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Verordnung
über die Gebühren für das Handelsregister
(GebV-HReg)

vom 6. März 2020 (Stand am 1. Januar 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 941 Absatz 2 des Obligationenrechts (OR)1,

verordnet:

1

Art. 1 Gebührenpflicht

1 Wer ei­ne Ver­fü­gung ei­ner Han­dels­re­gis­ter­be­hör­de ver­an­lasst oder von die­ser ei­ne Dienst­leis­tung be­an­sprucht, hat ei­ne Ge­bühr zu be­zah­len.

2 Ha­ben meh­re­re Per­so­nen ge­mein­sam ei­ne Ver­fü­gung ver­an­lasst oder ei­ne Dienst­leis­tung be­an­sprucht, so haf­ten sie für die Ge­bühr so­li­da­risch.

Art. 2 Verzicht auf Gebührenerhebung

1 Die Han­dels­re­gis­ter­be­hör­de er­hebt kei­ne Ge­bühr für:

a.
Ein­tra­gun­gen, die ein Ge­richt oder ei­ne Ver­wal­tungs­be­hör­de in ei­nem Ur­teil oder in ei­ner Ver­fü­gung an­ord­net;
b.
Mit­tei­lun­gen und Aus­künf­te an an­de­re Be­hör­den.

2 Auf die Ge­büh­re­ner­he­bung kann ver­zich­tet wer­den:

a.
wenn ein über­wie­gen­des öf­fent­li­ches In­ter­es­se an der Ver­fü­gung oder Dienst­­leis­tung be­steht;
b.
wenn es sich um Ver­fü­gun­gen oder Dienst­leis­tun­gen mit ge­rin­gem Auf­wand, ins­be­son­de­re um ein­fa­che Aus­künf­te, han­delt;
c.
so­weit die Ge­bühr vor­aus­sicht­lich un­ein­bring­lich ist, na­ment­lich weil die ge­büh­ren­pflich­ti­ge Per­son nach­weis­lich mit­tel­los, oh­ne be­kann­te Adres­se oder im Aus­land ist.

Art. 3 Gebührenansätze

1 Für die Be­mes­sung der Ge­büh­ren gel­ten die An­sät­ze im An­hang.

2 Ist im An­hang kein An­satz oder statt ei­ner Pau­scha­le ein Ge­büh­ren­rah­men fest­ge­legt, so wer­den die Ge­büh­ren, ge­ge­be­nen­falls in­ner­halb des Rah­mens, nach Zeit­auf­wand be­rech­net. Der Stun­den­an­satz be­trägt je nach er­for­der­li­cher Sach­kennt­nis des aus­füh­ren­den Per­so­nals 100–250 Fran­ken.

3 Für Ver­fü­gun­gen und Dienst­leis­tun­gen von aus­ser­ge­wöhn­li­chem Um­fang, be­son­de­rer Schwie­rig­keit oder Dring­lich­keit kann die Han­dels­re­gis­ter­be­hör­de Zu­schlä­ge bis zu 50 Pro­zent der Ge­bühr er­he­ben.

Art. 4 Auslagen

1 Aus­la­gen sind Be­stand­teil der Ge­bühr und wer­den ge­son­dert be­rech­net.

2 Als Aus­la­gen gel­ten Kos­ten, die im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Ver­fü­gung oder Dienst­leis­tung zu­sätz­lich an­fal­len, ins­be­son­de­re:

a.
Über­mitt­lungs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kos­ten;
b.
Kos­ten für die Be­schaf­fung der not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen, ins­be­son­de­re von Un­ter­la­gen;
c.
Über­set­zungs­kos­ten.

Art. 5 Vorschuss und Vorauszahlung

Die Han­dels­re­gis­ter­be­hör­de kann von der ge­büh­ren­pflich­ti­gen Per­son einen Vor­schuss oder ei­ne Vor­aus­zah­lung ver­lan­gen.

Art. 6 Rechnungsstellung und Fälligkeit

Die Ge­bühr wird mit der Rech­nungs­stel­lung oder mit Rechts­kraft der Ver­fü­gung fäl­lig.

Art. 7 Verjährung

1 Die Ge­büh­ren­for­de­rung ver­jährt fünf Jah­re nach Ein­tritt der Fäl­lig­keit.

2 Die Ver­jäh­rung wird durch je­de Ver­wal­tungs­hand­lung un­ter­bro­chen, mit der die Ge­büh­ren­for­de­rung bei der ge­büh­ren­pflich­ti­gen Per­son gel­tend ge­macht wird.

3 Mit der Un­ter­bre­chung be­ginnt die Ver­jäh­rung von Neu­em.

Art. 8 Verteilung der Gebühreneinnahmen zwischen Bund und Kantonen

1 Die Ein­nah­men aus den Ge­büh­ren für Han­dels­re­gis­te­r­ein­tra­gun­gen nach den Zif­fern 1–3 des An­hangs fal­len zu 90 Pro­zent dem Kan­ton zu, der die Ein­tra­gung vor­ge­nom­men hat, und zu 10 Pro­zent der Eid­ge­nos­sen­schaft.

2 Die Ein­nah­men aus den Ge­büh­ren nach den Zif­fern 4 und 5 des An­hangs er­hält der be­tref­fen­de Kan­ton oder die Eid­ge­nos­sen­schaft, je nach­dem, wer die Ver­fü­gung er­las­sen oder die Dienst­leis­tung er­bracht hat.

3 Der An­teil des Bun­des an den von den kan­to­na­len Han­dels­re­gis­teräm­tern im vor­an­ge­hen­den Jahr be­zo­ge­nen Ge­büh­ren ist zu Be­ginn je­des neu­en Jah­res der Eid­ge­nos­sen­schaft zu über­wei­sen.

Art. 9 Übergangsbestimmung

Die Zah­lungs­mo­da­li­tä­ten und die Hö­he von Ge­büh­ren für Ver­fü­gun­gen und Dienst­leis­tun­gen, die vor In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung er­ge­hen be­zie­hungs­wei­se er­bracht wur­den, rich­ten sich nach bis­he­ri­gem Recht.

Art. 10 Aufhebung eines anderen Erlasses

Die Ver­ord­nung vom 3. De­zem­ber 19542 über die Ge­büh­ren für das Han­dels­re­gis­ter wird auf­ge­ho­ben.

2 [AS 1954 1189, 1972 2771, 1974 191, 1982 1998, 1992 1223, 1997 2233, 2004 2669An­hang Ziff. 1, 2007 4851An­hang Ziff. II 2]

Art. 11 Inkrafttreten

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2021 in Kraft.

Anhang

Gebührenansätze

1 Eintragungen

1.1 Einzelunternehmen

1.2 Kollektiv- und Kommanditgesellschaft

1.3 Kapitalgesellschaften und Gesellschaften nach dem Kollektivanlagengesetz vom 23. Juni 2006 3

1.4 Genossenschaften

1.5 Vereine

1.6 Stiftungen

1.7 Institute des öffentlichen Rechts

1.8 Zweigniederlassungen von Rechtseinheiten mit Sitz in der Schweiz

1.9 Zweigniederlassungen von Rechtseinheiten mit Sitz im Ausland

1.10 Diverse

2 Umstrukturierungen

2.1 Fusion

2.2 Spaltung

2.3 Umwandlung

2.4 Vermögensübertragung

3 Sitzverlegungen in die Schweiz oder ins Ausland

4 Aufforderungen

5 Dienstleistungen

5.1 Handelsregisterämter

5.2 Eidgenössisches Amt für das Handelsregister