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Bundesgesetz
über Massnahmen zur Wahrung
der inneren Sicherheit
(BWIS)

vom 21. März 1997 (Stand am 1. Januar 2021)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 54 Absatz 1 und 57 Absatz 2 der Bundesverfassung1
sowie auf die Zuständigkeit des Bundes zur Wahrung der inneren und äusseren Sicherheit der Eidgenossenschaft,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 7. März 19942,3

beschliesst:

1 SR 101

2 BBl 1994 II 1127

3 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3703; BBl 2005 5613).

1. Abschnitt: Zweck, Aufgaben und Schranken

Art. 1 Zweck  

Die­ses Ge­setz dient der Si­che­rung der de­mo­kra­ti­schen und rechts­staat­li­chen Grund­la­gen der Schweiz so­wie dem Schutz der Frei­heits­rech­te ih­rer Be­völ­ke­rung.

Art. 2 Aufgaben 4  

1 Der Bund trifft vor­beu­gen­de po­li­zei­li­che Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz, um Ge­fähr­dun­gen der in­ne­ren Si­cher­heit früh­zei­tig ab­zu­weh­ren.

2 Vor­beu­gen­de po­li­zei­li­che Mass­nah­men sind:

a.
Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen;
b.
Mass­nah­men zum Schutz von Bun­des­be­hör­den, völ­ker­recht­lich ge­schütz­ten Per­so­nen, stän­di­gen di­plo­ma­ti­schen Missio­nen, kon­su­la­ri­schen Pos­ten und in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen;
c.
Si­cher­stel­lung, Be­schlag­nah­me und Ein­zie­hung von Pro­pa­gan­dama­te­ri­al mit zu Ge­walt auf­ru­fen­dem In­halt;
d.
Be­schlag­nah­me ge­fähr­li­cher Ge­gen­stän­de nach Ar­ti­kel 13f, so­weit dies zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz er­for­der­lich ist;
e.
Mass­nah­men nach dem 5a. Ab­schnitt zur Ver­hin­de­rung von Ge­walt an­läss­lich von Sport­ver­an­stal­tun­gen.

4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 35  

5 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

2. Abschnitt: Aufgabenteilung

Art. 4 Grundsatz  

1 Für die in­ne­re Si­cher­heit sei­nes Ge­bie­tes ist in ers­ter Li­nie der Kan­ton ver­ant­wort­lich.

2 So­weit der Bund nach Ver­fas­sung und Ge­setz für die in­ne­re Si­cher­heit ver­ant­wort­lich ist, leis­ten ihm die Kan­to­ne Amts- und Voll­zugs­hil­fe.

Art. 5 Aufgabenerfüllung durch den Bund 6  

Der Bun­des­rat er­lässt ein Leit­bild der Mass­nah­men zum Schutz von:

a.
Bun­des­be­hör­den;
b.
völ­ker­recht­lich ge­schütz­ten Per­so­nen;
c.
Per­so­nen, de­nen der Bund nach Ar­ti­kel 2 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20077 Vor­rech­te, Im­mu­ni­tä­ten oder Er­leich­te­run­gen ge­währt.

6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

7 SR 192.12

Art. 5a8  

8 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 6 Aufgabenerfüllung durch die Kantone  

1 Je­der Kan­ton be­stimmt die Be­hör­de, die beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes mit dem Bun­des­amt für Po­li­zei (fed­pol) zu­sam­men­ar­bei­tet. Er legt den Dienst­weg so fest, dass dring­li­che Ein­zel­auf­trä­ge des Bun­des oh­ne Ver­zug durch­ge­führt wer­den.9

2 Hat ein Kan­ton si­cher­heits­po­li­zei­li­che Auf­ga­ben be­stimm­ten Ge­mein­den über­tra­gen, so ar­bei­ten die­se wie ein Kan­ton di­rekt mit den Bun­des­be­hör­den zu­sam­men.

3 Per­so­nen, die von den Kan­to­nen mit Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz be­traut sind, un­ter­ste­hen dem kan­to­na­len Dienst­recht und der kan­to­na­len Dienstauf­sicht.

9 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 7–910  

10 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

3. Abschnitt: Informationsbearbeitung

Art. 10 Informationspflichten von fedpol 11  

Fed­pol in­for­miert die an­dern Si­cher­heits­or­ga­ne des Bun­des und die Kan­to­ne so­wie die an po­li­zei­li­chen Auf­ga­ben mit­wir­ken­den Bun­des­or­ga­ne über al­le Vor­gän­ge, wel­che die in­ne­re Si­cher­heit in ih­rem Auf­ga­ben­be­reich be­ein­träch­ti­gen kön­nen.

11 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 10a12  

12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 11–1313  

13 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art.13a14  

14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006 (AS 2006 3703; BBl 2005 5613). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 13b–13d15  

15 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 13e Sicherstellung, Beschlagnahme und Einziehung von Propagandamaterial 16  

1 Die Po­li­zei- und die Zoll­be­hör­den stel­len, un­ge­ach­tet der Men­ge, Be­schaf­fen­heit und Art, Ma­te­ri­al si­cher, das Pro­pa­gan­da­zwe­cken die­nen kann und des­sen In­halt kon­kret und ernst­haft zur Ge­walt­tä­tig­keit ge­gen Men­schen oder Sa­chen auf­ruft.

2 Sie über­mit­teln das Ma­te­ri­al dem Nach­rich­ten­dienst des Bun­des (NDB). Über die Be­schlag­nah­me und die Ein­zie­hung ent­schei­det fed­pol nach An­hö­rung des NDB. Das Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz vom 20. De­zem­ber 196817 ist an­wend­bar.18

3 Stos­sen die zu­stän­di­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB oder von fed­pol auf ent­spre­chen­des Ma­te­ri­al, so kön­nen sie es di­rekt si­cher­stel­len.

4 Liegt ein Ver­dacht auf ei­ne straf­ba­re Hand­lung vor, so über­mit­telt die si­cher­stel­len­de Be­hör­de das Ma­te­ri­al der zu­stän­di­gen Straf­be­hör­de.

5 Bei Ver­brei­tung von Pro­pa­gan­dama­te­ri­al nach Ab­satz 1 über das In­ter­net kann fed­pol nach An­hö­rung des NDB:

a.
die Lö­schung der be­tref­fen­den Web­si­te ver­fü­gen, wenn das Pro­pa­gan­dama­te­ri­al auf ei­nem schwei­ze­ri­schen Rech­ner liegt;
abis.19
den Wi­der­ruf der zur Ver­brei­tung ver­wen­de­ten Do­main-Na­men zwei­ter Ebe­ne an­ord­nen, die ei­ner In­ter­net-Do­main un­ter­ge­ord­net sind, de­ren Ver­wal­tung in den Zu­stän­dig­keits­be­reich der Schweiz fällt;
b.
dem schwei­ze­ri­schen Pro­vi­der emp­feh­len, die be­tref­fen­de Web­sei­te zu sper­ren, wenn das Pro­pa­gan­dama­te­ri­al nicht auf ei­nem schwei­ze­ri­schen Rech­ner liegt.

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011, in Kraft seit 16. Ju­li 2012 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841).

17 SR 172.021

18 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

19 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 22. März 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 6159; BBl 2017 6559).

Art. 13f Beschlagnahme gefährlicher Gegenstände 20  

Fed­pol kann ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 6 des Waf­fen­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 199721 be­schlag­nah­men, so­weit dies zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz er­for­der­lich ist.

20 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

21 SR 514.54

Art. 14 Informationsbeschaffung  

1 Fed­pol und die Kan­to­ne be­schaf­fen die In­for­ma­tio­nen, die zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz not­wen­dig sind. Sie kön­nen die­se Da­ten be­schaf­fen, selbst wenn dies für die be­trof­fe­nen Per­so­nen nicht er­kenn­bar ist.22

2 Per­so­nen­da­ten kön­nen be­schafft wer­den durch:

a.
Aus­wer­ten öf­fent­lich zu­gäng­li­cher Quel­len;
b.
Ein­ho­len von Aus­künf­ten;
c.
Ein­sicht in amt­li­che Ak­ten;
d.
Ent­ge­gen­nah­me und Aus­wer­ten von Mel­dun­gen;
e.
Nach­for­schen nach der Iden­ti­tät oder dem Auf­ent­halt von Per­so­nen;
f.
Be­ob­ach­ten von Vor­gän­gen an öf­fent­li­chen und all­ge­mein zu­gäng­li­chen Or­ten, auch mit­tels Bild- und Tonauf­zeich­nun­gen;
g.
Fest­stel­len der Be­we­gun­gen und der Kon­tak­te von Per­so­nen.

3 Der Ein­satz straf­pro­zes­sua­ler Zwangs­mass­nah­men ist nur im Rah­men ei­nes ge­richts­po­li­zei­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­rens oder ei­ner Vor­un­ter­su­chung zu­läs­sig. Das­sel­be gilt für das Be­ob­ach­ten von Vor­gän­gen in pri­va­ten Räu­men.

22 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 14a–14c23  

23 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 15–1824  

24 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

4. Abschnitt: Personensicherheitsprüfungen

Art. 19 Personenkreis  

1 Der Bun­des­rat kann Si­cher­heits­prü­fun­gen vor­se­hen für Be­diens­te­te des Bun­des, An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee und des Zi­vil­schut­zes so­wie Drit­te, die an klas­si­fi­zier­ten Pro­jek­ten im Be­reich der in­ne­ren und äus­se­ren Si­cher­heit mit­wir­ken, wenn sie bei ih­rer Tä­tig­keit:25

a.
re­gel­mäs­si­gen und weit rei­chen­den Ein­blick in die Re­gie­rungs­tä­tig­keit oder in wich­ti­ge si­cher­heits­po­li­ti­sche Ge­schäf­te ha­ben und dar­auf Ein­fluss neh­men kön­nen;
b.
re­gel­mäs­sig Zu­gang zu Ge­heim­nis­sen der in­ne­ren oder der äus­se­ren Si­cher­heit oder zu In­for­ma­tio­nen ha­ben, de­ren Auf­de­ckung die Er­fül­lung we­sent­li­cher Auf­ga­ben des Bun­des ge­fähr­den könn­te;
c.26
als An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee und des Zi­vil­schut­zes Zu­gang zu klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen, Ma­te­ria­li­en oder An­la­gen ha­ben;
d.
als Ver­trags­part­ner oder de­ren Mit­ar­bei­ter an klas­si­fi­zier­ten Pro­jek­ten des Bun­des mit­wir­ken oder auf­grund von Ge­heim­schutz­ver­ein­ba­run­gen über­prüft wer­den müs­sen;
e.
re­gel­mäs­sig Zu­gang zu be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten ha­ben, de­ren Of­fen­ba­rung die Per­sön­lich­keits­rech­te der Be­trof­fe­nen schwer­wie­gend be­ein­träch­ti­gen könn­te.

2 Die Kan­to­ne kön­nen für ih­re Be­diens­te­ten, die un­mit­tel­bar bei Auf­ga­ben des Bun­des nach die­sem Ge­setz mit­wir­ken, eben­falls ei­ne Si­cher­heits­prü­fung durch­füh­ren. Sie kön­nen die Mit­wir­kung des NDB be­an­spru­chen.

3 Die Si­cher­heits­prü­fung wird durch­ge­führt, be­vor das Amt oder die Funk­ti­on über­tra­gen oder der Auf­trag er­teilt wird. Die Prü­fung darf nur durch­ge­führt wer­den, wenn die be­tref­fen­de Per­son ih­re Ein­wil­li­gung ge­ge­ben hat. An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee dür­fen auch oh­ne Ein­wil­li­gung über­prüft wer­den, so­fern die Prü­fung für die Aus­übung der ak­tu­el­len oder vor­ge­se­he­nen mi­li­tä­ri­schen Funk­ti­on er­for­der­lich ist. Der Bun­des­rat kann die pe­ri­odi­sche Wie­der­ho­lung vor­se­hen.27

4 Der Bun­des­rat er­lässt ei­ne Lis­te der Äm­ter in der Bun­des­ver­wal­tung und der Funk­tio­nen der Ar­mee, für die ei­ne Si­cher­heits­prü­fung durch­ge­führt wer­den muss. Die De­par­te­ments­vor­ste­her und der Bun­des­kanz­ler kön­nen in Aus­nah­me­fäl­len Per­so­nen prü­fen las­sen, de­ren Amt oder Funk­ti­on noch nicht in der Lis­te auf­ge­nom­men ist, je­doch die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 er­füllt.

25 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).

27 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 4277, 2017 2297; BBl 2014 6955).

Art. 20 Prüfungsinhalt  

1 Bei der Si­cher­heits­prü­fung wer­den si­cher­heits­re­le­van­te Da­ten über die Le­bens­füh­rung der be­trof­fe­nen Per­son er­ho­ben, ins­be­son­de­re über ih­re en­gen per­sön­li­chen Be­zie­hun­gen und fa­mi­li­ären Ver­hält­nis­se, ih­re fi­nan­zi­el­le La­ge, ih­re Be­zie­hun­gen zum Aus­land und Ak­ti­vi­tä­ten, wel­che die in­ne­re oder die äus­se­re Si­cher­heit in rechts­wid­ri­ger Wei­se ge­fähr­den kön­nen. Über die Aus­übung ver­fas­sungs­mäs­si­ger Rech­te wer­den kei­ne Da­ten er­ho­ben.

2 Die Da­ten kön­nen er­ho­ben wer­den:

a.
über den NDB aus den Re­gis­tern der Si­cher­heits- und der Straf­ver­fol­gungs­or­ga­ne von Bund und Kan­to­nen so­wie aus dem Straf­re­gis­ter;
b.
aus den Re­gis­tern der Be­trei­bungs- und Kon­kurs­be­hör­den der Kan­to­ne und der Ein­woh­ner­kon­trol­len;
c.28
im Auf­trag der Prüf­be­hör­den (Art. 21 Abs. 1) durch Er­he­bung der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Po­li­zei über die zu prü­fen­de Per­son;
d.29
durch Ein­ho­len von Aus­künf­ten und Ak­ten bei den zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, Ge­rich­ten und Straf­voll­zugs­be­hör­den über lau­fen­de, ab­ge­schlos­se­ne oder ein­ge­stell­te Straf­ver­fah­ren so­wie Straf­voll­zü­ge;
e.
durch Be­fra­gung von Dritt­per­so­nen, wenn die be­trof­fe­ne Per­son zu­ge­stimmt hat;
f.
durch per­sön­li­che Be­fra­gung der be­trof­fe­nen Per­son.

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011, in Kraft seit 16. Ju­li 2012 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841).

29 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 4277, 2017 2297; BBl 2014 6955).

Art. 21 Durchführung der Prüfung  

1 Der Bun­des­rat be­zeich­net die Prüf­be­hör­den, wel­che die Si­cher­heits­prü­fun­gen in Zu­sam­men­ar­beit mit dem NDB durch­füh­ren. Die Prüf­be­hör­den sind wei­sungs­un­ge­bun­den.30

2 Die Prüf­be­hör­de teilt der ge­prüf­ten Per­son das Er­geb­nis der Ab­klä­run­gen und ih­re Be­ur­tei­lung des Si­cher­heits­ri­si­kos mit. Die ge­prüf­te Per­son kann in­nert zehn Ta­gen Ein­sicht in die Prü­fungs­un­ter­la­gen neh­men und die Be­rich­ti­gung falscher Da­ten ver­lan­gen so­wie bei Ak­ten des Bun­des die Ent­fer­nung über­hol­ter Da­ten ver­lan­gen oder einen Be­strei­tungs­ver­merk an­brin­gen las­sen. Für die Ein­schrän­kung der Aus­kunft gilt Ar­ti­kel 9 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 199231 über den Da­ten­schutz (DSG).32

3 Wird die Si­cher­heits­er­klä­rung nicht er­teilt oder mit Vor­be­hal­ten ver­se­hen, so kann die be­trof­fe­ne Per­son Be­schwer­de beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt füh­ren.33

4 Die Prüf­be­hör­de un­ter­brei­tet ih­re Be­ur­tei­lung des Si­cher­heits­ri­si­kos schrift­lich der ent­schei­den­den In­stanz, die für die Wahl oder die Über­tra­gung der Funk­ti­on zu­stän­dig ist. Die ent­schei­den­de In­stanz ist an die Be­ur­tei­lung der Prüf­be­hör­de nicht ge­bun­den. Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­stän­dig­kei­ten bei den Si­cher­heits­prü­fun­gen nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1 Buch­sta­be d.34

5 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten der Si­cher­heits­prü­fung, ins­be­son­de­re die Ein­sichts­rech­te der Be­trof­fe­nen und der er­nen­nen­den Be­hör­de, so­wie Auf­be­wah­rung, wei­te­re Ver­wen­dung und Lö­schung der Da­ten.35

30 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011, in Kraft seit 16. Ju­li 2012 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841).

31 SR 235.1

32 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).

34 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011, in Kraft seit 16. Ju­li 2012 (AS 2012 3745; BBl 2007 5037, 2010 7841).

35 Zwei­ter Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 1 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).

5. Abschnitt: Aufgaben zum Schutz von Personen und Gebäuden

Art. 22 Grundsätze  

1 Fed­pol36 sorgt in Zu­sam­men­ar­beit mit den kan­to­na­len Be­hör­den für den Schutz der Be­hör­den und der Ge­bäu­de des Bun­des so­wie der Per­so­nen und Ge­bäu­de, für wel­che der Bund völ­ker­recht­li­che Schutz­pflich­ten er­fül­len muss.

2 Der Bun­des­rat kann für die­se Auf­ga­ben staat­li­che oder pri­va­te Schutz­diens­te ein­set­zen.

3 Er kann an­de­re ge­eig­ne­te Be­diens­te­te für Schutz­auf­ga­ben ein­set­zen oder bei be­son­de­rem Be­darf oder bei er­höh­ter Be­dro­hung nach Ab­spra­che mit den kan­to­na­len Re­gie­run­gen den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den zur Ver­fü­gung stel­len.

4 Das nach die­sem Ge­setz zum Schutz von Per­so­nen, Be­hör­den und Ge­bäu­den ein­ge­setz­te Per­so­nal darf zur Er­fül­lung sei­nes Auf­trags und, so­weit die zu schüt­zen­den Rechts­gü­ter es recht­fer­ti­gen, po­li­zei­li­chen Zwang und po­li­zei­li­che Mass­nah­men an­wen­den. Das Zwangs­an­wen­dungs­ge­setz vom 20. März 200837 ist an­wend­bar.38

36 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 1 der V vom 12. Dez. 2008 über die An­pas­sung ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen in­fol­ge Über­füh­rung der nach­rich­ten­dienst­li­chen Tei­le des Diens­tes für Ana­ly­se und Prä­ven­ti­on zum VBS, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6261). Die­se Än­de­rung wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

37 SR 364

38 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des Zwangs­an­wen­dungs­ge­set­zes vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5463; BBl 2006 2489).

Art. 23 Schutz der Bundesbehörden  

1 Der Bun­des­rat be­stimmt:

a.39
die Per­so­nen, die im Auf­trag des Bun­des ei­ne öf­fent­li­che Funk­ti­on aus­üben und zu de­ren Guns­ten nach Mass­ga­be der mit die­ser Funk­ti­on ver­bun­de­nen Ge­fähr­dungs­la­ge Schutz­mass­nah­men ge­trof­fen wer­den;
b.
die Ge­bäu­de des Bun­des, in de­nen zum Schutz der Per­so­nen und Ein­rich­tun­gen das Per­so­nal von fed­pol ein­ge­setzt wird;
c.40
...

1bis In be­grün­de­ten Fäl­len kann der Bun­des­rat ei­ne Ver­län­ge­rung von Schutz­mass­nah­men zu­guns­ten von Per­so­nen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a auch nach dem Aus­schei­den aus ih­rer Funk­ti­on vor­se­hen.41

2 Für al­le Ge­bäu­de, in de­nen Bun­des­be­hör­den un­ter­ge­bracht sind, wird das Haus­recht nach Ar­ti­kel 62f des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 199742 (RVOG) in sei­nen Ge­bäu­den vom Bund aus­ge­übt. Er trifft die ge­eig­ne­ten Schutz­mass­nah­men in Ab­spra­che mit fed­pol.43

3 Die Kan­to­ne ge­währ­leis­ten den Schutz des üb­ri­gen Ei­gen­tums des Bun­des nach Mass­ga­be von Ar­ti­kel 62e Ab­satz 1 RVOG.44

3bis Be­ste­hen kon­kre­te Grün­de zur An­nah­me, dass ei­ne be­stimm­te Per­son ge­gen­über Per­so­nen oder Ge­bäu­den, die nach Ab­satz 1 un­ter Schutz ste­hen, ei­ne Straf­tat be­ge­hen wird, so kann die für den Schutz zu­stän­di­ge Be­hör­de die­se Per­son auf­su­chen, sie auf ihr Ver­hal­ten an­spre­chen und sie auf die Fol­gen all­fäl­li­ger Straf­ta­ten hin­wei­sen.45

4 Die Bau­be­hör­den des Bun­des le­gen im Ein­ver­neh­men mit fed­pol und den un­ter­ge­brach­ten De­par­te­men­ten, Grup­pen und Äm­tern und an­dern Bun­des­be­hör­den die bau­li­chen und tech­ni­schen Schutz­mass­nah­men fest.

5 ...46

39 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

40 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

41 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

42 SR 172.010

43 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

44 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

45 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

46 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 23a Informations- und Dokumentationssystem 47  

1 Fed­pol be­ar­bei­tet die In­for­ma­tio­nen, die für die An­ord­nung von Mass­nah­men zum Schutz von Per­so­nen und Ge­bäu­den nach die­sem Ab­schnitt not­wen­dig sind, in ei­nem ei­ge­nen In­for­ma­ti­ons- und Do­ku­men­ta­ti­ons­sys­tem.

2 Das In­for­ma­ti­ons- und Do­ku­men­ta­ti­ons­sys­tem ent­hält Da­ten über si­cher­heits­re­le­van­te Er­eig­nis­se und da­mit in Ver­bin­dung ste­hen­de Per­so­nen.

3 Die Da­ten wer­den spä­tes­tens fünf Jah­re, nach­dem der Schutz­be­darf nicht mehr ge­ge­ben ist, ver­nich­tet.

4 Das Aus­kunfts­recht und das Recht, Da­ten be­rich­ti­gen zu las­sen, rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 5 und 8 DSG48.

47 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

48 SR 235.1

Art. 23b Daten, Datenkategorien und Schranken der Datenbearbeitung 49  

1 Fed­pol be­ar­bei­tet nur Da­ten von Per­so­nen:

a.
für de­ren Si­cher­heit fed­pol zu­stän­dig ist;
b.
von de­nen auf­grund be­grün­de­ter An­halts­punk­te an­ge­nom­men wer­den muss, dass von ih­nen ei­ne kon­kre­te Ge­fahr für die Si­cher­heit von Be­hör­den, Ge­bäu­den und Ein­rich­tun­gen des Bun­des aus­geht.

2 Es dür­fen aus­sch­liess­lich fol­gen­de Da­ten be­ar­bei­tet wer­den:

a.
Na­me, Vor­na­me, Ge­burts­da­tum, Ge­burts­ort, Hei­mat­ort und Wohn­adres­se;
b.
Auf­nah­men in Bild und Ton;
c.
be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, so­weit sie für die Be­ur­tei­lung des Gra­des der Ge­fähr­lich­keit not­wen­dig sind, wie In­for­ma­tio­nen über den Ge­sund­heits­zu­stand, über Ver­ur­tei­lun­gen oder hän­gi­ge Ver­fah­ren, über Mit­glied­schaf­ten in Par­tei­en, Ge­sell­schaf­ten, Ver­ei­nen, Or­ga­ni­sa­tio­nen und In­sti­tu­tio­nen so­wie An­ga­ben über de­ren lei­ten­de Or­ga­ne.

3 In­for­ma­tio­nen über die po­li­ti­sche Be­tä­ti­gung und über die Aus­übung der Mei­nungs-, der Ver­samm­lungs- und der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit dür­fen nicht be­ar­bei­tet wer­den. Die Be­ar­bei­tung ist aus­nahms­wei­se zu­läs­sig, wenn be­grün­de­te An­halts­punk­te be­ste­hen, dass ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on oder ihr an­ge­hö­ren­de Per­so­nen die Aus­übung der po­li­ti­schen Rech­te oder der Grund­rech­te als Vor­wand neh­men, um straf­ba­re Hand­lun­gen vor­zu­be­rei­ten oder durch­zu­füh­ren.

49 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 23c Zugriffsrechte und Datenweitergabe 50  

1 Der Zu­griff auf das In­for­ma­ti­ons- und Do­ku­men­ta­ti­ons­sys­tem mit­tels au­to­ma­ti­sier­ten Ab­ruf­ver­fah­rens ist auf die­je­ni­gen Stel­len von fed­pol be­schränkt, die:

a.
die Ge­fähr­dung von Be­hör­den, Ge­bäu­den und Ein­rich­tun­gen des Bun­des be­ur­tei­len;
b.
Per­so­nen­schutz­mass­nah­men an­ord­nen und durch­füh­ren.

2 Fol­gen­den Stel­len und Per­so­nen dür­fen Da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, be­kannt ge­ge­ben wer­den:

a.
De­par­te­men­ten, Amts­stel­len und Si­cher­heits­or­ga­nen der zi­vi­len und mi­li­tä­ri­schen Ver­wal­tung zum Schutz von Be­hör­den, Ge­bäu­den und Ein­rich­tun­gen so­wie zur Durch­füh­rung von Per­so­nen­schutz­mass­nah­men;
b.
für Staats­schutz oder Ter­ror­be­kämp­fung zu­stän­di­gen Stel­len bei fed­pol und beim NDB;
c.
Ge­bäu­de­ver­ant­wort­li­chen des Bun­des zur Ver­hin­de­rung des un­be­rech­tig­ten Zu­tritts von Per­so­nen;
d.
in- und aus­län­di­schen Ver­tre­tun­gen so­wie in­ter­na­tio­na­len Or­ga­nen zum Schutz völ­ker­recht­lich ge­schütz­ter Per­so­nen;
e.
in- und aus­län­di­schen Po­li­zei­or­ga­nen zur Er­fül­lung si­cher­heits­po­li­zei­li­cher Auf­ga­ben;
f.
Ver­ant­wort­li­chen von An­läs­sen und Pri­va­ten, so­weit die Be­kannt­ga­be not­wen­dig ist, um ei­ne schwe­re und un­mit­tel­ba­re Ge­fahr ab­zu­weh­ren.

50 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 24 Erfüllung der völkerrechtlichen Schutzpflichten  

Die Kan­to­ne tref­fen in Ab­spra­che mit fed­pol die Mass­nah­men auf ih­rem Ge­biet, die für die Er­fül­lung der völ­ker­recht­li­chen Schutz­pflich­ten der Schweiz not­wen­dig sind; wenn nö­tig ar­bei­ten sie mit den Si­cher­heits­diens­ten der auf ih­rem Ge­biet nie­der­ge­las­se­nen in­ter­na­tio­na­len oder di­plo­ma­ti­schen Ver­tre­tun­gen so­wie den aus­län­di­schen Po­li­zei­be­hör­den zu­sam­men, die für die Si­cher­heits­fra­gen im Grenz­ge­biet zu­stän­dig sind.

Abschnitt 5a: Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen51

51 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3703; BBl 2005 5613).

Art. 24a Informationen über Gewalttätigkeiten anlässlich von Sportveranstaltungen  

1 Fed­pol be­treibt ein elek­tro­ni­sches In­for­ma­ti­ons­sys­tem, in das Da­ten über Per­so­nen auf­ge­nom­men wer­den, die sich an­läss­lich von Sport­ver­an­stal­tun­gen im In‑ und Aus­land ge­walt­tä­tig ver­hal­ten ha­ben.

2 In das In­for­ma­ti­ons­sys­tem dür­fen In­for­ma­tio­nen über Per­so­nen, ge­gen die Aus­rei­se­sper­ren, Mass­nah­men nach kan­to­na­lem Recht im Zu­sam­men­hang mit Ge­walt­tä­tig­kei­ten an­läss­lich von Sport­ver­an­stal­tun­gen oder an­de­re Mass­nah­men wie Sta­dion­ver­bo­te ver­hängt wor­den sind, auf­ge­nom­men wer­den, wenn:52

a.
die Mass­nah­me von ei­ner rich­ter­li­chen Be­hör­de aus­ge­spro­chen oder be­stä­tigt wor­den ist;
b.
die Mass­nah­me auf­grund ei­ner straf­ba­ren Hand­lung aus­ge­spro­chen wor­den ist, die zur An­zei­ge an die zu­stän­di­gen Be­hör­den ge­bracht wur­de; oder
c.
die Mass­nah­me zur Wah­rung der Si­cher­heit von Per­so­nen oder der Sport­ver­an­stal­tung not­wen­dig ist und glaub­haft ge­macht wer­den kann, dass die Mass­nah­me be­grün­det ist.

3 Das elek­tro­ni­sche In­for­ma­ti­ons­sys­tem kann fol­gen­de Da­ten ent­hal­ten: Fo­to; Na­me; Vor­na­me; Ge­burts­da­tum; Ge­burts­ort; Hei­mat­ort; Wohn­adres­se; Art der Mass­nah­me und Grund der Mass­nah­me wie Ver­ur­tei­lung, Stra­fun­ter­su­chung, Mel­dun­gen der Po­li­zei, Vi­deo­auf­nah­men; ver­fü­gen­de Be­hör­de; Ver­stös­se ge­gen Mass­nah­men; Or­ga­ni­sa­tio­nen; Er­eig­nis­se.

4 Die Be­hör­den und Amts­stel­len nach Ar­ti­kel 13, die über In­for­ma­tio­nen nach Ab­satz 1 ver­fü­gen, sind zu de­ren Wei­ter­ga­be an fed­pol ver­pflich­tet.

5 Die Voll­zugs­be­hör­den kön­nen be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­ten, so­weit es die Durch­füh­rung ih­rer Auf­ga­ben er­for­dert.

6 Fed­pol prüft, ob die In­for­ma­tio­nen, die ihm über­mit­telt wer­den, rich­tig und er­heb­lich im Sin­ne von Ab­satz 2 sind. Es ver­nich­tet un­rich­ti­ge oder un­er­heb­li­che In­for­ma­tio­nen und be­nach­rich­tigt dar­über den Ab­sen­der.

7 Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem steht den für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes zu­stän­di­gen Stel­len von fed­pol so­wie den Po­li­zei­be­hör­den der Kan­to­ne, der Schwei­ze­ri­schen Zen­tral­stel­le für Hoo­li­ga­nis­mus (Zen­tral­stel­le) und den Zoll­be­hör­den über ein Ab­ruf­ver­fah­ren zur Ver­fü­gung. Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen für die Auf­be­wah­rung und Lö­schung der Da­ten fest. Er be­stimmt den An­schluss der kan­to­na­len Si­cher­heits­or­ga­ne im Ein­zel­nen und re­gelt die Zu­griffs­rech­te.

8 Die Voll­zugs­be­hör­den kön­nen Per­so­nen­da­ten nach Ab­satz 1 an Or­ga­ni­sa­to­ren von Sport­ver­an­stal­tun­gen in der Schweiz wei­ter­ge­ben, wenn die Da­ten für die Anord­nung von Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung von Ge­walt­tä­tig­kei­ten an­läss­lich be­stimm­ter Ver­an­stal­tun­gen nö­tig sind. Die Emp­fän­ger der Da­ten dür­fen die­se nur im Rah­men des Voll­zu­ges der Mass­nah­men an Drit­te wei­ter­ge­ben. Der Bun­des­rat re­gelt, wie die Da­ten durch die Emp­fän­ger und durch Drit­te be­ar­bei­tet wer­den.

9 Fed­pol und die Zen­tral­stel­le kön­nen Per­so­nen­da­ten an aus­län­di­sche Po­li­zei­be­hör­den und Si­cher­heits­or­ga­ne wei­ter­ge­ben. Die Wei­ter­ga­be rich­tet sich nach den Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 17 Ab­sät­ze 3–5. Die Da­ten dür­fen nur wei­ter­ge­ge­ben wer­den, wenn der Emp­fän­ger ga­ran­tiert, dass sie aus­sch­liess­lich der An­ord­nung von Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung von Ge­walt­tä­tig­kei­ten an­läss­lich von Sport­ver­an­stal­tun­gen die­nen. Der Quel­len­schutz ist zu wah­ren.

10 Das Recht, Aus­künf­te über die Da­ten im In­for­ma­ti­ons­sys­tem zu be­kom­men, und das Recht, die Da­ten be­rich­ti­gen zu las­sen, rich­ten sich nach den Ar­ti­keln 5 und 8 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 199253 über den Da­ten­schutz. Fed­pol teilt der be­trof­fe­nen Per­son die Er­fas­sung und Lö­schung ih­rer Da­ten im In­for­ma­ti­ons­sys­tem mit.

52 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5091; BBl 2007 6465).

53 SR 235.1

Art. 24b54  

54 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5091; BBl 2007 6465).

Art. 24c Ausreisebeschränkung  

1 Ei­ner Per­son kann die Aus­rei­se aus der Schweiz in ein be­stimm­tes Land für ei­ne be­stimm­te Zeit­dau­er un­ter­sagt wer­den, wenn:

a.55
ge­gen sie ein Ray­on­ver­bot be­steht, weil sie sich an­läss­lich von Sport­ver­an­stal­tun­gen nach­weis­lich an Ge­walt­tä­tig­kei­ten ge­gen Per­so­nen oder Sa­chen be­tei­ligt hat; und
b.
auf­grund ih­res Ver­hal­tens an­ge­nom­men wer­den muss, dass sie sich an­läss­lich ei­ner Sport­ver­an­stal­tung im Be­stim­mungs­land an Ge­walt­tä­tig­kei­ten be­tei­li­gen wird.

2 Ei­ne Aus­rei­se­be­schrän­kung kann auch ge­gen ei­ne Per­son ver­fügt wer­den, ge­gen die kein Ray­on­ver­bot be­steht, so­fern kon­kre­te und ak­tu­el­le Tat­sa­chen die An­nah­me be­grün­den, dass sie sich im Be­stim­mungs­land an Ge­walt­tä­tig­kei­ten be­tei­li­gen wer­den.

3 Die Aus­rei­se­be­schrän­kung gilt frü­he­s­tens drei Ta­ge vor der Sport­ver­an­stal­tung und dau­ert längs­tens bis einen Tag nach de­ren En­de.

4 Wäh­rend der Dau­er der Be­schrän­kung ist je­de Aus­rei­se ver­bo­ten, mit der ein Auf­ent­halt im Be­stim­mungs­land an­ge­strebt wird. Aus­nah­men kön­nen von fed­pol be­wil­ligt wer­den, wenn die be­tref­fen­de Per­son wich­ti­ge Grün­de für den Auf­ent­halt im Be­stim­mungs­land gel­tend macht.

5 Fed­pol ver­fügt die Aus­rei­se­be­schrän­kung. Die Kan­to­ne und die Zen­tral­stel­le kön­nen Aus­rei­se­be­schrän­kun­gen be­an­tra­gen.

6 Die Aus­rei­se­be­schrän­kung wird im au­to­ma­ti­sier­ten Po­li­zei­fahn­dungs­sys­tem (RI­POL; Art. 15 des BG vom 13. Ju­ni 200856 über die po­li­zei­li­chen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me des Bun­des) aus­ge­schrie­ben.57

55 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5091; BBl 2007 6465).

56 SR 361

57 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. 1 des BG vom 13. Ju­ni 2008 über die po­li­zei­li­chen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me des Bun­des, in Kraft seit 5. Dez. 2008 (AS 2008 4989; BBl 2006 5061).

Art. 24d und 24e58  

58 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5091; BBl 2007 6465).

Art. 24f Untere Altersgrenze 59  

Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 24c kön­nen nur ge­gen Per­so­nen ver­fügt wer­den, die das 12. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben.

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5091; BBl 2007 6465).

Art. 24g Aufschiebende Wirkung 60  

Ei­ner Be­schwer­de ge­gen ei­ne Ver­fü­gung über Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 24c kommt auf­schie­ben­de Wir­kung zu, wenn da­durch der Zweck der Mass­nah­me nicht ge­fähr­det wird und wenn die Be­schwer­de­in­stanz oder das Ge­richt die­se in ei­nem Zwi­schen­ent­scheid aus­drück­lich ge­währt.

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5091; BBl 2007 6465).

Art. 24h61  

61 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5091; BBl 2007 6465).

6. Abschnitt: Organisatorische Bestimmungen

Art. 25–2762  

62 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 28 Finanzielle Leistungen an die Kantone  

1 ...63

2 Der Bund leis­tet an Kan­to­ne, die in gros­sem Aus­mass Schutz­auf­ga­ben nach dem fünf­ten Ab­schnitt er­fül­len müs­sen, so­wie bei aus­ser­or­dent­li­chen Er­eig­nis­sen ei­ne an­ge­mes­se­ne Ab­gel­tung.

3 Der Bund ge­währt dem Schwei­ze­ri­schen Po­li­zei­in­sti­tut Neu­en­burg Fi­nanz­hil­fen für die im In­ter­es­se des Bun­des er­brach­ten Leis­tun­gen.

63 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

Art. 29 Ausbildung  

Bund und Kan­to­ne ar­bei­ten bei der Aus­bil­dung im Be­rei­che der in­ne­ren Si­cher­heit zu­sam­men, ins­be­son­de­re durch ge­mein­sa­me Aus­bil­dungs­an­ge­bo­te.

7. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 30 Vollzug  

Der Bun­des­rat voll­zieht die­ses Ge­setz. Er er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

Art. 31 Änderung bisherigen Rechts  

...64

64 Die Än­de­rung kann un­ter AS 1998 1546kon­sul­tiert wer­den.

Art. 32 Referendum und Inkrafttreten  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens:65
4. Ab­schnitt: 1. Ja­nu­ar 1999
al­le üb­ri­gen Be­stim­mun­gen: 1. Ju­li 1998

65 BRB vom 15. Ju­ni 1998

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