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Bundesgesetz über die Unfallversicherung

vom 20. März 1981 (Stand am 1. September 2017)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 110 Absatz 1 Buchstabe a und 117 Absatz 1 der Bundesverfassung1,2 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 18. August 19763,

beschliesst:

Erster Titel: Anwendbarkeit des ATSG

Art. 1

1Die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20001 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (ATSG) sind auf die Un­fall­ver­si­che­rung an­wend­bar, so­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz nicht aus­drück­lich ei­ne Ab­wei­chung vom ATSG vor­sieht.

2Sie fin­den kei­ne An­wen­dung in fol­gen­den Be­rei­chen:

a.
Me­di­zi­nal­recht und Ta­rif­we­sen (Art. 53-57);
abis.2
Ne­ben­tä­tig­kei­ten (Art. 67a) der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt (Su­va);
b.
Re­gis­trie­rung von Un­fall­ver­si­che­rern (Art. 68);
c.
Ver­fah­ren über geld­wer­te Strei­tig­kei­ten zwi­schen Ver­si­che­rern (Art. 78a);
d.3
Ver­fah­ren über die An­er­ken­nung von Aus­bil­dungs­kur­sen und die Er­tei­lung von Aus­bil­dungs­nach­wei­sen (Art. 82a).

1 SR 830.1
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Erster Titel a. Versicherte Personen

1. Kapitel: Obligatorische Versicherung

Art. 1a Versicherte

1Ob­li­ga­to­risch ver­si­chert sind nach die­sem Ge­setz:

a.
die in der Schweiz be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mer, ein­sch­liess­lich der Heim­ar­bei­ter, Ler­nen­de, Prak­ti­kan­ten, Vo­lon­tä­re so­wie der in Lehr- oder In­va­li­den­werk­stät­ten tä­ti­gen Per­so­nen;
b.
die Per­so­nen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19822 (AVIG) er­fül­len oder Ent­schä­di­gun­gen nach Ar­ti­kel 29 AVIG be­zie­hen (ar­beits­lo­se Per­so­nen).3

2Der Bun­des­rat kann die Ver­si­che­rungs­pflicht aus­deh­nen auf Per­so­nen, die in ei­nem ar­beits­ver­trag­s­ähn­li­chen Ver­hält­nis ste­hen. Er kann Aus­nah­men von der Ver­si­che­rungs­pflicht vor­se­hen, na­ment­lich für mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der, für un­re­gel­mäs­sig Be­schäf­tig­te und für Per­so­nen, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20074 von Vor­rech­ten, Im­mu­ni­tä­ten und Er­leich­te­run­gen be­güns­tigt sind.5


1 Ur­sprüng­lich Art. 1.
2 SR837.0
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
4 SR 192.12
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 12 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).

Art. 2 Räumliche Geltung

1Wird ein Ar­beit­neh­mer ei­nes Ar­beit­ge­bers in der Schweiz für be­schränk­te Zeit im Aus­land be­schäf­tigt, so wird die Ver­si­che­rung nicht un­ter­bro­chen.

2Nicht ver­si­chert sind Ar­beit­neh­mer, die von ei­nem Ar­beit­ge­ber im Aus­land für be­schränk­te Zeit in die Schweiz ent­sandt wer­den.

3Der Bun­des­rat kann ab­wei­chen­de Vor­schrif­ten er­las­sen, na­ment­lich für Ar­beit­neh­mer von Trans­port­be­trie­ben und öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen.

Art. 3 Beginn, Ende und Ruhen der Versicherung

1Die Ver­si­che­rung be­ginnt an dem Tag, an dem das Ar­beits­ver­hält­nis an­fängt oder erst­mals Lohn­an­spruch be­steht, in je­dem Fall aber im Zeit­punkt, da der Ar­beit­neh­mer sich auf den Weg zur Ar­beit be­gibt. Für ar­beits­lo­se Per­so­nen be­ginnt sie mit dem Tag, an dem erst­mals die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8 AVIG1 er­füllt sind oder Ent­schä­di­gun­gen nach Ar­ti­kel 29 AVIG be­zo­gen wer­den.2

2Die Ver­si­che­rung en­det mit dem 31. Tag nach dem Tag, an dem der An­spruch auf min­des­tens den hal­b­en Lohn auf­hört und für ar­beits­lo­se Per­so­nen mit dem 31. Tag nach dem Tag, an dem letzt­mals die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8 AVIG er­füllt oder Ent­schä­di­gun­gen nach Ar­ti­kel 29 AVIG be­zo­gen wor­den sind.3

3Der Ver­si­che­rer hat dem Ver­si­cher­ten die Mög­lich­keit zu bie­ten, die Ver­si­che­rung durch be­son­de­re Ab­re­de bis zu sechs Mo­na­ten zu ver­län­gern.4

4Die Ver­si­che­rung ruht, wenn der Ver­si­cher­te der Mi­li­tär­ver­si­che­rung oder ei­ner aus­län­di­schen ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung un­ter­steht.

5Der Bun­des­rat re­gelt die Ver­gü­tun­gen und Er­satzein­künf­te, die als Lohn gel­ten, so­wie die Form und den In­halt von Ab­re­den über die Ver­län­ge­rung von Ver­si­che­run­gen.5


1 SR837.0
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

2. Kapitel: Freiwillige Versicherung

Art. 4 Versicherungsfähige

1In der Schweiz wohn­haf­te Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de und ih­re nicht ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­ten mit­ar­bei­ten­den Fa­mi­li­en­glie­der kön­nen sich frei­wil­lig ver­si­chern.

2Aus­ge­schlos­sen von die­ser frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung sind nich­t­er­werbs­tä­ti­ge Ar­beit­ge­ber, die le­dig­lich Haus­be­diens­te­te be­schäf­ti­gen.

Art. 5 Gestaltung

1Die Be­stim­mun­gen über die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung gel­ten sinn­ge­mä­ss für die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung.

2Der Bun­des­rat er­lässt er­gän­zen­de Vor­schrif­ten über die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung. Er ord­net na­ment­lich den Bei­tritt, den Rück­tritt und den Aus­schluss so­wie die Prä­mi­en­be­mes­sung.

Zweiter Titel: Gegenstand der Versicherung

Art. 6 Allgemeines

1So­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt, wer­den die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen bei Be­rufs­un­fäl­len, Nicht­be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten ge­währt.

2Die Ver­si­che­rung er­bringt ih­re Leis­tun­gen auch bei fol­gen­den Kör­per­schä­di­gun­gen, so­fern sie nicht vor­wie­gend auf Ab­nüt­zung oder Er­kran­kung zu­rück­zu­füh­ren sind:

a.
Kno­chen­brü­che;
b.
Ver­ren­kun­gen von Ge­len­ken;
c.
Me­nis­kus­ris­se;
d.
Mus­kel­ris­se;
e.
Mus­kel­zer­run­gen;
f.
Seh­nen­ris­se;
g.
Band­lä­sio­nen;
h.
Trom­mel­fell­ver­let­zun­gen.1

3Die Ver­si­che­rung er­bringt ih­re Leis­tun­gen aus­ser­dem für Schä­di­gun­gen, die dem Ver­un­fall­ten bei der Heil­be­hand­lung zu­ge­fügt wer­den (Art. 10).


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 7 Berufsunfälle

1Als Be­rufs­un­fäl­le gel­ten Un­fäl­le (Art. 4 ATSG1), die dem Ver­si­cher­ten zu­stos­sen:2

a.
bei Ar­bei­ten, die er auf An­ord­nung des Ar­beit­ge­bers oder in des­sen In­ter­es­se aus­führt;
b.
wäh­rend der Ar­beit­s­pau­sen so­wie vor und nach der Ar­beit, wenn er sich be­fug­ter­wei­se auf der Ar­beits­stät­te oder im Be­rei­che der mit sei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit zu­sam­men­hän­gen­den Ge­fah­ren auf­hält.

2Für Teil­zeit­be­schäf­tig­te, de­ren Ar­beits­dau­er das vom Bun­des­rat fest­zu­set­zen­de Min­dest­mass nicht er­reicht, gel­ten auch Un­fäl­le auf dem Ar­beits­weg als Be­rufs­un­fäl­le.

3Der Bun­des­rat kann für Wirt­schafts­zwei­ge mit be­son­de­ren Be­triebs­for­men, na­ment­lich für die Land­wirt­schaft und das Klein­ge­wer­be, den Be­rufs­un­fall ab­wei­chend um­schrei­ben.


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 8 Nichtberufsunfälle

1Als Nicht­be­rufs­un­fäl­le gel­ten al­le Un­fäl­le (Art. 4 ATSG1), die nicht zu den Be­rufs­un­fäl­len zäh­len.2

2Teil­zeit­be­schäf­tig­te nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 sind ge­gen Nicht­be­rufs­un­fäl­le nicht ver­si­chert.


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 9 Berufskrankheiten

1Als Be­rufs­krank­hei­ten gel­ten Krank­hei­ten (Art. 3 ATSG1), die bei der be­ruf­li­chen Tä­tig­keit aus­sch­liess­lich oder vor­wie­gend durch schä­di­gen­de Stof­fe oder be­stimm­te Ar­bei­ten ver­ur­sacht wor­den sind.2 Der Bun­des­rat er­stellt die Lis­te die­ser Stof­fe und Ar­bei­ten so­wie der ar­beits­be­ding­ten Er­kran­kun­gen.

2Als Be­rufs­krank­hei­ten gel­ten auch an­de­re Krank­hei­ten, von de­nen nach­ge­wie­sen wird, dass sie aus­sch­liess­lich oder stark über­wie­gend durch be­ruf­li­che Tä­tig­keit ver­ur­sacht wor­den sind.

3So­weit nichts an­de­res be­stimmt ist, sind Be­rufs­krank­hei­ten von ih­rem Aus­bruch an ei­nem Be­rufs­un­fall gleich­ge­stellt. Sie gel­ten als aus­ge­bro­chen, so­bald der Be­trof­fe­ne erst­mals ärzt­li­cher Be­hand­lung be­darf oder ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG) ist.3


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Dritter Titel: Versicherungsleistungen

1. Kapitel: Pflegeleistungen und Kostenvergütungen

Art. 10 Heilbehandlung

1Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf die zweck­mäs­si­ge Be­hand­lung der Un­fall­fol­gen, näm­lich auf:

a.1
die am­bu­lan­te Be­hand­lung durch den Arzt, den Zahn­arzt oder auf de­ren An­ord­nung durch ei­ne me­di­zi­ni­sche Hilfs­per­son so­wie durch den Chi­ro­prak­tor und die am­bu­lan­te Be­hand­lung in ei­nem Spi­tal;
b.
die vom Arzt oder Zahn­arzt ver­ord­ne­ten Arz­nei­mit­tel und Ana­ly­sen;
c.
die Be­hand­lung, Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung ei­nes Spi­tals;
d.
die ärzt­lich ver­ord­ne­ten Nach- und Ba­de­ku­ren;
e.
die der Hei­lung dien­li­chen Mit­tel und Ge­gen­stän­de.

2Der Ver­si­cher­te kann den Arzt, den Zahn­arzt, den Chi­ro­prak­tor, die Apo­the­ke, das Spi­tal und die Kur­an­stalt frei wäh­len.2

3Der Bun­des­rat kann die Leis­tungs­pflicht der Ver­si­che­rung nä­her um­schrei­ben und die Kos­ten­ver­gü­tung für Be­hand­lung im Aus­land be­gren­zen. Er kann fest­le­gen, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der Ver­si­cher­te An­spruch auf Hil­fe und Pfle­ge zu Hau­se hat.3


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 11 Hilfsmittel

1Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf die Hilfs­mit­tel, die kör­per­li­che Schä­di­gun­gen oder Funk­ti­ons­aus­fäl­le aus­glei­chen. Der Bun­des­rat er­stellt die Lis­te die­ser Hilfs­mit­tel.

2Die Hilfs­mit­tel müs­sen ein­fach und zweck­mäs­sig sein. Sie wer­den zu Ei­gen­tum oder leih­wei­se ab­ge­ge­ben.

Art. 12 Sachschäden

Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf De­ckung der durch den Un­fall ver­ur­sach­ten Schä­den an Sa­chen, die einen Kör­per­teil oder ei­ne Kör­per­funk­ti­on er­set­zen. Für Bril­len, Hör­ap­pa­ra­te und Zahn­pro­the­sen be­steht ein Er­satz­an­spruch nur, wenn ei­ne be­hand­lungs­be­dürf­ti­ge Kör­per­schä­di­gung vor­liegt.

Art. 13 Reise-, Transport- und Rettungskosten

1Die not­wen­di­gen Rei­se-, Trans­port- und Ret­tungs­kos­ten wer­den ver­gü­tet.

2Der Bun­des­rat kann die Ver­gü­tung für Kos­ten im Aus­land be­gren­zen.

Art. 14 Leichentransport- und Bestattungskosten

1Die not­wen­di­gen Kos­ten für die Über­füh­rung der Lei­che an den Be­stat­tungs­ort wer­den ver­gü­tet. Der Bun­des­rat kann die Ver­gü­tung der im Aus­land ent­ste­hen­den Kos­ten be­gren­zen.

2Die Be­stat­tungs­kos­ten wer­den ver­gü­tet, so­weit sie das Sie­ben­fa­che des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes nicht über­stei­gen.

2. Kapitel: Geldleistungen

1. Abschnitt: Versicherter Verdienst

Art. 15

1Tag­gel­der und Ren­ten wer­den nach dem ver­si­cher­ten Ver­dienst be­mes­sen.

2Als ver­si­cher­ter Ver­dienst gilt für die Be­mes­sung der Tag­gel­der der letz­te vor dem Un­fall be­zo­ge­ne Lohn, für die Be­mes­sung der Ren­ten der in­ner­halb ei­nes Jah­res vor dem Un­fall be­zo­ge­ne Lohn.

3Bei der Fest­set­zung des Höchst­be­trags des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes nach Ar­ti­kel 18 ATSG1 be­zeich­net der Bun­des­rat die da­zu ge­hö­ren­den Ne­ben­be­zü­ge und Er­satzein­künf­te.2 Da­bei sorgt er da­für, dass in der Re­gel min­des­tens 92 Pro­zent, aber nicht mehr als 96 Pro­zent der ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer zum vol­len Ver­dienst ver­si­chert sind. Er er­lässt Be­stim­mun­gen über den ver­si­cher­ten Ver­dienst in Son­der­fäl­len, na­ment­lich bei:

a.
lang­dau­ern­der Tag­geld­be­rech­ti­gung;
b.
Be­rufs­krank­hei­ten;
c.
Ver­si­cher­ten, die nicht oder noch nicht den be­rufs­üb­li­chen Lohn er­hal­ten;
d.
Ver­si­cher­ten, die un­re­gel­mäs­sig be­schäf­tigt sind.

1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

2. Abschnitt: Taggeld

Art. 16 Anspruch

1Ist der Ver­si­cher­te in­fol­ge des Un­fal­les voll oder teil­wei­se ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG1), so hat er An­spruch auf ein Tag­geld.2

2Der An­spruch auf Tag­geld ent­steht am drit­ten Tag nach dem Un­fall­tag. Er er­lischt mit der Wie­der­er­lan­gung der vol­len Ar­beits­fä­hig­keit, mit dem Be­ginn ei­ner Ren­te oder mit dem Tod des Ver­si­cher­ten.

3Das Tag­geld der Un­fall­ver­si­che­rung wird nicht ge­währt, wenn ein An­spruch auf ein Tag­geld der In­va­li­den­ver­si­che­rung oder ei­ne Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung nach dem Er­w­erb­ser­satz­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 19523 be­steht.4

4An ar­beits­lo­se Per­so­nen wird das Tag­geld un­ab­hän­gig von zu be­ste­hen­den War­te­zei­ten (Art. 18 Abs. 1 AVIG5) oder Ein­stell­ta­gen (Art. 30 AVIG) aus­ge­rich­tet.6


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 SR 834.1
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
5 SR 837.0
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 17 Höhe

1Das Tag­geld be­trägt bei vol­ler Ar­beits­un­fä­hig­keit (Art. 6 ATSG1) 80 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes.2 Bei teil­wei­ser Ar­beits­un­fä­hig­keit wird es ent­spre­chend ge­kürzt.

2Das Tag­geld der ar­beits­lo­sen Per­so­nen ent­spricht der Net­to­ent­schä­di­gung der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung nach den Ar­ti­keln 22 und 22a AVIG3, um­ge­rech­net auf den Ka­len­der­tag.4

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1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 SR837.0
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

3. Abschnitt: Invalidenrente

Art. 18 Invalidität

1Ist der Ver­si­cher­te in­fol­ge des Un­fal­les zu min­des­tens 10 Pro­zent in­va­lid (Art. 8 ATSG2), so hat er An­spruch auf ei­ne In­va­li­den­ren­te, so­fern sich der Un­fall vor Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters er­eig­net hat.3

2Der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung des In­va­li­di­täts­gra­des in Son­der­fäl­len. Er kann da­bei auch von Ar­ti­kel 16 ATSG ab­wei­chen.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 19 Beginn und Ende des Anspruchs

1Der Ren­ten­an­spruch ent­steht, wenn von der Fort­set­zung der ärzt­li­chen Be­hand­lung kei­ne nam­haf­te Bes­se­rung des Ge­sund­heits­zu­stan­des des Ver­si­cher­ten mehr er­war­tet wer­den kann und all­fäl­li­ge Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men der In­va­li­den­ver­si­che­rung (IV) ab­ge­schlos­sen sind. Mit dem Ren­ten­be­ginn fal­len die Heil­be­hand­lung und die Tag­geld­leis­tun­gen da­hin. …1

2Der An­spruch er­lischt mit der gänz­li­chen Ab­fin­dung, mit dem Aus­kauf der Ren­te oder dem Tod des Ver­si­cher­ten. …2

3Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten über die Ent­ste­hung des Ren­ten­an­spruchs, wenn von der Fort­set­zung der ärzt­li­chen Be­hand­lung kei­ne nam­haf­te Bes­se­rung des Ge­sund­heits­zu­stan­des des Ver­si­cher­ten mehr zu er­war­ten ist, der Ent­scheid der IV über die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung je­doch erst spä­ter ge­fällt wird.


1 Drit­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 Zwei­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 20 Höhe

1Die In­va­li­den­ren­te be­trägt bei Vollin­va­li­di­tät 80 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes; bei Teilin­va­li­di­tät wird sie ent­spre­chend ge­kürzt.

2Hat der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne Ren­te der IV oder auf ei­ne Ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHV), so wird ihm ei­ne Kom­ple­men­tär­ren­te ge­währt; die­se ent­spricht in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 ATSG1 der Dif­fe­renz zwi­schen 90 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes und der Ren­te der IV oder der AHV, höchs­tens aber dem für Voll- oder Teilin­va­li­di­tät vor­ge­se­he­nen Be­trag.2 Die Kom­ple­men­tär­ren­te wird beim erst­ma­li­gen Zu­sam­men­tref­fen der er­wähn­ten Ren­ten fest­ge­setzt und le­dig­lich spä­te­ren Än­de­run­gen der für Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge be­stimm­ten Tei­le der Ren­te der IV oder der AHV an­ge­passt.

2bisAb­satz 2 ist auch an­wend­bar, wenn der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung hat.3

2terDie In­va­li­den­ren­te nach Ab­satz 1 und die Kom­ple­men­tär­ren­te nach Ab­satz 2 ein­sch­liess­lich der Teue­rungs­zu­la­gen wer­den in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 ATSG beim Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters für je­des vol­le Jahr, das der Ver­si­cher­te zum Un­fall­zeit­punkt äl­ter als 45 Jah­re war, wie folgt ge­kürzt:

a.
bei ei­nem In­va­li­di­täts­grad von min­des­tens 40 Pro­zent: um 2 Pro­zent­punk­te, höchs­tens aber um 40 Pro­zent;
b.
bei ei­nem In­va­li­di­täts­grad un­ter 40 Pro­zent: um 1 Pro­zent­punkt, höchs­tens aber um 20 Pro­zent.4

2qua­terFür die Fol­gen von Rück­fäl­len und Spät­fol­gen gel­ten die Kür­zungs­re­ge­lun­gen nach Ab­satz 2ter auch dann, wenn sich der Un­fall vor Vollen­dung des 45. Al­ters­jah­res er­eig­net hat, so­fern die durch den Rück­fall oder die Spät­fol­gen be­wirk­te Ar­beits­un­fä­hig­keit nach Vollen­dung des 60. Al­ters­jah­res ein­ge­tre­ten ist.5

3Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten, na­ment­lich über die Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­ten in Son­der­fäl­len.


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 21 Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente

1Nach der Fest­set­zung der Ren­te wer­den dem Be­zü­ger die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen (Art. 10-13) ge­währt, wenn er:

a.
an ei­ner Be­rufs­krank­heit lei­det;
b.
un­ter ei­nem Rück­fall oder an Spät­fol­gen lei­det und die Er­werbs­fä­hig­keit durch me­di­zi­ni­sche Vor­keh­ren we­sent­lich ver­bes­sert oder vor we­sent­li­cher Be­ein­träch­ti­gung be­wahrt wer­den kann;
c.
zur Er­hal­tung sei­ner ver­blei­ben­den Er­werbs­fä­hig­keit dau­ernd der Be­hand­lung und Pfle­ge be­darf;
d.
er­werbs­un­fä­hig ist und sein Ge­sund­heits­zu­stand durch me­di­zi­ni­sche Vor­keh­ren we­sent­lich ver­bes­sert oder vor we­sent­li­cher Be­ein­träch­ti­gung be­wahrt wer­den kann.

2Der Ver­si­che­rer kann die Wie­der­auf­nah­me ei­ner ärzt­li­chen Be­hand­lung an­ord­nen. …1

3Bei Rück­fäl­len und Spät­fol­gen so­wie bei der vom Ver­si­che­rer an­ge­ord­ne­ten Wie­der­auf­nah­me der ärzt­li­chen Be­hand­lung hat der Ren­ten­be­zü­ger auch An­spruch auf die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen (Art. 10‒13). Er­lei­det er wäh­rend die­ser Zeit ei­ne Ver­dien­stein­bus­se, so er­hält er ein Tag­geld, das nach dem letz­ten vor der neu­en Heil­be­hand­lung er­ziel­ten Ver­dienst be­mes­sen wird.


1 Zwei­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 22 Revision der Rente

In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 17 Ab­satz 1 ATSG2 kann die Ren­te ab dem Mo­nat, in dem die be­rech­tig­te Per­son ei­ne Al­ters­ren­te der AHV be­zieht, spä­tes­tens je­doch ab Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters nach Ar­ti­kel 21 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19463 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung nicht mehr re­vi­diert wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
2 SR 830.1
3 SR 831.10

Art. 23 Abfindung des Versicherten

1Kann aus der Art des Un­fal­les und dem Ver­hal­ten des Ver­si­cher­ten ge­schlos­sen wer­den, dass er durch ei­ne ein­ma­li­ge Ent­schä­di­gung wie­der er­werbs­fä­hig wür­de, so hö­ren die bis­he­ri­gen Leis­tun­gen auf, und der Ver­si­cher­te er­hält ei­ne Ab­fin­dung von höchs­tens dem drei­fa­chen Be­trag des ver­si­cher­ten Jah­res­ver­diens­tes.

2Aus­nahms­wei­se kön­nen Ab­fin­dun­gen ne­ben ei­ner ge­kürz­ten Ren­te aus­ge­rich­tet wer­den.

4. Abschnitt: Integritätsentschädigung

Art. 24 Anspruch

1Er­lei­det der Ver­si­cher­te durch den Un­fall ei­ne dau­ern­de er­heb­li­che Schä­di­gung der kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen In­te­gri­tät, so hat er An­spruch auf ei­ne an­ge­mes­se­ne In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung.1

2Die Ent­schä­di­gung wird mit der In­va­li­den­ren­te fest­ge­setzt oder, falls kein Ren­ten­an­spruch be­steht, bei der Be­en­di­gung der ärzt­li­chen Be­hand­lung ge­währt. Der Bun­des­rat kann für die Ent­ste­hung des An­spruchs in Son­der­fäl­len einen an­de­ren Zeit­punkt be­stim­men, na­ment­lich bei Ge­sund­heits­schä­di­gun­gen durch das Ein­at­men von As­best­fa­sern.2


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).
2 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 25 Höhe

1Die In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung wird in Form ei­ner Ka­pi­tal­leis­tung ge­währt. Sie darf den am Un­fall­tag gel­ten­den Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Jah­res­ver­diens­tes nicht über­stei­gen und wird ent­spre­chend der Schwe­re des In­te­gri­täts­scha­dens ab­ge­stuft.

2Der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung der Ent­schä­di­gung.

5. Abschnitt: Hilflosenentschädigung

Art. 26 Anspruch

1Bei Hilf­lo­sig­keit (Art. 9 ATSG1) hat der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung.2

23


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 27 Höhe

Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung wird nach dem Grad der Hilf­lo­sig­keit be­mes­sen. Ihr Mo­nats­be­trag be­läuft sich auf min­des­tens den dop­pel­ten und höchs­tens den sechs­fa­chen Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes. Für die Re­vi­si­on der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung (Art. 17 ATSG1) gilt Ar­ti­kel 22 sinn­ge­mä­ss.2


1 SR 830.1
2 Fas­sung des drit­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

6. Abschnitt: Hinterlassenenrenten

Art. 28 Allgemeines

Stirbt der Ver­si­cher­te an den Fol­gen des Un­fal­les, so ha­ben der über­le­ben­de Ehe­gat­te und die Kin­der An­spruch auf Hin­ter­las­se­nen­ren­ten.

Art. 29 Anspruch des überlebenden Ehegatten

1Der über­le­ben­de Ehe­gat­te hat An­spruch auf ei­ne Ren­te oder ei­ne Ab­fin­dung.

21

3Der über­le­ben­de Ehe­gat­te hat An­spruch auf ei­ne Ren­te, wenn er bei der Ver­wit­wung ei­ge­ne ren­ten­be­rech­tig­te Kin­der hat oder mit an­dern durch den Tod des Ehe­gat­ten ren­ten­be­rech­tigt ge­wor­de­nen Kin­dern in ge­mein­sa­mem Haus­halt lebt oder wenn er min­des­tens zu zwei Drit­teln in­va­lid ist oder es bin­nen zwei Jah­ren seit dem To­de des Ehe­gat­ten wird. Die Wit­we hat zu­dem An­spruch auf ei­ne Ren­te, wenn sie bei der Ver­wit­wung Kin­der hat, die nicht mehr ren­ten­be­rech­tigt sind, oder wenn sie das 45. Al­ters­jahr zu­rück­ge­legt hat; sie hat An­spruch auf ei­ne ein­ma­li­ge Ab­fin­dung, wenn sie die Vor­aus­set­zun­gen für den An­spruch auf ei­ne Ren­te nicht er­füllt.

4Der ge­schie­de­ne Ehe­gat­te ist der Wit­we oder dem Wit­wer gleich­ge­stellt, so­fern der Ver­un­fall­te ihm ge­gen­über zu Un­ter­halts­bei­trä­gen ver­pflich­tet war.

52

6Der An­spruch auf ei­ne Ren­te ent­steht mit dem Mo­nat nach dem To­de des Ver­si­cher­ten oder mit dem nach­träg­li­chen Ein­tritt ei­ner In­va­li­di­tät von min­des­tens zwei Drit­teln beim über­le­ben­den Ehe­gat­ten. Er er­lischt mit der Wie­der­ver­hei­ra­tung, mit dem To­de des Be­rech­tig­ten oder dem Aus­kauf der Ren­te. …3


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Drit­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 30 Anspruch der Kinder

1Die Kin­der des ver­stor­be­nen Ver­si­cher­ten ha­ben An­spruch auf ei­ne Wai­sen­ren­te. Ha­ben sie einen El­tern­teil ver­lo­ren, so er­hal­ten sie die Ren­te für Halb­wai­sen; sind bei­de El­tern­tei­le ge­stor­ben oder stirbt in der Fol­ge der an­de­re El­tern­teil oder be­stand das Kin­des­ver­hält­nis nur zum ver­stor­be­nen Ver­si­cher­ten, so er­hal­ten sie die Ren­te für Voll­wai­sen.

2Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten über die Ren­ten­be­rech­ti­gung von Pfle­ge­kin­dern und in Fäl­len, in de­nen der ver­stor­be­ne Ver­si­cher­te nur zur Leis­tung ei­nes Un­ter­halts­bei­tra­ges ver­pflich­tet war.

3Der An­spruch ent­steht mit dem Mo­nat nach dem To­de des Ver­si­cher­ten oder des an­dern El­tern­teils. Er er­lischt mit der Vollen­dung des 18. Al­ters­jah­res, mit dem Tod der Wai­se oder mit dem Aus­kauf der Ren­te.1 Der Ren­ten­an­spruch dau­ert bis zum Ab­schluss der Aus­bil­dung, längs­tens aber bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr. …2


1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. II 6 des BG vom 7. Okt. 1994, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 1126; BBl 1993 I 1169).
2 Vier­ter Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 31 Höhe der Renten

1Die Hin­ter­las­se­nen­ren­ten be­tra­gen vom ver­si­cher­ten Ver­dienst

für Wit­wen und Wit­wer:
40 Pro­zent,
für Halb­wai­sen:
15 Pro­zent,
für Voll­wai­sen:
25 Pro­zent,
für meh­re­re Hin­ter­las­se­ne zu­sam­men höchs­tens:
70 Pro­zent.

2Die Hin­ter­las­se­nen­ren­te für den ge­schie­de­nen Ehe­gat­ten ent­spricht 20 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes, höchs­tens aber dem ge­schul­de­ten Un­ter­halts­bei­trag.

3Die Ren­ten wer­den gleich­mäs­sig her­ab­ge­setzt, wenn sie für den über­le­ben­den Ehe­gat­ten und die Kin­der mehr als 70 Pro­zent oder zu­sam­men mit der Ren­te für den ge­schie­de­nen Ehe­gat­ten mehr als 90 Pro­zent aus­ma­chen. Fällt spä­ter die Ren­te ei­nes die­ser Hin­ter­las­se­nen da­hin, so er­hö­hen sich die Ren­ten der üb­ri­gen gleich­mäs­sig bis zum Höchst­be­trag ih­rer An­sprü­che.

4Ha­ben die Hin­ter­las­se­nen An­spruch auf Ren­ten der AHV oder der IV, so wird ih­nen ge­mein­sam ei­ne Kom­ple­men­tär­ren­te ge­währt; die­se ent­spricht in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 ATSG1 der Dif­fe­renz zwi­schen 90 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes und den Ren­ten der AHV oder der IV, höchs­tens aber dem in Ab­satz 1 vor­ge­se­he­nen Be­trag.2 Die Kom­ple­men­tär­ren­te des ge­schie­de­nen Ehe­gat­ten ent­spricht der Dif­fe­renz zwi­schen dem ge­schul­de­ten Un­ter­halts­bei­trag und der Ren­te der AHV, höchs­tens aber dem in Ab­satz 2 vor­ge­se­he­nen Be­trag. Die Kom­ple­men­tär­ren­te wird beim erst­ma­li­gen Zu­sam­men­tref­fen der er­wähn­ten Ren­ten fest­ge­setzt und le­dig­lich den Än­de­run­gen im Be­zü­ger­kreis der AHV- oder der IV-Ren­ten an­ge­passt.

4bisAb­satz 4 ist auch an­wend­bar, wenn der Ver­si­cher­te An­spruch auf ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung hat.3

5Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten, na­ment­lich über die Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­ten so­wie der Ren­ten für Voll­wai­sen, wenn bei­de El­tern­tei­le ver­si­chert wa­ren.


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 32 Höhe der Abfindung

Die Ab­fin­dung für die Wit­we oder die ge­schie­de­ne Ehe­frau ent­spricht:

a.
wenn die Ehe we­ni­ger als ein Jahr ge­dau­ert hat, dem ein­fa­chen,
b.
wenn die Ehe min­des­tens ein Jahr, aber we­ni­ger als fünf Jah­re ge­dau­ert hat, dem drei­fa­chen,
c.
wenn die Ehe mehr als fünf Jah­re ge­dau­ert hat, dem fünf­fa­chen Jah­res­be­trag der Ren­te.

Art. 33 Wiederaufleben der Rente des überlebenden Ehegatten

Ist der An­spruch des über­le­ben­den Ehe­gat­ten we­gen Wie­der­ver­hei­ra­tung er­lo­schen und wird die neue Ehe nach we­ni­ger als zehn Jah­ren ge­schie­den oder un­gül­tig er­klärt, so lebt der Ren­ten­an­spruch im fol­gen­den Mo­nat wie­der auf.

7. Abschnitt: Anpassung der Renten an die Teuerung

Art. 34

1Zum Aus­gleich der Teue­rung er­hal­ten die Be­zü­ger von In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten Zu­la­gen. Die­se gel­ten als Be­stand­teil der Ren­te.

2Der Bun­des­rat setzt die Zu­la­gen auf­grund des Lan­des­in­de­xes der Kon­su­men­ten­prei­se fest. Die Ren­ten wer­den auf den glei­chen Zeit­punkt wie die Ren­ten der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung der Teue­rung an­ge­passt.1


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 13. Dez. 1991 (AS 1992 1327; BBl 1991 I 217).

8. Abschnitt: Auskauf von Renten

Art. 35

1Der Ver­si­che­rer kann ei­ne In­va­li­den- oder Hin­ter­las­se­nen­ren­te je­der­zeit nach ih­rem Bar­wert aus­kau­fen, wenn der Mo­nats­be­trag ge­rin­ger ist als die Hälf­te des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes. Bei Hin­ter­las­se­nen­ren­ten wird der Ge­samt­be­trag al­ler Ren­ten be­rück­sich­tigt. In den üb­ri­gen Fäl­len ist der Aus­kauf nur mit dem Ein­ver­ständ­nis und im of­fen­kun­di­gen lang­fris­ti­gen In­ter­es­se des Ren­ten­be­rech­tig­ten zu­läs­sig.

2Mit dem Aus­kauf er­lö­schen die An­sprü­che aus dem Un­fall. Nimmt je­doch nach dem Aus­kauf die un­fall­be­ding­te In­va­li­di­tät er­heb­lich zu, so kann der Ver­si­cher­te ei­ne ent­spre­chen­de In­va­li­den­ren­te be­an­spru­chen. Der Aus­kauf ei­ner In­va­li­den­ren­te be­rührt den An­spruch auf ei­ne Hin­ter­las­se­nen­ren­te nicht.

3. Kapitel: Kürzung und Verweigerung von Versicherungsleistungen aus besonderen Gründen

Art. 36 Zusammentreffen verschiedener Schadensursachen

1Die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen so­wie die Tag­gel­der und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen wer­den nicht ge­kürzt, wenn die Ge­sund­heits­schä­di­gung nur teil­wei­se Fol­ge ei­nes Un­fal­les ist.

2Die In­va­li­den­ren­ten, In­te­gri­täts­ent­schä­di­gun­gen und die Hin­ter­las­se­nen­ren­ten wer­den an­ge­mes­sen ge­kürzt, wenn die Ge­sund­heits­schä­di­gung oder der Tod nur teil­wei­se die Fol­ge ei­nes Un­fal­les ist. Ge­sund­heits­schä­di­gun­gen vor dem Un­fall, die zu kei­ner Ver­min­de­rung der Er­werbs­fä­hig­keit ge­führt ha­ben, wer­den da­bei nicht be­rück­sich­tigt.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 37 Verschulden des Versicherten

1Hat der Ver­si­cher­te den Ge­sund­heits­scha­den oder den Tod ab­sicht­lich her­bei­ge­führt, so be­steht kein An­spruch auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen, mit Aus­nah­me der Be­stat­tungs­kos­ten.

2In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 ATSG1 wer­den in der Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le die Tag­gel­der, die wäh­rend der ers­ten zwei Jah­re nach dem Un­fall aus­ge­rich­tet wer­den, ge­kürzt, wenn der Ver­si­cher­te den Un­fall grob fahr­läs­sig her­bei­ge­führt hat. Die Kür­zung be­trägt je­doch höchs­tens die Hälf­te der Leis­tun­gen, wenn der Ver­si­cher­te im Zeit­punkt des Un­falls für An­ge­hö­ri­ge zu sor­gen hat, de­nen bei sei­nem To­de Hin­ter­las­se­nen­ren­ten zu­ste­hen wür­den.2

3Hat der Ver­si­cher­te den Un­fall bei nicht vor­sätz­li­cher Aus­übung ei­nes Ver­bre­chens oder Ver­ge­hens her­bei­ge­führt, so kön­nen ihm in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 ATSG die Geld­leis­tun­gen ge­kürzt oder in be­son­ders schwe­ren Fäl­len ver­wei­gert wer­den. Hat der Ver­si­cher­te im Zeit­punkt des Un­fal­les für An­ge­hö­ri­ge zu sor­gen, de­nen bei sei­nem To­de Hin­ter­las­se­nen­ren­ten zu­stün­den, so wer­den Geld­leis­tun­gen höchs­tens um die Hälf­te ge­kürzt. Stirbt er an den Un­fall­fol­gen, so kön­nen die Geld­leis­tun­gen für die Hin­ter­las­se­nen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 2 ATSG eben­falls höchs­tens um die Hälf­te ge­kürzt wer­den.3


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 38


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 39 Aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse

Der Bun­des­rat kann aus­ser­ge­wöhn­li­che Ge­fah­ren und Wag­nis­se be­zeich­nen, die in der Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le zur Ver­wei­ge­rung sämt­li­cher Leis­tun­gen oder zur Kür­zung der Geld­leis­tun­gen füh­ren. Die Ver­wei­ge­rung oder Kür­zung kann er in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­sät­ze 1-3 ATSG2 ord­nen.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1

Art. 40 und 41


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 42 Umfang des Rückgriffs

Im Fal­le ei­nes Rück­griffs nach den Ar­ti­keln 72-75 ATSG2 fin­det Ar­ti­kel 73 Ab­satz 2 ATSG auch dann An­wen­dung, wenn die Kür­zung nach Ar­ti­kel 37 Ab­sät­ze 2 und 3 oder nach Ar­ti­kel 39 die­ses Ge­set­zes er­folgt, so­weit die Kür­zung auf Grund ei­ner schuld­haf­ten Scha­dens­ver­ur­sa­chung durch den Ver­si­cher­ten er­folgt ist.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1

Art. 43 und 44


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

4. Kapitel: Festsetzung und Gewährung der Leistungen

1. Abschnitt: Feststellung des Unfalles

Art. 45 Unfallmeldung

1Der ver­si­cher­te Ar­beit­neh­mer hat sei­nem Ar­beit­ge­ber oder dem Ver­si­che­rer den Un­fall, der ei­ne ärzt­li­che Be­hand­lung er­for­dert oder ei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keit zur Fol­ge hat, un­ver­züg­lich zu mel­den. Im To­des­fall sind die an­spruchs­be­rech­tig­ten Hin­ter­las­se­nen zur Mel­dung ver­pflich­tet.

2Der Ar­beit­ge­ber hat dem Ver­si­che­rer un­ver­züg­lich Mit­tei­lung zu ma­chen, so­bald er er­fährt, dass ein Ver­si­cher­ter sei­nes Be­trie­bes einen Un­fall er­lit­ten hat, der ei­ne ärzt­li­che Be­hand­lung er­for­dert, ei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keit (Art. 6 ATSG1) oder den Tod zur Fol­ge hat.2

2bisAr­beits­lo­se Per­so­nen ha­ben der zu­stän­di­gen Stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung oder dem Un­fall­ver­si­che­rer den Un­fall un­ver­züg­lich zu mel­den. Im To­des­fall sind die an­spruchs­be­rech­tig­ten Hin­ter­las­se­nen zur Mel­dung ver­pflich­tet.3

3Der selb­stän­di­g­er­wer­ben­de Ver­si­cher­te hat dem Ver­si­che­rer den Un­fall, der ei­ne ärzt­li­che Be­hand­lung er­for­dert oder ei­ne Ar­beits­un­fä­hig­keit zur Fol­ge hat, un­ver­züg­lich zu mel­den. Im To­des­fall sind die an­spruchs­be­rech­tig­ten Hin­ter­las­se­nen zur Mel­dung ver­pflich­tet.


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 46 Versäumnis der Unfallmeldung

1Ver­säu­men der Ver­si­cher­te oder sei­ne Hin­ter­las­se­nen die Un­fall­mel­dung in un­ent­schuld­ba­rer Wei­se und er­wach­sen dar­aus dem Ver­si­che­rer er­heb­li­che Um­trie­be, so kön­nen die auf die Zwi­schen­zeit ent­fal­len­den Geld­leis­tun­gen bis zur Hälf­te ent­zo­gen wer­den.

2Der Ver­si­che­rer kann je­de Leis­tung um die Hälf­te kür­zen, wenn ihm der Un­fall oder der Tod in­fol­ge un­ent­schuld­ba­rer Ver­säum­nis des Ver­si­cher­ten oder sei­ner Hin­ter­las­se­nen nicht bin­nen drei­er Mo­na­te ge­mel­det wor­den ist; er kann die Leis­tung ver­wei­gern, wenn ihm ab­sicht­lich ei­ne falsche Un­fall­mel­dung er­stat­tet wor­den ist.

3Un­ter­lässt der Ar­beit­ge­ber die Un­fall­mel­dung auf un­ent­schuld­ba­re Wei­se, so kann er vom Ver­si­che­rer für die dar­aus ent­ste­hen­den Kos­ten­fol­gen haft­bar ge­macht wer­den.

Art. 47 Autopsie

Der Bun­des­rat be­stimmt, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der Ver­si­che­rer die Au­top­sie oder einen ähn­li­chen Ein­griff bei ei­nem töd­lich Ver­un­fall­ten an­ord­nen kann. Die Au­top­sie darf nicht an­ge­ord­net wer­den, wenn die nächs­ten An­ge­hö­ri­gen da­ge­gen Ein­spra­che er­he­ben oder ei­ne ent­spre­chen­de Wil­lens­er­klä­rung des Ver­stor­be­nen vor­liegt.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

2. Abschnitt: Gewährung der Leistungen

Art. 48 Zweckmässige Behandlung

1Der Ver­si­che­rer kann un­ter an­ge­mes­se­ner Rück­sicht­nah­me auf den Ver­si­cher­ten und sei­ne An­ge­hö­ri­gen die nö­ti­gen An­ord­nun­gen zur zweck­mäs­si­gen Be­hand­lung des Ver­si­cher­ten tref­fen.

21


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 49 Auszahlung des Taggeldes

Die Ver­si­che­rer kön­nen die Aus­zah­lung dem Ar­beit­ge­ber über­tra­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 50 Verrechnung

For­de­run­gen auf Grund die­ses Ge­set­zes so­wie Rück­for­de­run­gen von Ren­ten und Tag­gel­dern der AHV, der IV, der Mi­li­tär­ver­si­che­rung, der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, der Kran­ken­ver­si­che­rung und von Er­gän­zungs­leis­tun­gen zur AHV/IV kön­nen mit fäl­li­gen Leis­tun­gen ver­rech­net wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 51 und 52


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Vierter Titel: Medizinalrecht und Tarifwesen

1. Kapitel: Medizinalpersonen und Spitäler

Art. 53 Eignung

1Als Ärz­te, Zahn­ärz­te, Chi­ro­prak­to­ren und Apo­the­ker im Sin­ne die­ses Ge­set­zes gel­ten Per­so­nen, die die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne pri­vat­wirt­schaft­li­che Be­rufs­aus­übung in ei­ge­ner fach­li­cher Ver­ant­wor­tung nach dem Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­setz vom 23. Ju­ni 20062 er­fül­len. Die von ei­nem Kan­ton zur Ab­ga­be von Me­di­ka­men­ten zu­ge­las­se­nen Ärz­te sind im Um­fang die­ser Zu­las­sung den Apo­the­kern gleich­ge­stellt.

2Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen fest, un­ter de­nen die Spi­tä­ler und Kur­an­stal­ten, die me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen, die La­bo­ra­to­ri­en so­wie die Trans­port- und Ret­tungs­un­ter­neh­men zur Tä­tig­keit zu­las­ten der Un­fall­ver­si­che­rung zu­ge­las­sen wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR811.11

Art. 54 Wirtschaftlichkeit der Behandlung

Wer für die Un­fall­ver­si­che­rung tä­tig ist, hat sich in der Be­hand­lung, in der Ver­ord­nung und Ab­ga­be von Arz­nei­mit­teln so­wie in der An­ord­nung und Durch­füh­rung von Heilan­wen­dun­gen und Ana­ly­sen auf das durch den Be­hand­lungs­zweck ge­for­der­te Mass zu be­schrän­ken.

Art. 54a Auskunftspflicht des Leistungserbringers

Der Leis­tungs­er­brin­ger muss dem Ver­si­che­rer ei­ne de­tail­lier­te und ver­ständ­li­che Rech­nung zu­stel­len. Er muss ihm auch al­le An­ga­ben ma­chen, die die­ser be­nö­tigt, um die Leis­tungs­an­sprü­che zu be­ur­tei­len und um die Be­rech­nung der Ver­gü­tung und die Wirt­schaft­lich­keit der Leis­tung über­prü­fen zu kön­nen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2760; BBl 2000 255).

Art. 55 Ausschluss

Will ein Ver­si­che­rer ei­ner Me­di­zi­nal­per­son, ei­nem La­bo­ra­to­ri­um, ei­nem Spi­tal oder ei­ner Kur­an­stalt aus wich­ti­gen Grün­den das Recht auf Be­hand­lung der Ver­si­cher­ten, auf die Ver­ord­nung und Ab­ga­be von Arz­nei­mit­teln oder auf die An­ord­nung und Durch­füh­rung von Heilan­wen­dun­gen und Ana­ly­sen nicht oder nicht mehr ge­stat­ten, so ent­schei­det das Schieds­ge­richt (Art. 57) über den Aus­schluss und des­sen Dau­er.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

2. Kapitel: Zusammenarbeit und Tarife

Art. 56

1Die Ver­si­che­rer kön­nen mit den Me­di­zi­nal­per­so­nen, den me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen, den Spi­tä­lern, den Kur­an­stal­ten so­wie den Trans­port- und Ret­tungs­un­ter­neh­men ver­trag­lich die Zu­sam­men­ar­beit re­geln und die Ta­ri­fe fest­le­gen.1 Sie kön­nen die Be­hand­lung der Ver­si­cher­ten aus­sch­liess­lich den am Ver­trag Be­tei­lig­ten an­ver­trau­en. Wer im am­bu­lan­ten Be­reich die Be­din­gun­gen er­füllt, kann dem Ver­trag bei­tre­ten.23

2Der Bun­des­rat sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on mit den Ta­ri­f­ord­nun­gen an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­rungs­zwei­ge und kann die­se an­wend­bar er­klä­ren. Er ord­net die Ver­gü­tung für Ver­si­cher­te, die sich in ein Spi­tal oh­ne Ta­rif­ver­ein­ba­rung be­ge­ben.4

3Be­steht kein Ver­trag, so er­lässt der Bun­des­rat nach An­hö­ren der Par­tei­en die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten.

4Für al­le Ver­si­cher­ten der Un­fall­ver­si­che­rung sind die glei­chen Ta­xen zu be­rech­nen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Fas­sung des drit­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Sie­he auch Art. 1 der V vom 17. Sept. 1986 über die Ta­ri­fe der Heil- und Kur­an­stal­ten in der Un­fall­ver­si­che­rung (SR 832.206.2).
4 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

3. Kapitel: Streitigkeiten

Art. 57

1Strei­tig­kei­ten zwi­schen Ver­si­che­rern und Me­di­zi­nal­per­so­nen, La­bo­ra­to­ri­en oder Spi­tä­lern und Kur­an­stal­ten so­wie den Trans­port- und Ret­tungs­un­ter­neh­men ent­schei­det ein für das gan­ze Kan­tons­ge­biet zu­stän­di­ges Schieds­ge­richt.1

2Zu­stän­dig ist das Schieds­ge­richt des Kan­tons, in dem die stän­di­ge Ein­rich­tung die­ser Per­so­nen oder An­stal­ten liegt.

3Die Kan­to­ne be­zeich­nen das Schieds­ge­richt und re­geln das Ver­fah­ren. Der schieds­ge­richt­li­chen Be­hand­lung ei­nes Streit­fal­les hat ein Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren vor­aus­zu­ge­hen, so­fern nicht schon ei­ne ver­trag­lich ein­ge­setz­te Ver­mitt­lungs­in­stanz ge­am­tet hat. Das Schieds­ge­richt setzt sich zu­sam­men aus ei­nem neu­tra­len Vor­sit­zen­den und je ei­ner Ver­tre­tung der Par­tei­en in glei­cher Zahl.

4Die Ent­schei­de wer­den den Par­tei­en mit Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung schrift­lich er­öff­net.

5Ge­gen Ent­schei­de des Schieds­ge­richts kann nach Mass­ga­be des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20052 beim Bun­des­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.3


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR 173.110
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 111 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).

Fünfter Titel: Organisation

1. Kapitel: Versicherer

1. Abschnitt: Allgemeines

Art. 58 Arten der Versicherer

Die Un­fall­ver­si­che­rung wird je nach Ver­si­cher­ten­ka­te­go­ri­en durch die Su­va2 oder durch an­de­re zu­ge­las­se­ne Ver­si­che­rer und ei­ne von die­sen be­trie­be­ne Er­satz­kas­se durch­ge­führt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 59 Begründung des Versicherungsverhältnisses

1Das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis bei der Su­va wird in der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung durch Ge­setz, in der frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung durch Ver­ein­ba­rung be­grün­det. Der Ar­beit­ge­ber hat der Su­va in­nert 14 Ta­gen die Er­öff­nung oder Ein­stel­lung ei­nes Be­trie­bes zu mel­den, des­sen Ar­beit­neh­mer ihr un­ter­stellt sind.

2Das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis bei den an­dern Ver­si­che­rern wird be­grün­det durch einen Ver­trag zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber oder dem Selb­stän­di­g­er­wer­ben­den und dem Ver­si­che­rer oder durch Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner Kas­se auf­grund ei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses.

3Ist ein Ar­beit­neh­mer, der dem Ob­li­ga­to­ri­um un­ter­steht, bei ei­nem Un­fall nicht ver­si­chert, so ge­währt ihm die Er­satz­kas­se die ge­setz­li­chen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen.

Art. 59a Typenvertrag

1Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 stel­len ge­mein­sam einen Ty­pen­ver­trag auf, der die Be­stim­mun­gen ent­hält, die in je­dem Fall in die Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge auf­zu­neh­men sind.

2Im Ty­pen­ver­trag ist na­ment­lich vor­zu­se­hen, dass die ver­si­cher­ten Be­trie­be den Ver­trag bei Er­hö­hun­gen des Net­to­prä­mi­en­sat­zes oder des Pro­zent­sat­zes des Prä­mi­en­zu­schlags für Ver­wal­tungs­kos­ten in­nert ei­ner Frist von 30 Ta­gen nach Er­halt der Mit­tei­lung durch den Ver­si­che­rer kün­di­gen kön­nen. Die Ver­si­che­rer müs­sen die Er­hö­hun­gen den ver­si­cher­ten Be­trie­ben min­des­tens zwei Mo­na­te vor En­de des lau­fen­den Rech­nungs­jah­res mit­tei­len.

3Die Ver­si­che­rer un­ter­brei­ten den Ty­pen­ver­trag dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung. Kommt kein ge­nü­gen­der Ty­pen­ver­trag zu­stan­de, so be­stimmt der Bun­des­rat, wel­che Be­stand­tei­le in je­dem Ver­trag ent­hal­ten sein müs­sen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 60 Anhörung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen

Über die Auf­stel­lung der Prä­mi­en­ta­ri­fe und de­ren Glie­de­rung in Ri­si­ko­ge­mein­schaf­ten hört die Su­va die in­ter­es­sier­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen der be­trof­fe­nen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer an.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 60a Versichertennummer der AHV

Die Su­va und die nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 2 re­gis­trier­ten Ver­si­che­rer so­wie an­de­re an der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes Be­tei­lig­te sind be­rech­tigt, die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV nach den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19462 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung für die Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
2 SR 831.10

2. Abschnitt: Schweizerische Unfallversicherungsanstalt

Art. 61 Rechtsstellung

1Die Su­va ist ei­ne au­to­no­me An­stalt des öf­fent­li­chen Rechts mit Rechts­per­sön­lich­keit und Sitz in Lu­zern. Die Su­va wird im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.1

2Die Su­va be­treibt die Ver­si­che­rung nach dem Grund­satz der Ge­gen­sei­tig­keit.

3Die Su­va steht un­ter der Ober­auf­sicht des Bun­des, die durch den Bun­des­rat aus­ge­übt wird. Das Re­gle­ment über die Or­ga­ni­sa­ti­on der Su­va so­wie der Jah­res­be­richt und die Jah­res­rech­nung be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.2


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 62 Organe

Die Or­ga­ne der Su­va sind:

a.
der Su­va-Rat;
b.
die Ge­schäfts­lei­tung;
c.
die Re­vi­si­ons­stel­le.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 63 Suva-Rat

1Der Su­va-Rat be­steht aus:

a.
sech­zehn Ver­tre­tern der bei der Su­va ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer;
b.
sech­zehn Ver­tre­tern der Ar­beit­ge­ber, die bei der Su­va ver­si­cher­te Ar­beit­neh­mer be­schäf­ti­gen;
c.
acht Ver­tre­tern des Bun­des.

2Der Bun­des­rat wählt die Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes für ei­ne Amts­dau­er von vier Jah­ren. Er be­rück­sich­tigt da­bei die Lan­des­tei­le, die Be­rufs­ar­ten und das Ge­schlecht. Die Ver­bän­de der Ar­beit­neh­mer und der Ar­beit­ge­ber ha­ben das Recht, dem Bun­des­rat Kan­di­da­tu­ren vor­zu­schla­gen. Der Bun­des­rat kann je­der­zeit Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes aus wich­ti­gen Grün­den ab­be­ru­fen.

3Für das Ho­no­rar der Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes und die wei­te­ren mit die­sen Per­so­nen ver­ein­bar­ten Ver­trags­be­din­gun­gen gilt Ar­ti­kel 6a Ab­sät­ze 1-5 des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 20002 (BPG) sinn­ge­mä­ss. Der Bun­des­rat ge­neh­migt das Re­gle­ment über die Ho­no­ra­re der Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes.

4Die Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes schei­den spä­tes­tens am En­de des Ka­len­der­jah­res, in wel­chem sie das 70. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben, aus dem Su­va-Rat aus.

5Der Su­va-Rat kon­sti­tu­iert sich selbst und wählt da­bei den Prä­si­den­ten und zwei Vi­ze­prä­si­den­ten so­wie sei­ne Aus­schüs­se, na­ment­lich den Su­va-Rats­aus­schuss. Er hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Fest­le­gung der stra­te­gi­schen Zie­le, der Grund­sät­ze der Prä­mi­en­be­stim­mung und der Per­so­nal­po­li­tik der Su­va;
b.
Ver­ab­schie­dung des Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ments zu­han­den des Bun­des­ra­tes;
c.
Er­lass des Per­so­nal­re­gle­ments;
d.
Ge­neh­mi­gung der Rech­nungs­grund­la­gen und Fest­le­gung der Prä­mi­en­ta­ri­fe;
e.
Wahl und Ab­be­ru­fung der Re­vi­si­ons­stel­le;
f.
Ver­ab­schie­dung des Jah­res­be­richts und der Jah­res­rech­nung zu­han­den des Bun­des­ra­tes so­wie Ent­scheid über die Ver­wen­dung von Er­trags­über­schüs­sen;
g.
Er­nen­nung und Ab­be­ru­fung der Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung und von de­ren Vor­sit­zen­dem;
h.
Ver­ab­schie­dung des Vor­an­schlags für die Be­triebs­kos­ten, der Fi­nanz­pla­nung und der Aus­ge­stal­tung des Rech­nungs­we­sens;
i.
Or­ga­ni­sa­ti­on der in­ter­nen Re­vi­si­on so­wie Be­stel­lung, Be­auf­sich­ti­gung und Ab­be­ru­fung des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars;
k.
Auf­sicht über die Ge­schäfts­lei­tung und de­ren Vor­sit­zen­den, na­ment­lich im Hin­blick auf die Be­fol­gung der Ge­setz­ge­bung, der mass­ge­ben­den Re­gle­men­te und Wei­sun­gen so­wie auf die be­trieb­li­che Füh­rung;
l.
Ge­währ­leis­tung ei­nes an­ge­pass­ten in­ter­nen Kon­troll­sys­tems und Ri­si­ko­ma­na­ge­ments;
m.
Ent­las­tung der Ge­schäfts­lei­tung.

6Der Su­va-Rats­aus­schuss be­rei­tet die Ge­schäf­te zu­han­den des Su­va-Ra­tes vor. Der Su­va-Rat kann dem Su­va-Rats­aus­schuss im Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment die Fest­le­gung von Prä­mi­en­ta­ri­fen nach Ab­satz 5 Buch­sta­be d so­wie die Auf­ga­ben nach Ab­satz 5 Buch­sta­ben g-m über­tra­gen. Die an­de­ren Auf­ga­ben des Su­va-Ra­tes sind nicht über­trag­bar.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR172.220.1

Art. 64 Geschäftsleitung

1Die Ge­schäfts­lei­tung führt die Ge­schäf­te der Su­va und ver­tritt sie nach aus­sen; sie kann die Pro­ku­ra und an­de­re Voll­mach­ten er­tei­len.

2Die Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung dür­fen dem Su­va-Rat nicht an­ge­hö­ren. Sie wer­den nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht (OR)2 an­ge­stellt. Für ih­ren Lohn und die wei­te­ren Ver­trags­be­din­gun­gen gilt Ar­ti­kel 6a Ab­sät­ze 1-5 BPG3 sinn­ge­mä­ss.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR220
3 SR172.220.1

Art. 64a Sorgfalts- und Treuepflicht

1Die Mit­glie­der des Su­va-Ra­tes und der Ge­schäfts­lei­tung er­fül­len ih­re Auf­ga­ben mit al­ler Sorg­falt und wah­ren die In­ter­es­sen der Su­va in gu­ten Treu­en. Der Su­va-Rat trifft die or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­keh­ren zur Wah­rung der In­ter­es­sen der Su­va und zur Ver­hin­de­rung von In­ter­es­sen­kol­li­sio­nen.

2Im Rah­men der Sorg­falts- und Treue­pflicht le­gen al­le Mit­glie­der der Or­ga­ne der Su­va ih­re In­ter­es­sen­bin­dun­gen ge­gen­über dem Wahl­or­gan of­fen.

3Sie mel­den Ver­än­de­run­gen ih­rer In­ter­es­sen­bin­dun­gen wäh­rend der Mit­glied­schaft lau­fend.

4Der Su­va-Rat in­for­miert im Rah­men der jähr­li­chen Be­richt­er­stat­tung über die In­ter­es­sen­bin­dun­gen sei­ner Mit­glie­der.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 64b Revisionsstelle

1Die Su­va muss ih­re Jah­res­rech­nung durch die Re­vi­si­ons­stel­le im Sin­ne von Ar­ti­kel 727 OR2 or­dent­lich prü­fen las­sen. Die Re­vi­si­ons­stel­le über­prüft zu­dem die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten über das Fi­nan­zie­rungs­ver­fah­ren ge­mä­ss Ar­ti­kel 90.

2Die Wahl der Re­vi­si­ons­stel­le er­folgt für ei­ne Amts­dau­er von höchs­tens drei Jah­ren. Wie­der­wahl ist mög­lich.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR220

Art. 64c Verantwortlichkeit

1Die Mit­glie­der der Or­ga­ne so­wie die mit der Ge­schäfts­füh­rung und der Re­vi­si­on be­fass­ten Per­so­nen sind für den Scha­den ver­ant­wort­lich, den sie der Su­va ab­sicht­lich oder fahr­läs­sig zu­fü­gen.

2Der An­spruch der Su­va auf Scha­den­er­satz ge­gen die Mit­glie­der der Or­ga­ne so­wie die mit der Ge­schäfts­füh­rung und der Re­vi­si­on be­fass­ten Per­so­nen ver­jährt in fünf Jah­ren von dem Ta­ge an, an dem die­se Kennt­nis vom Scha­den und von der Per­son des Er­satz­pflich­ti­gen er­langt hat, auf je­den Fall aber in zehn Jah­ren, vom Tag der schä­di­gen­den Hand­lun­gen an ge­rech­net.

3Strei­tig­kei­ten aus der Ver­ant­wort­lich­keit der Mit­glie­der der Or­ga­ne oder der mit der Ge­schäfts­füh­rung und der Re­vi­si­on be­trau­ten Per­so­nen wer­den durch die Zi­vil­ge­rich­te be­ur­teilt.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 65 Rechnungslegung

1Die Rech­nungs­le­gung der Su­va stellt de­ren Ver­mö­gens-, Fi­nanz- und Er­trags­la­ge mit Spar­ten­rech­nung dar.

2Sie folgt den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen der We­sent­lich­keit, der Ver­ständ­lich­keit, der Ste­tig­keit und der Brut­to­dar­stel­lung und ori­en­tiert sich un­ter Vor­be­halt so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Son­der­be­stim­mun­gen an all­ge­mein an­er­kann­ten Stan­dards.

3Die aus den Rech­nungs­le­gungs­grund­sät­zen ab­ge­lei­te­ten Bi­lan­zie­rungs- und Be­wer­tungs­re­geln sind of­fen­zu­le­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 65a Verantwortlicher Aktuar

1Für die Stel­lung und die Auf­ga­ben des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars gel­ten die Ar­ti­kel 23 und 24 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20042.

2Die ge­stützt auf das Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz zu­sätz­lich er­las­se­nen Vor­schrif­ten des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ments über die Auf­ga­ben des ver­ant­wort­li­chen Ak­tuars und über den In­halt des Be­richts sind an­wend­bar.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR961.01

Art. 65b Personal

1Das Per­so­nal der Su­va wird nach OR2 an­ge­stellt.

2Der Su­va-Rat legt Ent­löh­nung, Ne­ben­leis­tun­gen und die wei­te­ren Ver­trags­be­din­gun­gen im Per­so­nal­re­gle­ment fest. Ar­ti­kel 6a Ab­sät­ze 1-5 BPG3 gilt sinn­ge­mä­ss.

3Das Per­so­nal ist bei der Pen­si­ons­kas­se der Su­va ver­si­chert.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR220
3 SR172.220.1

Art. 65c Steuern

Die Su­va ist un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 80 ATSG2 für kom­mer­zi­el­le Leis­tun­gen steu­er­pflich­tig.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR830.1

Art. 66 Zuständigkeitsbereich

1Bei der Su­va sind die Ar­beit­neh­mer fol­gen­der Be­trie­be und Ver­wal­tun­gen ob­li­ga­to­risch ver­si­chert:

a.
in­dus­tri­el­le Be­trie­be nach Ar­ti­kel 5 des Ar­beits­ge­set­zes vom 13. März 19642 (ArG);
b.
Be­trie­be des Bau- und In­stal­la­ti­ons­ge­wer­bes so­wie des Lei­tungs­baus;
c.
Be­trie­be, die Be­stand­tei­le der Erdrin­de ge­win­nen oder auf­be­rei­ten;
d.
Forst­be­trie­be;
e.3
Be­trie­be, die Me­tall, Holz, Kork, Kunst­stof­fe, Stein oder Glas ma­schi­nell be­ar­bei­ten, und Gies­se­rei­en, mit Aus­nah­me fol­gen­der Ver­kaufs­be­trie­be, so­fern die­se nicht sel­ber pro­du­zie­ren, son­dern die Pro­duk­te nur be­ar­bei­ten:
1.
Op­ti­ker­ge­schäf­te,
2.
Bi­jou­te­rie- und Schmuck­ge­schäf­te,
3.
Sport­ar­ti­kel­ge­schäf­te oh­ne Kan­ten- und Be­lags­schleif­ma­schi­nen,
4.
Ra­dio- und Fern­seh­ge­schäf­te oh­ne An­ten­nen­bau,
5.
In­nen­de­ko­ra­ti­ons­ge­schäf­te oh­ne Bo­den­le­ger- und Schrei­ner­ar­bei­ten;
f.
Be­trie­be, in de­nen feu­er- oder ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­che Stof­fe oder Stof­fe, die Be­rufs­krank­hei­ten her­vor­ru­fen kön­nen (Art. 9 Abs. 1) er­zeugt, im Gros­sen ver­wen­det oder im Gros­sen ge­la­gert wer­den;
g.
Ver­kehrs- und Trans­port­be­trie­be so­wie Be­trie­be mit un­mit­tel­ba­rem An­schluss an das Trans­port­ge­wer­be;
h.
Han­dels­be­trie­be, die mit Hil­fe von Ma­schi­nen schwe­re Wa­ren in gros­ser Men­ge la­gern;
i.
Schlacht­häu­ser mit ma­schi­nel­len Ein­rich­tun­gen;
k.
Be­trie­be der Ge­trän­ke­fa­bri­ka­ti­on;
l.
Be­trie­be der Elek­tri­zi­täts-, Gas- und Was­ser­ver­sor­gung so­wie der Keh­richt­be­sei­ti­gung und Ab­was­ser­rei­ni­gung;
m.
Be­trie­be für tech­ni­sche Vor­be­rei­tung, Lei­tung oder Über­wa­chung von Ar­bei­ten nach den Buch­sta­ben b-l;
n.
Lehr- und In­va­li­den­werk­stät­ten;
o.
Be­trie­be, die tem­po­rä­re Ar­beits­kräf­te zur Ver­fü­gung stel­len;
p.
Bun­des­ver­wal­tung, Bun­des­be­trie­be und Bun­des­an­stal­ten;
q.
Zwei­ge öf­fent­li­cher Ver­wal­tun­gen von Kan­to­nen, Ge­mein­den und öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten, die Ar­bei­ten nach den Buch­sta­ben b-m aus­füh­ren.

2Der Bun­des­rat be­zeich­net die un­ter­stell­ten Be­trie­be nä­her und um­schreibt na­ment­lich den Tä­tig­keits­be­reich der Su­va für Ar­beit­neh­mer:

a.
von Hilfs- und Ne­ben­be­trie­ben der un­ter­stell­ten Be­trie­be;
b.
von Be­trie­ben, bei de­nen nur die Hilfs- und Ne­ben­be­trie­be un­ter Ab­satz 1 fal­len;
c.
von ge­misch­ten Be­trie­ben;
d.
von Per­so­nen, die auf ei­ge­ne Rech­nung Ar­bei­ten nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b-m in er­heb­li­chem Um­fang aus­füh­ren, oh­ne dass die Merk­ma­le ei­nes Be­trie­bes vor­lie­gen.

3Der Bun­des­rat kann Ar­beit­neh­mer von der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung bei der Su­va aus­neh­men, wenn ihr Be­trieb ei­ner pri­va­ten Un­fall­ver­si­che­rungs­ein­rich­tung ei­nes Be­rufs­ver­ban­des an­ge­hört, die den glei­chen Ver­si­che­rungs­schutz ge­währ­leis­tet. Die Aus­nah­men sind ins­be­son­de­re zu be­wil­li­gen, wenn sie für den Be­stand und die Leis­tungs­fä­hig­keit ei­ner be­ste­hen­den Un­fall­ver­si­che­rungs­ein­rich­tung ge­bo­ten sind.

3bisAr­beits­lo­se Per­so­nen sind bei der Su­va ver­si­chert. Der Bun­des­rat re­gelt, wel­cher Ver­si­che­rer bei Zwi­schen­ver­dienst, bei Teil­ar­beits­lo­sig­keit und bei ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men zu­stän­dig ist.4

4Die Su­va führt für die Ar­beit­ge­ber der bei ihr ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer so­wie für mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der sol­cher Ar­beit­ge­ber die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung (Art. 4 und 5) durch. Der Bun­des­rat kann die Su­va er­mäch­ti­gen, auch Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de aus gleich­ar­ti­gen Be­rufs­zwei­gen, die kei­ne Ar­beit­neh­mer be­schäf­ti­gen, zu ver­si­chern.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR 822.11
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 67 Führung der Militärversicherung

1Über­trägt der Bun­des­rat die Füh­rung der Mi­li­tär­ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 81 Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19922 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung (MVG) der Su­va, so führt die­se die Mi­li­tär­ver­si­che­rung als ei­ge­ne So­zi­al­ver­si­che­rung mit ge­son­der­ter Rech­nung.

2 Die Su­va or­ga­ni­siert die Mi­li­tär­ver­si­che­rung so, dass die­se ih­re Auf­ga­ben nach dem MVG er­fül­len kann und dass die Er­stel­lung von Jah­res­be­rich­ten und Sta­tis­ti­ken nach Ar­ti­kel 77 ATSG3 si­cher­ge­stellt ist.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 18. März 2005 über die Über­tra­gung der Füh­rung der Mi­li­tär­ver­si­che­rung an die Su­va, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 2881; BBl 2004 2851).
2 SR 833.1
3 SR 830.1

Art. 67a Nebentätigkeiten

1Die Su­va kann zu­sätz­lich zu den Tä­tig­kei­ten, zu wel­chen sie nach dem Ge­setz ver­pflich­tet ist, in den fol­gen­den Be­rei­chen tä­tig sein:

a.
Füh­rung von Re­ha­bi­li­ta­ti­ons­kli­ni­ken;
b.
Scha­den­ab­wick­lung für Drit­te;
c.
Ent­wick­lung von Si­cher­heits­pro­duk­ten und de­ren Ver­kauf;
d.
Be­ra­tung und Aus­bil­dung im Be­reich der be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­för­de­rung.

2Die Ne­ben­tä­tig­kei­ten müs­sen:

a.
mit den ho­heit­li­chen Auf­ga­ben der Su­va beim Voll­zug der Be­stim­mun­gen über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten nach Ar­ti­kel 85 Ab­satz 1 ver­ein­bar sein;
b.
fi­nan­zi­ell selbst­tra­gend sein.

3Die Ne­ben­tä­tig­kei­ten wer­den von Leis­tungs­zen­tren in­ner­halb der Su­va oder von Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten nach dem OR2 aus­ge­übt, an de­nen die Su­va die Mehr­heit des Ka­pi­tals und der Stimm­rech­te be­sitzt.

4So­weit die Ne­ben­tä­tig­kei­ten von Leis­tungs­zen­tren wahr­ge­nom­men wer­den, führt die Su­va für je­des Leis­tungs­zen­trum ei­ne se­pa­ra­te Be­triebs­rech­nung. Über­schüs­se oder Ver­lus­te wer­den ei­ner se­pa­ra­ten Re­ser­ve der Su­va gut­ge­schrie­ben oder be­las­tet.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR220

3. Abschnitt: Andere Versicherer

Art. 68 Art und Registereintragung

1Per­so­nen, für de­ren Ver­si­che­rung nicht die Su­va zu­stän­dig ist, wer­den nach die­sem Ge­setz ge­gen Un­fall ver­si­chert durch:

a.1
pri­va­te Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20042 (VAG) un­ter­ste­hen;
b.
öf­fent­li­che Un­fall­ver­si­che­rungs­kas­sen;
c.3
Kran­ken­kas­sen im Sin­ne des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 19944 über die Kran­ken­ver­si­che­rung.5

2Die Ver­si­che­rer, die sich an der Durch­füh­rung der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung be­tei­li­gen wol­len, ha­ben sich in ein vom Bun­des­amt für Ge­sund­heit6 ge­führ­tes Re­gis­ter ein­zu­tra­gen. Das Re­gis­ter ist öf­fent­lich.7


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5269; BBl 2003 3789).
2 SR 961.01
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG über die Kran­ken­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 1328 1367 Art. 1 Abs. 1; BBl 1992 I 93).
4 SR 832.10
5 Sie­he auch die UeB der Änd. 25.09.2015 am Schluss des Tex­tes.
6 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt. Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
7 Sie­he auch Art. 2 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).

Art. 69 Wahl des Versicherers

Der Ar­beit­ge­ber sorgt da­für, dass sei­ne Ar­beit­neh­mer bei ei­nem Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 ver­si­chert sind. Die Ar­beit­neh­mer ha­ben bei der Wahl des Ver­si­che­rers ein Mit­be­stim­mungs­recht.

Art. 70 Tätigkeitsbereich

1Die Ver­si­che­rer müs­sen den ob­li­ga­to­risch und den frei­wil­lig Ver­si­cher­ten min­des­tens den in die­sem Ge­setz vor­ge­schrie­be­nen Ver­si­che­rungs­schutz ge­wäh­ren.

2Die Kran­ken­kas­sen kön­nen die Ver­si­che­rung der Heil­be­hand­lung ein­sch­liess­lich der Sach­schä­den, der Rei­se-, Trans­port- und Ret­tungs­kos­ten so­wie des Tag­gel­des durch­füh­ren. Sie ha­ben mit dem Ver­si­che­rer, der die üb­ri­gen Leis­tun­gen er­bringt, die ge­gen­sei­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit zu ver­ein­ba­ren.1

3Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 kön­nen die Scha­dener­le­di­gung der Su­va oder ei­nem Drit­ten über­tra­gen. Die Über­tra­gung be­darf für die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a der Ge­neh­mi­gung der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht und für die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be c der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­amts für Ge­sund­heit.2


1 Sie­he auch Art. 2 bzw. 4 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Or­ga­ni­sa­ti­on und Ne­ben­tä­tig­kei­ten der Su­va), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4941; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 71 Eingeschränkte Steuerfreiheit

In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 80 Ab­satz 1 ATSG2 kön­nen Ver­si­che­rer nur Zu­wei­sun­gen an die tech­ni­schen Re­ser­ven, so­weit sie aus­sch­liess­lich der Si­cher­stel­lung von An­sprü­chen nach die­sem Ge­setz die­nen, bei den di­rek­ten Steu­ern des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den steu­er­frei zu­rück­stel­len.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1

4. Abschnitt: Ersatzkasse

Art. 72 Errichtung

1Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 er­rich­ten in Form ei­ner Stif­tung ei­ne Er­satz­kas­se. Der Stif­tungs­rat ist pa­ri­tä­tisch aus Ver­tre­tern der Ver­si­che­rer und der Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen zu­sam­men­zu­set­zen. Die Stif­tungs­ur­kun­de und die Re­gle­men­te be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.

2Die­se Ver­si­che­rer ha­ben der Er­satz­kas­se einen An­teil der Prä­mi­enein­nah­men aus der Un­fall­ver­si­che­rung zu über­wei­sen. Der An­teil wird so be­mes­sen, dass die Er­satz­kas­se al­le Auf­wen­dun­gen, die nicht durch Di­rektein­nah­men ge­deckt sind, fi­nan­zie­ren und für Dau­er­ver­pflich­tun­gen an­ge­mes­se­ne Re­ser­ven be­stel­len kann.

3Kommt die Grün­dung der Er­satz­kas­se nicht zu­stan­de, so nimmt sie der Bun­des­rat vor. Wenn sich die Ver­si­che­rer über den Be­trieb der Kas­se nicht ei­ni­gen kön­nen, so er­lässt der Bun­des­rat die not­wen­di­gen Vor­schrif­ten.1


1 Sie­he auch Art. 2 bzw. 4 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).

Art. 73 Tätigkeitsbereich

1Die Er­satz­kas­se er­bringt die ge­setz­li­chen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen an ver­un­fall­te Ar­beit­neh­mer, für de­ren Ver­si­che­rung nicht die Su­va zu­stän­dig ist und die von ih­rem Ar­beit­ge­ber nicht ver­si­chert wor­den sind. Die Kas­se zieht vom säu­mi­gen Ar­beit­ge­ber die ge­schul­de­ten Er­satz­prä­mi­en ein. Sie trägt auch die Kos­ten für die ge­setz­li­chen Leis­tun­gen ei­nes Ver­si­che­rers nach Ar­ti­kel 68, der zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­den ist.

2Die Er­satz­kas­se weist Ar­beit­ge­ber, die ih­re Ar­beit­neh­mer nach er­folg­ter Mah­nung nicht ver­si­chert ha­ben oder die kei­nen Ver­si­che­rer ge­fun­den ha­ben, ei­nem Ver­si­che­rer zu.1

2bisAb­satz 2 ist nicht an­wend­bar auf Ar­beit­ge­ber, die aus­sch­liess­lich Ar­beit­neh­mer mit ge­ring­fü­gi­gen Ein­kom­men nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 5 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19462 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­schäf­ti­gen.3

2terDie Er­satz­kas­se er­füllt die ihr in den Ar­ti­keln 78 und 90 Ab­satz 4 über­tra­ge­nen Auf­ga­ben.4

3Der Bun­des­rat kann der Er­satz­kas­se auch Auf­ga­ben über­tra­gen, die nicht in den Tä­tig­keits­be­reich der an­dern Ver­si­che­rer fal­len.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR 831.10
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 74


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

5. Abschnitt: Gemeinsame Vorschriften

Art. 75 Wahlrecht der öffentlichen Verwaltungen

1Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se, Ge­mein­den und an­de­re öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten kön­nen für die Ver­si­che­rung ih­res Per­so­nals, das nicht be­reits bei der Su­va ver­si­chert ist, in­nert ei­ner vom Bun­des­rat fest­zu­set­zen­den Frist zwi­schen der Su­va und ei­nem Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 wäh­len.

2Ver­wal­tun­gen und Be­trie­be, die ei­ne Ein­heit bil­den, wer­den beim glei­chen Ver­si­che­rer ver­si­chert.


1 Sie­he auch Art. 3 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).

Art. 76 Wechsel des Versicherers

1Der Bun­des­rat prüft auf das En­de ei­ner fünf­jäh­ri­gen Pe­ri­ode von sich aus oder auf ge­mein­sa­mes Be­geh­ren der Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen und nach An­hö­ren der bis­her zu­stän­di­gen Ver­si­che­rer, ob ei­ne Än­de­rung der Zu­tei­lung be­stimm­ter Be­triebs- oder Be­rufs­ka­te­go­ri­en zur Su­va oder zu den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 68 an­ge­zeigt ist.

2Ei­ne Neu­zu­tei­lung wird frü­he­s­tens zwei Jah­re nach dem In­kraft­tre­ten der ent­spre­chen­den Ver­ord­nung oder Ge­set­zes­än­de­rung wirk­sam.

Art. 77 Leistungspflicht der Versicherer

1Bei Be­rufs­un­fäl­len er­bringt der­je­ni­ge Ver­si­che­rer die Leis­tun­gen, bei dem die Ver­si­che­rung zur Zeit des Un­fal­les be­stan­den hat. Bei Be­rufs­krank­hei­ten ist der Ver­si­che­rer zu Leis­tun­gen ver­pflich­tet, bei dem die Ver­si­che­rung be­stan­den hat, als der Ver­si­cher­te zu­letzt durch schä­di­gen­de Stof­fe oder be­stimm­te Ar­bei­ten oder durch be­ruf­li­che Tä­tig­kei­ten ge­fähr­det war.

2Bei Nicht­be­rufs­un­fäl­len er­bringt der­je­ni­ge Ver­si­che­rer die Leis­tun­gen, bei dem der Ver­un­fall­te zu­letzt auch ge­gen Be­rufs­un­fäl­le ver­si­chert war.

3Der Bun­des­rat ord­net die Leis­tungs­pflicht und das Zu­sam­men­wir­ken der Ver­si­che­rer:

a.
für Ver­si­cher­te, die von ver­schie­de­nen Ar­beit­ge­bern be­schäf­tigt wer­den;
b.
bei ei­nem er­neu­ten Un­fall, na­ment­lich wenn er zum Ver­lust paa­ri­ger Or­ga­ne oder zu an­de­ren Än­de­run­gen des In­va­li­di­täts­gra­des führt;
c.
beim To­de bei­der El­tern­tei­le;
d.
bei Be­rufs­krank­hei­ten, die in meh­re­ren, bei ver­schie­de­nen Ver­si­che­rern ver­si­cher­ten Be­trie­ben ver­ur­sacht wur­den.

Art. 78 Grossereignisse

1Er­eig­net sich ein Scha­dener­eig­nis, das vor­aus­sicht­lich Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen aus­löst, die das Net­to­prä­mi­en­vo­lu­men der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rungs­zwei­ge des dem Scha­dener­eig­nis vor­an­ge­hen­den Ver­si­che­rungs­jah­res al­ler Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 über­stei­gen (Gros­ser­eig­nis), so mel­den die ein­zel­nen Ver­si­che­rer der Er­satz­kas­se (Art. 72) lau­fend den ge­schätz­ten Ge­samt­scha­den­auf­wand und die er­brach­ten Zah­lun­gen.

2Zeit­lich und räum­lich ge­trenn­te Er­eig­nis­se bil­den dann ein ein­zi­ges Gros­ser­eig­nis, wenn sie auf die glei­che Ur­sa­che zu­rück­zu­füh­ren sind.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 78a Streitigkeiten

Bei geld­wer­ten Strei­tig­kei­ten zwi­schen Ver­si­che­rern er­lässt das Bun­des­amt für Ge­sund­heit ei­ne Ver­fü­gung.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 21 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Vor­in­stan­zen des Bun­des­ge­richts und des Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­ge­richts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 901).

2. Kapitel: Aufsicht

Art. 79 Aufgaben des Bundes

1Die Auf­sichts­be­hör­den (Art. 76 ATSG1) sor­gen für ei­ne ein­heit­li­che Rechts­an­wen­dung. Sie kön­nen da­zu von den Ver­si­che­rern Aus­künf­te ein­for­dern. Sie er­grei­fen Mass­nah­men zur Be­he­bung von Män­geln und sor­gen na­ment­lich für die Füh­rung von ein­heit­li­chen Sta­tis­ti­ken, die ins­be­son­de­re der Be­schaf­fung ver­si­che­rungs­tech­ni­scher Grund­la­gen, der Prä­mi­en­be­mes­sung und der Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten die­nen.2

2Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 kön­nen im Fal­le von schwe­rer Miss­ach­tung der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten von der Durch­füh­rung der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung aus­ge­schlos­sen wer­den.

3Die Er­satz­kas­se un­ter­steht auch der Stif­tungs­auf­sicht des Bun­des (Art. 84 des Zi­vil­ge­setz­buchs; ZGB3).

4Be­son­de­re Be­stim­mun­gen über die Be­auf­sich­ti­gung der Ver­si­che­rer blei­ben vor­be­hal­ten.


1 SR 830.1
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
3 SR 210

Art. 80 Aufgaben der Kantone

Die Kan­to­ne klä­ren die Ar­beit­ge­ber über ih­re Ver­si­che­rungs­pflicht auf; sie über­wa­chen de­ren Ein­hal­tung. Sie kön­nen ih­re AHV-Aus­gleichs­kas­sen ver­pflich­ten, bei der Kon­trol­le der Ein­hal­tung der Ver­si­che­rungs­pflicht mit­zu­wir­ken.

Sechster Titel: Unfallverhütung

1. Kapitel: Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten

1. Abschnitt: Geltungsbereich

Art. 81

1Die Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten gel­ten für al­le Be­trie­be, de­ren Ar­beit­neh­mer in der Schweiz Ar­bei­ten aus­füh­ren.1

2Der Bun­des­rat kann die An­wen­dung die­ser Vor­schrif­ten für be­stimm­te Be­triebs- oder Ar­beit­neh­mer­ka­te­go­ri­en ein­schrän­ken oder aus­sch­lies­sen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

2. Abschnitt: Pflichten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Art. 82 Allgemeines

1Der Ar­beit­ge­ber ist ver­pflich­tet, zur Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten al­le Mass­nah­men zu tref­fen, die nach der Er­fah­rung not­wen­dig, nach dem Stand der Tech­nik an­wend­bar und den ge­ge­be­nen Ver­hält­nis­sen an­ge­mes­sen sind.

2Der Ar­beit­ge­ber hat die Ar­beit­neh­mer bei der Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zur Mit­wir­kung her­an­zu­zie­hen.

3Die Ar­beit­neh­mer sind ver­pflich­tet, den Ar­beit­ge­ber in der Durch­füh­rung der Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu un­ter­stüt­zen. Sie müs­sen ins­be­son­de­re per­sön­li­che Schutzaus­rüs­tun­gen be­nüt­zen, die Si­cher­heits­ein­rich­tun­gen rich­tig ge­brau­chen und dür­fen die­se oh­ne Er­laub­nis des Ar­beit­ge­bers we­der ent­fer­nen noch än­dern.

Art. 82a Arbeiten mit besonderen Gefahren

1Der Bun­des­rat kann Ar­bei­ten mit be­son­de­ren Ge­fah­ren von ei­nem Aus­bil­dungs­nach­weis ab­hän­gig ma­chen, so­fern die So­zi­al­part­ner einen ent­spre­chen­den An­trag stel­len.

2Er re­gelt die Aus­bil­dung und die An­er­ken­nung von Aus­bil­dungs­kur­sen nach vor­gän­gi­ger An­hö­rung der Eid­ge­nös­si­schen Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on (Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on) für Ar­beits­si­cher­heit.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 83 Ausführungsvorschriften

1Der Bun­des­rat er­lässt nach An­hö­ren der un­mit­tel­bar be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen Vor­schrif­ten über tech­ni­sche, me­di­zi­ni­sche und an­de­re Mass­nah­men zur Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten in den Be­trie­ben. Er be­stimmt, wer die Kos­ten trägt.

2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über die Mit­wir­kung von Ar­beit­särz­ten und an­dern Spe­zia­lis­ten der Ar­beits­si­cher­heit in den Be­trie­ben.

Art. 84 Befugnisse der Durchführungsorgane

1Die Durch­füh­rungs­or­ga­ne kön­nen nach An­hö­ren des Ar­beit­ge­bers und der un­mit­tel­bar be­trof­fe­nen Ver­si­cher­ten be­stimm­te Mass­nah­men zur Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten an­ord­nen. Der Ar­beit­ge­ber hat den Durch­füh­rungs­or­ga­nen den Zu­tritt zu al­len Ar­beits­räu­men und Ar­beitsplät­zen des Be­triebs zu ge­wäh­ren und ih­nen zu ge­stat­ten, Fest­stel­lun­gen zu ma­chen und Pro­ben zu ent­neh­men.

2Die Durch­füh­rungs­or­ga­ne kön­nen Ver­si­cher­te, die hin­sicht­lich Be­rufs­un­fäl­len oder Be­rufs­krank­hei­ten durch be­stimm­te Ar­bei­ten be­son­ders ge­fähr­det sind, von die­sen Ar­bei­ten aus­sch­lies­sen. Der Bun­des­rat ord­net die Ent­schä­di­gung für Ver­si­cher­te, die durch den Aus­schluss von ih­rer bis­he­ri­gen Ar­beit im Fort­kom­men er­heb­lich be­ein­träch­tigt sind und kei­nen An­spruch auf an­de­re Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ha­ben.

3. Abschnitt: Durchführung

Art. 85 Zuständigkeit und Koordination

1Die Durch­füh­rungs­or­ga­ne des ArG1 und die Su­va voll­zie­hen die Be­stim­mun­gen über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten.2 Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­stän­dig­keit und die Zu­sam­men­ar­beit der Durch­füh­rungs­or­ga­ne. Er be­rück­sich­tigt ih­re sach­li­chen, fach­li­chen und per­so­nel­len Mög­lich­kei­ten.

2Der Bun­des­rat be­stellt die Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on, die aus fol­gen­den Mit­glie­dern be­steht:

a.
drei Ver­tre­ter der Ver­si­che­rer (ein Ver­tre­ter der Su­va und zwei Ver­tre­ter der Ver­si­che­rer nach Art. 68);
b.
acht Ver­tre­ter der Durch­füh­rungs­or­ga­ne (drei Ver­tre­ter der Su­va, zwei der eid­ge­nös­si­schen und drei der kan­to­na­len Durch­füh­rungs­or­ga­ne des ArG);
c.
zwei Ver­tre­ter der Ar­beit­ge­ber;
d.
zwei Ver­tre­ter der Ar­beit­neh­mer.3

2bisDer Bun­des­rat wählt einen Ver­tre­ter der Su­va zum Vor­sit­zen­den.4

3Die Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on stimmt die ein­zel­nen Durch­füh­rungs­be­rei­che auf­ein­an­der ab, so­weit der Bun­des­rat hier­über kei­ne Be­stim­mun­gen er­las­sen hat; sie sorgt für ei­ne ein­heit­li­che An­wen­dung der Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten in den Be­trie­ben. Sie kann dem Bun­des­rat An­re­gun­gen zum Er­lass sol­cher Vor­schrif­ten un­ter­brei­ten und die Su­va er­mäch­ti­gen, mit ge­eig­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen Ver­trä­ge über be­son­de­re Durch­füh­rungs­auf­ga­ben auf dem Ge­bie­te der Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten ab­zu­sch­lies­sen.

4Die Be­schlüs­se der Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on sind für die Ver­si­che­rer und die Durch­füh­rungs­or­ga­ne des Ar­beits­ge­set­zes ver­bind­lich.

5Der Bun­des­rat übt die Auf­sicht (Art. 76 ATSG5) über die Tä­tig­keit der Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on aus.6


1 SR822.11
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
5 SR 830.1
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 86 Verwaltungszwang

1Die Kan­to­ne leis­ten Rechts­hil­fe bei der Voll­stre­ckung rechts­kräf­ti­ger Ver­fü­gun­gen und un­auf­schieb­ba­rer An­ord­nun­gen der Durch­füh­rungs­or­ga­ne.

2Wer­den Le­ben oder Ge­sund­heit von Ar­beit­neh­mern durch Miss­ach­tung von Si­cher­heits­vor­schrif­ten schwer ge­fähr­det, so ver­hin­dert die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de die Be­nüt­zung von Räu­men oder Ein­rich­tun­gen und schliesst in be­son­ders schwe­ren Fäl­len den Be­trieb bis zur Be­he­bung des si­cher­heits­wid­ri­gen Zu­stan­des; sie kann die Be­schlag­nah­me von Stof­fen und Ge­gen­stän­den ver­fü­gen.

4. Abschnitt: Finanzierung

Art. 87 Prämienzuschlag

1Der Bun­des­rat setzt auf An­trag der Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on einen Prä­mi­en­zu­schlag für die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten fest. Er kann nach An­hö­ren der Ko­or­di­na­ti­ons­kom­mis­si­on be­stimm­te Be­triebs­ka­te­go­ri­en von die­sem Prä­mi­en­zu­schlag ganz oder teil­wei­se be­frei­en.

2Der Prä­mi­en­zu­schlag wird von den Ver­si­che­rern er­ho­ben und von der Su­va ver­wal­tet, die dar­über ei­ne ge­son­der­te Rech­nung führt; die­se be­darf der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.

3Der Prä­mi­en­zu­schlag dient da­zu, die Kos­ten zu de­cken, die den Durch­füh­rungs­or­ga­nen aus der Tä­tig­keit zur Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten ent­ste­hen. Der Bun­des­rat ord­net die Ein­zel­hei­ten.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 87a Beiträge ausländischer Betriebe

1Aus­län­di­sche Be­trie­be, de­ren Ar­beit­neh­mer nicht der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung nach die­sem Ge­setz un­ter­ste­hen, ha­ben Un­fall­ver­hü­tungs­bei­trä­ge zu ent­rich­ten.

2Die Bei­trä­ge müs­sen den Prä­mi­en­zu­schlä­gen ent­spre­chen, die nach Ar­ti­kel 87 für ver­gleich­ba­re Be­trie­be fest­ge­setzt sind.

3Der Bun­des­rat re­gelt das Er­he­bungs­ver­fah­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

2. Kapitel: Verhütung von Nichtberufsunfällen

Art. 88 Förderung der Verhütung von Nichtberufsunfällen

1Die Su­va und die an­de­ren Ver­si­che­rer för­dern die Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len. Sie be­trei­ben ge­mein­sam ei­ne In­sti­tu­ti­on, die durch Auf­klä­rung und all­ge­mei­ne Si­cher­heits­vor­keh­ren zur Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len bei­trägt und gleich­ar­ti­ge Be­stre­bun­gen ko­or­di­niert.

2Der Bun­des­rat setzt auf An­trag der Ver­si­che­rer einen Prä­mi­en­zu­schlag für die Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len fest.

3Die Ver­si­che­rer sind ver­pflich­tet, mit dem Er­trag aus den Prä­mi­en­zu­schlä­gen die Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len all­ge­mein zu för­dern.

Siebter Titel: Rechnung und Finanzierung

1. Kapitel: Rechnung

Art. 89

1Für die Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung sind ein­heit­li­che Rech­nungs­grund­la­gen zu ver­wen­den. Der Bun­des­rat er­lässt Richt­li­ni­en.

2Die Ver­si­che­rer füh­ren je ei­ne ge­son­der­te Rech­nung für:

a.
die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Be­rufs­un­fäl­le und der Be­rufs­krank­hei­ten;
b.
die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le;
c.
die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung (Art. 4 und 5).

2bisDie Su­va führt aus­ser­dem ei­ne ge­son­der­te Rech­nung für die Ver­si­che­rung der ar­beits­lo­sen Per­so­nen.2

3Die Fi­nan­zie­rung der Zwei­ge nach den Ab­sät­zen 2 und 2bis hat selbst­tra­gend zu sein.3

4Rech­nungs­jahr ist das Ka­len­der­jahr.


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

1a. Kapitel: Finanzierung

Art. 90 Finanzierung der kurzfristigen Leistungen und der Renten

1Die Ver­si­che­rer wen­den zur Fi­nan­zie­rung der Tag­gel­der, der Kos­ten für die Heil­be­hand­lung, der üb­ri­gen kurz­fris­ti­gen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen und der In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten das Be­darfs­de­ckungs­ver­fah­ren an.2

2Sie wen­den das Ka­pi­tal­de­ckungs­ver­fah­ren zur Fi­nan­zie­rung der In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten und der Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen an, so­bald die­se fest­ge­setzt sind. Das De­ckungs­ka­pi­tal muss für die De­ckung al­ler Ren­ten­an­sprü­che oh­ne Teue­rungs­zu­la­gen aus­rei­chen.

3Die Ver­si­che­rer bil­den Rück­stel­lun­gen zur Fi­nan­zie­rung des in­fol­ge ei­ner Än­de­rung der vom Bun­des­rat ge­neh­mig­ten Rech­nungs­grund­la­gen er­for­der­li­chen zu­sätz­li­chen Ren­ten­de­ckungs­ka­pi­tals. Zum Aus­gleich von Schwan­kun­gen der Be­triebs­er­geb­nis­se sind Re­ser­ven zu be­stel­len. Der Bun­des­rat er­lässt Richt­li­ni­en.

4Bei Gros­ser­eig­nis­sen wird zur Fi­nan­zie­rung des Scha­den­auf­wands, der die Schwel­le für ein Gros­ser­eig­nis nach Ar­ti­kel 78 über­steigt, bei der Er­satz­kas­se ein Aus­gleichs­fonds er­rich­tet. Der Aus­gleichs­fonds wird vom Fol­ge­jahr an über einen Prä­mi­en­zu­schlag pro Ver­si­che­rungs­zweig ge­äuf­net. Der Prä­mi­en­zu­schlag wird von der Er­satz­kas­se so fest­ge­legt, dass sämt­li­che lau­fen­den Kos­ten der Schä­den ge­deckt wer­den kön­nen. Er wird von den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 68 er­ho­ben und von der Er­satz­kas­se ver­wal­tet. Die Er­satz­kas­se ver­gü­tet den ein­zel­nen Ver­si­che­rern die Auf­wen­dun­gen, wel­che die Schwel­le über­stei­gen. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 Sie­he auch die UeB der Änd. 25.09.2015 am Schluss des Tex­tes.

Art. 90a Finanzierung der Teuerungszulagen bei den Versicherern nach Artikel 68 Absatz 1 Buchstabe a und bei der Ersatzkasse

1Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und die Er­satz­kas­se er­rich­ten einen Ver­ein nach den Be­stim­mun­gen des Zi­vil­ge­setz­buchs2 zur lang­fris­ti­gen Si­che­rung der Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen (Art. 34) für die Be­rufs- und Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung. Die Mit­glied­schaft im Ver­ein ist für al­le zu­ge­las­se­nen Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und die Er­satz­kas­se ob­li­ga­to­risch.

2Die Mit­glie­der des Ver­eins sind ver­pflich­tet, ei­ge­ne ge­son­der­te Rück­stel­lun­gen zur Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen zu bil­den.

3Die ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen wer­den fi­nan­ziert aus:

a.
Zins­über­schüs­sen auf den Ren­ten­de­ckungs­ka­pi­ta­li­en;
b.
An­tei­len von Zins­er­trä­gen auf Rück­stel­lun­gen für Leis­tun­gen an In­va­li­de und Hin­ter­las­se­ne;
c.
An­tei­len von Zins­er­trä­gen auf Rück­stel­lun­gen für Hei­lungs­kos­ten und Tag­gel­der;
d.
Aus­gleichs­zah­lun­gen un­ter den Mit­glie­dern;
e.
Zins­er­trä­gen auf den ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen; und
f.
Prä­mi­en­zu­schlä­gen für nicht durch Zins­über­schüs­se ge­deck­te Teue­rungs­zu­la­gen.

4Der Ver­ein legt für al­le Mit­glie­der ein­heit­li­che Zinsan­teils­sät­ze der Zins­er­trä­ge auf den Rück­stel­lun­gen so­wie ein­heit­li­che Prä­mi­en­zu­schlä­ge für nicht ge­deck­te Teue­rungs­zu­la­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 92 Ab­satz 1 mit­tels Ver­fü­gung fest. Die Prä­mi­en­zu­schlä­ge wer­den so­weit er­ho­ben, als po­si­ti­ve Zins­über­schüs­se, Zu­satz­zinsan­tei­le und Zins­er­trä­ge auf den ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen nicht aus­rei­chen, um die Fi­nan­zie­rung der ka­pi­ta­li­sier­ten, ge­spro­che­nen Teue­rungs­zu­la­gen zu ge­währ­leis­ten.

5Wird der Sal­do der ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen ei­nes oder meh­re­rer Mit­glie­der am En­de ei­nes Rech­nungs­jah­res ne­ga­tiv, so legt der Ver­ein die not­wen­di­gen Aus­gleichs­zah­lun­gen un­ter den Mit­glie­dern fest. Da­bei ha­ben die Mit­glie­der mit po­si­ti­vem Sal­do nach den in den Ver­eins­sta­tu­ten und im Ver­wal­tungs­re­gle­ment ge­re­gel­ten Mo­da­li­tä­ten Aus­gleichs­zah­lun­gen zu leis­ten.

6Die Ein­zel­hei­ten wer­den in den Sta­tu­ten und im Ver­wal­tungs­re­gle­ment des Ver­eins ge­re­gelt. Die Sta­tu­ten und das Ver­wal­tungs­re­gle­ment be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes.

7Kommt die Grün­dung des Ver­eins nicht zu­stan­de, so er­lässt der Bun­des­rat die not­wen­di­gen Vor­schrif­ten.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.
2 SR 210

Art. 90b Finanzierung der Teuerungszulagen bei der Suva und den Versicherern nach Artikel 68 Absatz 1 Buchstabe b

Die Teue­rungs­zu­la­gen bei der Su­va und den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be b wer­den aus den Zins­über­schüs­sen und, so­weit die­se nicht aus­rei­chen, nach dem Aus­ga­benum­la­ge­ver­fah­ren fi­nan­ziert.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 90c Finanzierung der Teuerungszulagen für arbeitslose Personen

1Die Su­va bil­det zur Si­che­rung der Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen für ar­beits­lo­se Per­so­nen ge­son­der­te Rück­stel­lun­gen.

2Die ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen wer­den fi­nan­ziert aus:

a.
Zins­über­schüs­sen auf den De­ckungs­ka­pi­ta­li­en der Ver­si­che­rung der ar­beits­lo­sen Per­so­nen;
b.
der Ver­zin­sung der Rück­stel­lun­gen; und
c.
all­fäl­li­gen Bei­trä­gen aus dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.

3Wird vom Bun­des­rat ei­ne Teue­rungs­zu­la­ge fest­ge­setzt, so ent­nimmt die Su­va das zu­sätz­lich er­for­der­li­che De­ckungs­ka­pi­tal den Rück­stel­lun­gen. Rei­chen die Rück­stel­lun­gen nicht aus, um das Ka­pi­tal zur Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen zu bil­den, so wer­den die zu­sätz­lich er­for­der­li­chen Mit­tel aus den Bei­trä­gen aus dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung fi­nan­ziert.

4Die Su­va legt die Bei­trä­ge aus dem Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung fest. Sie kon­sul­tiert vor­gän­gig die Auf­sichts­kom­mis­si­on für den Aus­gleichs­fonds der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 90d Finanzierung der Anpassung der Hilflosenentschädigung

Die Fi­nan­zie­rung der An­pas­sung der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung in­fol­ge Er­hö­hung des höchst­ver­si­cher­ten Ver­diens­tes er­folgt für die Be­rufs- und Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung nach den glei­chen Re­geln wie für die Fi­nan­zie­rung der Teue­rungs­zu­la­gen. Für die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und die Er­satz­kas­se wer­den die Ein­zel­hei­ten in den Sta­tu­ten und im Ver­wal­tungs­re­gle­ment des Ver­eins nach Ar­ti­kel 90a Ab­satz 1 ge­re­gelt.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

2. Kapitel: Prämien

Art. 91 Prämienpflicht

1Die Prä­mi­en für die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Be­rufs­un­fäl­le und Be­rufs­krank­hei­ten trägt der Ar­beit­ge­ber.

2Die Prä­mi­en für die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le ge­hen zu Las­ten des Ar­beit­neh­mers. Ab­wei­chen­de Ab­re­den zu­guns­ten des Ar­beit­neh­mers blei­ben vor­be­hal­ten.

3Der Ar­beit­ge­ber schul­det den ge­sam­ten Prä­mi­en­be­trag. Er zieht den An­teil des Ar­beit­neh­mers vom Lohn ab. Die­ser Ab­zug darf für den auf ei­ne Lohn­pe­ri­ode ent­fal­len­den Prä­mi­en­be­trag nur am Lohn­be­trag die­ser oder der un­mit­tel­bar nach­fol­gen­den Pe­ri­ode statt­fin­den. Je­de ab­wei­chen­de Ab­re­de zu­un­guns­ten der Ver­si­cher­ten ist un­gül­tig.

4Die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung schul­det den ge­sam­ten Prä­mi­en­be­trag der ar­beits­lo­sen Per­so­nen. Sie zieht den nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 4 AVIG1 von der ar­beits­lo­sen Per­son ge­schul­de­ten An­teil von der Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung ab. Neh­men die ar­beits­lo­sen Per­so­nen an Pro­gram­men zur vor­über­ge­hen­den Be­schäf­ti­gung, an Be­rufs­prak­ti­ka oder an Bil­dungs­mass­nah­men teil, so ent­rich­tet die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung die Prä­mi­en für das Un­fall­ri­si­ko wäh­rend die­ser Tä­tig­kei­ten an die Su­va.2


1 SR837.0
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 92 Festsetzung der Prämien

1Die Prä­mi­en wer­den von den Ver­si­che­rern in Pro­mil­len des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes fest­ge­setzt. Sie be­ste­hen aus ei­ner dem Ri­si­ko ent­spre­chen­den Net­to­prä­mie und aus Zu­schlä­gen für die Ver­wal­tungs­kos­ten, für die Kos­ten der Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten, für die nicht durch Zins­über­schüs­se ge­deck­ten Teue­rungs­zu­la­gen und für die all­fäl­li­ge Äuf­nung ei­nes Aus­gleichs­fonds bei Gros­ser­eig­nis­sen. Die Ver­si­che­rer kön­nen für die bei­den ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rungs­zwei­ge je ei­ne vom je­wei­li­gen Ri­si­ko un­ab­hän­gi­ge Mi­ni­mal­prä­mie er­he­ben; der Bun­des­rat legt die Höchst­gren­ze der Mi­ni­mal­prä­mie fest.2

2Für die Be­mes­sung der Prä­mi­en in der Be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung wer­den die Be­trie­be nach ih­rer Art und ih­ren Ver­hält­nis­sen in Klas­sen des Prä­mi­en­ta­rifs und in­ner­halb die­ser in Stu­fen ein­ge­reiht; da­bei wer­den ins­be­son­de­re Un­fall­ge­fahr und Stand der Un­fall­ver­hü­tung be­rück­sich­tigt. Die Ar­beit­neh­mer ei­nes Be­trie­bes kön­nen nach ein­zel­nen Grup­pen ver­schie­de­nen Klas­sen und Stu­fen zu­ge­teilt wer­den.

3Bei Zu­wi­der­hand­lung ge­gen Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten kön­nen die Be­trie­be je­der­zeit und auch rück­wir­kend in ei­ne hö­he­re Ge­fah­renstu­fe ver­setzt wer­den.

4Än­de­run­gen in der Be­triebs­art und in den Be­triebs­ver­hält­nis­sen sind dem zu­stän­di­gen Ver­si­che­rer in­nert 14 Ta­gen an­zu­zei­gen. Bei er­heb­li­chen Än­de­run­gen kann der Ver­si­che­rer die Zu­tei­lung zu den Klas­sen und Stu­fen des Prä­mi­en­ta­rifs än­dern, ge­ge­be­nen­falls rück­wir­kend.

5Auf­grund der Ri­si­koer­fah­run­gen kann der Ver­si­che­rer von sich aus oder auf An­trag von Be­triebs­in­ha­bern die Zu­tei­lung be­stimm­ter Be­trie­be zu den Klas­sen und Stu­fen des Prä­mi­en­ta­rifs je­weils auf den Be­ginn des Rech­nungs­jah­res än­dern.

6Für die Be­mes­sung der Prä­mi­en in der Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung kön­nen Ta­rif­klas­sen ge­bil­det wer­den. Die Prä­mi­en dür­fen nicht nach dem Ge­schlecht der ver­si­cher­ten Per­so­nen ab­ge­stuft wer­den.3

7Der Zu­schlag für die Ver­wal­tungs­kos­ten dient der De­ckung der or­dent­li­chen Auf­wen­dun­gen, die den Ver­si­che­rern aus der Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung er­wach­sen. Der Bun­des­rat kann Höchst­an­sät­ze für die­sen Zu­schlag fest­le­gen. Er be­stimmt die Frist für die Än­de­rung der Prä­mi­en­ta­ri­fe und die Neu­zu­tei­lung der Be­trie­be in Klas­sen und Stu­fen. Er er­lässt Be­stim­mun­gen über die Prä­mi­en­be­mes­sung in Son­der­fäl­len, na­ment­lich bei den frei­wil­lig und den von an­er­kann­ten Kran­ken­kas­sen Ver­si­cher­ten.4


1 Sie­he auch Art. 7 der V vom 20. Sept. 1982 über die In­kraft­set­zung und Ein­füh­rung des BG über die Un­fall­ver­si­che­rung (AS 1982 1724).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3136; BBl 1993 I 805).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5259; BBl 2003 5973 6069).

Art. 93 Bezug der Prämien

1Die Ar­beit­ge­ber ha­ben lau­fend Auf­zeich­nun­gen zu ma­chen, die über Be­schäf­ti­gungs­art und Lohn so­wie über Zahl und Da­ten der Ar­beits­ta­ge ei­nes je­den Ar­beit­neh­mers ge­naue Aus­kunft ge­ben. Auf Ver­lan­gen ge­ben sie dem Ver­si­che­rer wei­te­re Aus­künf­te über al­le die Ver­si­che­rung be­tref­fen­den Ver­hält­nis­se so­wie Ein­sicht in die Auf­zeich­nun­gen und die zu de­ren Kon­trol­le die­nen­den Un­ter­la­gen.

2Der Ver­si­che­rer schätzt die Prä­mi­en­be­trä­ge für ein gan­zes Rech­nungs­jahr zum vor­aus und gibt sie den Ar­beit­ge­bern be­kannt. Bei er­heb­li­chen Än­de­run­gen kön­nen die Prä­mi­en im Lau­fe des Jah­res an­ge­passt wer­den.

3Die Prä­mi­en wer­den für das Rech­nungs­jahr je­weils im Vor­aus ent­rich­tet. Ge­gen einen an­ge­mes­se­nen Zu­schlag kann der Ar­beit­ge­ber oder der frei­wil­lig Ver­si­cher­te die Prä­mi­en in halb­jähr­li­chen oder vier­tel­jähr­li­chen Ra­ten be­zah­len.

4Nach Ab­lauf des Rech­nungs­jah­res be­rech­net der Ver­si­che­rer die end­gül­ti­gen Prä­mi­en­be­trä­ge auf­grund der wirk­li­chen Lohn­sum­men. Wenn die Lohnauf­zeich­nun­gen kei­ne si­che­re Aus­kunft ge­ben, so wer­den der Prä­mi­en­be­rech­nung an­de­re Er­he­bun­gen zu­grun­de ge­legt, und der Ar­beit­ge­ber ver­liert das Recht, die fest­ge­setz­ten Prä­mi­en zu be­an­stan­den. Ein Mehr- oder Min­der­be­trag ge­gen­über den ge­schätz­ten Prä­mi­en­be­trä­gen wird nach­träg­lich er­ho­ben, zu­rück­er­stat­tet oder ver­rech­net. Nach­for­de­run­gen sind bin­nen Mo­nats­frist nach Rech­nungs­stel­lung zu be­glei­chen.

5Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Zu­schlä­ge bei ra­ten­wei­ser Zah­lung und bei Nicht­ein­hal­tung der Zah­lungs­frist, über die Lohnauf­zeich­nun­gen, de­ren Re­vi­si­on und Auf­be­wah­rung so­wie über die Prä­mi­en­ab­rech­nung. Er sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on der Be­stim­mun­gen über die Er­mitt­lung des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes in der Un­fall­ver­si­che­rung mit den ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen in an­dern So­zi­al­ver­si­che­rungs­zwei­gen.

6Er kann den kan­to­na­len Aus­gleichs­kas­sen der AHV die Er­he­bung der Prä­mi­en so­wie wei­te­re Auf­ga­ben im Rah­men der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung ge­gen Ent­schä­di­gung über­tra­gen.

7Er kann für Klein­be­trie­be und Haus­hal­te ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen er­las­sen.

Art. 94 Einreihung der Betriebe und der Versicherten in die Prämientarife

In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 49 ATSG2 ha­ben die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 für die erst­ma­li­ge Ein­rei­hung der Be­trie­be und der Ver­si­cher­ten in die Prä­mi­en­ta­ri­fe und für die Än­de­rung der Ein­rei­hung, aus­ge­nom­men im Fal­le von Ar­ti­kel 92 Ab­satz 3, kei­ne Ver­fü­gung zu er­las­sen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).
2 SR830.1

Art. 95 Ersatzprämien

1Die Su­va oder die Er­satz­kas­se er­hebt vom Ar­beit­ge­ber, der sei­ne Ar­beit­neh­mer nicht ver­si­chert, die Er­öff­nung des Be­trie­bes der Su­va nicht ge­mel­det oder sich sonst wie der Prä­mi­en­pflicht ent­zo­gen hat, für die Dau­er der Säum­nis, höchs­tens aber für fünf Jah­re, ei­ne Er­satz­prä­mie in der Hö­he des ge­schul­de­ten Prä­mi­en­be­tra­ges. Der Be­trag wird ver­dop­pelt, wenn sich der Ar­beit­ge­ber in un­ent­schuld­ba­rer Wei­se der Ver­si­che­rungs- oder Prä­mi­en­pflicht ent­zo­gen hat. Kommt der Ar­beit­ge­ber sei­nen Pflich­ten wie­der­holt nicht nach, so kann ei­ne Er­satz­prä­mie vom drei- bis zehn­fa­chen Prä­mi­en­be­trag er­ho­ben wer­den. Ist als Er­satz­prä­mie der ein­fa­che Prä­mi­en­be­trag zu ent­rich­ten, wer­den Ver­zugs­zin­sen be­rech­net. Er­satz­prä­mi­en dür­fen dem Ar­beit­neh­mer nicht am Lohn ab­ge­zo­gen wer­den.

1bisDer Ar­beit­ge­ber, wel­cher aus­sch­liess­lich Ar­beit­neh­mer mit ge­ring­fü­gi­gen Ein­kom­men nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 5 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19461 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­schäf­tigt, schul­det die Er­satz­prä­mie nur bei ver­si­cher­ten Un­fäl­len. Ab­satz 1 zwei­ter und drit­ter Satz ist nicht an­wend­bar.2

2Die Su­va und die Er­satz­kas­se un­ter­rich­ten sich ge­gen­sei­tig über die ver­füg­ten Er­satz­prä­mi­en.


1 SR 831.10
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).

Achter Titel: Verschiedene Bestimmungen

1. Kapitel: Datenbearbeitung und -bekanntgabe, Amts- und Verwaltungshilfe

Art. 96 Bearbeiten von Personendaten

Die mit der Durch­füh­rung, der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Or­ga­ne sind be­fugt, die Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, zu be­ar­bei­ten oder be­ar­bei­ten zu las­sen, die sie be­nö­ti­gen, um die ih­nen nach die­sem Ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben zu er­fül­len, na­ment­lich um:2

a.
die Prä­mi­en zu be­rech­nen und zu er­he­ben;
b.
Leis­tungs­an­sprü­che zu be­ur­tei­len so­wie Leis­tun­gen zu be­rech­nen, zu ge­wäh­ren und mit Leis­tun­gen an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­run­gen zu ko­or­di­nie­ren;
c.
die An­wen­dung der Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu be­auf­sich­ti­gen;
d.
ein Rück­griffs­recht ge­gen­über ei­nem haft­pflich­ti­gen Drit­ten gel­tend zu ma­chen;
e.
die Auf­sicht über die Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes aus­zuü­ben;
f.
Sta­tis­ti­ken zu füh­ren;
g.3
die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV zu­zu­wei­sen oder zu ve­ri­fi­zie­ren.

1 Ur­sprüng­lich Art. 97a. Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2760; BBl 2000 255).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).

Art. 97 Datenbekanntgabe

1So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen Or­ga­ne, die mit der Durch­füh­rung, der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­traut sind, Da­ten in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG2 be­kannt ge­ben:3

a.
an­de­ren mit der Durch­füh­rung so­wie der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Or­ga­nen, wenn die Da­ten für die Er­fül­lung der ih­nen nach die­sem Ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind;
b.
Or­ga­nen ei­ner an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­rung, wenn sich in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 ATSG ei­ne Pflicht zur Be­kannt­ga­be aus ei­nem Bun­des­ge­setz er­gibt;
bbis.4Or­ga­nen ei­ner an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­rung für die Zu­wei­sung oder Ve­ri­fi­zie­rung der Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV;
c.
den für die Er­he­bung der Quel­len­steu­er zu­stän­di­gen Be­hör­den, nach den Ar­ti­keln 88 und 100 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 19905 über die di­rek­te Bun­des­steu­er so­wie den ent­spre­chen­den kan­to­na­len Be­stim­mun­gen;
d.
den mit der Durch­füh­rung des Bun­des­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 19596 über den Wehr­pflich­ter­satz be­trau­ten Be­hör­den, nach Ar­ti­kel 24 des ge­nann­ten Ge­set­zes;
e.
den Or­ga­nen der Bun­des­sta­tis­tik, nach dem Bun­des­sta­tis­tik­ge­setz vom 9. Ok­to­ber 19927;
f.
den Voll­zugs­or­ga­nen des Bun­des­ge­set­zes vom 19. März 19768 über die Si­cher­heit von tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen und Ge­rä­ten, des Gift­ge­set­zes vom 21. März 19699, des Um­welt­schutz­ge­set­zes vom 7. Ok­to­ber 198310 so­wie der Strah­len­schutz­ver­ord­nung vom 22. Ju­ni 199411, wenn die Da­ten für die Er­fül­lung der ih­nen nach die­sen Er­las­sen über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind;
g.
der nach Ar­ti­kel 88 Ab­satz 1 mit der För­de­rung der Ver­hü­tung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len be­trau­ten In­sti­tu­ti­on, wenn die Da­ten für die Wahr­neh­mung die­ser Auf­ga­be er­for­der­lich sind;
h.
den Stra­fun­ter­su­chungs­be­hör­den, wenn die An­zei­ge oder die Ab­wen­dung ei­nes Ver­bre­chens die Da­ten­be­kannt­ga­be er­for­dert;
hbis.12 dem Nach­rich­ten­dienst des Bun­des (NDB) oder den Si­cher­heits­or­ga­nen der Kan­to­ne zu­han­den des NDB, wenn ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 201513 ge­ge­ben ist;
i.
im Ein­zel­fall und auf schrift­lich be­grün­de­tes Ge­such hin:
1.
So­zi­al­hil­fe­be­hör­den, wenn die Da­ten für die Fest­set­zung, Än­de­rung oder Rück­for­de­rung von Leis­tun­gen be­zie­hungs­wei­se für die Ver­hin­de­rung un­ge­recht­fer­tig­ter Be­zü­ge er­for­der­lich sind,
2.
Zi­vil­ge­rich­ten, wenn die Da­ten für die Be­ur­tei­lung ei­nes fa­mi­li­en- oder erbrecht­li­chen Streit­fal­les er­for­der­lich sind,
3.
Straf­ge­rich­ten und Stra­fun­ter­su­chungs­be­hör­den, wenn die Da­ten für die Ab­klä­rung ei­nes Ver­bre­chens oder ei­nes Ver­ge­hens er­for­der­lich sind,
4.
Be­trei­bungs­äm­tern, nach den Ar­ti­keln 91, 163 und 222 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 188914 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs,
5.15
den Kin­des- und Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­den nach Ar­ti­kel 448 Ab­satz 4 ZGB16,
6.17

1bisDie zur Be­kämp­fung der Schwarz­ar­beit er­for­der­li­chen Da­ten dür­fen nach den Ar­ti­keln 11 und 12 des Bun­des­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 200518 ge­gen die Schwarz­ar­beit be­kannt ge­ge­ben wer­den.19

2Da­ten dür­fen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG auch der zu­stän­di­gen Steu­er­be­hör­de im Rah­men des Mel­de­ver­fah­rens nach Ar­ti­kel 19 des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ok­to­ber 196520 über die Ver­rech­nungs­steu­er be­kannt ge­ge­ben wer­den.

3Per­so­nen­da­ten, die sich auf einen Un­fall oder auf ei­ne Be­rufs­krank­heit be­zie­hen, dür­fen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG aus­nahms­wei­se Drit­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, wenn es die Ab­wen­dung ei­ner Ge­fahr für Le­ben oder Ge­sund­heit er­for­dert. Über­wie­gen­de Pri­vat­in­ter­es­sen müs­sen ge­wahrt blei­ben.

4Da­ten, die von all­ge­mei­nem In­ter­es­se sind und sich auf die An­wen­dung die­ses Ge­set­zes be­zie­hen, dür­fen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG ver­öf­fent­licht wer­den. Die An­ony­mi­tät der Ver­si­cher­ten muss ge­wahrt blei­ben.

5Ärz­te und Ärz­tin­nen, die als Spe­zia­lis­ten oder Spe­zia­lis­tin­nen der Ar­beits­si­cher­heit ein­ge­setzt sind, blei­ben an das ärzt­li­che Be­rufs­ge­heim­nis ge­bun­den. Sie dür­fen je­doch in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG dem Ar­beit­ge­ber und den Or­ga­nen nach Ar­ti­kel 85 Ab­satz 1 Schluss­fol­ge­run­gen über die Eig­nung ei­nes Ar­beit­neh­mers oder ei­ner Ar­beit­neh­me­rin für be­stimm­te Ar­bei­ten mit­tei­len, wenn zum Schutz der Ge­sund­heit und der Si­cher­heit die­ser Per­son oder der an­de­ren Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen ein über­wie­gen­des In­ter­es­se an ei­ner Mit­tei­lung be­steht und wenn die Ein­wil­li­gung der be­trof­fe­nen Per­son nicht ein­ge­holt wer­den kann. Die­se ist in je­dem Fall zu in­for­mie­ren.

6In den üb­ri­gen Fäl­len dür­fen Da­ten in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG an Drit­te wie folgt be­kannt ge­ge­ben wer­den:

a.
nicht per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten, so­fern die Be­kannt­ga­be ei­nem über­wie­gen­den In­ter­es­se ent­spricht;
b.
Per­so­nen­da­ten, so­fern die be­trof­fe­ne Per­son im Ein­zel­fall schrift­lich ein­ge­wil­ligt hat oder, wenn das Ein­ho­len der Ein­wil­li­gung nicht mög­lich ist, die­se nach den Um­stän­den als im In­ter­es­se des Ver­si­cher­ten vor­aus­ge­setzt wer­den darf.

7Es dür­fen nur die Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, wel­che für den in Fra­ge ste­hen­den Zweck er­for­der­lich sind.

8Der Bun­des­rat re­gelt die Mo­da­li­tä­ten der Be­kannt­ga­be und die In­for­ma­ti­on der be­trof­fe­nen Per­son.

9Die Da­ten wer­den in der Re­gel schrift­lich und kos­ten­los be­kannt ge­ge­ben. Der Bun­des­rat kann die Er­he­bung ei­ner Ge­bühr vor­se­hen, wenn be­son­ders auf­wen­di­ge Ar­bei­ten er­for­der­lich sind.

10Hat ein Ar­beit­neh­mer oder ei­ne Ar­beit­neh­me­rin den Or­ga­nen nach Ar­ti­kel 85 Ab­satz 1 oder den Spe­zia­lis­ten oder Spe­zia­lis­tin­nen der Ar­beits­si­cher­heit be­trieb­li­che oder per­sön­li­che An­ge­le­gen­hei­ten ver­trau­lich mit­ge­teilt, so ist das Still­schwei­gen hin­sicht­lich der Per­son des Ar­beit­neh­mers oder der Ar­beit­neh­me­rin auch ge­gen­über dem Ar­beit­ge­ber zu wah­ren.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
2 SR 830.1
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
5 SR 642.11
6 SR 661
7 SR 431.01
8 [AS 1977 2370, 1995 2766, 2006 2197 An­hang Ziff. 97. AS 2010 2573 Art. 20 Abs. 1]. Sie­he heu­te: das BG vom 12. Ju­ni 2009 über die Pro­duk­te­si­cher­heit (SR 930.11).
9 [AS 1972 430, 1977 2249 Ziff. I 541, 1982 1676 An­hang Ziff. 10, 1984 1122 Art. 66 Ziff. 4, 1985 660 Ziff. I 41, 1991 362 Ziff. II 403, 1997 1155 An­hang Ziff. 4, 1998 3033 An­hang Ziff. 7. AS 2004 4763 An­hang Ziff. I]
10 SR 814.01
11 SR 814.501
12 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 18 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).
13 SR 121
14 SR 281.1
15 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 29 des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 725; BBl 2006 7001).
16 SR 210
17 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 18 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).
18 SR 822.41
19 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 17. Ju­ni 2005 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 359; BBl 2002 3605).
20 SR 642.21

Art. 98 Besondere Amts- und Verwaltungshilfe

Die Ver­wal­tungs- und Rechts­pfle­ge­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und der Ge­mein­den so­wie die Or­ga­ne der an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­run­gen ge­ben den mit der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Or­ga­nen auf schrift­li­che und be­grün­de­te An­fra­ge im Ein­zel­fall kos­ten­los die­je­ni­gen Da­ten be­kannt, die er­for­der­lich sind für die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

2. Kapitel: Vollstreckung und Haftung

Art. 99 Vollstreckung von Prämienrechnungen

Die auf rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gun­gen be­ru­hen­den Prä­mi­en­rech­nun­gen wer­den nach Ar­ti­kel 54 ATSG2 voll­streck­bar.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
2 SR 830.1

Art. 100 Haftung für Schäden

Er­satz­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 78 ATSG2 sind beim Ver­si­che­rer gel­tend zu ma­chen; die­ser ent­schei­det dar­über durch Ver­fü­gung.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
2 SR 830.1

Art. 101


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

Art. 102


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 102a


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2760; BBl 2000 255). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

3. Kapitel: Verhältnis zu anderen Sozialversicherungszweigen

Art. 103 Militärversicherung

1Hat ein Ver­si­cher­ter An­spruch auf Leis­tun­gen der Mi­li­tär­ver­si­che­rung und der Un­fall­ver­si­che­rung, so wer­den Ren­ten, In­te­gri­täts- und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen so­wie - in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 65 Buch­sta­be a ATSG2 - die Be­stat­tungs­ent­schä­di­gung von je­dem Ver­si­che­rer nach sei­nem An­teil am Ge­samt­scha­den er­bracht. Für al­le üb­ri­gen Leis­tun­gen kommt aus­sch­liess­lich je­ner Ver­si­che­rer auf, der nach der an­wend­ba­ren Ge­setz­ge­bung un­mit­tel­bar leis­tungs­pflich­tig ist.

2Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen und be­son­de­re Be­stim­mun­gen über die Leis­tungs­pflicht bei Rück­fäl­len, Schä­di­gun­gen paa­ri­ger Or­ga­ne und Fäl­len von Staub­lun­gen er­las­sen. Er kann die Ko­or­di­na­ti­on des Tag­gel­des re­geln.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1

Art. 104 Übrige Sozialversicherungen

Der Bun­des­rat kann die Ko­or­di­na­ti­on des Tag­gel­des zu den üb­ri­gen So­zi­al­ver­si­che­run­gen re­geln.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Neunter Titel: Rechtspflege- und Strafbestimmungen

1. Kapitel: Sonderbestimmungen zur Rechtspflege

Art. 105 Einsprache gegen eine Prämienrechnung

Ei­ne Ein­spra­che (Art. 52 ATSG2) kann auch ge­gen ei­ne auf ei­ner Ver­fü­gung be­ru­hen­den Prä­mi­en­rech­nung er­ho­ben wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1

Art. 105a Ausschluss der Einsprache

Wenn Ge­fahr im Ver­zug ist, kann die ver­fü­gen­de Stel­le An­ord­nun­gen zur Ver­hü­tung von Un­fäl­len oder Be­rufs­krank­hei­ten oh­ne Ein­spra­chemög­lich­keit nach Ar­ti­kel 52 ATSG2 er­las­sen. Die Be­schwer­de nach Ar­ti­kel 109 bleibt vor­be­hal­ten.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 SR 830.1

Art. 106


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 111 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).

Art. 107 und 108


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 109 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt be­ur­teilt in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 ATSG2 Be­schwer­den ge­gen Ein­spra­cheent­schei­de über:

a.
die Zu­stän­dig­keit der Su­va zur Ver­si­che­rung der Ar­beit­neh­mer ei­nes Be­trie­bes;
b.
die Zu­tei­lung der Be­trie­be und der Ver­si­cher­ten zu den Klas­sen und Stu­fen der Prä­mi­en­ta­ri­fe;
c.
An­ord­nun­gen zur Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten.

1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 111 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
2 SR 830.1

Art. 110


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 111 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).

Art. 111 Aufschiebende Wirkung

Ei­ner Ein­spra­che oder Be­schwer­de ge­gen ei­ne Ver­fü­gung, wel­che die Ein­rei­hung von Be­trie­ben und Ver­si­cher­ten in die Prä­mi­en­ta­ri­fe, die Fest­le­gung ein­heit­li­cher Zinsan­teils­sät­ze der Zins­er­trä­ge für Rück­stel­lun­gen und ein­heit­li­che Prä­mi­en­zu­schlä­ge für nicht ge­deck­te Teue­rungs­zu­la­gen, ei­ne Prä­mi­en­for­de­rung oder die Zu­stän­dig­keit ei­nes Ver­si­che­rers be­trifft, kommt auf­schie­ben­de Wir­kung nur zu, wenn ihr die­se in der Ver­fü­gung selbst, von der Ein­sprachein­stanz oder vom Ge­richt ver­lie­hen wird.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

2. Kapitel: Strafbestimmungen

Art. 112

1So­fern kei­ne schwe­re­re straf­ba­re Hand­lung nach ei­nem an­de­ren Ge­setz vor­liegt, wird mit Geld­stra­fe von bis zu 180 Ta­ges­sät­zen be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
sich durch un­wah­re oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben oder in an­de­rer Wei­se der Ver­si­che­rungs- oder der Prä­mi­en­pflicht ganz oder teil­wei­se ent­zieht;
b.
als Ar­beit­ge­ber ei­nem Ar­beit­neh­mer Prä­mi­en vom Lohn ab­zieht, sie in­des­sen dem vor­ge­se­he­nen Zweck ent­frem­det;
c.
als Durch­füh­rungs­or­gan sei­ne Pflich­ten, na­ment­lich die Schwei­ge­pflicht, ver­letzt oder sei­ne Stel­lung zum Nach­teil Drit­ter, zum ei­ge­nen Vor­teil oder zum un­recht­mäs­si­gen Vor­teil ei­nes an­de­ren miss­braucht;
d.
als Ar­beit­ge­ber oder Ar­beit­neh­mer den Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu­wi­der­han­delt und da­durch an­de­re ernst­lich ge­fähr­det.

2So­fern kei­ne schwe­re­re straf­ba­re Hand­lung nach ei­nem an­de­ren Ge­setz vor­liegt, wird mit Bus­se be­straft, wer fahr­läs­sig als Ar­beit­ge­ber oder Ar­beit­neh­mer den Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu­wi­der­han­delt und da­durch an­de­re ernst­lich ge­fähr­det.

3Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
in Ver­let­zung der Aus­kunfts­pflicht un­wah­re Aus­kunft er­teilt oder die Aus­kunft ver­wei­gert;
b.
die vor­ge­schrie­be­nen For­mu­la­re nicht oder nicht wahr­heits­ge­treu aus­füllt;
c.
als Ar­beit­neh­mer den Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten zu­wi­der­han­delt, oh­ne da­durch an­de­re zu ge­fähr­den.

4Han­delt der Tä­ter in den Fäl­len nach Ab­satz 3 fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 5000 Fran­ken.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 113


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 25. Sept. 2015 (Un­fall­ver­si­che­rung und Un­fall­ver­hü­tung), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4375; BBl 2008 5395, 2014 7911).

Art. 114 und 115


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).

Zehnter Titel: Verhältnis zum europäischen Recht

Art. 115a

1In Be­zug auf Per­so­nen, für die die Rechts­vor­schrif­ten der so­zia­len Si­cher­heit der Schweiz oder ei­nes oder meh­re­rer EU-Mit­glied­staa­ten gel­ten oder gal­ten und die Staats­an­ge­hö­ri­ge der Schweiz oder ei­nes EU-Mit­glied­staa­tes sind, auf Flücht­lin­ge oder Staa­ten­lo­se mit Wohn­ort in der Schweiz oder ei­nem EU-Mit­glied­staat so­wie auf die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen und Hin­ter­las­se­nen die­ser Per­so­nen sind auf die Leis­tun­gen im Gel­tungs­be­reich des vor­lie­gen­den Ge­set­zes fol­gen­de Er­las­se in der für die Schweiz ver­bind­li­chen Fas­sung von An­hang II, Ab­schnitt A, des Ab­kom­mens vom 21. Ju­ni 19992 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men) an­wend­bar:

a.
Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/20043;
b.
Ver­ord­nung (EG) Nr. 987/20094;
c.
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/715;
d.
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 574/726.

2In Be­zug auf Per­so­nen, für die die Rechts­vor­schrif­ten der so­zia­len Si­cher­heit der Schweiz, Is­lands, Nor­we­gens oder Liech­ten­steins gel­ten oder gal­ten und die Staats­an­ge­hö­ri­ge der Schweiz, Is­lands, Nor­we­gens oder Liech­ten­steins sind oder die als Flücht­lin­ge oder Staa­ten­lo­se Wohn­ort in der Schweiz oder auf dem Ge­biet Is­lands, Nor­we­gens oder Liech­ten­steins ha­ben, so­wie auf die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen und Hin­ter­las­se­nen die­ser Per­so­nen sind auf die Leis­tun­gen im Gel­tungs­be­reich des vor­lie­gen­den Ge­set­zes fol­gen­de Er­las­se in der für die Schweiz ver­bind­li­chen Fas­sung von An­la­ge 2 zu An­hang K des Über­ein­kom­mens vom 4. Ja­nu­ar 19607 zur Er­rich­tung der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on (EFTA-Über­ein­kom­men) an­wend­bar:

a.
Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004;
b.
Ver­ord­nung (EG) Nr. 987/2009;
c.
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/71;
d.
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 574/72.

3Der Bun­des­rat passt die Ver­wei­se auf die in den Ab­sät­zen 1 und 2 auf­ge­führ­ten Rechts­ak­te der Eu­ro­päi­schen Uni­on je­weils an, wenn ei­ne An­pas­sung des An­hangs II des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens und der An­la­ge 2 zu An­hang K des EFTA-Über­ein­kom­mens be­schlos­sen wur­de.

4Die Aus­drücke «Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on», «Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft», «Staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on» und «Staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft» im vor­lie­gen­den Ge­setz be­zeich­nen die Staa­ten, für die das Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men gilt.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BB vom 17. Ju­ni 2016 (Aus­deh­nung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens auf die Re­pu­blik Kroa­ti­en), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 5233; BBl 2016 2223).
2 SR 0.142.112.681
3 Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 29. April 2004 zur Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit (SR0.831.109.268.1).
4 Ver­ord­nung (EG) Nr. 987/2009 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 16. Sep­tem­ber 2009 zur Fest­le­gung der Mo­da­li­tä­ten für die Durch­füh­rung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004 über die Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit (SR0.831.109.268.11).
5 Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/71 des Ra­tes vom 14. Ju­ni 1971 zur An­wen­dung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit auf Ar­beit­neh­mer und Selbst­stän­di­ge so­wie de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge, die in­ner­halb der Ge­mein­schaft zu- und ab­wan­dern; in der je­weils gül­ti­gen Fas­sung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens (AS 2004 121, 2008 4219 4273, 2009 4831) bzw. des re­vi­dier­ten EFTA-Über­ein­kom­mens.
6 Ver­ord­nung (EWG) Nr. 574/72 des Ra­tes vom 21. März 1972 über die Durch­füh­rung der Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/71 zur An­wen­dung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit auf Ar­beit­neh­mer und Selbst­stän­di­ge so­wie de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge, die in­ner­halb der Ge­mein­schaft zu- und ab­wan­dern; in der je­weils gül­ti­gen Fas­sung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens (AS 2005 3909, 2008 4273, 2009 621 4845) bzw. des re­vi­dier­ten EFTA-Über­ein­kom­mens.
7 SR 0.632.31

Elfter Titel: Schlussbestimmungen

1. Kapitel: Aufhebung und Änderung von Gesetzesbestimmungen

Art. 116 Aufhebung

1Es wer­den auf­ge­ho­ben:

a.
der Zwei­te und Drit­te Ti­tel des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 19111 über die Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rung;
b.
das Bun­des­ge­setz vom 18. Ju­ni 19152 be­tref­fend die Er­gän­zung des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 1911 über die Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rung;
c.
das Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19623 über Teue­rungs­zu­la­gen an Rent­ner der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt und des mi­li­tä­ri­schen und zi­vi­len Ar­beits­diens­tes.

2Es wer­den eben­falls die kan­to­na­len Er­las­se über die ob­li­ga­to­ri­sche Un­fall­ver­si­che­rung der Ar­beit­neh­mer auf­ge­ho­ben.


1 [BS 8 281; AS 1959 858, 1964 965, 1968 64, 1971 1465 Schl- und UeB zum X. Tit. Art. 6 Ziff. 2, 1977 2249 Ziff. I 611, 1978 1836 An­hang Ziff. 4, 1982 196 2184 Art. 114, 1990 1091, 1991 362 Ziff. II 412, 1992 288 An­hang Ziff. 37, 1995 511. AS 1995 1328 An­hang Ziff. 1]
2 [BS 8 319; AS 1969 767 SchlB Änd. vom 20. Dez. 1968 Abs. 1 Ziff. 2]
3 [AS 1963 272]

Art. 117 Änderung

Än­de­run­gen des gel­ten­den Bun­des­rech­tes ste­hen im An­hang; die­ser ist Be­stand­teil des Ge­set­zes.

2. Kapitel: Übergangsbestimmungen und Inkrafttreten

Art. 118 Übergangsbestimmungen

1Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen für Un­fäl­le, die sich vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes er­eig­net ha­ben, und für Be­rufs­krank­hei­ten, die vor die­sem Zeit­punkt aus­ge­bro­chen sind, wer­den nach bis­he­ri­gem Recht ge­währt.

2Für Ver­si­cher­te der Su­va gel­ten je­doch in den in Ab­satz 1 er­wähn­ten Fäl­len vom In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an des­sen Be­stim­mun­gen über:

a.
die Ge­wäh­rung der Heil­be­hand­lung nach Fest­set­zung der Ren­te (Art. 21), so­fern der An­spruch erst nach dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ent­steht;
b.
den Aus­schluss der Kür­zung von Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen, wenn der Un­fall oder die Be­rufs­krank­heit grob­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt wur­de (Art. 37 Abs. 2);
c.
die In­va­li­den­ren­ten, In­te­gri­täts­ent­schä­di­gun­gen, Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten so­wie die Lei­chen­trans­port- und Be­stat­tungs­kos­ten, so­fern der An­spruch erst nach dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ent­steht;
d.
die Wei­ter­ge­wäh­rung von Wai­sen­ren­ten für Kin­der, die noch in Aus­bil­dung be­grif­fen sind (Art. 30 Abs. 3), wo­bei der An­spruch auf die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes be­reits er­lo­sche­nen Ren­ten in­nert Jah­res­frist gel­tend ge­macht wer­den muss;
e.
den Aus­kauf von Ren­ten (Art. 35);
f.
die Teue­rungs­zu­la­gen (Art. 34), wo­bei die Teue­rung für al­le Rent­ner durch die nach bis­he­ri­gem Recht zu­ge­spro­che­nen Ren­ten und all­fäl­li­gen Teue­rungs­zu­la­gen als aus­ge­gli­chen gilt und die Zu­la­gen für die Rent­ner des mi­li­tä­ri­schen und zi­vi­len Ar­beits­diens­tes wei­ter­hin zu Las­ten des Bun­des ge­währt wer­den.

3War der ver­stor­be­ne Ver­si­cher­te durch ge­richt­li­che Ent­schei­dung oder durch Ver­trag zu Un­ter­halts­bei­trä­gen an ein aus­ser­ehe­li­ches Kind im Sin­ne des Schwei­ze­ri­schen Zi­vil­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung vom 10. De­zem­ber 19071 ver­pflich­tet, so gilt die­ses für die Ge­wäh­rung von Wai­sen­ren­ten als Kind des Ver­si­cher­ten.

4Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen für Nicht­be­rufs­un­fäl­le, die sich vor dem In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 9. Ok­to­ber 19982 er­eig­net ha­ben, wer­den nach dem bis­he­ri­gen Recht ge­währt. Die Geld­leis­tun­gen wer­den je­doch nach dem neu­en Recht aus­ge­rich­tet, so­fern der An­spruch nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 9. Ok­to­ber 1998 ent­steht.3

5Die In­va­li­den­ren­ten, de­ren An­spruch vor In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 15. De­zem­ber 2000 ent­stan­den ist, wer­den nach dem bis­he­ri­gen Recht ge­währt.4


1 [BS 2 3]
2AS 1999 1321
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1998. in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1999 1321; BBl 1997 III 619 627).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1491; BBl 2000 1320 1330).

Art. 119 Versicherungsverträge

Ver­trä­ge über die Un­fall­ver­si­che­rung von Ar­beit­neh­mern für Ri­si­ken, die nach die­sem Ge­setz aus der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung ge­deckt wer­den, fal­len bei des­sen In­kraft­tre­ten da­hin. Über die­sen Zeit­punkt hin­aus vor­aus­be­zahl­te Prä­mi­en wer­den zu­rück­er­stat­tet. Die An­sprü­che aus Un­fäl­len, die sich vor­her er­eig­net ha­ben, blei­ben vor­be­hal­ten.

Art. 120 Inkrafttreten

1Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015

Anhang

Änderung von Bundeserlassen

A:
AHVG Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AHVV Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AIG Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
AVIG Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
AVO Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AVO-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AdoV Verordnung über die Adoption
ArG Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
ArGV 1 Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz
AsylG Asylgesetz
B:
BBG Bundesgesetzüber die Berufsbildung
BEG Bundesgesetz über Bucheffekten
BEHG Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel
BEHV Verordnung über die Börsen und den Effektenhandel
BG-HAÜ Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen
BG-KKE Bundesgesetz über internationale Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen
BGBB Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht
BGFA Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte
BGG Bundesgesetz über das Bundesgericht
BIV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Insolvenz von Banken und Effektenhändlern
BPG Bundespersonalgesetz
BPR Bundesgesetz über die politischen Rechte
BV Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
BVG Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
BZG Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
BankG Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen
BankV Verordnung über die Banken und Sparkassen
BetmG Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
BewG Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BewV Verordnung über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BöB Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
BüG Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts
D:
DBG Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer
DSG Bundesgesetz über den Datenschutz
E:
EBG Eisenbahngesetz
EMRK Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
EOG Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
EOV Verordnung zum Erwerbsersatzgesetz
EÖBV Verordnung über die elektronische öffentliche Beurkundung
F:
FHG Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaushalt
FINMAG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
FKG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzkontrolle
FMedG Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung
FZG Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
FinfraG Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV Verordnung über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FusG Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung
G:
GBV Grundbuchverordnung
GSG Bundesgesetz über die von der Schweiz als Gaststaat gewährten Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen sowie finanziellen Beiträge
GUMG Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen
GeBüV Verordnung über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher
GebV SchKG Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
GlG Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann
H:
HEsÜ Übereinkommen über den internationalen Schutz von Erwachsenen
HKsÜ Übereinkommen
HRegV Handelsregisterverordnung
I:
IPRG Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht
J:
JStG Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht
JStPO Schweizerische Jugendstrafprozessordnung
K:
KAG Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen
KAKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von kollektiven Kapitalanlagen
KG Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen
KKV Verordnung über die kollektiven Kapitalanlagen
KKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die kollektiven Kapitalanlagen
KOV Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV)
KVG Bundesgesetz über die Krankenversicherung
L:
LVG Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung
LugÜ Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
M:
MSchG Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben
MStG Militärstrafgesetz
MWSTG Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer
MWSTV Mehrwertsteuerverordnung
O:
OAV-SchKG Verordnung betreffend die Oberaufsicht über Schuldbetreibung und Konkurs
OHG Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten
OR Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht)
P:
PAVO Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern
PBV Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen
ParlG Bundesgesetz über die Bundesversammlung
PartG Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare
PatGG Bundesgesetz über das Bundespatentgericht
PfG Pfandbriefgesetz
PrHG Bundesgesetz über die Produktehaftpflicht
PüG Preisüberwachungsgesetz
R:
RAG Bundesgesetz über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren
S:
SVG Strassenverkehrsgesetz
SVKG Verordnung über die Sanktionen bei unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen
SchKG Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
StBOG Bundesgesetz über die Organisation der Strafbehörden des Bundes
StG Bundesgesetz über die Stempelabgaben
StGB Schweizerisches Strafgesetzbuch
StHG Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
StPO Schweizerische Strafprozessordnung
StV Verordnung über die Stempelabgaben
SuG Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen
U:
URG Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
URV Verordnung über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
UVG Bundesgesetz über die Unfallversicherung
UVV Verordnung über die Unfallversicherung
UWG Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
V:
VAG Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen
VASR Verordnung über die anerkannten Standards zur Rechnungslegung
VBB Verordnung über das bäuerliche Bodenrecht
VBVV Verordnung über die Vermögensverwaltung im Rahmen einer Beistandschaft oder Vormundschaft
VDSG Verordnung zum Bundesgesetz über den Datenschutz
VG Bundesgesetz über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten
VGG Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht
VKA Verordnung über die Katastrophenhilfe im Ausland
VKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von Versicherungsunternehmen
VPAV Verordnung betreffend die Pfändung, Arrestierung und Verwertung von Versicherungsansprüchen nach dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag
VStG Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer
VStV Verordnung über die Verrechnungssteuer
VStrR Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht
VVAG Verordnung über die Pfändung und Verwertung von Anteilen an Gemeinschaftsvermögen
VVG Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag
VZG Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken
VegüV Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften
VeÜ-ZSSV Verordnung über die elektronische Übermittlung im Rahmen von Zivil- und Strafprozessen sowie von Schuldbetreibungs- und Konkursverfahren
VwVG Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
VüKU Verordnung über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen
VüS Verordnung über das Strafregister
W:
WG Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition
Z:
ZG Zollgesetz
ZGB Schweizerisches Zivilgesetzbuch
ZPO Schweizerische Zivilprozessordnung
ZStV Zivilstandsverordnung
ZTG Zolltarifgesetz
Ü:
ÜbZ Übereinkunft betreffend Zivilprozessrecht
ÜüAVaS Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche
ÜüRK Übereinkommen über die Rechte des Kindes
ÜüSKZGIA Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption
ÜüiZR Übereinkommen über den internationalen Zugang zur Rechtspflege
ÜüzAiK Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung
C:
CC Code civil suisse
CEDH Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales
CL Convention concernant la compétence judiciaire, la reconnaissance et l'exécution des décisions en matière civile et commerciale
CLaH 2000 Convention sur la protection internationale des adultes
CLaH 96 Convention
CO Loi fédérale complétant le Code civil suisse
CP Code pénal suisse
CPC Code de procédure civile
CPM Code pénal militaire
CPP Code de procédure pénale suisse
Caclid Convention sur les aspects civils de l'enlèvement international d'enfants
Cpecmdi Convention sur la protection des enfants et la coopération en matière d'adoption internationale
Cprlsaé Convention pour la reconnaissance et l'exécution des sentences arbitrales étrangères
Crdl Convention relative aux droits de l'enfant
Crpc Convention relative à la procédure civile
Cst. Constitution fédérale de la Confédération suisse
Ctflij Convention tendant à faciliter l'accès international à la justice
D:
DPA Loi fédérale sur le droit pénal administratif
DPMin Loi fédérale régissant la condition pénale des mineurs
L:
LAA Loi fédérale sur l'assurance-accidents
LACI Loi fédérale sur l'assurance-chômage obligatoire et l'indemnité en cas d'insolvabilité
LAGH Loi fédérale sur l'analyse génétique humaine
LAMal Loi fédérale sur l'assurance-maladie
LAP Loi fédérale sur l'approvisionnement économique du pays
LAPG Loi fédérale sur les allocations pour perte de gain en cas de service et de maternité
LAVI Loi fédérale sur l'aide aux victimes d'infractions
LAVS Loi fédérale sur l'assurance-vieillesse et survivants
LArm Loi fédérale sur les armes, les accessoires d'armes et les munitions
LAsi Loi sur l'asile
LB Loi fédérale sur les banques et les caisses d'épargne
LBVM Loi fédérale sur les bourses et le commerce des valeurs mobilières
LCA Loi fédérale sur le contrat d'assurance
LCD Loi fédérale contre la concurrence déloyale
LCF Loi fédérale sur le Contrôle fédéral des finances
LCR Loi fédérale sur la circulation routière
LCart Loi fédérale sur les cartels et autres restrictions à la concurrence
LCdF Loi fédérale sur les chemins de fer
LD Loi sur les douanes
LDA Loi fédérale sur le droit d'auteur et les droits voisins
LDFR Loi fédérale sur le droit foncier rural
LDIP Loi fédérale sur le droit international privé
LDP Loi fédérale sur les droits politiques
LEH Loi fédérale sur les privilèges, les immunités et les facilités, ainsi que sur les aides financières accordés par la Suisse en tant qu'Etat hôte
LEI Loi fédérale sur les étrangers et l'intégration
LEg Loi fédérale sur l'égalité entre femmes et hommes
LF-CLaH Loi fédérale relative à la Convention de La Haye sur l'adoption et aux mesures de protection de l'enfant en cas d'adoption internationale
LF-EEA Loi fédérale sur l'enlèvement international d'enfants et les Conventions de La Haye sur la protection des enfants et des adultes
LFAIE Loi fédérale sur l'acquisition d'immeubles par des personnes à l'étranger
LFC Loi sur les finances de la Confédération
LFINMA Loi sur l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers
LFLP Loi fédérale sur le libre passage dans la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité
LFPr Loi fédérale sur la formation professionnelle
LFus Loi fédérale sur la fusion, la scission, la transformation et le transfert de patrimoine
LHID Loi fédérale sur l'harmonisation des impôts directs des cantons et des communes
LIA Loi fédérale sur l'impôt anticipé (LIA)
LIFD Loi fédérale sur l'impôt fédéral direct
LIMF Loi fédérale sur les infrastructures des marchés financiers et le comportement sur le marché en matière de négociation de valeurs mobilières et de dérivés*
LLCA Loi fédérale sur la libre circulation des avocats
LLG Loi sur l'émission de lettres de gage
LMP Loi fédérale sur les marchés publics
LN Loi fédérale sur l'acquisition et la perte de la nationalité suisse
LOAP Loi fédérale sur l'organisation des autorités pénales de la Confédération
LP Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite
LPCC Loi fédérale sur les placements collectifs de capitaux*
LPD Loi fédérale sur la protection des données
LPM Loi fédérale sur la protection des marques et des indications de provenance
LPMA Loi fédérale sur la procréation médicalement assistée*
LPP Loi fédérale sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité
LPPCi Loi fédérale sur la protection de la population et sur la protection civile
LParl Loisur l'Assemblée fédérale
LPart Loi fédérale sur le partenariat enregistré entre personnes du même sexe
LPers Loi sur le personnel de la Confédération
LRCF Loi fédérale sur la responsabilité de la Confédération, des membres de ses autorités et de ses fonctionnaires
LRFP Loi fédérale sur la responsabilité du fait des produits
LSA Loi fédérale sur la surveillance des entreprises d'assurance
LSPr Loi fédérale concernant la surveillance des prix
LSR Loi fédérale sur l'agrément et la surveillance des réviseurs
LStup Loi fédérale sur les stupéfiants et les substances psychotropes
LSu Loi fédérale sur les aides financières et les indemnités
LT Loi fédérale sur les droits de timbre
LTAF Loi sur le Tribunal administratif fédéral
LTF Loi sur le Tribunal fédéral
LTFB Loi<em></em>sur le Tribunal fédéral des brevets
LTI Loi fédérale sur les titres intermédiés
LTVA Loi fédérale régissant la taxe sur la valeur ajoutée
LTaD Loi sur le tarif des douanes
LTr Loi fédérale sur le travail dans l'industrie, l'artisanat et le commerce
O:
OAAE Ordonnance sur l'acte authentique électronique
OACata Ordonnance sur l'aide en cas de catastrophe à l'étranger
OAIE Ordonnance sur l'acquisition d'immeubles par des personnes à l'étranger
OAOF Ordonnance sur l'administration des offices de faillite
OAdo Ordonnance sur l'adoption
OB Ordonnance sur les banques et les caisses d'épargne
OBVM Ordonnance sur les bourses et le commerce des valeurs mobilières
OCEl-PCPP Ordonnance sur la communication électronique dans le cadre de procédures civiles et pénales et de procédures en matière de poursuite pour dettes et de faillite
ODAu Ordonnance sur le droit d'auteur et les droits voisins
ODFR Ordonnance sur le droit foncier rural
OEC Ordonnance sur l'état civil
OELP Ordonnance sur les émoluments perçus en application de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite
OFA-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la faillite des entreprises d'assurance
OFPC-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la faillite de placements collectifs de capitaux
OGPCT Ordonnance sur la gestion du patrimoine dans le cadre d'une curatelle ou d'une tutelle
OHS-LP Ordonnance relative à la haute surveillance en matière de poursuite et de faillite
OIA Ordonnance sur l'impôt anticipé
OIB-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur l'insolvabilité des banques et des négociants en valeurs mobilières
OIMF Ordonnance sur les infrastructures des marchés financiers et le comportement sur le marché en matière de négociation de valeurs mobilières et de dérivés
OIMF-FINMA Ordonnance
OIP Ordonnance sur l'indication des prix
OLAA Ordonnance sur l'assurance-accidents
OLPD Ordonnance relative à la loi fédérale sur la protection des données
OLT 1 Ordonnance 1 relative à la loi sur le travail
ONCR Ordonnance sur les normes comptables reconnues
OPC Ordonnance concernant la saisie et la réalisation de parts de communautés
OPC-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur les placements collectifs de capitaux
OPCC Ordonnance sur les placements collectifs de capitaux
OPE Ordonnance sur le placement d'enfants
ORAb Ordonnance contre les rémunérations abusives dans les sociétés anonymes cotées en bourse
ORC Ordonnance sur le registre du commerce
ORF Ordonnance sur le registre foncier
ORFI Ordonnance du Tribunal fédéral sur la réalisation forcée des immeubles
OS Ordonnance sur la surveillance des entreprises d'assurance privées
OS LCart Ordonnance sur les sanctions en cas de restrictions illicites à la concurrence
OS-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la surveillance des entreprises d'assurance privées
OSAss Ordonnance concernant la saisie, le séquestre et la réalisation des droits découlant d'assurances d'après la loi fédérale du 2 avril 1908 sur le contrat d'assurance
OT Ordonnance sur les droits de timbre
OTVA Ordonnance régissant la taxe sur la valeur ajoutée
Occd Ordonnance sur le contrôle des concentrations d'entreprises
Ocj Ordonnance sur le casier judiciaire
Olico Ordonnance concernant la tenue et la conservation des livres de comptes
P:
PA Loi fédérale sur la procédure administrative
PPMin Loi fédérale sur la procédure pénale applicable aux mineurs
R:
RAPG Règlement sur les allocations pour perte de gain
RAVS Règlement sur l'assurance-vieillesse et survivants
C:
C Convenzione
CC Codice civile svizzero
CEDU Convenzione per la salvaguardia dei diritti dell'uomo e delle libertà fondamentali
CLug Convenzione concernente la competenza giurisdizionale, il riconoscimento e l'esecuzione delle decisioni in materia civile e commerciale
CO Legge federale di complemento del Codice civile svizzero
CP Codice penale svizzero
CPC Codice di diritto processuale civile svizzero
CPM Codice penale militare
CPP Codice di diritto processuale penale svizzero
Ccrldsae Convenzione concernente il riconoscimento e l'esecuzione delle sentenze arbitrali estere
Cdf Convenzione sui diritti del fanciullo
Cost. Costituzione federale della Confederazione Svizzera
Crapc Convenzione relativa alla procedura civile
Csacrim Convenzione sugli aspetti civili del rapimento internazionale di minori
Cspida Convenzione sulla protezione internazionale degli adulti
Cspmscmai Convenzione sulla protezione dei minori e sulla cooperazione in materia di adozione internazionale
Cvfliag Convenzione volta a facilitare l'accesso internazionale alla giustizia
D:
DPA Legge federale sul diritto penale amministrativo
DPMin Legge federale sul diritto penale minorile
L:
LADI Legge federale sull'assicurazione obbligatoria contro la disoccupazione e l'indennità per insolvenza
LAFE Legge federale sull'acquisto di fondi da parte di persone all'estero
LAID Legge federale sull'armonizzazione delle imposte dirette dei Cantoni e dei Comuni
LAINF Legge federale sull'assicurazione contro gli infortuni
LAMal Legge federale sull'assicurazione malattie
LAP Legge federale sull'approvvigionamento economico del Paese
LAPub Legge federale sugli acquisti pubblici
LAV Legge federale concernente l'aiuto alle vittime di reati
LAVS Legge federale su l'assicurazione per la vecchiaia e per i superstiti
LArm Legge federale sulle armi, gli accessori di armi e le munizioni
LAsi Legge sull'asilo
LBCR Legge federale sulle banche e le casse di risparmio
LBVM Legge federale sulle borse e il commercio di valori mobiliari
LCA Legge federale sul contratto d'assicurazione
LCF Legge federale sul controllo federale delle finanze
LCSl Legge federale contro la concorrenza sleale
LCStr Legge federale sulla circolazione stradale
LCart Legge federale sui cartelli e altre limitazioni della concorrenza
LCit Legge federale su l'acquisto e la perdita della cittadinanza svizzera
LD Legge sulle dogane
LDA Legge federale sul diritto d'autore e sui diritti di protezione affini
LDFR Legge federale sul diritto fondiario rurale
LDIP Legge federale sul diritto internazionale privato
LDP Legge federale sui diritti politici
LEF Legge federale sulla esecuzione e sul fallimento
LEGU Legge federale sugli esami genetici sull'essere umano
LF-CAA Legge federale relativa alla Convenzione dell'Aia sull'adozione e a provvedimenti per la protezione del minore nelle adozioni internazionali
LF-RMA Legge federale sul rapimento internazionale dei minori e sulle Convenzioni dell'Aia sulla protezione dei minori e degli adulti
LFC Legge federale sulle finanze della Confederazione
LFINMA Legge federale concernente l'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari
LFLP Legge federale sul libero passaggio nella previdenza professionale per la vecchiaia, i superstiti e l'invalidità
LFPr Legge federale sulla formazione professionale
LFus Legge federale sulla fusione, la scissione, la trasformazione e il trasferimento di patrimonio
LICol Legge federale sugli investimenti collettivi di capitale
LIFD Legge federale sull'imposta federale diretta
LIP Legge federale sull'imposta preventiva
LIPG Legge federale sulle indennità di perdita di guadagno per chi presta servizio e in caso di maternità
LIVA Legge federale concernente l'imposta sul valore aggiunto
LInFi Legge federale sulle infrastrutture del mercato finanziario e il comportamento sul mercato nel commercio di valori mobiliari e derivati
LL Legge federale sul lavoro nell'industria, nell'artigianato e nel commercio
LLCA Legge federale sulla libera circolazione degli avvocati
LOAP Legge federale sull'organizzazione delle autorità penali della Confederazione
LOF Legge sulle obbligazioni fondiarie
LPAM Legge federale concernente la procreazione con assistenza medica
LPD Legge federale sulla protezione dei dati
LPM Legge federale sulla protezione dei marchi e delle indicazioni di provenienza
LPP Legge federale sulla previdenza professionale per la vecchiaia, i superstiti e l'invalidità
LPPC Legge federale sulla protezione della popolazione e sulla protezione civile
LPar Legge federale sulla parità dei sessi
LParl Legge federale sull'Assemblea federale
LPers Legge sul personale federale
LRDP Legge federale sulla responsabilità per danno da prodotti
LResp Legge federale su la responsabilità della Confederazione, dei membri delle autorità federali e dei funzionari federali
LSA Legge federale sulla sorveglianza delle imprese di assicurazione
LSO Legge federale sui privilegi, le immunità e le facilitazioni, nonché sugli aiuti finanziari accordati dalla Svizzera quale Stato ospite
LSPr Legge federale sulla sorveglianza dei prezzi
LSR Legge federalesull'abilitazione e la sorveglianza dei revisori
LStrI Legge federale sugli stranieri e la loro integrazione
LStup Legge federale sugli stupefacenti e sulle sostanze psicotrope
LSu Legge federale sugli aiuti finanziari e le indennità
LTAF Legge sul Tribunale amministrativo federale
LTB Legge federale sulle tasse di bollo
LTCo Legge federale sui titoli contabili
LTD Legge sulla tariffa delle dogane
LTF Legge sul Tribunale federale
LTFB Legge sul Tribunale federale dei brevetti
LUD Legge federale sull'unione domestica registrata di coppie omosessuali
Lferr Legge federale sulle ferrovie
O:
OABCT Ordinanza sull'amministrazione di beni nell'ambito di una curatela o di una tutela
OACata Ordinanza sull'aiuto in caso di catastrofe all'estero
OAFE Ordinanza sull'acquisto di fondi da parte di persone all'estero
OAINF Ordinanza sull'assicurazione contro gli infortuni
OAMin Ordinanza sull'accoglimento di minori a scopo di affiliazione
OAPuE Ordinanza sugli atti pubblici in forma elettronica
OAV-LEF Ordinanza concernente l'alta vigilanza sulla esecuzione e sul fallimento
OAVS Ordinanza sull'assicurazione per la vecchiaia e per i superstiti
OAdoz Ordinanza sull'adozione
OBCR Ordinanza sulle banche e le casse di risparmio
OBVM Ordinanza sulle borse e il commercio di valori mobiliari
OCE-PCPE Ordinanza sulla comunicazione per via elettronica nell'ambito di procedimenti civili e penali nonché di procedure d'esecuzione e fallimento
ODAu Ordinanza sul diritto d'autore e sui diritti di protezione affini
ODFR Ordinanza sul diritto fondiario rurale
ODiC Ordinanza concernente il pignoramento e la realizzazione di diritti in comunione
OFA-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sul fallimento delle imprese di assicurazione
OFICol-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sul fallimento degli investimenti collettivi di capitale
OIB-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sull'insolvenza di banche e commercianti di valori mobiliari
OICol Ordinanza sugli investimenti collettivi di capitale
OICol-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sugli investimenti collettivi di capitale
OIP Ordinanza sull'indicazione dei prezzi
OIPG Ordinanza sulle indennità di perdita di guadagno
OIPrev Ordinanza sull'imposta preventiva
OIVA Ordinanza concernente l'imposta sul valore aggiunto
OInFi Ordinanza sulle infrastrutture del mercato finanziario e il comportamento sul mercato nel commercio di valori mobiliari e derivati
OInFi-FINMA Ordinanza
OLL 1 Ordinanza 1 concernente la legge sul lavoro
OLPD Ordinanza relativa alla legge federale sulla protezione dei dati
ONCR Ordinanza sulle norme contabili riconosciute
ORC Ordinanza sul registro di commercio
ORF Ordinanza sul registro fondiario
OReSA Ordinanza contro le retribuzioni abusive nelle società anonime quotate in borsa
OS Ordinanza sulla sorveglianza delle imprese di assicurazione private
OS LCart Ordinanza sulle sanzioni in caso di limitazioni illecite della concorrenza
OS-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sulla sorveglianza delle imprese di assicurazione private
OSC Ordinanza sullo stato civile
OTB Ordinanza concernente le tasse di bollo
OTLEF Ordinanza sulle tasse riscosse in applicazione della legge federale sulla esecuzione e sul fallimento
Occdci Ordinanza concernente il controllo delle concentrazioni di imprese
Ocg Ordinanza sul casellario giudiziale
Olc Ordinanza sulla tenuta e la conservazione dei libri di commercio
P:
PA Legge federale sulla procedura amministrativa
PPMin Legge federale di diritto processuale penale minorile
R:
RFF Regolamento del Tribunale federale concernente la realizzazione forzata di fondi
RPAss Regolamento
RUF Regolamento concernente l'amministrazione degli uffici dei fallimenti
A:
AIG Federal Act on Foreign Nationals and Integration
AdoV Ordinance on Adoption
AsylG Asylum Act
B:
BBG Federal Acton Vocational and Professional Education and Training
BEG Federal Act on Intermediated Securities
BG-KKE Federal Act on International Child Abduction and the Hague Conventions on the Protection of Children and Adults
BIV-FINMA Ordinance of the Swiss Financial Market Supervisory Authority on the Insolvency of Banks and Securities Dealers
BPR Federal Act on Political Rights
BV Federal Constitution of the Swiss Confederation
BetmG Federal Act on Narcotics and Psychotropic Substances
D:
DSG Federal Act on Data Protection
F:
FINMAG Federal Act on the Swiss Financial Market Supervisory Authority
FMedG Federal Act on Medically Assisted Reproduction
FinfraG Federal Act on Financial Market Infrastructures and Market Conduct in Securities and Derivatives Trading
FinfraV Ordinance on Financial Market Infrastructures and Market Conduct in Securities and Derivatives Trading
FinfraV-FINMA Ordinance of the Swiss Financial Market Supervisory Authority on Financial Market Infrastructures and Market Conduct in Securities and Derivatives Trading
G:
GSG Federal Act on the Privileges, Immunities and Facilities and the Financial Subsidies granted by Switzerland as a Host State
GUMG Federal Act on Human Genetic Testing
GlG Federal Act on Gender Equality
K:
KAG Federal Act on Collective Investment Schemes
KG Federal Act on Cartels and other Restraints of Competition
KKV Ordinance on Collective Investment Schemes
KKV-FINMA Ordinance of the Swiss Financial Market Supervisory Authority on Collective Investment Schemes
M:
MSchG Federal Act on the Protection of Trade Marks and Indications of Source
MWSTG Federal Act on Value Added Tax
MWSTV Ordinance on Value Added Tax
O:
OR Federal Act on the Amendment of the Swiss Civil Code
P:
ParlG Federal Act on the Federal Assembly
PatGG Federal Act on the Federal Patent Court
S:
SVKG Ordinance on Sanctions imposed for Unlawful Restraints of Competition
StGB Swiss Criminal Code
StPO Swiss Criminal Procedure Code
U:
URG Federal Act on Copyright and Related Rights
V:
VDSG 235.11
VwVG Federal Act on Administrative Procedure
VüKU Ordinance on the Control of Concentrations of Undertakings
Z:
ZGB Swiss Civil Code
ZPO Swiss Civil Procedure Code
ZTG Customs Tariff Act
A:
AHVG Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AHVV Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AIG Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
AVIG Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
AVO Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AVO-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AdoV Verordnung über die Adoption
ArG Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
ArGV 1 Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz
AsylG Asylgesetz
B:
BBG Bundesgesetzüber die Berufsbildung
BEG Bundesgesetz über Bucheffekten
BEHG Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel
BEHV Verordnung über die Börsen und den Effektenhandel
BG-HAÜ Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen
BG-KKE Bundesgesetz über internationale Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen
BGBB Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht
BGFA Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte
BGG Bundesgesetz über das Bundesgericht
BIV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Insolvenz von Banken und Effektenhändlern
BPG Bundespersonalgesetz
BPR Bundesgesetz über die politischen Rechte
BV Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
BVG Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
BZG Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
BankG Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen
BankV Verordnung über die Banken und Sparkassen
BetmG Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
BewG Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BewV Verordnung über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BöB Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
BüG Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts
D:
DBG Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer
DSG Bundesgesetz über den Datenschutz
E:
EBG Eisenbahngesetz
EMRK Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
EOG Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
EOV Verordnung zum Erwerbsersatzgesetz
EÖBV Verordnung über die elektronische öffentliche Beurkundung
F:
FHG Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaushalt
FINMAG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
FKG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzkontrolle
FMedG Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung
FZG Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
FinfraG Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV Verordnung über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FusG Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung
G:
GBV Grundbuchverordnung
GSG Bundesgesetz über die von der Schweiz als Gaststaat gewährten Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen sowie finanziellen Beiträge
GUMG Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen
GeBüV Verordnung über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher