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Zollgesetz

vom 18. März 2005 (Stand am 15. September 2018)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 57 Absatz 2, 101, 121 Absatz 1 und 133 der Bundesverfassung1, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 15. Dezember 20032,

beschliesst:

1. Titel: Grundlagen des Zollwesens

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand

Die­ses Ge­setz re­gelt:

a.
die Über­wa­chung und die Kon­trol­le des Per­so­nen- und Wa­ren­ver­kehrs über die Zoll­gren­ze;
b.
die Er­he­bung der Zol­l­ab­ga­ben;
c.1
die Er­he­bung der Ab­ga­ben nach nicht­zoll­recht­li­chen Bun­des­ge­set­zen, so­weit sie der Eid­ge­nös­si­schen Zoll­ver­wal­tung (EZV) ob­liegt;
d.
den Voll­zug nicht­zoll­recht­li­cher Er­las­se des Bun­des und die Er­fül­lung von Auf­ga­ben, so­weit sie der EZV2 ob­lie­gen.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 2 Internationales Recht

1Völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge blei­ben vor­be­hal­ten.

2So­weit völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge, Ent­schei­dun­gen und Emp­feh­lun­gen Re­ge­lungs­be­rei­che die­ses Ge­set­zes be­tref­fen, er­lässt der Bun­des­rat die er­for­der­li­chen Be­stim­mun­gen zu ih­rem Voll­zug, so­fern es sich nicht um wich­ti­ge recht­set­zen­de Be­stim­mun­gen nach Ar­ti­kel 164 Ab­satz 1 der Bun­des­ver­fas­sung han­delt.

Art. 3 Zollgebiet, Zollgrenze und Grenzraum

1Das Zoll­ge­biet ist das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet mit den Zol­l­an­schluss­ge­bie­ten, je­doch oh­ne die Zollaus­schluss­ge­bie­te.

2Zol­l­an­schluss­ge­bie­te sind die aus­län­di­schen Ge­bie­te, die auf Grund völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge oder des Völ­ker­ge­wohn­heits­rechts zum Zoll­ge­biet ge­hö­ren.

3Zollaus­schluss­ge­bie­te sind schwei­ze­ri­sche Grenz­ge­bie­te, die vom Bun­des­rat oder, bei ein­zel­nen Lie­gen­schaf­ten in be­son­de­rer geo­gra­fi­scher La­ge, von der EZV vom Zoll­ge­biet aus­ge­schlos­sen wer­den. Die EZV kann die Zollaus­schluss­ge­bie­te über­wa­chen und in ih­nen die nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des an­wen­den.

4Die Zoll­gren­ze ist die Gren­ze des Zoll­ge­biets.

5Als Grenz­raum gilt ein Ge­län­de­strei­fen ent­lang der Zoll­gren­ze. Das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment (EFD1) legt die Brei­te des Ge­län­de­strei­fens im Ein­ver­neh­men mit dem be­tref­fen­den Grenz­kan­ton fest.


1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 4 Grundstücke, Bauten und Anlagen an der Zollgrenze

1Die Ei­gen­tü­me­rin­nen und Ei­gen­tü­mer von Grund­stücken in der Nä­he der Zoll­gren­ze müs­sen da­für sor­gen, dass Ein­rich­tun­gen oder Be­pflan­zun­gen auf ih­ren Grund­stücken die Über­wa­chung der Gren­ze nicht be­hin­dern.

2Wer Bau­ten und An­la­gen in un­mit­tel­ba­rer Nä­he der Zoll­gren­ze oder des Ufers von Grenz­ge­wäs­sern er­rich­tet oder ver­än­dert, braucht ei­ne Be­wil­li­gung der EZV.

Art. 5 Zollstellen und Anlagen

1Die EZV er­rich­tet zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben Zoll­stel­len und Zol­lan­la­gen; die Kos­ten trägt der Bund.

2Er­füllt die EZV ih­re Auf­ga­ben in An­la­gen und Räu­men Drit­ter auf de­ren Be­geh­ren, so müs­sen die­se die An­la­gen und Räu­me un­ent­gelt­lich zur Ver­fü­gung stel­len und die Be­triebs­kos­ten der EZV über­neh­men.

3Wer­den die An­la­gen und Räu­me Drit­ter zu­sätz­lich für Zol­l­auf­ga­ben zu Guns­ten wei­te­rer Per­so­nen ge­nutzt, so be­tei­ligt sich die EZV an­ge­mes­sen an den An­la­ge- und Be­triebs­kos­ten.

Art. 6 Begriffe

Im Sin­ne die­ses Ge­set­zes be­deu­ten:

a.
Per­son:
1.
ei­ne na­tür­li­che Per­son,
2.
ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son,
3.
ei­ne ge­setz­lich zu­ge­las­se­ne Per­so­nen­ver­ei­ni­gung oh­ne ei­ge­ne Rechts­per­sön­lich­keit, die aber im Rechts­ver­kehr wirk­sam auf­tre­ten kann;
b.
Wa­ren: die im An­hang zum Zoll­ta­rif­ge­setz vom 9. Ok­to­ber 19861 (Zoll­ta­rif­ge­setz) er­fass­ten Wa­ren;
c.
Wa­ren des zoll­recht­lich frei­en Ver­kehrs (ver­zoll­te Wa­ren): in­län­di­sche Wa­ren;
d.
Wa­ren des zoll­recht­lich nicht frei­en Ver­kehrs (un­ver­zoll­te Wa­ren): aus­län­di­sche oder zur Aus­fuhr ver­an­lag­te Wa­ren;
e.
Ab­ga­ben: Zol­l­ab­ga­ben so­wie Ab­ga­ben nach nicht­zoll­recht­li­chen Bun­des­ge­set­zen;
f.
Zol­l­ab­ga­ben: Ein­fuhr­zöl­le und Aus­fuhr­zöl­le;
g.
Ein­fuhr: das Über­füh­ren von Wa­ren in den zoll­recht­lich frei­en Ver­kehr;
h.
Aus­fuhr: das Über­füh­ren von Wa­ren ins Zol­laus­land;
i.
Durch­fuhr: das Be­för­dern von Wa­ren durch das Zoll­ge­biet.

2. Kapitel: Zollpflicht und Zollerhebungsgrundlagen

1. Abschnitt: Zollpflicht für Waren

Art. 7 Grundsatz

Wa­ren, die ins Zoll­ge­biet oder aus dem Zoll­ge­biet ver­bracht wer­den, sind zoll­pflich­tig und müs­sen nach die­sem Ge­setz so­wie nach dem Zoll­ta­rif­ge­setz1 ver­an­lagt wer­den.


Art. 8 Zollfreie Waren

1Zoll­frei sind:

a.
Wa­ren, die im Zoll­ta­rif­ge­setz1 oder in völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen für zoll­frei er­klärt wer­den;
b.
Wa­ren in klei­nen Men­gen, von un­be­deu­ten­dem Wert oder mit ge­ring­fü­gi­gem Zoll­be­trag ent­spre­chend den Be­stim­mun­gen, die das EFD er­lässt.

2Der Bun­des­rat kann für zoll­frei er­klä­ren:

a.
Wa­ren, die auf Grund in­ter­na­tio­na­ler Ge­pflo­gen­hei­ten üb­li­cher­wei­se als zoll­frei gel­ten;
b.
ge­setz­li­che Zah­lungs­mit­tel, Wert­pa­pie­re, Ma­nu­skrip­te und Ur­kun­den oh­ne Samm­ler­wert, im In­land gül­ti­ge Post­wert­zei­chen und sons­ti­ge amt­li­che Wert­zei­chen höchs­tens zum auf­ge­druck­ten Wert so­wie Fahr­schei­ne aus­län­di­scher öf­fent­li­cher Trans­port­an­stal­ten;
c.
Über­sied­lungs-, Aus­stat­tungs- und Erb­schafts­gut;
d.
Wa­ren für ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen, Hilfs­wer­ke oder be­dürf­ti­ge Per­so­nen;
e.
Mo­tor­fahr­zeu­ge für In­va­li­de;
f.
Ge­gen­stän­de für Un­ter­richt und For­schung;
g.
Kunst- und Aus­stel­lungs­ge­gen­stän­de für Mu­se­en;
h.
In­stru­men­te und Ap­pa­ra­te zur Un­ter­su­chung und Be­hand­lung von Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten in Spi­tä­lern und Pfle­ge­in­sti­tu­tio­nen;
i.
Stu­di­en und Wer­ke schwei­ze­ri­scher Künst­le­rin­nen und Künst­ler, die zu Stu­di­en­zwe­cken vor­über­ge­hend im Aus­land wei­len;
j.
Wa­ren des Grenz­zo­nen­ver­kehrs und Tie­re aus Grenz­ge­wäs­sern;
k.
Wa­ren­mus­ter und Wa­ren­pro­ben;
l.
in­län­di­sches Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al;
m.2
Kriegs­ma­te­ri­al des Bun­des und Zi­vil­schutz­ma­te­ri­al des Bun­des und der Kan­to­ne.

1 SR 632.10
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 3 des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).

Art. 9 Vorübergehende Verwendung von Waren

1Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass aus­län­di­sche Wa­ren zur vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung im Zoll­ge­biet oder in­län­di­sche Wa­ren nach vor­über­ge­hen­der Ver­wen­dung im Zol­laus­land un­ter teil­wei­ser oder voll­stän­di­ger Be­frei­ung von den Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben ein­ge­führt wer­den kön­nen.

2Er re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen für die Zol­l­ab­ga­ben­be­frei­ung.

3Er kann das Zoll­ver­fah­ren der vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung aus wirt­schaft­li­chen oder han­dels­po­li­ti­schen Grün­den aus­sch­lies­sen, auf ei­ne be­stimm­te Dau­er be­schrän­ken oder von ei­ner Be­wil­li­gung ab­hän­gig ma­chen.

Art. 10 Inländische Rückwaren

1In­län­di­sche Wa­ren, die un­ver­än­dert wie­der ins Zoll­ge­biet ein­ge­führt wer­den, sind zoll­frei.

2Ver­än­dert wie­der ein­ge­führ­te Wa­ren sind zoll­frei, wenn sie we­gen ei­nes bei ih­rer Ver­ar­bei­tung im Zol­laus­land ent­deck­ten Man­gels zu­rück­ge­sandt wer­den.

3Kom­men die Rück­wa­ren nicht zur ur­sprüng­li­chen Ver­sen­de­rin oder zum ur­sprüng­li­chen Ver­sen­der zu­rück, so dür­fen sie nur in­ner­halb von fünf Jah­ren nach der Aus­fuhr zoll­frei wie­der ein­ge­führt wer­den.

4Bei der Wie­der­ein­fuhr wer­den die er­ho­be­nen Aus­fuhr­zol­l­ab­ga­ben zu­rück­er­stat­tet und die we­gen der Aus­fuhr ver­gü­te­ten Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben zu­rück­ge­for­dert.

Art. 11 Ausländische Rückwaren

1Für aus­län­di­sche Wa­ren, die we­gen An­nah­me­ver­wei­ge­rung oder Rück­gän­gig­ma­chung des Ver­trags, auf Grund des­sen sie ins Zoll­ge­biet ein­ge­führt wor­den sind, oder we­gen Un­ver­käuf­lich­keit in­ner­halb von drei Jah­ren un­ver­än­dert an die Ver­sen­de­rin oder den Ver­sen­der im Zol­laus­land zu­rück­ge­sandt wer­den, wer­den die er­ho­be­nen Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben zu­rück­er­stat­tet und kei­ne Aus­fuhr­zol­l­ab­ga­ben er­ho­ben.

2Für ver­än­dert wie­der aus­ge­führ­te Wa­ren wer­den Rück­er­stat­tung und Zoll­be­frei­ung ge­währt, wenn sie we­gen ei­nes bei ih­rer Ver­ar­bei­tung im Zoll­ge­biet ent­deck­ten Man­gels zu­rück­ge­sandt wer­den.

3Rück­er­stat­tung und Zoll­be­frei­ung wer­den auch für Wa­ren ge­währt, die wie­der aus­ge­führt wer­den, weil sie nach schwei­ze­ri­schem Recht nicht in Ver­kehr ge­bracht wer­den dür­fen.

4Der Bun­des­rat re­gelt, in wel­chem Aus­mass Rück­er­stat­tung oder Zoll­be­frei­ung für Wa­ren ge­währt wird, die nicht wie­der aus­ge­führt, son­dern auf An­trag im Zoll­ge­biet ver­nich­tet wer­den.

Art. 12 Aktiver Veredelungsverkehr

1Für Wa­ren, die zur Be­ar­bei­tung, Ver­ar­bei­tung oder Aus­bes­se­rung vor­über­ge­hend ins Zoll­ge­biet ver­bracht wer­den, ge­währt die EZV Zol­ler­mäs­si­gung oder Zoll­be­frei­ung, so­fern kei­ne über­wie­gen­den öf­fent­li­chen In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

2Un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen ge­währt die EZV für Wa­ren, die ins Zoll­ge­biet ein­ge­führt wer­den, Zol­ler­mäs­si­gung oder Zoll­be­frei­ung, wenn in­län­di­sche Wa­ren glei­cher Men­ge, Be­schaf­fen­heit und Qua­li­tät als be­ar­bei­te­te oder ver­ar­bei­te­te Er­zeug­nis­se aus­ge­führt wer­den.

3Für land­wirt­schaft­li­che Er­zeug­nis­se und land­wirt­schaft­li­che Grund­stof­fe ge­währt die EZV Zol­ler­mäs­si­gung oder Zoll­be­frei­ung, wenn gleich­ar­ti­ge in­län­di­sche Er­zeug­nis­se nicht in ge­nü­gen­der Men­ge ver­füg­bar sind oder für sol­che Er­zeug­nis­se der Roh­stoff­preis­nach­teil nicht durch an­de­re Mass­nah­men aus­ge­gli­chen wer­den kann.

4Der Bun­des­rat re­gelt, in wel­chem Aus­mass Rück­er­stat­tung, Zol­ler­mäs­si­gung oder Zoll­be­frei­ung für Wa­ren ge­währt wird, die nicht wie­der aus­ge­führt, son­dern auf An­trag im Zoll­ge­biet ver­nich­tet wer­den.

Art. 13 Passiver Veredelungsverkehr

1Für Wa­ren, die zur Be­ar­bei­tung, Ver­ar­bei­tung oder Aus­bes­se­rung vor­über­ge­hend aus­ge­führt wer­den, ge­währt die EZV auf wie­der ein­ge­führ­ten Er­zeug­nis­sen Zol­ler­mäs­si­gung oder Zoll­be­frei­ung, so­fern kei­ne über­wie­gen­den öf­fent­li­chen In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

2Un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen ge­währt die EZV Zol­ler­mäs­si­gung oder Zoll­be­frei­ung, wenn die aus­ge­führ­ten Wa­ren im Aus­land durch Wa­ren glei­cher Men­ge, Be­schaf­fen­heit und Qua­li­tät er­setzt wor­den sind.

3Der Bun­des­rat kann für die Zol­l­ab­ga­ben ei­ne an­de­re Be­mes­sungs­grund­la­ge vor­se­hen, wenn die Zoll­be­mes­sung nach dem Mehr­ge­wicht den Ver­ede­lungs­mehr­wert nicht zu er­fas­sen ver­mag.

4Er re­gelt, in wel­chem Aus­mass Rück­er­stat­tung, Zol­ler­mäs­si­gung oder Zoll­be­frei­ung für Wa­ren ge­währt wird, die nicht wie­der ein­ge­führt, son­dern auf An­trag im Zol­laus­land ver­nich­tet wer­den.

Art. 14 Zollerleichterungen für Waren je nach Verwendungszweck

1Für be­stimm­te Ver­wen­dun­gen von Wa­ren wer­den tiefe­re Zol­lan­sät­ze an­ge­wen­det, wenn:

a.
das Zoll­ta­rif­ge­setz1 dies vor­sieht; oder
b.
das EFD die im Zoll­ta­rif­ge­setz fest­ge­setz­ten Zol­lan­sät­ze her­ab­ge­setzt hat.

2Das EFD darf die Zol­lan­sät­ze für be­stimm­te Ver­wen­dun­gen nur her­ab­set­zen, wenn ei­ne wirt­schaft­li­che Not­wen­dig­keit nach­ge­wie­sen wird und kei­ne über­wie­gen­den öf­fent­li­chen In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

3Die Ober­zoll­di­rek­ti­on kann die vom EFD fest­ge­setz­ten Zol­lan­sät­ze an­pas­sen, wenn ver­än­der­te Zol­lan­sät­ze für land­wirt­schaft­li­che Er­zeug­nis­se mit Schwel­len­preis oder Im­por­tricht­wert dies er­for­dern.

4Wer ver­an­lag­te Wa­ren nach­träg­lich zu Zwe­cken ver­wen­den oder ab­ge­ben will, die hö­he­ren Zol­l­ab­ga­ben un­ter­lie­gen, muss vor­gän­gig ei­ne neue Zollan­mel­dung ein­rei­chen und die Dif­fe­renz nach­ent­rich­ten.

5Wer ver­an­lag­te Wa­ren nach­träg­lich zu Zwe­cken ver­wen­den oder ab­ge­ben will, die tiefe­ren Zol­l­ab­ga­ben un­ter­lie­gen, kann in den Fäl­len und in­ner­halb der Fris­ten, die das EFD vor­sieht, die Dif­fe­renz mit ei­nem Rück­er­stat­tungs­ge­such gel­tend ma­chen.


Art. 15 Landwirtschaftliche Erzeugnisse

1Für land­wirt­schaft­li­che Er­zeug­nis­se, die in der frei­en Pe­ri­ode ein­ge­führt wor­den sind und zu Be­ginn der Be­wirt­schaf­tungs­pe­ri­ode auf Han­dels­stu­fe noch vor­han­den sind, ist ei­ne neue Zollan­mel­dung ein­zu­rei­chen und die Zol­l­ab­ga­ben­dif­fe­renz zu den Aus­ser­kon­tin­gent­s­zol­lan­sät­zen nach­zuen­t­rich­ten.

2Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Er kann vor­se­hen, dass die Wa­ren frei­ge­ge­be­nen Zoll­kon­tin­gents­teil­men­gen an­ge­rech­net wer­den.

Art. 16 Waren des Reiseverkehrs

1Der Bun­des­rat kann Wa­ren des Rei­se­ver­kehrs für ganz oder teil­wei­se zoll­frei er­klä­ren oder Pau­scha­l­an­sät­ze fest­le­gen, die meh­re­re Ab­ga­ben oder ver­schie­de­ne Wa­ren um­fas­sen.

2Wa­ren des Rei­se­ver­kehrs sind Wa­ren, die je­mand auf ei­ner Rei­se über die Zoll­gren­ze mit­führt oder bei der An­kunft aus dem Aus­land in ei­nem in­län­di­schen Zoll­frei­la­den er­wirbt, oh­ne dass sie für den Han­del be­stimmt sind.1


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über den Ein­kauf von Wa­ren in Zoll­frei­lä­den auf Flug­hä­fen, in Kraft seit 1. Ju­ni 2011 (AS 2011 1743; BBl 2010 2169).

Art. 17 Zollfreiläden im Flugverkehr; Lagerung von Vorräten für Bordbuffetdienste

1Das EFD kann den Hal­te­rin­nen und Hal­tern von Flug­plät­zen mit stän­dig be­setz­ter Zoll­stel­le das Be­trei­ben von Zoll­frei­lä­den be­wil­li­gen.

1bisIn Zoll­frei­lä­den kön­nen ins Aus­land ab­flie­gen­de oder aus dem Aus­land an­kom­men­de Rei­sen­de zoll­freie Wa­ren ein­kau­fen. Der Bun­des­rat be­zeich­net die Wa­ren.2

2Die EZV kann den Luft­ver­kehrs- und an­de­ren Un­ter­neh­men be­wil­li­gen, auf den Zoll­flug­plät­zen oder in de­ren Nä­he un­ver­zoll­te Vor­rä­te für ih­re Bord­buf­fet­diens­te an­zu­le­gen so­wie aus sol­chen Vor­rä­ten Spei­sen und Ge­trän­ke zur Mit­nah­me auf Flü­gen ins Aus­land zu­zu­be­rei­ten.3

3Die Be­wil­li­gung wird nur er­teilt, wenn die nö­ti­gen Kon­troll- und Si­che­rungs­mass­nah­men ge­währ­leis­tet sind.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über den Ein­kauf von Wa­ren in Zoll­frei­lä­den auf Flug­hä­fen, in Kraft seit 1. Ju­ni 2011 (AS 2011 1743; BBl 2010 2169).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über den Ein­kauf von Wa­ren in Zoll­frei­lä­den auf Flug­hä­fen, in Kraft seit 1. Ju­ni 2011 (AS 2011 1743; BBl 2010 2169).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über den Ein­kauf von Wa­ren in Zoll­frei­lä­den auf Flug­hä­fen, in Kraft seit 1. Ju­ni 2011 (AS 2011 1743; BBl 2010 2169).

2. Abschnitt: Zollerhebungsgrundlagen

Art. 18 Zollveranlagungsgrundlage

1Grund­la­ge der Zoll­ver­an­la­gung ist die Zollan­mel­dung.

2Die Zollan­mel­dung kann von der Zoll­stel­le be­rich­tigt wer­den.

3Nicht an­ge­mel­de­te Wa­ren wer­den von Am­tes we­gen ver­an­lagt.

Art. 19 Zollbemessung

1Der Zoll­be­trag be­misst sich nach:

a.
Art, Men­ge und Be­schaf­fen­heit der Wa­re im Zeit­punkt, in dem sie der Zoll­stel­le an­ge­mel­det wird; und
b.
den Zol­lan­sät­zen und Be­mes­sungs­grund­la­gen, die im Zeit­punkt der Ent­ste­hung der Zoll­schuld gel­ten.

2Die Wa­re kann mit dem höchs­ten Zol­lan­satz be­legt wer­den, der nach ih­rer Art an­wend­bar ist, wenn:

a.
die Zollan­mel­dung ei­ne un­ge­nü­gen­de oder zwei­deu­ti­ge Be­zeich­nung der Wa­re ent­hält und es nicht mög­lich ist, die Zollan­mel­dung be­rich­ti­gen zu las­sen; oder
b.
die Wa­re nicht an­ge­mel­det wor­den ist.

3Sind Wa­ren, die ver­schie­de­nen Zol­lan­sät­zen un­ter­lie­gen, im glei­chen Fracht­stück ver­packt oder wer­den sie mit dem glei­chen Trans­port­mit­tel be­för­dert und ge­nü­gen die An­ga­ben über die Men­ge je­der ein­zel­nen Wa­re nicht, so wer­den die Zol­l­ab­ga­ben nach dem Ge­samt­ge­wicht und nach dem An­satz be­rech­net, der für die höchst­be­las­te­te Wa­re zu be­zah­len ist.

Art. 20 Zolltarif- und Ursprungsauskünfte

1Die EZV er­teilt auf schrift­li­che An­fra­ge schrift­li­che Aus­kunft über die zoll­ta­ri­fa­ri­sche Ein­rei­hung und den prä­fe­ren­zi­el­len Ur­sprung von Wa­ren.

2Sie be­schränkt die Gül­tig­keit ih­rer Aus­kunft über die zoll­ta­ri­fa­ri­sche Ein­rei­hung auf sechs Jah­re und über den Ur­sprung auf drei Jah­re. Die be­rech­tig­te Per­son muss in der Zollan­mel­dung nach­wei­sen, dass die an­ge­mel­de­te Wa­re der in der Aus­kunft be­schrie­be­nen in je­der Hin­sicht ent­spricht.

3Die Aus­kunft ist nicht ver­bind­lich, wenn sie auf un­rich­ti­gen oder un­voll­stän­di­gen An­ga­ben der an­fra­gen­den Per­son be­ruht.

4Die Aus­kunft ver­liert ih­re Ver­bind­lich­keit, wenn die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen ge­än­dert wer­den.

5Die EZV kann die Aus­kunft aus ei­nem wich­ti­gen Grund wi­der­ru­fen.

2. Titel: Zollveranlagungsverfahren

1. Kapitel: Überwachung des Warenverkehrs

Art. 21 Zuführungspflicht

1Wer Wa­ren ins Zoll­ge­biet ver­bringt, ver­brin­gen lässt oder sie da­nach über­nimmt, muss sie un­ver­züg­lich und un­ver­än­dert der nächst­ge­le­ge­nen Zoll­stel­le zu­füh­ren oder zu­füh­ren las­sen. Die­se Ver­pflich­tung gilt auch für Rei­sen­de, die bei der An­kunft aus dem Aus­land Wa­ren in ei­nem in­län­di­schen Zoll­frei­la­den er­wer­ben.1

2Wer Wa­ren aus dem Zoll­ge­biet ver­bringt oder ver­brin­gen lässt, muss sie vor­gän­gig der zu­stän­di­gen Zoll­stel­le zu­füh­ren und nach der Ver­an­la­gung un­ver­än­dert aus­füh­ren.

3Zu­füh­rungs­pflich­tig sind auch die Ver­kehrs­un­ter­neh­men für die von ih­nen be­för­der­ten Wa­ren, so­weit nicht die Rei­sen­den für ihr Ge­päck oder die Ver­fü­gungs­be­rech­tig­ten die­se Pflicht er­fül­len.


1 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über den Ein­kauf von Wa­ren in Zoll­frei­lä­den auf Flug­hä­fen, in Kraft seit 1. Ju­ni 2011 (AS 2011 1743; BBl 2010 2169).

Art. 22 Zollstrassen, Schiffszolllandestellen und Zollflugplätze

1Der Wa­ren­ver­kehr über die Zoll­gren­ze zu Land, zu Was­ser und in der Luft muss über be­stimm­te Stras­sen (Zoll­stras­sen), Hä­fen und Lan­des­tel­len (Schiffs­zoll­lan­des­tel­len) und Flug­plät­ze (Zoll­flug­plät­ze) er­fol­gen, die von der EZV be­zeich­net wer­den.

2So­weit sie über die Zoll­gren­ze füh­ren, gel­ten über­dies als Zoll­stras­sen:

a.
die dem öf­fent­li­chen Ver­kehr die­nen­den Ei­sen­bahn­li­ni­en;
b.
die elek­tri­schen Lei­tun­gen;
c.
die Rohr­lei­tun­gen; oder
d.
an­de­re Ver­kehrs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­bin­dun­gen, die von der EZV als Zoll­stras­sen be­zeich­net wer­den.

3Die EZV kann mit Rück­sicht auf be­son­de­re Ver­hält­nis­se den Wa­ren­ver­kehr auch an­ders­wo be­wil­li­gen. Sie legt die Be­din­gun­gen und Auf­la­gen fest.

Art. 23 Zollüberwachung und Zollprüfung

1Wa­ren, die ins Zoll­ge­biet ver­bracht wer­den, un­ter­lie­gen vom Zeit­punkt des Ver­brin­gens an bis zur Wie­der­aus­fuhr oder zur Über­füh­rung in den zoll­recht­lich frei­en Ver­kehr der Zoll­über­wa­chung und der Zoll­prü­fung.

2Die Zoll­über­wa­chung um­fasst all­ge­mei­ne Mass­nah­men der EZV, um die Ein­hal­tung des Zoll­rechts und der nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des zu ge­währ­leis­ten.

3Die Zoll­prü­fung um­fasst die be­son­de­ren Amts­hand­lun­gen, die die­ses Ge­setz zur Ge­währ­leis­tung der Ein­hal­tung des Zoll­rechts und der nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des vor­sieht.

Art. 24 Gestellen und summarisches Anmelden

1Die zu­füh­rungs­pflich­ti­ge Per­son oder die von ihr Be­auf­trag­ten müs­sen die der Zoll­stel­le zu­ge­führ­ten Wa­ren ge­stel­len und sum­ma­risch an­mel­den.

2Die Ge­stel­lung ist die Mit­tei­lung an die EZV, dass sich die Wa­ren bei der Zoll­stel­le oder an ei­nem an­de­ren von der EZV zu­ge­las­se­nen Ort be­fin­den.

3Ge­stell­te Wa­ren ste­hen im Ge­wahr­sam der EZV.

4Die EZV kann die Form der Ge­stel­lung und der sum­ma­ri­schen An­mel­dung vor­schrei­ben.

Art. 25 Anmelden

1Die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son muss die der Zoll­stel­le zu­ge­führ­ten, ge­stell­ten und sum­ma­risch an­ge­mel­de­ten Wa­ren in­ner­halb der von der EZV be­stimm­ten Frist zur Ver­an­la­gung an­mel­den und die Be­gleit­do­ku­men­te ein­rei­chen.

2In der Zollan­mel­dung ist die zoll­recht­li­che Be­stim­mung der Wa­ren fest­zu­le­gen.

3Die EZV kann im In­ter­es­se der Zoll­über­wa­chung vor­se­hen, dass Wa­ren der Zoll­stel­le an­ge­mel­det wer­den, be­vor sie ins Zoll­ge­biet oder aus dem Zoll­ge­biet ver­bracht wer­den.

4Die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son kann die sum­ma­risch an­ge­mel­de­ten Wa­ren vor der Ab­ga­be der Zollan­mel­dung auf ei­ge­ne Kos­ten und ei­ge­ne Ge­fahr un­ter­su­chen oder un­ter­su­chen las­sen.

Art. 26 Anmeldepflichtige Personen

An­mel­de­pflich­tig sind:

a.
die zu­füh­rungs­pflich­ti­gen Per­so­nen;
b.
die mit der Zollan­mel­dung be­auf­trag­ten Per­so­nen;
c.1
d.
Per­so­nen, die den Ver­wen­dungs­zweck ei­ner Wa­re än­dern.

1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 27 Zollrechtliche Bestimmung

Mit der zoll­recht­li­chen Be­stim­mung legt die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son fest, ob Wa­ren:

a.
in ein Zoll­ver­fah­ren über­ge­führt wer­den (Art. 47-61);
b.
in ein Zoll­frei­la­ger ver­bracht wer­den (Art. 62-67);
c.
aus dem Zoll­ge­biet wie­der aus­ge­führt wer­den;
d.
ver­nich­tet oder zer­stört wer­den;
e.
zu Guns­ten der Bun­des­kas­se auf­ge­ge­ben wer­den.

Art. 28 Form der Zollanmeldung

1An­ge­mel­det wird:

a.
elek­tro­nisch;
b.
schrift­lich;
c.
münd­lich; oder
d.
durch ei­ne an­de­re von der EZV zu­ge­las­se­ne Form der Wil­len­säus­se­rung.

2Die EZV kann die An­mel­de­form vor­schrei­ben; sie kann na­ment­lich den Ein­satz der elek­tro­ni­schen Da­ten­ver­ar­bei­tung (EDV) an­ord­nen und die­sen von ei­ner Prü­fung des EDV-Sys­tems ab­hän­gig ma­chen.

Art. 29 Zuständigkeiten der Zollstellen; Zeit und Ort der Veranlagung

1Die EZV legt für die ein­zel­nen Zoll­stel­len fest:

a.
wel­ches ih­re Zu­stän­dig­kei­ten sind;
b.
die Zei­ten, zu de­nen sie Ver­an­la­gun­gen vor­neh­men;
c.
den Ort, an dem die Ver­an­la­gung statt­fin­det (Amts­platz).

2Sie be­rück­sich­tigt die na­tio­na­len und die re­gio­na­len Be­dürf­nis­se und gibt ih­re An­ord­nun­gen auf ge­eig­ne­te Wei­se be­kannt.

3Die Zoll­stel­len kön­nen die Ver­an­la­gung auch aus­ser­halb des Amts­plat­zes vor­neh­men, na­ment­lich am Do­mi­zil der Ver­sen­de­rin oder des Ver­sen­ders oder der Emp­fän­ge­rin oder des Emp­fän­gers.

Art. 30 Kontrollen im Zollgebiet

1Die EZV kann im Zoll­ge­biet Kon­trol­len über die Er­fül­lung der Zoll­pflicht durch­füh­ren.

2Per­so­nen, die bei der Wa­ren­ein­fuhr an­mel­de­pflich­tig wa­ren, müs­sen auf Ver­lan­gen den Nach­weis er­brin­gen, dass für die ein­ge­führ­ten Wa­ren das Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren durch­ge­führt wor­den ist.

3Das Kon­troll­recht en­det ein Jahr nach der Wa­ren­ein­fuhr. Vor­be­hal­ten bleibt die Er­öff­nung ei­ner Stra­fun­ter­su­chung.

Art. 31 Kontrollen am Domizil

1Die EZV kann oh­ne Vor­an­kün­di­gung Kon­trol­len am Do­mi­zil von Per­so­nen durch­füh­ren, die an­mel­de­pflich­tig, Zoll­schuld­ne­rin­nen oder Zoll­schuld­ner in ei­nem Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren sind oder wa­ren oder die nach die­sem Ge­setz zur Buch­füh­rung ver­pflich­tet sind.

2Sie kann die phy­si­sche Kon­trol­le der Art, der Men­ge und der Be­schaf­fen­heit von Wa­ren vor­neh­men, al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te ver­lan­gen so­wie Da­ten und Do­ku­men­te, Sys­te­me und In­for­ma­tio­nen über­prü­fen, die für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes von Be­deu­tung sein kön­nen.

3Das Kon­troll­recht en­det fünf Jah­re nach der Wa­ren­ein­fuhr. Vor­be­hal­ten bleibt die Er­öff­nung ei­ner Stra­fun­ter­su­chung.

2. Kapitel: Veranlagung

Art. 32 Summarische Prüfung

1Die Zoll­stel­le kann um­fas­send oder stich­pro­ben­wei­se prü­fen, ob die Zollan­mel­dung for­mell rich­tig und voll­stän­dig ist und ob die er­for­der­li­chen Be­gleit­do­ku­men­te vor­lie­gen.

2Trifft dies nicht zu, so weist sie die Zollan­mel­dung zur Be­rich­ti­gung oder zur Er­gän­zung zu­rück. Stellt sie of­fen­sicht­li­che Feh­ler fest, so be­rich­tigt sie die­se im Ein­ver­neh­men mit der an­mel­de­pflich­ti­gen Per­son.

3Hat die Zoll­stel­le einen vor­han­de­nen Man­gel nicht fest­ge­stellt und die Zollan­mel­dung nicht zu­rück­ge­wie­sen, so kann die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son dar­aus kei­ne Rech­te ab­lei­ten.

4Die Zoll­stel­le weist Wa­ren, die we­der ins Zoll­ge­biet ver­bracht noch ein-, aus- oder durch­ge­führt wer­den dür­fen, die aber ord­nungs­ge­mä­ss zur Zoll­ver­an­la­gung an­ge­mel­det wer­den, zu­rück, so­fern die Wa­ren nicht zu ver­nich­ten sind.

Art. 33 Annahme der Zollanmeldung

1Die von der Zoll­stel­le an­ge­nom­me­ne Zollan­mel­dung ist für die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son ver­bind­lich.

2Die EZV legt Form und Zeit­punkt der An­nah­me fest.

Art. 34 Berichtigung oder Rückzug der Zollanmeldung

1Die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son kann die an­ge­nom­me­ne Zollan­mel­dung be­rich­ti­gen oder zu­rück­zie­hen, so­lan­ge die Wa­ren noch ge­stellt sind und so­lan­ge die Zoll­stel­le:

a.
nicht fest­ge­stellt hat, dass die An­ga­ben in der Zollan­mel­dung oder in den Be­gleit­do­ku­men­ten un­rich­tig sind; oder
b.
kei­ne Be­schau an­ge­ord­net hat.

2Der Bun­des­rat kann für Wa­ren, die den Ge­wahr­sam der EZV be­reits ver­las­sen ha­ben, ei­ne kur­ze Frist zur Be­rich­ti­gung der an­ge­nom­me­nen Zollan­mel­dung vor­se­hen.

3In­ner­halb von 30 Ta­gen ab dem Zeit­punkt, in dem die Wa­ren den Ge­wahr­sam der EZV ver­las­sen ha­ben, kann die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son der Zoll­stel­le ein Ge­such um Än­de­rung der Ver­an­la­gung ein­rei­chen; gleich­zei­tig muss sie ei­ne be­rich­tig­te Zollan­mel­dung ein­rei­chen.

4Die Zoll­stel­le gibt dem Ge­such statt, wenn die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son nach­weist, dass:

a.
die Wa­ren irr­tüm­lich zu dem in der Zollan­mel­dung ge­nann­ten Zoll­ver­fah­ren an­ge­mel­det wor­den sind; oder
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für die be­an­trag­te neue Ver­an­la­gung schon er­füllt wa­ren, als die Zollan­mel­dung an­ge­nom­men wur­de, und die Wa­ren seit­her nicht ver­än­dert wor­den sind.

Art. 35 Überprüfung der angenommenen Zollanmeldung

1Die Zoll­stel­le kann die an­ge­nom­me­ne Zollan­mel­dung und die Be­gleit­do­ku­men­te wäh­rend des Ver­an­la­gungs­ver­fah­rens je­der­zeit über­prü­fen.

2Sie kann von der an­mel­de­pflich­ti­gen Per­son wei­te­re Un­ter­la­gen ver­lan­gen.

Art. 36 Beschau und körperliche Durchsuchung

1Die Zoll­stel­le kann Wa­ren, die zur Zoll­ver­an­la­gung an­ge­mel­det wor­den sind oder der An­mel­de­pflicht un­ter­lie­gen, um­fas­send oder stich­pro­ben­wei­se be­schau­en.

2Sie kann Trans­port­mit­tel und -an­la­gen, Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al und Trans­port­hilfs­mit­tel kon­trol­lie­ren.

3Per­so­nen, die im Ver­dacht ste­hen, Wa­ren auf sich zu tra­gen, die ei­ner Ab­ga­be, ei­nem Ver­bot oder ei­ner Be­wil­li­gungs- oder Kon­troll­pflicht un­ter­lie­gen, dür­fen kör­per­lich durch­sucht wer­den. Das Vor­ge­hen rich­tet sich nach Ar­ti­kel 102.

4Die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son muss in der von der Zoll­stel­le ver­lang­ten Wei­se mit­wir­ken.

Art. 37 Beschauregeln

1Wird nur ein Teil der an­ge­mel­de­ten Wa­ren be­schaut, so gilt das Er­geb­nis die­ser Teil­be­schau für al­le in der Zollan­mel­dung be­zeich­ne­ten Wa­ren der glei­chen Art. Die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son kann ei­ne um­fas­sen­de Be­schau ver­lan­gen.

2Der Ein­griff in den Be­stand der Wa­ren ist auf das Not­wen­digs­te zu be­schrän­ken und mit al­ler Sorg­falt vor­zu­neh­men. Un­ter die­ser Vor­aus­set­zung wer­den Wert­ver­min­de­run­gen und Kos­ten, die durch die Be­schau ent­ste­hen, nicht ent­schä­digt.

3Das Er­geb­nis der Be­schau wird schrift­lich fest­ge­hal­ten. Es bil­det die Grund­la­ge für die Ver­an­la­gung und für all­fäl­li­ge wei­te­re Ver­fah­ren.

Art. 38 Veranlagungsverfügung

Die Zoll­stel­le setzt die Zol­l­ab­ga­ben fest, stellt die Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung aus und er­öff­net die­se der an­mel­de­pflich­ti­gen Per­son.

Art. 39 Provisorische Veranlagung

1Wa­ren, de­ren de­fi­ni­ti­ve Ver­an­la­gung nicht zweck­mäs­sig oder nicht mög­lich ist, kön­nen pro­vi­so­risch ver­an­lagt wer­den.

2Aus­ge­nom­men sind Wa­ren, für die kei­ne Ein- oder Aus­fuhr­be­wil­li­gung vor­liegt oder de­ren Ein- oder Aus­fuhr ver­bo­ten ist.

3Die Wa­ren kön­nen ge­gen Si­cher­stel­lung der Zol­l­ab­ga­ben zum höchs­ten Zol­lan­satz, der nach ih­rer Art an­wend­bar ist, frei­ge­ge­ben wer­den.

4Reicht die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son in­ner­halb der von der Zoll­stel­le fest­ge­setz­ten Frist die er­for­der­li­chen Be­gleit­do­ku­men­te nicht nach und ver­langt sie kei­ne Än­de­rung der Zollan­mel­dung, so wird die pro­vi­so­ri­sche Ver­an­la­gung de­fi­ni­tiv.

Art. 40 Freigabe und Abtransport von Waren

1Die Zoll­stel­le gibt ver­an­lag­te Wa­ren auf Grund der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung oder ei­nes an­de­ren von der EZV zu be­stim­men­den Do­ku­ments frei.

2Wa­ren dür­fen erst ab­trans­por­tiert wer­den, wenn die Zoll­stel­le sie frei­ge­ge­ben hat.

3Die EZV setzt die Frist für den Ab­trans­port fest.

Art. 41 Aufbewahrung von Daten und Dokumenten

1Da­ten und Do­ku­men­te, die in An­wen­dung die­ses Ge­set­zes ge­nutzt wer­den, sind sorg­fäl­tig und sys­te­ma­tisch auf­zu­be­wah­ren und vor schäd­li­chen Ein­wir­kun­gen zu schüt­zen.

2Der Bun­des­rat be­zeich­net die Per­so­nen, de­nen die Auf­be­wah­rungs­pflicht ob­liegt, und re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

3. Kapitel: Besondere Verfahrensbestimmungen

Art. 42 Vereinfachung des Zollveranlagungsverfahrens

1Der Bun­des­rat kann Ver­ein­fa­chun­gen im Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren vor­se­hen. Er kann na­ment­lich:

a.
von der Pflicht zum Ge­stel­len oder sum­ma­ri­schen An­mel­den be­frei­en, so­fern da­durch die Zoll­prü­fung der Wa­ren nicht be­ein­träch­tigt wird;
b.
Er­leich­te­run­gen im Rei­se­ver­kehr vor­se­hen;
c.
pe­ri­odi­sche Sam­melan­mel­dun­gen vor­se­hen;
d.
am Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren be­tei­lig­ten Per­so­nen Auf­ga­ben der EZV über­tra­gen.

2Die EZV kann zur wei­te­ren Ver­ein­fa­chung des Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­rens oder zur Durch­füh­rung von Pi­lot­ver­su­chen Ver­ein­ba­run­gen mit am Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren be­tei­lig­ten Per­so­nen schlies­sen, so­weit da­durch die Wett­be­werbs­ver­hält­nis­se nicht we­sent­lich be­ein­träch­tigt wer­den.

3Ver­ein­fa­chun­gen des Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­rens sind nur zu­läs­sig, so­weit die Zoll­si­cher­heit nicht be­ein­träch­tigt und na­ment­lich der Zol­l­ab­ga­ben­be­trag nicht ge­schmä­lert wird.

Art. 42a Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte

1Die EZV ver­leiht Per­so­nen, die im Zoll­ge­biet oder in den Zollaus­schluss­ge­bie­ten an­säs­sig sind, auf An­trag den Sta­tus des zu­ge­las­se­nen Wirt­schafts­be­tei­lig­ten (Au­t­ho­ri­sed Eco­no­mic Ope­ra­tor, AEO), wenn sie die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len:

a.
die bis­he­ri­ge Ein­hal­tung der Zoll­vor­schrif­ten;
b.
ein Sys­tem zur Füh­rung der Ge­schäfts­bü­cher und ge­ge­be­nen­falls der Be­för­de­rungs­un­ter­la­gen, das ge­eig­ne­te si­cher­heits­re­le­van­te Zoll­kon­trol­len er­mög­licht;
c.
die nach­weis­li­che Zah­lungs­fä­hig­keit; und
d.
ge­eig­ne­te Si­cher­heits­stan­dards.

2Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen und das Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren im Ein­zel­nen.

2bisEr ist er­mäch­tigt, völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge, wel­che nur die ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung des Sta­tus des zu­ge­las­se­nen Wirt­schafts­be­tei­lig­ten be­tref­fen, selbst­stän­dig ab­zu­sch­lies­sen.2

3Die EZV kann Kon­trol­len des Ge­schäfts­be­triebs der an­trag­stel­len­den Per­so­nen und der zu­ge­las­se­nen Wirt­schafts­be­tei­lig­ten durch­füh­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Art. 3 des BB vom 18. Ju­ni 2010 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Abk. zwi­schen der Schweiz und der EG über Zol­ler­leich­te­run­gen und Zoll­si­cher­heit, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 981; BBl 2009 8929).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 43 Grenzzonenverkehr

1Grenz­zo­nen­ver­kehr ist die Ein- oder Aus­fuhr in­ner­halb der Grenz­zo­ne von:

a.
Wa­ren des land­wirt­schaft­li­chen Be­wirt­schaf­tungs­ver­kehrs; und
b.
Wa­ren des Markt­ver­kehrs.

2Die Grenz­zo­ne ist das in- und aus­län­di­sche Ge­biet, das sich beid­seits der Zoll­gren­ze als Ge­biets­strei­fen von 10 Ki­lo­me­tern Tie­fe längs der Zoll­gren­ze be­fin­det (Par­al­lel­zo­ne).

3Die EZV kann die Grenz­zo­ne mit Rück­sicht auf be­son­de­re ört­li­che Ver­hält­nis­se aus­deh­nen.

4Der Bun­des­rat re­gelt das Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren für den Grenz­zo­nen­ver­kehr.

Art. 44 Eisenbahn-, Schiffs- und Luftverkehr

1Der Bun­des­rat re­gelt das Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren für den Ei­sen­bahn-, den Schiffs- und den Luft­ver­kehr.

2Die Ver­kehrs­un­ter­neh­men müs­sen der EZV al­le Un­ter­la­gen und Auf­zeich­nun­gen, die für die Zoll­prü­fung von Be­deu­tung sein kön­nen, zu­kom­men las­sen. Auf Ver­lan­gen der EZV hat dies in elek­tro­ni­scher Form zu er­fol­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 45 Rohrleitungsverkehr

1Wa­ren, die in Rohr­lei­tun­gen ins Zoll­ge­biet be­för­dert wer­den, gel­ten bis zur Wie­der­aus­fuhr oder bis zu ih­rer Über­füh­rung in ein an­de­res Zoll­ver­fah­ren als ins Tran­sit­ver­fah­ren über­ge­führt.

2An­mel­de­pflich­tig ist die In­ha­be­rin oder der In­ha­ber der Rohr­lei­tungs­an­la­ge.

3Die In­ha­be­rin oder der In­ha­ber muss der EZV Ein­sicht in al­le Un­ter­la­gen und Auf­zeich­nun­gen ge­wäh­ren, die für die Zoll­prü­fung von Be­deu­tung sein kön­nen.

Art. 46 Elektrische Energie

Der Bun­des­rat re­gelt das Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren für elek­tri­sche Ener­gie.

4. Kapitel: Die Zollverfahren

1. Abschnitt: Wählbare Zollverfahren

Art. 47

1Wa­ren, die in ein Zoll­ver­fah­ren über­ge­führt wer­den sol­len, sind zum be­tref­fen­den Ver­fah­ren an­zu­mel­den.

2Wähl­bar sind fol­gen­de Zoll­ver­fah­ren:

a.
die Über­füh­rung in den zoll­recht­lich frei­en Ver­kehr;
b.
das Tran­sit­ver­fah­ren;
c.
das Zoll­la­ger­ver­fah­ren;
d.
das Ver­fah­ren der vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung;
e.
das Ver­fah­ren der ak­ti­ven Ver­ede­lung;
f.
das Ver­fah­ren der pas­si­ven Ver­ede­lung;
g.
das Aus­fuhr­ver­fah­ren.

3Wa­ren, die in ein Zoll­ver­fah­ren über­ge­führt wor­den sind, kön­nen zu ei­nem an­de­ren Zoll­ver­fah­ren an­ge­mel­det wer­den.

2. Abschnitt: Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr

Art. 48

1Aus­län­di­sche Wa­ren, die den zoll­recht­li­chen Sta­tus in­län­di­scher Wa­ren er­hal­ten sol­len, sind zur Über­füh­rung in den zoll­recht­lich frei­en Ver­kehr an­zu­mel­den.

2Im Ver­fah­ren der Über­füh­rung in den zoll­recht­lich frei­en Ver­kehr:

a.
wer­den die Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben ver­an­lagt;
b.
wird für in­län­di­sche Rück­wa­ren ge­ge­be­nen­falls auf die Zol­l­ab­ga­be­ner­he­bung ver­zich­tet;
c.
wird für in­län­di­sche Rück­wa­ren ge­ge­be­nen­falls der Rück­er­stat­tungs- be­zie­hungs­wei­se der Rück­for­de­rungs­an­spruch fest­ge­setzt;
d.
wer­den die nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des an­ge­wen­det.

3. Abschnitt: Transitverfahren

Art. 49

1Aus­län­di­sche Wa­ren, die un­ver­än­dert durch das Zoll­ge­biet be­för­dert wer­den (Durch­fuhr) oder die im Zoll­ge­biet zwi­schen zwei Or­ten be­för­dert wer­den, sind zum Tran­sit­ver­fah­ren an­zu­mel­den.

2Im Tran­sit­ver­fah­ren:

a.
wer­den die Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben mit be­ding­ter Zah­lungs­pflicht ver­an­lagt;
b.
wird die Iden­ti­tät der Wa­ren ge­si­chert;
c.
wird die Frist für das Tran­sit­ver­fah­ren fest­ge­setzt;
d.
wer­den die nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des an­ge­wen­det.

3Wird das Tran­sit­ver­fah­ren nicht ord­nungs­ge­mä­ss ab­ge­schlos­sen, so wer­den Wa­ren, die im Zoll­ge­biet ver­blei­ben, wie Wa­ren be­han­delt, die in den zoll­recht­lich frei­en Ver­kehr über­ge­führt wer­den. Sind die­se Wa­ren vor­gän­gig zur Aus­fuhr ver­an­lagt wor­den, so wird das Aus­fuhr­ver­fah­ren wi­der­ru­fen.

4Ab­satz 3 gilt nicht, wenn die Wa­ren in­ner­halb der fest­ge­setz­ten Frist aus­ge­führt wor­den sind und die Iden­ti­tät der Wa­ren nach­ge­wie­sen wird. Das ent­spre­chen­de Ge­such ist in­ner­halb von 60 Ta­gen nach Ab­lauf der für die­ses Zoll­ver­fah­ren fest­ge­setz­ten Frist zu stel­len.

4. Abschnitt: Zolllagerverfahren

Art. 50 Begriff

1Zoll­la­ger sind von der EZV zu­ge­las­se­ne und un­ter Zoll­über­wa­chung ste­hen­de Or­te im Zoll­ge­biet, an de­nen Wa­ren un­ter den von der EZV fest­ge­leg­ten Vor­aus­set­zun­gen ge­la­gert wer­den dür­fen.

2Zoll­la­ger kön­nen of­fe­ne Zoll­la­ger oder La­ger für Mas­sen­gü­ter sein.

Art. 51 Verfahren

1Wa­ren des zoll­recht­lich nicht frei­en Ver­kehrs, die in ei­nem Zoll­la­ger ge­la­gert wer­den sol­len, sind zum Zoll­la­ger­ver­fah­ren an­zu­mel­den.

2Im Zoll­la­ger­ver­fah­ren:

a.
wird bei of­fe­nen Zoll­la­gern auf die Ver­an­la­gung der Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben, auf de­ren Si­cher­stel­lung und auf die An­wen­dung han­dels­po­li­ti­scher Mass­nah­men ver­zich­tet;
b.
wer­den bei La­gern für Mas­sen­gü­ter die Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben mit be­ding­ter Zah­lungs­pflicht ver­an­lagt und han­dels­po­li­ti­sche Mass­nah­men an­ge­wen­det;
c.
wird die Iden­ti­tät der Wa­ren ge­si­chert;
d.
wird stich­pro­ben­wei­se ge­prüft, ob die in der Be­wil­li­gung fest­ge­hal­te­nen Vor­aus­set­zun­gen und Auf­la­gen ein­ge­hal­ten wer­den;
e.
wer­den die in der Be­wil­li­gung fest­ge­hal­te­nen Auf­la­gen in der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung kon­kre­ti­siert;
f.
wer­den die nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des an­ge­wen­det.

3Wird das Zoll­la­ger­ver­fah­ren nicht ord­nungs­ge­mä­ss ab­ge­schlos­sen, so wer­den die Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben fäl­lig; dies gilt nicht, wenn die Wa­ren in­ner­halb der ge­ge­be­nen­falls ge­setz­ten Frist in ein an­de­res Zoll­ver­fah­ren über­ge­führt wor­den sind und ih­re Iden­ti­tät nach­ge­wie­sen wird. Bei La­gern für Mas­sen­gü­ter ist das ent­spre­chen­de Ge­such in­ner­halb von 60 Ta­gen nach Ab­lauf der La­ger­dau­er zu stel­len.

Art. 52 Lagerhalterin und Lagerhalter; Einlagererin und Einlagerer

1La­ger­hal­te­rin oder La­ger­hal­ter ist die Per­son, die ein Zoll­la­ger be­treibt.

2Ein­la­ge­re­rin oder Ein­la­ge­rer ist:

a.
die Per­son, die in ei­nem Zoll­la­ger Wa­ren ein­la­gert und die durch die An­mel­dung zur Über­füh­rung von Wa­ren in das Zoll­la­ger­ver­fah­ren ge­bun­den ist; oder
b.
die Per­son, der die Rech­te und Pflich­ten je­ner Per­son über­tra­gen wor­den sind.

3Die Ein­la­ge­re­rin oder der Ein­la­ge­rer muss da­für sor­gen, dass die Pflich­ten, die sich aus der Über­füh­rung der Wa­ren in das Zoll­la­ger­ver­fah­ren er­ge­ben, er­füllt wer­den.

Art. 53 Offene Zolllager

1Of­fe­ne Zoll­la­ger sind Zoll­la­ger, in de­nen die La­ger­hal­te­rin oder der La­ger­hal­ter ei­ge­ne oder frem­de Wa­ren des zoll­recht­lich nicht frei­en Ver­kehrs la­gern kann.

2In of­fe­nen Zoll­la­gern dür­fen zur Aus­fuhr ver­an­lag­te Wa­ren ge­la­gert wer­den, wenn sie nach ih­rer Aus­la­ge­rung aus­ge­führt wer­den. Der Bun­des­rat kann die La­ge­rung von Wa­ren vor­se­hen, die nicht aus­ge­führt wer­den.

3In of­fe­nen Zoll­la­gern dür­fen Wa­ren be­lie­big lan­ge ge­la­gert wer­den. Der Bun­des­rat be­stimmt die Frist, in­ner­halb de­ren zur Aus­fuhr ver­an­lag­te Wa­ren aus­ge­führt wer­den müs­sen.

4Wa­ren, die ein­ge­la­gert wer­den sol­len, sind von der La­ger­hal­te­rin oder vom La­ger­hal­ter oder von ei­ner be­auf­trag­ten Per­son bei der in der Be­wil­li­gung ge­nann­ten Kon­troll­zoll­stel­le an­zu­mel­den.

5Die La­ger­hal­te­rin oder der La­ger­hal­ter ist da­für ver­ant­wort­lich, dass:

a.
die Wa­ren wäh­rend ih­res Ver­bleibs im of­fe­nen Zoll­la­ger nicht der Zoll­über­wa­chung ent­zo­gen wer­den;
b.
die Pflich­ten, die sich aus der La­ge­rung der Wa­ren er­ge­ben, er­füllt wer­den; und
c.
die mit der Be­wil­li­gung ver­bun­de­nen Auf­la­gen ein­ge­hal­ten wer­den.

6Die EZV kann ver­lan­gen, dass die La­ger­hal­te­rin oder der La­ger­hal­ter für die Ein­hal­tung der Pflich­ten nach Ab­satz 5 ei­ne Si­cher­heit leis­tet.

Art. 54 Bewilligung für offene Zolllager

1Wer ein of­fe­nes Zoll­la­ger be­treibt, braucht ei­ne Be­wil­li­gung der EZV.

2Die EZV er­teilt die Be­wil­li­gung, wenn:

a.
die Ge­such­stel­le­rin oder der Ge­such­stel­ler in der Schweiz an­säs­sig ist und für den ord­nungs­ge­mäs­sen Be­trieb des of­fe­nen Zoll­la­gers Ge­währ bie­tet; und
b.
die Zoll­über­wa­chung und die Zoll­prü­fung für die EZV nicht mit ei­nem un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Ver­wal­tungs­auf­wand ver­bun­den sind.

3Die Be­wil­li­gung kann:

a.
mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den und die La­ge­rung be­stimm­ter Ri­si­ko­gü­ter aus­sch­lies­sen; oder
b.
vor­schrei­ben, dass be­stimm­te Ri­si­ko­gü­ter in be­son­de­ren Räum­lich­kei­ten ge­la­gert wer­den.

Art. 55 Lager für Massengüter

1In La­gern für Mas­sen­gü­ter dür­fen nur die von der EZV zu­ge­las­se­nen Wa­ren ge­la­gert wer­den.

2Sie dür­fen höchs­tens zwei Jah­re ge­la­gert wer­den. In be­grün­de­ten Fäl­len kann die­se Frist auf An­trag auf höchs­tens fünf Jah­re ver­län­gert wer­den.

3Die Ein­la­ge­rung von Mas­sen­gü­tern ist bei der zu­stän­di­gen Zoll­stel­le an­zu­mel­den.

Art. 56 Eingelagerte Waren; Bestandesaufzeichnungen und Bearbeitung

1Die La­ger­hal­te­rin oder der La­ger­hal­ter oder die Ein­la­ge­re­rin oder der Ein­la­ge­rer muss über al­le ein­ge­la­ger­ten Wa­ren Be­stan­des­auf­zeich­nun­gen füh­ren. Die EZV re­gelt de­ren Form.

2Der Bun­des­rat re­gelt, un­ter wel­chen Be­din­gun­gen die in of­fe­nen Zoll­la­gern ein­ge­la­ger­ten Wa­ren be­ar­bei­tet wer­den dür­fen.

Art. 57 Auslagerung

1Wa­ren aus of­fe­nen Zoll­la­gern wer­den aus­ge­la­gert, in­dem sie in ein Zoll­ver­fah­ren, das für sol­che Wa­ren bei der Ein­fuhr oder beim Ver­brin­gen ins Zoll­ge­biet zu­läs­sig wä­re, über­ge­führt oder zum Tran­sit­ver­fah­ren an­ge­mel­det und aus­ge­führt wer­den.

2Wa­ren aus La­gern für Mas­sen­gü­ter wer­den aus­ge­la­gert, in­dem sie in ein an­de­res Zoll­ver­fah­ren über­ge­führt wer­den. Bei der Über­füh­rung in den zoll­recht­lich frei­en Ver­kehr sind die Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben zu ent­rich­ten.

5. Abschnitt: Verfahren der vorübergehenden Verwendung

Art. 58

1Wa­ren, die zur vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung ins Zoll­ge­biet oder aus dem Zoll­ge­biet ver­bracht wer­den sol­len, sind zum Ver­fah­ren der vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung an­zu­mel­den.

2Im Ver­fah­ren der vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung:

a.
wer­den die Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben oder all­fäl­li­ge Aus­fuhr­zol­l­ab­ga­ben mit be­ding­ter Zah­lungs­pflicht ver­an­lagt;
b.
wird die Iden­ti­tät der Wa­ren ge­si­chert;
c.
wird die Dau­er der vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung fest­ge­setzt;
d.
wer­den die nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des an­ge­wen­det.

3Wird das Ver­fah­ren der vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung nicht ord­nungs­ge­mä­ss ab­ge­schlos­sen, so wer­den die ver­an­lag­ten Ein- oder Aus­fuhr­zol­l­ab­ga­ben fäl­lig; dies gilt nicht, wenn die Wa­ren in­ner­halb der fest­ge­setz­ten Frist wie­der aus dem Zoll­ge­biet oder ins Zoll­ge­biet ver­bracht wor­den sind und ih­re Iden­ti­tät nach­ge­wie­sen wird. Das ent­spre­chen­de Ge­such ist in­ner­halb von 60 Ta­gen nach Ab­lauf der für die­ses Zoll­ver­fah­ren fest­ge­setz­ten Frist zu stel­len.

6. Abschnitt: Verfahren der aktiven Veredelung

Art. 59

1Wa­ren, die zur ak­ti­ven Ver­ede­lung ins Zoll­ge­biet ver­bracht wer­den sol­len, sind zum Ver­fah­ren der ak­ti­ven Ver­ede­lung an­zu­mel­den.

2Wer Wa­ren zur ak­ti­ven Ver­ede­lung ins Zoll­ge­biet ver­bringt, braucht ei­ne Be­wil­li­gung der EZV. Die Be­wil­li­gung kann mit Auf­la­gen ver­bun­den und na­ment­lich men­gen­mäs­sig und zeit­lich be­schränkt wer­den.

3Im Ver­fah­ren der ak­ti­ven Ver­ede­lung:

a.
wer­den die Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben im Rück­er­stat­tungs­ver­fah­ren mit Rück­er­stat­tungs­an­spruch und im Nicht­er­he­bungs­ver­fah­ren mit be­ding­ter Zah­lungs­pflicht ver­an­lagt;
b.
wird stich­pro­ben­wei­se ge­prüft, ob die in der Be­wil­li­gung fest­ge­hal­te­nen Auf­la­gen ein­ge­hal­ten wer­den;
c.
wer­den die in der Be­wil­li­gung fest­ge­hal­te­nen Auf­la­gen in der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung kon­kre­ti­siert;
d.
wer­den die nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des an­ge­wen­det.

4Wird das Ver­fah­ren der ak­ti­ven Ver­ede­lung nicht ord­nungs­ge­mä­ss ab­ge­schlos­sen, so wer­den die Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben fäl­lig; dies gilt nicht, wenn die ver­edel­ten Wa­ren in­ner­halb der fest­ge­setz­ten Frist nach­weis­lich aus­ge­führt wor­den sind. Das ent­spre­chen­de Ge­such ist in­ner­halb von 60 Ta­gen nach Ab­lauf der fest­ge­setz­ten Frist zu stel­len.

7. Abschnitt: Verfahren der passiven Veredelung

Art. 60

1Wa­ren, die zur pas­si­ven Ver­ede­lung ins Zol­laus­land ver­bracht wer­den sol­len, sind zum Ver­fah­ren der pas­si­ven Ver­ede­lung an­zu­mel­den.

2Wer Wa­ren zur pas­si­ven Ver­ede­lung ins Zol­laus­land ver­bringt, braucht ei­ne Be­wil­li­gung der EZV. Die Be­wil­li­gung kann mit Auf­la­gen ver­bun­den und na­ment­lich men­gen­mäs­sig und zeit­lich be­schränkt wer­den.

3Im Ver­fah­ren der pas­si­ven Ver­ede­lung:

a.
wer­den Aus­fuhr­zol­l­ab­ga­ben im Rück­er­stat­tungs­ver­fah­ren mit Rück­er­stat­tungs­an­spruch und im Nicht­er­he­bungs­ver­fah­ren mit be­ding­ter Zah­lungs­pflicht ver­an­lagt;
b.
wird auf die Er­he­bung der Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben bei der Wie­der­ein­fuhr der Wa­ren teil­wei­se oder ganz ver­zich­tet;
c.
wird stich­pro­ben­wei­se ge­prüft, ob die in der Be­wil­li­gung fest­ge­hal­te­nen Auf­la­gen ein­ge­hal­ten wer­den;
d.
wer­den die in der Be­wil­li­gung fest­ge­hal­te­nen Auf­la­gen in der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung kon­kre­ti­siert;
e.
wer­den die nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des an­ge­wen­det.

4Wird das Ver­fah­ren der pas­si­ven Ver­ede­lung nicht ord­nungs­ge­mä­ss ab­ge­schlos­sen, so wer­den Aus­fuhr­zol­l­ab­ga­ben fäl­lig und das Recht auf Wie­der­ein­fuhr der Wa­ren mit Zol­ler­mäs­si­gung oder Zoll­be­frei­ung er­lischt; dies gilt nicht, wenn die ver­edel­ten Wa­ren in­ner­halb der fest­ge­setz­ten Frist nach­weis­lich ins Zoll­ge­biet ein­ge­führt wor­den sind. Das ent­spre­chen­de Ge­such ist in­ner­halb von 60 Ta­gen nach Ab­lauf der für die­ses Zoll­ver­fah­ren fest­ge­setz­ten Frist zu stel­len.

8. Abschnitt: Ausfuhrverfahren

Art. 61

1Wa­ren des zoll­recht­lich frei­en Ver­kehrs, die ins Zol­laus­land oder in einen in­län­di­schen Zoll­frei­la­den ver­bracht wer­den sol­len, sind zum Aus­fuhr­ver­fah­ren an­zu­mel­den.1

2Im Aus­fuhr­ver­fah­ren:

a.
wer­den all­fäl­li­ge Aus­fuhr­zol­l­ab­ga­ben ver­an­lagt;
b.
ist der Rück­er­stat­tungs­an­spruch für aus­län­di­sche Rück­wa­ren fest­zu­set­zen;
c.
muss die an­mel­de­pflich­ti­ge Per­son er­klä­ren, dass die Aus­fuhr der Wa­ren kei­nem Ver­bot und kei­ner Be­schrän­kung un­ter­liegt;
d.
wer­den die nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des an­ge­wen­det.

3Das Aus­fuhr­ver­fah­ren gilt als ab­ge­schlos­sen, wenn die Wa­ren ord­nungs­ge­mä­ss ins Zol­laus­land oder in ein Zoll­frei­la­ger oder in einen in­län­di­schen Zoll­frei­la­den ver­bracht oder ins Tran­sit­ver­fah­ren über­ge­führt wor­den sind.2

4Wird das Aus­fuhr­ver­fah­ren nicht ord­nungs­ge­mä­ss ab­ge­schlos­sen, so kann es wi­der­ru­fen wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über den Ein­kauf von Wa­ren in Zoll­frei­lä­den auf Flug­hä­fen, in Kraft seit 1. Ju­ni 2011 (AS 2011 1743; BBl 2010 2169).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über den Ein­kauf von Wa­ren in Zoll­frei­lä­den auf Flug­hä­fen, in Kraft seit 1. Ju­ni 2011 (AS 2011 1743; BBl 2010 2169).

5. Kapitel: Zollfreilager

Art. 62 Begriff und Zweck

1Zoll­frei­la­ger sind Tei­le des Zoll­ge­biets oder in die­sem ge­le­ge­ne Räum­lich­kei­ten:

a.
die der Zoll­über­wa­chung un­ter­lie­gen;
b.
die vom üb­ri­gen Zoll­ge­biet ge­trennt sind; und
c.
in de­nen Wa­ren des zoll­recht­lich nicht frei­en Ver­kehrs ge­la­gert wer­den dür­fen.

2In Zoll­frei­la­gern dür­fen zur Aus­fuhr ver­an­lag­te Wa­ren ge­la­gert wer­den, wenn sie nach ih­rer Aus­la­ge­rung aus­ge­führt wer­den. Der Bun­des­rat kann die La­ge­rung von Wa­ren vor­se­hen, die nicht aus­ge­führt wer­den.

3Die ein­ge­la­ger­ten Wa­ren un­ter­lie­gen we­der den Ein­fuhr­zol­l­ab­ga­ben noch han­dels­po­li­ti­schen Mass­nah­men.

Art. 63 Lagerhalterin und Lagerhalter; Einlagererin und Einlagerer

1La­ger­hal­te­rin oder La­ger­hal­ter ist die Per­son, die ein Zoll­frei­la­ger be­treibt.

2Ein­la­ge­re­rin oder Ein­la­ge­rer ist:

a.
die Per­son, die in ei­nem Zoll­frei­la­ger Wa­ren ein­la­gert und die durch die An­mel­dung zur Über­füh­rung von Wa­ren in das Zoll­frei­la­ger ge­bun­den ist; oder
b.
die Per­son, der die Rech­te und Pflich­ten je­ner Per­son über­tra­gen wor­den sind.

3Die Ein­la­ge­re­rin oder der Ein­la­ge­rer muss da­für sor­gen, dass die Pflich­ten, die sich aus der Über­füh­rung der Wa­ren in das Zoll­frei­la­ger er­ge­ben, er­füllt wer­den.

Art. 64 Bewilligung

1Wer ein Zoll­frei­la­ger be­treibt, braucht ei­ne Be­wil­li­gung der EZV.

2Die EZV er­teilt die Be­wil­li­gung, wenn:

a.
die Ge­such­stel­le­rin oder der Ge­such­stel­ler in der Schweiz an­säs­sig ist und für den ord­nungs­ge­mäs­sen Be­trieb des Zoll­frei­la­gers Ge­währ bie­tet;
b.
die Zoll­über­wa­chung und die Zoll­prü­fung für die EZV nicht mit ei­nem un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Ver­wal­tungs­auf­wand ver­bun­den sind; und
c.
Ge­währ ge­bo­ten ist, dass das Zoll­frei­la­ger grund­sätz­lich al­len Per­so­nen un­ter glei­chen Vor­aus­set­zun­gen of­fen steht.

3Die Be­wil­li­gung kann:

a.
mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den und die La­ge­rung be­stimm­ter Ri­si­ko­gü­ter aus­sch­lies­sen; oder
b.
vor­schrei­ben, dass be­stimm­te Ri­si­ko­gü­ter in be­son­de­ren Räum­lich­kei­ten ge­la­gert wer­den.

Art. 65 Einlagerung, Lagerdauer und Bearbeitung der Waren

1Wa­ren, die in ei­nem Zoll­frei­la­ger ge­la­gert wer­den sol­len, sind der zu­stän­di­gen Zoll­stel­le zur Ein­la­ge­rung an­zu­mel­den und in das Zoll­frei­la­ger zu ver­brin­gen.

2In Zoll­frei­la­gern dür­fen Wa­ren be­lie­big lan­ge ge­la­gert wer­den. Der Bun­des­rat be­stimmt die Frist, in­ner­halb de­ren zur Aus­fuhr ver­an­lag­te Wa­ren aus­ge­führt wer­den müs­sen.

3Der Bun­des­rat re­gelt, un­ter wel­chen Be­din­gun­gen die ein­ge­la­ger­ten Wa­ren be­ar­bei­tet wer­den dür­fen.

Art. 66 Überwachung und Bestandesaufzeichnungen

1Die La­ger­hal­te­rin oder der La­ger­hal­ter muss über al­le ein­ge­la­ger­ten sen­si­blen Wa­ren Be­stan­des­auf­zeich­nun­gen füh­ren. Die EZV re­gelt de­ren Form.

2In der Be­wil­li­gung zum Be­trieb ei­nes Zoll­frei­la­gers kann vor­ge­se­hen wer­den, dass die Pflicht, Be­stan­des­auf­zeich­nun­gen zu füh­ren, der Ein­la­ge­re­rin oder dem Ein­la­ge­rer ob­liegt.

3Die La­ger­hal­te­rin oder der La­ger­hal­ter ist da­für ver­ant­wort­lich, dass:

a.
die Wa­ren wäh­rend ih­res Ver­bleibs im Zoll­frei­la­ger nicht der Zoll­über­wa­chung ent­zo­gen wer­den;
b.
die Pflich­ten, die sich aus der La­ge­rung der Wa­ren er­ge­ben, er­füllt wer­den; und
c.
die mit der Be­wil­li­gung ver­bun­de­nen Auf­la­gen ein­ge­hal­ten wer­den.

4Die EZV kann ver­lan­gen, dass die La­ger­hal­te­rin oder der La­ger­hal­ter für die Ein­hal­tung der Pflich­ten nach Ab­satz 3 ei­ne Si­cher­heit leis­tet.

Art. 67 Auslagerung

Wa­ren wer­den aus­ge­la­gert, in­dem sie in ein Zoll­ver­fah­ren, das für sol­che Wa­ren bei der Ein­fuhr oder beim Ver­brin­gen ins Zoll­ge­biet zu­läs­sig wä­re, über­ge­führt oder zum Tran­sit­ver­fah­ren an­ge­mel­det und aus­ge­führt wer­den.

3. Titel: Erhebung der Zollabgaben

1. Kapitel: Zollschuld

Art. 68 Begriff

Die Zoll­schuld ist die Ver­pflich­tung, die von der EZV zu ver­an­la­gen­den Zol­l­ab­ga­ben zu be­zah­len.

Art. 69 Entstehung der Zollschuld

Die Zoll­schuld ent­steht:

a.
im Zeit­punkt, in dem die Zoll­stel­le die Zollan­mel­dung an­nimmt;
b.
falls die Zoll­stel­le die Zollan­mel­dung vor dem Ver­brin­gen der Wa­ren an­ge­nom­men hat, im Zeit­punkt, in dem die Wa­ren über die Zoll­gren­ze ver­bracht wer­den;
c.
falls die Zollan­mel­dung un­ter­las­sen wor­den ist, im Zeit­punkt, in dem die Wa­ren über die Zoll­gren­ze ver­bracht oder zu ei­nem an­de­ren Zweck ver­wen­det oder ab­ge­ge­ben wer­den (Art. 14 Abs. 4) oder aus­ser­halb der frei­en Pe­ri­ode ab­ge­ge­ben wer­den (Art. 15), oder, wenn kei­ner die­ser Zeit­punk­te fest­stell­bar ist, im Zeit­punkt, in dem die Un­ter­las­sung ent­deckt wird; oder
d.
falls die Zollan­mel­dung bei der Aus­la­ge­rung aus ei­nem Zoll­frei­la­ger un­ter­las­sen wor­den ist, im Zeit­punkt, in dem die Wa­ren aus­ge­la­gert wor­den sind, oder, wenn die­ser Zeit­punkt nicht fest­stell­bar ist, im Zeit­punkt, in dem die Un­ter­las­sung ent­deckt wird.

Art. 70 Zollschuldnerin und Zollschuldner

1Die Zoll­schuld­ne­rin oder der Zoll­schuld­ner muss die Zoll­schuld be­zah­len oder, wenn dies von der EZV ver­langt wird, si­cher­stel­len.

2Zoll­schuld­ne­rin oder Zoll­schuld­ner ist:

a.
die Per­son, die Wa­ren über die Zoll­gren­ze bringt oder brin­gen lässt;
b.
die Per­son, die zur Zollan­mel­dung ver­pflich­tet oder da­mit be­auf­tragt ist;
c.
die Per­son, auf de­ren Rech­nung die Wa­ren ein- oder aus­ge­führt wer­den;
d.1

3Die Zoll­schuld­ne­rin­nen und Zoll­schuld­ner haf­ten für die Zoll­schuld so­li­da­risch. Der Rück­griff un­ter ih­nen rich­tet sich nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht2.

4Nicht so­li­da­risch haf­ten Per­so­nen, die ge­werbs­mäs­sig Zollan­mel­dun­gen aus­stel­len, so­fern die Zoll­schuld:

a.
im zen­tra­li­sier­ten Ab­rech­nungs­ver­fah­ren der EZV (ZAZ) über das Kon­to des Im­por­teurs be­zahlt wird; oder
b.
aus dem Er­lass ei­ner Nach­be­zugs­ver­fü­gung nach dem Bun­des­ge­setz vom 22. März 19743 über das Ver­wal­tungs­straf­recht (VStrR) her­vor­ge­gan­gen ist und die Per­son, wel­che die Zollan­mel­dung ge­werbs­mäs­sig aus­ge­stellt hat, an der Wi­der­hand­lung ge­gen die Ver­wal­tungs­ge­setz­ge­bung des Bun­des kein Ver­schul­den trifft; bei nicht schwer­wie­gen­den Wi­der­hand­lun­gen kann der Be­trag der so­li­da­ri­schen Haf­tung ver­rin­gert wer­den.

4bisEben­falls nicht so­li­da­risch haf­ten Trans­port­un­ter­neh­men und ih­re An­ge­stell­ten, wenn das be­trof­fe­ne Trans­port­un­ter­neh­men nicht mit der Zollan­mel­dung be­auf­tragt wor­den ist und die oder der zu­stän­di­ge An­ge­stell­te nicht in der La­ge ist zu er­ken­nen, ob die Wa­re rich­tig an­ge­mel­det wor­den ist, weil:

a.
sie oder er Ein­sicht we­der in die Be­gleit­pa­pie­re noch in die La­dung neh­men konn­te; oder
b.
die Wa­re zu Un­recht zum Kon­tin­gent­s­zol­lan­satz ver­an­lagt wur­de oder auf der Wa­re zu Un­recht ei­ne Zoll­prä­fe­renz oder ei­ne Zoll­be­güns­ti­gung ge­währt wur­de.4

5Die Zoll­schuld geht auf die Er­ben der Zoll­schuld­ne­rin oder des Zoll­schuld­ners über, auch wenn sie zur Zeit des To­des noch nicht fest­ge­stellt war. Die Er­ben haf­ten so­li­da­risch für die Zoll­schuld der ver­stor­be­nen Per­son bis zur Hö­he ih­rer Erb­tei­le, ein­sch­liess­lich der Vor­emp­fän­ge.

6Wer ein Un­ter­neh­men mit Ak­ti­ven und Pas­si­ven über­nimmt, tritt in die zoll­schuld­ne­ri­schen Rech­te und Pflich­ten des Un­ter­neh­mens ein. Die bis­he­ri­ge Zoll­schuld­ne­rin oder der bis­he­ri­ge Zoll­schuld­ner haf­tet mit der oder dem neu­en wäh­rend zwei Jah­ren ab der Mit­tei­lung oder Aus­kün­dung der Über­nah­me so­li­da­risch für die Zoll­schul­den, die vor der Über­nah­me ent­stan­den sind.


1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 SR 220
3 SR 313.0
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 71 Verzicht auf die Erhebung der Zollabgaben

Die EZV kann auf die Er­he­bung der Zol­l­ab­ga­ben ver­zich­ten, wenn der Er­he­bungs­auf­wand den Ab­ga­ben­er­trag of­fen­sicht­lich über­schrei­tet.

Art. 72 Fälligkeit und Vollstreckbarkeit

1Die Zoll­schuld wird mit ih­rer Ent­ste­hung fäl­lig.

2Ver­fü­gun­gen über die Zoll­schuld sind so­fort voll­streck­bar; ei­ner da­ge­gen er­ho­be­nen Be­schwer­de kommt kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung zu.

Art. 73 Zahlungsweise

1Die Zoll­schuld ist in amt­li­cher Wäh­rung und, wenn nichts an­de­res be­stimmt wird, in bar zu be­zah­len.

2Das EFD re­gelt die Zah­lungs­wei­se und die Be­din­gun­gen für Zah­lungs­er­leich­te­run­gen. Es kann Zah­lungs­fris­ten vor­se­hen.

3Die EZV kann Zoll­schuld­ne­rin­nen und Zoll­schuld­ner mit re­gel­mäs­si­gem Zah­lungs­ver­kehr ver­pflich­ten, die Zoll­schuld bar­geld­los zu be­zah­len.

Art. 74 Zinsen

1Wird die Zoll­schuld nicht frist­ge­recht be­zahlt, so ist ab ih­rer Fäl­lig­keit ein Ver­zugs­zins ge­schul­det.

2Der Ver­zugs­zins ist nicht ge­schul­det:

a.
in be­son­de­ren Fäl­len, die der Bun­des­rat vor­sieht;
b.
so­lan­ge die Zoll­schuld durch Bar­hin­ter­la­ge si­cher­ge­stellt ist.

3Zu Un­recht er­ho­be­ne oder zu Un­recht nicht zu­rück­er­stat­te­te Be­trä­ge wer­den von der EZV vom Zeit­punkt der Zah­lung an ver­zinst.

4Das EFD legt die Zins­sät­ze fest.

Art. 75 Verjährung

1Die Zoll­schuld ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem sie fäl­lig ge­wor­den ist.

2Die Ver­jäh­rung wird durch je­de Ein­for­de­rungs­hand­lung und durch je­de Be­rich­ti­gung durch die zu­stän­di­ge Be­hör­de un­ter­bro­chen. Sie steht still, so­lan­ge die Zoll­schuld­ne­rin oder der Zoll­schuld­ner in der Schweiz nicht be­trie­ben wer­den kann oder die Zoll­schuld Ge­gen­stand ei­nes Rechts­mit­tel­ver­fah­rens ist.

3Un­ter­bre­chung und Still­stand wir­ken ge­gen­über al­len Zoll­schuld­ne­rin­nen und Zoll­schuld­nern.

4Die Zoll­schuld ver­jährt in je­dem Fall 15 Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem sie ent­stan­den ist. Vor­be­hal­ten blei­ben län­ge­re Ver­jäh­rungs­fris­ten nach den Ar­ti­keln 11 und 12 VStrR1.


1 SR 313.0

2. Kapitel: Sicherstellung von Zollforderungen

1. Abschnitt: Grundsatz

Art. 76

1Ent­steht ei­ne Zoll­for­de­rung nur be­dingt oder ge­währt die EZV Zah­lungs­er­leich­te­run­gen, so muss die Zoll­schuld­ne­rin oder der Zoll­schuld­ner die Zoll­for­de­rung durch Bar­hin­ter­la­ge, durch Hin­ter­le­gung si­che­rer und markt­gän­gi­ger Wert­pa­pie­re oder durch Zoll­bürg­schaft si­cher­stel­len.

2Wird kei­ne Si­cher­heit ge­leis­tet oder er­scheint die Zah­lung als ge­fähr­det, so kann die EZV, auch wenn die Zoll­for­de­rung noch nicht fäl­lig ist, ei­ne Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gung er­las­sen oder das Zoll­pfand­recht gel­tend ma­chen.

3Die Zah­lung kann na­ment­lich als ge­fähr­det er­schei­nen, wenn die Zoll­schuld­ne­rin oder der Zoll­schuld­ner:

a.
mit der Zah­lung in Ver­zug ist; oder
b.
kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz hat oder An­stal­ten trifft, den Wohn- oder Ge­schäfts­sitz oder die Be­triebs­stät­te in der Schweiz auf­zu­ge­ben oder sich im schwei­ze­ri­schen Han­dels­re­gis­ter lö­schen zu las­sen.

4Der Bun­des­rat legt fest, in wel­chen Fäl­len kei­ne oder nur teil­wei­se Si­cher­stel­lung ver­langt wird.

2. Abschnitt: Zollbürgschaft

Art. 77 Inhalt und Form

1Durch die Zoll­bürg­schaft als So­lid­ar­bürg­schaft kön­nen si­cher­ge­stellt wer­den:

a.
ei­ne be­stimm­te Zoll­for­de­rung (Ein­zel­bürg­schaft); oder
b.
al­le Zoll­for­de­run­gen ge­gen­über der Zoll­schuld­ne­rin oder dem Zoll­schuld­ner (Ge­ne­ral­bürg­schaft).

2Die Bürg­schaft ist auf amt­li­chem For­mu­lar zu er­rich­ten; dar­in ist na­ment­lich der Höchst­be­trag der Haf­tung ein­zu­tra­gen.

Art. 78 Rechte und Pflichten der Bürgin oder des Bürgen

1Be­zahlt die Bür­gin oder der Bür­ge die Zoll­for­de­rung, so stellt die EZV auf Ver­lan­gen ihr oder ihm ei­ne Be­schei­ni­gung aus, die als Grund­la­ge für den Rück­griff auf die Zoll­schuld­ne­rin oder den Zoll­schuld­ner und als de­fi­ni­ti­ver Rechts­öff­nungs­ti­tel dient.

2Die Wa­ren, be­züg­lich de­ren die ver­bürg­te Zoll­for­de­rung ent­stan­den ist und die sich im Ge­wahr­sam der EZV be­fin­den, wer­den der Bür­gin oder dem Bür­gen ge­gen Be­zah­lung der Zoll­for­de­rung aus­ge­hän­digt.

3Die Bür­gin oder der Bür­ge kann mit Be­zug auf die Zoll­for­de­rung kei­ne an­de­ren Ein­re­den gel­tend ma­chen als die Zoll­schuld­ne­rin oder der Zoll­schuld­ner. Voll­streck­ba­re Ti­tel ge­gen­über der Zoll­schuld­ne­rin oder dem Zoll­schuld­ner wir­ken auch ge­gen­über der Bür­gin oder dem Bür­gen.

Art. 79 Ende der Bürgschaft

1Die Haf­tung der Bür­gin oder des Bür­gen en­det mit der­je­ni­gen der Zoll­schuld­ne­rin oder des Zoll­schuld­ners.

2Die Ge­ne­ral­bürg­schaft kann frü­he­s­tens ein Jahr nach Er­rich­tung ge­kün­digt wer­den. Die Bürg­schaft er­streckt sich dann nicht mehr auf Zoll­for­de­run­gen, die ge­gen­über der Zoll­schuld­ne­rin oder dem Zoll­schuld­ner spä­ter als 30 Ta­ge nach Ein­gang der Kün­di­gung bei der EZV ent­stan­den sind.

3Die Bürg­schaft kann von der EZV je­der­zeit auf­ge­ho­ben wer­den.

Art. 80 Anwendbares Recht

1Die Rechts­stel­lung der Zoll­schuld­ne­rin oder des Zoll­schuld­ners und der Bür­gin oder des Bür­gen ge­gen­über dem Bund rich­tet sich nach die­sem Ge­setz.

2Im Üb­ri­gen gilt das Ob­li­ga­tio­nen­recht1.


1 SR 220

3. Abschnitt: Sicherstellungsverfügung und Zollpfandrecht

Art. 81 Sicherstellungsverfügung

1In der Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gung sind der Rechts­grund der Si­cher­stel­lung, der si­cher­zu­stel­len­de Be­trag und die Stel­le, wel­che die Si­cher­hei­ten ent­ge­gen­nimmt, an­zu­ge­ben.

2Die Be­schwer­de ge­gen ei­ne Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gung hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.

3Die Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gung ist ei­nem ge­richt­li­chen Ur­teil im Sin­ne von Ar­ti­kel 80 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 18891 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs (SchKG) gleich­ge­stellt. Sie gilt als Ar­rest­be­fehl im Sin­ne von Ar­ti­kel 274 SchKG. Die Ein­spra­che ge­gen den Ar­rest­be­fehl ist aus­ge­schlos­sen.


1 SR 281.1

Art. 82 Inhalt des Zollpfandrechts

1Der Bund hat ein ge­setz­li­ches Pfand­recht (Zoll­pfand­recht):

a.
an Wa­ren, für die Zol­l­ab­ga­ben zu ent­rich­ten sind; und
b.
an Wa­ren be­zie­hungs­wei­se Sa­chen, die zur Ver­let­zung zoll­recht­li­cher Er­las­se oder nicht­zoll­recht­li­cher Er­las­se des Bun­des, bei de­ren Voll­zug die EZV mit­wirkt, ge­dient ha­ben.

2Deckt das Zoll­pfand nicht al­le ge­si­cher­ten For­de­run­gen, so kann die Zoll­schuld­ne­rin oder der Zoll­schuld­ner er­klä­ren, wel­che Schul­den sie oder er mit dem Er­lös til­gen will. Ent­schei­det sich die Zoll­schuld­ne­rin oder der Zoll­schuld­ner in­ner­halb der ge­setz­ten Frist nicht, so haf­tet das Zoll­pfand in der vom Bun­des­rat fest­ge­leg­ten Rei­hen­fol­ge.

3Das Zoll­pfand­recht ent­steht zu­gleich mit der Zoll­for­de­rung, die es zu si­chern hat, und geht al­len üb­ri­gen ding­li­chen Rech­ten an der Sa­che vor.

Art. 83 Beschlagnahme

1Die EZV macht das Zoll­pfand­recht durch Be­schlag­nah­me gel­tend.

2Die Be­schlag­nah­me be­steht in der Be­sitz­er­grei­fung oder in ei­nem Ver­fü­gungs­ver­bot, das an die Be­sit­ze­rin oder den Be­sit­zer der Wa­ren be­zie­hungs­wei­se der Sa­chen ge­rich­tet wird.

3Fin­det die EZV Wa­ren, von de­nen an­zu­neh­men ist, dass sie wi­der­recht­lich ins Zoll­ge­biet ver­bracht wor­den sind, so sind sie als Zoll­pfand zu be­schlag­nah­men. Falls der Wert der Wa­ren es recht­fer­tigt, ver­sucht die EZV, die be­rech­tig­te Per­son aus­fin­dig zu ma­chen.

Art. 84 Freigabe

1Be­schlag­nahm­te Wa­ren be­zie­hungs­wei­se Sa­chen kön­nen der be­rech­tig­ten Per­son ge­gen Si­cher­stel­lung frei­ge­ge­ben wer­den.

2Oh­ne Si­cher­stel­lung wer­den be­schlag­nahm­te Wa­ren be­zie­hungs­wei­se Sa­chen frei­ge­ge­ben, so­fern die Ei­gen­tü­me­rin oder der Ei­gen­tü­mer:

a.
für die ge­si­cher­te Zoll­for­de­rung nicht sel­ber haf­tet; und
b.
nach­weist, dass die Wa­ren be­zie­hungs­wei­se Sa­chen oh­ne ih­re oder sei­ne Schuld zur Wi­der­hand­lung be­nutzt wor­den sind oder dass sie oder er das Ei­gen­tum oder den An­spruch auf Er­werb von Ei­gen­tum vor der Be­schlag­nah­me er­wor­ben hat, oh­ne von der Nicht­er­fül­lung der Zoll­pflicht zu wis­sen.

3. Kapitel: Nachforderung und Erlass von Zollabgaben

Art. 85 Nachforderung von Zollabgaben

Hat die EZV irr­tüm­lich ei­ne von ihr zu er­he­ben­de Zol­l­ab­ga­be nicht oder zu nied­rig oder einen zu­rück­er­stat­te­ten Zol­l­ab­ga­ben­be­trag zu hoch fest­ge­setzt, so kann sie den ge­schul­de­ten Be­trag nach­for­dern, wenn sie die ent­spre­chen­de Ab­sicht in­ner­halb ei­nes Jah­res nach dem Aus­stel­len der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung mit­teilt.

Art. 86 Erlass von Zollabgaben

1Die EZV ver­zich­tet auf Ge­such hin auf die Er­he­bung von Zol­l­ab­ga­ben oder er­stat­tet die­se ganz oder teil­wei­se zu­rück:

a.
wenn im Ge­wahr­sam der EZV ste­hen­de oder in ein Tran­sit­ver­fah­ren, ein Zoll­la­ger­ver­fah­ren, ein Ver­fah­ren der ak­ti­ven oder der pas­si­ven Ver­ede­lung oder ein Ver­fah­ren der vor­über­ge­hen­den Ver­wen­dung über­ge­führ­te Wa­ren durch Zu­fall, durch hö­he­re Ge­walt oder mit amt­li­cher Ein­wil­li­gung ganz oder teil­wei­se ver­nich­tet wer­den;
b.
wenn in den zoll­recht­lich frei­en Ver­kehr über­ge­führ­te Wa­ren auf amt­li­che Ver­fü­gung hin ganz oder teil­wei­se ver­nich­tet oder auf amt­li­che Ver­fü­gung hin wie­der aus­ge­führt wer­den;
c.
wenn ei­ne Nach­for­de­rung mit Rück­sicht auf be­son­de­re Ver­hält­nis­se die Zoll­schuld­ne­rin oder den Zoll­schuld­ner un­ver­hält­nis­mäs­sig be­las­ten wür­de;
d.
in an­de­ren Fäl­len, wenn aus­ser­ge­wöhn­li­che Grün­de, die nicht die Be­mes­sung der Zol­l­ab­ga­ben be­tref­fen, die Zah­lung als be­son­de­re Här­te er­schei­nen lies­sen.

2Sie ver­zich­tet auf Ge­such hin ganz oder teil­wei­se auf die Ein­for­de­rung von Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 12 VStrR1 oder er­stat­tet be­reits be­gli­che­ne Leis­tun­gen ganz oder teil­wei­se zu­rück, wenn:

a.
die Ge­such­stel­le­rin oder den Ge­such­stel­ler kein Ver­schul­den trifft; und
b.
die Leis­tung be­zie­hungs­wei­se die Nicht­rück­er­stat­tung:
1.
die Ge­such­stel­le­rin oder den Ge­such­stel­ler mit Rück­sicht auf be­son­de­re Ver­hält­nis­se un­ver­hält­nis­mäs­sig be­las­ten wür­de, oder
2.
als of­fen­sicht­lich stos­send er­scheint.2

3Ge­su­che sind wie folgt ein­zu­rei­chen:

a.
Ge­su­che nach Ab­satz 1: in­ner­halb ei­nes Jah­res nach Ein­tritt der Rechts­kraft der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung bei der Stel­le, die die Ver­an­la­gung vor­ge­nom­men hat; bei Ver­an­la­gun­gen mit be­ding­ter Zah­lungs­pflicht be­trägt die Frist ein Jahr vom Ab­schluss des ge­wähl­ten Zoll­ver­fah­rens an;
b.
Ge­su­che nach Ab­satz 2: in­ner­halb ei­nes Jah­res nach Ein­tritt der Rechts­kraft der Ver­fü­gung bei der Ober­zoll­di­rek­ti­on.3

1 SR 313.0
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

4. Kapitel: Vollstreckung von Zollforderungen

Art. 87 Zollpfandverwertung und Verwertung von Wertpapieren

1Ein Zoll­pfand kann ver­wer­tet wer­den, wenn:

a.
die da­durch ge­si­cher­te Zoll­for­de­rung voll­streck­bar ge­wor­den ist; und
b.
die Zah­lungs­frist, die der Zoll­schuld­ne­rin oder dem Zoll­schuld­ner be­zie­hungs­wei­se der Bür­gin oder dem Bür­gen ge­setzt wur­de, un­be­nützt ab­ge­lau­fen ist.

2Die EZV kann Wa­ren be­zie­hungs­wei­se Sa­chen, die ei­ner schnel­len Wert­ver­min­de­rung aus­ge­setzt sind oder einen kost­spie­li­gen Un­ter­halt er­for­dern, so­fort und oh­ne Ein­ver­ständ­nis der Pfand­ei­gen­tü­me­rin oder des Pfand­ei­gen­tü­mers ver­wer­ten.

3Das Pfand wird in der Re­gel durch öf­fent­li­che Ver­stei­ge­rung ver­wer­tet. Der Bun­des­rat kann Grund­sät­ze für das Ver­fah­ren fest­le­gen; im Üb­ri­gen rich­tet sich die­ses nach dem am Ver­stei­ge­rungs­ort gel­ten­den kan­to­na­len Recht.

4Die EZV darf das Pfand nur mit dem Ein­ver­ständ­nis der Pfand­ei­gen­tü­me­rin oder des Pfand­ei­gen­tü­mers frei­hän­dig ver­kau­fen, aus­ser:

a.
das Pfand konn­te nicht öf­fent­lich ver­stei­gert wer­den; oder
b.
der Pfand­wert be­trägt höchs­tens 5000 Fran­ken und die Pfand­ei­gen­tü­me­rin oder der Pfand­ei­gen­tü­mer ist nicht be­kannt.1

5Der Bun­des­rat re­gelt:

a.
un­ter wel­chen zu­sätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen die EZV das Pfand frei­hän­dig ver­kau­fen kann;
b.
in wel­chen Fäl­len die EZV auf ei­ne Zoll­pfand­ver­wer­tung ver­zich­ten kann.2

6Die EZV kann hin­ter­leg­te Wert­pa­pie­re an der Bör­se ver­kau­fen.3


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 88 Schuldbetreibung

1Die Be­trei­bung auf Pfän­dung nach Ar­ti­kel 42 SchKG1 ist ein­zu­lei­ten, wenn:

a.
ei­ne voll­streck­ba­re Zoll­for­de­rung durch kein ver­wert­ba­res Zoll­pfand ge­si­chert ist oder die Zoll­pfand­ver­wer­tung kei­ne vol­le De­ckung er­ge­ben hat; und
b.
die Zah­lungs­frist, die der Zoll­schuld­ne­rin oder dem Zoll­schuld­ner be­zie­hungs­wei­se der Bür­gin oder dem Bür­gen ge­setzt wur­de, un­be­nützt ab­ge­lau­fen ist.

2Wur­de über die Zoll­schuld­ne­rin oder den Zoll­schuld­ner der Kon­kurs er­öff­net, so kann die EZV ih­re For­de­rung un­be­scha­det ih­rer An­sprü­che aus dem Zoll­pfand­recht gel­tend ma­chen. Ar­ti­kel 198 SchKG ist nicht an­wend­bar.

3Rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gun­gen der EZV sind ei­nem ge­richt­li­chen Ur­teil im Sin­ne von Ar­ti­kel 80 SchKG gleich­ge­stellt.

4Die end­gül­ti­ge Kol­lo­ka­ti­on ei­ner be­strit­te­nen For­de­rung un­ter­bleibt, bis ei­ne rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung der EZV vor­liegt.


1 SR 281.1

5. Kapitel: Gebühren

Art. 89

1Die EZV kann Ge­büh­ren er­he­ben für:

a.
Ver­fü­gun­gen, die sie in Voll­zug der Zoll­ge­setz­ge­bung er­lässt;
b.
Dienst­leis­tun­gen, die sie er­bringt, na­ment­lich in­dem sie ih­re In­fra­struk­tur so­wie ih­re An­la­gen und Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung stellt.

2Der Bun­des­rat kann die Ge­büh­re­ner­he­bung für an­de­re amt­li­che Ver­rich­tun­gen vor­se­hen, wel­che die EZV nach der Zoll­ge­setz­ge­bung vor­nimmt.

3Er re­gelt die Hö­he der Ge­büh­ren im Ein­zel­nen.

4Für die Er­he­bung, die Si­cher­stel­lung, die Nach­for­de­rung und die Voll­stre­ckung der Ge­büh­ren gel­ten die Ar­ti­kel 68-88 sinn­ge­mä­ss.

4. Titel: Abgaben nach nichtzollrechtlichen Bundesgesetzen

Art. 90

1Die Ver­an­la­gung, die Er­he­bung, die Rück­er­stat­tung und die Ver­jäh­rung von Ab­ga­ben so­wie die Rück­for­de­rung von Be­trä­gen nach nicht­zoll­recht­li­chen Bun­des­ge­set­zen rich­ten sich nach dem vor­lie­gen­den Ge­setz, so­weit der Voll­zug die­ser Ge­set­ze der EZV ob­liegt und so­weit sie die An­wen­dung des vor­lie­gen­den Ge­set­zes nicht aus­sch­lies­sen.

2Die Be­stim­mung über den Er­lass von Zol­l­ab­ga­ben (Art. 86) ist auf Ab­ga­ben nach ei­nem nicht­zoll­recht­li­chen Bun­des­ge­setz nur an­wend­bar, wenn die­ses es vor­sieht.

5. Titel: Die Zollverwaltung

1. Kapitel: Organisation und Personal

Art. 91 Zollverwaltung

1Die EZV glie­dert sich in die Ober­zoll­di­rek­ti­on, die Zoll­kreis­di­rek­tio­nen und die Zoll­stel­len.

2Das Grenzwacht­korps ist ein be­waff­ne­ter und uni­for­mier­ter Ver­band.

Art. 91a Vereidigung

1Die EZV be­zeich­net das Per­so­nal, das po­li­zei­li­chen Zwang und po­li­zei­li­che Mass­nah­men an­wen­den darf und dem die Be­fug­nis­se nach den Ar­ti­keln 101-105 zu­ste­hen.

2Das nach Ab­satz 1 be­zeich­ne­te Per­so­nal wird auf ge­wis­sen­haf­te Pflicht­er­fül­lung hin ver­ei­digt. Statt des Eids kann das Ge­lüb­de ab­ge­legt wer­den.

3Die Wei­ge­rung, den Eid oder das Ge­lüb­de zu leis­ten, kann zu ei­ner or­dent­li­chen Kün­di­gung nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 Buch­sta­be a des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 20002 füh­ren.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 SR 172.220.1

Art. 92 Einsätze im Ausland

1Die EZV kann im Rah­men in­ter­na­tio­na­ler Mass­nah­men bei Ein­sät­zen im Aus­land mit­wir­ken.

2Für das Per­so­nal der EZV sind sol­che Ein­sät­ze frei­wil­lig.

3Im Rah­men in­ter­na­tio­na­ler Mass­nah­men kann die EZV aus­län­di­schen Staa­ten und der für die Über­wa­chung der Schen­gen-Aus­sen­gren­zen zu­stän­di­gen Agen­tur der Eu­ro­päi­schen Uni­on auch Ma­te­ri­al zur Über­wa­chung von Gren­zen zur Ver­fü­gung stel­len.2

4Sie kann im Aus­land Ver­bin­dungs­leu­te ein­set­zen und mit fol­gen­den Auf­ga­ben be­trau­en:

a.
Sam­meln stra­te­gi­scher, tak­ti­scher und ope­ra­ti­ver In­for­ma­tio­nen, die die EZV für die Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­tigt;
b.
Aus­tausch von In­for­ma­tio­nen zwi­schen den Part­ner­be­hör­den im Emp­fangs­staat und bei in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie den schwei­ze­ri­schen Be­hör­den;
c.
För­de­rung der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit.3

5Die EZV kann im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­amt für Po­li­zei (fed­pol) Auf­ga­ben ih­rer Ver­bin­dungs­leu­te an die Po­li­zei­ver­bin­dungs­leu­te von fed­pol de­le­gie­ren. So­weit dies für die Auf­ga­ben­er­fül­lung er­for­der­lich ist, sind die Po­li­zei­ver­bin­dungs­leu­te im Rah­men der von der EZV über­tra­ge­nen Auf­ga­ben den Ver­bin­dungs­leu­ten der EZV be­züg­lich des Zu­griffs auf die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me und der Be­rech­ti­gung zur Da­ten­be­ar­bei­tung gleich­ge­stellt.4

6Der Bun­des­rat wird er­mäch­tigt:

a.
völ­ker­recht­li­che Zu­sam­men­ar­beits­ver­trä­ge über den Ein­satz von Per­so­nal der EZV in der für die Über­wa­chung der Schen­gen-Aus­sen­gren­zen zu­stän­di­gen Agen­tur der Eu­ro­päi­schen Uni­on ab­zu­sch­lies­sen;
b.
mit den zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­den den Ein­satz von Ver­bin­dungs­leu­ten der EZV zu ver­ein­ba­ren;
c.
den Um­fang der Auf­ga­ben nach Ab­satz 4 zu re­geln.5

1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).
2 Ein­ge­fügt durch Art. 3 des BB vom 3. Okt. 2008 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der No­ten­aus­tau­sche zwi­schen der Schweiz und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft be­tref­fend die Über­nah­me der Ver­ord­nung zur Er­rich­tung von FRON­TEX und der RA­BIT-Ver­ord­nung (AS 2009 4583; BBl 2008 1455). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).
3 Ein­ge­fügt durch Art. 3 des BB vom 3. Okt. 2008 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der No­ten­aus­tau­sche zwi­schen der Schweiz und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft be­tref­fend die Über­nah­me der Ver­ord­nung zur Er­rich­tung von FRON­TEX und der RA­BIT-Ver­ord­nung (AS 2009 4583; BBl 2008 1455). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).

Art. 93 Wohlfahrtskasse des Zollpersonals

1Die EZV führt für ihr Per­so­nal ei­ne Wohl­fahrts­kas­se.

2Der Bun­des­rat re­gelt Zweck, Or­ga­ni­sa­ti­on, Fi­nan­zie­rung und Ver­wal­tung der Wohl­fahrts­kas­se.

2. Kapitel: Aufgaben

Art. 94 Zollrechtliche Aufgaben

Die EZV voll­zieht die Zoll­ge­setz­ge­bung so­wie die völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­ge, de­ren Voll­zug der EZV ob­liegt.

Art. 95 Nichtzollrechtliche Aufgaben

1Die EZV wirkt beim Voll­zug nicht­zoll­recht­li­cher Er­las­se des Bun­des mit, so­weit die be­tref­fen­den Er­las­se dies vor­se­hen.

1bisIm Rah­men ih­rer Auf­ga­ben un­ter­stützt sie die Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei und der Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung.1

2Sind Ab­ga­ben zweck­ge­bun­den, so zieht die EZV ih­re Er­he­bungs­kos­ten vom Roher­trag ab.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 5 des BG vom 3. Okt. 2008 zur Um­set­zung der re­vi­dier­ten Emp­feh­lun­gen der Grou­pe d'ac­ti­on fi­nan­ciè­re, in Kraft seit 1. Fe­br. 2009 (AS 2009 361; BBl 2007 6269).

Art. 96 Sicherheitsaufgaben

1Im Rah­men ih­rer zoll­recht­li­chen und nicht­zoll­recht­li­chen Auf­ga­ben er­füllt die EZV im Grenz­raum auch Si­cher­heits­auf­ga­ben, um zur in­ne­ren Si­cher­heit des Lan­des und zum Schutz der Be­völ­ke­rung bei­zu­tra­gen. Die­se Tä­tig­kei­ten sind mit je­nen der Po­li­zei des Bun­des und der Kan­to­ne zu ko­or­di­nie­ren.2

2Die Kom­pe­ten­zen der Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den und der Po­li­zei von Bund und Kan­to­nen blei­ben ge­wahrt. Ar­ti­kel 97 bleibt vor­be­hal­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 97 Übernahme kantonaler polizeilicher Aufgaben

1Das EFD kann mit ei­nem Kan­ton auf des­sen Be­geh­ren ei­ne Ver­ein­ba­rung ab­sch­lies­sen, wo­nach die EZV er­mäch­tigt wird, po­li­zei­li­che Auf­ga­ben zu er­fül­len, die im Zu­sam­men­hang mit dem Voll­zug nicht­zoll­recht­li­cher Er­las­se des Bun­des ste­hen und den Kan­to­nen durch die Ge­setz­ge­bung des Bun­des über­tra­gen wor­den sind.

2Die Ver­ein­ba­run­gen re­geln ins­be­son­de­re den Ein­satz­raum, den Um­fang der Auf­ga­ben und die Über­nah­me der Kos­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 98 Aufgabenübertragung durch den Bundesrat

Der Bun­des­rat kann der EZV den Voll­zug dring­li­cher Bun­des­auf­ga­ben im Be­reich des grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehrs über­tra­gen.

Art. 99 Leistungsziele

Das EFD kann der EZV pe­ri­odisch Leis­tungs­zie­le für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben set­zen.

3. Kapitel: Befugnisse

Art. 100 Allgemeine Befugnisse

1Die EZV ist zur Er­fül­lung der ihr über­tra­ge­nen Auf­ga­ben, ins­be­son­de­re um den ord­nungs­ge­mäs­sen Ver­kehr von Per­so­nen und Wa­ren über die Zoll­gren­ze zu ge­währ­leis­ten und um zur in­ne­ren Si­cher­heit des Lan­des und zum Schutz der Be­völ­ke­rung bei­zu­tra­gen, na­ment­lich be­fugt:

a.
den Ver­kehr von Per­so­nen zu kon­trol­lie­ren, na­ment­lich:
1.
de­ren Iden­ti­tät,
2.
de­ren Be­rech­ti­gung zum Grenz­über­tritt,
3.
de­ren Be­rech­ti­gung zum Auf­ent­halt in der Schweiz;
b.
die Iden­ti­tät von Per­so­nen fest­zu­hal­ten;
c.
den Ver­kehr von Wa­ren zu kon­trol­lie­ren;
d.
im Grenz­raum nach Per­so­nen und Sa­chen zu fahn­den;
e.
den Grenz­raum zu über­wa­chen.

1bisSo­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz kei­ne be­son­de­ren Be­stim­mun­gen ent­hält, ist das Zwangs­an­wen­dungs­ge­setz vom 20. März 20081 an­wend­bar.2

23


1 SR 364
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des Zwangs­an­wen­dungs­ge­set­zes vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5463; BBl 2006 2489).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 101 Anhalten und Abtasten

1Die EZV darf ei­ne Per­son an­hal­ten und be­fra­gen, wenn Um­stän­de die An­nah­me recht­fer­ti­gen, dass sie sach­dien­li­che An­ga­ben für die Er­fül­lung ei­ner der EZV ob­lie­gen­den Auf­ga­be ma­chen kann.

2Ei­ne Per­son darf ab­ge­tas­tet wer­den, wenn:

a.
der Ver­dacht be­steht, dass von ihr ei­ne Ge­fähr­dung aus­geht oder dass sie Waf­fen oder an­de­re Ge­gen­stän­de, die si­cher­zu­stel­len sind, mit sich führt; oder
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne vor­läu­fi­ge Fest­nah­me er­füllt sind.

Art. 102 Körperliche Durchsuchung und Untersuchung

1Die EZV darf ei­ne Per­son kör­per­lich durch­su­chen oder sie kör­per­lich un­ter­su­chen las­sen, wenn:

a.
der Ver­dacht be­steht, dass von der Per­son ei­ne Ge­fähr­dung aus­geht oder dass sie Ge­gen­stän­de, die si­cher­zu­stel­len sind, mit sich führt; oder
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne vor­läu­fi­ge Fest­nah­me er­füllt sind.

2Die kör­per­li­che Durch­su­chung muss von ei­ner Per­son glei­chen Ge­schlechts vor­ge­nom­men wer­den; Aus­nah­men sind nur ge­stat­tet, wenn die Durch­su­chung kei­nen Auf­schub dul­det.

3Die kör­per­li­che Un­ter­su­chung darf nur von ei­ner Ärz­tin oder ei­nem Arzt vor­ge­nom­men wer­den.

Art. 103 Festhalten der Identität einer Person

1Die EZV darf durch Fo­to­gra­fie­ren oder durch Ab­nah­me bio­me­tri­scher Da­ten die Iden­ti­tät ei­ner Per­son fest­hal­ten, so­fern:

a.
die­se Per­son be­gan­ge­ner oder mög­li­cher­wei­se be­vor­ste­hen­der schwe­rer Wi­der­hand­lun­gen ver­däch­tigt wird; oder
b.
ein an­de­rer Er­lass das Fest­hal­ten der Iden­ti­tät von Per­so­nen vor­sieht.

2Der Bun­des­rat legt fest, wel­che bio­me­tri­schen Da­ten ab­ge­nom­men wer­den dür­fen.

Art. 104 Vorläufige Sicherstellung, Rückgabe und Einziehung

1Die EZV kann Ge­gen­stän­de und Ver­mö­gens­wer­te vor­läu­fig si­cher­stel­len, wenn die Ge­gen­stän­de und Ver­mö­gens­wer­te vor­aus­sicht­lich:

a.
als Be­weis­mit­tel ge­braucht wer­den; oder
b.
ein­zu­zie­hen sind.

2Sie über­mit­telt Ge­gen­stän­de und Ver­mö­gens­wer­te un­ver­züg­lich der zu­stän­di­gen Be­hör­de. Die­se ent­schei­det über die An­ord­nung ei­ner Be­schlag­nah­me.

3Ord­net die zu­stän­di­ge Be­hör­de kei­ne Be­schlag­nah­me an, so gibt die EZV die in ih­rem Ge­wahr­sam be­find­li­chen Ge­gen­stän­de und Ver­mö­gens­wer­te der be­rech­tig­ten Per­son zu­rück. Ist die­se oder de­ren Auf­ent­halts­ort nicht be­kannt, so fin­det Ar­ti­kel 92 VStrR2 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

4Die EZV kann ei­ne selbst­stän­di­ge Ein­zie­hung von Ge­gen­stän­den und Ver­mö­gens­wer­ten nach den Ar­ti­keln 69 und 70 des Straf­ge­setz­buchs3 an­ord­nen. Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach Ar­ti­kel 66 VStrR.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 SR 313.0
3 SR 311.0

Art. 105 Abführen und vorläufige Festnahme

1Die EZV darf ei­ne Per­son, die be­gan­ge­ner Wi­der­hand­lun­gen oder mög­li­cher­wei­se be­vor­ste­hen­der schwe­rer Wi­der­hand­lun­gen ver­däch­tigt wird, zur Kon­trol­le ab­füh­ren. Sie kann der zu­stän­di­gen Be­hör­de An­zei­ge er­stat­ten.

2Bei Ge­fahr im Ver­zug oder im Fal­le von Wi­der­stand darf die EZV die ab­ge­führ­te Per­son nach Ar­ti­kel 19 VStrR1 vor­läu­fig fest­neh­men.

3Sie führt die vor­läu­fig fest­ge­nom­me­ne Per­son un­ver­züg­lich der zu­stän­di­gen Be­hör­de zu.


1 SR 313.0

Art. 106 Waffentragen und Waffengebrauch

1Das Per­so­nal des Grenzwacht­korps darf Waf­fen nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 des Waf­fen­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 19971 oder an­de­re Selbst­ver­tei­di­gungs- und Zwangs­mit­tel, de­ren es zur Er­fül­lung sei­nes Auf­trags be­darf, ein­set­zen:

a.
in Not­wehr;
b.
im Not­stand; oder
c.
als letz­tes Mit­tel zur Er­fül­lung sei­nes Auf­trags, so­weit die zu schüt­zen­den Rechts­gü­ter dies recht­fer­ti­gen.

2Der Bun­des­rat re­gelt:

a.
in­wie­weit das üb­ri­ge Per­so­nal der EZV Waf­fen oder an­de­re Selbst­ver­tei­di­gungs- und Zwangs­mit­tel tra­gen und ein­set­zen darf;
b.
den Ge­brauch der Waf­fe und der üb­ri­gen Selbst­ver­tei­di­gungs- und Zwangs­mit­tel im Ein­zel­nen.

Art. 107 Durchsuchen von Grundstücken, Einfriedungen und Bauten

1Das Per­so­nal der EZV darf zu Kon­troll­zwe­cken im Grenz­raum Grund­stücke durch­su­chen.

2Zu Kon­troll­zwe­cken darf es auch Ein­frie­dun­gen und Bau­ten, die an das Ufer ei­nes Grenz­ge­wäs­sers an­stos­sen, mit Aus­nah­me von Woh­nun­gen, durch­su­chen.

3Für das Durch­su­chen von Woh­nun­gen und an­de­ren Räu­men so­wie von un­mit­tel­bar zu ei­nem Haus ge­hö­ren­den um­frie­de­ten Lie­gen­schaf­ten oder von Bau­ten gel­ten die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 48 VStrR1.


1 SR 313.0

Art. 108 Einsatz von Bildaufnahme-, Bildaufzeichnungs- und anderen Überwachungsgeräten

1Die EZV kann au­to­ma­ti­sche Bild­auf­nah­me- und Bild­auf­zeich­nungs­ge­rä­te so­wie an­de­re Über­wa­chungs­ge­rä­te ein­set­zen:

a.
um un­er­laub­te Grenz­über­trit­te oder Ge­fah­ren für die Si­cher­heit im grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr früh­zei­tig zu er­ken­nen;
b.
na­ment­lich zur Fahn­dung so­wie zur Über­wa­chung von Räu­men mit Wert­sa­chen, von Räu­men mit ab­ge­führ­ten oder vor­läu­fig fest­ge­nom­me­nen Per­so­nen und von Zoll­frei­la­gern.

2Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

Art. 109 Gewerbsmässiges Ausstellen von Zollanmeldungen

1Wer ge­werbs­mäs­sig Zollan­mel­dun­gen aus­stellt, muss über die er­for­der­li­che Eig­nung ver­fü­gen.

2Die EZV kann Per­so­nen, die nicht über die er­for­der­li­che Eig­nung ver­fü­gen oder die ge­gen die Zoll­ge­setz­ge­bung ver­stos­sen ha­ben, das ge­werbs­mäs­si­ge Aus­stel­len von Zollan­mel­dun­gen und wei­te­re Tä­tig­kei­ten im Rah­men des Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­rens auf be­stimm­te oder un­be­stimm­te Zeit ver­bie­ten.

6. Titel: Datenschutz und Amtshilfe

1. Kapitel: Datenschutz

Art. 110 Informationssysteme der EZV

1Die EZV darf Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, be­ar­bei­ten, so­fern dies für den Voll­zug der von ihr an­zu­wen­den­den Er­las­se not­wen­dig ist.

2Sie darf In­for­ma­ti­ons­sys­te­me füh­ren, na­ment­lich be­tref­fend:

a.
das Ver­an­la­gen und das Er­he­ben von Ab­ga­ben;
b.
das Er­stel­len von Ri­si­ko­ana­ly­sen;
c.
das Ver­fol­gen und das Be­ur­tei­len von Straf­fäl­len;
d.
das Be­han­deln von Amts- und Rechts­hil­feer­su­chen;
e.
das Er­stel­len von Sta­tis­ti­ken;
f.
das Durch­füh­ren und das Ana­ly­sie­ren po­li­zei­li­cher Tä­tig­kei­ten im Be­reich der Per­so­nen­kon­trol­le;
g.
das Durch­füh­ren und das Ana­ly­sie­ren des Voll­zugs der nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­se des Bun­des;
h.
das Durch­füh­ren und das Ana­ly­sie­ren von Tä­tig­kei­ten zur Ver­bre­chens­be­kämp­fung.

2bisDie In­for­ma­ti­ons­sys­te­me mit Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten, wer­den in den Ar­ti­keln 110a-110f ge­re­gelt.1

3Der Bun­des­rat re­gelt:2

a.
die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb der In­for­ma­ti­ons­sys­te­me;
b.
die Ka­ta­lo­ge der zu er­fas­sen­den Da­ten;
c.3
die Über­nah­me von Da­ten in ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem der EZV aus an­de­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men des Bun­des im Rah­men von Ar­ti­kel 111 Ab­satz 1;
d.
die Be­rech­ti­gung zum Be­ar­bei­ten der Da­ten;
dbis.4
die Be­schaf­fung und die Be­kannt­ga­be der Da­ten im Rah­men der Ar­ti­kel 112 und 113;
e.
die Dau­er des Auf­be­wah­rens der Da­ten;
f.
das Ar­chi­vie­ren und das Ver­nich­ten der Da­ten.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 110a Informationssystem für Strafsachen

1Die EZV be­treibt für die Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung von Straf­fäl­len so­wie das Be­han­deln von Amts- und Rechts­hil­feer­su­chen ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem.

2Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem dient dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes, des VStrR2 und des Rechts­hil­fe­ge­set­zes vom 20. März 19813, ins­be­son­de­re:

a.
der Fest­stel­lung und Ver­fol­gung von Straf­ta­ten;
b.
der Ge­wäh­rung von na­tio­na­ler und in­ter­na­tio­na­ler Rechts- und Amts­hil­fe;
c.
dem Voll­zug der Stra­fen und Mass­nah­men so­wie Leis­tun­gen und Rück­er­stat­tun­gen von Ab­ga­ben;
d.
der ziel­ge­rich­te­ten Aus­ge­stal­tung von Zoll­über­wa­chun­gen und Zoll­prü­fun­gen;
e.
der Zu­sam­men­fas­sung, Vi­sua­li­sie­rung und sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung von In­for­ma­tio­nen im Zu­sam­men­hang mit Zoll­über­wa­chung, Zoll­prü­fung, Straf­ver­fah­ren so­wie Rechts- und Amts­hil­fe­ver­fah­ren.

3Im In­for­ma­ti­ons­sys­tem kön­nen fol­gen­de be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet wer­den:

a.
An­ga­ben zur Iden­ti­fi­ka­ti­on, Lo­ka­li­sie­rung und Kon­tak­tie­rung ei­ner Per­son;
b.
An­ga­ben zur Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit so­wie Per­sön­lich­keitspro­fi­le nach Ar­ti­kel 3 Buch­sta­be d des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19924 über den Da­ten­schutz, so­fern dies für die Straf­ver­fol­gung aus­nahms­wei­se not­wen­dig ist;
c.
An­ga­ben über Ver­dacht auf Wi­der­hand­lun­gen;
d.
An­ga­ben über ob­jek­ti­ve Ele­men­te von Straf­ta­ten so­wie über be­schlag­nahm­te Ge­gen­stän­de und Be­weis­mit­tel;
e.
An­ga­ben über den Ver­lauf von Straf­ver­fah­ren so­wie von Amts- und Rechts­hil­fe­ver­fah­ren;
f.
An­ga­ben über die Er­he­bung und Si­che­rung der be­trof­fe­nen Ab­ga­ben, Bus­sen und Stra­fen.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 SR 313.0
3 SR 351.1
4 SR 235.1

Art. 110b Informationssystem für die Bewirtschaftung der Resultate von Zollkontrollen

1Die EZV be­treibt für die Be­wirt­schaf­tung der Re­sul­ta­te von Zoll­kon­trol­len ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem.

2Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem dient dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes, ins­be­son­de­re:

a.
der zen­tra­len Ver­wal­tung der Re­sul­ta­te der Zoll­kon­trol­len;
b.
der Be­schaf­fung der Da­ten­grund­la­ge für die Ri­si­ko­ana­ly­se;
c.
der Be­schaf­fung der Da­ten­grund­la­ge für die Be­richt­er­stat­tung über die Er­fül­lung der Auf­ga­ben der EZV.

3Im In­for­ma­ti­ons­sys­tem kön­nen fol­gen­de be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet wer­den:

a.
An­ga­ben zur Iden­ti­fi­ka­ti­on und Kon­tak­tie­rung ei­ner Per­son;
b.
An­ga­ben über Re­sul­ta­te der Zoll­kon­trol­len;
c.
An­ga­ben über mög­li­cher­wei­se zu er­grei­fen­de oder an­ge­ord­ne­te ver­wal­tungs­recht­li­che Mass­nah­men;
d.
Hin­wei­se über ein all­fäl­li­ges Straf­ver­fah­ren auf­grund von Zoll­kon­trol­len.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 110c Informationssystem für die Erstellung von Risikoanalysen

1Das La­ge- und Ana­ly­se­zen­trum der EZV be­treibt für das Er­stel­len von Ri­si­ko­ana­ly­sen ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem.

2Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem dient dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes, ins­be­son­de­re:

a.
der Über­wa­chung des Per­so­nen- und Wa­ren­ver­kehrs;
b.
der ziel­ge­rich­te­ten Aus­ge­stal­tung von Zoll­kon­trol­len;
c.
der Aus­wer­tung von In­for­ma­tio­nen aus der Zoll­über­wa­chung, der Zoll­prü­fung und den Zoll­ver­fah­ren.

3Im In­for­ma­ti­ons­sys­tem kön­nen fol­gen­de be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet wer­den:

a.
An­ga­ben zur Iden­ti­fi­ka­ti­on, Lo­ka­li­sie­rung und Kon­tak­tie­rung ei­ner Per­son;
b.
An­ga­ben über die Ein-, Aus- und Durch­fuhr von Wa­ren, über die in­vol­vier­ten Fir­men und über die ver­wen­de­ten Be­för­de­rungs­mit­tel;
c.
An­ga­ben über die Re­sul­ta­te von Zoll­über­wa­chun­gen und -kon­trol­len;
d.
An­ga­ben über mög­li­cher­wei­se zu er­grei­fen­de oder an­ge­ord­ne­te ver­wal­tungs­recht­li­che Mass­nah­men;
e.
An­ga­ben über hän­gi­ge oder ab­ge­schlos­se­ne Straf­ver­fah­ren.

4Die Re­sul­ta­te von Ri­si­ko­ana­ly­sen kön­nen auf den In­tra­netsei­ten der EZV be­rech­tig­ten Per­so­nen zu­gäng­lich ge­macht wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 110d Informationssystem für die Führungsunterstützung

1Die EZV be­treibt für die Füh­rungs­un­ter­stüt­zung ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem.

2Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem dient der Be­schaf­fung und Be­ar­bei­tung al­ler not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen zur ope­ra­ti­ven und stra­te­gi­schen Steue­rung und Lei­tung der Ein­sät­ze.

3Im In­for­ma­ti­ons­sys­tem kön­nen fol­gen­de Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten, be­ar­bei­tet wer­den:

a.
An­ga­ben zur Iden­ti­fi­ka­ti­on, Lo­ka­li­sie­rung und Kon­tak­tie­rung ei­ner Per­son so­wie An­ga­ben über die von ihr ver­wen­de­ten Be­för­de­rungs­mit­tel und über mit­ge­führ­te Wa­ren, Ge­gen­stän­de und Ver­mö­gens­wer­te;
b.
An­ga­ben über Er­eig­nis­se, wel­che die Ein­satz­zen­tra­len be­ar­bei­ten;
c.
An­ga­ben über die Res­sour­cen der EZV und der be­tei­lig­ten Be­hör­den.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 110e Informationssystem für die Dokumentation der Tätigkeit des Grenzwachtkorps

1Die EZV be­treibt für die Do­ku­men­ta­ti­on der Tä­tig­keit des Grenzwacht­korps und für die Er­stel­lung von Sta­tis­ti­ken und Ri­si­ko­ana­ly­sen ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem.

2Im In­for­ma­ti­ons­sys­tem kön­nen fol­gen­de be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet wer­den:

a.
An­ga­ben zur Iden­ti­fi­ka­ti­on, Lo­ka­li­sie­rung und Kon­tak­tie­rung ei­ner Per­son so­wie An­ga­ben über die von ihr ver­wen­de­ten Be­för­de­rungs­mit­tel und über mit­ge­führ­te Wa­ren, Ge­gen­stän­de und Ver­mö­gens­wer­te;
b.
An­ga­ben über Fest­stel­lun­gen und Er­eig­nis­se im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Kon­trol­le;
c.
An­ga­ben über ob­jek­ti­ve Ele­men­te von Straf­ta­ten so­wie über vor­läu­fig si­cher­ge­stell­te oder ein­ge­zo­ge­ne Ge­gen­stän­de und Ver­mö­gens­wer­te;
d.
An­ga­ben über mög­li­cher­wei­se zu er­grei­fen­de oder an­ge­ord­ne­te ver­wal­tungs­recht­li­che Mass­nah­men;
e.
An­ga­ben über hän­gi­ge oder ab­ge­schlos­se­ne Straf­ver­fah­ren.

3Auf die Da­ten nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-c ha­ben die fol­gen­den Per­so­nen im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff:

a.
die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von fed­pol, die zu­stän­dig sind für:2
1.
die Be­kämp­fung der Kri­mi­na­li­tät, ins­be­son­de­re von Straf­ta­ten, für de­ren Ver­fol­gung der Bund zu­stän­dig ist,
2.
die Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei und der Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung;
b.
die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Staats­se­kre­ta­ria­tes für Mi­gra­ti­on, die für den Voll­zug des Aus­län­der- und In­te­gra­ti­ons­ge­set­zes3 vom 16. De­zem­ber 20054 und des Asyl­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 19985 zu­stän­dig sind.

4Den für die Be­kämp­fung der Kri­mi­na­li­tät zu­stän­di­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der kan­to­na­len Po­li­zei­be­hör­den kann im Rah­men von Ver­ein­ba­run­gen nach Ar­ti­kel 97 im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf die Da­ten nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-c ge­währt wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BB vom 15. Dez. 2017 (Über­nah­me der Ver­ord­nung [EU] 2016/1624 über die Eu­ro­päi­sche Grenz- und Küs­ten­wa­che), in Kraft seit 15. Sept. 2018 (AS 2018 3161; BBl 2017 4155).
3 Der Ti­tel wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.
4 SR 142.20
5 SR 142.31

Art. 110f Informationssystem für Bildaufnahme-, Bildaufzeichnungs- und andere Überwachungsgeräte

1Die EZV be­treibt ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem für die Be­wirt­schaf­tung von Auf­zeich­nun­gen, die ge­stützt auf Ar­ti­kel 108 oder 128a er­stellt wer­den.

2Im In­for­ma­ti­ons­sys­tem kön­nen ins­be­son­de­re Da­ten be­ar­bei­tet wer­den von:

a.
Per­so­nen und Fahr­zeu­gen, die sich im Grenz­raum be­fin­den;
b.
Per­so­nen, Fahr­zeu­gen und Ge­gen­stän­den, nach de­nen ge­fahn­det wird;
c.
Per­so­nen, die in Räu­me ab­ge­führt oder dort vor­läu­fig fest­ge­nom­men wor­den sind;
d.
Per­so­nen, Wa­ren und Ge­gen­stän­de, die sich in Räu­men mit Wert­sa­chen oder in Zoll­frei­la­gern be­fin­den;
e.
Per­so­nen und Fahr­zeu­gen, die nach Ar­ti­kel 128a ver­deckt ob­ser­viert wer­den.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 110g Schnittstellen

1Die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me nach den Ar­ti­keln 110a-110f kön­nen so mit­ein­an­der so­wie mit den wei­te­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men der EZV ver­bun­den wer­den, dass die Be­nut­ze­rin­nen und Be­nut­zer im Rah­men ih­rer Zu­griffs­rech­te mit ei­ner ein­zi­gen Ab­fra­ge prü­fen kön­nen, ob ei­ne be­stimm­te Per­son oder Or­ga­ni­sa­ti­on in ei­nem In­for­ma­ti­ons­sys­tem ver­zeich­net ist.

2Ei­ne Ver­bin­dung der In­for­ma­ti­ons­sys­te­me nach den Ar­ti­keln 110a-110f mit an­de­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men der Bun­des­ver­wal­tung, auf die die EZV Zu­griff hat, ist nur zu­läs­sig, so­fern die Ge­setz­ge­bung über die letzt­ge­nann­ten In­for­ma­ti­ons­sys­te­me dies vor­sieht.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 110h Auswertungsplattformen

1Für die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me der EZV kön­nen Aus­wer­tungs­platt­for­men er­rich­tet wer­den. Ei­ne Aus­wer­tungs­platt­form be­steht aus ei­ner Gro­b­aus­wer­tungs­platt­form und aus ei­ner Fein­aus­wer­tungs­platt­form.

2Die Gro­b­aus­wer­tungs­platt­form dient der Auf­be­rei­tung, Aus­wer­tung und Auf­be­wah­rung der Da­ten.

3Die Fein­aus­wer­tungs­platt­form bein­hal­tet tech­ni­sche Spe­zi­al­werk­zeu­ge, wie Ana­ly­se- und Vi­sua­li­sie­rungs­hil­fen, so­wie Fil­ter. Sie dient der de­tail­lier­ten Aus­wer­tung der Da­ten.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 111 Andere Informationssysteme

1Die EZV darf zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben Da­ten aus In­for­ma­ti­ons­sys­te­men an­de­rer Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne be­ar­bei­ten, so­fern dies in an­de­ren Er­las­sen des Bun­des be­zie­hungs­wei­se in kan­to­na­len Er­las­sen vor­ge­se­hen ist. Sie ver­wen­det die Da­ten aus­sch­liess­lich zweck­kon­form.

2Sie darf zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben Da­ten aus In­for­ma­ti­ons­sys­te­men der Zoll­flug­plät­ze, der of­fe­nen Zoll­la­ger, der La­ger für Mas­sen­gü­ter und der Zoll­frei­la­ger be­schaf­fen.

Art. 112 Datenbekanntgabe an inländische Behörden

1Die EZV darf den Be­hör­den von Bund, Kan­to­nen und Ge­mein­den so­wie mit öf­fent­lich-recht­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des be­trau­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Per­so­nen des öf­fent­li­chen oder des pri­va­ten Rechts (in­län­di­sche Be­hör­den) Da­ten so­wie Fest­stel­lun­gen, die das Zoll­per­so­nal bei der Aus­übung sei­nes Diens­tes ge­macht hat, be­kannt ge­ben, so­fern dies für den Voll­zug der von die­sen Be­hör­den an­zu­wen­den­den Er­las­se not­wen­dig ist.

2Es dür­fen na­ment­lich fol­gen­de Da­ten und Da­ten­ver­bin­dun­gen, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, be­kannt ge­ge­ben wer­den:

a.
An­ga­ben über die Iden­ti­tät von Per­so­nen;
b.
An­ga­ben über Ab­ga­be­pflich­ten;
c.
An­ga­ben über hän­gi­ge und ab­ge­schlos­se­ne Ver­wal­tungs-, Ver­wal­tungs­straf- und Straf­ver­fah­ren so­wie über ver­wal­tungs-, ver­wal­tungs­straf- und straf­recht­li­che Sank­tio­nen aus ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich;
d.
An­ga­ben über das Ver­brin­gen so­wie die Ein- und Aus­fuhr von Wa­ren;
e.
An­ga­ben über be­gan­ge­ne oder mög­li­cher­wei­se be­vor­ste­hen­de straf­ba­re Hand­lun­gen, ein­sch­liess­lich Wi­der­hand­lun­gen ge­gen nicht­zoll­recht­li­che Er­las­se des Bun­des;
f.
An­ga­ben über Grenz­über­trit­te;
g.
An­ga­ben über die fi­nan­zi­el­le und wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on von Per­so­nen.
3Die Da­ten nach Ab­satz 2 Buch­sta­be g dür­fen Drit­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, falls die­se im Auf­trag der EZV die Bo­ni­tät von Schuld­ne­rin­nen und Schuld­nern über­prü­fen sol­len. Die Drit­ten ha­ben der EZV zu­zu­si­chern, dass sie die Da­ten aus­sch­liess­lich im Sin­ne ih­res Auf­trags ver­wen­den.
4Die EZV darf die fol­gen­den Da­ten den nach­fol­gend ge­nann­ten Be­hör­den im Ab­ruf­ver­fah­ren zu­gäng­lich ma­chen, so­fern die Da­ten für den Voll­zug der von die­sen Be­hör­den an­zu­wen­den­den Er­las­se not­wen­dig sind:
a.
Da­ten von Zollan­mel­dun­gen: den in­län­di­schen Be­hör­den;
b.
Da­ten aus In­for­ma­ti­ons­sys­te­men der EZV: den Dienst­stel­len der EZV;
c.
Da­ten aus In­for­ma­ti­ons­sys­te­men des Grenzwacht­korps: den zu­stän­di­gen Po­li­zei­be­hör­den.
5Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, na­ment­lich Zweck und In­halt der Da­ten­be­kannt­ga­be.
6Die be­kannt ge­ge­be­nen Da­ten sind aus­sch­liess­lich zweck­kon­form zu ver­wen­den. Sie dür­fen oh­ne Zu­stim­mung der EZV nicht an Drit­te wei­ter­ge­lei­tet wer­den. Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19921 über den Da­ten­schutz bleibt vor­be­hal­ten.

1 SR 235.1

Art. 113 Datenbekanntgabe an ausländische Behörden

Die EZV darf Be­hör­den an­de­rer Staa­ten so­wie su­pra­na­tio­na­ler und in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen (aus­län­di­sche Be­hör­den) Da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, im Ein­zel­fall oder im Ab­ruf­ver­fah­ren nur be­kannt ge­ben, so­fern ein völ­ker­recht­li­cher Ver­trag dies vor­sieht.

2. Kapitel: Amtshilfe unter inländischen Behörden

Art. 114

1Die EZV und an­de­re in­län­di­sche Be­hör­den leis­ten ein­an­der bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben Amts­hil­fe und un­ter­stüt­zen sich ge­gen­sei­tig.

2Die in­län­di­schen Be­hör­den ge­ben der EZV Da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, be­kannt, so­fern dies für den Voll­zug der von der EZV an­zu­wen­den­den Er­las­se not­wen­dig ist.


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

3. Kapitel: Internationale Amtshilfe

Art. 115 Gegenstand und Geltungsbereich

1Die EZV kann im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­keit aus­län­di­schen Be­hör­den auf de­ren Er­su­chen Amts­hil­fe bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben, na­ment­lich bei der Si­cher­stel­lung der ord­nungs­ge­mäs­sen An­wen­dung des Zoll­rechts und bei der Ver­hü­tung, Auf­de­ckung und Ver­fol­gung von Wi­der­hand­lun­gen ge­gen das Zoll­recht, leis­ten, so­fern ein völ­ker­recht­li­cher Ver­trag dies vor­sieht.

2Wenn ein völ­ker­recht­li­cher Ver­trag dies vor­sieht, kann sie die Amts­hil­fe auch von Am­tes we­gen leis­ten.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

Art. 115a Zuständigkeit

1Die EZV voll­zieht die Amts­hil­fe auf­grund aus­län­di­scher Er­su­chen und stellt die schwei­ze­ri­schen Er­su­chen.

2Be­trifft das aus­län­di­sche Er­su­chen einen Be­reich, der durch einen nicht­zoll­recht­li­chen Er­lass ge­re­gelt ist, so über­mit­telt die EZV das Er­su­chen an die zu­stän­di­ge Be­hör­de.

3Ist die zu­stän­di­ge Be­hör­de nicht in der La­ge, die er­such­ten Mass­nah­men durch­zu­füh­ren, so voll­zieht die EZV die Amts­hil­fe mit Un­ter­stüt­zung der zu­stän­di­gen Be­hör­de.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

Art. 115b Ersuchen

1Das Er­su­chen ei­nes aus­län­di­schen Staa­tes muss schrift­lich in ei­ner schwei­ze­ri­schen Amtss­pra­che oder in Eng­lisch ge­stellt wer­den und die im völ­ker­recht­li­chen Ver­trag vor­ge­se­he­nen An­ga­ben ent­hal­ten.

2Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht er­füllt, so teilt die zu­stän­di­ge Be­hör­de dies der er­su­chen­den Be­hör­de schrift­lich mit und gibt ihr Ge­le­gen­heit, ihr Er­su­chen schrift­lich zu er­gän­zen.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

Art. 115c Zulässige Massnahmen

Zum Zweck der Her­aus­ga­be von In­for­ma­tio­nen, Un­ter­la­gen, Ge­gen­stän­den oder Ver­mö­gens­wer­ten dür­fen nur Mass­nah­men durch­ge­führt wer­den, die im schwei­ze­ri­schen Recht vor­ge­se­hen sind und die im Zoll­recht oder in den nicht­zoll­recht­li­chen Er­las­sen des Bun­des an­ge­wen­det wer­den kön­nen.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

Art. 115d Mitwirkungspflicht

1Im Rah­men von Ar­ti­kel 115c kann die EZV die vom Er­su­chen be­trof­fe­ne Per­son zur Mit­wir­kung ver­pflich­ten und von ihr ins­be­son­de­re In­for­ma­tio­nen, Da­ten und Un­ter­la­gen ver­lan­gen.

2Die be­trof­fe­ne Per­son kann die Mit­wir­kung oder die Zeu­gen­aus­sa­ge ver­wei­gern, wenn sie ei­nem ge­setz­lich ge­schütz­ten Be­rufs­ge­heim­nis un­ter­steht oder wenn ihr ein Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht zu­steht.

3Ver­wei­gert sie die Mit­wir­kung oder die Zeu­gen­aus­sa­ge, so er­lässt die EZV ei­ne Ver­fü­gung über die Pflicht zur Mit­wir­kung und zur Her­aus­ga­be von In­for­ma­tio­nen, Da­ten und Un­ter­la­gen.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

Art. 115e Zwangsmassnahmen

1Zwangs­mass­nah­men kön­nen an­ge­ord­net wer­den, wenn das schwei­ze­ri­sche Recht oder das Völ­ker­recht de­ren Durch­füh­rung vor­sieht.

2Die Ar­ti­kel 45-60 VStrR2 sind an­wend­bar.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).
2 SR 313.0

Art. 115f Mitwirkungsrecht

Die vom Er­su­chen be­trof­fe­ne Per­son kann sich am Ver­fah­ren be­tei­li­gen und Ein­sicht in die Ak­ten neh­men, wenn sie nach Ar­ti­kel 115d zur Mit­wir­kung ver­pflich­tet wor­den ist oder wenn nach Ar­ti­kel 115e Zwangs­mass­nah­men an­ge­ord­net wor­den sind.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

Art. 115g Vereinfachtes Verfahren

1Stimmt die vom Er­su­chen be­trof­fe­ne Per­son der Über­mitt­lung von In­for­ma­tio­nen, Un­ter­la­gen, Ge­gen­stän­den oder Ver­mö­gens­wer­ten an die er­su­chen­de Be­hör­de zu, so teilt sie dies der zu­stän­di­gen Be­hör­de schrift­lich mit. Die Zu­stim­mung ist un­wi­der­ruf­lich.

2Die zu­stän­di­ge Be­hör­de schliesst das Ver­fah­ren ab, in­dem sie die In­for­ma­tio­nen, Un­ter­la­gen, Ge­gen­stän­de oder Ver­mö­gens­wer­te un­ter Hin­weis auf die Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Per­son an die er­su­chen­de Be­hör­de über­mit­telt.

3Be­trifft die Zu­stim­mung nur einen Teil der In­for­ma­tio­nen, Un­ter­la­gen, Ge­gen­stän­de oder Ver­mö­gens­wer­te, so wird für den rest­li­chen Teil das or­dent­li­che Ver­fah­ren durch­ge­führt.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

Art. 115h Ordentliches Verfahren

1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de er­öff­net der vom Er­su­chen be­trof­fe­nen Per­son ei­ne Schluss­ver­fü­gung, in der die Amts­hil­fe­leis­tung be­grün­det und der Um­fang der zu über­mit­teln­den In­for­ma­tio­nen, Un­ter­la­gen, Ge­gen­stän­de oder Ver­mö­gens­wer­te be­stimmt wer­den.

2In­for­ma­tio­nen, Un­ter­la­gen, Ge­gen­stän­de oder Ver­mö­gens­wer­te, die vor­aus­sicht­lich nicht er­heb­lich sind, dür­fen nicht über­mit­telt wer­den. Sie wer­den von der zu­stän­di­gen Be­hör­de aus­ge­son­dert oder un­kennt­lich ge­macht.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).

Art. 115i Rechtsmittel

1Zwi­schen­ver­fü­gun­gen, ein­sch­liess­lich Ver­fü­gun­gen über Zwangs­mass­nah­men, sind so­fort voll­streck­bar. Sie kön­nen nicht selbst­stän­dig an­ge­foch­ten wer­den.

2Zwi­schen­ver­fü­gun­gen, die durch die Be­schlag­nah­me oder Sper­re von Ver­mö­gens­wer­ten und Wert­ge­gen­stän­den einen un­mit­tel­ba­ren und nicht wie­der­gutz­u­ma­chen­den Nach­teil be­wir­ken, kön­nen selbst­stän­dig an­ge­foch­ten wer­den.

3Ge­gen Zwi­schen­ver­fü­gun­gen nach Ab­satz 2 und die Schluss­ver­fü­gung kann Be­schwer­de beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt er­ho­ben wer­den; die­ses ent­schei­det end­gül­tig. Die Be­schwer­de­be­rech­ti­gung rich­tet sich nach Ar­ti­kel 48 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19682.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Steu­er­amts­hil­fe­ge­set­zes vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2013 (AS 2013 231; BBl 2011 6193).
2 SR 172.021

7. Titel: Rechtsschutz

Art. 116

1Ge­gen Ver­fü­gun­gen der Zoll­stel­len kann bei den Zoll­kreis­di­rek­tio­nen Be­schwer­de ge­führt wer­den.

1bisGe­gen ers­tin­stanz­li­che Ver­fü­gun­gen der Zoll­kreis­di­rek­tio­nen kann bei der Ober­zoll­di­rek­ti­on Be­schwer­de ge­führt wer­den.

2Die EZV wird im Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und dem Bun­des­ge­richt durch die Ober­zoll­di­rek­ti­on ver­tre­ten.

3Die Frist für die ers­te Be­schwer­de ge­gen die Ver­an­la­gung be­trägt 60 Ta­ge ab dem Aus­stel­len der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung.

4Im Üb­ri­gen rich­tet sich das Be­schwer­de­ver­fah­ren nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.


1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 50 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).

8. Titel: Strafbestimmungen

Art. 117 Zollwiderhandlungen

Als Zoll­wi­der­hand­lun­gen gel­ten:

a.
die Zoll­hin­ter­zie­hung;
b.
die Zoll­ge­fähr­dung;
c.
der Bann­bruch;
d.
die Zoll­heh­le­rei;
e.
die Zoll­pfand­un­ter­schla­gung.

Art. 118 Zollhinterziehung

1Mit Bus­se bis zum Fünf­fa­chen des hin­ter­zo­ge­nen Zol­l­ab­ga­ben­be­trags wird be­straft, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:

a.
die Zol­l­ab­ga­ben durch Nicht­an­mel­den, Ver­heim­li­chen oder un­rich­ti­ge Zollan­mel­dung der Wa­ren oder in ir­gend­ei­ner an­de­ren Wei­se ganz oder teil­wei­se hin­ter­zieht; oder
b.
sich oder ei­ner an­de­ren Per­son sonst wie einen un­recht­mäs­si­gen Zoll­vor­teil ver­schafft.

2Ar­ti­kel 14 VStrR1 bleibt vor­be­hal­ten.

3Bei er­schwe­ren­den Um­stän­den wird das Höchst­mass der an­ge­droh­ten Bus­se um die Hälf­te er­höht. Zu­gleich kann auf ei­ne Frei­heits­s­tra­fe von bis zu ei­nem Jahr er­kannt wer­den.

4Lässt sich der hin­ter­zo­ge­ne Zol­l­ab­ga­ben­be­trag nicht ge­nau er­mit­teln, so wird er im Rah­men des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens ge­schätzt.


1 SR 313.0

Art. 119 Zollgefährdung

1Mit Bus­se bis zum Fünf­fa­chen des ge­fähr­de­ten Zol­l­ab­ga­ben­be­trags wird be­straft, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig die Zol­l­ab­ga­ben durch Nicht­an­mel­den, Ver­heim­li­chen oder un­rich­ti­ge Zollan­mel­dung der Wa­ren oder in ir­gend­ei­ner an­de­ren Wei­se ganz oder teil­wei­se ge­fähr­det.

2Bei er­schwe­ren­den Um­stän­den wird das Höchst­mass der an­ge­droh­ten Bus­se um die Hälf­te er­höht. Zu­gleich kann auf ei­ne Frei­heits­s­tra­fe von bis zu ei­nem Jahr er­kannt wer­den.

3Lässt sich der ge­fähr­de­te Zol­l­ab­ga­ben­be­trag nicht ge­nau er­mit­teln, so wird er im Rah­men des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens ge­schätzt.

Art. 120 Bannbruch

1Mit Bus­se bis zum Fünf­fa­chen des Wa­ren­werts wird be­straft, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:

a.
ein Ver­bot oder ei­ne Be­schrän­kung des Ver­brin­gens ins Zoll­ge­biet oder der Ein-, Aus- oder Durch­fuhr von Wa­ren durch Nicht­an­mel­den, Ver­heim­li­chen oder un­rich­ti­ge Zollan­mel­dung der Wa­ren oder in ir­gend­ei­ner an­de­ren Wei­se ver­letzt oder den Voll­zug des Ver­bots oder der Be­schrän­kung ge­fähr­det; oder
b.
für sich oder für ei­ne an­de­re Per­son zu Un­recht ei­ne Be­wil­li­gung er­wirkt.

2Straf­be­stim­mun­gen in an­de­ren Er­las­sen blei­ben vor­be­hal­ten.

3Bei er­schwe­ren­den Um­stän­den wird das Höchst­mass der an­ge­droh­ten Bus­se um die Hälf­te er­höht. Zu­gleich kann auf ei­ne Frei­heits­s­tra­fe von bis zu ei­nem Jahr er­kannt wer­den.

4Der Wa­ren­wert ent­spricht dem im Zeit­punkt der Ent­de­ckung des Bann­bruchs gel­ten­den Markt­preis im In­land. Ist die­ser nicht be­kannt, so wird der Wa­ren­wert durch Sach­ver­stän­di­ge be­stimmt.

5Bei Bann­bruch sind die Zol­l­ab­ga­ben zu be­zah­len, die bei er­laub­ter Ein- oder Aus­fuhr er­ho­ben wür­den. Sind die Wa­ren zu­rück­zu­wei­sen oder zu ver­nich­ten, so wird kei­ne Ab­ga­be er­ho­ben.

Art. 121 Zollhehlerei

Nach der Straf­an­dro­hung für die Vor­tat wird be­straft, wer zoll­pflich­ti­ge oder ver­bo­te­ne Wa­ren, von de­nen er weiss oder an­neh­men muss, dass sie der Zoll­pflicht ent­zo­gen oder in Ver­let­zung ei­nes Ver­bots oder ei­ner Be­schrän­kung ins Zoll­ge­biet ver­bracht oder ein­ge­führt wor­den sind, er­wirbt, sich schen­ken lässt, zu Pfand oder sonst­wie in Ge­wahr­sam nimmt, ver­heim­licht, ab­setzt, ab­set­zen hilft oder in Ver­kehr bringt.

Art. 122 Zollpfandunterschlagung

1Mit Bus­se bis zum Fünf­fa­chen des Wa­ren­werts wird be­straft, wer:

a.
ei­ne von der EZV als Zoll­pfand be­schlag­nahm­te Wa­re be­zie­hungs­wei­se Sa­che, die in sei­nem Be­sitz be­las­sen wor­den ist, ver­nich­tet; oder
b.
oh­ne Zu­stim­mung der EZV dar­über ver­fügt.

2Der Wa­ren­wert ent­spricht dem im Zeit­punkt der Ent­de­ckung der Zoll­pfand­un­ter­schla­gung gel­ten­den Markt­preis im In­land. Ist die­ser nicht be­kannt, so wird der Wa­ren­wert durch Sach­ver­stän­di­ge be­stimmt.

Art. 123 Versuch

Der Ver­such ei­ner Zoll­wi­der­hand­lung ist straf­bar.

Art. 124 Erschwerende Umstände

Als er­schwe­ren­de Um­stän­de gel­ten:

a.
das An­wer­ben ei­ner oder meh­re­rer Per­so­nen für ei­ne Zoll­wi­der­hand­lung;
b.
das ge­werbs- oder ge­wohn­heits­mäs­si­ge Ver­üben von Zoll­wi­der­hand­lun­gen.

Art. 125 Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben

Fällt ei­ne Bus­se von höchs­tens 100 000 Fran­ken in Be­tracht und wür­de die Er­mitt­lung der nach Ar­ti­kel 6 VStrR1 straf­ba­ren Per­so­nen Un­ter­su­chungs­mass­nah­men be­din­gen, die im Hin­blick auf die ver­wirk­te Stra­fe un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­ren, so kann die Be­hör­de von ei­ner Ver­fol­gung die­ser Per­so­nen ab­se­hen und an ih­rer Stel­le den Ge­schäfts­be­trieb (Art. 7 VStrR) zur Be­zah­lung der Bus­se ver­ur­tei­len.


1 SR 313.0

Art. 126 Konkurrenz

1Er­füllt ei­ne Hand­lung gleich­zei­tig den Tat­be­stand ei­ner Zoll­hin­ter­zie­hung oder -ge­fähr­dung und ei­nes Bann­bruchs, so wird die für die schwe­re­re Wi­der­hand­lung ver­wirk­te Stra­fe ver­hängt; die­se kann an­ge­mes­sen er­höht wer­den.

2Er­füllt ei­ne Hand­lung gleich­zei­tig den Tat­be­stand ei­ner Zoll­wi­der­hand­lung und an­de­rer von der EZV zu ver­fol­gen­der Wi­der­hand­lun­gen, so wird die für die schwers­te Wi­der­hand­lung ver­wirk­te Stra­fe ver­hängt; die­se kann an­ge­mes­sen er­höht wer­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 44 des Bier­steu­er­ge­set­zes vom 6. Okt. 2006, in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 2007 2895; BBl 2005 5649).

Art. 127 Ordnungswidrigkeiten

1So­fern nicht der Tat­be­stand ei­ner Zoll­wi­der­hand­lung er­füllt ist, wird mit Bus­se bis zu 5000 Fran­ken be­straft, wer vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­stösst:

a.
ge­gen ei­ne Vor­schrift der Zoll­ge­setz­ge­bung, ei­nes völ­ker­recht­li­chen Ver­trags oder ge­gen ei­ne ih­rer Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen, so­weit ein Er­lass die Über­tre­tung die­ser Vor­schrif­ten für straf­bar er­klärt; oder
b.
ge­gen ei­ne un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels an ihn ge­rich­te­te Ver­fü­gung.

2Wi­der­hand­lun­gen ge­gen münd­li­che An­ord­nun­gen des Per­so­nals der EZV oder ge­gen An­ord­nun­gen, die durch Si­gna­le oder Ta­feln ge­trof­fen wer­den, wer­den mit Bus­se bis zu 2000 Fran­ken be­straft. Für die An­ord­nung ist kein Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels er­for­der­lich.

3Vor­be­hal­ten bleibt die Über­wei­sung an ein Straf­ge­richt nach Ar­ti­kel 285 oder 286 des Straf­ge­setz­buchs1.


1 SR 311.0

Art. 128 Strafverfolgung

1Wi­der­hand­lun­gen wer­den nach die­sem Ge­setz und dem VStrR1 ver­folgt und be­ur­teilt.

2Ver­fol­gen­de und ur­tei­len­de Be­hör­de ist die EZV.


1 SR 313.0

Art. 128a Observation

1Die EZV kann im Rah­men ih­rer Straf­ver­fol­gungs­kom­pe­tenz an­ord­nen, dass Per­so­nen und Sa­chen an all­ge­mein zu­gäng­li­chen Or­ten ver­deckt be­ob­ach­tet wer­den und da­bei Bild- oder Tonauf­zeich­nun­gen ge­macht wer­den kön­nen, wenn:

a.
auf­grund kon­kre­ter An­halts­punk­te an­zu­neh­men ist, dass Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen be­gan­gen wor­den sind; und
b.
die Un­ter­su­chung sonst aus­sichts­los wä­re oder un­ver­hält­nis­mäs­sig er­schwert wür­de.

2Hat ei­ne nach Ab­satz 1 an­ge­ord­ne­te Mass­nah­me 30 Ta­ge ge­dau­ert, so be­darf ih­re Fort­set­zung der Ge­neh­mi­gung durch die Ober­zoll­di­rek­ti­on.

3Die EZV teilt den von ei­ner Ob­ser­va­ti­on di­rekt be­trof­fe­nen Per­so­nen spä­tes­tens mit Ab­schluss der Un­ter­su­chung Grund, Art und Dau­er der Ob­ser­va­ti­on mit.

4Die Mit­tei­lung wird auf­ge­scho­ben oder un­ter­las­sen, wenn:

a.
die Er­kennt­nis­se der Ob­ser­va­ti­on nicht zu Be­weis­zwe­cken ver­wen­det wer­den; und
b.
der Auf­schub oder die Un­ter­las­sung zum Schutz über­wie­gen­der öf­fent­li­cher oder pri­va­ter In­ter­es­sen not­wen­dig ist.

1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 129 Verfolgungsverjährung

Die Ver­fol­gungs­ver­jäh­rung nach Ar­ti­kel 11 Ab­satz 2 VStrR1 gilt für sämt­li­che Zoll­wi­der­hand­lun­gen.


1 SR 313.0

9. Titel: Schlussbestimmungen

Art. 130 Vollzug

Der Bun­des­rat voll­zieht die­ses Ge­setz.

Art. 131 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts

1Das Zoll­ge­setz vom 1. Ok­to­ber 19251 wird auf­ge­ho­ben.

2Die Än­de­rung bis­he­ri­gen Rechts wird im An­hang ge­re­gelt.


1 [BS 6 465; AS 1956 587, 1959 1343 Art. 11 Ziff. III, 1973 644, 1974 1857 An­hang Ziff. 7, 1980 1793 Ziff. I 1, 1992 1670 Ziff. III, 1994 1634 Ziff. I 3, 1995 1816, 1996 3371 An­hang 2 Ziff. 2, 1997 2465 An­hang Ziff. 13, 2000 1300 Art. 92 1891 Ziff. VI 6, 2002 248 Ziff. I 1 Art. 41, 2004 4763 An­hang Ziff. II 1, 2006 2197 An­hang Ziff. 50]

Art. 132 Übergangsbestimmungen

1Zoll­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren, die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes hän­gig sind, wer­den nach bis­he­ri­gem Recht und in­ner­halb der nach die­sem ge­währ­ten Frist ab­ge­schlos­sen.

2Be­wil­li­gun­gen und Ver­ein­ba­run­gen, die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes be­ste­hen, blei­ben höchs­tens zwei Jah­re lang gül­tig.

3Zoll­la­ger nach den Ar­ti­keln 42 und 46a des Zoll­ge­set­zes vom 1. Ok­to­ber 19251 dür­fen ab In­kraft­tre­ten des vor­lie­gen­den Ge­set­zes höchs­tens zwei Jah­re lang nach bis­he­ri­gem Recht wei­ter­ge­führt wer­den.

4Zoll­bürg­schaf­ten, die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes be­ste­hen, blei­ben wei­ter­hin gül­tig; es gilt das neue Recht.

5Be­schwer­den ge­gen Zoll­ab­fer­ti­gun­gen der Zol­läm­ter, die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes bei den Zoll­kreis­di­rek­tio­nen hän­gig sind, wer­den von der zu­stän­di­gen Zoll­kreis­di­rek­ti­on ent­schie­den; Be­schwer­den ge­gen die­se Ent­schei­de un­ter­lie­gen der Be­schwer­de an die Zoll­re­kurs­kom­mis­si­on nach Ar­ti­kel 116.

6Be­schwer­den ge­gen Be­schwer­de­ent­schei­de der Zoll­kreis­di­rek­tio­nen, die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes bei der Ober­zoll­di­rek­ti­on hän­gig sind, wer­den von die­ser ent­schie­den.

72


1 [BS 6 465; AS 1973 644, 1995 1816, 1996 3371 An­hang 2 Ziff. 2]
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 132a Übergangsbestimmung zur Änderung vom
18.März 2016

Das Per­so­nal nach Ar­ti­kel 91a, das im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens der Än­de­rung vom 18. März 2016 be­reits an­ge­stellt ist, wird in­ner­halb ei­nes Jah­res seit In­kraft­tre­ten die­ser Än­de­rung ver­ei­digt. Statt des Eids kann das Ge­lüb­de ab­ge­legt wer­den.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2429; BBl 2015 2883).

Art. 133 Referendum und Inkrafttreten

1Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

A:
AHVG Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AHVV Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AIG Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
AVIG Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
AVO Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AVO-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AdoV Verordnung über die Adoption
ArG Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
ArGV 1 Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz
AsylG Asylgesetz
B:
BBG Bundesgesetzüber die Berufsbildung
BEG Bundesgesetz über Bucheffekten
BEHG Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel
BEHV Verordnung über die Börsen und den Effektenhandel
BG-HAÜ Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen
BG-KKE Bundesgesetz über internationale Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen
BGBB Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht
BGFA Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte
BGG Bundesgesetz über das Bundesgericht
BIV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Insolvenz von Banken und Effektenhändlern
BPG Bundespersonalgesetz
BPR Bundesgesetz über die politischen Rechte
BV Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
BVG Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
BZG Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
BankG Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen
BankV Verordnung über die Banken und Sparkassen
BetmG Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
BewG Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BewV Verordnung über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BöB Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
BüG Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts
D:
DBG Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer
DSG Bundesgesetz über den Datenschutz
E:
EBG Eisenbahngesetz
EMRK Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
EOG Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
EOV Verordnung zum Erwerbsersatzgesetz
EÖBV Verordnung über die elektronische öffentliche Beurkundung
F:
FHG Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaushalt
FINMAG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
FKG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzkontrolle
FMedG Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung
FZG Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
FinfraG Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV Verordnung über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FusG Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung
G:
GBV Grundbuchverordnung
GSG Bundesgesetz über die von der Schweiz als Gaststaat gewährten Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen sowie finanziellen Beiträge
GUMG Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen
GeBüV Verordnung über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher
GebV SchKG Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
GlG Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann
H:
HEsÜ Übereinkommen über den internationalen Schutz von Erwachsenen
HKsÜ Übereinkommen
HRegV Handelsregisterverordnung
I:
IPRG Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht
J:
JStG Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht
JStPO Schweizerische Jugendstrafprozessordnung
K:
KAG Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen
KAKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von kollektiven Kapitalanlagen
KG Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen
KKV Verordnung über die kollektiven Kapitalanlagen
KKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die kollektiven Kapitalanlagen
KOV Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV)
KVG Bundesgesetz über die Krankenversicherung
L:
LVG Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung
LugÜ Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
M:
MSchG Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben
MStG Militärstrafgesetz
MWSTG Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer
MWSTV Mehrwertsteuerverordnung
O:
OAV-SchKG Verordnung betreffend die Oberaufsicht über Schuldbetreibung und Konkurs
OHG Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten
OR Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht)
P:
PAVO Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern
PBV Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen
ParlG Bundesgesetz über die Bundesversammlung
PartG Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare
PatGG Bundesgesetz über das Bundespatentgericht
PfG Pfandbriefgesetz
PrHG Bundesgesetz über die Produktehaftpflicht
PüG Preisüberwachungsgesetz
R:
RAG Bundesgesetz über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren
S:
SVG Strassenverkehrsgesetz
SVKG Verordnung über die Sanktionen bei unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen
SchKG Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
StBOG Bundesgesetz über die Organisation der Strafbehörden des Bundes
StG Bundesgesetz über die Stempelabgaben
StGB Schweizerisches Strafgesetzbuch
StHG Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
StPO Schweizerische Strafprozessordnung
StV Verordnung über die Stempelabgaben
SuG Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen
U:
URG Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
URV Verordnung über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
UVG Bundesgesetz über die Unfallversicherung
UVV Verordnung über die Unfallversicherung
UWG Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
V:
VAG Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen
VASR Verordnung über die anerkannten Standards zur Rechnungslegung
VBB Verordnung über das bäuerliche Bodenrecht
VBVV Verordnung über die Vermögensverwaltung im Rahmen einer Beistandschaft oder Vormundschaft
VDSG Verordnung zum Bundesgesetz über den Datenschutz
VG Bundesgesetz über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten
VGG Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht
VKA Verordnung über die Katastrophenhilfe im Ausland
VKV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über den Konkurs von Versicherungsunternehmen
VPAV Verordnung betreffend die Pfändung, Arrestierung und Verwertung von Versicherungsansprüchen nach dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag
VStG Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer
VStV Verordnung über die Verrechnungssteuer
VStrR Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht
VVAG Verordnung über die Pfändung und Verwertung von Anteilen an Gemeinschaftsvermögen
VVG Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag
VZG Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken
VegüV Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften
VeÜ-ZSSV Verordnung über die elektronische Übermittlung im Rahmen von Zivil- und Strafprozessen sowie von Schuldbetreibungs- und Konkursverfahren
VwVG Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
VüKU Verordnung über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen
VüS Verordnung über das Strafregister
W:
WG Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition
Z:
ZG Zollgesetz
ZGB Schweizerisches Zivilgesetzbuch
ZPO Schweizerische Zivilprozessordnung
ZStV Zivilstandsverordnung
ZTG Zolltarifgesetz
Ü:
ÜbZ Übereinkunft betreffend Zivilprozessrecht
ÜüAVaS Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche
ÜüRK Übereinkommen über die Rechte des Kindes
ÜüSKZGIA Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption
ÜüiZR Übereinkommen über den internationalen Zugang zur Rechtspflege
ÜüzAiK Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung
C:
CC Code civil suisse
CEDH Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales
CL Convention concernant la compétence judiciaire, la reconnaissance et l'exécution des décisions en matière civile et commerciale
CLaH 2000 Convention sur la protection internationale des adultes
CLaH 96 Convention
CO Loi fédérale complétant le Code civil suisse
CP Code pénal suisse
CPC Code de procédure civile
CPM Code pénal militaire
CPP Code de procédure pénale suisse
Caclid Convention sur les aspects civils de l'enlèvement international d'enfants
Cpecmdi Convention sur la protection des enfants et la coopération en matière d'adoption internationale
Cprlsaé Convention pour la reconnaissance et l'exécution des sentences arbitrales étrangères
Crdl Convention relative aux droits de l'enfant
Crpc Convention relative à la procédure civile
Cst. Constitution fédérale de la Confédération suisse
Ctflij Convention tendant à faciliter l'accès international à la justice
D:
DPA Loi fédérale sur le droit pénal administratif
DPMin Loi fédérale régissant la condition pénale des mineurs
L:
LAA Loi fédérale sur l'assurance-accidents
LACI Loi fédérale sur l'assurance-chômage obligatoire et l'indemnité en cas d'insolvabilité
LAGH Loi fédérale sur l'analyse génétique humaine
LAMal Loi fédérale sur l'assurance-maladie
LAP Loi fédérale sur l'approvisionnement économique du pays
LAPG Loi fédérale sur les allocations pour perte de gain en cas de service et de maternité
LAVI Loi fédérale sur l'aide aux victimes d'infractions
LAVS Loi fédérale sur l'assurance-vieillesse et survivants
LArm Loi fédérale sur les armes, les accessoires d'armes et les munitions
LAsi Loi sur l'asile
LB Loi fédérale sur les banques et les caisses d'épargne
LBVM Loi fédérale sur les bourses et le commerce des valeurs mobilières
LCA Loi fédérale sur le contrat d'assurance
LCD Loi fédérale contre la concurrence déloyale
LCF Loi fédérale sur le Contrôle fédéral des finances
LCR Loi fédérale sur la circulation routière
LCart Loi fédérale sur les cartels et autres restrictions à la concurrence
LCdF Loi fédérale sur les chemins de fer
LD Loi sur les douanes
LDA Loi fédérale sur le droit d'auteur et les droits voisins
LDFR Loi fédérale sur le droit foncier rural
LDIP Loi fédérale sur le droit international privé
LDP Loi fédérale sur les droits politiques
LEH Loi fédérale sur les privilèges, les immunités et les facilités, ainsi que sur les aides financières accordés par la Suisse en tant qu'Etat hôte
LEI Loi fédérale sur les étrangers et l'intégration
LEg Loi fédérale sur l'égalité entre femmes et hommes
LF-CLaH Loi fédérale relative à la Convention de La Haye sur l'adoption et aux mesures de protection de l'enfant en cas d'adoption internationale
LF-EEA Loi fédérale sur l'enlèvement international d'enfants et les Conventions de La Haye sur la protection des enfants et des adultes
LFAIE Loi fédérale sur l'acquisition d'immeubles par des personnes à l'étranger
LFC Loi sur les finances de la Confédération
LFINMA Loi sur l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers
LFLP Loi fédérale sur le libre passage dans la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité
LFPr Loi fédérale sur la formation professionnelle
LFus Loi fédérale sur la fusion, la scission, la transformation et le transfert de patrimoine
LHID Loi fédérale sur l'harmonisation des impôts directs des cantons et des communes
LIA Loi fédérale sur l'impôt anticipé (LIA)
LIFD Loi fédérale sur l'impôt fédéral direct
LIMF Loi fédérale sur les infrastructures des marchés financiers et le comportement sur le marché en matière de négociation de valeurs mobilières et de dérivés*
LLCA Loi fédérale sur la libre circulation des avocats
LLG Loi sur l'émission de lettres de gage
LMP Loi fédérale sur les marchés publics
LN Loi fédérale sur l'acquisition et la perte de la nationalité suisse
LOAP Loi fédérale sur l'organisation des autorités pénales de la Confédération
LP Loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite
LPCC Loi fédérale sur les placements collectifs de capitaux*
LPD Loi fédérale sur la protection des données
LPM Loi fédérale sur la protection des marques et des indications de provenance
LPMA Loi fédérale sur la procréation médicalement assistée*
LPP Loi fédérale sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité
LPPCi Loi fédérale sur la protection de la population et sur la protection civile
LParl Loisur l'Assemblée fédérale
LPart Loi fédérale sur le partenariat enregistré entre personnes du même sexe
LPers Loi sur le personnel de la Confédération
LRCF Loi fédérale sur la responsabilité de la Confédération, des membres de ses autorités et de ses fonctionnaires
LRFP Loi fédérale sur la responsabilité du fait des produits
LSA Loi fédérale sur la surveillance des entreprises d'assurance
LSPr Loi fédérale concernant la surveillance des prix
LSR Loi fédérale sur l'agrément et la surveillance des réviseurs
LStup Loi fédérale sur les stupéfiants et les substances psychotropes
LSu Loi fédérale sur les aides financières et les indemnités
LT Loi fédérale sur les droits de timbre
LTAF Loi sur le Tribunal administratif fédéral
LTF Loi sur le Tribunal fédéral
LTFB Loi<em></em>sur le Tribunal fédéral des brevets
LTI Loi fédérale sur les titres intermédiés
LTVA Loi fédérale régissant la taxe sur la valeur ajoutée
LTaD Loi sur le tarif des douanes
LTr Loi fédérale sur le travail dans l'industrie, l'artisanat et le commerce
O:
OAAE Ordonnance sur l'acte authentique électronique
OACata Ordonnance sur l'aide en cas de catastrophe à l'étranger
OAIE Ordonnance sur l'acquisition d'immeubles par des personnes à l'étranger
OAOF Ordonnance sur l'administration des offices de faillite
OAdo Ordonnance sur l'adoption
OB Ordonnance sur les banques et les caisses d'épargne
OBVM Ordonnance sur les bourses et le commerce des valeurs mobilières
OCEl-PCPP Ordonnance sur la communication électronique dans le cadre de procédures civiles et pénales et de procédures en matière de poursuite pour dettes et de faillite
ODAu Ordonnance sur le droit d'auteur et les droits voisins
ODFR Ordonnance sur le droit foncier rural
OEC Ordonnance sur l'état civil
OELP Ordonnance sur les émoluments perçus en application de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite
OFA-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la faillite des entreprises d'assurance
OFPC-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la faillite de placements collectifs de capitaux
OGPCT Ordonnance sur la gestion du patrimoine dans le cadre d'une curatelle ou d'une tutelle
OHS-LP Ordonnance relative à la haute surveillance en matière de poursuite et de faillite
OIA Ordonnance sur l'impôt anticipé
OIB-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur l'insolvabilité des banques et des négociants en valeurs mobilières
OIMF Ordonnance sur les infrastructures des marchés financiers et le comportement sur le marché en matière de négociation de valeurs mobilières et de dérivés
OIMF-FINMA Ordonnance
OIP Ordonnance sur l'indication des prix
OLAA Ordonnance sur l'assurance-accidents
OLPD Ordonnance relative à la loi fédérale sur la protection des données
OLT 1 Ordonnance 1 relative à la loi sur le travail
ONCR Ordonnance sur les normes comptables reconnues
OPC Ordonnance concernant la saisie et la réalisation de parts de communautés
OPC-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur les placements collectifs de capitaux
OPCC Ordonnance sur les placements collectifs de capitaux
OPE Ordonnance sur le placement d'enfants
ORAb Ordonnance contre les rémunérations abusives dans les sociétés anonymes cotées en bourse
ORC Ordonnance sur le registre du commerce
ORF Ordonnance sur le registre foncier
ORFI Ordonnance du Tribunal fédéral sur la réalisation forcée des immeubles
OS Ordonnance sur la surveillance des entreprises d'assurance privées
OS LCart Ordonnance sur les sanctions en cas de restrictions illicites à la concurrence
OS-FINMA Ordonnance de l'Autorité fédérale de surveillance des marchés financiers sur la surveillance des entreprises d'assurance privées
OSAss Ordonnance concernant la saisie, le séquestre et la réalisation des droits découlant d'assurances d'après la loi fédérale du 2 avril 1908 sur le contrat d'assurance
OT Ordonnance sur les droits de timbre
OTVA Ordonnance régissant la taxe sur la valeur ajoutée
Occd Ordonnance sur le contrôle des concentrations d'entreprises
Ocj Ordonnance sur le casier judiciaire
Olico Ordonnance concernant la tenue et la conservation des livres de comptes
P:
PA Loi fédérale sur la procédure administrative
PPMin Loi fédérale sur la procédure pénale applicable aux mineurs
R:
RAPG Règlement sur les allocations pour perte de gain
RAVS Règlement sur l'assurance-vieillesse et survivants
C:
C Convenzione
CC Codice civile svizzero
CEDU Convenzione per la salvaguardia dei diritti dell'uomo e delle libertà fondamentali
CLug Convenzione concernente la competenza giurisdizionale, il riconoscimento e l'esecuzione delle decisioni in materia civile e commerciale
CO Legge federale di complemento del Codice civile svizzero
CP Codice penale svizzero
CPC Codice di diritto processuale civile svizzero
CPM Codice penale militare
CPP Codice di diritto processuale penale svizzero
Ccrldsae Convenzione concernente il riconoscimento e l'esecuzione delle sentenze arbitrali estere
Cdf Convenzione sui diritti del fanciullo
Cost. Costituzione federale della Confederazione Svizzera
Crapc Convenzione relativa alla procedura civile
Csacrim Convenzione sugli aspetti civili del rapimento internazionale di minori
Cspida Convenzione sulla protezione internazionale degli adulti
Cspmscmai Convenzione sulla protezione dei minori e sulla cooperazione in materia di adozione internazionale
Cvfliag Convenzione volta a facilitare l'accesso internazionale alla giustizia
D:
DPA Legge federale sul diritto penale amministrativo
DPMin Legge federale sul diritto penale minorile
L:
LADI Legge federale sull'assicurazione obbligatoria contro la disoccupazione e l'indennità per insolvenza
LAFE Legge federale sull'acquisto di fondi da parte di persone all'estero
LAID Legge federale sull'armonizzazione delle imposte dirette dei Cantoni e dei Comuni
LAINF Legge federale sull'assicurazione contro gli infortuni
LAMal Legge federale sull'assicurazione malattie
LAP Legge federale sull'approvvigionamento economico del Paese
LAPub Legge federale sugli acquisti pubblici
LAV Legge federale concernente l'aiuto alle vittime di reati
LAVS Legge federale su l'assicurazione per la vecchiaia e per i superstiti
LArm Legge federale sulle armi, gli accessori di armi e le munizioni
LAsi Legge sull'asilo
LBCR Legge federale sulle banche e le casse di risparmio
LBVM Legge federale sulle borse e il commercio di valori mobiliari
LCA Legge federale sul contratto d'assicurazione
LCF Legge federale sul controllo federale delle finanze
LCSl Legge federale contro la concorrenza sleale
LCStr Legge federale sulla circolazione stradale
LCart Legge federale sui cartelli e altre limitazioni della concorrenza
LCit Legge federale su l'acquisto e la perdita della cittadinanza svizzera
LD Legge sulle dogane
LDA Legge federale sul diritto d'autore e sui diritti di protezione affini
LDFR Legge federale sul diritto fondiario rurale
LDIP Legge federale sul diritto internazionale privato
LDP Legge federale sui diritti politici
LEF Legge federale sulla esecuzione e sul fallimento
LEGU Legge federale sugli esami genetici sull'essere umano
LF-CAA Legge federale relativa alla Convenzione dell'Aia sull'adozione e a provvedimenti per la protezione del minore nelle adozioni internazionali
LF-RMA Legge federale sul rapimento internazionale dei minori e sulle Convenzioni dell'Aia sulla protezione dei minori e degli adulti
LFC Legge federale sulle finanze della Confederazione
LFINMA Legge federale concernente l'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari
LFLP Legge federale sul libero passaggio nella previdenza professionale per la vecchiaia, i superstiti e l'invalidità
LFPr Legge federale sulla formazione professionale
LFus Legge federale sulla fusione, la scissione, la trasformazione e il trasferimento di patrimonio
LICol Legge federale sugli investimenti collettivi di capitale
LIFD Legge federale sull'imposta federale diretta
LIP Legge federale sull'imposta preventiva
LIPG Legge federale sulle indennità di perdita di guadagno per chi presta servizio e in caso di maternità
LIVA Legge federale concernente l'imposta sul valore aggiunto
LInFi Legge federale sulle infrastrutture del mercato finanziario e il comportamento sul mercato nel commercio di valori mobiliari e derivati
LL Legge federale sul lavoro nell'industria, nell'artigianato e nel commercio
LLCA Legge federale sulla libera circolazione degli avvocati
LOAP Legge federale sull'organizzazione delle autorità penali della Confederazione
LOF Legge sulle obbligazioni fondiarie
LPAM Legge federale concernente la procreazione con assistenza medica
LPD Legge federale sulla protezione dei dati
LPM Legge federale sulla protezione dei marchi e delle indicazioni di provenienza
LPP Legge federale sulla previdenza professionale per la vecchiaia, i superstiti e l'invalidità
LPPC Legge federale sulla protezione della popolazione e sulla protezione civile
LPar Legge federale sulla parità dei sessi
LParl Legge federale sull'Assemblea federale
LPers Legge sul personale federale
LRDP Legge federale sulla responsabilità per danno da prodotti
LResp Legge federale su la responsabilità della Confederazione, dei membri delle autorità federali e dei funzionari federali
LSA Legge federale sulla sorveglianza delle imprese di assicurazione
LSO Legge federale sui privilegi, le immunità e le facilitazioni, nonché sugli aiuti finanziari accordati dalla Svizzera quale Stato ospite
LSPr Legge federale sulla sorveglianza dei prezzi
LSR Legge federalesull'abilitazione e la sorveglianza dei revisori
LStrI Legge federale sugli stranieri e la loro integrazione
LStup Legge federale sugli stupefacenti e sulle sostanze psicotrope
LSu Legge federale sugli aiuti finanziari e le indennità
LTAF Legge sul Tribunale amministrativo federale
LTB Legge federale sulle tasse di bollo
LTCo Legge federale sui titoli contabili
LTD Legge sulla tariffa delle dogane
LTF Legge sul Tribunale federale
LTFB Legge sul Tribunale federale dei brevetti
LUD Legge federale sull'unione domestica registrata di coppie omosessuali
Lferr Legge federale sulle ferrovie
O:
OABCT Ordinanza sull'amministrazione di beni nell'ambito di una curatela o di una tutela
OACata Ordinanza sull'aiuto in caso di catastrofe all'estero
OAFE Ordinanza sull'acquisto di fondi da parte di persone all'estero
OAINF Ordinanza sull'assicurazione contro gli infortuni
OAMin Ordinanza sull'accoglimento di minori a scopo di affiliazione
OAPuE Ordinanza sugli atti pubblici in forma elettronica
OAV-LEF Ordinanza concernente l'alta vigilanza sulla esecuzione e sul fallimento
OAVS Ordinanza sull'assicurazione per la vecchiaia e per i superstiti
OAdoz Ordinanza sull'adozione
OBCR Ordinanza sulle banche e le casse di risparmio
OBVM Ordinanza sulle borse e il commercio di valori mobiliari
OCE-PCPE Ordinanza sulla comunicazione per via elettronica nell'ambito di procedimenti civili e penali nonché di procedure d'esecuzione e fallimento
ODAu Ordinanza sul diritto d'autore e sui diritti di protezione affini
ODFR Ordinanza sul diritto fondiario rurale
ODiC Ordinanza concernente il pignoramento e la realizzazione di diritti in comunione
OFA-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sul fallimento delle imprese di assicurazione
OFICol-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sul fallimento degli investimenti collettivi di capitale
OIB-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sull'insolvenza di banche e commercianti di valori mobiliari
OICol Ordinanza sugli investimenti collettivi di capitale
OICol-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sugli investimenti collettivi di capitale
OIP Ordinanza sull'indicazione dei prezzi
OIPG Ordinanza sulle indennità di perdita di guadagno
OIPrev Ordinanza sull'imposta preventiva
OIVA Ordinanza concernente l'imposta sul valore aggiunto
OInFi Ordinanza sulle infrastrutture del mercato finanziario e il comportamento sul mercato nel commercio di valori mobiliari e derivati
OInFi-FINMA Ordinanza
OLL 1 Ordinanza 1 concernente la legge sul lavoro
OLPD Ordinanza relativa alla legge federale sulla protezione dei dati
ONCR Ordinanza sulle norme contabili riconosciute
ORC Ordinanza sul registro di commercio
ORF Ordinanza sul registro fondiario
OReSA Ordinanza contro le retribuzioni abusive nelle società anonime quotate in borsa
OS Ordinanza sulla sorveglianza delle imprese di assicurazione private
OS LCart Ordinanza sulle sanzioni in caso di limitazioni illecite della concorrenza
OS-FINMA Ordinanza dell'Autorità federale di vigilanza sui mercati finanziari sulla sorveglianza delle imprese di assicurazione private
OSC Ordinanza sullo stato civile
OTB Ordinanza concernente le tasse di bollo
OTLEF Ordinanza sulle tasse riscosse in applicazione della legge federale sulla esecuzione e sul fallimento
Occdci Ordinanza concernente il controllo delle concentrazioni di imprese
Ocg Ordinanza sul casellario giudiziale
Olc Ordinanza sulla tenuta e la conservazione dei libri di commercio
P:
PA Legge federale sulla procedura amministrativa
PPMin Legge federale di diritto processuale penale minorile
R:
RFF Regolamento del Tribunale federale concernente la realizzazione forzata di fondi
RPAss Regolamento
RUF Regolamento concernente l'amministrazione degli uffici dei fallimenti
A:
AIG Federal Act on Foreign Nationals and Integration
AdoV Ordinance on Adoption
AsylG Asylum Act
B:
BBG Federal Acton Vocational and Professional Education and Training
BEG Federal Act on Intermediated Securities
BG-KKE Federal Act on International Child Abduction and the Hague Conventions on the Protection of Children and Adults
BIV-FINMA Ordinance of the Swiss Financial Market Supervisory Authority on the Insolvency of Banks and Securities Dealers
BPR Federal Act on Political Rights
BV Federal Constitution of the Swiss Confederation
BetmG Federal Act on Narcotics and Psychotropic Substances
D:
DSG Federal Act on Data Protection
F:
FINMAG Federal Act on the Swiss Financial Market Supervisory Authority
FMedG Federal Act on Medically Assisted Reproduction
FinfraG Federal Act on Financial Market Infrastructures and Market Conduct in Securities and Derivatives Trading
FinfraV Ordinance on Financial Market Infrastructures and Market Conduct in Securities and Derivatives Trading
FinfraV-FINMA Ordinance of the Swiss Financial Market Supervisory Authority on Financial Market Infrastructures and Market Conduct in Securities and Derivatives Trading
G:
GSG Federal Act on the Privileges, Immunities and Facilities and the Financial Subsidies granted by Switzerland as a Host State
GUMG Federal Act on Human Genetic Testing
GlG Federal Act on Gender Equality
K:
KAG Federal Act on Collective Investment Schemes
KG Federal Act on Cartels and other Restraints of Competition
KKV Ordinance on Collective Investment Schemes
KKV-FINMA Ordinance of the Swiss Financial Market Supervisory Authority on Collective Investment Schemes
M:
MSchG Federal Act on the Protection of Trade Marks and Indications of Source
MWSTG Federal Act on Value Added Tax
MWSTV Ordinance on Value Added Tax
O:
OR Federal Act on the Amendment of the Swiss Civil Code
P:
ParlG Federal Act on the Federal Assembly
PatGG Federal Act on the Federal Patent Court
S:
SVKG Ordinance on Sanctions imposed for Unlawful Restraints of Competition
StGB Swiss Criminal Code
StPO Swiss Criminal Procedure Code
U:
URG Federal Act on Copyright and Related Rights
V:
VDSG 235.11
VwVG Federal Act on Administrative Procedure
VüKU Ordinance on the Control of Concentrations of Undertakings
Z:
ZGB Swiss Civil Code
ZPO Swiss Civil Procedure Code
ZTG Customs Tariff Act
A:
AHVG Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AHVV Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
AIG Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
AVIG Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
AVO Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AVO-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen
AdoV Verordnung über die Adoption
ArG Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
ArGV 1 Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz
AsylG Asylgesetz
B:
BBG Bundesgesetzüber die Berufsbildung
BEG Bundesgesetz über Bucheffekten
BEHG Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel
BEHV Verordnung über die Börsen und den Effektenhandel
BG-HAÜ Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen
BG-KKE Bundesgesetz über internationale Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen
BGBB Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht
BGFA Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte
BGG Bundesgesetz über das Bundesgericht
BIV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Insolvenz von Banken und Effektenhändlern
BPG Bundespersonalgesetz
BPR Bundesgesetz über die politischen Rechte
BV Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
BVG Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
BZG Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
BankG Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen
BankV Verordnung über die Banken und Sparkassen
BetmG Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
BewG Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BewV Verordnung über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
BöB Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
BüG Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts
D:
DBG Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer
DSG Bundesgesetz über den Datenschutz
E:
EBG Eisenbahngesetz
EMRK Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
EOG Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
EOV Verordnung zum Erwerbsersatzgesetz
EÖBV Verordnung über die elektronische öffentliche Beurkundung
F:
FHG Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaushalt
FINMAG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
FKG Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzkontrolle
FMedG Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung
FZG Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
FinfraG Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV Verordnung über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FinfraV-FINMA Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
FusG Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung
G:
GBV Grundbuchverordnung
GSG Bundesgesetz über die von der Schweiz als Gaststaat gewährten Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen sowie finanziellen Beiträge
GUMG Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen
GeBüV Verordnung über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher
GebV SchKG Gebühre