den, dem ei­ne be­stimm­te Leis­tung zu­kommt;
b.
Kos­ten, die nicht ein­deu­tig ei­nem Teil­ver­mö­gen zu­ge­ord­net wer­den kön­nen, den ein­zel­nen Teil­ver­mö­gen im Ver­hält­nis zum Fonds­ver­mö­gen be­las­tet wer­den;
c.
An­le­ge­rin­nen und An­le­ger nur am Ver­mö­gen und Er­trag des­je­ni­gen Teil­ver­mö­gens be­rech­tigt sind, an dem sie be­tei­ligt sind be­zie­hungs­wei­se des­sen Ak­ti­en sie hal­ten;
d.
für die auf das ein­zel­ne Teil­ver­mö­gen ent­fal­len­den Ver­bind­lich­kei­ten nur das be­tref­fen­de Teil­ver­mö­gen haf­tet.

4Kom­mis­sio­nen, die An­le­ge­rin­nen und An­le­gern beim Wech­sel von ei­nem Teil­ver­mö­gen zu ei­nem an­dern be­las­tet wer­den, sind im Fonds­re­gle­ment aus­drück­lich zu nen­nen.

5Ar­ti­kel 115 ist bei der Ver­ei­ni­gung von Teil­ver­mö­gen sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

Art. 113 SICAV mit Teilvermögen

(Art. 94 KAG)

Das Ri­si­ko, dass ein Teil­ver­mö­gen un­ter Um­stän­den für ein an­de­res haf­ten muss, ist im Pro­spekt of­fen zu le­gen.

5. Abschnitt: Umstrukturierung und Auflösung

Art. 114 Voraussetzungen für die Umstrukturierung

(Art. 92 und 95 Abs. 1 KAG)

1An­la­ge­fonds oder Teil­ver­mö­gen kön­nen von der Fonds­lei­tung ver­ei­nigt wer­den, so­fern:

a.
die ent­spre­chen­den Fonds­ver­trä­ge dies vor­se­hen;
b.
sie von der glei­chen Fonds­lei­tung ver­wal­tet wer­den;
c.
die ent­spre­chen­den Fonds­ver­trä­ge be­züg­lich der Be­stim­mun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 26 Ab­satz 3 Buch­sta­ben b, d, e, und i des Ge­set­zes grund­sätz­lich über­ein­stim­men;
d.
am glei­chen Tag die Ver­mö­gen der be­tei­lig­ten An­la­ge­fonds be­wer­tet, das Um­tausch­ver­hält­nis be­rech­net und die Ver­mö­gens­wer­te und Ver­bind­lich­kei­ten über­nom­men wer­den;
e.
we­der den An­la­ge­fonds be­zie­hungs­wei­se Teil­ver­mö­gen noch den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern dar­aus Kos­ten er­wach­sen.

2Bei der Ver­mö­gens­über­tra­gung ei­ner SI­CAV kommt Ab­satz 1 sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung.

3Die FIN­MA kann die Ver­ei­ni­gung von An­la­ge­fonds und die Ver­mö­gens­über­tra­gung ei­ner SI­CAV, ins­be­son­de­re im Fall von Im­mo­bi­li­en­fonds, von zu­sätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ma­chen.

Art. 115 Verfahren für die Vereinigung kollektiver Kapitalanlagen

(Art. 95 Abs. 1 Bst. a und b KAG)

1Bei der Ver­ei­ni­gung zwei­er An­la­ge­fonds er­hal­ten die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger des über­tra­gen­den An­la­ge­fonds An­tei­le am über­neh­men­den An­la­ge­fonds in ent­spre­chen­der Hö­he. Der über­tra­gen­de An­la­ge­fonds wird oh­ne Li­qui­da­ti­on auf­ge­löst.

2Der Fonds­ver­trag re­gelt das Ver­fah­ren der Ver­ei­ni­gung. Er ent­hält ins­be­son­de­re Be­stim­mun­gen über:

a.
die In­for­ma­ti­on der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger;
b.
die Prü­fungs­pflich­ten der Prüf­ge­sell­schaft bei der Ver­ei­ni­gung.

3Die FIN­MA kann einen be­fris­te­ten Auf­schub der Rück­zah­lung be­wil­li­gen, wenn die Ver­ei­ni­gung vor­aus­sicht­lich mehr als einen Tag in An­spruch nimmt.

4Die Fonds­lei­tung mel­det der FIN­MA den Ab­schluss der Ver­ei­ni­gung.

5Bei der Ver­mö­gens­über­tra­gung ei­ner SI­CAV kom­men die Ab­sät­ze 2-4 sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung.

Art. 116 Auflösung einer kollektiven Kapitalanlage

(Art. 96 und 97 KAG)

1Die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge wird auf­ge­löst und darf un­ver­züg­lich li­qui­diert wer­den, wenn:

a.
die Fonds­lei­tung oder die De­pot­bank ge­kün­digt hat;
b.
die Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre ei­ner SI­CAV die Auf­lö­sung be­schlos­sen ha­ben.

2Hat die FIN­MA die Auf­lö­sung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ver­fügt, so muss sie un­ver­züg­lich li­qui­diert wer­den.

3Vor der Schluss­zah­lung muss die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV die Be­wil­li­gung der FIN­MA ein­ho­len.

4Der Han­del von An­tei­len an der Bör­se ist auf den Zeit­punkt der Auf­lö­sung ein­zu­stel­len.

5Die Kün­di­gung des De­pot­bank­ver­trags zwi­schen der SI­CAV und der De­pot­bank ist der FIN­MA und der Prüf­ge­sell­schaft un­ver­züg­lich zu mel­den.

3. Titel: Geschlossene kollektive Kapitalanlagen

A:
AHVG Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AHVV Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AIG Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
AVIG Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
AVO Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AVO-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AdoV Verordnung über die Adoption
ArG Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
ArGV 1 Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz
AsylG Asylgesetz
B:
BBG Bundesgesetzüber die Berufsbildung
BEG Bundesgesetz über Bucheffekten
BEHG Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel
BEHV Verordnung über die Börsen und den Effektenhandel
BG-HAÜ Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen
BG-KKE Bundesgesetz über internationale Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen
BGBB Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht
BGFA Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte
BGG Bundesgesetz über das Bundesgericht
BIV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Insolvenz von Banken und Effektenhändlern
BPG Bundespersonalgesetz
BPR Bundesgesetz über die politischen Rechte
BV Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
BVG Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
BZG Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
BankG Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen
BankV Verordnung über die Banken und Sparkassen
BetmG Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
BewG Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BewV Verordnung über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BöB Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
BüG Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts
D:
DBG Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer
DSG Bundesgesetz über den Datenschutz
E:
EBG Eisenbahngesetz
EMRK Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
EOG Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
EOV Verordnung zum Erwerbsersatzgesetz
EÖBV Verordnung über die elektronische öffentliche Beurkundung
F:
FHG Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaushalt
FINMAG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
FKG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzkontrolle
FMedG Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung
FZG Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
FinfraG Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV Verordnung über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FusG Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung
G:
GBV Grundbuchverordnung
GSG Bundesgesetz über die von der Schweiz als Gaststaat gewährten Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen sowie finanziellen Beiträge
GUMG Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen
GeBüV Verordnung über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher
GebV SchKG Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
GlG Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann
H:
HEsÜ Übereinkommen über den internationalen Schutz von Erwachsenen
HKsÜ Übereinkommen
HRegV Handelsregisterverordnung
I:
IPRG Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht
J:
JStG Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht
JStPO Schweizerische Jugendstrafprozessordnung
K:
KAG Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen
KAKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von kollektiven Kapitalanlagen
KG Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen
KKV Verordnung über die kollektiven Kapitalanlagen
KKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die kollektiven Kapitalanlagen
KOV Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV)
KVG Bundesgesetz über die Krankenversicherung
L:
LVG Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung
LugÜ Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
M:
MSchG Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben
MStG Militärstrafgesetz
MWSTG Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer
MWSTV Mehrwertsteuerverordnung
O:
OAV-SchKG Verordnung betreffend die Oberaufsicht über Schuldbetreibung und Konkurs
OHG Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten
OR Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht)
P:
PAVO Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern
PBV Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen
ParlG Bundesgesetz über die Bundesversammlung
PartG Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare
PatGG Bundesgesetz über das Bundespatentgericht
PfG Pfandbriefgesetz
PrHG Bundesgesetz über die Produktehaftpflicht
PüG Preisüberwachungsgesetz
R:
RAG Bundesgesetz über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren
S:
SVG Strassenverkehrsgesetz
SVKG Verordnung über die Sanktionen bei unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen
SchKG Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
StBOG Bundesgesetz über die Organisation der Strafbehörden des Bundes
StG Bundesgesetz über die Stempelabgaben
StGB Schweizerisches Strafgesetzbuch
StHG Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
StPO Schweizerische Strafprozessordnung
StV Verordnung über die Stempelabgaben
SuG Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen
U:
URG Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
URV Verordnung über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
UVG Bundesgesetz über die Unfallversicherung
UVV Verordnung über die Unfallversicherung
UWG Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
V:
VAG Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen
VASR Verordnung über die anerkannten Standards zur Rechnungslegung
VBB Verordnung über das bäuerliche Bodenrecht
VBVV Verordnung über die Vermögensverwaltung im Rahmen einer Beistandschaft oder Vormundschaft
VDSG Verordnung zum Bundesgesetz über den Datenschutz
VG Bundesgesetz über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten
VGG Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht
VKA Verordnung über die Katastrophenhilfe im Ausland
VKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von Versicherungsunternehmen
VPAV Verordnung betreffend die Pfändung, Arrestierung und Verwertung von Versicherungsansprüchen nach dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag
VStG Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer
VStV Verordnung über die Verrechnungssteuer
VStrR Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht
VVAG Verordnung über die Pfändung und Verwertung von Anteilen an Gemeinschaftsvermögen
VVG Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag
VZG Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken
VegüV Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften
VeÜ-ZSSV Verordnung über die elektronische Übermittlung im Rahmen von Zivil- und Strafprozessen sowie von Schuldbetreibungs- und Konkursverfahren
VwVG Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
VüKU Verordnung über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen
VüS Verordnung über das Strafregister
W:
WG Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition
Z:
ZG Zollgesetz
ZGB Schweizerisches Zivilgesetzbuch
ZPO Schweizerische Zivilprozessordnung
ZStV Zivilstandsverordnung
ZTG Zolltarifgesetz
Ü:
ÜbZ Übereinkunft betreffend Zivilprozessrecht
ÜüAVaS Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche
ÜüRK Übereinkommen über die Rechte des Kindes
ÜüSKZGIA Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption
ÜüiZR Übereinkommen über den internationalen Zugang zur Rechtspflege
ÜüzAiK Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung
C:
CC Code civil suisse
CEDH Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales
CL Convention concernant la compétence judiciaire, la reconnaissance et l'exécution des décisions en matière civile et commerciale
CLaH 2000 Convention sur la protection internationale des adultes
CLaH 96 Convention
CO Loi fédérale complétant le Code civil suisse
CP Code pénal suisse
CPC Code de procédure civile
CPM Code pénal militaire
CPP Code de procédure pénale suisse
Caclid Convention sur les aspects civils de l'enlèvement international d'enfants
Cpecmdi Convention sur la protection des enfants et la coopération en matière d'adoption internationale
Cprlsaé Convention pour la reconnaissance et l'exécution des sentences arbitrales étrangères
Crdl Convention relative aux droits de l'enfant
Crpc Convention relative à la procédure civile
Cst. Constitution fédérale de la Confédération suisse
Ctflij Convention tendant à faciliter l'accès international à la justice
D:
DPA Loi fédérale sur le droit pénal administratif
DPMin Loi fédérale régissant la condition pénale des mineurs
L:
LAA Loi fédérale sur l'assurance-accidents
LACI Loi fédérale sur l'assurance-chômage obligatoire et l'indemnité en cas d'insolvabilité
LAGH Loi fédérale sur l'analyse génétique humaine
LAMal Loi fédérale sur l'assurance-maladie
LAP Loi fédérale sur l'approvisionnement économique du pays
LAPG Loi fédérale sur les allocations pour perte de gain en cas de service et de maternité
LAVI Loi fédérale sur l'aide aux victimes d'infractions
LAVS Loi fédérale sur l'assurance-vieillesse et survivants
LArm Loi fédérale sur les armes, les accessoires d'armes et les munitions
LAsi Loi sur l'asile
LB Loi fédérale sur les banques et les caisses d'épargne
LBVM Loi fédérale sur les bourses et le commerce des valeurs mobilières
LCA Loi fédérale sur le contrat d'assurance
LCD Loi fédérale contre la concurrence déloyale
LCF Loi fédérale sur le Contrôle fédéral des finances
LCR Loi fédérale sur la circulation routière
LCart Loi fédérale sur les cartels et autres restrictions à la concurrence
LCdF Loi fédérale sur les chemins de fer
LD Loi sur les douanes
LDA Loi fédérale sur le droit d'auteur et les droits voisins
LDFR Loi fédérale sur le droit foncier rural
LDIP Loi fédérale sur le droit international privé
LDP Loi fédérale sur les droits politiques
LEH Loi fédérale sur les privilèges, les immunités et les facilités, ainsi que sur les aides financières accordés par la Suisse en tant qu'Etat hôte
LEI Loi fédérale sur les étrangers et l'intégration
LEg Loi fédérale sur l'égalité entre femmes et hommes
LF-CLaH Loi fédérale relative à la Convention de La Haye sur l'adoption et aux mesures de protection de l'enfant en cas d'adoption internationale
LF-EEA Loi fédérale sur l'enlèvement international d'enfants et les Conventions de La Haye sur la protection des enfants et des adultes
LFAIE Loi fédérale sur l'acquisition d'immeubles par des personnes à l'étranger
LFC Loi sur les finances de la Confédération
LFINMA Loi sur l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers
LFLP Loi fédérale sur le libre passage dans la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité
LFPr Loi fédérale sur la formation professionnelle
LFus Loi fédérale sur la fusion, la scission, la transformation et le transfert de patrimoine
LHID Loi fédérale sur l'harmonisation des impôts directs des cantons et des communes
LIA Loi fédérale sur l'impôt anticipé (LIA)
LIFD Loi fédérale sur l'impôt fédéral direct
LIMF Loi fédérale sur les infrastructures des marchés financiers et le comportement sur le marché en matière de négociation de valeurs mobilières et de dérivés*
LLCA Loi fédérale sur la libre circulation des avocats
LLG Loi sur l'émission de lettres de gage
LMP Loi fédérale sur les marchés publics
LN Loi fédérale sur l'acquisition et la perte de la nationalité suisse
LOAP Loi fédérale sur l'organisation des autorités pénales de la Confédération
LP Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite
LPCC Loi fédérale sur les placements collectifs de capitaux*
LPD Loi fédérale sur la protection des données
LPM Loi fédérale sur la protection des marques et des indications de provenance
LPMA Loi fédérale sur la procréation médicalement assistée*
LPP Loi fédérale sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité
LPPCi Loi fédérale sur la protection de la population et sur la protection civile
LParl Loisur l'Assemblée fédérale
LPart Loi fédérale sur le partenariat enregistré entre personnes du même sexe
LPers Loi sur le personnel de la Confédération
LRCF Loi fédérale sur la responsabilité de la Confédération, des membres de ses autorités et de ses fonctionnaires
LRFP Loi fédérale sur la responsabilité du fait des produits
LSA Loi fédérale sur la surveillance des entreprises d'assurance
LSPr Loi fédérale concernant la surveillance des prix
LSR Loi fédérale sur l'agrément et la surveillance des réviseurs
LStup Loi fédérale sur les stupéfiants et les substances psychotropes
LSu Loi fédérale sur les aides financières et les indemnités
LT Loi fédérale sur les droits de timbre
LTAF Loi sur le Tribunal administratif fédéral
LTF Loi sur le Tribunal fédéral
LTFB Loi<em></em>sur le Tribunal fédéral des brevets
LTI Loi fédérale sur les titres intermédiés
LTVA Loi fédérale régissant la taxe sur la valeur ajoutée
LTaD Loi sur le tarif des douanes
LTr Loi fédérale sur le travail dans l'industrie, l'artisanat et le commerce
O:
OAAE Ordonnance sur l'acte authentique électronique
OACata Ordonnance sur l'aide en cas de catastrophe à l'étranger
OAIE Ordonnance sur l'acquisition d'immeubles par des personnes à l'étranger
OAOF Ordonnance sur l'administration des offices de faillite
OAdo Ordonnance sur l'adoption
OB Ordonnance sur les banques et les caisses d'épargne
OBVM Ordonnance sur les bourses et le commerce des valeurs mobilières
OCEl-PCPP Ordonnance sur la communication électronique dans le cadre de procédures civiles et pénales et de procédures en matière de poursuite pour dettes et de faillite
ODAu Ordonnance sur le droit d'auteur et les droits voisins
ODFR Ordonnance sur le droit foncier rural
OEC Ordonnance sur l'état civil
OELP Ordonnance sur les émoluments perçus en application de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite
OFA-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la faillite des entreprises d'assurance
OFPC-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la faillite de placements collectifs de capitaux
OGPCT Ordonnance sur la gestion du patrimoine dans le cadre d'une curatelle ou d'une tutelle
OHS-LP Ordonnance relative à la haute surveillance en matière de poursuite et de faillite
OIA Ordonnance sur l'impôt anticipé
OIB-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur l'insolvabilité des banques et des négociants en valeurs mobilières
OIMF Ordonnance sur les infrastructures des marchés financiers et le comportement sur le marché en matière de négociation de valeurs mobilières et de dérivés
OIMF-FINMA Ordonnance
OIP Ordonnance sur l'indication des prix
OLAA Ordonnance sur l'assurance-accidents
OLPD Ordonnance relative à la loi fédérale sur la protection des données
OLT 1 Ordonnance 1 relative à la loi sur le travail
ONCR Ordonnance sur les normes comptables reconnues
OPC Ordonnance concernant la saisie et la réalisation de parts de communautés
OPC-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur les placements collectifs de capitaux
OPCC Ordonnance sur les placements collectifs de capitaux
OPE Ordonnance sur le placement d'enfants
ORAb Ordonnance contre les rémunérations abusives dans les sociétés anonymes cotées en bourse
ORC Ordonnance sur le registre du commerce
ORF Ordonnance sur le registre foncier
ORFI Ordonnance du Tribunal fédéral sur la réalisation forcée des immeubles
OS Ordonnance sur la surveillance des entreprises d'assurance privées
OS LCart Ordonnance sur les sanctions en cas de restrictions illicites à la concurrence
OS-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la surveillance des entreprises d'assurance privées
OSAss Ordonnance concernant la saisie, le séquestre et la réalisation des droits découlant d'assurances d'après la loi fédérale du 2 avril 1908 sur le contrat d'assurance
OT Ordonnance sur les droits de timbre
OTVA Ordonnance régissant la taxe sur la valeur ajoutée
Occd Ordonnance sur le contrôle des concentrations d'entreprises
Ocj Ordonnance sur le casier judiciaire
Olico Ordonnance concernant la tenue et la conservation des livres de comptes
P:
PA Loi fédérale sur la procédure administrative
PPMin Loi fédérale sur la procédure pénale applicable aux mineurs
R:
RAPG Règlement sur les allocations pour perte de gain
RAVS Règlement sur l'assurance-vieillesse et survivants
C:
C Convenzione
CC Codice civile svizzero
CEDU Convenzione per la salvaguardia dei diritti dell'uomo e delle libertà fondamentali
CLug Convenzione concernente la competenza giurisdizionale, il riconoscimento e l'esecuzione delle decisioni in materia civile e commerciale
CO Legge federale di complemento del Codice civile svizzero
CP Codice penale svizzero
CPC Codice di diritto processuale civile svizzero
CPM Codice penale militare
CPP Codice di diritto processuale penale svizzero
Ccrldsae Convenzione concernente il riconoscimento e l'esecuzione delle sentenze arbitrali estere
Cdf Convenzione sui diritti del fanciullo
Cost. Costituzione federale della Confederazione Svizzera
Crapc Convenzione relativa alla procedura civile
Csacrim Convenzione sugli aspetti civili del rapimento internazionale di minori
Cspida Convenzione sulla protezione internazionale degli adulti
Cspmscmai Convenzione sulla protezione dei minori e sulla cooperazione in materia di adozione internazionale
Cvfliag Convenzione volta a facilitare l'accesso internazionale alla giustizia
D:
DPA Legge federale sul diritto penale amministrativo
DPMin Legge federale sul diritto penale minorile
L:
LADI Legge federale sull'assicurazione obbligatoria contro la disoccupazione e l'indennità per insolvenza
LAFE Legge federale sull'acquisto di fondi da parte di persone all'estero
LAID Legge federale sull'armonizzazione delle imposte dirette dei Cantoni e dei Comuni
LAINF Legge federale sull'assicurazione contro gli infortuni
LAMal Legge federale sull'assicurazione malattie
LAP Legge federale sull'approvvigionamento economico del Paese
LAPub Legge federale sugli acquisti pubblici
LAV Legge federale concernente l'aiuto alle vittime di reati
LAVS Legge federale su l'assicurazione per la vecchiaia e per i superstiti
LArm Legge federale sulle armi, gli accessori di armi e le munizioni
LAsi Legge sull'asilo
LBCR Legge federale sulle banche e le casse di risparmio
LBVM Legge federale sulle borse e il commercio di valori mobiliari
LCA Legge federale sul contratto d'assicurazione
LCF Legge federale sul controllo federale delle finanze
LCSl Legge federale contro la concorrenza sleale
LCStr Legge federale sulla circolazione stradale
LCart Legge federale sui cartelli e altre limitazioni della concorrenza
LCit Legge federale su l'acquisto e la perdita della cittadinanza svizzera
LD Legge sulle dogane
LDA Legge federale sul diritto d'autore e sui diritti di protezione affini
LDFR Legge federale sul diritto fondiario rurale
LDIP Legge federale sul diritto internazionale privato
LDP Legge federale sui diritti politici
LEF Legge federale sulla esecuzione e sul fallimento
LEGU Legge federale sugli esami genetici sull'essere umano
LF-CAA Legge federale relativa alla Convenzione dell'Aia sull'adozione e a provvedimenti per la protezione del minore nelle adozioni internazionali
LF-RMA Legge federale sul rapimento internazionale dei minori e sulle Convenzioni dell'Aia sulla protezione dei minori e degli adulti
LFC Legge federale sulle finanze della Confederazione
LFINMA Legge federale concernente l'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari
LFLP Legge federale sul libero passaggio nella previdenza professionale per la vecchiaia, i superstiti e l'invalidità
LFPr Legge federale sulla formazione professionale
LFus Legge federale sulla fusione, la scissione, la trasformazione e il trasferimento di patrimonio
LICol Legge federale sugli investimenti collettivi di capitale
LIFD Legge federale sull'imposta federale diretta
LIP Legge federale sull'imposta preventiva
LIPG Legge federale sulle indennità di perdita di guadagno per chi presta servizio e in caso di maternità
LIVA Legge federale concernente l'imposta sul valore aggiunto
LInFi Legge federale sulle infrastrutture del mercato finanziario e il comportamento sul mercato nel commercio di valori mobiliari e derivati
LL Legge federale sul lavoro nell'industria, nell'artigianato e nel commercio
LLCA Legge federale sulla libera circolazione degli avvocati
LOAP Legge federale sull'organizzazione delle autorità penali della Confederazione
LOF Legge sulle obbligazioni fondiarie
LPAM Legge federale concernente la procreazione con assistenza medica
LPD Legge federale sulla protezione dei dati
LPM Legge federale sulla protezione dei marchi e delle indicazioni di provenienza
LPP Legge federale sulla previdenza professionale per la vecchiaia, i superstiti e l'invalidità
LPPC Legge federale sulla protezione della popolazione e sulla protezione civile
LPar Legge federale sulla parità dei sessi
LParl Legge federale sull'Assemblea federale
LPers Legge sul personale federale
LRDP Legge federale sulla responsabilità per danno da prodotti
LResp Legge federale su la responsabilità della Confederazione, dei membri delle autorità federali e dei funzionari federali
LSA Legge federale sulla sorveglianza delle imprese di assicurazione
LSO Legge federale sui privilegi, le immunità e le facilitazioni, nonché sugli aiuti finanziari accordati dalla Svizzera quale Stato ospite
LSPr Legge federale sulla sorveglianza dei prezzi
LSR Legge federalesull'abilitazione e la sorveglianza dei revisori
LStrI Legge federale sugli stranieri e la loro integrazione
LStup Legge federale sugli stupefacenti e sulle sostanze psicotrope
LSu Legge federale sugli aiuti finanziari e le indennità
LTAF Legge sul Tribunale amministrativo federale
LTB Legge federale sulle tasse di bollo
LTCo Legge federale sui titoli contabili
LTD Legge sulla tariffa delle dogane
LTF Legge sul Tribunale federale
LTFB Legge sul Tribunale federale dei brevetti
LUD Legge federale sull'unione domestica registrata di coppie omosessuali
Lferr Legge federale sulle ferrovie
O:
OABCT Ordinanza sull'amministrazione di beni nell'ambito di una curatela o di una tutela
OACata Ordinanza sull'aiuto in caso di catastrofe all'estero
OAFE Ordinanza sull'acquisto di fondi da parte di persone all'estero
OAINF Ordinanza sull'assicurazione contro gli infortuni
OAMin Ordinanza sull'accoglimento di minori a scopo di affiliazione
OAPuE Ordinanza sugli atti pubblici in forma elettronica
OAV-LEF Ordinanza concernente l'alta vigilanza sulla esecuzione e sul fallimento
OAVS Ordinanza sull'assicurazione per la vecchiaia e per i superstiti
OAdoz Ordinanza sull'adozione
OBCR Ordinanza sulle banche e le casse di risparmio
OBVM Ordinanza sulle borse e il commercio di valori mobiliari
OCE-PCPE Ordinanza sulla comunicazione per via elettronica nell'ambito di procedimenti civili e penali nonché di procedure d'esecuzione e fallimento
ODAu Ordinanza sul diritto d'autore e sui diritti di protezione affini
ODFR Ordinanza sul diritto fondiario rurale
ODiC Ordinanza concernente il pignoramento e la realizzazione di diritti in comunione
OFA-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sul fallimento delle imprese di assicurazione
OFICol-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sul fallimento degli investimenti collettivi di capitale
OIB-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sull'insolvenza di banche e commercianti di valori mobiliari
OICol Ordinanza sugli investimenti collettivi di capitale
OICol-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sugli investimenti collettivi di capitale
OIP Ordinanza sull'indicazione dei prezzi
OIPG Ordinanza sulle indennità di perdita di guadagno
OIPrev Ordinanza sull'imposta preventiva
OIVA Ordinanza concernente l'imposta sul valore aggiunto
OInFi Ordinanza sulle infrastrutture del mercato finanziario e il comportamento sul mercato nel commercio di valori mobiliari e derivati
OInFi-FINMA Ordinanza