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Bundesgesetz
über den Nachrichtendienst
(Nachrichtendienstgesetz, NDG)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 54 Absatz 1, 123 Absatz 1 und 173 Absatz 2
der Bundesverfassung1,2

nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 19. Februar 20143,

beschliesst:

1 SR 101

2 Fassung gemäss Anhang Ziff. II 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Genehmigung und die Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung des Terrorismus mit dem dazugehörigen Zusatzprotokoll sowie über die Verstärkung des strafrechtlichen Instrumentariums gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität, in Kraft seit 1. Juli 2021 (AS 2021 360; BBl 2018 6427).

3 BBl 2014 2105

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen und Grundsätze der Informationsbeschaffung

Art. 1 Gegenstand  

Die­ses Ge­setz re­gelt:

a.
die Tä­tig­keit des Nach­rich­ten­diens­tes des Bun­des (NDB);
b.
die Zu­sam­men­ar­beit des NDB mit an­de­ren Be­hör­den des Bun­des, mit den Kan­to­nen, mit dem Aus­land und mit Pri­va­ten;
c.
die po­li­ti­sche Steue­rung des NDB so­wie die Kon­trol­le und Auf­sicht über die nach­rich­ten­dienst­li­chen Tä­tig­kei­ten.
Art. 2 Zweck  

Die­ses Ge­setz dient dem Schutz wich­ti­ger Lan­des­in­ter­es­sen; es bezweckt:

a.
zur Si­che­rung der de­mo­kra­ti­schen und rechts­staat­li­chen Grund­la­gen der Schweiz und zum Schutz der Frei­heits­rech­te ih­rer Be­völ­ke­rung bei­zu­tra­gen;
b.
die Si­cher­heit der Be­völ­ke­rung der Schweiz so­wie der Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer im Aus­land zu er­hö­hen;
c.
die Hand­lungs­fä­hig­keit der Schweiz zu un­ter­stüt­zen;
d.
zur Wah­rung in­ter­na­tio­na­ler Si­cher­heits­in­ter­es­sen bei­zu­tra­gen.
Art. 3 Wahrung weiterer wichtiger Landesinteressen  

Der Bun­des­rat kann im Fal­le ei­ner schwe­ren und un­mit­tel­ba­ren Be­dro­hung den NDB über die in Ar­ti­kel 2 ge­nann­ten Lan­des­in­ter­es­sen hin­aus ein­set­zen:

a.
zum Schutz der ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­ord­nung der Schweiz;
b.
zur Un­ter­stüt­zung der schwei­ze­ri­schen Aus­sen­po­li­tik;
c.
zum Schutz des Werk-, Wirt­schafts- und Fi­nanz­plat­zes Schweiz.
Art. 4 Verpflichtete Behörden und Personen  

Die­ses Ge­setz gilt für fol­gen­de Be­hör­den und Per­so­nen:

a.
Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne, die mit dem Voll­zug der nach­rich­ten­dienst­li­chen Tä­tig­kei­ten be­auf­tragt sind;
b.
Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne so­wie Or­ga­ni­sa­tio­nen und Per­so­nen des öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Rechts, die über nach­rich­ten­dienst­lich re­le­van­te In­for­ma­tio­nen ver­fü­gen;
c.
Pri­va­te, die nach die­sem Ge­setz zur Wei­ter­ga­be nach­rich­ten­dienst­lich re­le­van­ter In­for­ma­tio­nen ver­pflich­tet sind.
Art. 5 Grundsätze der Informationsbeschaffung  

1 Der NDB be­schafft zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben In­for­ma­tio­nen aus öf­fent­lich und nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­chen In­for­ma­ti­ons­quel­len.

2 Er be­dient sich da­zu ge­neh­mi­gungs­frei­er und ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­ger Be­schaf­fungs­mass­nah­men.

3 Er wählt je­weils die Be­schaf­fungs­mass­nah­me, die:

a.
am bes­ten ge­eig­net und not­wen­dig ist, um ein be­stimm­tes Be­schaf­fungs­ziel zu er­rei­chen; und
b.
am we­nigs­ten in die Grund­rech­te der be­trof­fe­nen Per­so­nen ein­greift.

4 Er kann Per­so­nen­da­ten be­schaf­fen, oh­ne dass dies für die be­trof­fe­nen Per­so­nen er­kenn­bar ist.

5 Er be­schafft und be­ar­bei­tet kei­ne In­for­ma­tio­nen über die po­li­ti­sche Be­tä­ti­gung und über die Aus­übung der Mei­nungs-, Ver­samm­lungs- oder Ver­ei­ni­gungs­frei­heit in der Schweiz.

6 Er kann In­for­ma­tio­nen nach Ab­satz 5 über ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on oder Per­son aus­nahms­wei­se be­schaf­fen und per­so­nen­be­zo­gen er­schlies­sen, wenn kon­kre­te An­halts­punk­te vor­lie­gen, dass die­se ih­re Rech­te aus­übt, um ter­ro­ris­ti­sche, ver­bo­te­ne nach­rich­ten­dienst­li­che oder ge­walt­tä­tig-ex­tre­mis­ti­sche Tä­tig­kei­ten vor­zu­be­rei­ten oder durch­zu­füh­ren.

7 Er löscht per­so­nen­be­zo­gen er­schlos­se­ne Da­ten, so­bald Tä­tig­kei­ten nach Ab­satz 6 aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen, spä­tes­tens aber ein Jahr nach der Er­schlies­sung, so­fern die Tä­tig­kei­ten bis zu die­sem Zeit­punkt nicht er­wie­sen sind.

8 Er kann über Or­ga­ni­sa­tio­nen und Grup­pie­run­gen auf der Be­ob­ach­tungs­lis­te nach Ar­ti­kel 72 oder de­ren Ex­po­nen­tin­nen und Ex­po­nen­ten auch In­for­ma­tio­nen nach Ab­satz 5 be­schaf­fen und be­ar­bei­ten, wenn da­mit die Be­dro­hun­gen, die von die­sen Or­ga­ni­sa­tio­nen und Grup­pie­run­gen aus­ge­hen, be­ur­teilt wer­den kön­nen.

2. Kapitel: Aufgaben und Zusammenarbeit des NDB

1. Abschnitt: Aufgaben, Schutz- und Sicherheitsmassnahmen sowie Bewaffnung

Art. 6 Aufgaben des NDB  

1 Die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung und -be­ar­bei­tung des NDB dient:

a.
dem früh­zei­ti­gen Er­ken­nen und Ver­hin­dern von Be­dro­hun­gen der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit, die aus­ge­hen von:
1.
Ter­ro­ris­mus,
2.
ver­bo­te­nem Nach­rich­ten­dienst,
3.
der Wei­ter­ver­brei­tung nu­klea­rer, bio­lo­gi­scher oder che­mi­scher Waf­fen, ein­sch­liess­lich ih­rer Trä­ger­sys­te­me, so­wie al­ler zur Her­stel­lung die­ser Waf­fen not­wen­di­gen zi­vil und mi­li­tä­risch ver­wend­ba­ren Gü­ter und Tech­no­lo­gi­en (NBC-Pro­li­fe­ra­ti­on) oder dem il­le­ga­len Han­del mit ra­dio­ak­ti­ven Sub­stan­zen, Kriegs­ma­te­ri­al und an­de­ren Rüs­tungs­gü­tern,
4.4
Angriffen auf die Trinkwasser- und Energieversorgung, Informations-, Kommunikations- und Transportinfrastrukturen sowie weitere Prozesse, Systeme und Einrichtungen, die essenziell für das Funktionieren der Wirtschaft beziehungsweise das Wohlergehen der Bevölkerung sind (kritische Infrastrukturen),
5.
ge­walt­tä­ti­gem Ex­tre­mis­mus;
b.
zur Fest­stel­lung, Be­ob­ach­tung und Be­ur­tei­lung von si­cher­heits­po­li­tisch be­deut­sa­men Vor­gän­gen im Aus­land;
c.
zur Wah­rung der Hand­lungs­fä­hig­keit der Schweiz;
d.
zur Wah­rung wei­te­rer wich­ti­ger Lan­des­in­ter­es­sen nach Ar­ti­kel 3, wenn da­für ein kon­kre­ter Auf­trag des Bun­des­ra­tes vor­liegt.

2 Der NDB be­ur­teilt die Be­dro­hungs­la­ge und ori­en­tiert die be­trof­fe­nen Bun­des­stel­len und kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den lau­fend über all­fäl­li­ge Be­dro­hun­gen so­wie über die ge­trof­fe­nen und ge­plan­ten Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz. Bei Be­darf alar­miert er die zu­stän­di­gen staat­li­chen Stel­len.

3 Er in­for­miert an­de­re Dienst­stel­len des Bun­des und der Kan­to­ne un­ter Wah­rung des Quel­len­schut­zes über Vor­gän­ge und Er­kennt­nis­se, wel­che die ge­setz­li­chen Auf­ga­ben die­ser Stel­len bei der Wah­rung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit be­tref­fen.

4 Er pflegt die nach­rich­ten­dienst­li­chen Be­zie­hun­gen der Schweiz mit aus­län­di­schen Dienst­stel­len.

5 Er stellt die nach­rich­ten­dienst­li­che Früh­war­nung zum Schutz von kri­ti­schen In­fra­struk­tu­ren si­cher.

6 Er führt Pro­gram­me zur In­for­ma­ti­on und Sen­si­bi­li­sie­rung be­tref­fend Be­dro­hun­gen der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit durch.

7 Er schützt sei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, sei­ne Ein­rich­tun­gen, sei­ne Quel­len und die von ihm be­ar­bei­te­ten Da­ten.

4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. 2 des In­for­ma­ti­ons­si­cher­heits­ge­setz vom 18. Dez. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2022 232; 2023 650; BBl 2017 2953).

Art. 7 Schutz- und Sicherheitsmassnahmen  

1 Der NDB trifft Mass­nah­men, um den Schutz und die Si­cher­heit sei­ner Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, sei­ner Ein­rich­tun­gen und der von ihm be­ar­bei­te­ten Da­ten zu ge­währ­leis­ten. Er kann da­zu:

a.
in sei­nen Räum­lich­kei­ten Ta­schen- und Per­so­nen­kon­trol­len durch­füh­ren bei:
1.
Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern des NDB,
2.
be­fris­tet für den NDB tä­ti­gen Per­so­nen,
3.
Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern von Un­ter­neh­men, die Dienst­leis­tun­gen zu­guns­ten des NDB in sei­nen Räum­lich­kei­ten er­brin­gen;
b.
Raum­kon­trol­len in den Ein­rich­tun­gen des NDB durch­füh­ren, um zu über­prü­fen, ob die Vor­schrif­ten zum Schutz klas­si­fi­zier­ter In­for­ma­tio­nen ein­ge­hal­ten wer­den;
c.
Ar­chiv-, Tre­sor- und La­ger­räu­me so­wie die Zu­tritt­szo­nen zu den Räum­lich­kei­ten des NDB mit Bild­über­tra­gungs- und Bild­auf­zeich­nungs­ge­rä­ten über­wa­chen;
d.
in Räum­lich­kei­ten, die von ihm ge­nutzt wer­den, stö­ren­de Fern­mel­de­an­la­gen nach Ar­ti­kel 34 Ab­satz 1ter des Fern­mel­de­ge­set­zes vom 30. April 19975 be­trei­ben.

2 Der NDB be­treibt ein ge­si­cher­tes Com­pu­ter­netz­werk für sei­ne In­for­ma­ti­ons­sys­te­me, die be­son­ders ge­gen Zu­grif­fe Un­be­fug­ter ge­schützt wer­den müs­sen.

Art. 8 Bewaffnung  

1 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB kön­nen für den Ein­satz im In­land mit Waf­fen aus­ge­stat­tet wer­den, wenn sie im Rah­men ih­rer dienst­li­chen Funk­ti­on und Auf­ga­be be­son­de­ren Ge­fähr­dun­gen aus­ge­setzt sind.

2 Be­waff­ne­te Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter dür­fen ih­re Waf­fe nur in Fäl­len von Not­wehr oder Not­stand und nur in ei­ner den Um­stän­den an­ge­mes­se­nen Wei­se ein­set­zen.

3 Der Bun­des­rat be­stimmt die Ka­te­go­ri­en von waf­fen­tra­gen­den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern so­wie de­ren Aus­bil­dung.

2. Abschnitt: Zusammenarbeit

Art. 9 Kantonale Vollzugsbehörden  

1 Je­der Kan­ton be­stimmt ei­ne Be­hör­de, die zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes mit dem NDB zu­sam­men­ar­bei­tet (kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­de). Er sorgt da­für, dass die­se die Auf­trä­ge des NDB oh­ne Ver­zug durch­füh­ren kann.

2 Der NDB er­teilt Auf­trä­ge an die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den schrift­lich; in drin­gen­den Fäl­len kann er Auf­trä­ge münd­lich er­tei­len und nach­träg­lich schrift­lich be­stä­ti­gen.

Art. 10 Information der Kantone  

1 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) in­for­miert die in­ter­kan­to­na­len Re­gie­rungs­kon­fe­ren­zen re­gel­mäs­sig so­wie bei be­son­de­ren Er­eig­nis­sen über die Be­ur­tei­lung der Be­dro­hungs­la­ge.

2 Der NDB in­for­miert die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den über Vor­gän­ge, die de­ren Auf­ga­ben­voll­zug be­tref­fen.

Art. 11 Zusammenarbeit mit der Armee  

1 Der NDB in­for­miert die zu­stän­di­gen Stel­len des Nach­rich­ten­diens­tes der Ar­mee und des Diens­tes für mi­li­tä­ri­sche Si­cher­heit über Vor­gän­ge, die de­ren Auf­ga­ben­voll­zug be­tref­fen.

2 Er kann im Be­reich der in­ter­na­tio­na­len mi­li­tä­ri­schen Kon­tak­te mit den zu­stän­di­gen Stel­len der Ar­mee zu­sam­men­ar­bei­ten, die­se um Aus­kunft er­su­chen und ih­nen Auf­trä­ge für die in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit er­tei­len.

3 Der Bun­des­rat re­gelt:

a.
die Zu­sam­men­ar­beit und den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen dem NDB und den zu­stän­di­gen Stel­len des Nach­rich­ten­diens­tes der Ar­mee;
b.
die Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen dem NDB und dem Dienst für mi­li­tä­ri­sche Si­cher­heit wäh­rend ei­nes Frie­dens­för­de­rungs-, As­sis­tenz- oder Ak­tiv­diens­tes.
Art. 12 Zusammenarbeit mit dem Ausland  

1 Der NDB kann im Rah­men von Ar­ti­kel 70 Ab­satz 1 Buch­sta­be f zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes mit aus­län­di­schen Nach­rich­ten­diens­ten und Si­cher­heits­be­hör­den zu­sam­men­ar­bei­ten, in­dem er:

a.
sach­dien­li­che In­for­ma­tio­nen ent­ge­gen­nimmt oder wei­ter­lei­tet;
b.
ge­mein­sa­me Fach­ge­sprä­che und Ta­gun­gen durch­führt;
c.
ge­mein­sa­me Tä­tig­kei­ten zur Be­schaf­fung und Aus­wer­tung von In­for­ma­tio­nen so­wie zur Be­ur­tei­lung der Be­dro­hungs­la­ge durch­führt;
d.
für den er­su­chen­den Staat In­for­ma­tio­nen be­schafft und wei­ter­gibt zur Be­ur­tei­lung, ob ei­ne Per­son an klas­si­fi­zier­ten Pro­jek­ten des Aus­lands im Be­reich der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit mit­wir­ken oder Zu­gang zu klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen, Ma­te­ria­li­en oder An­la­gen des Aus­lands er­hal­ten kann;
e.
sich im Rah­men von Ar­ti­kel 70 Ab­satz 3 an in­ter­na­tio­na­len au­to­ma­ti­sier­ten In­for­ma­ti­ons­sys­te­men be­tei­ligt.

2 Er kann im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten (EDA) zur För­de­rung von in­ter­na­tio­na­len Kon­tak­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den schwei­ze­ri­schen Ver­tre­tun­gen im Aus­land ein­set­zen. Die­se ar­bei­ten zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes di­rekt mit den zu­stän­di­gen Be­hör­den des Emp­fangs­staa­tes und von Dritt­staa­ten zu­sam­men.

3 Die Zu­sam­men­ar­beit mit aus­län­di­schen Nach­rich­ten­diens­ten zur Er­fül­lung von nach­rich­ten­dienst­li­chen Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz ist Sa­che des NDB.

4 Die Kan­to­ne kön­nen für Si­cher­heits­fra­gen im Grenz­ge­biet mit den da­für zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Po­li­zei­be­hör­den zu­sam­men­ar­bei­ten.

3. Kapitel: Informationsbeschaffung

1. Abschnitt: Genehmigungsfreie Beschaffungsmassnahmen

Art. 13 Öffentliche Informationsquellen  

Öf­fent­li­che In­for­ma­ti­ons­quel­len sind na­ment­lich:

a.
öf­fent­lich zu­gäng­li­che Me­di­en;
b.
öf­fent­lich zu­gäng­li­che Re­gis­ter von Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne;
c.6
von Pri­va­ten öf­fent­lich zu­gäng­lich ge­mach­te Per­so­nen­da­ten;
d.
in der Öf­fent­lich­keit vor­ge­tra­ge­ne Äus­se­run­gen.

6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

Art. 14 Beobachtungen an öffentlichen und allgemein zugänglichen Orten  

1 Der NDB kann Vor­gän­ge und Ein­rich­tun­gen an öf­fent­li­chen und all­ge­mein zu­gäng­li­chen Or­ten be­ob­ach­ten und in Bild und Ton fest­hal­ten. Er kann da­zu Flug­ge­rä­te und Sa­tel­li­ten ein­set­zen.

2 Das Be­ob­ach­ten und Fest­hal­ten in Bild und Ton von Vor­gän­gen und Ein­rich­tun­gen, die der ge­schütz­ten Pri­vat­sphä­re zu­zu­rech­nen sind, ist nicht zu­läs­sig. Auf­nah­men in Bild und Ton, die der ge­schütz­ten Pri­vat­sphä­re zu­zu­rech­nen sind, die aber aus tech­ni­schen Grün­den nicht ver­hin­dert wer­den kön­nen, sind um­ge­hend zu ver­nich­ten.

Art. 15 Menschliche Quellen  

1 Mensch­li­che Quel­len sind Per­so­nen, die:

a.
dem NDB In­for­ma­tio­nen oder Er­kennt­nis­se mit­tei­len;
b.
für den NDB Dienst­leis­tun­gen er­brin­gen, die der Auf­ga­ben­er­fül­lung nach die­sem Ge­setz die­nen;
c.
den NDB bei der Be­schaf­fung von In­for­ma­tio­nen un­ter­stüt­zen.

2 Der NDB kann mensch­li­che Quel­len für ih­re Tä­tig­keit an­ge­mes­sen ent­schä­di­gen. So­fern es für den Quel­len­schutz oder die wei­te­re In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung not­wen­dig ist, gel­ten die­se Ent­schä­di­gun­gen we­der als steu­er­ba­res Ein­kom­men noch als Ein­kom­men im Sin­ne des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19467 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.

3 Der NDB trifft die not­wen­di­gen Mass­nah­men zum Schutz von Leib und Le­ben der mensch­li­chen Quel­len. Die Mass­nah­men kön­nen auch zu­guns­ten von Per­so­nen ge­trof­fen wer­den, die den mensch­li­chen Quel­len na­he­ste­hen.

4 Die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des VBS kann im Ein­zel­fall den NDB er­mäch­ti­gen, mensch­li­che Quel­len nach Be­en­di­gung der Zu­sam­men­ar­beit mit ei­ner Le­gen­de oder ei­ner Tar­ni­den­ti­tät aus­zu­stat­ten, wenn dies zum Schutz von Leib und Le­ben der Be­trof­fe­nen not­wen­dig ist.

5 Die Mass­nah­men nach den Ab­sät­zen 3 und 4 sind auf den Zeit­raum der kon­kre­ten Ge­fähr­dung be­grenzt. Aus­nahms­wei­se kann von ei­ner zeit­li­chen Be­gren­zung ab­ge­se­hen oder ei­ne zeit­lich be­grenz­te Mass­nah­me in ei­ne un­be­grenz­te um­ge­wan­delt wer­den, wenn die Ri­si­ken für die Be­trof­fe­nen be­son­ders gross sind und da­mit ge­rech­net wer­den muss, dass sie fort­be­ste­hen.

Art. 16 Personen- und Sachfahndungsausschreibungen  

1 Der NDB kann im au­to­ma­ti­sier­ten Po­li­zei­fahn­dungs­sys­tem nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 20088 über die po­li­zei­li­chen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me des Bun­des (BPI) so­wie im na­tio­na­len Teil des Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tems nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 BPI Per­so­nen und Fahr­zeu­ge aus­schrei­ben las­sen.

2 Die Aus­schrei­bung ei­ner Per­son oder ei­nes Fahr­zeugs ist nur zu­läs­sig, wenn be­grün­de­te An­halts­punk­te vor­lie­gen, dass:

a.
von der be­tref­fen­den Per­son ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung für die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be a aus­geht;
b.
das Fahr­zeug von ei­ner Per­son im Sin­ne von Buch­sta­be a be­nutzt wird;
c.
das Fahr­zeug für ei­ne an­der­wei­ti­ge kon­kre­te Be­dro­hung für die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be a be­nutzt wird;
d.
das Fest­stel­len des Auf­ent­halts ei­ner Per­son oder ei­nes Fahr­zeugs not­wen­dig ist, um wei­te­re wich­ti­ge Lan­des­in­ter­es­sen nach Ar­ti­kel 3 zu wah­ren.

3 Die Aus­schrei­bung darf nicht vor­ge­nom­men wer­den, um das Fahr­zeug ei­ner Dritt­per­son zu über­wa­chen, die ei­ner der in den Ar­ti­keln 171–173 der Straf­pro­zess­ord­nung (StPO)9 ge­nann­ten Be­rufs­grup­pen an­ge­hört.

2. Abschnitt: Legendierungen und Tarnidentitäten

Art. 17 Legendierungen  

1 Die Di­rek­to­rin oder der Di­rek­tor des NDB kann be­wil­li­gen, dass Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB mit ei­ner Le­gen­de aus­ge­stat­tet wer­den, da­mit de­ren Zu­ge­hö­rig­keit zum NDB nicht er­kenn­bar ist.

2 Sie oder er kann zu­dem in Ab­spra­che oder auf An­trag ei­nes Kan­tons be­wil­li­gen, dass auch An­ge­hö­ri­ge der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den vom NDB mit ei­ner Le­gen­de aus­ge­stat­tet wer­den.

3 Zum Auf­bau und zur Auf­recht­er­hal­tung ei­ner Le­gen­de kann der NDB Ur­kun­den her­stel­len oder ver­än­dern. Die zu­stän­di­gen eid­ge­nös­si­schen, kan­to­na­len und kom­mu­na­len Be­hör­den sind zur Zu­sam­men­ar­beit mit dem NDB ver­pflich­tet.

4 Die Di­rek­to­rin oder der Di­rek­tor des NDB er­stat­tet der Vor­ste­he­rin oder dem Vor­ste­her des VBS jähr­lich Be­richt über die Hand­ha­bung der Le­gen­die­run­gen.

5 Das Ver­schlei­ern der Zu­ge­hö­rig­keit zum NDB oder zu ei­ner kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­de, oh­ne ei­gens da­für her­ge­stell­te oder ver­än­der­te Ur­kun­den zu ver­wen­den, be­darf kei­ner be­son­de­ren Be­wil­li­gung.

Art. 18 Tarnidentitäten  

1 Die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des VBS kann be­wil­li­gen, dass die fol­gen­den Per­so­nen mit ei­ner Tar­ni­den­ti­tät aus­ge­stat­tet wer­den, die ih­nen ei­ne Iden­ti­tät ver­leiht, die von der wah­ren Iden­ti­tät ab­weicht, um ih­re Si­cher­heit oder die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung zu ge­währ­leis­ten:

a.
Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB;
b.
im Bun­des­auf­trag tä­ti­ge Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den in Ab­spra­che oder auf An­trag des Kan­tons;
c.
mensch­li­che Quel­len im Rah­men ei­ner be­stimm­ten Ope­ra­ti­on.

2 Die Tar­ni­den­ti­tät kann so lan­ge ver­wen­det wer­den, wie dies zur Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heit der be­tref­fen­den Per­son oder zur Ge­währ­leis­tung der In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung not­wen­dig ist. Die Ver­wen­dung ist be­fris­tet:

a.
für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB oder der Si­cher­heits­or­ga­ne der Kan­to­ne: auf höchs­tens fünf Jah­re; die Frist kann bei Be­darf je­weils um höchs­tens drei wei­te­re Jah­re ver­län­gert wer­den;
b.
für mensch­li­che Quel­len: auf höchs­tens zwölf Mo­na­te; die Frist kann bei Be­darf je­weils um höchs­tens zwölf wei­te­re Mo­na­te ver­län­gert wer­den.

3 Die Ver­wen­dung ei­ner Tar­ni­den­ti­tät zur In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung ist nur ge­stat­tet, wenn die­se einen Auf­ga­ben­be­reich nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 be­trifft und:

a.
die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung oh­ne Tar­ni­den­ti­tät er­folg­los ge­blie­ben ist, oh­ne den Ein­satz der Tar­ni­den­ti­tät aus­sichts­los wä­re oder un­ver­hält­nis­mäs­sig er­schwert wür­de; oder
b.
ein be­deut­sa­mes Rechts­gut wie Leib und Le­ben oder kör­per­li­che Un­ver­sehrt­heit der mit der In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung be­fass­ten Per­son oder ei­ner ihr na­he­ste­hen­den Per­son be­droht ist.

4 Zum Auf­bau und zur Auf­recht­er­hal­tung von Tar­ni­den­ti­tä­ten kann der NDB Aus­weis­schrif­ten, Ur­kun­den und wei­te­re Un­ter­la­gen so­wie per­so­nen­be­zo­ge­ne An­ga­ben her­stel­len oder ver­än­dern. Die zu­stän­di­gen eid­ge­nös­si­schen, kan­to­na­len und kom­mu­na­len Be­hör­den sind zur Zu­sam­men­ar­beit mit dem NDB ver­pflich­tet.

5 Der NDB trifft die er­for­der­li­chen Mass­nah­men zum Schutz vor Ent­tar­nung.

3. Abschnitt: Auskunfts- und Meldepflichten

Art. 19 Auskunftspflicht bei einer konkreten Bedrohung  

1 Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne so­wie Or­ga­ni­sa­tio­nen, de­nen der Bund oder die Kan­to­ne die Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben über­tra­gen ha­ben, sind ver­pflich­tet, dem NDB im Ein­zel­fall, auf be­grün­de­tes Er­su­chen hin, die Aus­künf­te zu er­tei­len, die zum Er­ken­nen oder Ab­weh­ren ei­ner kon­kre­ten Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit oder zur Wah­rung wei­te­rer wich­ti­ger Lan­des­in­ter­es­sen nach Ar­ti­kel 3 not­wen­dig sind.

2 Ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit ist ge­ge­ben, wenn ein be­deu­ten­des Rechts­gut wie Leib und Le­ben oder die Frei­heit von Per­so­nen oder der Be­stand und das Funk­tio­nie­ren des Staa­tes be­trof­fen ist und die Be­dro­hung aus­geht von:

a.
ter­ro­ris­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten im Sin­ne von Be­stre­bun­gen zur Be­ein­flus­sung oder Ver­än­de­rung der staat­li­chen Ord­nung, die durch Be­ge­hung oder An­dro­hung von schwe­ren Straf­ta­ten oder mit der Ver­brei­tung von Furcht und Schre­cken ver­wirk­licht oder be­güns­tigt wer­den sol­len;
b.
ver­bo­te­nem Nach­rich­ten­dienst nach den Ar­ti­keln 272–274 und 301 des Straf­ge­setz­buchs (StGB)10 so­wie den Ar­ti­keln 86 und 93 des Mi­li­tär­straf­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 192711;
c.
NBC-Pro­li­fe­ra­ti­on oder il­le­ga­lem Han­del mit ra­dio­ak­ti­ven Sub­stan­zen, Kriegs­ma­te­ri­al und an­de­ren Rüs­tungs­gü­tern;
d.
ei­nem An­griff auf ei­ne kri­ti­sche In­fra­struk­tur; oder
e.
ge­walt­tä­tig-ex­tre­mis­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten im Sin­ne von Be­stre­bun­gen von Or­ga­ni­sa­tio­nen, wel­che die de­mo­kra­ti­schen und rechts­staat­li­chen Grund­la­gen ab­leh­nen und zum Er­rei­chen ih­rer Zie­le Ge­walt­ta­ten ver­üben, för­dern oder be­für­wor­ten.

3 Die Be­hör­den und Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ab­satz 1 sind ver­pflich­tet, ge­gen­über Drit­ten über das Er­su­chen und die all­fäl­li­ge Aus­kunft Still­schwei­gen zu be­wah­ren. Aus­ge­nom­men ist die In­for­ma­ti­on von vor­ge­setz­ten Stel­len und Auf­sichts­or­ga­nen.

4 Sie kön­nen un­auf­ge­for­dert Mel­dung er­stat­ten, wenn sie ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit nach Ab­satz 2 fest­stel­len.

5 Der Bun­des­rat be­stimmt in ei­ner Ver­ord­nung die Or­ga­ni­sa­tio­nen, die zu Aus­künf­ten ver­pflich­tet sind; dar­un­ter fal­len na­ment­lich Or­ga­ni­sa­tio­nen des öf­fent­li­chen und pri­va­ten Rechts, die nicht der Bun­des­ver­wal­tung an­ge­hö­ren, so­weit sie Er­las­se oder ers­tin­stanz­li­che Ver­fü­gun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 5 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 196812 er­las­sen oder so­weit sie ih­nen über­tra­ge­ne Voll­zugs­auf­ga­ben des Bun­des er­fül­len; aus­ge­nom­men sind Kan­to­ne.

Art. 20 Besondere Auskunfts- und Meldepflicht  

1 Die fol­gen­den Be­hör­den sind ver­pflich­tet, dem NDB zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben Aus­kunft zu er­tei­len:

a.
Ge­rich­te, Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den so­wie Be­hör­den des Straf- und Mass­nah­men­voll­zugs;
b.
Grenzwacht und Zoll­be­hör­den;
c.
Be­hör­den der mi­li­tä­ri­schen Si­cher­heit, des Nach­rich­ten­diens­tes der Ar­mee und des mi­li­tä­ri­schen Kon­troll­we­sens;
d.
Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne, die für die Ein­rei­se und den Auf­ent­halt von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern so­wie für Asyl­fra­gen zu­stän­dig sind;
e.
Be­hör­den, die an si­cher­heits­po­li­zei­li­chen Auf­ga­ben mit­wir­ken;
f.
Ein­woh­ner­kon­trol­len;
g.
Be­hör­den, die für den di­plo­ma­ti­schen und kon­su­la­ri­schen Ver­kehr zu­stän­dig sind;
h.
Be­hör­den, die für die Be­wil­li­gung des Ver­kehrs mit be­stimm­ten Gü­tern zu­stän­dig sind;
i.
Be­hör­den, die für den Be­trieb von In­for­ma­tik­sys­te­men zu­stän­dig sind;
j.
Be­hör­den, die zu­stän­dig sind für die Auf­sicht über den Fi­nanz­markt und die Ent­ge­gen­nah­me von Mel­dun­gen bei Ver­dacht auf Geld­wä­sche­rei in Fäl­len von Ter­ror­fi­nan­zie­rung und Fi­nan­zie­rung von NBC-Pro­li­fe­ra­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten nach Mass­ga­be des Geld­wä­sche­rei­ge­set­zes vom 10. Ok­to­ber 199713.

2 Die Be­hör­den nach Ab­satz 1 sind ver­pflich­tet, ge­gen­über Drit­ten über das Er­su­chen und die all­fäl­li­ge Aus­kunft Still­schwei­gen zu be­wah­ren. Aus­ge­nom­men ist die In­for­ma­ti­on von vor­ge­setz­ten Stel­len und Auf­sichts­or­ga­nen.

3 Die Be­hör­den nach Ab­satz 1 er­stat­ten un­auf­ge­for­dert Mel­dung, wenn sie ei­ne kon­kre­te und schwe­re Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit fest­stel­len.14

4 Der Bun­des­rat legt in ei­ner nicht öf­fent­li­chen Lis­te fest, wel­che Vor­gän­ge und Fest­stel­lun­gen dem NDB un­auf­ge­for­dert zu mel­den sind. Er um­schreibt den Um­fang der Mel­de­pflicht und das Ver­fah­ren der Aus­kunft­s­er­tei­lung.

13 SR 955.0

14 Die Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 12. März 2020, pu­bli­ziert am 24. März 2020 be­trifft nur den fran­zö­si­schenText (AS 2020 1057).

Art. 21 Berufsgeheimnis  

Bei Aus­künf­ten nach Ar­ti­kel 19 oder 20 bleibt das ge­setz­lich ge­schütz­te Be­rufs­ge­heim­nis ge­wahrt.

Art. 22 Verfahren bei Meinungsverschiedenheiten über Auskunfts- und Meldepflichten  

1 Bei Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen dem NDB und ei­ner an­de­ren Ein­heit der Bun­des­ver­wal­tung über ei­ne Aus­kunfts­pflicht nach Ar­ti­kel 19 oder 20 ent­schei­det die je­weils ge­mein­sa­me Auf­sichts­be­hör­de end­gül­tig.

2 Bei Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen dem NDB und ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on, ei­nem Or­gan oder ei­ner Be­hör­de, die oder das nicht der Bun­des­ver­wal­tung an­ge­hört, über ei­ne Aus­kunfts­pflicht nach Ar­ti­kel 19 oder 20 ent­schei­det das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nach Ar­ti­kel 36a des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 200515.

Art. 23 Meldungen und Auskünfte von Dritten  

1 Der NDB kann von je­der Per­son Mel­dun­gen ent­ge­gen­neh­men.

2 Er kann durch schrift­li­che oder münd­li­che An­fra­ge ge­zielt In­for­ma­tio­nen ein­ho­len, die er zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben be­nö­tigt. Er kann Per­so­nen schrift­lich zu Be­fra­gun­gen ein­la­den.

3 Er macht die um Aus­kunft er­such­te Per­son dar­auf auf­merk­sam, dass sie frei­wil­lig Aus­kunft gibt; aus­ge­nom­men ist die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung un­ter Ver­wen­dung ei­ner Le­gen­de.

Art. 24 Identifikation und Befragung von Personen  

1 Der NDB kann zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be a ei­ne Per­son an­hal­ten las­sen, um ih­re Iden­ti­tät fest­zu­stel­len und sie im Sin­ne von Ar­ti­kel 23 kurz zu be­fra­gen.

2Die Anhaltung erfolgt durch Angehörige eines kantonalen Polizeikorps.

3 Der NDB kann die an­ge­hal­te­ne Per­son ver­pflich­ten, ih­re Per­so­na­li­en an­zu­ge­ben und Aus­weis­pa­pie­re vor­zu­le­gen.

Art. 25 Besondere Auskunftspflichten Privater  

1 So­fern es zum Er­ken­nen, Ver­hin­dern oder Ab­weh­ren ei­ner kon­kre­ten Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 not­wen­dig ist, kann der NDB im Ein­zel­fall fol­gen­de Aus­künf­te und Auf­zeich­nun­gen ver­lan­gen:

a.
von ei­ner na­tür­li­chen oder ju­ris­ti­schen Per­son, die ge­werbs­mäs­sig Trans­por­te durch­führt oder Trans­port­mit­tel zur Ver­fü­gung stellt oder ver­mit­telt: Aus­kunft über ei­ne von ihr er­brach­te Leis­tung;
b.
von pri­va­ten Be­trei­be­rin­nen und Be­trei­bern von Si­cher­heits­in­fra­struk­tu­ren, ins­be­son­de­re von Bild­über­tra­gungs- und Bild­auf­zeich­nungs­ge­rä­ten: die Her­aus­ga­be von Auf­zeich­nun­gen, ein­sch­liess­lich Auf­zeich­nun­gen von Vor­gän­gen auf öf­fent­li­chem Grund.

2 Der NDB kann fer­ner Aus­künf­te nach Ar­ti­kel 15 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 201616 be­tref­fend die Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs (BÜPF) ein­ho­len.17

16 SR 780.1

17 Fas­sung ge­mä­ss Art. 46 Ziff. 2 des BG vom 18. März 2016 be­tref­fend die Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 117; BBl 2013 2683).

4. Abschnitt: Genehmigungspflichtige Beschaffungsmassnahmen

Art. 26 Arten von genehmigungspflichtigen Beschaffungsmassnahmen  

1 Die fol­gen­den Be­schaf­fungs­mass­nah­men sind ge­neh­mi­gungs­pflich­tig:

a.18
Über­wa­chun­gen des Post­ver­kehrs und des Fern­mel­de­ver­kehrs und Ver­lan­gen von Rand­da­ten des Post­ver­kehrs und des Fern­mel­de­ver­kehrs ge­mä­ss BÜPF19;
abis.20
der Ein­satz von be­son­de­ren tech­ni­schen Ge­rä­ten zur Über­wa­chung des Fern­mel­de­ver­kehrs, um Über­mitt­lun­gen zu er­fas­sen oder ei­ne Per­son oder Sa­che zu iden­ti­fi­zie­ren oder de­ren Stand­ort zu er­mit­teln, wenn Über­wa­chun­gen nach Buch­sta­be a er­folg­los ge­blie­ben sind, aus­sichts­los wä­ren oder un­ver­hält­nis­mäs­sig er­schwert wür­den und die fern­mel­de­recht­li­chen Be­wil­li­gun­gen für die be­son­de­ren tech­ni­schen Ge­rä­te vor­lie­gen;
b.
der Ein­satz von Or­tungs­ge­rä­ten zur Fest­stel­lung des Stand­orts und der Be­we­gun­gen von Per­so­nen oder Sa­chen;
c.
der Ein­satz von Über­wa­chungs­ge­rä­ten, um das nicht öf­fent­lich ge­spro­che­ne Wort ab­zu­hö­ren oder auf­zu­zeich­nen oder um Vor­gän­ge an nicht öf­fent­li­chen oder nicht all­ge­mein zu­gäng­li­chen Or­ten zu be­ob­ach­ten oder auf­zu­zeich­nen;
d.
das Ein­drin­gen in Com­pu­ter­sys­te­me und Com­pu­ter­netz­wer­ke, um:
1.
dort vor­han­de­ne oder von dort aus über­mit­tel­te In­for­ma­tio­nen zu be­schaf­fen,
2.
den Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen zu stö­ren, zu ver­hin­dern oder zu ver­lang­sa­men, falls die Com­pu­ter­sys­te­me und Com­pu­ter­netz­wer­ke für An­grif­fe auf kri­ti­sche In­fra­struk­tu­ren ver­wen­det wer­den;
e.
das Durch­su­chen von Räum­lich­kei­ten, Fahr­zeu­gen oder Be­hält­nis­sen, um dort vor­han­de­ne Ge­gen­stän­de oder In­for­ma­tio­nen oder von dort aus über­mit­tel­te In­for­ma­tio­nen zu be­schaf­fen.

2 Die Mass­nah­men wer­den ver­deckt durch­ge­führt; die be­trof­fe­ne Per­son wird dar­über nicht in Kennt­nis ge­setzt.

18 Fas­sung ge­mä­ss Art. 46 Ziff. 2 des BG vom 18. März 2016 be­tref­fend die Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 117; BBl 2013 2683).

19 SR 780.1

20 Ein­ge­fügt durch Art. 46 Ziff. 2 des BG vom 18. März 2016 be­tref­fend die Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs, in Kraft seit 1. März 2018 (AS 2018 117; BBl 2013 2683).

Art. 27 Grundsatz  

1 Der NDB kann ei­ne ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­ge Be­schaf­fungs­mass­nah­me an­ord­nen, wenn:

a.
ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung im Sin­ne von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–d ge­ge­ben ist oder die Wah­rung wei­te­rer wich­ti­ger Lan­des­in­ter­es­sen nach Ar­ti­kel 3 dies er­for­dert;
b.
die Schwe­re der Be­dro­hung die Mass­nah­me recht­fer­tigt; und
c.
die nach­rich­ten­dienst­li­chen Ab­klä­run­gen bis­her er­folg­los wa­ren, sonst aus­sichts­los wä­ren oder un­ver­hält­nis­mäs­sig er­schwert wür­den.

2 Der NDB holt vor der Durch­füh­rung der Mass­nah­me die Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts so­wie die Frei­ga­be durch die Vor­ste­he­rin oder den Vor­ste­her des VBS ein.

3 Ist es not­wen­dig, dass an­de­re Dienst­stel­len des Bun­des und der Kan­to­ne an der Durch­füh­rung der Mass­nah­me mit­wir­ken, so stellt ih­nen der NDB ei­ne schrift­li­che An­ord­nung zu, so­bald die Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts so­wie die Frei­ga­be der Vor­ste­he­rin oder des Vor­ste­hers des VBS vor­lie­gen. Die Be­schaf­fungs­mass­nah­me ist ge­heim zu hal­ten.

Art. 28 Anordnung genehmigungspflichtiger Beschaffungsmassnahmen gegenüber Drittpersonen  

1 Der NDB kann auch ge­gen­über ei­ner Dritt­per­son ei­ne ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­ge Be­schaf­fungs­mass­nah­me an­ord­nen, wenn be­grün­de­te An­halts­punk­te vor­lie­gen, dass die Per­son, über die In­for­ma­tio­nen be­schafft wer­den sol­len, Räum­lich­kei­ten, Fahr­zeu­ge oder Be­hält­nis­se der Dritt­per­son oder de­ren Po­st­adres­sen, Fern­mel­de­an­schlüs­se, Com­pu­ter­sys­te­me oder Com­pu­ter­netz­wer­ke be­nutzt, um In­for­ma­tio­nen zu über­mit­teln, zu emp­fan­gen oder auf­zu­be­wah­ren.

2 Die Mass­nah­me darf nicht an­ge­ord­net wer­den, wenn die Dritt­per­son ei­ner der in den Ar­ti­keln 171–173 StPO21 ge­nann­ten Be­rufs­grup­pen an­ge­hört.

Art. 29 Genehmigungsverfahren  

1 Be­ab­sich­tigt der NDB, ei­ne ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­ge Be­schaf­fungs­mass­nah­me an­zu­ord­nen, so un­ter­brei­tet er dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt einen An­trag mit:

a.
der An­ga­be des spe­zi­fi­schen Ziels der Be­schaf­fungs­mass­nah­me und der Begründung ihrer Notwendigkeit sowie der Erläuterung, warum bisherige Abklärungen erfolglos waren, sonst aussichtslos wären oder unverhältnismässig erschwert würden;
b.
den An­ga­ben zu den von der Be­schaf­fungs­mass­nah­me be­trof­fe­nen Per­so­nen;
c.
der ge­nau­en Be­zeich­nung der Be­schaf­fungs­mass­nah­me so­wie der ge­setz­li­chen Grund­la­ge;
d.
der Be­zeich­nung all­fäl­li­ger an­de­rer Dienst­stel­len, die mit der Durch­füh­rung der Be­schaf­fungs­mass­nah­me be­auf­tragt wer­den sol­len;
e.
der An­ga­be von Be­ginn und En­de der Be­schaf­fungs­mass­nah­me so­wie der Frist, in­ner­halb der sie durch­zu­füh­ren ist;
f.
den für die Ge­neh­mi­gung we­sent­li­chen Ak­ten.

2 Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ent­schei­det mit kur­z­er Be­grün­dung in­ner­halb von fünf Ar­beits­ta­gen nach Er­halt des An­trags als Ein­zel­rich­ter; sie oder er kann ei­ne an­de­re Rich­te­rin oder einen an­de­ren Rich­ter mit die­ser Auf­ga­be be­trau­en.

3 Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ge­neh­migt ei­ne be­an­trag­te Be­schaf­fungs­mass­nah­me nicht, wenn ei­ne sol­che Mass­nah­me be­reits auf­grund ei­nes Straf­ver­fah­rens ge­gen die be­trof­fe­nen Per­so­nen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b be­wil­ligt wor­den ist und die Stra­fun­ter­su­chung einen Zu­sam­men­hang zur kon­kre­ten Be­dro­hung auf­weist, wel­che die Be­schaf­fungs­mass­nah­me des NDB ab­klä­ren soll. Die zu­stän­di­gen Zwangs­mass­nah­men­ge­rich­te so­wie der Dienst für die Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs er­tei­len dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die not­wen­di­gen Aus­künf­te.

4 Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts kann im Rah­men der Ent­scheid­fin­dung die An­hö­rung von Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des NDB an­ord­nen.

5 Sie oder er kann die Ge­neh­mi­gung mit Auf­la­gen er­tei­len oder ei­ne Er­gän­zung der Ak­ten oder wei­te­re Ab­klä­run­gen ver­lan­gen.

6 Die Ge­neh­mi­gung gilt für höchs­tens drei Mo­na­te. Sie kann um je­weils höchs­tens drei Mo­na­te ver­län­gert wer­den.

7 Ist ei­ne Ver­län­ge­rung not­wen­dig, so stellt der NDB vor Ab­lauf der be­wil­lig­ten Dau­er einen be­grün­de­ten Ver­län­ge­rungs­an­trag nach Ab­satz 1.

8 Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts er­stellt einen jähr­li­chen Tä­tig­keits­be­richt zu­han­den der Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on (GPDel).

Art. 30 Freigabe  

1 Liegt die Ge­neh­mi­gung der Be­schaf­fungs­mass­nah­me vor, so ent­schei­det die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des VBS, nach vor­he­ri­ger Kon­sul­ta­ti­on der Vor­ste­he­rin oder des Vor­ste­hers des EDA und der Vor­ste­he­rin oder des Vor­ste­hers des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment (EJPD), über die Frei­ga­be zur Durch­füh­rung. Fäl­le von be­son­de­rer Be­deu­tung kön­nen dem Bun­des­rat vor­ge­legt wer­den.

2 Das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren ist schrift­lich zu füh­ren.

Art. 31 Verfahren bei Dringlichkeit  

1 Die Di­rek­to­rin oder der Di­rek­tor des NDB kann bei Dring­lich­keit den so­for­ti­gen Ein­satz von ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Be­schaf­fungs­mass­nah­men an­ord­nen. Sie oder er ori­en­tiert um­ge­hend das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und die Vor­ste­he­rin oder den Vor­ste­her des VBS. Die­se oder die­ser kann die Be­schaf­fungs­mass­nah­me mit so­for­ti­ger Wir­kung be­en­den.

2 Die Di­rek­to­rin oder der Di­rek­tor des NDB un­ter­brei­tet den An­trag in­ner­halb von 24 Stun­den der Prä­si­den­tin oder dem Prä­si­den­ten der zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts und be­grün­det die Dring­lich­keit.

3 Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts teilt dem NDB ih­ren oder sei­nen Ent­scheid in­ner­halb von drei Ar­beits­ta­gen mit.

4 Liegt die Ge­neh­mi­gung der Be­schaf­fungs­mass­nah­me vor, so ent­schei­det die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des VBS, nach vor­he­ri­ger Kon­sul­ta­ti­on der Vor­ste­he­rin oder des Vor­ste­hers des EDA und der Vor­ste­he­rin oder des Vor­ste­hers des EJPD, über die Frei­ga­be zur Wei­ter­füh­rung.

Art. 32 Beendigung  

1 Der NDB be­en­det die ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­ge Be­schaf­fungs­mass­nah­me un­ver­züg­lich, wenn:

a.
die Frist ab­ge­lau­fen ist;
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne wei­te­re Durch­füh­rung nicht mehr er­füllt sind;
c.
die Ge­neh­mi­gung durch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt oder die Frei­ga­be durch die Chefin oder den Chef des VBS nicht er­teilt wird.

2 In Fäl­len von Dring­lich­keit sorgt der NDB für die um­ge­hen­de Ver­nich­tung der be­schaff­ten Da­ten, wenn:

a.
die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent der zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts den An­trag ab­lehnt;
b.
die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des VBS die Be­schaf­fungs­mass­nah­me mit so­for­ti­ger Wir­kung be­en­det oder die Frei­ga­be zur Wei­ter­füh­rung ver­wei­gert.

3 Wir­ken an­de­re Dienst­stel­len an der Durch­füh­rung der ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Be­schaf­fungs­mass­nah­me mit, so teilt ih­nen der NDB de­ren Be­en­di­gung mit.

4 Der NDB teilt dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt so­wie der Vor­ste­he­rin oder dem Vor­ste­her des VBS die Be­en­di­gung der Be­schaf­fungs­mass­nah­me mit.

Art. 33 Mitteilungspflicht  

1 Der NDB teilt der über­wach­ten Per­son nach Ab­schluss der Ope­ra­ti­on in­ner­halb ei­nes Mo­nats Grund, Art und Dau­er der Über­wa­chung mit ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Be­schaf­fungs­mass­nah­men mit.

2 Er kann die Mit­tei­lung auf­schie­ben oder von ihr ab­se­hen, wenn:

a.
dies not­wen­dig ist, um ei­ne lau­fen­de Be­schaf­fungs­mass­nah­me oder ein lau­fen­des recht­li­ches Ver­fah­ren nicht zu ge­fähr­den;
b.
dies we­gen ei­nes an­de­ren über­wie­gen­den öf­fent­li­chen In­ter­es­ses zur Wah­rung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit nö­tig ist oder die Be­zie­hun­gen der Schweiz zum Aus­land es er­for­dern;
c.
durch die Mit­tei­lung Drit­te er­heb­lich ge­fähr­det wer­den könn­ten;
d.
die be­trof­fe­ne Per­son nicht er­reich­bar ist.

3 Der Auf­schub der Mit­tei­lung oder der Ver­zicht dar­auf muss nach dem Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 29 ge­neh­migt und frei­ge­ge­ben wer­den.

5. Abschnitt: Zusammenarbeit und Quellenschutz

Art. 34 Zusammenarbeit und Beauftragung in der Beschaffung  

1 Der NDB kann die Be­schaf­fungs­mass­nah­men selbst durch­füh­ren, mit in- oder aus­län­di­schen Amts­stel­len zu­sam­men­ar­bei­ten oder die­se mit der Durch­füh­rung be­auf­tra­gen, so­fern die an­de­re Stel­le Ge­währ da­für bie­tet, die Be­schaf­fung ent­spre­chend den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes durch­zu­füh­ren.

2 Er kann aus­nahms­wei­se auch mit Pri­va­ten zu­sam­men­ar­bei­ten oder Pri­va­ten Auf­trä­ge er­tei­len, wenn dies aus tech­ni­schen Grün­den oder we­gen des Zu­gangs zum Be­schaf­fungs­ob­jekt er­for­der­lich ist und die be­tref­fen­de Per­son Ge­währ da­für bie­tet, die Be­schaf­fung ent­spre­chend den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes durch­zu­füh­ren.

Art. 35 Quellenschutz  

1 Der NDB stellt den Schutz sei­ner Quel­len si­cher und wahrt de­ren An­ony­mi­tät, ins­be­son­de­re die­je­ni­ge von aus­län­di­schen Nach­rich­ten­diens­ten und Si­cher­heits­be­hör­den so­wie von Per­so­nen, die In­for­ma­tio­nen über das Aus­land be­schaf­fen und da­durch ge­fähr­det sind. Aus­ge­nom­men sind Per­so­nen, die in ei­nem Straf­ver­fah­ren schwe­rer Ver­bre­chen ge­gen die Mensch­lich­keit oder ei­nes Kriegs­ver­bre­chens be­schul­digt wer­den.

2 Der NDB gibt die Iden­ti­tät ei­ner in der Schweiz wohn­haf­ten mensch­li­chen Quel­le schwei­ze­ri­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den be­kannt, wenn die be­tref­fen­de Per­son ei­ner von Am­tes we­gen zu ver­fol­gen­den Straf­tat be­schul­digt wird oder wenn die Be­kannt­ga­be un­er­läss­lich ist, um ei­ne schwe­re Straf­tat auf­zu­klä­ren.

3 Beim Schutz der Quel­len sind zu be­rück­sich­ti­gen:

a.
das In­ter­es­se des NDB an der wei­te­ren nach­rich­ten­dienst­li­chen Nut­zung der Quel­le;
b.
das Schutz­be­dürf­nis ins­be­son­de­re mensch­li­cher Quel­len ge­gen­über Dritt­per­so­nen;
c.
bei tech­ni­schen Quel­len: ge­heim­hal­tungs­be­dürf­ti­ge An­ga­ben über In­fra­struk­tur, Leis­tungs­fä­hig­keit, ope­ra­ti­ve Me­tho­den und Ver­fah­ren der In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung.

4 Im Streit­fall ent­schei­det das Bun­dess­traf­ge­richt. Im Üb­ri­gen gel­ten die mass­ge­ben­den Be­stim­mun­gen über die Rechts­hil­fe.

6. Abschnitt: Beschaffung von Informationen über Vorgänge im Ausland

Art. 36 Allgemeine Bestimmungen  

1 Der NDB kann In­for­ma­tio­nen über Vor­gän­ge im Aus­land ver­deckt be­schaf­fen.

2 Be­schafft der NDB im In­land In­for­ma­tio­nen über Vor­gän­ge im Aus­land, so ist er an die Be­stim­mun­gen des 4. Ab­schnit­tes ge­bun­den; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 37 Ab­satz 2.

3 Der NDB sorgt da­für, dass die Ri­si­ken bei der Be­schaf­fung in kei­nem Miss­ver­hält­nis zum er­war­te­ten In­for­ma­ti­ons­ge­winn ste­hen und die Ein­grif­fe in die Grund­rech­te be­trof­fe­ner Per­so­nen auf das Not­wen­di­ge be­schränkt blei­ben.

4 Er do­ku­men­tiert die Be­schaf­fung von In­for­ma­tio­nen über Vor­gän­ge im Aus­land zu­han­den der Auf­sichts- und Kon­troll­or­ga­ne.

5 Er kann Da­ten aus Be­schaf­fun­gen im Aus­land, die mit ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Be­schaf­fungs­mass­nah­men ver­gleich­bar sind, ge­son­dert ab­spei­chern, wenn der Um­fang der Da­ten, die Ge­heim­hal­tung oder die Si­cher­heit dies er­for­dert.

6 Die im Aus­land ein­ge­setz­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB sind wäh­rend ih­res Ein­sat­zes nach dem Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­ni 199222 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung ge­gen Krank­heit und Un­fall ver­si­chert.

7 Der NDB sorgt für den Schutz sei­ner im Aus­land ein­ge­setz­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter.

Art. 37 Eindringen in Computersysteme und Computernetzwerke  

1 Wer­den Com­pu­ter­sys­te­me und Com­pu­ter­netz­wer­ke, die sich im Aus­land be­fin­den, für An­grif­fe auf kri­ti­sche In­fra­struk­tu­ren in der Schweiz ver­wen­det, so kann der NDB in die­se Com­pu­ter­sys­te­me und Com­pu­ter­netz­wer­ke ein­drin­gen, um den Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen zu stö­ren, zu ver­hin­dern oder zu ver­lang­sa­men. Der Bun­des­rat ent­schei­det über die Durch­füh­rung ei­ner sol­chen Mass­nah­me.

2 Der NDB kann in Com­pu­ter­sys­te­me und Com­pu­ter­netz­wer­ke im Aus­land ein­drin­gen, um dort vor­han­de­ne oder von dort aus über­mit­tel­te In­for­ma­tio­nen über Vor­gän­ge im Aus­land zu be­schaf­fen. Die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des VBS ent­schei­det nach vor­he­ri­ger Kon­sul­ta­ti­on der Vor­ste­he­rin oder des Vor­ste­hers des EDA und der Vor­ste­he­rin oder des Vor­ste­hers des EJPD über die Durch­füh­rung ei­ner sol­chen Mass­nah­me.

Art. 38 Funkaufklärung  

1 Der Bund kann einen Dienst für die Er­fas­sung elek­tro­ma­gne­ti­scher Aus­strah­lun­gen von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­men, die sich im Aus­land be­fin­den, be­trei­ben (Funkauf­klä­rung).

2 Die Funkauf­klä­rung dient:

a.
der Be­schaf­fung si­cher­heits­po­li­tisch be­deut­sa­mer In­for­ma­tio­nen über Vor­gän­ge im Aus­land, ins­be­son­de­re aus den Be­rei­chen Ter­ro­ris­mus, Wei­ter­ver­brei­tung von Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen und aus­län­di­sche Kon­flik­te mit Aus­wir­kun­gen auf die Schweiz;
b.
der Wah­rung wei­te­rer wich­ti­ger Lan­des­in­ter­es­sen nach Ar­ti­kel 3.

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Auf­klä­rungs­be­rei­che, die Or­ga­ni­sa­ti­on und das Ver­fah­ren der Funkauf­klä­rung. Er legt fest, für wie lan­ge die er­fass­ten Kom­mu­ni­ka­tio­nen und Ver­bin­dungs­da­ten beim durch­füh­ren­den Dienst ge­spei­chert blei­ben dür­fen.

4 Er stellt da­bei ins­be­son­de­re si­cher, dass der durch­füh­ren­de Dienst aus den er­fass­ten Kom­mu­ni­ka­tio­nen:

a.
nur In­for­ma­tio­nen über si­cher­heits­po­li­tisch be­deut­sa­me Vor­gän­ge im Aus­land wei­ter­lei­tet;
b.
In­for­ma­tio­nen über Per­so­nen im In­land nur wei­ter­lei­tet, wenn sie für das Ver­ständ­nis ei­nes Vor­gangs im Aus­land not­wen­dig sind und zu­vor an­ony­mi­siert wur­den.

5 Der durch­füh­ren­de Dienst lei­tet aus den er­fass­ten Kom­mu­ni­ka­tio­nen In­for­ma­tio­nen über Vor­gän­ge im In­land wei­ter, wenn sie auf ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be a hin­wei­sen.

6 Stösst er bei sei­ner Tä­tig­keit auf er­fass­te Kom­mu­ni­ka­tio­nen, die kei­ne In­for­ma­tio­nen über si­cher­heits­po­li­tisch be­deut­sa­me Vor­gän­ge im Aus­land und kei­ne Hin­wei­se auf ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren Si­cher­heit ent­hal­ten, so ver­nich­tet er die­se so rasch wie mög­lich.

7. Abschnitt: Kabelaufklärung

Art. 39 Allgemeine Bestimmungen  

1 Der NDB kann den durch­füh­ren­den Dienst da­mit be­auf­tra­gen, zur Be­schaf­fung von In­for­ma­tio­nen über si­cher­heits­po­li­tisch be­deut­sa­me Vor­gän­ge im Aus­land (Art. 6 Abs. 1 Bst. b) so­wie zur Wah­rung wei­te­rer wich­ti­ger Lan­des­in­ter­es­sen nach Ar­ti­kel 3 grenz­über­schrei­ten­de Si­gna­le aus lei­tungs­ge­bun­de­nen Net­zen zu er­fas­sen.

2 Be­fin­det sich so­wohl der Sen­der als auch der Emp­fän­ger in der Schweiz, so ist die Ver­wen­dung der er­fass­ten Si­gna­le nach Ab­satz 1 nicht zu­läs­sig. Kann der durch­füh­ren­de Dienst sol­che Si­gna­le nicht be­reits bei der Er­fas­sung aus­schei­den, so sind die be­schaff­ten Da­ten zu ver­nich­ten, so­bald er­kannt wird, dass sie von sol­chen Si­gna­len stam­men.

3 Da­ten aus er­fass­ten Si­gna­len dür­fen nur an den NDB wei­ter­ge­lei­tet wer­den, wenn de­ren In­halt den für die Er­fül­lung des Auf­trags de­fi­nier­ten Such­be­grif­fen ent­spricht. Die Such­be­grif­fe sind so zu de­fi­nie­ren, dass ih­re An­wen­dung mög­lichst ge­rin­ge Ein­grif­fe in die Pri­vat­sphä­re von Per­so­nen ver­ur­sacht. An­ga­ben über schwei­ze­ri­sche na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­so­nen sind als Such­be­grif­fe nicht zu­läs­sig.

4 Der Bun­des­rat re­gelt:

a.
die zu­läs­si­gen Auf­klä­rungs­be­rei­che;
b.
die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Ein­zel­hei­ten des Ver­fah­rens der Ka­be­lauf­klä­rung;
c.
die ma­xi­ma­le Auf­be­wah­rungs­dau­er der er­fass­ten In­halts- und Ver­bin­dungs­da­ten aus der Ka­be­lauf­klä­rung beim durch­füh­ren­den Dienst.
Art. 40 Genehmigungspflicht  

1 Auf­trä­ge zur Ka­be­lauf­klä­rung sind ge­neh­mi­gungs­pflich­tig.

2 Be­vor der NDB einen Auf­trag zur Ka­be­lauf­klä­rung er­teilt, holt er die Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts so­wie die Frei­ga­be durch die Vor­ste­he­rin oder den Vor­ste­her des VBS ein.

3 Die Vor­ste­he­rin oder der Vor­ste­her des VBS kon­sul­tiert vor­gän­gig die Vor­ste­he­rin oder den Vor­ste­her des EDA und die Vor­ste­he­rin oder den Vor­ste­her des EJPD.

Art. 41 Genehmigungsverfahren  

1 Be­ab­sich­tigt der NDB, einen Auf­trag zur Ka­be­lauf­klä­rung zu er­tei­len, so un­ter­brei­tet er dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt einen An­trag mit:

a.
der Be­schrei­bung des Auf­trags an den durch­füh­ren­den Dienst;
b.
der Be­grün­dung der Not­wen­dig­keit des Ein­sat­zes;
c.
der An­ga­be der Ka­te­go­ri­en von Such­be­grif­fen;
d.
der An­ga­be der Be­trei­be­rin­nen von lei­tungs­ge­bun­de­nen Net­zen und der An­bie­te­rin­nen von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen, wel­che die für die Durch­füh­rung der Ka­be­lauf­klä­rung not­wen­di­gen Si­gna­le lie­fern müs­sen; und
e.
der An­ga­be von Be­ginn und En­de des Auf­trags.

2 Das wei­te­re Ver­fah­ren rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 29–32.

3 Die Ge­neh­mi­gung gilt für höchs­tens sechs Mo­na­te. Sie kann nach dem­sel­ben Ver­fah­ren um je­weils höchs­tens drei Mo­na­te ver­län­gert wer­den.

Art. 42 Durchführung  

1 Der durch­füh­ren­de Dienst nimmt die Si­gna­le der Be­trei­be­rin­nen und An­bie­te­rin­nen nach Ar­ti­kel 41 Ab­satz 1 Buch­sta­be d ent­ge­gen, wan­delt sie in Da­ten um und be­ur­teilt an­hand des In­halts, wel­che Da­ten er an den NDB wei­ter­lei­tet.

2 Er lei­tet aus­sch­liess­lich Da­ten an den NDB wei­ter, die In­for­ma­tio­nen zu den für die Er­fül­lung des Auf­trags de­fi­nier­ten Such­be­grif­fen ent­hal­ten. In­for­ma­tio­nen über Per­so­nen im In­land lei­tet er nur dann an den NDB wei­ter, wenn sie für das Ver­ständ­nis ei­nes Vor­gangs im Aus­land not­wen­dig sind und zu­vor an­ony­mi­siert wur­den.

3 Ent­hal­ten die Da­ten In­for­ma­tio­nen über Vor­gän­ge im In- oder Aus­land, die auf ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be a hin­wei­sen, so lei­tet der durch­füh­ren­de Dienst sie un­ver­än­dert an den NDB wei­ter.

4 Da­ten, die kei­ne In­for­ma­tio­nen nach den Ab­sät­zen 2 und 3 ent­hal­ten, sind vom durch­füh­ren­den Dienst so rasch wie mög­lich zu ver­nich­ten.

5 Für die nach­rich­ten­dienst­li­che Aus­wer­tung der Da­ten ist der NDB zu­stän­dig.

Art. 43 Pflichten der Betreiberinnen von leitungsgebundenen Netzen und der Anbieterinnen von Telekommunikationsdienstleistungen  

1 Die Be­trei­be­rin­nen von lei­tungs­ge­bun­de­nen Net­zen und die An­bie­te­rin­nen von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen sind ver­pflich­tet, dem durch­füh­ren­den Dienst oder dem NDB die für die Durch­füh­rung der Ka­be­lauf­klä­rung not­wen­di­gen tech­ni­schen An­ga­ben zu ma­chen.

2 Liegt die Frei­ga­be für einen Auf­trag vor, so sind die Be­trei­be­rin­nen von lei­tungs­ge­bun­de­nen Net­zen und die An­bie­te­rin­nen von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen ver­pflich­tet, die Si­gna­le an den durch­füh­ren­den Dienst zu lie­fern. Von ih­nen an­ge­brach­te Ver­schlüs­se­lun­gen müs­sen sie ent­fer­nen.

3 Die Be­trei­be­rin­nen von lei­tungs­ge­bun­de­nen Net­zen und die An­bie­te­rin­nen von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen sind ver­pflich­tet, die Auf­trä­ge ge­heim zu hal­ten.

4 Der Bund ent­schä­digt die Be­trei­be­rin­nen von lei­tungs­ge­bun­de­nen Net­zen und die An­bie­te­rin­nen von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen. Der Bun­des­rat re­gelt die Hö­he der Ent­schä­di­gung nach Mass­ga­be der Kos­ten für die Lie­fe­rung der Si­gna­le an den durch­füh­ren­den Dienst.

4. Kapitel: Datenbearbeitung und Archivierung

1. Abschnitt: Grundsätze, Qualitätssicherung und Datenbearbeitung in den Kantonen

Art. 44 Grundsätze  

1 Der NDB und die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den sind be­fugt, Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich Per­so­nen­da­ten, wel­che die Be­ur­tei­lung des Ge­fähr­lich­keits­gra­des ei­ner Per­son er­lau­ben, zu be­ar­bei­ten, un­ab­hän­gig da­von, ob es sich um be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten han­delt oder nicht.23

2 Der NDB kann In­for­ma­tio­nen, die sich als Des­in­for­ma­ti­on oder Falsch­in­for­ma­ti­on her­aus­stel­len, wei­ter be­ar­bei­ten, wenn dies für die Be­ur­tei­lung der La­ge oder ei­ner Quel­le not­wen­dig ist. Er kenn­zeich­net die be­tref­fen­den Da­ten als un­rich­tig.

3 Er kann die­sel­ben Da­ten in meh­re­re In­for­ma­ti­ons­sys­te­me über­füh­ren. Es gel­ten die Vor­ga­ben des je­wei­li­gen In­for­ma­ti­ons­sys­tems.

4 Er kann die Da­ten in­ner­halb ei­nes In­for­ma­ti­ons­sys­tems ver­netzt er­fas­sen und au­to­ma­ti­siert aus­wer­ten.

23 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

Art. 45 Qualitätssicherung  

1 Der NDB be­ur­teilt die Er­heb­lich­keit und Rich­tig­keit der Per­so­nen­da­ten, be­vor er sie in ei­nem In­for­ma­ti­ons­sys­tem er­fasst. Meldungen, die mehrere Personendaten enthalten, beurteilt er als Ganzes, bevor er sie in der Aktenablage erfasst.

2 Er er­fasst nur Da­ten, die zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 6 die­nen, un­ter Be­ach­tung von Ar­ti­kel 5 Ab­sät­ze 5–8.

3 Er ver­nich­tet Da­ten, die in kei­nem In­for­ma­ti­ons­sys­tem er­fasst wer­den dür­fen, oder sen­det sie an den Ab­sen­der zur wei­te­ren Ab­klä­rung oder zur Be­ar­bei­tung in des­sen ei­ge­ner Zu­stän­dig­keit zu­rück.

4 Er über­prüft pe­ri­odisch in al­len In­for­ma­ti­ons­sys­te­men, ob die er­fass­ten Per­so­nen­da­ten­sät­ze zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben wei­ter­hin not­wen­dig sind. Er löscht nicht mehr be­nö­tig­te Da­ten­sät­ze. Un­rich­ti­ge Da­ten wer­den so­fort kor­ri­giert oder ge­löscht; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 44 Ab­satz 2.

5 Die in­ter­ne Qua­li­täts­si­che­rungs­stel­le des NDB nimmt fol­gen­de Auf­ga­ben wahr:

a.
Sie über­prüft die Per­so­nen­da­ten im Sys­tem IA­SA-GEX NDB (Art. 50) auf ih­re Er­heb­lich­keit und Rich­tig­keit.
b.
Sie über­prüft pe­ri­odisch die im Sys­tem IN­DEX NDB (Art. 51) er­fass­ten Be­rich­te der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den auf ih­re Er­heb­lich­keit und Rich­tig­keit.
c.
Sie kon­trol­liert in al­len In­for­ma­ti­ons­sys­te­men des NDB stich­pro­ben­wei­se die Recht­mäs­sig­keit, Zweck­mäs­sig­keit, Wirk­sam­keit und Rich­tig­keit der Da­ten­be­ar­bei­tun­gen.
d.
Sie löscht Da­ten im Sys­tem IN­DEX NDB, die aus Vor­ab­klä­run­gen der Kan­to­ne stam­men und de­ren Er­fas­sung mehr als fünf Jah­re zu­rück­liegt, so­wie Da­ten, de­ren Lö­schung der Kan­ton be­an­tragt.
e.
Sie sorgt für in­ter­ne Schu­lun­gen der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB zu Fra­gen des Da­ten­schut­zes.
Art. 46 Datenbearbeitung in den Kantonen  

1 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den füh­ren kei­ne ei­ge­nen Da­ten­ban­ken in An­wen­dung die­ses Ge­set­zes.24

2 Be­ar­bei­ten die Kan­to­ne Da­ten in ei­ge­ner Zu­stän­dig­keit, so sor­gen sie da­für, dass die kan­to­na­len Da­ten kei­nen Hin­weis auf Be­stand und In­halt der Bun­des­da­ten ent­hal­ten.

3 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den dür­fen La­ge­be­ur­tei­lun­gen und Da­ten, die sie vom NDB er­hal­ten ha­ben, wei­ter­ge­ben, wenn es für die Be­ur­tei­lung von Mass­nah­men zur Wah­rung der Si­cher­heit oder für die Ab­wen­dung ei­ner er­heb­li­chen Ge­fähr­dung not­wen­dig ist. Der Bun­des­rat re­gelt, an wel­che Stel­len und in wel­chem Um­fang die Wei­ter­ga­be zu­läs­sig ist.

24 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

2. Abschnitt: Nachrichtendienstliche Informationssysteme

Art. 47 Informationssysteme des NDB  

1 Der NDB be­treibt zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 6 fol­gen­de In­for­ma­ti­ons­sys­te­me:

a.
IA­SA NDB (Art. 49);
b.
IA­SA-GEX NDB (Art. 50);
c.
IN­DEX NDB (Art. 51);
d.
GE­VER NDB (Art. 52);
e.
ELD (Art. 53);
f.
OSINT-Por­tal (Art. 54);
g.
Quat­tro P (Art. 55);
h.
IS­CO (Art. 56);
i.
Rest­da­ten­spei­cher (Art. 57).

2 Der Bun­des­rat re­gelt für je­des In­for­ma­ti­ons­sys­tem des NDB:

a.
den Ka­ta­log der Per­so­nen­da­ten;
b.
die Zu­stän­dig­kei­ten bei der Da­ten­be­ar­bei­tung;
c.
die Zu­griffs­rech­te;
d.
die Häu­fig­keit der Qua­li­täts­si­che­rung un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Schwe­re des durch die Da­ten­be­ar­bei­tung be­wirk­ten Ein­griffs in die ver­fas­sungs­mäs­si­gen Rech­te;
e.
die Auf­be­wah­rungs­dau­er der Da­ten un­ter Be­rück­sich­ti­gung der spe­zi­fi­schen Be­dürf­nis­se des NDB in Be­zug auf die je­wei­li­gen Auf­ga­ben­ge­bie­te;
f.
die Lö­schung der Da­ten;
g.
die Da­ten­si­cher­heit.
Art. 48 Zuweisung der Daten zu den Informationssystemen  

Der NDB weist ein­ge­hen­de Da­ten wie folgt zu:

a.
Da­ten mit In­for­ma­tio­nen über ge­walt­tä­ti­gen Ex­tre­mis­mus: dem Sys­tem IA­SA-GEX NDB;
b.
Da­ten mit In­for­ma­tio­nen, die aus­sch­liess­lich ad­mi­nis­tra­ti­ve Pro­zes­se aus­lö­sen: dem Sys­tem GE­VER NDB;
c.
Da­ten mit In­for­ma­tio­nen, die aus­sch­liess­lich si­cher­heits­po­li­zei­li­che Mass­nah­men be­tref­fen: dem Sys­tem ELD;
d.
Da­ten aus öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Quel­len: dem Sys­tem OSINT-Por­tal;
e.
Da­ten aus Grenz- und Zoll­kon­trol­len: dem Sys­tem Quat­tro P;
f.
Da­ten, die aus­sch­liess­lich der Auf­ga­ben­kon­trol­le und der Steue­rung der Funk- und Ka­be­lauf­klä­rung die­nen: dem Sys­tem IS­CO;
g.
üb­ri­ge Da­ten: dem Sys­tem Rest­da­ten­spei­cher.
Art. 49 IASA NDB  

1 Das in­te­gra­le Ana­ly­se­sys­tem des NDB (IA­SA NDB) dient der nach­rich­ten­dienst­li­chen Aus­wer­tung von Da­ten.

2 Es ent­hält Da­ten, wel­che die Auf­ga­ben­ge­bie­te nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 be­tref­fen, mit Aus­nah­me der Da­ten über den ge­walt­tä­ti­gen Ex­tre­mis­mus.

3 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB, die mit der Er­fas­sung, Re­cher­che, Aus­wer­tung und Qua­li­täts­si­che­rung der Da­ten be­auf­tragt sind, ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf IA­SA NDB. Sie kön­nen mit Hil­fe von IA­SA NDB Da­ten­re­cher­chen in al­len In­for­ma­ti­ons­sys­te­men des NDB vor­neh­men, für die sie die Zu­griffs­be­rech­ti­gung ha­ben.

Art. 50 IASA-GEX NDB  

1 Das in­te­gra­le Ana­ly­se­sys­tem Ge­wal­t­ex­tre­mis­mus des NDB (IA­SA-GEX NDB) dient der Er­fas­sung, Be­ar­bei­tung und Aus­wer­tung von In­for­ma­tio­nen, die den ge­walt­tä­ti­gen Ex­tre­mis­mus be­tref­fen.

2 Es ent­hält die Da­ten, die den ge­walt­tä­ti­gen Ex­tre­mis­mus be­tref­fen.

3 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB, die mit der Er­fas­sung, Re­cher­che, Aus­wer­tung und Qua­li­täts­si­che­rung der Da­ten be­auf­tragt sind, ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf IA­SA-GEX NDB.

Art. 51 INDEX NDB  

1 Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem IN­DEX NDB dient:

a.
der Fest­stel­lung, ob der NDB über ei­ne Per­son, ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on, ei­ne Grup­pie­rung, einen Ge­gen­stand oder ein Er­eig­nis Da­ten be­ar­bei­tet;
b.
der Ab­la­ge der von den kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den er­stell­ten Be­rich­te;
c.
der Be­ar­bei­tung von Da­ten aus Vor­ab­klä­run­gen der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den.

2 Es er­mög­licht den Be­hör­den, die nicht am be­son­ders ge­si­cher­ten Netz­werk des NDB an­ge­schlos­sen sind, den Zu­griff auf die Da­ten, die sie zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­ti­gen, und de­ren si­che­re Über­mitt­lung.

3 Es ent­hält:

a.
Da­ten zur Iden­ti­fi­ka­ti­on der in den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men IA­SA NDB und IA­SA-GEX NDB er­fass­ten Per­so­nen, Or­ga­ni­sa­tio­nen, Grup­pie­run­gen, Ge­gen­stän­de und Er­eig­nis­se;
b.
die von den kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den selbst­stän­dig oder im Auf­trag des NDB er­stell­ten Be­rich­te;
c.
Da­ten aus Vor­ab­klä­run­gen der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den.

4 Die fol­gen­den Per­so­nen ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf die nach­ste­hen­den Da­ten in IN­DEX NDB:

a.
die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB auf die Da­ten nach Ab­satz 3 Buch­sta­ben a und b, so­fern sie mit dem früh­zei­ti­gen Er­ken­nen und Ver­hin­dern von Be­dro­hun­gen für die Schweiz und ih­re Be­völ­ke­rung be­auf­tragt sind;
b.
die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz so­wie zur Be­ar­bei­tung und Wei­ter­ga­be ih­rer Da­ten aus Vor­ab­klä­run­gen und ih­rer Be­rich­te an den NDB und an an­de­re kan­to­na­le Voll­zugs­be­hör­den; Zu­griff auf die Da­ten nach Ab­satz 3 Buch­sta­be c ha­ben aus­sch­liess­lich die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­de, wel­che die Vor­ab­klä­run­gen durch­ge­führt hat, so­wie die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Qua­li­täts­si­che­rungs­stel­le des NDB;
c.
die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Bun­des­am­tes für Po­li­zei auf die Da­ten nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a zur Durch­füh­rung si­cher­heits-, kri­mi­nal- und ver­wal­tungs­po­li­zei­li­cher Auf­ga­ben und zur Über­prü­fung von Ver­dachts­fäl­len von Geld­wä­sche­rei und Ter­ror­fi­nan­zie­rung bei Mel­dun­gen von schwei­ze­ri­schen Fi­nan­z­in­sti­tu­ten;
d.25
die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der für die Durch­füh­rung der Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen zu­stän­di­gen Fach­stel­len nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 2 des In­for­ma­ti­ons­si­cher­heits­ge­set­zes vom 18. De­zem­ber 202026 auf die Da­ten nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a zur Durch­füh­rung von Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen und von Prü­fun­gen der Ver­trau­ens­wür­dig­keit so­wie zur Be­ur­tei­lung des Ge­walt­po­ten­zi­als.

25 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. 2 des In­for­ma­ti­ons­si­cher­heits­ge­setz vom 18. Dez. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2022 232; 2023 650; BBl 2017 2953).

26 SR 128

Art. 52 GEVER NDB  

1 Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem zur Ge­schäfts­ver­wal­tung des NDB (GE­VER NDB) dient der Ge­schäfts­be­ar­bei­tung und -kon­trol­le so­wie zur Si­che­rung ef­fi­zi­en­ter Ar­beits­ab­läu­fe.

2 Es ent­hält:

a.
Da­ten zu ad­mi­nis­tra­ti­ven Ge­schäf­ten;
b.
al­le aus­ge­hen­den nach­rich­ten­dienst­li­chen Pro­duk­te des NDB;
c.
Da­ten, die zur Er­stel­lung der In­hal­te nach den Buch­sta­ben a und b ver­wen­det wur­den;
d.
In­for­ma­tio­nen, die für die Ge­schäfts­kon­trol­le ins­be­son­de­re im Be­reich Per­so­nen­si­cher­heits­prü­fun­gen not­wen­dig sind.

3 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf GE­VER NDB.

Art. 53 ELD  

1 Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem zur elek­tro­ni­schen La­ge­dar­stel­lung (ELD) dient den zu­stän­di­gen Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne als Füh­rungs­in­stru­ment und der Ver­brei­tung von In­for­ma­tio­nen im Hin­blick auf die Steue­rung und Um­set­zung von si­cher­heits­po­li­zei­li­chen Mass­nah­men, na­ment­lich bei Er­eig­nis­sen, bei de­nen Ge­walt­tä­tig­kei­ten be­fürch­tet wer­den.

2 Es ent­hält Da­ten über Er­eig­nis­se und über Mass­nah­men zur Wah­rung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit.

3 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB und der zu­stän­di­gen Be­hör­den von Bund und Kan­to­nen, die mit der si­cher­heits­po­li­ti­schen Füh­rung oder der Ein­schät­zung oder Be­wäl­ti­gung von la­ge­re­le­van­ten Er­eig­nis­sen be­auf­tragt sind, ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf ELD.

4 Bei be­son­de­ren Er­eig­nis­sen kann der NDB auch pri­va­ten Stel­len so­wie aus­län­di­schen Si­cher­heits- und Po­li­zei­be­hör­den zeit­lich be­grenzt Zu­griff im Ab­ruf­ver­fah­ren ge­wäh­ren. Der Zu­griff ist be­schränkt auf die­je­ni­gen Da­ten des Sys­tems, die die­se Stel­len und Be­hör­den für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit der Be­wäl­ti­gung ei­nes sol­chen Er­eig­nis­ses be­nö­ti­gen.

Art. 54 OSINT-Portal  

1 Das Por­tal «Open Sour­ce In­tel­li­gence» (OSINT-Por­tal) dient dem NDB zur Be­reit­stel­lung von Da­ten aus öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Quel­len.

2 Es ent­hält Da­ten, die bei der Nut­zung öf­fent­lich zu­gäng­li­cher Quel­len an­fal­len.

3 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf das OSINT-Por­tal.

4 Den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den kann im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf be­stimm­te Da­ten des OSINT-Por­tals ge­währt wer­den.

Art. 55 Quattro P  

1 Der NDB kann ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem (Quat­tro P) be­trei­ben, das der Iden­ti­fi­ka­ti­on von be­stimm­ten Ka­te­go­ri­en von aus­län­di­schen Per­so­nen dient, die in die Schweiz ein­rei­sen oder aus der Schweiz aus­rei­sen, und der Fest­stel­lung von de­ren Ein- und Aus­rei­se­da­ten.

2 Es ent­hält Da­ten, die im Rah­men von Grenz- und Zoll­kon­trol­len bei Grenz­stel­len an­fal­len und die der Iden­ti­fi­ka­ti­on der Per­so­nen und ih­rer Rei­se­be­we­gun­gen die­nen.

3 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB, die im Zu­sam­men­hang mit der Er­fül­lung von Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 6 mit der Iden­ti­fi­ka­ti­on von Per­so­nen be­auf­tragt sind, ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf Quat­tro P.

4 Der Bun­des­rat legt für Quat­tro P in ei­ner nicht öf­fent­li­chen Lis­te die Ka­te­go­ri­en der zu er­fas­sen­den Per­so­nen fest; er ori­en­tiert sich da­bei an der ak­tu­el­len Be­dro­hungs­la­ge.

Art. 56 ISCO  

1 Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­auf­klä­rung (IS­CO) dient der Kon­trol­le und zur Steue­rung der Funk- und Ka­be­lauf­klä­rung.

2 Es ent­hält Da­ten zur Steue­rung der Auf­klä­rungs­mit­tel so­wie zum Con­trol­ling und Re­por­ting.

3 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB, die mit der Steue­rung der Funk- und Ka­be­lauf­klä­rung be­traut sind, ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf IS­CO.

Art. 57 Restdatenspeicher  

1 Der Rest­da­ten­spei­cher dient der Ab­la­ge der Da­ten, die bei der Zu­wei­sung nach Ar­ti­kel 48 nicht un­mit­tel­bar ei­nem an­de­ren Sys­tem zu­ge­wie­sen wer­den kön­nen.

2Ent­hält ein im Rest­da­ten­spei­cher ab­zu­le­gen­der In­for­ma­ti­ons­ein­gang Per­so­nen­da­ten, so er­folgt die Be­ur­tei­lung sei­ner Er­heb­lich­keit und Rich­tig­keit nach Ar­ti­kel 45 Ab­satz 1 für den Ein­gang als Gan­zes und nicht in Be­zug auf die ein­zel­nen Per­so­nen­da­ten. Ei­ne Ein­zel­be­ur­tei­lung er­folgt, wenn die Per­so­nen­da­ten in ein an­de­res In­for­ma­ti­ons­sys­tem über­führt wer­den.

3 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB, die mit der Er­fas­sung, der Re­cher­che, der Aus­wer­tung und der Qua­li­täts­si­che­rung der Da­ten be­auf­tragt sind, ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf den Rest­da­ten­spei­cher.

4 Die ma­xi­ma­le Auf­be­wah­rungs­dau­er der Da­ten be­trägt 10 Jah­re.

3. Abschnitt: Daten aus genehmigungspflichtigen Beschaffungsmassnahmen

Art. 58  

1 Der NDB spei­chert die Da­ten aus ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Be­schaf­fungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 26 fall­be­zo­gen und ge­son­dert von den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men nach Ar­ti­kel 47.

2 Er sorgt dafür, dass aus genehmigungspflichtigen Beschaffungsmassnahmen stammende Personendaten, die keinen Bezug zur spezifischen Bedrohungslage aufweisen, nicht verwendet werden und spätestens 30 Tage nach Beendigung der Massnahme vernichtet werden.

3 Betrifft die genehmigungspflichtige Beschaffungsmassnahme eine Person, die einer der in den Artikeln 171–173 StPO27genannten Berufsgruppen angehört, erfolgt die Aussonderung und Vernichtung der Daten, die keinen Bezug zur spezifischen Bedrohungslage aufweisen, unter der Leitung28des Bundesverwaltungsgerichts. Betrifft die genehmigungspflichtige Beschaffungsmassnahme eine andere Person, sind Daten, zu denen einer Person gemäss den Artikeln 171–173 StPO ein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht, ebenfalls zu vernichten.

4 Er kann im Ein­zel­fall und un­ter Be­ach­tung von Ar­ti­kel 5 Ab­sät­ze 5–8 Per­so­nen­da­ten zu­sätz­lich im da­für vor­ge­se­he­nen In­for­ma­ti­ons­sys­tem nach Ar­ti­kel 47 Ab­satz 1 ab­le­gen, so­fern sie In­for­ma­tio­nen ent­hal­ten, die für die Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 be­nö­tigt wer­den.

5 Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des NDB, die mit der Durch­füh­rung ei­ner Be­schaf­fungs­mass­nah­me und der Aus­wer­tung der Er­geb­nis­se be­auf­tragt sind, ha­ben im Ab­ruf­ver­fah­ren Zu­griff auf die be­tref­fen­den Da­ten.

6 Der Bun­des­rat re­gelt:

a.
den Ka­ta­log der Per­so­nen­da­ten;
b.
die Be­ar­bei­tungs- und Zu­griffs­rech­te;
c.
die Auf­be­wah­rungs­dau­er der Da­ten und das Ver­fah­ren der Da­ten­ver­nich­tung;
d.
die Da­ten­si­cher­heit.

27 SR 312.0

28 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG; SR 171.10).

4. Abschnitt: Besondere Bestimmungen über den Datenschutz

Art. 59 Überprüfung vor der Bekanntgabe  

Der NDB stellt vor je­der Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten oder Pro­duk­ten si­cher, dass die Per­so­nen­da­ten den recht­li­chen Vor­ga­ben nach die­sem Ge­setz ge­nü­gen und dass ih­re Be­kannt­ga­be recht­lich vor­ge­se­hen und im kon­kre­ten Fall not­wen­dig ist.

Art. 60 Bekanntgabe von Personendaten an inländische Behörden  

1 Der NDB gibt Per­so­nen­da­ten in­län­di­schen Be­hör­den be­kannt, wenn dies zur Wah­rung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit not­wen­dig ist. Der Bun­des­rat be­stimmt die be­tref­fen­den Be­hör­den.

2 Die­nen Er­kennt­nis­se des NDB an­de­ren Be­hör­den zur Straf­ver­fol­gung, zur Ver­hin­de­rung von schwe­ren Straf­ta­ten oder zur Auf­recht­er­hal­tung der öf­fent­li­chen Ord­nung, so stellt der NDB ih­nen die­se un­ter Wah­rung des Quel­len­schut­zes un­auf­ge­for­dert oder auf An­fra­ge hin zur Ver­fü­gung.

3 Der NDB gibt Da­ten aus ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Be­schaf­fungs­mass­nah­men im­mer dann ei­ner Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de be­kannt, wenn sie kon­kre­te An­halts­punk­te für ei­ne Straf­tat ent­hal­ten, zu de­ren Ver­fol­gung die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de ei­ne ver­gleich­ba­re straf­pro­zes­sua­le Mass­nah­me an­ord­nen dürf­te.

4 Der NDB weist die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den auf die Her­kunft der Da­ten hin. Das wei­te­re Ver­fah­ren rich­tet sich nach der StPO29 oder dem Mi­li­tär­straf­pro­zess vom 23. März 197930.

Art. 61 Bekanntgabe von Personendaten an ausländische Behörden  

1 Der NDB kann Per­so­nen­da­ten oder Lis­ten von Per­so­nen­da­ten ins Aus­land be­kannt ge­ben. Er prüft vor je­der Be­kannt­ga­be, ob die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Be­kannt­ga­be er­füllt sind.

2 Ge­währ­leis­tet die Ge­setz­ge­bung des Emp­fän­ger­staa­tes kei­nen an­ge­mes­se­nen Da­ten­schutz, so kön­nen Per­so­nen­da­ten die­sem Staat in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 202031 (DSG) nur be­kannt ge­ge­ben wer­den, wenn die Schweiz mit ihm di­plo­ma­ti­sche Be­zie­hun­gen pflegt und ei­ne der fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt ist:32

a.
Die Schweiz ist auf­grund ei­nes Ge­set­zes oder ei­nes völ­ker­recht­li­chen Ver­trags da­zu ver­pflich­tet, ihm die Per­so­nen­da­ten be­kannt zu ge­ben.
b.
Dies ist zur Wah­rung ei­nes über­wie­gen­den öf­fent­li­chen Si­cher­heits­in­ter­es­ses der Schweiz oder des Emp­fän­ger­staats wie der Ver­hin­de­rung oder Auf­klä­rung ei­ner auch in der Schweiz straf­ba­ren schwe­ren Straf­tat not­wen­dig.
c.
Dies ist zur Be­grün­dung ei­nes Er­su­chens der Schweiz um In­for­ma­ti­on not­wen­dig.
d.
Dies liegt im In­ter­es­se der be­trof­fe­nen Per­son und die­se hat der Be­kannt­ga­be vor­gän­gig zu­ge­stimmt oder de­ren Zu­stim­mung kann nach den Um­stän­den ein­deu­tig an­ge­nom­men wer­den.
e.
Dies ist zum Schutz von Leib und Le­ben von Drit­ten not­wen­dig.

3 Der NDB kann im Ein­zel­fall Per­so­nen­da­ten Staa­ten be­kannt ge­ben, mit de­nen die Schweiz di­plo­ma­ti­sche Be­zie­hun­gen pflegt, wenn der er­su­chen­de Staat schrift­lich zu­si­chert, über das Ein­ver­ständ­nis der be­trof­fe­nen Per­son zu ver­fü­gen, und dem er­su­chen­den Staat da­durch die Be­ur­tei­lung er­mög­licht wird, ob die be­trof­fe­ne Per­son an den klas­si­fi­zier­ten Pro­jek­ten des Aus­lan­des im Be­reich der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit mit­wir­ken oder Zu­gang zu klas­si­fi­zier­ten In­for­ma­tio­nen, Ma­te­ria­li­en oder An­la­gen des Aus­lan­des er­hal­ten kann.

4 Er kann Per­so­nen­da­ten im Ab­ruf­ver­fah­ren aus­län­di­schen Si­cher­heits­or­ga­nen be­kannt ge­ben, de­ren Staa­ten ein an­ge­mes­se­nes Da­ten­schutz­ni­veau ge­währ­leis­ten und mit de­nen die Schweiz einen Ver­trag nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 3 ab­ge­schlos­sen hat.

5 Per­so­nen­da­ten dür­fen ei­nem aus­län­di­schen Si­cher­heits­or­gan nicht be­kannt ge­ge­ben wer­den, wenn die be­trof­fe­ne Per­son da­durch der Ge­fahr ei­ner Dop­pel­be­stra­fung oder ernst­haf­ter Nach­tei­le für Leib, Le­ben oder Frei­heit im Sin­ne der Kon­ven­ti­on vom 4. No­vem­ber 195033 zum Schut­ze der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten oder an­de­rer, von der Schweiz ra­ti­fi­zier­ter in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men aus­ge­setzt wird.

6 Wer­den die Per­so­nen­da­ten in ei­nem recht­li­chen Ver­fah­ren be­nö­tigt, so gel­ten die mass­ge­ben­den Be­stim­mun­gen über die Rechts­hil­fe.

31 SR 235.1

32 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

33 SR 0.101

Art. 62 Bekanntgabe von Personendaten an Dritte  

Die Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten an Drit­te ist nur zu­läs­sig, wenn:

a.
die be­trof­fe­ne Per­son der Wei­ter­ga­be zu­ge­stimmt hat oder die Be­kannt­ga­be zwei­fels­frei im In­ter­es­se der be­trof­fe­nen Per­son liegt;
b.
die Be­kannt­ga­be not­wen­dig ist, um ei­ne schwe­re un­mit­tel­ba­re Ge­fahr ab­zu­weh­ren;
c.
die Be­kannt­ga­be not­wen­dig ist, um ein Aus­kunfts­ge­such zu be­grün­den.
Art. 63 Auskunftsrecht  

1 Das Aus­kunfts­recht be­tref­fend die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me ELD, OSINT-Por­tal und Quat­tro P, be­tref­fend die ad­mi­nis­tra­ti­ven Da­ten in GE­VER NDB so­wie be­tref­fend die Da­ten in den Spei­cher­sys­te­men nach den Ar­ti­keln 36 Ab­satz 5 und 58 rich­tet sich nach dem DSG34.

2 Ver­langt ei­ne Per­son Aus­kunft dar­über, ob der NDB Da­ten über sie in den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men IA­SA NDB, IA­SA-GEX NDB, IN­DEX NDB, IS­CO und Rest­da­ten­spei­cher so­wie in den nach­rich­ten­dienst­li­chen Da­ten von GE­VER NDB be­ar­bei­tet, so schiebt der NDB die­se Aus­kunft auf:

a.
wenn und so­weit be­tref­fend der über sie be­ar­bei­te­ten Da­ten über­wie­gen­de, in den Ak­ten zu be­grün­den­de In­ter­es­sen an ei­ner Ge­heim­hal­tung be­ste­hen im Zu­sam­men­hang mit:
1.
der Er­fül­lung ei­ner Auf­ga­be nach Ar­ti­kel 6, oder
2.
ei­ner Straf­ver­fol­gung oder ei­nem an­de­ren Un­ter­su­chungs­ver­fah­ren;
b.
wenn und so­weit es we­gen über­wie­gen­der In­ter­es­sen Drit­ter er­for­der­lich ist; oder
c.
wenn über die ge­such­stel­len­de Per­son kei­ne Da­ten be­ar­bei­tet wer­den.

3 Der NDB teilt der ge­such­stel­len­den Per­son den Auf­schub der Aus­kunft mit und weist sie dar­auf hin, dass sie das Recht hat, vom Eid­ge­nös­si­schen Da­ten­schutz- und Öf­fent­lich­keits­be­auf­trag­ten (EDÖB) zu ver­lan­gen, dass er prü­fe, ob all­fäl­li­ge Da­ten recht­mäs­sig be­ar­bei­tet wer­den und ob über­wie­gen­de Ge­heim­hal­tungs­in­ter­es­sen den Auf­schub recht­fer­ti­gen.

4 So­bald kein Ge­heim­hal­tungs­in­ter­es­se mehr be­steht, spä­tes­tens aber nach Ab­lauf der Auf­be­wah­rungs­dau­er, er­teilt der NDB der ge­such­stel­len­den Per­son nach dem DSG Aus­kunft, so­fern dies nicht mit über­mäs­si­gem Auf­wand ver­bun­den ist.

5 Per­so­nen, über die kei­ne Da­ten be­ar­bei­tet wur­den, in­for­miert der NDB spä­tes­tens drei Jah­re nach Ein­gang ih­res Ge­su­ches über die­se Tat­sa­che.

Art. 64 Prüfung durch den EDÖB  

1 Der EDÖB führt auf Ver­lan­gen der ge­such­stel­len­den Per­son die Prü­fung nach Ar­ti­kel 63 Ab­satz 3 durch.

2 Er teilt ihr mit, dass ent­we­der in Be­zug auf sie kei­ne Da­ten un­recht­mäs­sig be­ar­bei­tet wer­den oder dass er bei der Da­ten­be­ar­bei­tung oder be­tref­fend den Auf­schub der Aus­kunft Feh­ler fest­ge­stellt und ei­ne Un­ter­su­chung nach Ar­ti­kel 49 DSG35 er­öff­net hat.36

337

4 Stellt er bei der Da­ten­be­ar­bei­tung oder be­tref­fend den Auf­schub der Aus­kunft Feh­ler fest, so ver­fügt er, dass der NDB die­se be­hebt.38

5 Legt die ge­such­stel­len­de Per­son glaub­haft dar, dass ihr bei ei­nem Auf­schub der Aus­kunft ein er­heb­li­cher, nicht wie­der­gutz­u­ma­chen­der Scha­den er­wächst, so kann der EDÖB ver­fü­gen, dass der NDB aus­nahms­wei­se so­fort Aus­kunft er­teilt, so­fern da­mit kei­ne Ge­fähr­dung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit ver­bun­den ist.39

35 SR 235.1

36 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

37 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

38 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

39 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

Art. 6540  

40 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

Art. 66 Form der Mitteilung und Ausschluss von Rechtsmitteln  

1 Die Mit­tei­lun­gen nach den Ar­ti­keln 63 Ab­satz 3 und 64 Ab­satz 2 sind stets gleich­lau­tend und wer­den nicht be­grün­det.41

2 Sie kön­nen von den Be­trof­fe­nen nicht mit ei­nem Rechts­mit­tel an­ge­foch­ten wer­den.

41 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

Art. 67 Ausnahme vom Öffentlichkeitsprinzip  

Das Öf­fent­lich­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 200442 gilt nicht für den Zu­gang zu amt­li­chen Do­ku­men­ten be­tref­fend die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung nach die­sem Ge­setz.

5. Abschnitt: Archivierung

Art. 68  

1 Der NDB bie­tet nicht mehr be­nö­tig­te oder zur Ver­nich­tung be­stimm­te Da­ten und Ak­ten dem Bun­de­sar­chiv zur Ar­chi­vie­rung an. Da­ten und Ak­ten des NDB ar­chi­viert das Bun­de­sar­chiv in be­son­ders ge­si­cher­ten Räu­men. Sie un­ter­lie­gen ei­ner 50‑jäh­ri­gen Schutz­frist.

2 Für Archivgut, das von ausländischen Sicherheitsdiensten stammt, kann der Bundesrat gemäss Artikel 12 des Archivierungsgesetzes vom 26. Juni 199843die Schutzfrist mehrmals befristet verlängern, wenn der betroffene ausländische Sicherheitsdienst Vorbehalte gegen eine allfällige Einsichtnahme geltend macht.

3 Der NDB kann zur Ein­schät­zung von kon­kre­ten Be­dro­hun­gen der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit oder zur Wah­rung ei­nes an­de­ren über­wie­gen­den öf­fent­li­chen In­ter­es­ses wäh­rend der Schutz­frist im Ein­zel­fall Per­so­nen­da­ten ein­se­hen, die er dem Bun­de­sar­chiv zur Ar­chi­vie­rung über­ge­ben hat.

4 Er ver­nich­tet die vom Bun­de­sar­chiv als nicht ar­chiv­wür­dig be­zeich­ne­ten Da­ten und Ak­ten.

5. Kapitel: Dienstleistungen

Art. 69  

1 So­fern ein nach­rich­ten­dienst­li­ches oder an­de­res öf­fent­li­ches In­ter­es­se be­steht, kann der NDB zu­guns­ten an­de­rer Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne na­ment­lich in fol­gen­den Be­rei­chen Dienst­leis­tun­gen er­brin­gen:

a.
si­che­re Über­mitt­lung;
b.
Trans­port von Gü­tern oder Per­so­nen;
c.
Be­ra­tung und La­ge­be­ur­tei­lung;
d.
Schutz und Ab­wehr von An­grif­fen auf die In­for­ma­ti­ons- oder Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur oder die Ge­heim­hal­tung.

2 Be­steht ein nach­rich­ten­dienst­li­ches In­ter­es­se, so kann der NDB sol­che Dienst­leis­tun­gen auch zu­guns­ten Drit­ter in der Schweiz oder im Aus­land er­brin­gen.

6. Kapitel: Politische Steuerung, Kontrolle sowie Rechtsschutz

1. Abschnitt: Politische Steuerung und Verbote

Art. 70 Politische Steuerung durch den Bundesrat  

1 Der Bun­des­rat steu­ert den NDB po­li­tisch und nimmt da­zu ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben wahr:

a.
Er er­teilt dem NDB den Grund­auf­trag und er­neu­ert die­sen min­des­tens al­le vier Jah­re; der Grund­auf­trag ist ge­heim.
b.
Er ge­neh­migt jähr­lich die Be­ob­ach­tungs­lis­te nach Ar­ti­kel 72 und lei­tet sie an die GPDel wei­ter; die Be­ob­ach­tungs­lis­te ist ver­trau­lich.
c.
Er be­stimmt jähr­lich die Grup­pie­run­gen, die als ge­walt­tä­tig-ex­tre­mis­tisch ein­zu­stu­fen sind, und nimmt Kennt­nis von der An­zahl ge­walt­tä­tig-ex­tre­mis­ti­scher Per­so­nen, die noch kei­ner be­kann­ten Grup­pie­rung zu­ge­ord­net wer­den kön­nen.
d.
Er be­ur­teilt jähr­lich und bei Be­darf bei be­son­de­ren Er­eig­nis­sen die Be­dro­hungs­la­ge und in­for­miert die eid­ge­nös­si­schen Rä­te und die Öf­fent­lich­keit.
e.
Er ord­net bei be­son­de­ren Be­dro­hungs­si­tua­tio­nen die not­wen­di­gen Mass­nah­men an.
f.
Er legt jähr­lich die Zu­sam­men­ar­beit des NDB mit aus­län­di­schen Be­hör­den fest.

2 Die Do­ku­men­te im Zu­sam­men­hang mit den Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 sind nicht öf­fent­lich zu­gäng­lich.

3 Der Bun­des­rat kann selbst­stän­dig völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge über die in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit des NDB be­tref­fend den In­for­ma­ti­ons­schutz oder die Be­tei­li­gung an in­ter­na­tio­na­len au­to­ma­ti­sier­ten In­for­ma­ti­ons­sys­te­men nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1 Buch­sta­be e ab­sch­lies­sen.

Art. 71 Wahrung weiterer wichtiger Landesinteressen  

1 Der Bun­des­rat kann im Fal­le ei­ner schwe­ren und un­mit­tel­ba­ren Be­dro­hung den NDB mit Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz be­auf­tra­gen, so­fern die­se er­for­der­lich sind, um wei­te­re wich­ti­ge Lan­des­in­ter­es­sen nach Ar­ti­kel 3 zu wah­ren.

2 Er legt im Ein­zel­fall Dau­er, Zweck, Art und Um­fang der Mass­nah­me fest.

3 Bei ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Be­schaf­fungs­mass­nah­men ist das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 26–33 ein­zu­hal­ten.

4 Er­teilt der Bun­des­rat einen Auf­trag nach Ab­satz 1, so in­for­miert er die GPDel in­ner­halb von 24 Stun­den dar­über.

Art. 72 Beobachtungsliste  

1 Die Be­ob­ach­tungs­lis­te ent­hält Or­ga­ni­sa­tio­nen und Grup­pie­run­gen, bei de­nen die be­grün­de­te An­nah­me be­steht, dass sie die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit be­dro­hen.

2 Die An­nah­me gilt als be­grün­det, wenn ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on oder Grup­pie­rung auf ei­ner Lis­te der Ver­ein­ten Na­tio­nen oder der Eu­ro­päi­schen Uni­on ge­führt wird; in die­sem Fall kann die­se Or­ga­ni­sa­ti­on oder Grup­pie­rung auf die Be­ob­ach­tungs­lis­te auf­ge­nom­men wer­den.

3 Ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on oder Grup­pie­rung wird von der Be­ob­ach­tungs­lis­te ge­stri­chen, wenn:

a.
die An­nah­me hin­fäl­lig ist, dass sie die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit be­dro­hen; oder
b.
sie auf kei­ner Lis­te nach Ab­satz 2 mehr ge­führt wer­den und kei­ne be­son­de­ren Grün­de be­ste­hen, dass sie die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit be­dro­hen.

4 Der Bun­des­rat legt in ei­ner Ver­ord­nung die Kri­te­ri­en fest, die zur Er­stel­lung der Be­ob­ach­tungs­lis­te die­nen; er legt fest, in wel­chen zeit­li­chen Ab­stän­den die Lis­te über­prüft wird.

Art. 73 Tätigkeitsverbot  

1 Der Bun­des­rat kann ei­ner na­tür­li­chen Per­son oder ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on oder Grup­pie­rung ei­ne Tä­tig­keit ver­bie­ten, wel­che die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit kon­kret be­droht und mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar da­zu dient, ter­ro­ris­ti­sche oder ge­walt­tä­tig-ex­tre­mis­ti­sche Ak­ti­vi­tä­ten zu pro­pa­gie­ren, zu un­ter­stüt­zen oder in an­de­rer Wei­se zu för­dern.

2 Ein Ver­bot ist auf höchs­tens fünf Jah­re zu be­fris­ten. Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­lauf der Frist wei­ter­hin er­füllt, so kann es je­weils um höchs­tens wei­te­re fünf Jah­re ver­län­gert wer­den.

3 Das an­trag­stel­len­de De­par­te­ment prüft re­gel­mäs­sig, ob die Vor­aus­set­zun­gen noch er­füllt sind. Ist dies nicht län­ger der Fall, so stellt es dem Bun­des­rat An­trag auf Auf­he­bung des Ver­bots.

Art. 74 Organisationsverbot  

1 Der Bun­des­rat kann ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on oder Grup­pie­rung ver­bie­ten, wel­che mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar ter­ro­ris­ti­sche oder ge­walt­tä­tig-ex­tre­mis­ti­sche Ak­ti­vi­tä­ten pro­pa­giert, un­ter­stützt oder in an­de­rer Wei­se för­dert und da­mit die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit kon­kret be­droht.

2 Ein Ver­bot stützt sich auf einen die Or­ga­ni­sa­ti­on oder Grup­pie­rung be­tref­fen­den Ver­bots- oder Sank­ti­ons­be­schluss der Ver­ein­ten Na­tio­nen; der Bun­des­rat kon­sul­tiert die für die Si­cher­heits­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen.44

3 Ein Ver­bot ist auf höchs­tens fünf Jah­re zu be­fris­ten. Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­lauf der Frist wei­ter­hin er­füllt, so kann es je­weils um höchs­tens wei­te­re fünf Jah­re ver­län­gert wer­den.

4 Wer sich auf dem Ge­biet der Schweiz an ei­ner nach Ab­satz 1 ver­bo­te­nen Or­ga­ni­sa­ti­on oder Grup­pie­rung be­tei­ligt, sie per­so­nell oder ma­te­ri­ell un­ter­stützt, für sie oder ih­re Zie­le Pro­pa­gan­daak­tio­nen or­ga­ni­siert, für sie an­wirbt oder ih­re Ak­ti­vi­tä­ten auf an­de­re Wei­se för­dert, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.45

4bis Das Ge­richt kann die Stra­fe nach Ab­satz 4 mil­dern (Art. 48aStGB46), wenn die Tä­te­rin oder der Tä­ter sich be­müht, die wei­te­re Tä­tig­keit der Or­ga­ni­sa­ti­on oder Grup­pie­rung zu ver­hin­dern.47

5 Straf­bar ist auch, wer die Tat im Aus­land be­geht, wenn er in der Schweiz ver­haf­tet und nicht aus­ge­lie­fert wird. Ar­ti­kel 7 Ab­sät­ze 4 und 5 StGB48 ist an­wend­bar.

6 Die Ver­fol­gung und die Be­ur­tei­lung der Hand­lun­gen nach den Ab­sät­zen 4 und 5 un­ter­ste­hen der Bun­des­ge­richts­bar­keit.49

7 Die zu­stän­di­gen Be­hör­den tei­len dem NDB sämt­li­che Ur­tei­le, Straf­be­schei­de und Ein­stel­lungs­be­schlüs­se un­ver­züg­lich, un­ent­gelt­lich und in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung mit.50

44 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens des Eu­ro­pa­rats zur Ver­hü­tung des Ter­ro­ris­mus mit dem da­zu­ge­hö­ri­gen Zu­satz­pro­to­koll so­wie über die Ver­stär­kung des straf­recht­li­chen In­stru­men­ta­ri­ums ge­gen Ter­ro­ris­mus und or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 360; BBl 2018 6427).

45 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens des Eu­ro­pa­rats zur Ver­hü­tung des Ter­ro­ris­mus mit dem da­zu­ge­hö­ri­gen Zu­satz­pro­to­koll so­wie über die Ver­stär­kung des straf­recht­li­chen In­stru­men­ta­ri­ums ge­gen Ter­ro­ris­mus und or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 360; BBl 2018 6427).

46 SR 311.0

47 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens des Eu­ro­pa­rats zur Ver­hü­tung des Ter­ro­ris­mus mit dem da­zu­ge­hö­ri­gen Zu­satz­pro­to­koll so­wie über die Ver­stär­kung des straf­recht­li­chen In­stru­men­ta­ri­ums ge­gen Ter­ro­ris­mus und or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 360; BBl 2018 6427).

48 SR 311.0

49 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens des Eu­ro­pa­rats zur Ver­hü­tung des Ter­ro­ris­mus mit dem da­zu­ge­hö­ri­gen Zu­satz­pro­to­koll so­wie über die Ver­stär­kung des straf­recht­li­chen In­stru­men­ta­ri­ums ge­gen Ter­ro­ris­mus und or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 360; BBl 2018 6427).

50 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens des Eu­ro­pa­rats zur Ver­hü­tung des Ter­ro­ris­mus mit dem da­zu­ge­hö­ri­gen Zu­satz­pro­to­koll so­wie über die Ver­stär­kung des straf­recht­li­chen In­stru­men­ta­ri­ums ge­gen Ter­ro­ris­mus und or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 360; BBl 2018 6427).

2. Abschnitt: Kontrolle und Aufsicht des NDB

Art. 75 Selbstkontrolle des NDB  

Der NDB stellt durch ge­eig­ne­te Qua­li­täts­si­che­rungs- und Kon­troll­mass­nah­men si­cher, dass der rechts­kon­for­me Voll­zug die­ses Ge­set­zes so­wohl in­ner­halb des NDB als auch bei den Si­cher­heits­be­hör­den der Kan­to­ne ge­währ­leis­tet ist.

Art. 76 Unabhängige Aufsichtsbehörde  

1 Der Bun­des­rat schafft ei­ne un­ab­hän­gi­ge Be­hör­de zur Auf­sicht über den NDB.

2 Er wählt die Lei­te­rin oder den Lei­ter der un­ab­hän­gi­gen Auf­sichts­be­hör­de auf An­trag des VBS für ei­ne Amts­dau­er von sechs Jah­ren.

3 Die Lei­te­rin oder der Lei­ter gilt als für ei­ne wei­te­re Amts­dau­er ge­wählt, es sei denn, der Bun­des­rat ver­fügt spä­tes­tens sechs Mo­na­te vor Ab­lauf der Amts­dau­er, dass die­se aus sach­lich hin­rei­chen­den Grün­den nicht ver­län­gert wird.

4 Sie oder er kann den Bun­des­rat un­ter Ein­hal­tung ei­ner Frist von sechs Mo­na­ten um Ent­las­sung auf ein Mo­nats­en­de er­su­chen.

5 Sie oder er kann vom Bun­des­rat vor Ab­lauf der Amts­dau­er des Am­tes ent­ho­ben wer­den, wenn sie oder er:

a.
vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig Amts­pflich­ten schwer ver­letzt hat; oder
b.
die Fä­hig­keit, das Amt aus­zuü­ben, auf Dau­er ver­lo­ren hat.
Art. 77 Stellung der unabhängigen Aufsichtsbehörde  

1 Die un­ab­hän­gi­ge Auf­sichts­be­hör­de übt ih­re Funk­ti­on un­ab­hän­gig aus; sie ist wei­sungs­un­ge­bun­den. Sie ist dem VBS ad­mi­nis­tra­tiv zu­ge­ord­net.

2 Sie ver­fügt über ein ei­ge­nes Bud­get. Sie stellt ihr Per­so­nal an.

3 Sie kon­sti­tu­iert sich selbst. Sie re­gelt ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­re Ar­beits­me­tho­den in ei­ner Ge­schäfts­ord­nung.

4 Das Ar­beits­ver­hält­nis der Lei­te­rin oder des Lei­ters so­wie des Per­so­nals der un­ab­hän­gi­gen Auf­sichts­be­hör­de rich­tet sich nach dem Bun­des­per­so­nal­ge­setz vom 24. März 200051. Die Lei­te­rin oder der Lei­ter un­ter­steht nicht dem Be­ur­tei­lungs­sys­tem nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 3 des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes.52

51 SR 172.220.1

52 Die Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 12. März 2020, pu­bli­ziert am 24. März 2020 be­trifft nur den fran­zö­si­schenText (AS 2020 1057).

Art. 78 Aufgaben, Informationsrechte und Empfehlungen der Aufsichtsbehörde  

1 Die un­ab­hän­gi­ge Auf­sichts­be­hör­de be­auf­sich­tigt die nach­rich­ten­dienst­li­che Tä­tig­keit des NDB, der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den so­wie der vom NDB be­auf­trag­ten Drit­ten und an­de­ren Stel­len. Sie über­prüft die Tä­tig­kei­ten auf ih­re Recht­mäs­sig­keit, Zweck­mäs­sig­keit und Wirk­sam­keit.

2 Sie ko­or­di­niert ih­re Tä­tig­keit mit den par­la­men­ta­ri­schen Auf­sichtstä­tig­kei­ten so­wie mit an­de­ren Auf­sichts­stel­len des Bun­des und der Kan­to­ne.

3 Sie in­for­miert das VBS über ih­re Tä­tig­keit in ei­nem jähr­li­chen Be­richt; die­ser Be­richt wird ver­öf­fent­licht.

4 Sie hat Zu­gang zu al­len sach­dien­li­chen In­for­ma­tio­nen und Un­ter­la­gen so­wie Zu­tritt zu al­len Räum­lich­kei­ten der be­auf­sich­tig­ten Stel­len. Sie kann von den Un­ter­la­gen Ko­pi­en ver­lan­gen. Sie kann im Rah­men ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit Aus­künf­te und Ak­ten­ein­sicht bei an­de­ren Stel­len des Bun­des und der Kan­to­ne ver­lan­gen, so­weit die­se In­for­ma­tio­nen einen Be­zug zur Zu­sam­men­ar­beit die­ser Stel­len mit den be­auf­sich­tig­ten Stel­len auf­wei­sen.

5 Zur Er­fül­lung ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit kann sie auf sämt­li­che In­for­ma­ti­ons­sys­te­me und Da­ten­ban­ken der be­auf­sich­tig­ten Stel­len zu­grei­fen; sie kann auch auf be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten zu­grei­fen. Sie darf die da­bei er­ho­be­nen Da­ten nur bis zum Ab­schluss der Über­prü­fung spei­chern. Die Zu­grif­fe auf die ver­schie­de­nen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me und Da­ten­ban­ken müs­sen vom Ver­ant­wort­li­chen pro­to­kol­liert wer­den.53

6 Die un­ab­hän­gi­ge Auf­sichts­be­hör­de teilt dem VBS das Re­sul­tat ih­rer Über­prü­fun­gen schrift­lich mit. Sie kann Emp­feh­lun­gen aus­spre­chen.

7 Das VBS sorgt für die Um­set­zung der Emp­feh­lun­gen. Weist das VBS ei­ne Emp­feh­lung zu­rück, so un­ter­brei­tet es die­se dem Bun­des­rat zum Ent­scheid.

53 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 2 des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Sept. 2023 (AS 2022 491; BBl 2017 6941).

Art. 79 Unabhängige Kontrollinstanz für die Funk- und die Kabelaufklärung  

1 Eine verwaltungsinterne, unabhängige Kontrollinstanz prüft die Funkaufklärung auf Rechtmässigkeit und beaufsichtigt den Vollzug der genehmigten und freigegebenen Aufträge zur Kabelaufklärung. Sie versieht ihre Aufgaben weisungsungebunden. Der Bundesrat wählt ihre Mitglieder.

2 Die Kontrollinstanz prüft die Aufträge an den durchführenden Dienst sowie die Bearbeitung und Weiterleitung der Informationen, die dieser erfasst hat. Sie erhält dazu von den zuständigen Stellen Zugang zu allen zweckdienlichen Informationen und Anlagen.

3 Sie kann auf­grund der Über­prü­fung Emp­feh­lun­gen ab­ge­ben und beim VBS be­an­tra­gen, dass Auf­trä­ge zur Funkauf­klä­rung ein­ge­stellt und In­for­ma­tio­nen ge­löscht wer­den. Ih­re Emp­feh­lun­gen, An­trä­ge und Be­rich­te sind nicht öf­fent­lich.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­sam­men­set­zung und die Or­ga­ni­sa­ti­on der Kon­trol­lin­stanz, die Ent­schä­di­gung ih­rer Mit­glie­der so­wie die Or­ga­ni­sa­ti­on ih­res Se­kre­ta­ri­ats. Die Amts­dau­er be­trägt vier Jah­re.

Art. 80 Aufsicht und Kontrolle durch den Bundesrat  

1 Das VBS ori­en­tiert den Bun­des­rat re­gel­mäs­sig über die Be­dro­hungs­la­ge und die Tä­tig­kei­ten des NDB.

2 Der Bun­des­rat re­gelt:

a.
die Fi­nan­z­auf­sicht über die Tä­tig­keits­be­rei­che des NDB, die be­son­de­rer Ge­heim­hal­tung be­dür­fen;
b.
die Min­dest­an­for­de­run­gen an die Kon­trol­le in den Kan­to­nen und die Zu­stän­dig­kei­ten von Auf­sichts­or­ga­nen des Bun­des.

3 Vom NDB ab­ge­schlos­se­ne zwi­schen­staat­li­che Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­run­gen, die auf län­ge­re Dau­er an­ge­legt sind, sub­stan­zi­el­le fi­nan­zi­el­le Kon­se­quen­zen ha­ben oder von de­nen der Bun­des­rat aus recht­li­chen oder po­li­ti­schen Grün­den Kennt­nis ha­ben soll­te, be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat. Der Ge­neh­mi­gungs­vor­be­halt gilt auch für nicht schrift­lich ab­ge­fass­te Ver­ein­ba­run­gen. Die Ver­ein­ba­run­gen dür­fen erst nach er­folg­ter Ge­neh­mi­gung voll­zo­gen wer­den.

4 Das VBS ori­en­tiert den Bun­des­rat und die GPDel jähr­lich oder nach Be­darf über den Zweck und die An­zahl der Tar­ni­den­ti­tä­ten, die von Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern des NDB oder der Si­cher­heits­or­ga­ne der Kan­to­ne ver­wen­det wer­den. Die Zahl der neu aus­ge­stell­ten Iden­ti­täts­pa­pie­re ist se­pa­rat aus­zu­wei­sen.

5 Der Bun­des­rat ori­en­tiert die GPDel jähr­lich und nach Be­darf über Ver­bo­te von Tä­tig­kei­ten und die Er­geb­nis­se der re­gel­mäs­si­gen Prü­fung nach Ar­ti­kel 73 Ab­satz 3 so­wie über Ver­bo­te von Or­ga­ni­sa­tio­nen.

Art. 81 Parlamentarische Oberaufsicht  

1 Die par­la­men­ta­ri­sche Ober­auf­sicht über die Tä­tig­keit des NDB und der im Auf­trag des Bun­des han­deln­den kan­to­na­len Voll­zugs­or­ga­ne zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes ob­liegt in ih­ren je­wei­li­gen Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen der GPDel und der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on nach Mass­ga­be des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. De­zem­ber 200254.

2 Kan­to­na­le par­la­men­ta­ri­sche Auf­sichts­or­ga­ne kön­nen den Voll­zug nach Ar­ti­kel 85 Ab­satz 1 über­prü­fen.

Art. 82 Kantonale Aufsicht  

1 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den, die von den Kan­to­nen mit Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz be­traut sind, un­ter­ste­hen dem kan­to­na­len Dienst­recht und der kan­to­na­len Dienstauf­sicht ih­rer Vor­ge­setz­ten.

2 Die Dienstauf­sicht in den Kan­to­nen ob­liegt den­je­ni­gen Stel­len, die dem je­wei­li­gen kan­to­na­len Voll­zugs­or­gan vor­ge­setzt sind. Die­se kön­nen zur Un­ter­stüt­zung der Dienstauf­sicht ein vom kan­to­na­len Voll­zugs­or­gan ge­trenn­tes Kon­troll­or­gan ein­set­zen, das den vor­ge­setz­ten Stel­len ver­ant­wort­lich ist.

3 Für ih­re Kon­trol­len er­hält die kan­to­na­le Auf­sicht ei­ne Lis­te der vom NDB er­teil­ten Auf­trä­ge so­wie die Be­ob­ach­tungs­lis­te nach Ar­ti­kel 72.

4 Die kan­to­na­le Dienstauf­sicht kann Ein­sicht neh­men in die Da­ten, die der Kan­ton im Auf­trag des Bun­des be­ar­bei­tet. Die Ein­sicht kann ver­wei­gert wer­den, wenn we­sent­li­che Si­cher­heits­in­ter­es­sen dies er­for­dern.

5 Der Bun­des­rat re­gelt das Ein­sichts­ver­fah­ren. Bei Strei­tig­kei­ten steht die Kla­ge an das Bun­des­ge­richt nach Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Buch­sta­be b des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 200555 of­fen.

6 Der Bun­des­rat re­gelt die Un­ter­stüt­zung der kan­to­na­len Dienstauf­sicht durch Stel­len des Bun­des.

3. Abschnitt: Rechtsschutz

Art. 83  

1 Ge­gen die ge­stützt auf die­ses Ge­setz von Bun­des­or­ga­nen er­las­se­nen Ver­fü­gun­gen kann beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de er­ho­ben wer­den.

2 Die Be­schwer­de ge­gen Ver­fü­gun­gen über die be­son­de­re Aus­kunfts­pflicht Pri­va­ter so­wie über Tä­tig­keits- oder Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­bo­te ha­ben kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.

3 Die Be­schwer­de­frist ge­gen die An­ord­nung ei­ner ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­gen Be­schaf­fungs­mass­nah­me be­ginnt an dem Tag zu lau­fen, der auf den Er­halt der Mit­tei­lung der Mass­nah­me folgt.

4 Ge­gen Be­schwer­de­ent­schei­de des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ist die Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt zu­läs­sig. Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach dem Bun­des­ge­richts­ge­setz vom 17. Ju­ni 200556.

7. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 84 Ausführungsbestimmungen  

Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

Art. 85 Vollzug durch die Kantone  

1 Die Kan­to­ne be­schaf­fen und be­ar­bei­ten In­for­ma­tio­nen nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be a un­auf­ge­for­dert oder auf­grund ei­nes be­son­de­ren Auf­trags des NDB. Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den ha­ben da­bei die Be­fug­nis, die ge­neh­mi­gungs­frei­en Be­schaf­fungs­mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 13–15, 19, 20, 23 und 25 selbst­stän­dig ein­zu­set­zen.

2 Die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den er­stat­ten dem NDB un­auf­ge­for­dert Mel­dung, wenn sie ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit fest­stel­len.

3 Der NDB ar­bei­tet zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes mit den Kan­to­nen zu­sam­men, ins­be­son­de­re durch die Zur­ver­fü­gung­stel­lung tech­ni­scher Mit­tel, durch Schutz- und Be­ob­ach­tungs­mass­nah­men so­wie durch ge­mein­sa­me Aus­bil­dungs­an­ge­bo­te.

4 Die Kan­to­ne un­ter­stüt­zen den NDB im Rah­men ih­rer Mög­lich­kei­ten beim Voll­zug sei­ner Auf­ga­ben, ins­be­son­de­re in­dem sie:

a.
die nö­ti­gen tech­ni­schen Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len;
b.
die nö­ti­gen Schutz- und Be­ob­ach­tungs­mass­nah­men ver­an­las­sen;
c.
bei der Aus­bil­dung mit­wir­ken.

5 Der Bund gilt den Kan­to­nen im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te die Leis­tun­gen ab, die sie zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes er­brin­gen. Der Bun­des­rat legt die Ab­gel­tung auf­grund der Zahl der über­wie­gend für Bun­des­auf­ga­ben tä­ti­gen Per­so­nen pau­schal fest.

Art. 86 Aufhebung und Änderung anderer Erlasse  

Die Auf­he­bung und die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wer­den im An­hang ge­re­gelt.

Art. 87 Koordination mit der Änderung vom
25. September 2015 des Zivildienstgesetzes
 

57

57 Die Ko­or­di­na­ti­ons­be­stim­mung kann un­ter AS 2017 4095kon­sul­tiert wer­den.

Art. 88 Referendum und Inkrafttreten  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Sep­tem­ber 201758

58 BRB vom 16. Aug. 2017

Anhang

(Art. 86)

Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

I

Das Bundesgesetz vom 3. Oktober 200859 über die Zuständigkeiten im Bereich des zivilen Nachrichtendienstes wird aufgehoben.

II

Die nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:

60

59 [AS 2009 6565; 2012 3745Anhang Ziff. 1, 5525; 2014 3223]

60 Die Änderungen können unter AS 2017 4095konsultiert werden.

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