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Reglement
über die Verwaltungsgebühren
des Bundesverwaltungsgerichts
(GebR-BVGer)

vom 21. Februar 2008 (Stand am 1. Juni 2008)

Das Bundesverwaltungsgericht,

gestützt auf Artikel 16 Absatz 1 Buchstabe a des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 20051 (VGG),

erlässt folgendes Reglement:

1

Art. 1 Grundsatz  

1 Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt er­hebt für be­son­de­re Dienst­leis­tun­gen der Kanz­lei, der wis­sen­schaft­li­chen Diens­te und der Ver­wal­tungs­diens­te Ge­büh­ren und stellt Aus­la­gen in Rech­nung.

2 Die Ge­richts­ge­büh­ren für die Ver­fah­ren vor Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nach dem Re­gle­ment vom 21. Fe­bru­ar 20082 über die Kos­ten und Ent­schä­di­gun­gen vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt blei­ben vor­be­hal­ten.

Art. 2 Gebührenpflicht  

1 Wer ei­ne Dienst­leis­tung ge­mä­ss die­sem Re­gle­ment in An­spruch nimmt, ist ge­büh­ren­pflich­tig und trägt die da­mit ver­bun­de­nen Aus­la­gen. Vor­be­hal­ten blei­ben da­von ab­wei­chen­de bun­des­recht­li­che Be­stim­mun­gen.

2 Meh­re­re ge­büh­ren­pflich­ti­ge Per­so­nen haf­ten so­li­da­risch.

Art. 3 Gebührenfreiheit und Gebührenermässigung  

1 Den Be­hör­den und In­sti­tu­tio­nen des Bun­des, der Kan­to­ne und Ge­mein­den kön­nen die Ge­büh­ren und Aus­la­gen er­las­sen wer­den, wenn sie Dienst­leis­tun­gen für sich sel­ber in An­spruch neh­men und Ge­gen­recht hal­ten.

2 Me­dien­schaf­fen­de sind für die Dienst­leis­tun­gen im Rah­men der Ge­richts­be­richt­er­stat­tung am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nicht ge­büh­ren­pflich­tig.

3 Aus wich­ti­gen Grün­den kön­nen Ge­büh­ren und Aus­la­gen er­mäs­sigt oder er­las­sen wer­den, na­ment­lich wenn die ge­büh­ren­pflich­ti­ge Per­son we­nig be­mit­telt ist.

Art. 4 Gebührenbemessung  

1 Es wer­den fol­gen­de Ge­büh­ren ver­rech­net:

a.
Re­pro­duk­ti­on von Schrift­stücken:

für A4-Fo­to­ko­pi­en: 50 Rap­pen
je Sei­te,

für A3-Fo­to­ko­pi­en: 1 Fran­ken
je Sei­te, min­des­tens aber 2 Fran­ken;

b.
an­de­re Ver­viel­fäl­ti­gun­gen:

ef­fek­ti­ve Kos­ten;

c.
Nach­for­schun­gen in den Ak­ten ei­ner er­le­dig­ten Sa­che, die über das Er­mit­teln des Ar­chiv­guts und die Ein­sichts­ge­wäh­rung am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hin­aus­ge­hen:

50 Fran­ken je an­ge­bro­che­ne hal­be Stun­de;

die Ge­bühr kann ganz oder teil­wei­se auch er­ho­ben wer­den, wenn die Er­mitt­lung des Ar­chiv­guts oder die Ein­sichts­ge­wäh­rung mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Auf­wand ver­bun­den ist;

d.
an­de­re Nach­for­schun­gen, Zu­sam­men­stel­lun­gen, be­son­de­re Aus­wer­tun­gen und der­glei­chen:

60 Fran­ken je an­ge­bro­che­ne hal­be Ar­beits­stun­de;

e.
Ur­teil­s­ab­ga­be an Drit­te:

40 Fran­ken;

f.
Rechts­kraft­be­schei­ni­gung:

40 Fran­ken;

g.
Be­glau­bi­gung ei­ner Un­ter­schrift:

40 Fran­ken; sind auf dem glei­chen Ak­ten­stück meh­re­re Un­ter­schrif­ten zu be­glau­bi­gen, so wird für je­de zu­sätz­li­che Un­ter­schrift ein Zu­schlag von 10 Fran­ken er­ho­ben;

h.
Be­glau­bi­gung der Rich­tig­keit ei­nes Aus­zu­ges, ei­ner Ab­schrift, ei­ner Fo­to­ko­pie und der­glei­chen:

40 Fran­ken; um­fasst das Do­ku­ment meh­re­re Sei­ten, so wird für je­de zu­sätz­li­che Sei­te ein Zu­schlag von 2 Fran­ken er­ho­ben;

i.
Be­nüt­zung ei­nes Sit­zungs­saa­l­es oder ei­nes Kon­fe­renz­zim­mers des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts:

für je­den hal­b­en Tag 100 Fran­ken.

2 Für Dienst­leis­tun­gen im Rah­men des Öf­fent­lich­keits­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20043 fin­det der Ta­rif im An­hang 1 zur Öf­fent­lich­keits­ver­ord­nung vom 24. Mai 20064 An­wen­dung.

3 Für Dienst­leis­tun­gen im Rah­men des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19925 bleibt Ar­ti­kel 2 der Ver­ord­nung vom 14. Ju­ni 19936 zum Da­ten­schutz­ge­setz vor­be­hal­ten.

Art. 5 Gebührenzuschlag  

Die Ge­bühr kann um bis zu 50 Pro­zent er­höht wer­den, wenn die Dienst­leis­tung auf Er­su­chen hin dring­lich ver­rich­tet wird.

Art. 6 Auslagen  

Aus­la­gen des Ge­richts wer­den zu­sätz­lich in Rech­nung ge­stellt, ins­be­son­de­re:

a.
Kos­ten, die für die Be­schaf­fung der not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen, ins­be­son­de­re von Un­ter­la­gen, ver­ur­sacht wer­den;
b.
Por­ti- und Te­le­fon­kos­ten;
c.
Kos­ten für die Über­mitt­lung ei­nes Schrift­stücks per Te­le­fax: pro Sei­te 1 Fran­ken im In­land, 2 Fran­ken ins Aus­land;
d.
An­schaf­fungs­kos­ten von Da­ten­trä­gern;
e.
Mahn­kos­ten: 10 Fran­ken für die ers­te Mah­nung, 20 Fran­ken ab der zwei­ten Mah­nung.
Art. 7 Kostenvoranschlag  

Über­steigt die Ge­bühr mit Aus­la­gen 200 Fran­ken, so wer­den die vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten vor­gän­gig mit­ge­teilt.

Art. 8 Vorschuss  

In be­grün­de­ten Fäl­len, ins­be­son­de­re wenn die ge­büh­ren­pflich­ti­ge Per­son im Aus­land wohnt oder bei Zah­lungs­rück­stän­den, kann ein Vor­schuss ver­langt wer­den.

Art. 9 Gebührenverfügung  

Der zu­stän­di­ge Dienst ver­fügt die Ge­bühr und die Aus­la­gen mit der Dienst­leis­tung.

Art. 10 Fälligkeit und Verjährung  

1 Die Ge­bühr und die Aus­la­gen wer­den mit dem Er­lass der Ver­fü­gung fäl­lig.

2 Die Zah­lungs­frist be­trägt 20 Ta­ge ab Fäl­lig­keit.

3 Die Ge­büh­ren­for­de­rung ver­jährt fünf Jah­re nach Ein­tritt der Fäl­lig­keit. Die Ver­jäh­rung wird mit je­der Ver­wal­tungs­hand­lung un­ter­bro­chen, mit der die Ge­büh­ren­for­de­rung gel­tend ge­macht wird.

Art. 11 Zahlungsart  

1 Für die Ge­büh­ren und Aus­la­gen wird ei­ne Rech­nung ge­stellt.

2 Die Ge­bühr für die Her­aus­ga­be von Ur­tei­len wird bis zum Be­trag von 100 Fran­ken per Nach­nah­me er­ho­ben. An­wäl­tin­nen und An­wäl­ten, die vor schwei­ze­ri­schen Ge­rich­ten zu­ge­las­sen sind, kann ei­ne Rech­nung ge­stellt wer­den.

Art. 12 Aufhebung bisherigen Rechts  

Das Re­gle­ment vom 11. De­zem­ber 20067 über die Ver­wal­tungs­ge­büh­ren des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts wird auf­ge­ho­ben.

Art. 13 Inkrafttreten  

Die­ses Re­gle­ment tritt am 1. Ju­ni 2008 in Kraft.

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