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Verordnung
über den Datenschutz
(Datenschutzverordnung, DSV)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 8 Absatz 3, 10 Absatz 4, 12 Absatz 5, 16 Absatz 3,
25 Absatz 6, 28 Absatz 3, 33, 59 Absätze 2 und 3 des Datenschutzgesetzes vom 25. September 20201 (DSG),

verordnet:

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

1. Abschnitt: Datensicherheit

Art. 1 Grundsätze  

1 Zur Ge­währ­leis­tung ei­ner an­ge­mes­se­nen Da­ten­si­cher­heit müs­sen der Ver­ant­wort­li­che und der Auf­trags­be­ar­bei­ter den Schutz­be­darf der Per­so­nen­da­ten be­stim­men und die im Hin­blick auf das Ri­si­ko ge­eig­ne­ten tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men fest­le­gen.

2 Der Schutz­be­darf der Per­so­nen­da­ten wird nach den fol­gen­den Kri­te­ri­en be­ur­teilt:

a.
Art der be­ar­bei­te­ten Da­ten;
b.
Zweck, Art, Um­fang und Um­stän­de der Be­ar­bei­tung.

3 Das Ri­si­ko für die Per­sön­lich­keit oder die Grund­rech­te der be­trof­fe­nen Per­son wird nach den fol­gen­den Kri­te­ri­en be­ur­teilt:

a.
Ur­sa­chen des Ri­si­kos;
b.
haupt­säch­li­che Ge­fah­ren;
c.
er­grif­fe­ne oder vor­ge­se­he­ne Mass­nah­men, um das Ri­si­ko zu ver­rin­gern;
d.
Wahr­schein­lich­keit und Schwe­re ei­ner Ver­let­zung der Da­ten­si­cher­heit trotz der er­grif­fe­nen oder vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men.

4 Bei der Fest­le­gung der tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men wer­den zu­dem die fol­gen­den Kri­te­ri­en be­rück­sich­tigt:

a.
Stand der Tech­nik;
b.
Im­ple­men­tie­rungs­kos­ten.

5 Der Schutz­be­darf der Per­so­nen­da­ten, das Ri­si­ko und die tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men sind über die ge­sam­te Be­ar­bei­tungs­dau­er hin­weg zu über­prü­fen. Die Mass­nah­men sind nö­ti­gen­falls an­zu­pas­sen.

Art. 2 Ziele  

Der Ver­ant­wort­li­che und der Auf­trags­be­ar­bei­ter müs­sen tech­ni­sche und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men tref­fen, da­mit die be­ar­bei­te­ten Da­ten ih­rem Schutz­be­darf ent­spre­chend:

a.
nur Be­rech­tig­ten zu­gäng­lich sind (Ver­trau­lich­keit);
b.
ver­füg­bar sind, wenn sie be­nö­tigt wer­den (Ver­füg­bar­keit);
c.
nicht un­be­rech­tigt oder un­be­ab­sich­tigt ver­än­dert wer­den (In­te­gri­tät);
d.
nach­voll­zieh­bar be­ar­bei­tet wer­den (Nach­voll­zieh­bar­keit).
Art. 3 Technische und organisatorische Massnahmen  

1 Um die Ver­trau­lich­keit zu ge­währ­leis­ten, müs­sen der Ver­ant­wort­li­che und der Auf­trags­be­ar­bei­ter ge­eig­ne­te Mass­nah­men tref­fen, da­mit:

a.
be­rech­tig­te Per­so­nen nur auf die­je­ni­gen Per­so­nen­da­ten Zu­griff ha­ben, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen (Zu­griffs­kon­trol­le);
b.
nur be­rech­tig­te Per­so­nen Zu­gang zu den Räum­lich­kei­ten und An­la­gen ha­ben, in de­nen Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet wer­den (Zu­gangs­kon­trol­le);
c.
un­be­fug­te Per­so­nen au­to­ma­ti­sier­te Da­ten­be­ar­bei­tungs­sys­te­me nicht mit­tels Ein­rich­tun­gen zur Da­ten­über­tra­gung be­nut­zen kön­nen (Be­nut­zer­kon­trol­le).

2 Um die Ver­füg­bar­keit und In­te­gri­tät zu ge­währ­leis­ten, müs­sen der Ver­ant­wort­li­che und der Auf­trags­be­ar­bei­ter ge­eig­ne­te Mass­nah­men tref­fen, da­mit:

a.
un­be­fug­te Per­so­nen Da­ten­trä­ger nicht le­sen, ko­pie­ren, ver­än­dern, ver­schie­ben, lö­schen oder ver­nich­ten kön­nen (Da­ten­trä­ger­kon­trol­le);
b.
un­be­fug­te Per­so­nen Per­so­nen­da­ten im Spei­cher nicht spei­chern, le­sen, än­dern, lö­schen oder ver­nich­ten kön­nen (Spei­cher­kon­trol­le);
c.
un­be­fug­te Per­so­nen bei der Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten oder beim Trans­port von Da­ten­trä­gern Per­so­nen­da­ten nicht le­sen, ko­pie­ren, ver­än­dern, lö­schen oder ver­nich­ten kön­nen (Trans­port­kon­trol­le);
d.
die Ver­füg­bar­keit der Per­so­nen­da­ten und der Zu­gang zu ih­nen bei ei­nem phy­si­schen oder tech­ni­schen Zwi­schen­fall rasch wie­der­her­ge­stellt wer­den kön­nen (Wie­der­her­stel­lung);
e.
al­le Funk­tio­nen des au­to­ma­ti­sier­ten Da­ten­be­ar­bei­tungs­sys­tems zur Ver­fü­gung ste­hen (Ver­füg­bar­keit), Fehl­funk­tio­nen ge­mel­det wer­den (Zu­ver­läs­sig­keit) und ge­spei­cher­te Per­so­nen­da­ten nicht durch Fehl­funk­tio­nen des Sys­tems be­schä­digt wer­den kön­nen (Da­ten­in­te­gri­tät);
f.
Be­triebs­sys­te­me und An­wen­dungs­soft­wa­re stets auf dem neus­ten Si­cher­heits­stand ge­hal­ten und be­kann­te kri­ti­sche Lücken ge­schlos­sen wer­den (Sys­tem­si­cher­heit).

3 Um die Nach­voll­zieh­bar­keit zu ge­währ­leis­ten, müs­sen der Ver­ant­wort­li­che und der Auf­trags­be­ar­bei­ter ge­eig­ne­te Mass­nah­men tref­fen, da­mit:

a.
über­prüft wer­den kann, wel­che Per­so­nen­da­ten zu wel­cher Zeit und von wel­cher Per­son im au­to­ma­ti­sier­ten Da­ten­be­ar­bei­tungs­sys­tem ein­ge­ge­ben oder ver­än­dert wer­den (Ein­ga­be­kon­trol­le);
b.
über­prüft wer­den kann, wem Per­so­nen­da­ten mit Hil­fe von Ein­rich­tun­gen zur Da­ten­über­tra­gung be­kannt­ge­ge­ben wer­den (Be­kannt­ga­be­kon­trol­le);
c.
Ver­let­zun­gen der Da­ten­si­cher­heit rasch er­kannt (Er­ken­nung) und Mass­nah­men zur Min­de­rung oder Be­sei­ti­gung der Fol­gen er­grif­fen wer­den kön­nen (Be­sei­ti­gung).
Art. 4 Protokollierung  

1 Wer­den be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten in gros­sem Um­fang au­to­ma­ti­siert be­ar­bei­tet oder wird ein Pro­fi­ling mit ho­hem Ri­si­ko durch­ge­führt und kön­nen die prä­ven­ti­ven Mass­nah­men den Da­ten­schutz nicht ge­währ­leis­ten, so müs­sen der pri­va­te Ver­ant­wort­li­che und sein pri­va­ter Auf­trags­be­ar­bei­ter zu­min­dest das Spei­chern, Ver­än­dern, Le­sen, Be­kannt­ge­ben, Lö­schen und Ver­nich­ten der Da­ten pro­to­kol­lie­ren. Ei­ne Pro­to­kol­lie­rung muss ins­be­son­de­re dann er­fol­gen, wenn sonst nach­träg­lich nicht fest­ge­stellt wer­den kann, ob die Da­ten für die­je­ni­gen Zwe­cke be­ar­bei­tet wur­den, für die sie be­schafft oder be­kannt­ge­ge­ben wur­den.

2 Das ver­ant­wort­li­che Bun­des­or­gan und sein Auf­trags­be­ar­bei­ter pro­to­kol­lie­ren bei der au­to­ma­ti­sier­ten Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten zu­min­dest das Spei­chern, Ver­än­dern, Le­sen, Be­kannt­ge­ben, Lö­schen und Ver­nich­ten der Da­ten.

3 Bei Per­so­nen­da­ten, wel­che all­ge­mein öf­fent­lich zu­gäng­lich sind, sind zu­min­dest das Spei­chern, Ver­än­dern, Lö­schen und Ver­nich­ten der Da­ten zu pro­to­kol­lie­ren.

4 Die Pro­to­kol­lie­rung muss Auf­schluss ge­ben über die Iden­ti­tät der Per­son, die die Be­ar­bei­tung vor­ge­nom­men hat, die Art, das Da­tum und die Uhr­zeit der Be­ar­bei­tung so­wie ge­ge­be­nen­falls die Iden­ti­tät der Emp­fän­ge­rin oder des Emp­fän­gers der Da­ten.

5 Die Pro­to­kol­le müs­sen wäh­rend min­des­tens ei­nem Jahr ge­trennt vom Sys­tem, in wel­chem die Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­tet wer­den, auf­be­wahrt wer­den. Sie dür­fen aus­sch­liess­lich den Or­ga­nen und Per­so­nen zu­gäng­lich sein, de­nen die Über­prü­fung der An­wen­dung der Da­ten­schutz­vor­schrif­ten oder die Wah­rung oder Wie­der­her­stel­lung der Ver­trau­lich­keit, In­te­gri­tät, Ver­füg­bar­keit und Nach­voll­zieh­bar­keit der Da­ten ob­liegt, und dür­fen nur für die­sen Zweck ver­wen­det wer­den.

Art. 5 Bearbeitungsreglement von privaten Personen  

1 Der pri­va­te Ver­ant­wort­li­che und sein pri­va­ter Auf­trags­be­ar­bei­ter müs­sen ein Re­gle­ment für au­to­ma­ti­sier­te Be­ar­bei­tun­gen er­stel­len, wenn sie:

a.
be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten in gros­sem Um­fang be­ar­bei­ten; oder
b.
ein Pro­fi­ling mit ho­hem Ri­si­ko durch­füh­ren.

2 Das Re­gle­ment muss ins­be­son­de­re An­ga­ben zur in­ter­nen Or­ga­ni­sa­ti­on, zum Da­ten­be­ar­bei­tungs- und Kon­troll­ver­fah­ren so­wie zu den Mass­nah­men zur Ge­währ­leis­tung der Da­ten­si­cher­heit ent­hal­ten.

3 Der pri­va­te Ver­ant­wort­li­che und sein pri­va­ter Auf­trags­be­ar­bei­ter müs­sen das Re­gle­ment re­gel­mäs­sig ak­tua­li­sie­ren. Wur­de ei­ne Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder ein Da­ten­schutz­be­ra­ter er­nannt, so muss die­ser oder die­sem das Re­gle­ment zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den.

Art. 6 Bearbeitungsreglement von Bundesorganen  

1 Das ver­ant­wort­li­che Bun­des­or­gan und sein Auf­trags­be­ar­bei­ter er­stel­len ein Be­ar­bei­tungs­re­gle­ment für au­to­ma­ti­sier­te Be­ar­bei­tun­gen, wenn sie:

a.
be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­ten;
b.
ein Pro­fi­ling durch­füh­ren;
c.
nach Ar­ti­kel 34 Ab­satz 2 Buch­sta­be c DSG Per­so­nen­da­ten be­ar­bei­ten;
d.
Kan­to­nen, aus­län­di­schen Be­hör­den, in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen oder pri­va­ten Per­so­nen Per­so­nen­da­ten zu­gäng­lich ma­chen;
e.
Da­ten­be­stän­de mit­ein­an­der ver­knüp­fen; oder
f.
mit an­de­ren Bun­des­or­ga­nen zu­sam­men ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem be­trei­ben oder Da­ten­be­stän­de be­wirt­schaf­ten.

2 Das Re­gle­ment muss ins­be­son­de­re An­ga­ben zur in­ter­nen Or­ga­ni­sa­ti­on, zum Da­ten­be­ar­bei­tungs- und Kon­troll­ver­fah­ren so­wie zu den Mass­nah­men zur Ge­währ­leis­tung der Da­ten­si­cher­heit ent­hal­ten.

3 Das ver­ant­wort­li­che Bun­des­or­gan und sein Auf­trags­be­ar­bei­ter müs­sen das Re­gle­ment re­gel­mäs­sig ak­tua­li­sie­ren und der Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder dem Da­ten­schutz­be­ra­ter zur Ver­fü­gung stel­len.

2. Abschnitt: Bearbeitung durch Auftragsbearbeiter

Art. 7  

1 Die vor­gän­gi­ge Ge­neh­mi­gung des Ver­ant­wort­li­chen, die dem Auf­trags­be­ar­bei­ter er­laubt, die Da­ten­be­ar­bei­tung ei­nem Drit­ten zu über­tra­gen, kann spe­zi­fi­scher oder all­ge­mei­ner Art sein.

2 Bei ei­ner all­ge­mei­nen Ge­neh­mi­gung in­for­miert der Auf­trags­be­ar­bei­ter den Ver­ant­wort­li­chen über je­de be­ab­sich­tig­te Än­de­rung in Be­zug auf die Hin­zu­zie­hung oder die Er­set­zung an­de­rer Drit­ter. Der Ver­ant­wort­li­che kann Wi­der­spruch ge­gen die­se Än­de­rung er­he­ben.

3. Abschnitt: Bekanntgabe von Personendaten ins Ausland

Art. 8 Beurteilung der Angemessenheit des Datenschutzes eines Staates, eines Gebiets, eines spezifischen Sektors in einem Staat oder eines internationalen Organs  

1 Die Staa­ten, Ge­bie­te, spe­zi­fi­schen Sek­to­ren in ei­nem Staat und in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ne mit ei­nem an­ge­mes­se­nen Da­ten­schutz wer­den in An­hang 1 auf­ge­führt.

2 Bei der Be­ur­tei­lung, ob ein Staat, ein Ge­biet, ein spe­zi­fi­scher Sek­tor in ei­nem Staat oder ein in­ter­na­tio­na­les Or­gan einen an­ge­mes­se­nen Da­ten­schutz ge­währ­leis­tet, wer­den ins­be­son­de­re die fol­gen­den Kri­te­ri­en be­rück­sich­tigt:

a.
die in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen des Staa­tes oder in­ter­na­tio­na­len Or­gans, ins­be­son­de­re im Be­reich des Da­ten­schut­zes;
b.
die Rechts­staat­lich­keit und die Ach­tung der Men­schen­rech­te;
c.
die gel­ten­de Ge­setz­ge­bung ins­be­son­de­re zum Da­ten­schutz so­wie de­ren Um­set­zung und die ein­schlä­gi­ge Recht­spre­chung;
d.
die wirk­sa­me Ge­währ­leis­tung der Rech­te der be­trof­fe­nen Per­so­nen und des Rechts­schut­zes;
e.
das wirk­sa­me Funk­tio­nie­ren ei­ner oder meh­re­rer un­ab­hän­gi­ger Be­hör­den, die im be­tref­fen­den Staat für den Da­ten­schutz zu­stän­dig sind oder de­nen ein in­ter­na­tio­na­les Or­gan un­ter­steht und die über aus­rei­chen­de Be­fug­nis­se und Kom­pe­ten­zen ver­fü­gen.

3 Der Eid­ge­nös­si­sche Da­ten­schutz- und Öf­fent­lich­keits­be­auf­trag­te (EDÖB) wird bei je­der Be­ur­tei­lung kon­sul­tiert. Die Ein­schät­zun­gen von in­ter­na­tio­na­len Or­ga­nen oder aus­län­di­schen Be­hör­den, die für den Da­ten­schutz zu­stän­dig sind, kön­nen be­rück­sich­tigt wer­den.

4 Die An­ge­mes­sen­heit des Da­ten­schut­zes wird pe­ri­odisch neu be­ur­teilt.

5 Die Be­ur­tei­lun­gen wer­den ver­öf­fent­licht.

6 Wenn die Be­ur­tei­lung nach Ab­satz 4 oder an­de­re In­for­ma­tio­nen zei­gen, dass kein an­ge­mes­se­ner Da­ten­schutz mehr ge­währ­leis­tet ist, wird An­hang 1 ge­än­dert; dies hat kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die be­reits er­folg­ten Da­ten­be­kannt­ga­ben.

Art. 9 Datenschutzklauseln und spezifische Garantien  

1 Die Da­ten­schutz­klau­seln in ei­nem Ver­trag nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be b DSG und die spe­zi­fi­schen Ga­ran­ti­en nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be c DSG müs­sen min­des­tens die fol­gen­den Punk­te ent­hal­ten:

a.
die An­wen­dung der Grund­sät­ze der Recht­mäs­sig­keit, von Treu und Glau­ben, der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit, der Trans­pa­renz, der Zweck­bin­dung und der Rich­tig­keit;
b.
die Ka­te­go­ri­en der be­kannt­ge­ge­be­nen Per­so­nen­da­ten so­wie der be­trof­fe­nen Per­so­nen;
c.
die Art und den Zweck der Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten;
d.
ge­ge­be­nen­falls die Na­men der Staa­ten oder in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ne, in die oder de­nen Per­so­nen­da­ten be­kannt­ge­ge­ben wer­den, so­wie die An­for­de­run­gen an die Be­kannt­ga­be;
e.
die An­for­de­run­gen an die Auf­be­wah­rung, die Lö­schung und die Ver­nich­tung von Per­so­nen­da­ten;
f.
die Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger oder die Ka­te­go­ri­en der Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger;
g.
die Mass­nah­men zur Ge­währ­leis­tung der Da­ten­si­cher­heit;
h.
die Pflicht, Ver­let­zun­gen der Da­ten­si­cher­heit zu mel­den;
i.
falls die Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger Ver­ant­wort­li­che sind: die Pflicht, die be­trof­fe­nen Per­so­nen über die Be­ar­bei­tung zu in­for­mie­ren;
j.
die Rech­te der be­trof­fe­nen Per­son, ins­be­son­de­re:
1.
das Aus­kunfts­recht und das Recht auf Da­ten­her­aus­ga­be oder -über­tra­gung,
2.
das Recht, der Da­ten­be­kannt­ga­be zu wi­der­spre­chen,
3.
das Recht auf Be­rich­ti­gung, Lö­schung oder Ver­nich­tung ih­rer Da­ten,
4.
das Recht, ei­ne un­ab­hän­gi­ge Be­hör­de um Rechts­schutz zu er­su­chen.

2 Der Ver­ant­wort­li­che und im Fall von Da­ten­schutz­klau­seln in ei­nem Ver­trag der Auf­trags­be­ar­bei­ter müs­sen an­ge­mes­se­ne Mass­nah­men tref­fen, um si­cher­zu­stel­len, dass die Emp­fän­ge­rin oder der Emp­fän­ger die­se Klau­seln oder die spe­zi­fi­schen Ga­ran­ti­en ein­hält.

3 Wur­de der EDÖB über die Da­ten­schutz­klau­seln in ei­nem Ver­trag oder die spe­zi­fi­schen Ga­ran­ti­en in­for­miert, so gilt die In­for­ma­ti­ons­pflicht für al­le wei­te­ren Be­kannt­ga­ben als er­füllt, die:

a.
un­ter den­sel­ben Da­ten­schutz­klau­seln oder Ga­ran­ti­en er­fol­gen, so­fern die Ka­te­go­ri­en der Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger, der Zweck der Be­ar­bei­tung und die Da­ten­ka­te­go­ri­en im We­sent­li­chen un­ver­än­dert blei­ben; oder
b.
in­ner­halb der­sel­ben ju­ris­ti­schen Per­son oder Ge­sell­schaft oder zwi­schen Un­ter­neh­men, die zum sel­ben Kon­zern ge­hö­ren, statt­fin­den.
Art. 10 Standarddatenschutzklauseln  

1 Gibt der Ver­ant­wort­li­che oder der Auf­trags­be­ar­bei­ter Per­so­nen­da­ten mit­tels Stan­dard­da­ten­schutz­klau­seln nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be d DSG ins Aus­land be­kannt, so trifft er an­ge­mes­se­ne Mass­nah­men, um si­cher­zu­stel­len, dass die Emp­fän­ge­rin oder der Emp­fän­ger die­se be­ach­tet.

2 Der EDÖB ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te von Stan­dard­da­ten­schutz­klau­seln, die er ge­neh­migt, aus­ge­stellt oder an­er­kannt hat. Er teilt das Er­geb­nis der Prü­fung der Stan­dard­da­ten­schutz­klau­seln, die ihm un­ter­brei­tet wer­den, in­ner­halb von 90 Ta­gen mit.

Art. 11 Verbindliche unternehmensinterne Datenschutzvorschriften  

1 Ver­bind­li­che un­ter­neh­mensin­ter­ne Da­ten­schutz­vor­schrif­ten nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be e DSG gel­ten für al­le Un­ter­neh­men, die zum sel­ben Kon­zern ge­hö­ren.

2 Sie um­fas­sen min­des­tens die in Ar­ti­kel 9 Ab­satz 1 ge­nann­ten Punk­te so­wie die fol­gen­den An­ga­ben:

a.
die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Kon­takt­da­ten des Kon­zerns und sei­ner Un­ter­neh­men;
b.
die in­ner­halb des Kon­zerns ge­trof­fe­nen Mass­nah­men zur Ein­hal­tung der ver­bind­li­chen un­ter­neh­mensin­ter­nen Da­ten­schutz­vor­schrif­ten.

3 Der EDÖB teilt das Er­geb­nis der Prü­fung der ver­bind­li­chen un­ter­neh­mensin­ter­nen Da­ten­schutz­vor­schrif­ten, die ihm un­ter­brei­tet wer­den, in­ner­halb von 90 Ta­gen mit.

Art. 12 Verhaltenskodizes und Zertifizierungen  

1 Per­so­nen­da­ten dür­fen ins Aus­land be­kannt­ge­ge­ben wer­den, wenn ein Ver­hal­tens­ko­dex oder ei­ne Zer­ti­fi­zie­rung einen ge­eig­ne­ten Da­ten­schutz ge­währ­leis­tet.

2 Der Ver­hal­tens­ko­dex muss vor­gän­gig dem EDÖB zur Ge­neh­mi­gung un­ter­brei­tet wer­den.

3 Der Ver­hal­tens­ko­dex oder die Zer­ti­fi­zie­rung muss mit ei­ner ver­bind­li­chen und durch­setz­ba­ren Ver­pflich­tung des Ver­ant­wort­li­chen oder des Auf­trags­be­ar­bei­ters im Dritt­staat ver­bun­den wer­den, die dar­in ent­hal­te­nen Mass­nah­men an­zu­wen­den.

2. Kapitel: Pflichten des Verantwortlichen

Art. 13 Modalitäten der Informationspflicht  

Der Ver­ant­wort­li­che muss der be­trof­fe­nen Per­son die In­for­ma­ti­on über die Be­schaf­fung von Per­so­nen­da­ten in prä­zi­ser, trans­pa­ren­ter, ver­ständ­li­cher und leicht zu­gäng­li­cher Form mit­tei­len.

Art. 14 Aufbewahrung der Datenschutz-Folgenabschätzung  

Der Ver­ant­wort­li­che muss die Da­ten­schutz-Fol­gen­ab­schät­zung nach Be­en­di­gung der Da­ten­be­ar­bei­tung min­des­tens zwei Jah­ren auf­be­wah­ren.

Art. 15 Meldung von Verletzungen der Datensicherheit  

1 Die Mel­dung ei­ner Ver­let­zung der Da­ten­si­cher­heit an den EDÖB muss fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
die Art der Ver­let­zung;
b.
so­weit mög­lich den Zeit­punkt und die Dau­er;
c.
so­weit mög­lich die Ka­te­go­ri­en und die un­ge­fäh­re An­zahl der be­trof­fe­nen Per­so­nen­da­ten;
d.
so­weit mög­lich die Ka­te­go­ri­en und die un­ge­fäh­re An­zahl der be­trof­fe­nen Per­so­nen;
e.
die Fol­gen, ein­sch­liess­lich der all­fäl­li­gen Ri­si­ken, für die be­trof­fe­nen Per­so­nen;
f.
wel­che Mass­nah­men ge­trof­fen wur­den oder vor­ge­se­hen sind, um den Man­gel zu be­he­ben und die Fol­gen, ein­sch­liess­lich der all­fäl­li­gen Ri­si­ken, zu min­dern;
g.
den Na­men und die Kon­takt­da­ten ei­ner An­sprech­per­son.

2 Ist es dem Ver­ant­wort­li­chen nicht mög­lich, al­le An­ga­ben gleich­zei­tig zu mel­den, so lie­fert er die feh­len­den An­ga­ben so rasch als mög­lich nach.

3 Ist der Ver­ant­wort­li­che ver­pflich­tet, die be­trof­fe­ne Per­son zu in­for­mie­ren, so teilt er ihr in ein­fa­cher und ver­ständ­li­cher Spra­che min­des­tens die An­ga­ben nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und e–g mit.

4 Der Ver­ant­wort­li­che muss die Ver­let­zun­gen do­ku­men­tie­ren. Die Do­ku­men­ta­ti­on muss die mit den Vor­fäl­len zu­sam­men­hän­gen­den Tat­sa­chen, de­ren Aus­wir­kun­gen und die er­grif­fe­nen Mass­nah­men ent­hal­ten. Sie ist ab dem Zeit­punkt der Mel­dung nach Ab­satz 1 min­des­tens zwei Jah­re auf­zu­be­wah­ren.

3. Kapitel: Rechte der betroffenen Person

1. Abschnitt: Auskunftsrecht

Art. 16 Modalitäten  

1 Wer vom Ver­ant­wort­li­chen Aus­kunft dar­über ver­langt, ob Per­so­nen­da­ten über sie oder ihn be­ar­bei­tet wer­den, muss dies schrift­lich tun. Ist der Ver­ant­wort­li­che ein­ver­stan­den, so kann das Be­geh­ren auch münd­lich mit­ge­teilt wer­den.

2 Die Aus­kunft­s­er­tei­lung er­folgt schrift­lich oder in der Form, in der die Da­ten vor­lie­gen. Im Ein­ver­neh­men mit dem Ver­ant­wort­li­chen kann die be­trof­fe­ne Per­son ih­re Da­ten an Ort und Stel­le ein­se­hen. Die Aus­kunft kann münd­lich er­teilt wer­den, wenn die be­trof­fe­ne Per­son ein­ver­stan­den ist.

3 Das Aus­kunfts­be­geh­ren und die Aus­kunft­s­er­tei­lung kön­nen auf elek­tro­ni­schem Weg er­fol­gen.

4 Die Aus­kunft muss der be­trof­fe­nen Per­son in ei­ner ver­ständ­li­chen Form er­teilt wer­den.

5 Der Ver­ant­wort­li­che muss an­ge­mes­se­ne Mass­nah­men tref­fen, um die be­trof­fe­ne Per­son zu iden­ti­fi­zie­ren. Die­se ist zur Mit­wir­kung ver­pflich­tet.

Art. 17 Zuständigkeit  

1 Be­ar­bei­ten meh­re­re Ver­ant­wort­li­che Per­so­nen­da­ten ge­mein­sam, so kann die be­trof­fe­ne Per­son ihr Aus­kunfts­recht bei je­dem Ver­ant­wort­li­chen gel­tend ma­chen.

2 Be­trifft das Be­geh­ren Da­ten, die von ei­nem Auf­trags­be­ar­bei­ter be­ar­bei­tet wer­den, so un­ter­stützt der Auf­trags­be­ar­bei­ter den Ver­ant­wort­li­chen bei der Er­tei­lung der Aus­kunft, so­fern er das Be­geh­ren nicht im Auf­trag des Ver­ant­wort­li­chen be­ant­wor­tet.

Art. 18 Frist  

1 Die Aus­kunft muss in­ner­halb von 30 Ta­gen seit dem Ein­gang des Be­geh­rens er­teilt wer­den.

2 Kann die Aus­kunft nicht in­ner­halb von 30 Ta­gen er­teilt wer­den, so muss der Ver­ant­wort­li­che die be­trof­fe­ne Per­son dar­über in­for­mie­ren und ihr mit­tei­len, in­ner­halb wel­cher Frist die Aus­kunft er­folgt.

3 Ver­wei­gert der Ver­ant­wort­li­che die Aus­kunft, schränkt er sie ein oder schiebt er sie auf, so muss er dies in­ner­halb der­sel­ben Frist mit­tei­len.

Art. 19 Ausnahme von der Kostenlosigkeit  

1 Ist die Er­tei­lung der Aus­kunft mit ei­nem un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Auf­wand ver­bun­den, so kann der Ver­ant­wort­li­che von der be­trof­fe­nen Per­son ver­lan­gen, dass sie sich an den Kos­ten an­ge­mes­sen be­tei­ligt.

2 Die Be­tei­li­gung be­trägt ma­xi­mal 300 Fran­ken.

3 Der Ver­ant­wort­li­che muss der be­trof­fe­nen Per­son die Hö­he der Be­tei­li­gung vor der Aus­kunft­s­er­tei­lung mit­tei­len. Be­stä­tigt die be­trof­fe­ne Per­son das Ge­such nicht in­ner­halb von zehn Ta­gen, so gilt es als oh­ne Kos­ten­fol­ge zu­rück­ge­zo­gen. Die Frist nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 1 be­ginnt nach Ab­lauf der zehn­tä­gi­gen Be­denk­zeit zu lau­fen.

2. Abschnitt: Recht auf Datenherausgabe oder -übertragung

Art. 20 Umfang des Anspruchs  

1 Als Per­so­nen­da­ten, die die be­trof­fe­ne Per­son dem Ver­ant­wort­li­chen be­kannt­ge­ge­ben hat, gel­ten:

a.
Da­ten, die sie die­sem wis­sent­lich und wil­lent­lich zur Ver­fü­gung stellt;
b.
Da­ten, die der Ver­ant­wort­li­che über die be­trof­fe­ne Per­son und ihr Ver­hal­ten im Rah­men der Nut­zung ei­nes Diensts oder Ge­räts er­ho­ben hat.

2 Per­so­nen­da­ten, die vom Ver­ant­wort­li­chen durch ei­ge­ne Aus­wer­tung der be­reit­ge­stell­ten oder be­ob­ach­te­ten Per­so­nen­da­ten er­zeugt wer­den, gel­ten nicht als Per­so­nen­da­ten, die die be­trof­fe­ne Per­son dem Ver­ant­wort­li­chen be­kannt ge­ge­ben hat.

Art. 21 Technische Anforderungen an die Umsetzung  

1 Als gän­gi­ges elek­tro­ni­sches For­mat gel­ten For­ma­te, die es er­mög­li­chen, dass die Per­so­nen­da­ten mit ver­hält­nis­mäs­si­gem Auf­wand über­tra­gen und von der be­trof­fe­nen Per­son oder ei­nem an­de­ren Ver­ant­wort­li­chen wei­ter­ver­wen­det wer­den.

2 Das Recht auf Da­ten­her­aus­ga­be oder -über­tra­gung be­grün­det für den Ver­ant­wort­li­chen nicht die Pflicht, tech­nisch kom­pa­ti­ble Da­ten­be­ar­bei­tungs­sys­te­me zu über­neh­men oder bei­zu­be­hal­ten.

3 Ein un­ver­hält­nis­mäs­si­ger Auf­wand für die Über­tra­gung von Per­so­nen­da­ten auf einen an­de­ren Ver­ant­wort­li­chen liegt vor, wenn die Über­tra­gung tech­nisch nicht mög­lich ist.

Art. 22 Frist, Modalitäten und Zuständigkeit  

Die Ar­ti­kel 16 Ab­sät­ze 1 und 5 so­wie 17–19 gel­ten sinn­ge­mä­ss für das Recht auf Da­ten­her­aus­ga­be oder -über­tra­gung.

4. Kapitel: Besondere Bestimmungen zur Datenbearbeitung durch private Personen

Art. 23 Datenschutzberaterin oder Datenschutzberater  

Der Ver­ant­wort­li­che muss der Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder dem Da­ten­schutz­be­ra­ter:

a.
die not­wen­di­gen Res­sour­cen zur Ver­fü­gung stel­len;
b.
Zu­gang zu al­len Aus­künf­ten, Un­ter­la­gen, Ver­zeich­nis­sen der Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten und Per­so­nen­da­ten ge­wäh­ren, die die Be­ra­te­rin oder der Be­ra­ter zur Er­fül­lung ih­rer oder sei­ner Auf­ga­ben be­nö­tigt;
c.
das Recht ein­räu­men, in wich­ti­gen Fäl­len das obers­te Lei­tungs- oder Ver­wal­tungs­or­gan zu in­for­mie­ren.
Art. 24 Ausnahme von der Pflicht zur Führung eines Verzeichnisses der Bearbeitungstätigkeiten  

Un­ter­neh­men und an­de­re pri­vat­recht­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen, die am 1. Ja­nu­ar ei­nes Jah­res we­ni­ger als 250 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter be­schäf­ti­gen, so­wie na­tür­li­che Per­so­nen sind von der Pflicht be­freit, ein Ver­zeich­nis der Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten zu füh­ren, aus­ser ei­ne der fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen ist er­füllt:

a.
Es wer­den be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten in gros­sem Um­fang be­ar­bei­tet.
b.
Es wird ein Pro­fi­ling mit ho­hem Ri­si­ko durch­ge­führt.

5. Kapitel: Besondere Bestimmungen zur Datenbearbeitung durch Bundesorgane

1. Abschnitt: Datenschutzberaterin oder -berater

Art. 25 Ernennung  

Je­des Bun­des­or­gan er­nennt ei­ne Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder einen Da­ten­schutz­be­ra­ter. Meh­re­re Bun­des­or­ga­ne kön­nen ge­mein­sam ei­ne Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder einen Da­ten­schutz­be­ra­ter er­nen­nen.

Art. 26 Anforderungen und Aufgaben  

1 Die Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder der Da­ten­schutz­be­ra­ter muss die fol­gen­den An­for­de­run­gen er­fül­len:

a.
Sie oder er ver­fügt über die er­for­der­li­chen Fach­kennt­nis­se.
b.
Sie oder er übt ih­re oder sei­ne Funk­ti­on ge­gen­über dem Bun­des­or­gan fach­lich un­ab­hän­gig und wei­sungs­un­ge­bun­den aus.

2 Sie oder er muss fol­gen­de Auf­ga­ben wahr­neh­men:

a.
Sie oder er wirkt bei der An­wen­dung der Da­ten­schutz­vor­schrif­ten mit, in­dem sie oder er ins­be­son­de­re:
1.
die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten prüft und Kor­rek­tur­mass­nah­men emp­fiehlt, wenn ei­ne Ver­let­zung der Da­ten­schutz­vor­schrif­ten fest­ge­stellt wird,
2.
den Ver­ant­wort­li­chen bei der Er­stel­lung der Da­ten­schutz-Fol­gen­ab­schät­zung berät und de­ren Aus­füh­rung über­prüft.
b.
Sie oder er dient als An­lauf­stel­le für die be­trof­fe­nen Per­so­nen.
c.
Sie oder er schult und berät die Mit­ar­bei­ten­den des Bun­des­or­gans in Fra­gen des Da­ten­schut­zes.
Art. 27 Pflichten des Bundesorgans  

1 Das Bun­des­or­gan hat ge­gen­über der Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder dem Da­ten­schutz­be­ra­ter fol­gen­de Pflich­ten:

a.
Es ge­währt ihr oder ihm Zu­gang zu al­len Aus­künf­ten, Un­ter­la­gen, Ver­zeich­nis­sen der Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten und Per­so­nen­da­ten, die sie oder er zur Er­fül­lung ih­rer oder sei­ner Auf­ga­ben be­nö­tigt.
b.
Es sorgt da­für, dass sie oder er über ei­ne Ver­let­zung der Da­ten­si­cher­heit in­for­miert wird.

2 Es ver­öf­fent­licht die Kon­takt­da­ten der Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder des Da­ten­schutz­be­ra­ters im In­ter­net und teilt die­se dem EDÖB mit.

Art. 28 Anlaufstelle des EDÖB  

Die Da­ten­schutz­be­ra­te­rin oder der Da­ten­schutz­be­ra­ter dient dem EDÖB als An­lauf­stel­le für Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit der Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten durch das be­tref­fen­de Bun­des­or­gan.

2. Abschnitt: Informationspflichten

Art. 29 Informationspflicht bei der Bekanntgabe von Personendaten  

Das Bun­des­or­gan in­for­miert die Emp­fän­ge­rin oder den Emp­fän­ger über die Ak­tua­li­tät, Zu­ver­läs­sig­keit und Voll­stän­dig­keit der von ihm be­kannt­ge­ge­be­nen Per­so­nen­da­ten, so­weit sich die­se In­for­ma­tio­nen nicht aus den Da­ten selbst oder aus den Um­stän­den er­ge­ben.

Art. 30 Informationspflicht bei der systematischen Beschaffung von Personendaten  

Ist die be­trof­fe­ne Per­son nicht zur Aus­kunft ver­pflich­tet, so weist das ver­ant­wort­li­che Bun­des­or­gan sie bei ei­ner sys­te­ma­ti­schen Be­schaf­fung von Per­so­nen­da­ten dar­auf hin.

3. Abschnitt: Meldung der Projekte zur automatisierten Bearbeitung von Personendaten an den EDÖB

Art. 31  

1 Das ver­ant­wort­li­che Bun­des­or­gan mel­det dem EDÖB die ge­plan­ten au­to­ma­ti­sier­ten Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten im Zeit­punkt des Ent­scheids zur Pro­jekt­ent­wick­lung oder der Pro­jekt­frei­ga­be.

2 Die Mel­dung muss die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–d DSG so­wie das vor­aus­sicht­li­che Da­tum des Be­ginns der Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten ent­hal­ten.

3 Der EDÖB nimmt die­se Mel­dung in das Re­gis­ter der Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten auf.

4 Das ver­ant­wort­li­che Bun­des­or­gan ak­tua­li­siert die Mel­dung beim Über­gang in den pro­duk­ti­ven Be­trieb oder bei der Pro­jektein­stel­lung.

4. Abschnitt: Pilotversuche

Art. 32 Unentbehrlichkeit des Pilotversuchs  

Ein Pi­lot­ver­such ist un­ent­behr­lich, wenn ei­ne der fol­gen­den Be­din­gun­gen er­füllt ist:

a.
Die Er­fül­lung ei­ner Auf­ga­be er­for­dert tech­ni­sche Neue­run­gen, de­ren Aus­wir­kun­gen zu­nächst eva­lu­iert wer­den müs­sen.
b.
Die Er­fül­lung ei­ner Auf­ga­be er­for­dert be­deu­ten­de or­ga­ni­sa­to­ri­sche oder tech­ni­sche Mass­nah­men, de­ren Wirk­sam­keit zu­nächst ge­prüft wer­den muss, ins­be­son­de­re bei der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Or­ga­nen des Bun­des und der Kan­to­ne.
c.
Die Er­fül­lung ei­ner Auf­ga­be er­for­dert, dass die Per­so­nen­da­ten im Ab­ruf­ver­fah­ren zu­gäng­lich sind.
Art. 33 Verfahren bei der Bewilligung des Pilotversuchs  

1 Vor der Kon­sul­ta­ti­on der in­ter­es­sier­ten Ver­wal­tungs­ein­hei­ten legt das für den Pi­lot­ver­such zu­stän­di­ge Bun­des­or­gan dar, wie die Ein­hal­tung der Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 35 DSG er­füllt wer­den soll, und lädt den EDÖB zur Stel­lung­nah­me ein.

2 Der EDÖB nimmt zur Fra­ge Stel­lung, ob die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 35 DSG er­füllt sind. Das Bun­des­or­gan stellt ihm al­le da­zu not­wen­di­gen Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung, ins­be­son­de­re:

a.
ei­ne all­ge­mei­ne Be­schrei­bung des Pi­lot­ver­suchs;
b.
einen Be­richt, der nach­weist, dass die Er­fül­lung der ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Auf­ga­ben ei­ne Be­ar­bei­tung nach Ar­ti­kel 34 Ab­satz 2 DSG er­for­dert und dass ei­ne Test­pha­se vor dem In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes im for­mel­len Sinn un­ent­behr­lich ist;
c.
ei­ne Be­schrei­bung der in­ter­nen Or­ga­ni­sa­ti­on so­wie der Da­ten­be­ar­bei­tungs- und Kon­troll­ver­fah­ren;
d.
ei­ne Be­schrei­bung der Si­cher­heits- und Da­ten­schutz­mass­nah­men;
e.
den Ent­wurf ei­ner Ver­ord­nung, wel­che die Ein­zel­hei­ten der Be­ar­bei­tung re­gelt, oder das Kon­zept ei­ner Ver­ord­nung;
f.
die Pla­nung der ver­schie­de­nen Pha­sen des Pi­lot­ver­suchs.

3 Der EDÖB kann wei­te­re Do­ku­men­te an­for­dern und zu­sätz­li­che Ab­klä­run­gen vor­neh­men.

4 Das Bun­des­or­gan in­for­miert den EDÖB über je­de wich­ti­ge Än­de­rung, wel­che die Ein­hal­tung der Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 35 DSG be­trifft. Der EDÖB nimmt, falls er­for­der­lich, er­neut Stel­lung.

5 Die Stel­lung­nah­me des EDÖB ist dem An­trag an den Bun­des­rat bei­zu­fü­gen.

6 Die au­to­ma­ti­sier­te Da­ten­be­ar­bei­tung wird in ei­ner Ver­ord­nung ge­re­gelt.

Art. 34 Evaluationsbericht  

1 Das zu­stän­di­ge Bun­des­or­gan un­ter­brei­tet dem EDÖB den Ent­wurf des Eva­lua­ti­ons­be­richts an den Bun­des­rat zur Stel­lung­nah­me.

2 Es un­ter­brei­tet dem Bun­des­rat den Eva­lua­ti­ons­be­richt mit der Stel­lung­nah­me des EDÖB.

5. Abschnitt: Datenbearbeitung für nicht personenbezogene Zwecke

Art. 35  

Wer­den Per­so­nen­da­ten zu nicht per­so­nen­be­zo­ge­nen Zwe­cken, ins­be­son­de­re der For­schung, der Pla­nung und der Sta­tis­tik, und gleich­zei­tig zu ei­nem an­de­ren Zweck be­ar­bei­tet, so sind die Aus­nah­men nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 2 DSG nur für die Be­ar­bei­tung zu den nicht per­so­nen­be­zo­ge­nen Zwe­cken an­wend­bar.

6. Kapitel: Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter

Art. 36 Sitz und ständiges Sekretariat  

1 Der Sitz des EDÖB be­fin­det sich in Bern.

2 Auf die Ar­beits­ver­hält­nis­se der An­ge­stell­ten des stän­di­gen Se­kre­ta­ri­ats des EDÖB ist die Bun­des­per­so­nal­ge­setz­ge­bung an­wend­bar. Die An­ge­stell­ten sind im Rah­men des Vor­sor­ge­werks Bund bei der Pen­si­ons­kas­se des Bun­des ver­si­chert.

Art. 37 Kommunikationsweg  

1 Der EDÖB kom­mu­ni­ziert mit dem Bun­des­rat über die Bun­des­kanz­le­rin oder den Bun­des­kanz­ler. Die­se oder die­ser lei­tet die Vor­schlä­ge, Stel­lung­nah­men und Be­rich­te un­ver­än­dert an den Bun­des­rat wei­ter.

2 Der EDÖB reicht Be­rich­te zu­han­den der Bun­des­ver­samm­lung über die Par­la­ments­diens­te ein.

Art. 38 Mitteilung von Entscheiden, Richtlinien und Projekten  

1 Die De­par­te­men­te und die Bun­des­kanz­lei tei­len dem EDÖB im Be­reich des Da­ten­schut­zes ih­re Ent­schei­de in an­ony­mi­sier­ter Form so­wie ih­re Richt­li­ni­en mit.

2 Die Bun­des­or­ga­ne le­gen dem EDÖB al­le Recht­set­zungs­ent­wür­fe vor, wel­che die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, den Da­ten­schutz so­wie den Zu­gang zu amt­li­chen Do­ku­men­ten be­tref­fen.

Art. 39 Bearbeitung von Personendaten  

Der EDÖB kann Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten, ins­be­son­de­re zu fol­gen­den Zwe­cken be­ar­bei­ten:

a.
zur Aus­übung sei­ner Auf­sichtstä­tig­kei­ten;
b.
zur Aus­übung sei­ner Be­ra­tungs­tä­tig­kei­ten;
c.
zur Zu­sam­men­ar­beit mit Bun­des­be­hör­den, kan­to­na­len und aus­län­di­schen Be­hör­den;
d.
zur Auf­ga­ben­er­fül­lung im Rah­men der Straf­be­stim­mun­gen nach dem DSG;
e.
zur Durch­füh­rung von Schlich­tungs­ver­fah­ren und zum Er­lass von Emp­feh­lun­gen nach dem Öf­fent­lich­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20042 (BGÖ);
f.
zur Durch­füh­rung von Eva­lua­tio­nen nach dem BGÖ;
g.
zur Durch­füh­rung von Ver­fah­ren für den Zu­gang zu amt­li­chen Do­ku­men­ten nach dem BGÖ;
h.
zur In­for­ma­ti­on der par­la­men­ta­ri­schen Auf­sicht;
i.
zur In­for­ma­ti­on der Öf­fent­lich­keit;
j.
zur Aus­übung sei­ner Schu­lungs­tä­tig­kei­ten.
Art. 40 Selbstkontrolle  

Der EDÖB er­stellt ein Be­ar­bei­tungs­re­gle­ment für sämt­li­che au­to­ma­ti­sier­ten Be­ar­bei­tun­gen; Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 ist nicht an­wend­bar.

Art. 41 Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Cybersicherheit 3  

14

2 Der EDÖB lädt das Bun­des­amt für Cy­ber­si­cher­heit zur Stel­lung­nah­me ein, be­vor er an­ord­net, dass das Bun­des­or­gan die Vor­keh­ren nach Ar­ti­kel 8 DSG trifft.

3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 7 der V vom 22. Nov. 2023, in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 746).

4 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 der Cy­ber­si­cher­heits­ver­ord­nung vom 7. März 2025, mit Wir­kung seit 1. April 2025 (AS 2025 169).

Art. 42 Register der Bearbeitungstätigkeiten der Bundesorgane  

1 Das Re­gis­ter der Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten der Bun­des­or­ga­ne ent­hält die von den Bun­des­or­ga­nen ge­mach­ten An­ga­ben nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 DSG so­wie nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 2 die­ser Ver­ord­nung.

2 Es ist im In­ter­net zu ver­öf­fent­li­chen. Nicht ver­öf­fent­licht wer­den die Re­gis­te­r­ein­trä­ge über ge­plan­te au­to­ma­ti­sier­te Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten nach Ar­ti­kel 31.

Art. 43 Verhaltenskodizes  

Wird dem EDÖB ein Ver­hal­tens­ko­dex vor­ge­legt, so teilt die­ser in sei­ner Stel­lung­nah­me mit, ob der Ver­hal­tens­ko­dex die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 5 Buch­sta­ben a und b DSG er­füllt.

Art. 44 Gebühren  

1 Die vom EDÖB in Rech­nung ge­stell­ten Ge­büh­ren be­mes­sen sich nach dem Zeit­auf­wand.

2 Es gilt ein Stun­den­an­satz von 150 bis 250 Fran­ken, je nach Funk­ti­on des aus­füh­ren­den Per­so­nals.

3 Bei Dienst­leis­tun­gen von aus­ser­ge­wöhn­li­chem Um­fang, be­son­de­rer Schwie­rig­keit oder Dring­lich­keit kön­nen Zu­schlä­ge bis zu 50 Pro­zent der Ge­bühr nach Ab­satz 2 er­ho­ben wer­den.

4 Kann die Dienst­leis­tung des EDÖB von der ge­büh­ren­pflich­ti­gen Per­son zu kom­mer­zi­el­len Zwe­cken wei­ter­ver­wen­det wer­den, so kön­nen Zu­schlä­ge bis zu 100 Pro­zent der Ge­bühr nach Ab­satz 2 er­ho­ben wer­den.

5 Im Üb­ri­gen gilt die All­ge­mei­ne Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 8. Sep­tem­ber 20045.

7. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 45 Aufhebung und Änderung anderer Erlasse  

Die Auf­he­bung und die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wer­den in An­hang 2 ge­re­gelt.

Art. 46 Übergangsbestimmungen  

1 Für Da­ten­be­ar­bei­tun­gen, die nicht in den An­wen­dungs­be­reich der Richt­li­nie (EU) 2016/6806 fal­len, gilt Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 spä­tes­tens drei Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung oder spä­tes­tens nach En­de des Le­bens­zy­klus des Sys­tems. In der Zwi­schen­zeit un­ter­lie­gen die­se Be­ar­bei­tun­gen Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1.

2 Ar­ti­kel 8 Ab­satz 5 gilt nicht für Be­ur­tei­lun­gen, die vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung durch­ge­führt wur­den.

3 Ar­ti­kel 31 gilt nicht für ge­plan­te au­to­ma­ti­sier­te Be­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten, bei wel­chen im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ser Ver­ord­nung die Pro­jekt­frei­ga­be oder der Ent­scheid zur Pro­jekt­ent­wick­lung be­reits er­folgt ist.

6 Richt­li­nie (EU) 2016/680 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 27. April 2016 zum Schutz na­tür­li­cher Per­so­nen bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten durch die zu­stän­di­gen Be­hör­den zum Zwe­cke der Ver­hü­tung, Er­mitt­lung, Auf­de­ckung oder Ver­fol­gung von Straf­ta­ten oder der Straf­voll­stre­ckung so­wie zum frei­en Da­ten­ver­kehr und zur Auf­he­bung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI des Ra­tes, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 119 vom 4.5.2016, S. 89.

Art. 47 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Sep­tem­ber 2023 in Kraft.

Anhang 1 7

7 Bereinigt gemäss Ziff. I der V vom 14. Aug. 2024, in Kraft seit 15. Sept. 2024 (AS 2024 435).

(Art. 8 Abs. 1)

Staaten, Gebiete, spezifische Sektoren in einem Staat und internationale Organe mit einem angemessenen Datenschutz

1

Deutschland*

2

Andorra***

3

Argentinien***

4

Österreich*

5

Belgien*

6

Bulgarien***

7

Kanada***

Ein angemessener Datenschutz gilt als gewährleistet, wenn das kanadische Bundesgesetz «Loi sur la protection des renseignements personnels et les documents électroniques» vom 13. April 20008 im privaten Bereich oder das Gesetz einer kanadischen Provinz, das diesem Bundesgesetz weitgehend entspricht, zur Anwendung gelangt. Das Bundesgesetz gilt für Personendaten, die im Rahmen kommerzieller Tätigkeiten beschafft, bearbeitet oder bekanntgegeben werden, unabhängig davon, ob es sich um Organisationen wie Vereine, Personengesellschaften, Einzelpersonen oder Gewerkschaften oder bundesrechtlich geregelte Unternehmen wie Anlagen, Werke, Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten, die in die Gesetzgebungskompetenz des kanadischen Parlaments fallen, handelt. Die Provinzen Québec, British Columbia und Alberta haben ein Gesetz erlassen, das dem Bundesgesetz weitgehend entspricht; die Provinzen Ontario, New Brunswick, Neufundland und Labrador und Neuschottland haben ein Gesetz erlassen, das im Bereich der Gesundheitsdaten diesem Gesetz weitgehend entspricht. In allen kanadischen Provinzen gilt das Bundesgesetz für alle Personendaten, die von bundesrechtlich geregelten Unternehmen beschafft, bearbeitet oder bekanntgegeben werden, einschliesslich der Daten über Angestellte dieser Unternehmen. Das Bundesgesetz gilt auch für Personendaten, die im Rahmen kommerzieller Tätigkeiten in eine andere Provinz oder in ein anderes Land übermittelt werden.

8

Zypern***

9

Kroatien***

10

Dänemark*

11

Spanien*

12

Estland*

13

Finnland*

14

Frankreich*

15

Gibraltar***

16

Griechenland*

17

Guernsey***

18

Ungarn*

19

Isle of Man***

20

Färöer***

21

Irland***

22

Island*

23

Israel***

24

Italien*

25

Jersey***

26

Lettland*

27

Liechtenstein*

28

Litauen*

29

Luxemburg*

30

Malta*

31

Monaco***

32

Norwegen*

33

Neuseeland***

34

Niederlande*

35

Polen*

36

Portugal*

37

Tschechien*

38

Rumänien***

39

Vereinigtes Königreich**

40

Slowakei*

41

Slowenien*

42

Schweden*

43

Uruguay***

44

Vereinigte Staaten***

Für Personendaten, die von Organisationen bearbeitet werden, die gemäss den Grundsätzen des Datenschutzrahmens zwischen der Schweiz und den USA9 zertifiziert sind, gilt ein angemessenes Schutzniveau als gewährleistet, und zwar aufgrund der Garantien, die durch die Durchführungsverordnung 14086 vom 7. Oktober 202210, die Vorschrift über das Gericht zur Datenschutzüberprüfung des Generalstaatsanwalts der Vereinigten Staaten vom 7. Oktober 202211 und der Richtlinie 126 der Nachrichtendienstgemeinschaft (Verfahren für die Umsetzung für den Beschwerdemechanismus im Bereich der Nachrichtendienste gemäss Durchführungsverordnung 14086), die vom Büro der Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes am 6. Dezember 202212 erstellt wurde, gewährt werden sowie aufgrund der Ernennung der Schweiz am 7. Juni 202413 als Staat, der vom zweistufigen Beschwerdemechanismus einschliesslich des Zugangs zum Gericht zur Datenschutzüberprüfung profitiert.

*
Die Beurteilung der Angemessenheit des Datenschutzes schliesst die Bekanntgabe vonPersonendaten nach der Richtlinie (EU) 2016/68014 mit ein.
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Die Beurteilung der Angemessenheit des Datenschutzes schliesst die Bekanntgabe von Personendaten gemäss einem Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission, mit welchem die Angemessenheit des Datenschutzes nach der Richtlinie (EU) 2016/680 festgestellt wird, mit ein.
***
Die Beurteilung der Angemessenheit des Datenschutzes schliesst die Bekanntgabe von Personendaten im Rahmen der von der Richtlinie (EU) 2016/680 vorgesehenen Zusammenarbeit nicht mit ein.

8 Der Text des kanadischen Bundesgesetzes ist abrufbar unter https://laws-lois.justice.gc.ca/eng/acts/p-8.6/FullText.html.

9 Die Grundsätze sind abrufbar unter: www.dataprivacyframework.gov/s/framework-text?tabset-c1491=3.

10 Das Exekutivdekret 14086 ist abrufbar unter: www.state.gov/executive-order-14086- policy-and-procedures/.

11 Die Vorschrift ist abrufbar unter: www.federalregister.gov/documents/2022/10/14/ 2022-22234/data-protection-review-court.

12 Die Richtlinie ist abrufbar unter: www.dni.gov/files/documents/ICD/ ICD_126-Implementation-Procedures-for-SIGINT-Redress-Mechanism.pdf.

13 Die Ernennung ist abrufbar unter: www.justice.gov/opcl/media/1355326/dl?inline.

14 Richtlinie (EU) 2016/680 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die zuständigen Behörden zum Zwecke der Verhütung, Ermittlung, Aufdeckung oder Verfolgung von Straftaten oder der Strafvollstreckung sowie zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung des Rahmenbeschlusses 2008/977/JI des Rates, Fassung gemäss ABl. L 119 vom 4.5.2016, S. 89.

Anhang 2 15

15 Bereinigt gemäss Anhang 6 Ziff. II 1 der V vom 23. Sept. 2022 über genetische Untersuchungen beim Menschen, in Kraft seit 1 Sept. 2023 (AS 2022 585).

(Art. 45)

Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

I

Die Verordnung zum Bundesgesetz über den Datenschutz vom 14. Juni 199316 wird aufgehoben.

II

Die nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:

17

16 [AS 1993 1962; 20001227Anhang Ziff. II 7; 2006 2331Anhang 2 Ziff. 3, 4705Ziff. II 24; 2007 4993; 2008 189; 2010 3399]

17 Die Änderungen können unter AS 2022 568und AS 2022 585Anhang 6 Ziff. II 1 konsultiert werden.

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