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Verordnung
über die Personensicherheitsprüfungen
(PSPV)

vom 4. März 2011 (Stand am 1. Januar 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 19 Absätze 1, 3 und 4, 21 Absätze 1, 4 und 5 sowie 30 des Bundesgesetzes vom 21. März 19971 über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS)
und auf Artikel 150 Absatz 1 des Militärgesetzes vom 3. Februar 19952 (MG),

verordnet:

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand

Die­se Ver­ord­nung re­gelt die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen nach den Ar­ti­keln 19–21 BWIS so­wie nach den Ar­ti­keln 23 Ab­satz 2 Buch­sta­be d, 103 Ab­satz 3 Buch­sta­be d und 113 Ab­satz 1 Buch­sta­be d MG3.

3 Art. 113 Abs. 1 Bst. d MG wur­de durch das BG vom 25. Sep­tem­ber 2015 über Ver­bes­se­run­gen beim In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Be­hör­den im Um­gang mit Waf­fen auf den 1. Ju­li 2016 ge­än­dert (AS 2016 1831; BBl 2014 303). Sie­he heu­te: Art. 113 Abs. 4 Bst. d MG.

Art. 2 Begriffe

In die­ser Ver­ord­nung be­deu­ten:

a.
VER­TRAU­LICH klas­si­fi­zier­te In­for­ma­tio­nen: In­for­ma­tio­nen nach Ar­ti­kel 6 der In­for­ma­ti­ons­schutz­ver­ord­nung vom 4. Ju­li 20074;
b.
GE­HEIM klas­si­fi­zier­te In­for­ma­tio­nen: In­for­ma­tio­nen nach Ar­ti­kel 5 der In­for­ma­ti­ons­schutz­ver­ord­nung vom 4. Ju­li 2007;
c.
VER­TRAU­LICH oder GE­HEIM klas­si­fi­zier­tes Ma­te­ri­al: Ma­te­ri­al nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 Buch­sta­be a der Ar­mee­ma­te­ri­al­ver­ord­nung vom 6. De­zem­ber 20075;
d.
Zu­gang zu Schutz­zo­ne 2 ei­ner mi­li­tä­ri­schen An­la­ge: Zu­gang zu An­la­gen und An­lagen­tei­len nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 Buch­sta­be b der An­la­ge­schutz­ver­ord­nung vom 2. Mai 19906;
e.
Zu­gang zu Schutz­zo­ne 3 ei­ner mi­li­tä­ri­schen An­la­ge: Zu­gang zu An­la­gen und An­lagen­tei­len nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 Buch­sta­be c der An­la­ge­schutz­ver­ord­nung vom 2. Mai 1990.

Art. 3 Prüfbehörden

1 Die Fach­stel­le für Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen im Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport (Fach­stel­le PSP VBS) führt die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen nach den Ar­ti­keln 10, 11 und 12 Ab­satz 1 in Zu­sam­men­ar­beit mit den Si­cher­heits­or­ga­nen des Bun­des und der Kan­to­ne durch.

2 Die Fach­stel­le für Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen in der Bun­des­kanz­lei (Fach­stel­le PSP BK) führt die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 mit Un­ter­stüt­zung der Fach­stel­le PSP VBS durch.

3 Die Fach­stel­le PSP VBS er­hebt für die Fach­stel­le PSP BK die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–d BWIS. Zur Ve­ri­fi­zie­rung der für die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung not­wen­di­gen Da­ten hat die Fach­stel­le PSP BK über ein Ab­ruf­ver­fah­ren di­rekt Zu­griff auf die Re­gis­ter und Da­ten­ban­ken nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1. Sie kann dies­be­züg­lich auch di­rekt an die Si­cher­heits­be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne ge­lan­gen.

4 ...7

7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 2012, mit Wir­kung seit 16. Ju­li 2012 (AS 2012 3765).

2. Kapitel: Durchführung der Personensicherheitsprüfung

1. Abschnitt: Zu prüfende Personen

Art. 4 Bedienstete des Bundes

1 Wer für ei­ne Funk­ti­on nach An­hang 1 vor­ge­se­hen ist, wird ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung un­ter­zo­gen.

2 Be­stim­mun­gen in völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen blei­ben vor­be­hal­ten.

Art. 5 Stellungspflichtige sowie Angehörige der Armee und des Zivilschutzes 8


1 Ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung nach die­ser Ver­ord­nung wer­den un­ter­zo­gen:

a.
Stel­lungs­pflich­ti­ge und An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, die für ei­ne Funk­ti­on nach An­hang 2 vor­ge­se­hen sind;
b.
An­ge­hö­ri­ge des Zi­vil­schut­zes, die Zu­gang zu VER­TRAU­LICH oder GE­HEIM klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen, zu eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al oder zu Schutz­zo­ne 2 oder 3 ei­ner mi­li­tä­ri­schen An­la­ge ha­ben.

2 Ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung nach Ar­ti­kel 113 Ab­satz 1 Buch­sta­be d MG9 wer­den auf An­trag des Füh­rungs­stabs der Ar­mee un­ter­zo­gen:

a.
al­le Stel­lungs­pflich­ti­gen;
b.
al­le An­ge­hö­ri­gen des Rot­kreuz­diens­tes, die mit ei­ner per­sön­li­chen Waf­fe aus­ge­rüs­tet wer­den;
c.
An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, wenn:
1.
ernst­zu­neh­men­de An­zei­chen oder Hin­wei­se be­ste­hen, dass die­se sich selbst oder Drit­te mit der per­sön­li­chen Waf­fe ge­fähr­den könn­ten, oder
2.
An­zei­chen oder Hin­wei­se auf einen dro­hen­den Miss­brauch der per­sön­li­chen Waf­fe durch sie oder durch Drit­te be­ste­hen.

3 Bei Stel­lungs­pflich­ti­gen er­folgt die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung an­läss­lich der Re­kru­tie­rung.

4 Be­stim­mun­gen in völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen blei­ben vor­be­hal­ten.

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. März 2012, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 1153).

9 Art. 113 Abs. 1 Bst. d MG wur­de durch das BG vom 25. Sep­tem­ber 2015 über Ver­bes­se­run­gen beim In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Be­hör­den im Um­gang mit Waf­fen auf den 1. Ju­li 2016 ge­än­dert (AS 2016 1831; BBl 2014 303). Sie­he heu­te: Art. 113 Abs. 4 Bst. d MG.

Art. 6 Dritte

Drit­te wer­den ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung un­ter­zo­gen, wenn sie:

a.
im Rah­men ei­nes Ver­trags oder als Mit­ar­bei­te­rin oder Mit­ar­bei­ter ei­nes ver­trag­lich ver­pflich­te­ten Un­ter­neh­mens oder ei­ner sol­chen Or­ga­ni­sa­ti­on an ei­nem klas­si­fi­zier­ten Pro­jekt im Be­reich der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit mit­wir­ken und da­bei Zu­gang er­hal­ten zu:
1.
VER­TRAU­LICH oder GE­HEIM klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al,
2.
Schutz­zo­ne 2 oder 3 ei­ner mi­li­tä­ri­schen An­la­ge;
b.
auf­grund in­ter­na­tio­na­ler In­for­ma­ti­ons­schutz­ab­kom­men ge­prüft wer­den müs­sen.

Art. 7 Angestellte der Kantone

An­ge­stell­te der Kan­to­ne wer­den auf An­trag der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung un­ter­zo­gen, wenn sie für ei­ne Funk­ti­on vor­ge­se­hen sind, bei der sie bei Auf­ga­ben des Bun­des nach dem BWIS un­mit­tel­bar mit­wir­ken.

2. Abschnitt: Vorabklärung und Prüfstufen

Art. 8 Vorabklärung

1 Stellt die er­su­chen­de Stel­le im In­for­ma­ti­ons­sys­tem Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen (SI­BAD) nach den Ar­ti­keln 144–149 des Bun­des­ge­set­zes vom 3. Ok­to­ber 200810 über die mi­li­tä­ri­schen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me fest, dass die zu prü­fen­de Per­son in­ner­halb von fünf Jah­ren vor der Vor­ab­klä­rung be­reits ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung un­ter­zo­gen wur­de, so kann sie auf die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ver­zich­ten.

2 Wur­de die zu prü­fen­de Per­son in­ner­halb von fünf Jah­ren vor der Vor­ab­klä­rung kei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung oder ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung nach ei­ner tiefe­ren Prüf­stu­fe un­ter­zo­gen, so lei­tet die er­su­chen­de Stel­le die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ein.

Art. 9 Prüfstufen

1 Die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen wer­den nach den fol­gen­den Prüf­stu­fen durch­ge­führt:

a.
Grund­si­cher­heits­prü­fung;
b.
er­wei­ter­te Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung;
c.
er­wei­ter­te Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung mit Be­fra­gung.

2 Die zu­stän­di­gen Bun­des­be­hör­den le­gen für die Funk­tio­nen nach den An­hän­gen 1 und 2 die je­wei­li­ge Prüf­stu­fe in Form ei­ner Ver­ord­nung fest.

Art. 10 Grundsicherheitsprüfung

1 Für die Grund­si­cher­heits­prü­fung ist die Fach­stel­le PSP VBS zu­stän­dig.

2 Die Grund­si­cher­heits­prü­fung wird durch­ge­führt:

a.
bei Be­diens­te­ten des Bun­des und An­ge­stell­ten der Kan­to­ne mit re­gel­mäs­si­gem Zu­gang zu VER­TRAU­LICH klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al;
b.11
bei An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee und des Zi­vil­schut­zes so­wie Drit­ten mit Zu­gang zu VER­TRAU­LICH klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al;
c.
bei Per­so­nen mit Zu­gang zu Schutz­zo­ne 2 ei­ner mi­li­tä­ri­schen An­la­ge;
d.
bei Per­so­nen mit Zu­gang zu schwei­ze­ri­schen oder in­ter­na­tio­na­len mi­li­tä­ri­schen Si­cher­heits- oder Sperr­zo­nen;
e.
bei Per­so­nen, die auf­grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men Zu­gang zu VER­TRAU­LICH klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al er­hal­ten;
f.12
an­läss­lich der Re­kru­tie­rung bei Stel­lungs­pflich­ti­gen, die vor­ge­se­hen sind für Funk­tio­nen mit Zu­gang zu:
1.
VER­TRAU­LICH klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al,
2.
Schutz­zo­ne 2 ei­ner mi­li­tä­ri­schen An­la­ge.

3 Die Prüf­be­hör­de er­hebt die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und d BWIS.

4 Sie kann zu­sätz­lich die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­ben b, c, e und f BWIS er­he­ben und von der be­tref­fen­den Per­son ver­lan­gen, dass sie das For­mu­lar «Wei­te­re An­ga­ben zur Per­son» aus­füllt, wenn:

a.
die be­tref­fen­de Per­son in ei­nem Re­gis­ter nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 BWIS ver­zeich­net ist:
b.
für die Be­ur­tei­lung zu we­nig Da­ten vor­han­den sind;
c.
die Prüf­be­hör­de über si­cher­heits­re­le­van­te In­for­ma­tio­nen ver­fügt und aus die­sem Grund be­ab­sich­tigt, die Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 Buch­sta­be a nicht zu er­las­sen.

5 Die Prüf­be­hör­de be­ur­teilt die be­tref­fen­de Per­son auf­grund der er­ho­be­nen Da­ten.

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 1 der V vom 30. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5903).

12 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 1 der V vom 30. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5903).

Art. 11 Erweiterte Personensicherheitsprüfung

1 Für die er­wei­ter­te Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ist die Fach­stel­le PSP VBS zu­stän­dig.

2 Die er­wei­ter­te Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung wird durch­ge­führt:

a.
bei Be­diens­te­ten des Bun­des und An­ge­stell­ten der Kan­to­ne mit re­gel­mäs­si­gem Zu­gang zu GE­HEIM klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al;
abis.13
im Be­reich von Ge­schäfts­ver­wal­tungs­sys­te­men nach der GE­VER-Ver­ord­nung vom 30. No­vem­ber 201214 bei:
1.
Ad­mi­nis­tra­to­rin­nen und Ad­mi­nis­tra­to­ren,
2.
Re­gis­tra­to­rin­nen und Re­gis­tra­to­ren mit um­fas­sen­den Zu­griffs­rech­ten,
3.
Per­so­nal von Leis­tungs­er­brin­gern so­wie be­auf­trag­ten Drit­ten.
b.15
bei An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee und des Zi­vil­schut­zes so­wie Drit­ten mit Zu­gang zu GE­HEIM klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al;
c.
bei Per­so­nen mit Zu­gang zu Schutz­zo­ne 3 ei­ner mi­li­tä­ri­schen An­la­ge;
d.
bei Per­so­nen, die an­läss­lich ih­res Aus­land­ein­sat­zes die Schweiz ho­heit­lich ver­tre­ten;
e.
bei Per­so­nen, die auf­grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men Zu­gang zu GE­HEIM klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al er­hal­ten;
f.
bei Per­so­nen, die an Auf­ga­ben nach dem BWIS oder an jus­ti­zi­el­len oder po­li­zei­li­chen Auf­ga­ben mit Re­le­vanz für die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit mit­wir­ken und da­bei re­gel­mäs­sig Zu­gang zu be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten ha­ben, de­ren Be­kannt­ga­be die Per­sön­lich­keits­rech­te der Be­trof­fe­nen schwer­wie­gend be­ein­träch­ti­gen kann;
g.
an­läss­lich der Re­kru­tie­rung bei Stel­lungs­pflich­ti­gen, die vor­ge­se­hen sind für Funk­tio­nen mit Zu­gang zu:
1.
GE­HEIM klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen oder eben­so klas­si­fi­zier­tem Ma­te­ri­al,
2.
Schutz­zo­ne 3 ei­ner mi­li­tä­ri­schen An­la­ge.

3 Die Prüf­be­hör­de er­hebt die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a, b und d BWIS so­wie die Da­ten aus dem na­tio­na­len Po­li­zei­in­dex nach der Po­li­zei­in­dex-Ver­ord­nung vom 15. Ok­to­ber 200816.17

4 Sie kann zu­sätz­lich die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­ben c, e und f BWIS er­he­ben und von der be­tref­fen­den Per­son ver­lan­gen, dass sie das For­mu­lar «Wei­te­re An­ga­ben zur Per­son» aus­füllt, wenn:18

a.
die be­tref­fen­de Per­son in ei­nem Re­gis­ter nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 BWIS ver­zeich­net ist;
b.
für die Be­ur­tei­lung zu we­nig Da­ten vor­han­den sind;
c.
die Prüf­be­hör­de über zu­sätz­li­che si­cher­heits­re­le­van­te In­for­ma­tio­nen ver­fügt und aus die­sem Grund be­ab­sich­tigt, die Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 Buch­sta­be a nicht zu er­las­sen.

5 Die Prüf­be­hör­de be­ur­teilt die be­tref­fen­de Per­son auf­grund der er­ho­be­nen Da­ten.

13 Ein­ge­fügt durch Art. 25 Ziff. 1 der GE­VER-Ver­ord­nung vom 30. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 20126669).

14 [AS 2012 6669, 2014 723. AS 2019 1311Art. 19 Bst. a]. Sie­he heu­te: die V vom 3. April 2019 (SR 172.010.441).

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 1 der V vom 30. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5903).

16 SR 361.4

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. März 2012, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 1153).

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. März 2012, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 1153).

Art. 12 Erweiterte Personensicherheitsprüfung mit Befragung

1 Die er­wei­ter­te Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung mit Be­fra­gung wird von der Fach­stel­le PSP VBS bei Per­so­nen durch­ge­führt, die:

a.
re­gel­mäs­si­gen und weit­rei­chen­den Ein­blick in die Re­gie­rungs­tä­tig­keit oder in wich­ti­ge si­cher­heits­po­li­ti­sche Ge­schäf­te ha­ben und dar­auf Ein­fluss neh­men kön­nen;
b.
re­gel­mäs­sig Zu­gang zu Ge­heim­nis­sen der in­ne­ren oder der äus­se­ren Si­cher­heit oder zu In­for­ma­tio­nen ha­ben, de­ren Auf­de­ckung die Er­fül­lung we­sent­­li­cher Auf­ga­ben des Bun­des ge­fähr­den könn­te;
c.
der Fach­stel­le PSP BK an­ge­hö­ren;
d.
die Funk­ti­on der Vi­ze­kanz­le­rin oder des Vi­ze­kanz­lers in­ne­ha­ben;
e.
die Funk­ti­on der oder des Eid­ge­nös­si­schen Da­ten­schutz- und Öf­fent­lich­keits­be­auf­trag­ten in­ne­ha­ben.

2 Die er­wei­ter­te Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung mit Be­fra­gung wird von der Fach­stel­le PSP BK bei Per­so­nen durch­ge­führt, die:

a.
vom Bun­des­rat er­nannt wer­den; aus­ge­nom­men sind:
1.
die Vi­ze­kanz­le­rin und der Vi­ze­kanz­ler,
2.
die oder der Eid­ge­nös­si­sche Da­ten­schutz- und Öf­fent­lich­keits­be­auf­trag­te,
3.
die Mit­glie­der der aus­ser­par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen; tref­fen auf die Mit­glie­der aus­ser­par­la­men­ta­ri­scher Kom­mis­sio­nen je­doch die Kri­te­ri­en nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder b zu, so wird die er­wei­ter­te Si­cher­heits­prü­fung mit Be­fra­gung den­noch von der Fach­stel­le PSP BK durch­ge­führt,
4.19
die Prä­si­den­tin­nen und Prä­si­den­ten, Rich­te­rin­nen und Rich­ter so­wie Er­satz­rich­te­rin­nen und Er­satz­rich­ter der Mi­li­tär- und Mi­li­tärap­pel­la­ti­ons­ge­rich­te,
5.20
die oder der De­le­gier­te für di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on und IKT-Len­kung;
abis.21
ge­mä­ss Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1bis Bun­des­per­so­nal­ver­ord­nung vom 3. Ju­li 200122 an­ge­stellt wer­den;
b.
der In­for­ma­ti­ons- und Ob­jekt­si­cher­heit des VBS an­ge­hö­ren;
c.
der Fach­stel­le PSP VBS an­ge­hö­ren.

3 Die Fach­stel­le PSP VBS er­hebt die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a‑d BWIS. Bei Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen nach Ab­satz 1 er­hebt sie zu­sätz­lich die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­be f BWIS. Bei Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen nach Ab­satz 2 er­hebt die Fach­stel­le PSP BK die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­be f BWIS. Die zu­stän­di­ge Prüf­be­hör­de kann zu­sätz­lich die Da­ten nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 Buch­sta­be e BWIS er­he­ben.

4 Die zu­stän­di­ge Prüf­be­hör­de be­ur­teilt die be­tref­fen­de Per­son auf­grund der er­ho­be­nen Da­ten.

5 Bei der Ein­lei­tung ei­ner er­wei­ter­ten Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung mit Be­fra­gung hat die er­su­chen­de Stel­le der zu­stän­di­gen Prüf­be­hör­de das Prüf­for­mu­lar so­wie das For­mu­lar «Wei­te­re An­ga­ben zur Per­son» aus­ge­füllt ein­zu­rei­chen.

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. März 2012, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 1153).

20 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 der V vom 25. Nov. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5893).

21 Ein­ge­fügt durch Ziff. II der V vom 28. Nov. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4567).

22 SR 172.220.111.3

Art. 13 Ausnahme für versetzungspflichtiges und im Ausland eingesetztes Personal

1 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten (EDA) kann bei Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen von ver­set­zungs­pflich­ti­gem und im Aus­land ein­ge­setz­tem Per­so­nal, das ei­ner er­wei­ter­ten Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung mit Be­fra­gung un­ter­zo­gen wer­den muss, bei zeit­li­cher Dring­lich­keit im Ein­zel­fall von der Prüf­stu­fe ab­wei­chen.

2 Die er­wei­ter­te Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung mit Be­fra­gung ist so bald wie mög­lich nach­zu­ho­len.

3. Abschnitt: Ablauf der Personensicherheitsprüfung

Art. 14 Einleitung

1 Für die Ein­lei­tung der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung sind die fol­gen­den Stel­len zu­stän­dig (er­su­chen­de Stel­len):

a.
für Be­diens­te­te des Bun­des: die mit der Vor­be­rei­tung der An­stel­lung be­trau­te oder die für die Auf­ga­ben­über­tra­gung zu­stän­di­ge Stel­le;
b.
für An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee und Stel­lungs­pflich­ti­ge: der Füh­rungs­stab der Ar­mee (FST A) in­ner­halb der Grup­pe Ver­tei­di­gung des VBS; An­trag auf Ein­lei­tung der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung kön­nen beim FST A auch fol­gen­de Per­so­nen stel­len: die Kom­man­dan­ten gros­ser Ver­bän­de, der Kom­man­do­stä­be, der Trup­pen­kör­per, der Kom­pe­tenz­zen­tren, der Ge­fäs­se Aus­bil­dung und Sup­port, der Fort­bil­dungs­diens­te der Trup­pe oder der Grund­aus­bil­dungs­diens­te so­wie die Kom­man­dan­ten oder Chefs des Haupt­quar­tiers und der Stä­be Bun­des­rat;
bbis.23
für An­ge­hö­ri­ge des Zi­vil­schut­zes: die für den Zi­vil­schutz zu­stän­di­ge Stel­le des Kan­tons;
c.
für an klas­si­fi­zier­ten Pro­jek­ten ab Stu­fe VER­TRAU­LICH be­tei­lig­te Drit­te: die Stel­le, die den Auf­trag er­teilt, so­wie Un­ter­neh­men mit gül­ti­ger Be­triebs­si­cher­heits­er­klä­rung im Rah­men des Ge­heim­schutz­ver­fah­rens;
d.
für An­ge­stell­te der Kan­to­ne: die vom Kan­ton be­zeich­ne­te Stel­le.

2 Bei Drit­ten, die an klas­si­fi­zier­ten mi­li­tä­ri­schen Pro­jek­ten be­tei­ligt sind, lei­tet die für die In­dus­trie­si­cher­heit im VBS zu­stän­di­ge Stel­le die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ein.

3 Die er­su­chen­de Stel­le nennt auf dem Prüf­for­mu­lar den mit der Funk­ti­on oder der Er­fül­lung ei­nes Auf­trags ver­bun­de­nen Prüf­grund und die Prüf­stu­fe nach Ar­ti­kel 9.

4 Sie gibt das Prüf­for­mu­lar und das Merk­blatt über das Prüf­ver­fah­ren so­wie ge­ge­be­nen­falls das For­mu­lar «Wei­te­re An­ga­ben zur Per­son» der zu prü­fen­den Per­son ab.

5 Wil­ligt die zu prü­fen­de Per­son in die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ein, so füllt sie das oder die For­mu­la­re aus und gibt es oder sie der er­su­chen­den Stel­le da­tiert und un­ter­zeich­net zu­rück. Bei Drit­ten er­folgt die Rück­sen­dung an die er­su­chen­de Stel­le über die Ar­beit­ge­be­rin oder den Ar­beit­ge­ber.

6 Bei Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen, die oh­ne Ein­wil­li­gung der zu prü­fen­den Per­son durch­ge­führt wer­den kön­nen, ist die Un­ter­zeich­nung frei­wil­lig.

23 Ein­ge­fügt durch Ziff. III 1 der V vom 30. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5903).

Art. 15 Prüfformulare

1 Die er­su­chen­de Stel­le über­mit­telt die Prüf­for­mu­la­re mit­tels SI­BAD an die zu­stän­di­ge Prüf­be­hör­de und be­auf­tragt die­se mit der Durch­füh­rung der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung. Nicht an SI­BAD an­ge­schlos­se­ne Stel­len kön­nen die Ori­gi­na­le der Prüf­for­mu­la­re der zu­stän­di­gen Prüf­be­hör­de in Pa­pier­form über­mit­teln.

2 Hat die er­su­chen­de Stel­le Grund an­zu­neh­men, dass be­reits ein Si­cher­heits­ri­si­ko be­steht, oder hat sie Kennt­nis von ei­nem Straf­ver­fah­ren ge­gen die zu prü­fen­de Per­son, so mel­det sie dies schrift­lich der zu­stän­di­gen Prüf­be­hör­de.

3 Die Prüf­be­hör­den kön­nen die Ori­gi­na­le der Prüf­for­mu­la­re an­for­dern so­wie ent­spre­chen­de Kon­trol­len durch­füh­ren.

4 Die Ori­gi­na­le der Prüf­for­mu­la­re be­wahrt die er­su­chen­de Stel­le auf.

Art. 16 Widerruf

1 Die Er­mäch­ti­gung ist bis zum Er­lass ei­ner Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 gül­tig und kann von der be­trof­fe­nen Per­son bei der zu­stän­di­gen Prüf­be­hör­de je­der­zeit schrift­lich wi­der­ru­fen wer­den.

2 Wird die Er­mäch­ti­gung zur Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung wi­der­ru­fen, so in­for­miert die Prüf­be­hör­de die er­su­chen­de Stel­le schrift­lich dar­über und sis­tiert die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung so lan­ge, bis sie von die­ser schrift­lich über das wei­te­re Vor­ge­hen in­for­miert wird.

Art. 17 Abbruch

1 Zieht die zu prü­fen­de Per­son im Lau­fe der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ih­re Be­wer­bung zu­rück oder kommt sie aus ei­nem an­de­ren Grund nicht mehr für die Funk­ti­on, die Auf­ga­be oder den Auf­trag in Fra­ge, so in­for­miert die er­su­chen­de Stel­le die zu­stän­di­ge Prüf­be­hör­de schrift­lich.

2 Die Prüf­be­hör­de stellt dar­auf die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ein und ver­nich­tet die be­reits vor­han­de­nen Da­ten und Ak­ten.

Art. 18 Wiederholung

1 Die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung wird wie­der­holt nach:

a.
acht Jah­ren bei Per­so­nen nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–e;
b.
sechs Jah­ren bei Per­so­nen nach Ar­ti­kel 11 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–f;
c.
fünf Jah­ren bei Per­so­nen nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–e und Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–c.24

2 Hat die er­su­chen­de Stel­le Grund an­zu­neh­men, dass seit der letz­ten Prü­fung neue Ri­si­ken ent­stan­den sind oder hat sie Kennt­nis von ei­nem Straf­ver­fah­ren ge­gen die be­trof­fe­ne Per­son, so kann sie bei der zu­stän­di­gen Prüf­be­hör­de vor Ab­lauf von fünf Jah­ren ei­ne Wie­der­ho­lung der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ein­lei­ten. In die­sem Fall ist die Wie­der­ho­lung schrift­lich zu be­grün­den.

3 Das EDA kann für ver­set­zungs­pflich­ti­ges und im Aus­land ein­ge­setz­tes Per­so­nal in Ab­spra­che mit den Prüf­be­hör­den an­de­re Fris­ten be­stim­men.

4 Vor­be­hal­ten blei­ben kür­ze­re Fris­ten in ent­spre­chen­den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men.

5 Die Wie­der­ho­lung wird von der er­su­chen­den Stel­le ein­ge­lei­tet.

6 Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach der Prüf­stu­fe, die im Zeit­punkt der Ein­lei­tung mass­ge­blich ist.

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 2012, in Kraft seit 16. Ju­li 2012 (AS 2012 3765).

Art. 19 Datenerhebung

1 Die Fach­stel­le PSP VBS hat zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben über ein Ab­ruf­ver­fah­ren di­rek­ten Zu­griff auf die nach­fol­gend ge­nann­ten Re­gis­ter und Da­ten­ban­ken im Um­fang der ent­spre­chen­den Re­gis­ter­ver­ord­nun­gen:

a.
das au­to­ma­ti­sier­te Straf­re­gis­ter nach der VO­STRA-Ver­ord­nung vom 29. Sep­tem­ber 200625;
b.
den na­tio­na­len Po­li­zei­in­dex nach der Po­li­zei­in­dex-Ver­ord­nung vom 15. Ok­to­ber 200826;
c.
das In­for­ma­ti­ons­sys­tem In­ne­re Si­cher­heit (ISIS) nach der Ver­ord­nung vom 4. De­zem­ber 200927 über die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me des Nach­rich­ten­diens­tes des Bun­des.

2 Wei­te­re Da­ten, für die sie kein di­rek­tes Zu­griffs­recht hat, kann die Fach­stel­le PSP VBS über die Si­cher­heits­or­ga­ne des Bun­des oder bei den ent­spre­chen­den kan­to­na­len Be­hör­den an­for­dern.

3 Die Fach­stel­le PSP VBS muss min­des­tens auf die Da­ten fol­gen­der Zeiträu­me zu­rück­grei­fen kön­nen:

a.
bei ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung nach Ar­ti­kel 10: fünf Jah­re bis zur Ein­lei­tung der Prü­fung;
b.
bei ei­ner Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung nach Ar­ti­kel 11 oder 12: zehn Jah­re bis zur Ein­lei­tung der Prü­fung, wo­bei fünf Jah­re von Schwei­zer Be­hör­den ab­ge­deckt wer­den müs­sen.

4 So­weit die­se Zeiträu­me nicht durch Da­ten von Schwei­zer Be­hör­den ab­ge­deckt wer­den, kann die Fach­stel­le PSP VBS die feh­len­den Da­ten im Rah­men von Mit­wir­kungs­ver­fah­ren von aus­län­di­schen Staa­ten, mit de­nen die Schweiz über ein In­for­ma­ti­ons­schutz­ab­kom­men oder ein Ab­kom­men über die po­li­zei­li­che Zu­sam­men­ar­beit ver­fügt, be­zie­hen.

5 Kann ei­ne Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung nach Ar­ti­kel 10 für das im Aus­land nach lo­ka­lem Recht an­ge­stell­te Per­so­nal des EDA nicht durch­ge­führt wer­den, weil die Fach­stel­le PSP VBS auf­grund feh­len­der In­for­ma­ti­ons­schutz­ab­kom­men oder Ab­kom­men über die po­li­zei­li­che Zu­sam­men­ar­beit kei­ne Da­ten be­zie­hen kann, ent­schei­det das EDA im Ein­zel­fall über die Ge­wäh­rung von re­gel­mäs­si­gem Zu­gang zu ver­trau­lich klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen.

25 SR 331

26 SR 361.4

27 [AS 2009 7041, 2011 6081, 2013 4359. AS 2014 3231Art. 45]. Sie­he heu­te: die V vom 8. Okt. 2014 über die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me des Nach­rich­ten­diens­tes des Bun­des (SR 121.2).

Art. 20 Information vor Abschluss der Personensicherheitsprüfung

Hat die Prüf­be­hör­de einen be­grün­de­ten Si­cher­heits­vor­be­halt und ist die Sa­che dring­lich, so kann sie die ent­schei­den­de In­stanz, die zu­stän­di­ge De­par­te­ments­che­fin oder den zu­stän­di­gen De­par­te­ments­chef be­zie­hungs­wei­se die Bun­des­kanz­le­rin oder den Bun­des­kanz­ler so­wie die be­trof­fe­ne Per­son schrift­lich über die bis­he­ri­gen Er­kennt­nis­se der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung in­for­mie­ren, be­vor die­se ab­ge­schlos­sen ist.

4. Abschnitt: Abschluss der Personensicherheitsprüfung

Art. 21 Rechtliches Gehör

1 Be­ab­sich­tigt die Prüf­be­hör­de, die Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 Buch­sta­be a nicht zu er­las­sen, so gibt sie der be­trof­fe­nen Per­son Ge­le­gen­heit, zum Er­geb­nis der Ab­klä­run­gen schrift­lich Stel­lung zu neh­men.

2 Die be­trof­fe­ne Per­son kann die Prü­fungs­un­ter­la­gen je­der­zeit ein­se­hen; vor­be­hal­ten blei­ben Ar­ti­kel 9 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 199228 über den Da­ten­schutz so­wie die Ar­ti­kel 27 und 28 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 196829.

Art. 22 Verfügung

1 Die Prüf­be­hör­de er­lässt ei­ne der fol­gen­den Ver­fü­gun­gen:

a.
Si­cher­heits­er­klä­rung: Die Per­son wird als un­be­denk­lich be­ur­teilt.
b.
Si­cher­heits­er­klä­rung mit Auf­la­gen: Die Per­son wird als Si­cher­heits­ri­si­ko mit Vor­be­halt be­ur­teilt.
c.
Ri­si­ko­er­klä­rung: Die Per­son wird als Si­cher­heits­ri­si­ko be­ur­teilt.
d.
Fest­stel­lungs­er­klä­rung: Für die Be­ur­tei­lung sind zu we­nig Da­ten vor­han­den.

2 Die Prüf­be­hör­de er­öff­net Ver­fü­gun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a schrift­lich der be­trof­fe­nen Per­son und der er­su­chen­den Stel­le zu­han­den der ent­schei­den­den In­stanz.

3 Sie er­öff­net Ver­fü­gun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b–d schrift­lich der be­trof­fe­nen Per­son und der ent­schei­den­den In­stanz.

4 Sie er­öff­net Ver­fü­gun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b–d, die Drit­te be­tref­fen, zu­sätz­lich schrift­lich der Ar­beit­ge­be­rin oder dem Ar­beit­ge­ber so­wie all­fäl­li­gen an­de­ren Be­schwer­de­be­rech­tig­ten.

Art. 23 Folgen der Verfügung

1 Die ent­schei­den­de In­stanz ist nicht an die Ver­fü­gung der Prüf­be­hör­de ge­bun­den.

2 Er­lässt die Prüf­be­hör­de ei­ne Ri­si­ko­er­klä­rung oder ei­ne Si­cher­heits­er­klä­rung mit Auf­la­gen und un­ter­steht die be­tref­fen­de Per­son im Zu­sam­men­hang mit ei­ner an­de­ren Funk­ti­on oder Tä­tig­keit schon der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung, so kann die Prüf­be­hör­de die ent­schei­den­de In­stanz, die für die Über­tra­gung die­ser an­de­ren Funk­ti­on oder Tä­tig­keit zu­stän­dig ist, über das Re­sul­tat der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung in­for­mie­ren.

3 Die Prüf­be­hör­de in­for­miert die ent­schei­den­de In­stanz über den Ein­tritt der Rechts­kraft in Fäl­len, in de­nen sie ei­ne Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 Buch­sta­ben b–d er­las­sen hat.

4 Die zu­stän­di­gen mi­li­tä­ri­schen Be­hör­den stel­len bei An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee si­cher, dass die Si­cher­heits­er­klä­rung mit Prüf­stu­fe im Per­so­na­l­in­for­ma­ti­ons­sys­tem der Ar­mee ein­ge­tra­gen wird.

5 Die für den Zi­vil­schutz zu­stän­di­gen Stel­len der Kan­to­ne stel­len bei An­ge­hö­ri­gen des Zi­vil­schut­zes si­cher, dass die Si­cher­heits­er­klä­rung mit Prüf­stu­fe im kan­to­na­len Kon­troll­sys­tem ein­ge­tra­gen wird.30

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. III 1 der V vom 30. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5903).

3. Kapitel: Aufgaben der entscheidenden Instanz

Art. 24 Entscheidende Instanz

1 Ent­schei­den­de In­stanz ist die Be­hör­de, die für die Wahl oder die Über­tra­gung des Am­tes oder der Funk­ti­on oder die Er­tei­lung des Auf­trags zu­stän­dig ist.

2 Bei den Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1 Buch­sta­be d BWIS ist ent­schei­den­de In­stanz:

a.
bei Drit­ten, die an klas­si­fi­zier­ten mi­li­tä­ri­schen Pro­jek­ten be­tei­ligt sind oder die auf­grund in­ter­na­tio­na­ler In­for­ma­ti­ons­schutz­ab­kom­men ge­prüft wer­den müs­sen: die für die In­dus­trie­si­cher­heit im VBS zu­stän­di­ge Stel­le;
b.
bei Drit­ten, die an klas­si­fi­zier­ten zi­vi­len Pro­jek­ten be­tei­ligt sind oder die auf­grund in­ter­na­tio­na­ler In­for­ma­ti­ons­schutz­ab­kom­men ge­prüft wer­den müs­sen: die auf­trags­er­tei­len­de Bun­des­be­hör­de.

Art. 25 Informationspflichten

1 Die ent­schei­den­de In­stanz in­for­miert die be­trof­fe­ne Per­son über ih­ren Ent­scheid. Drit­te wer­den von der Ar­beit­ge­be­rin oder vom Ar­beit­ge­ber über den Ent­scheid in­for­miert. Er­lässt die Prüf­be­hör­de ei­ne Si­cher­heits­er­klä­rung und über­trägt die ent­schei­den­de In­stanz die Funk­ti­on oder Tä­tig­keit, so kann die In­for­ma­ti­on an die be­trof­fe­ne Per­son bei An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee, An­ge­hö­ri­gen des Zi­vil­schut­zes und Drit­ten so­wie bei Wie­der­ho­lun­gen der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung un­ter­blei­ben.31

2 Hat die Prüf­be­hör­de ei­ne Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 Buch­sta­ben b–d er­las­sen, so in­for­miert die ent­schei­den­de In­stanz die Prüf­be­hör­de schrift­lich über ih­ren Ent­scheid.

31 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III 1 der V vom 30. Nov. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5903).

4. Kapitel: Prüfungsunterlagen

Art. 26 Einsichtnahme

Die ent­schei­den­de In­stanz so­wie, bei Drit­ten, auch das Un­ter­neh­men oder die Or­ga­ni­sa­ti­on kön­nen mit dem schrift­li­chen Ein­ver­ständ­nis der be­trof­fe­nen Per­son die Prü­fungs­un­ter­la­gen nach Ab­schluss der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ein­se­hen.

Art. 27 Vernichtung und Berichtigung

1 Die Prüf­be­hör­de lässt Da­ten um­ge­hend ver­nich­ten, die auf Ver­mu­tun­gen oder blos­sen Ver­däch­ti­gun­gen be­ru­hen, die dem Zweck der Be­ar­bei­tung nicht ent­spre­chen oder de­ren Be­ar­bei­tung aus an­de­ren Grün­den un­zu­läs­sig ist.

2 Sie lässt Da­ten, die un­rich­tig oder über­holt sind, um­ge­hend be­rich­ti­gen.

3 Die be­trof­fe­ne Per­son kann von der Prüf­be­hör­de je­der­zeit ver­lan­gen, dass sie:

a.
die Ver­nich­tung oder Be­rich­ti­gung vor­nimmt;
b.
einen Be­strei­tungs­ver­merk an­bringt.

Art. 28 Verwendung 32

Die Prü­fungs­un­ter­la­gen dür­fen aus­sch­liess­lich zur Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung ver­wen­det wer­den; aus­ge­nom­men ist die Ver­wen­dung in ei­nem Straf­ver­fah­ren des Bun­des ge­gen die be­trof­fe­ne Per­son oder zur Wah­rung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit der Schweiz.

32 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 4 Ziff. II 1 der Nach­rich­ten­dienst­ver­ord­nung vom 16. Aug. 2017, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4151).

Art. 29 Archivierung

1 Die Prüf­be­hör­de be­wahrt die Un­ter­la­gen der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung so lan­ge auf, wie die be­trof­fe­ne Per­son die Stel­le in­ne­hat, die Funk­ti­on aus­übt oder den Auf­trag be­ar­bei­tet, höchs­tens je­doch zehn Jah­re. An­sch­lies­send bie­tet die Prüf­be­hör­de die Un­ter­la­gen dem Bun­de­sar­chiv zur Über­nah­me an.

2 In­for­miert die er­su­chen­de Stel­le die Prüf­be­hör­de vor Ab­lauf der zehn Jah­re schrift­lich dar­über, dass die be­trof­fe­ne Per­son die Stel­le nicht mehr in­ne­hat, die Funk­ti­on nicht mehr aus­übt oder den Auf­trag nicht mehr be­ar­bei­tet, so bie­tet die Prüf­be­hör­de die Un­ter­la­gen dem Bun­de­sar­chiv zur Über­nah­me an.

3 Auf schrift­li­che Mit­tei­lung der er­su­chen­den Stel­le bie­tet die Prüf­be­hör­de die Un­ter­la­gen von Per­so­nen, die die Stel­le oder den Auf­trag nicht er­hal­ten ha­ben, dem Bun­de­sar­chiv zur Über­nah­me an.

4 Die vom Bun­de­sar­chiv als nicht ar­chiv­wür­dig be­zeich­ne­ten Un­ter­la­gen wer­den durch die Prüf­be­hör­de ver­nich­tet.

5. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 30 Aktualisierung der Anhänge

Das VBS be­an­tragt dem Bun­des­rat min­des­tens al­le fünf Jah­re die Ak­tua­li­sie­rung der An­hän­ge 1 und 2.

Art. 31 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts

1 Die Ver­ord­nung vom 19. De­zem­ber 200133 über die Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen wird auf­ge­ho­ben.

2 Die Än­de­rung bis­he­ri­gen Rechts wird im An­hang 3 ge­re­gelt.

33 [AS 2002377, 2005 4571, 2006 4177Art. 13 4705 Ziff. II 1, 2008 4943Ziff. I 3 5747 An­hang Ziff. 2, 2009 6937An­hang 4 Ziff. II 2]

Art. 32 Übergangsbestimmungen

1 Ver­fü­gun­gen, die im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ser Ver­ord­nung be­reits er­öff­net sind, blei­ben gül­tig, bis ei­ne neue Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung nach die­ser Ver­ord­nung durch­ge­führt wur­de.

2 Bei Per­so­nen in Funk­tio­nen, für de­ren Aus­übung nach bis­he­ri­gem Recht kei­ne Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fung durch­ge­führt wer­den muss­te, ist die Prü­fung spä­tes­tens ein Jahr nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung ein­zu­lei­ten.

3 Für Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen, die vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung ein­ge­lei­tet wor­den sind, gilt das bis­he­ri­ge Recht.

4 Die Funk­tio­nen­lis­ten nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 2 sind in­ner­halb von ei­nem Jahr nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung zu er­las­sen.

Art. 33 Inkrafttreten

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. April 2011 in Kraft.

Anhang 1 34

34 Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 9. März 2012 (AS 2012 1153), Art. 15 Ziff. 1 der V vom 17. Okt. 2012 über die elektronische Kriegführung und die Funkaufklärung (AS 2012 5527), Ziff. I 1 der V vom 15. Juni 2012 (Neugliederung der Departemente) (AS 2012 3631), Ziff. I 1 der V vom 4. Sept. 2013 (Reorganisation im Bereich Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen) (AS 2013 3041), Anhang Ziff. 1 der V vom 3. Juni 2016 (AS 2016 1785), Anhang Ziff. 1 der V vom 16. Aug. 2017 über die Aufsicht über die nachrichtendienstlichen Tätigkeiten (AS 2017 4231) und Anhang Ziff. 1 der V vom 25. Nov. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5893).

Funktionen beim Bund, für deren Ausübung eine Personensicherheitsprüfung durchgeführt werden muss

1. Generelle Funktionen innerhalb der Bundesverwaltung

2. Zusätzliche Funktionen innerhalb der Bundeskanzlei und der einzelnen Departemente

2.1 Bundeskanzlei

2.2 Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten

2.3 Eidgenössisches Departement des Innern

2.4 Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

2.5 Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

2.6 Eidgenössisches Finanzdepartement

2.7 Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

2.8 Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

3. Funktionen innerhalb der Parlamentsdienste 37

37 Liste gemäss Meldung der Parlamentsdienste.

4. Funktionen innerhalb des Bundesstrafgerichts 38

38 Liste gemäss Meldung des Bundesstrafgerichts.

4a. Funktionen innerhalb des Bundesverwaltungsgerichts

5. Funktionen innerhalb der Bundesanwaltschaft 41

41 Liste gemäss Meldung der Bundesanwaltschaft.

6. Funktionen, für deren Ausübung aufgrund internationaler Abkommen eine Personensicherheitsprüfung durchgeführt werden muss

Anhang 2 42

42 Bereinigt gemäss Ziff. III 1 der V vom 30. Nov. 2011 (AS 2011 5903) und Ziff. II der V vom 9. März 2012, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 1153).

Funktionen bei der Armee, für deren Ausübung eine Personensicherheitsprüfung durchgeführt werden muss

1. Hauptquartier der Armee (HQA)

2. Kommandostäbe (Kdo Stäbe)

3. Infanterie (Inf)

4. Luftwaffe

5. Führungsunterstützungstruppen (FU Trp)

6. Übermittlungstruppen (Uem Trp)

7. Logistiktruppen (Log Trp)

8. Sanitätstruppen (San Trp)

9. Truppen für Militärische Sicherheit (Trp für Mil Sich)

10. ABC-Abwehrtruppen (ABC Abw Trp)

11. Militärjustiz (MJ)

12. Ausbildung und Support (Ausb u Sup)

13. Stäbe Bundesrat

14. Sämtliche Formationen

15. Funktionen, für deren Ausübung aufgrund internationaler Abkommen eine Personensicherheitsprüfung durchgeführt werden muss

Anhang 3

Änderung bisherigen Rechts