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Bundesgesetz
über den Verkehr mit Tieren und Pflanzen
geschützter Arten
(BGCITES)

vom 16. März 2012 (Stand am 1. Mai 2017)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 78 Absatz 4 und 80 Absatz 2 Buchstaben d und e
der Bundesverfassung1,
in Ausführung des Übereinkommens vom 3. März 19732 über den
internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES) und
des Internationalen Übereinkommens vom 2. Dezember 19463 zur
Regelung des Walfangs,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 7. September 20114,

beschliesst:

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand  

1 Die­ses Ge­setz re­gelt die Kon­trol­le des Ver­kehrs mit Tie­ren und Pflan­zen ge­schütz­ter Ar­ten, mit Tei­len sol­cher Tie­re und Pflan­zen so­wie mit Er­zeug­nis­sen, die dar­aus her­ge­stellt sind.

2 Als ge­schütz­te Tier- und Pflan­zen­ar­ten gel­ten:

a.
die Tier- und Pflan­zen­ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES;
b.
die Tier- und Pflan­zen­ar­ten, de­ren Ex­em­pla­re in ei­nem Mass der Na­tur ent­nom­men wer­den oder mit de­ren Ex­em­pla­ren in ei­nem Mass ge­han­delt wird, das ei­ne nach­hal­ti­ge Nut­zung der na­tür­li­chen Be­stän­de ge­fähr­den könn­te;
c.
die Tier- und Pflan­zen­ar­ten, de­ren Ex­em­pla­re leicht mit Tier- und Pflan­zen­ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES ver­wech­selt wer­den kön­nen.
Art. 2 Liste der geschützten Arten  

Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern (EDI) be­stimmt in ei­ner Ver­ord­nung, wel­che Ar­ten, Tei­le und Er­zeug­nis­se der Kon­trol­le nach die­sem Ge­setz un­ter­lie­gen.

Art. 3 Begriffe  

In die­sem Ge­setz be­deu­ten:

a.
Ex­em­pla­re ge­schütz­ter Ar­ten: le­ben­de und to­te Tie­re und Pflan­zen ge­schütz­ter Ar­ten, oh­ne Wei­te­res er­kenn­ba­re Tei­le von sol­chen Tie­ren und Pflan­zen und dar­aus her­ge­stell­te Er­zeug­nis­se so­wie Tei­le oder Er­zeug­nis­se, bei de­nen aus ei­nem Be­leg, der Ver­pa­ckung, ei­nem Wa­ren­zei­chen oder ei­ner Auf­schrift her­vor­geht, dass es sich um Tei­le oder Er­zeug­nis­se von Tie­ren oder Pflan­zen ge­schütz­ter Ar­ten han­delt;
b.
Ver­kehr: das ent­gelt­li­che und un­ent­gelt­li­che Ver­äus­sern und An­neh­men, das Ein-, Durch- und Aus­füh­ren, das An­bie­ten, das Aus­stel­len und der Be­sitz von Ex­em­pla­ren;
c.
ver­ant­wort­li­che Per­so­nen:
1.
die Per­so­nen, die bei der Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Ex­em­pla­ren ge­schütz­ter Ar­ten der An­mel­de- oder der Be­wil­li­gungs­pflicht un­ter­ste­hen, und
2.
die Hal­te­rin­nen und Hal­ter be­zie­hungs­wei­se Be­sit­ze­rin­nen und Be­sit­zer so­wie die Ei­gen­tü­me­rin­nen und Ei­gen­tü­mer von Ex­em­pla­ren ge­schütz­ter Ar­ten;
d.
Ein­fuhr: das Ver­brin­gen von Ex­em­pla­ren in das Zoll­ge­biet und die Zollaus­schluss­ge­bie­te der Schweiz;
e.
Durch­fuhr: das Be­för­dern von Ex­em­pla­ren durch das Zoll­ge­biet und die Zollaus­schluss­ge­bie­te der Schweiz;
f.
Aus­fuhr: das Ver­brin­gen von Ex­em­pla­ren aus dem Zoll­ge­biet und den Zollaus­schluss­ge­bie­ten der Schweiz.
Art. 4 Völkerrechtliche Verträge  

1 Der Bun­des­rat kann völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge über die Kon­trol­le des Ver­kehrs mit Tie­ren und Pflan­zen ab­sch­lies­sen, de­ren Ar­ten in ih­rem Be­stand ge­fähr­det sind.

2 Das Bun­des­amt für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit und Ve­te­ri­när­we­sen (BLV)5 kann der Än­de­rung von An­hän­gen des CI­TES zu­stim­men so­wie ent­spre­chen­de Vor­be­hal­te er­klä­ren oder zu­rück­zie­hen. Es kann in die­sem Zu­sam­men­hang not­wen­di­ge Än­de­run­gen in der Lis­te nach Ar­ti­kel 2 selbst­stän­dig nach­füh­ren.

3 Es kann über Än­de­run­gen des An­hangs des In­ter­na­tio­na­len Über­ein­kom­mens vom 2. De­zem­ber 1946 zur Re­ge­lung des Wal­fangs so­wie über die Ein­rei­chung und den Rück­zug von Ein­sprü­chen zu den Än­de­run­gen ent­schei­den.

5 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) auf den 1. Jan. 2014 an­ge­passt. Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

Art. 5 Information  

Der Bund sorgt für die In­for­ma­ti­on der Öf­fent­lich­keit im Be­reich der Um­set­zung des CI­TES.

2. Abschnitt: Pflichten und Verbote

Art. 6 Anmeldepflicht  

1 Wer Ex­em­pla­re ge­schütz­ter Ar­ten ein-, durch- oder aus­füh­ren will, muss sie der Zoll­stel­le oder ei­ner vom BLV be­zeich­ne­ten Stel­le an­mel­den.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Mo­da­li­tä­ten der An­mel­dung.

Art. 7 Bewilligungspflicht  

1 Ei­ne Be­wil­li­gung des BLV be­nö­tigt, wer:

a.
Ex­em­pla­re von Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES ein-, durch- oder aus­füh­ren will;
b.
le­ben­de Ex­em­pla­re nicht do­mes­ti­zier­ter Ar­ten von Säu­ge­tie­ren, Vö­geln, Rep­ti­li­en und Am­phi­bi­en ein­füh­ren will, die leicht mit Ex­em­pla­ren von Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES ver­wech­selt wer­den kön­nen.

2 Das EDI kann die Ein­fuhr von Ex­em­pla­ren an­de­rer Ar­ten der Be­wil­li­gungs­pflicht un­ter­stel­len, wenn:

a.
Ex­em­pla­re in ei­nem Mass der Na­tur ent­nom­men wer­den oder in ei­nem Mass mit ih­nen ge­han­delt wird, das ei­ne nach­hal­ti­ge Nut­zung der na­tür­li­chen Be­stän­de ge­fähr­den könn­te;
b.
sie leicht mit Ex­em­pla­ren von Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES ver­wech­selt wer­den kön­nen.

3 Die Be­wil­li­gun­gen, die für die Ein-, Durch- und Aus­fuhr nach an­de­ren Ge­set­zen er­for­der­lich sind, blei­ben vor­be­hal­ten.

4 Der Bun­des­rat re­gelt das Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren so­wie das Ver­fah­ren für den Ent­zug der Be­wil­li­gung. Er kann Dau­er­be­wil­li­gun­gen so­wie be­son­de­re Be­schei­ni­gun­gen vor­se­hen.

Art. 8 Ausnahmen von der Anmelde- und der Bewilligungspflicht  

1 Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men von der An­mel­de- und der Be­wil­li­gungs­pflicht vor­se­hen für die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von:

a.
nicht le­ben­den Ex­em­pla­ren ge­schütz­ter Ar­ten, bei de­nen es sich um Über­sied­lungs­gut oder um Ge­gen­stän­de zum pri­va­ten Ge­brauch han­delt;
b.
kon­ser­vier­ten Ex­em­pla­ren ge­schütz­ter Ar­ten und von le­ben­den Ex­em­pla­ren ge­schütz­ter Pflan­zen­ar­ten, wenn der Ver­kehr mit ih­nen wis­sen­schaft­li­chen, nicht­ge­werb­li­chen Zwe­cken dient.

2 Er kann Aus­nah­men von der Be­wil­li­gungs­pflicht vor­se­hen für die Ein- und Durch­fuhr von Ex­em­pla­ren be­stimm­ter Ar­ten nach den An­hän­gen II und III CI­TES. Nicht zu­läs­sig sind Aus­nah­men für Ar­ten, de­ren Ex­em­pla­re in ei­nem Mass der Na­tur ent­nom­men wer­den oder mit de­ren Ex­em­pla­ren in ei­nem Mass ge­han­delt wird, das ei­ne nach­hal­ti­ge Nut­zung der na­tür­li­chen Be­stän­de ge­fähr­den könn­te.

Art. 9 Einfuhrverbote  

1 Der Bun­des­rat kann die Ein­fuhr von Ex­em­pla­ren nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­be b ver­bie­ten, wenn zu­ver­läs­si­ge An­ga­ben vor­lie­gen, dass sie:

a.
rechts­wid­rig der Na­tur ent­nom­men wer­den oder rechts­wid­rig mit ih­nen ge­han­delt wird;
b.
in ei­nem Mass der Na­tur ent­nom­men wer­den oder in ei­nem Mass mit ih­nen ge­han­delt wird, das die Art in ih­rem Be­stand ge­fähr­det.

2 Das EDI kann bei nach­ge­wie­se­ner Ver­let­zung des CI­TES auf Emp­feh­lung der Or­ga­ne des CI­TES, in de­nen die Schweiz ver­tre­ten ist, vor­über­ge­hend die Ein­fuhr ver­bie­ten:

a.
von Ex­em­pla­ren be­stimm­ter Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES aus be­stimm­ten Län­dern;
b.
der Ex­em­pla­re al­ler Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES aus be­stimm­ten Län­dern;
c.
von Ex­em­pla­ren be­stimm­ter Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES aus al­len Län­dern.
Art. 10 Nachweispflicht  

1 Wer Ex­em­pla­re von Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES be­sitzt, muss über Do­ku­men­te ver­fü­gen, die ei­ne Über­prü­fung der Her­kunft und des Ur­sprungs der Ex­em­pla­re und der Recht­mäs­sig­keit des Ver­kehrs er­mög­li­chen.

2 Wer sol­che Ex­em­pla­re wei­ter­gibt, muss der Emp­fän­ge­rin oder dem Emp­fän­ger die Do­ku­men­te nach Ab­satz 1 lie­fern.

3 Das EDI re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Es kann für be­stimm­te Ar­ten nach den An­hän­gen II und III CI­TES Aus­nah­men von der Nach­weis­pflicht vor­se­hen, wenn die Ex­em­pla­re in der Schweiz er­wor­ben wur­den. Nicht zu­läs­sig sind Aus­nah­men für Ar­ten, de­ren Ex­em­pla­re in ei­nem Mass der Na­tur ent­nom­men wer­den oder mit de­ren Ex­em­pla­ren in ei­nem Mass ge­han­delt wird, das ei­ne nach­hal­ti­ge Nut­zung der na­tür­li­chen Be­stän­de ge­fähr­den könn­te.

Art. 11 Pflichten von Handelsbetrieben  

1 Wer mit Ex­em­pla­ren von Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES ge­werbs­mäs­sig han­delt, muss ei­ne Be­stan­des­kon­trol­le füh­ren.

2 Das EDI re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Es kann für künst­lich ver­mehr­tes Pflan­zen­ma­te­ri­al Aus­nah­men von der Pflicht zur Füh­rung ei­ner Be­stan­des­kon­trol­le vor­se­hen.

3 Es kann ei­ne Re­gis­trie­rungs­pflicht vor­se­hen für Per­so­nen, die mit Ex­em­pla­ren be­stimm­ter Ar­ten nach den An­hän­gen I–III CI­TES ge­werbs­mäs­sig han­deln.

3. Abschnitt: Vollzug

Art. 12 Kontrollen im Inland  

1 Die Kon­troll­or­ga­ne kön­nen die Her­kunft und den Ur­sprung von Ex­em­pla­ren ge­schütz­ter Ar­ten und die Recht­mäs­sig­keit des Ver­kehrs über­prü­fen.

2 Sie ha­ben zu die­sem Zweck mit oder oh­ne Vor­an­mel­dung Zu­tritt zu den Räu­men und Ein­rich­tun­gen, in de­nen sich sol­che Ex­em­pla­re be­fin­den oder bei de­nen zu ver­mu­ten ist, dass sich dort sol­che Ex­em­pla­re be­fin­den.

3 Sie kön­nen die Be­stan­des­kon­trol­len ein­se­hen und zur Iden­ti­fi­ka­ti­on von Ex­emp­la­ren Pro­ben ent­neh­men.

4 Bei der Aus­übung ih­rer Kon­troll­tä­tig­keit ha­ben sie die Ei­gen­schaft der Or­ga­ne der ge­richt­li­chen Po­li­zei.

5 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten des Kon­troll­ver­fah­rens.

Art. 13 Kontrollen bei der Ein-, Durch- und Ausfuhr  

1 Die Kon­troll­or­ga­ne über­prü­fen Ex­em­pla­re ge­schütz­ter Ar­ten bei der Ein-, Durch- und Aus­fuhr.

2 Die Kon­trol­len kön­nen ei­ne Do­ku­men­ten­kon­trol­le, ei­ne Iden­ti­täts­kon­trol­le und ei­ne phy­si­sche Kon­trol­le um­fas­sen. Die Kon­troll­or­ga­ne kön­nen zur Iden­ti­fi­ka­ti­on von Ex­em­pla­ren Pro­ben ent­neh­men.

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten des Kon­troll­ver­fah­rens.

Art. 14 Massnahmen  

Bei Be­an­stan­dun­gen ver­fü­gen die Kon­troll­or­ga­ne ei­ne der fol­gen­den Mass­nah­men:

a.
Frei­ga­be un­ter Vor­be­halt;
b.
Rück­wei­sung;
c.
Be­schlag­nah­me;
d.
Ein­zie­hung.
Art. 15 Beschlagnahme  

1 Die Kon­troll­or­ga­ne be­schlag­nah­men Ex­em­pla­re ge­schütz­ter Ar­ten, wenn:

a.
bei ei­ner Be­an­stan­dung die Frei­ga­be der Ex­em­pla­re un­ter Vor­be­halt oder die Rück­wei­sung nicht mög­lich ist;
b.
bei ei­ner Be­an­stan­dung die Rück­wei­sung aus Grün­den des Tier­schut­zes nicht ver­tret­bar ist;
c.
ein be­grün­de­ter Ver­dacht be­steht, dass Ex­em­pla­re rechts­wid­rig im Ver­kehr sind;
d.
bei der Ein-, Durch- oder Aus­fuhr die vor­ge­schrie­be­nen Be­wil­li­gun­gen oder Be­schei­ni­gun­gen feh­len;
e.
an­ge­mel­de­te Ex­em­pla­re den Kon­troll­or­ga­nen nicht vor­ge­legt wer­den; oder
f.
bei ei­ner Kon­trol­le im In­land kei­ne gül­ti­gen Do­ku­men­te vor­lie­gen oder ein Nach­weis des recht­mäs­si­gen Ver­kehrs fehlt.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die La­ge­rung be­schlag­nahm­ter Ex­em­pla­re und die Un­ter­brin­gung be­schlag­nahm­ter le­ben­der Tie­re und Pflan­zen.

Art. 16 Einziehung  

1 Die Kon­troll­or­ga­ne zie­hen be­schlag­nahm­te Ex­em­pla­re ein, wenn:

a.
für die Ein-, Durch- oder Aus­fuhr die­ser Ex­em­pla­re kei­ne Be­wil­li­gun­gen oder Be­schei­ni­gun­gen aus­ge­stellt wer­den dür­fen;
b.
feh­len­de Do­ku­men­te oder Nach­wei­se nicht in­nert der ge­setz­ten Frist vor­ge­legt wer­den;
c.
an­ge­mel­de­te Ex­em­pla­re den Kon­troll­or­ga­nen nicht in­nert der ge­setz­ten Frist vor­ge­legt wer­den; oder
d.
es sich um her­ren­lo­ses Gut han­delt.

2 Ein­ge­zo­ge­ne Ex­em­pla­re wer­den ent­we­der an den Aus­fuhr­staat zu­rück­ge­sandt oder ver­wahrt, ent­sorgt oder ver­äus­sert. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

Art. 17 Vollzugsorganisation  

1 Der Voll­zug die­ses Ge­set­zes ist Sa­che des Bun­des.

2 Der Bun­des­rat kann Or­ga­ni­sa­tio­nen und Per­so­nen des öf­fent­li­chen oder des pri­va­ten Rechts Voll­zugs­auf­ga­ben über­tra­gen.

3 Die über­tra­ge­nen Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se sind in ei­nem Leis­tungs­auf­trag zu um­schrei­ben.

4 Der Bun­des­rat kann die be­auf­trag­ten Drit­ten er­mäch­ti­gen, für ih­re Tä­tig­keit im Rah­men die­ses Ge­set­zes Ge­büh­ren in Rech­nung zu stel­len. Die Ge­büh­ren wer­den vom Bun­des­rat fest­ge­legt.

Art. 18 Amtshilfe  

Die für den Voll­zug und die Straf­ver­fol­gung zu­stän­di­gen Be­hör­den des Bun­des kön­nen mit den zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­den so­wie mit in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen und Gre­mi­en zu­sam­men­ar­bei­ten und die Un­ter­su­chun­gen ko­or­di­nie­ren, so­weit:

a.
dies zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes und des ent­spre­chen­den in­ter­na­tio­na­len Rechts er­for­der­lich ist; und
b.
die aus­län­di­schen Be­hör­den oder in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen und Gre­mi­en an ein Amts­ge­heim­nis ge­bun­den sind, das dem schwei­ze­ri­schen Recht ent­spricht.
Art. 19 Fachgremium  

1 Der Bun­des­rat setzt ein Fach­gre­mi­um ein, das das BLV in Fach­fra­gen berät. Er kann als Fach­gre­mi­um auch ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung be­zeich­nen.

2 Das Fach­gre­mi­um ent­spricht der wis­sen­schaft­li­chen Be­hör­de ge­mä­ss CI­TES.

4. Abschnitt: Gebühren und Kosten

Art. 20  

1 Für Ver­fü­gun­gen und Dienst­leis­tun­gen der Kon­troll­or­ga­ne wer­den Ge­büh­ren er­ho­ben.

2 Wer­den bei der An­mel­dung, in den Be­gleit­do­ku­men­ten oder ge­gen­über den Kon­troll­or­ga­nen falsche, un­voll­stän­di­ge oder ir­re­füh­ren­de An­ga­ben ge­macht, so ge­hen die Kos­ten ei­ner Iden­ti­fi­ka­ti­on der Ex­em­pla­re zu­las­ten der ver­ant­wort­li­chen Per­son.

3 Die Kos­ten der Mass­nah­men, die nach Be­an­stan­dun­gen zu tref­fen sind, ge­hen zu­las­ten der ver­ant­wort­li­chen Per­son.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, ins­be­son­de­re das Zu­rück­hal­ten kon­trol­lier­ter Ex­em­pla­re zur Si­cher­stel­lung, dass die Ge­büh­ren be­zahlt und die Kos­ten ge­deckt wer­den.

5. Abschnitt: Datenbearbeitung

Art. 21 Informationssystem  

1 Der Bund be­treibt zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem. Die­ses kann be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten über ad­mi­nis­tra­ti­ve und straf­recht­li­che Sank­tio­nen ent­hal­ten, die für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes er­for­der­lich sind.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Er be­stimmt ins­be­son­de­re:

a.
wel­che Kon­troll­or­ga­ne im Rah­men ih­rer Voll­zugs­auf­ga­ben Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten, be­ar­bei­ten dür­fen;
b.
wel­che Kon­troll­or­ga­ne im Ab­ruf­ver­fah­ren auf die­se Da­ten zu­grei­fen dür­fen.
Art. 22 Datenbekanntgabe an Kontrollorgane  

Das BLV und die wei­te­ren Kon­troll­or­ga­ne ge­ben ein­an­der die Da­ten wei­ter, die für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben er­for­der­lich sind.

Art. 23 Datenbekanntgabe an ausländische Behörden  

1 Das BLV darf Da­ten, die ge­stützt auf die­ses Ge­setz be­ar­bei­tet wer­den, na­ment­lich be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten über ad­mi­nis­tra­ti­ve und straf­recht­li­che Sank­tio­nen, den Be­hör­den an­de­rer Staa­ten so­wie su­pra­na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen nur be­kannt ge­ben, so­weit dies für den Voll­zug des CI­TES not­wen­dig ist.

2 Die Da­ten dür­fen im Ab­ruf­ver­fah­ren be­kannt ge­ge­ben wer­den, wenn die ent­spre­chen­de aus­län­di­sche Ge­setz­ge­bung einen an­ge­mes­se­nen Schutz der Per­sön­lich­keit der be­trof­fe­nen Per­so­nen ge­währ­leis­tet. Der Bun­des­rat be­stimmt die Staa­ten so­wie die su­pra­na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen, die die­sen Schutz ge­wäh­ren.

6. Abschnitt: Rechtsmittel

Art. 24 Einsprache  

1 Ver­fü­gun­gen des BLV kön­nen mit Ein­spra­che an­ge­foch­ten wer­den.

2 Der Ein­spra­che kann die auf­schie­ben­de Wir­kung ent­zo­gen wer­den.

3 Die Ein­spra­che­frist be­trägt 10 Ta­ge.

Art. 25 Beschwerde  

1 Ver­fü­gun­gen an­de­rer Bun­des­be­hör­den als des BLV so­wie Ver­fü­gun­gen von Drit­ten nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 kön­nen mit Be­schwer­de beim BLV an­ge­foch­ten wer­den.

2 Die Be­schwer­de­frist be­trägt 30 Ta­ge.

7. Abschnitt: Strafbestimmungen

Art. 26 Übertretungen und Vergehen  

1 Mit Bus­se bis zu 40 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich zu­wi­der­han­delt:

a.
den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1, 7 Ab­satz 1 und 11 Ab­satz 1;
b.
den Vor­schrif­ten, die der Bun­des­rat oder das EDI ge­stützt auf die Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2, 9 und 11 Ab­satz 3 er­lässt und de­ren Miss­ach­tung für straf­bar er­klärt wor­den ist.

2 In schwe­ren Fäl­len ist die Stra­fe Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe. Ein schwe­rer Fall liegt ins­be­son­de­re vor, wenn:

a.
die Wi­der­hand­lung ei­ne be­stan­des­ge­fähr­den­de Men­ge Ex­em­pla­re von Ar­ten nach An­hang I CI­TES be­trifft;
b.
Vor­schrif­ten ge­werbs- oder ge­wohn­heits­mäs­sig ver­letzt wer­den.

3 Ver­such, Ge­hil­fen­schaft und An­stif­tung sind straf­bar.

4 Han­delt die Tä­te­rin oder der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken.

5 Mit Bus­se wird be­straft, wer ge­gen wei­te­re Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten des Bun­des­rats oder des EDI ver­stösst, de­ren Miss­ach­tung für straf­bar er­klärt wor­den ist.

Art. 27 Strafverfolgung  

1 Das BLV ver­folgt und be­ur­teilt Wi­der­hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 26. Liegt gleich­zei­tig ei­ne Wi­der­hand­lung ge­gen das Zoll­ge­setz vom 18. März 20056 oder das Mehr­wert­steu­er­ge­setz vom 12. Ju­ni 20097 vor, so ver­folgt und be­ur­teilt die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung die Wi­der­hand­lun­gen. Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach dem Bun­des­ge­setz vom 22. März 19748 über das Ver­wal­tungs­straf­recht.

2 Stellt ei­ne Wi­der­hand­lung gleich­zei­tig ei­ne nach Ab­satz 1 so­wie ei­ne durch die glei­che Bun­des­be­hör­de zu ver­fol­gen­de Wi­der­hand­lung ge­gen das Tier­schutz­ge­setz vom 16. De­zem­ber 20059, das Zoll­ge­setz vom 18. März 2005, das Mehr­wert­steu­er­ge­setz vom 12. Ju­ni 2009, das Le­bens­mit­tel­ge­setz vom 20. Ju­ni 201410, das Land­wirt­schafts­ge­setz vom 29. April 199811, das Tier­seu­chen­ge­setz vom 1. Ju­li 196612, das Jagd­ge­setz vom 20. Ju­ni 198613 oder das Bun­des­ge­setz vom 21. Ju­ni 199114 über die Fi­sche­rei dar, so wird die für die schwers­te Wi­der­hand­lung an­ge­droh­te Stra­fe an­ge­wen­det; die­se kann an­ge­mes­sen er­höht wer­den.15

3 Die Straf­ver­fol­gung von Über­tre­tun­gen ver­jährt in fünf Jah­ren, die Stra­fe für ei­ne Über­tre­tung in vier Jah­ren.

6 SR 631.0

7 SR 641.20

8 SR 313.0

9 SR 455

10 SR 817.0

11 SR 910.1

12 SR 916.40

13 SR 922.0

14 SR 923.0

15 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Mai 2017 (AS 2017 249; BBl 2011 5571).

8. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 28 Änderung bisherigen Rechts  

Die Än­de­rung bis­he­ri­gen Rechts wird in An­hang 1 ge­re­gelt.

Art. 29 Koordinationsbestimmungen  

Die Ko­or­di­na­ti­on von Be­stim­mun­gen an­de­rer Er­las­se mit die­sem Ge­setz ist in An­hang 2 ge­re­gelt.

Art. 30 Referendum und Inkrafttreten  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Ok­to­ber 201316

16 BRB vom 4. Sept. 2013

Anhang 1

(Art. 28)

Änderung bisherigen Rechts

Die nachstehenden Bundesgesetze werden wie folgt geändert:

17

17 Die Änd. können unter AS 2013 3095konsultiert werden.

Anhang 2

(Art. 29)

Koordination mit dem Tierseuchengesetz vom 1. Juli 1966 (TSG)1818

19

19 Die Änd. kann unter AS 2013 3095konsultiert werden.

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