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Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
(IVG)1

1Abkürzung beigefügt gemäss Ziff. II 1 des BG vom 24. Juni 1977 (9. AHV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 112 Absatz 1 und 112b Absatz 1 der Bundesverfassung2,3
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 24. Oktober 19584,

beschliesst:

2 SR 101

3 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

4BBl 1958 II 1137

1. Teil: Die Versicherung5

5 Ausdruck gemäss Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020 (Weiterentwicklung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535). Diese Änd. wurde im ganzen Erlass berücksichtigt.

1. Kapitel : Anwendbarkeit des ATSG67

6 Ausdruck gemäss Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020 (Weiterentwicklung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535). Diese Änd. wurde in den in der AS genannten Bestimmungen vorgenommen.

7 Fassung gemäss Anhang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 1  

1 Die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20008 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (ATSG) sind auf die In­va­li­den­ver­si­che­rung (Art. 1a–26bis und 28–70) an­wend­bar, so­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz nicht aus­drück­lich ei­ne Ab­wei­chung vom ATSG vor­sieht.9

2 Die Ar­ti­kel 32 und 33 ATSG sind auch an­wend­bar auf die För­de­rung der In­va­li­den­hil­fe (Art. 71–76).

8 SR 830.1

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

1a. Kapitel: Zweck10

10 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 1a  

Die Leis­tun­gen die­ses Ge­set­zes sol­len:

a.
die In­va­li­di­tät mit ge­eig­ne­ten, ein­fa­chen und zweck­mäs­si­gen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men ver­hin­dern, ver­min­dern oder be­he­ben;
b.
die ver­blei­ben­den öko­no­mi­schen Fol­gen der In­va­li­di­tät im Rah­men ei­ner an­ge­mes­se­nen De­ckung des Exis­tenz­be­darfs aus­glei­chen;
c.
zu ei­ner ei­gen­ver­ant­wort­li­chen und selbst­be­stimm­ten Le­bens­füh­rung der be­trof­fe­nen Ver­si­cher­ten bei­tra­gen.

1b. Kapitel: Die versicherten Personen11

11 Ursprünglich 1. Abschn. a. Eingefügt durch Anhang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 1b  

Ver­si­chert nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes sind Per­so­nen, die ge­mä­ss den Ar­ti­keln 1a und 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 194612 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVG) ob­li­ga­to­risch oder frei­wil­lig ver­si­chert sind.

2. Kapitel: Die Beiträge

Art. 2 Beitragspflicht 13  

Bei­trags­pflich­tig sind die in den Ar­ti­keln 3 und 12 AHVG14 ge­nann­ten Ver­si­cher­ten und Ar­beit­ge­ber.

13So­weit die bis­he­ri­gen Rand­ti­tel nicht auf­ge­ho­ben wur­den, sind sie ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1988, in Sach­über­schrif­ten um­ge­wan­delt wor­den (AS 1987 447; BBl 1985 I 17).

14SR 831.10

Art. 3 Beitragsbemessung und -bezug 15  

1 Für die Bei­trags­be­mes­sung gilt sinn­ge­mä­ss das AHVG16. Die Bei­trä­ge vom Ein­kom­men aus ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit be­tra­gen 1,4 Pro­zent. Die Bei­trä­ge der ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­ten Per­so­nen, die in An­wen­dung der sin­ken­den Bei­trags­ska­la be­rech­net wer­den, wer­den in glei­cher Wei­se ab­ge­stuft wie die Bei­trä­ge der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung. Da­bei wird das Ver­hält­nis ge­wahrt zwi­schen dem vor­ste­hend er­wähn­ten Pro­zent­satz und dem un­ver­min­der­ten Bei­trags­satz nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 AHVG. Des­sen Ar­ti­kel 9bis gilt sinn­ge­mä­ss.17

1bis Die Nich­t­er­werbs­tä­ti­gen ent­rich­ten einen Bei­trag nach ih­ren so­zia­len Ver­hält­nis­sen. Der Min­dest­bei­trag be­trägt pro Jahr 68 Fran­ken18, wenn sie ob­li­ga­to­risch, und 136 Fran­ken19, wenn sie frei­wil­lig nach Ar­ti­kel 2 AHVG ver­si­chert sind. Der Höchst­bei­trag ent­spricht dem 50-fa­chen Min­dest­bei­trag der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung.20

2 Die Bei­trä­ge wer­den als Zu­schlä­ge zu den Bei­trä­gen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung er­ho­ben. Die Ar­ti­kel 11 und 14–16 AHVG21 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar mit ih­ren je­wei­li­gen Ab­wei­chun­gen vom ATSG22.23

15Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

16 SR 831.10

17 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983).

18 Bei­trag ge­mä­ss Art. 6 der V 23 vom 12. Okt. 2022 über An­pas­sun­gen an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung bei der AHV/IV/EO, in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2022 604).

19 Bei­trag ge­mä­ss Art. 6 der V 23 vom 12. Okt. 2022 über An­pas­sun­gen an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung bei der AHV/IV/EO, in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2022 604).

20 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).

21 SR 831.10

22 SR 830.1

23 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

2a. Kapitel: Erstmassnahmen 2425

24 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision) (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

25 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020 (Weiterentwicklung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

A. Eingliederungsorientierte Beratung 26

26 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020 (Weiterentwicklung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 3a27  

Ist die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung ei­ner ver­si­cher­ten Per­son aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den ge­fähr­det oder be­steht die Ge­fahr, dass ei­ne ver­si­cher­te Per­son aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den an ih­rem Ar­beits­platz nicht wei­ter­be­schäf­tigt wer­den kann, so kann die IV-Stel­le der ver­si­cher­ten Per­son, dem Ar­beit­ge­ber, den be­han­deln­den Ärz­tin­nen und Ärz­ten so­wie den be­trof­fe­nen Ak­teu­ren des Bil­dungs­we­sens auf Er­su­chen be­reits vor Gel­tend­ma­chung ei­nes Leis­tungs­an­spruchs nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 ATSG28 ein­glie­de­rungs­ori­en­tier­te Be­ra­tung ge­wäh­ren.

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

28 SR 830.1

B. Früherfassung 29

29 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020 (Weiterentwicklung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 3abis Grundsatz 30  

1 Durch die Frü­her­fas­sung soll In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG31) ver­hin­dert wer­den.

2 Zur Frü­her­fas­sung kön­nen fol­gen­de Per­so­nen sich mel­den oder ge­mel­det wer­den:

a.
Min­der­jäh­ri­ge ab dem vollen­de­ten 13. Al­ters­jahr und jun­ge Er­wach­se­ne bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr, die:
1.
von In­va­li­di­tät be­droht sind,
2.
noch kei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­ge­übt ha­ben, und
3.
von ei­ner kan­to­na­len In­stanz nach Ar­ti­kel 68bis Ab­sät­ze 1bis und 1ter be­treut wer­den;
b.
ar­beits­un­fä­hi­ge oder von ei­ner län­ger dau­ern­den Ar­beits­un­fä­hig­keit be­droh­te Per­so­nen (Art. 6 ATSG).

3 Die IV-Stel­le führt die Frü­her­fas­sung in Zu­sam­men­ar­beit mit an­de­ren Ver­si­che­rungs­trä­gern, den dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 200432 (VAG) un­ter­stell­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men und den kan­to­na­len In­stan­zen nach Ar­ti­kel 68bis Ab­sät­ze 1bis und 1ter durch.

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

31 SR 830.1

32 SR 961.01

Art. 3b Meldung  

1 Zur Frü­her­fas­sung ei­ner ver­si­cher­ten Per­son wer­den der zu­stän­di­gen IV-Stel­le die Per­so­na­li­en und An­ga­ben der ver­si­cher­ten Per­son und der mel­den­den Per­son oder Stel­le schrift­lich ge­mel­det. Der Mel­dung kann ein ärzt­li­ches Ar­beits­un­fä­hig­keits­zeug­nis bei­ge­legt wer­den.

2 Zur Mel­dung be­rech­tigt sind:

a.
die ver­si­cher­te Per­son so­wie de­ren ge­setz­li­che Ver­tre­tung;
b.
die im ge­mein­sa­men Haus­halt le­ben­den Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen der ver­si­cher­ten Per­son;
c.
der Ar­beit­ge­ber der ver­si­cher­ten Per­son;
d.
die be­han­deln­den Ärz­te und Chi­ro­prak­to­ren der ver­si­cher­ten Per­son;
e.
der Kran­ken­tag­geld­ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 12 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 199433 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG);
f.34
die dem VAG35 un­ter­stell­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die ei­ne Kran­ken­tag­geld- oder Ren­ten­ver­si­che­rung an­bie­ten;
g.
der Un­fall­ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 58 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. März 198136 über die Un­fall­ver­si­che­rung (UVG);
h.
die Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, die dem Frei­zü­gig­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 199337 un­ter­ste­hen;
i.
die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung;
j.
die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der kan­to­na­len So­zi­al­hil­fe­ge­set­ze;
k.
die Mi­li­tär­ver­si­che­rung;
l.38
der Kran­ken­ver­si­che­rer;
m.39
die kan­to­na­len In­stan­zen nach Ar­ti­kel 68bis Ab­sät­ze 1bis und 1ter.

3 Die Per­so­nen oder Stel­len nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben b–m ha­ben die ver­si­cher­te Per­son oder de­ren ge­setz­li­che Ver­tre­tung im Vor­aus über die Mel­dung zu in­for­mie­ren.40

441

33 SR 832.10

34 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

35 SR 961.01

36 SR 832.20

37 SR 831.42

38 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

39 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

41 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 3c Verfahren  

1 Die IV-Stel­le in­for­miert die ver­si­cher­te Per­son über Zweck und Um­fang der be­ab­sich­tig­ten Da­ten­be­ar­bei­tung.

2 Sie klärt die per­sön­li­che Si­tua­ti­on der ver­si­cher­ten Per­son ab; da­bei be­rück­sich­tigt sie ins­be­son­de­re die Ur­sa­chen und Aus­wir­kun­gen der ver­min­der­ten Fä­hig­keit der Per­son, ei­ne Aus­bil­dung zu ab­sol­vie­ren, oder von de­ren Ar­beits­un­fä­hig­keit. Sie be­ur­teilt, ob Mass­nah­men zur Früh­in­ter­ven­ti­on nach Ar­ti­kel 7d an­ge­zeigt sind. Sie kann die ver­si­cher­te Per­son und bei Be­darf ih­ren Ar­beit­ge­ber zu ei­nem Be­ra­tungs­ge­spräch ein­la­den.42

3 Sie for­dert die ver­si­cher­te Per­son auf, den Ar­beit­ge­ber, Leis­tungs­er­brin­ger nach den Ar­ti­keln 36–40 KVG43, Ver­si­che­run­gen so­wie Amts­stel­len ge­ne­rell zu er­mäch­ti­gen, al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und al­le Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, die für die Ab­klä­rung im Rah­men der Frü­her­fas­sung er­for­der­lich sind.

4 Gibt die ver­si­cher­te Per­son die­se Er­mäch­ti­gung nicht, so kann ein Arzt des re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­tes (Art. 59 Abs. 2) die er­for­der­li­chen Aus­künf­te bei den be­han­deln­den Ärz­ten der ver­si­cher­ten Per­son ein­ho­len. Die­se sind von ih­rer Schwei­ge­pflicht ent­bun­den. Der Arzt be­ur­teilt, ob Mass­nah­men zur Früh­in­ter­ven­ti­on nach Ar­ti­kel 7d an­ge­zeigt sind, und in­for­miert die IV-Stel­le, oh­ne die me­di­zi­ni­schen Aus­künf­te und die Un­ter­la­gen wei­ter­zu­lei­ten.

5 Die IV-Stel­le in­for­miert die ver­si­cher­te Per­son oder de­ren ge­setz­li­che Ver­tre­tung, den Kran­ken­tag­geld­ver­si­che­rer, den Kran­ken­ver­si­che­rer, die pri­va­te Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung nach Ar­ti­kel 3b Ab­satz 2 Buch­sta­be f oder den Un­fall­ver­si­che­rer so­wie den Ar­beit­ge­ber, so­fern die­ser die ver­si­cher­te Per­son zur Frü­her­fas­sung ge­mel­det hat, ob Mass­nah­men zur Früh­in­ter­ven­ti­on nach Ar­ti­kel 7d an­ge­zeigt sind; sie lei­tet die me­di­zi­ni­schen Aus­künf­te und Un­ter­la­gen nicht wei­ter.44

6 Bei Be­darf for­dert sie die ver­si­cher­te Per­son zu ei­ner An­mel­dung bei der In­va­li­den­ver­si­che­rung (Art. 29 ATSG45) auf. Sie macht die ver­si­cher­te Per­son dar­auf auf­merk­sam, dass die Leis­tun­gen ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den kön­nen, wenn die An­mel­dung nicht un­ver­züg­lich er­folgt.

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

43 SR 832.10

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

45 SR 830.1

3. Kapitel: Die Leistungen

A. Die allgemeinen Voraussetzungen

Art. 4 Invalidität  

1 Die In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG46) kann Fol­ge von Ge­burts­ge­bre­chen, Krank­heit oder Un­fall sein.47

2 Die In­va­li­di­tät gilt als ein­ge­tre­ten, so­bald sie die für die Be­grün­dung des An­spruchs auf die je­wei­li­ge Leis­tung er­for­der­li­che Art und Schwe­re er­reicht hat.48

46 SR 830.1

47 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

48Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

Art. 5 Sonderfälle 49  

1 Bei Ver­si­cher­ten mit vollen­de­tem 20. Al­ters­jahr, die vor der Be­ein­träch­ti­gung ih­rer kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen Ge­sund­heit nicht er­werbs­tä­tig wa­ren und de­nen ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann, be­stimmt sich die In­va­li­di­tät nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 ATSG50.51

2 Bei nicht er­werbs­tä­ti­gen Per­so­nen vor dem vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr be­stimmt sich die In­va­li­di­tät nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 ATSG.

49 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

50 SR 830.1

51 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 6 Versicherungsmässige Voraussetzungen 52  

1 Schwei­ze­ri­sche und aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge so­wie Staa­ten­lo­se ha­ben An­spruch auf Leis­tun­gen ge­mä­ss den nach­ste­hen­den Be­stim­mun­gen. Ar­ti­kel 39 bleibt vor­be­hal­ten.53

1bis Sieht ein von der Schweiz ab­ge­schlos­se­nes So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men die Leis­tungs­pflicht nur des einen Ver­trags­staa­tes vor, so be­steht kein An­spruch auf ei­ne In­va­li­den­ren­te, wenn die von Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zern oder An­ge­hö­ri­gen des Ver­trags­staa­tes in bei­den Län­dern zu­rück­ge­leg­ten Ver­si­che­rungs­zei­ten nach der Zu­sam­men­rech­nung einen Ren­ten­an­spruch nach dem Recht des an­dern Ver­trags­staa­tes be­grün­den.54

2 Aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge sind, vor­be­hält­lich Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3, nur an­spruchs­be­rech­tigt, so­lan­ge sie ih­ren Wohn­sitz und ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt (Art. 13 ATSG55) in der Schweiz ha­ben und so­fern sie bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät wäh­rend min­des­tens ei­nes vol­len Jah­res Bei­trä­ge ge­leis­tet oder sich un­un­ter­bro­chen wäh­rend zehn Jah­ren in der Schweiz auf­ge­hal­ten ha­ben. Für im Aus­land wohn­haf­te An­ge­hö­ri­ge die­ser Per­so­nen wer­den kei­ne Leis­tun­gen ge­währt.56

3 Bei Per­so­nen, die meh­re­re sich ab­lö­sen­de Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten be­ses­sen ha­ben, ist für die Leis­tungs­be­rech­ti­gung die Staats­an­ge­hö­rig­keit wäh­rend des Leis­tungs­be­zugs mass­ge­bend.57

52Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

53 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983).

54 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on) (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983). Sie­he die SchlB vom 7. Okt. 1994 am En­de die­ses Tex­tes.

55 SR 830.1

56 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

57 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).

Art. 6a Erteilung von Auskünften 5859  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 28 Ab­satz 3 ATSG60 er­mäch­tigt die ver­si­cher­te Per­son mit der Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs die in der An­mel­dung er­wähn­ten Per­so­nen und Stel­len, den Or­ga­nen der In­va­li­den­ver­si­che­rung al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und al­le Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, die für die Ab­klä­rung von Leis­tungs- und Re­gress­an­sprü­chen er­for­der­lich sind. Die­se Per­so­nen und Stel­len sind zur Aus­kunft ver­pflich­tet.

2 Die in der An­mel­dung nicht na­ment­lich er­wähn­ten Ar­beit­ge­ber, Leis­tungs­er­brin­ger nach den Ar­ti­keln 36–40 KVG61, Ver­si­che­run­gen und Amts­stel­len sind ver­pflich­tet, den Or­ga­nen der In­va­li­den­ver­si­che­rung auf An­fra­ge al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und al­le Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, die für die Ab­klä­rung von Leis­tungs- und Re­gress­an­sprü­chen er­for­der­lich sind.62 Die ver­si­cher­te Per­son ist über den Kon­takt zu die­sen Per­so­nen und Stel­len in Kennt­nis zu set­zen.

58 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

60 SR 830.1

61 SR 832.10

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 7 Pflichten der versicherten Person 63  

1 Die ver­si­cher­te Per­son muss al­les ihr Zu­mut­ba­re un­ter­neh­men, um die Dau­er und das Aus­mass der Ar­beits­un­fä­hig­keit (Art. 6 ATSG64) zu ver­rin­gern und den Ein­tritt ei­ner In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG) zu ver­hin­dern.

2 Die ver­si­cher­te Per­son muss an al­len zu­mut­ba­ren Mass­nah­men, die zur Er­hal­tung des be­ste­hen­den Ar­beits­plat­zes oder zu ih­rer Ein­glie­de­rung ins Er­werbs­le­ben oder in einen dem Er­werbs­le­ben gleich­ge­stell­ten Auf­ga­ben­be­reich (Auf­ga­ben­be­reich) die­nen, ak­tiv teil­neh­men. Dies sind ins­be­son­de­re:

a.
Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on (Art. 7d);
b.
In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung (Art. 14a);
c.
Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art (Art. 15–18 und 18b);
d.
me­di­zi­ni­sche Be­hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 25 KVG65;
e.66
Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung von Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und Ren­ten­be­zü­gern nach Ar­ti­kel 8a Ab­satz 2.

63 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

64 SR 830.1

65 SR 832.10

66 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 7a Zumutbare Massnahmen 67  

Als zu­mut­bar gilt je­de Mass­nah­me, die der Ein­glie­de­rung der ver­si­cher­ten Per­son dient; aus­ge­nom­men sind Mass­nah­men, die ih­rem Ge­sund­heits­zu­stand nicht an­ge­mes­sen sind.

67 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 7b Sanktionen 68  

1 Die Leis­tun­gen kön­nen nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 4 ATSG69 ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den, wenn die ver­si­cher­te Per­son den Pflich­ten nach Ar­ti­kel 7 die­ses Ge­set­zes oder nach Ar­ti­kel 43 Ab­satz 2 ATSG nicht nach­ge­kom­men ist.

2 Die Leis­tun­gen kön­nen in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 4 ATSG oh­ne Mahn- und Be­denk­zeit­ver­fah­ren ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den, wenn die ver­si­cher­te Per­son:

a.
trotz Auf­for­de­rung der IV-Stel­le nach Ar­ti­kel 3c Ab­satz 6 nicht un­ver­züg­lich ei­ne An­mel­dung vor­ge­nom­men hat und sich dies nach­tei­lig auf die Dau­er oder das Aus­mass der Ar­beits­un­fä­hig­keit oder der In­va­li­di­tät aus­wirkt;
b.
der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 1 ATSG nicht nach­ge­kom­men ist;
c.
Leis­tun­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu Un­recht er­wirkt oder zu er­wir­ken ver­sucht hat;
d.
der IV-Stel­le die Aus­künf­te nicht er­teilt, wel­che die­se zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­be be­nö­tigt.

3 Beim Ent­scheid über die Kür­zung oder Ver­wei­ge­rung von Leis­tun­gen sind al­le Um­stän­de des ein­zel­nen Fal­les, ins­be­son­de­re das Aus­mass des Ver­schul­dens der ver­si­cher­ten Per­son, zu be­rück­sich­ti­gen.70

4 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 ATSG wer­den Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen we­der ver­wei­gert noch ge­kürzt.71

68 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

69 SR 830.1

70 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 7c Mitwirkung des Arbeitgebers 72  

Der Ar­beit­ge­ber ar­bei­tet ak­tiv mit der IV-Stel­le zu­sam­men. Er wirkt bei der Her­bei­füh­rung ei­ner an­ge­mes­se­nen Lö­sung im Rah­men des Zu­mut­ba­ren mit.

72 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

B. Massnahmen der Frühintervention73

73 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 7d  

1 Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on sol­len da­zu bei­tra­gen, dass:

a.
ge­sund­heit­lich be­ein­träch­tig­te Min­der­jäh­ri­ge ab dem vollen­de­ten 13. Al­ters­jahr und ge­sund­heit­lich be­ein­träch­tig­te jun­ge Er­wach­se­ne bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr beim Zu­gang zu ei­ner erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung und bei ih­rem Ein­tritt in den Ar­beits­markt un­ter­stützt wer­den;
b.
ar­beits­un­fä­hi­ge (Art. 6 ATSG74) Ver­si­cher­te ih­ren bis­he­ri­gen Ar­beits­platz be­hal­ten kön­nen;
c.
die Ver­si­cher­ten an ei­nem neu­en Ar­beits­platz in­ner­halb oder aus­ser­halb des bis­he­ri­gen Be­trie­bes ein­ge­glie­dert wer­den.75

2 Die IV-Stel­len kön­nen fol­gen­de Mass­nah­men an­ord­nen:

a.
An­pas­sun­gen des Ar­beits­plat­zes;
b.
Aus­bil­dungs­kur­se;
c.
Ar­beits­ver­mitt­lung;
d.
Be­rufs­be­ra­tung;
e.
so­zi­al-be­ruf­li­che Re­ha­bi­li­ta­ti­on;
f.
Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men;
g.76
Be­ra­tung und Be­glei­tung.

3 Auf Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on be­steht kein Rechts­an­spruch.

4 Der Bun­des­rat kann den Mass­nah­men­ka­ta­log er­wei­tern. Er re­gelt die Dau­er der Früh­in­ter­ven­ti­ons­pha­se und be­stimmt die Höchst­gren­ze des Be­tra­ges, der pro ver­si­cher­te Per­son für Früh­in­ter­ven­ti­ons­mass­nah­men ein­ge­setzt wer­den darf.

74 SR 830.1

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

76 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

C. Eingliederungsmassnahmen und Taggelder77

77 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

I. Der Anspruch

Art. 8 Grundsatz 78  

1 In­va­li­de oder von ei­ner In­va­li­di­tät (Art. 8 ATSG79) be­droh­te Ver­si­cher­te ha­ben An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men, so­weit:

a.
die­se not­wen­dig und ge­eig­net sind, die Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, wie­der her­zu­stel­len, zu er­hal­ten oder zu ver­bes­sern; und
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für den An­spruch auf die ein­zel­nen Mass­nah­men er­füllt sind.80

1bis Der An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men be­steht un­ab­hän­gig von der Aus­übung ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit vor Ein­tritt der In­va­li­di­tät. Bei der Fest­le­gung der Mass­nah­men sind ins­be­son­de­re zu be­rück­sich­ti­gen:

a.
das Al­ter;
b.
der Ent­wick­lungs­stand;
c.
die Fä­hig­kei­ten der ver­si­cher­ten Per­son; und
d.
die zu er­war­ten­de Dau­er des Er­werbs­le­bens.81

1ter Bei Ab­bruch ei­ner Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me wird nach Mass­ga­be der Ab­sät­ze 1 und 1bis ei­ne wie­der­hol­te Zu­spra­che der­sel­ben oder ei­ner an­de­ren Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me ge­prüft.82

2 Nach Mass­ga­be der Ar­ti­kel 13 und 21 be­steht der An­spruch auf Leis­tun­gen un­ab­hän­gig von der Mög­lich­keit ei­ner Ein­glie­de­rung ins Er­werbs­le­ben oder in den Auf­ga­ben­be­reich.83

2bis Nach Mass­ga­be von Ar­ti­kel 16 Ab­satz 3 Buch­sta­be b be­steht der An­spruch auf Leis­tun­gen un­ab­hän­gig da­von, ob die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men not­wen­dig sind oder nicht, um die Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, zu er­hal­ten oder zu ver­bes­sern.84

3 Die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men be­ste­hen in:

a.
me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men;
abis.85Be­ra­tung und Be­glei­tung;
ater.86
In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung;
b.87
Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art;
c.
88
d.
der Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln;
e.
89

490

78Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

79SR830.1

80 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

81 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on) (AS 2007 5129; BBl 2005 4459). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

82 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

83 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

84 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

85 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on) (AS 2007 5129; BBl 2005 4459). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

86 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

87 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

88 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

89 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

90 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 8a Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern mit Eingliederungspotenzial 9192  

1 Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und Ren­ten­be­zü­ger ha­ben An­spruch auf Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung, so­fern:

a.
die Er­werbs­fä­hig­keit vor­aus­sicht­lich ver­bes­sert wer­den kann; und
b.
die Mass­nah­men ge­eig­net sind, die Er­werbs­fä­hig­keit zu ver­bes­sern.

2 Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung sind Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 Buch­sta­ben abis–b und d.93

3 In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men kön­nen mehr­mals zu­ge­spro­chen wer­den und ins­ge­samt län­ger als ein Jahr dau­ern.

494

5 Der Bun­des­rat kann Höchst­be­trä­ge fest­le­gen, die den IV-Stel­len für Mass­nah­men nach Ab­satz 2 zur Ver­fü­gung ste­hen.95

91 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817). Sie­he auch die SchlB Änd. 18.03.2011 am Schluss die­ses Tex­tes.

92 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

93 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

94 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

95 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 9 Versicherungsmässige Voraussetzungen 9697  

1 Die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men wer­den in der Schweiz, aus­nahms­wei­se auch im Aus­land, ge­währt.

1bis Der An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men ent­steht frü­he­s­tens mit der Un­ter­stel­lung un­ter die ob­li­ga­to­ri­sche oder die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung und en­det spä­tes­tens mit dem En­de der Ver­si­che­rung.98

2 Per­so­nen, die der Ver­si­che­rung nicht oder nicht mehr un­ter­stellt sind, ha­ben höchs­tens bis zum 20. Al­ters­jahr An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men, so­fern min­des­tens ein El­tern­teil:

a.
frei­wil­lig ver­si­chert ist; oder
b.
wäh­rend ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit im Aus­land ob­li­ga­to­risch ver­si­chert ist:
1.
nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 Buch­sta­be c AHVG99,
2.
nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 3 Buch­sta­be a AHVG, oder
3.
auf Grund ei­ner zwi­schen­staat­li­chen Ver­ein­ba­rung.100

3 Aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge mit Wohn­sitz und ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt (Art. 13 ATSG101) in der Schweiz, die das 20. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben, ha­ben An­spruch auf Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men, wenn sie selbst die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 er­fül­len oder wenn:

a.
ihr Va­ter oder ih­re Mut­ter, falls sie aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge sind, bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät wäh­rend min­des­tens ei­nes vol­len Jah­res Bei­trä­ge ge­leis­tet oder sich un­un­ter­bro­chen wäh­rend zehn Jah­ren in der Schweiz auf­ge­hal­ten ha­ben; und
b.
sie selbst in der Schweiz in­va­lid ge­bo­ren sind oder sich bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät seit min­des­tens ei­nem Jahr oder seit der Ge­burt un­un­ter­bro­chen in der Schweiz auf­ge­hal­ten ha­ben. Den in der Schweiz in­va­lid ge­bo­re­nen Kin­dern gleich­ge­stellt sind Kin­der mit Wohn­sitz und ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in der Schweiz, die im Aus­land in­va­lid ge­bo­ren sind und de­ren Mut­ter sich dort un­mit­tel­bar vor der Ge­burt wäh­rend höchs­tens zwei Mo­na­ten auf­ge­hal­ten hat. Der Bun­des­rat re­gelt, in wel­chem Um­fang die In­va­li­den­ver­si­che­rung die Kos­ten zu über­neh­men hat, die sich im Aus­land we­gen der In­va­li­di­tät er­ge­ben.102

96Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

97 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

98 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

99 SR 831.10

100 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

101 SR 830.1

102 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

Art. 10 Beginn und Ende des Anspruchs 103  

1 Der An­spruch auf In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung so­wie auf Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art ent­steht frü­he­s­tens im Zeit­punkt der Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 ATSG104.

2 Der An­spruch auf die üb­ri­gen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men und die Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8aent­steht, so­bald die Mass­nah­men im Hin­blick auf Al­ter und Ge­sund­heits­zu­stand der ver­si­cher­ten Per­son an­ge­zeigt sind.105

3 Der An­spruch er­lischt, so­bald die ver­si­cher­te Per­son ei­ne gan­ze Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG106 vor­be­zieht, spä­tes­tens aber am En­de des Mo­nats, in dem sie das Re­fe­ren­zal­ter nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 AHVG er­reicht.107

103 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

104 SR 830.1

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

106 SR 831.10

107 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Dez. 2021 (AHV 21), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 92; BBl 2019 6305).

Art. 11 Versicherungsschutz in der Unfallversicherung 108  

1 Die In­va­li­den­ver­si­che­rung kann vom Tag­geld höchs­tens zwei Drit­tel der Prä­mie für die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung der Nicht­be­rufs­un­fäl­le ab­zie­hen.

2 Die IV-Stel­le setzt für die Ver­si­cher­ten nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 Buch­sta­be c UVG109 einen ver­si­cher­ten Ver­dienst im Sin­ne von Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2 UVG fest.

3 Der Bun­des­rat legt die Be­rech­nung des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes im Sin­ne von Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2 UVG in Ab­hän­gig­keit vom be­zo­ge­nen Tag­geld fest und re­gelt das Ver­fah­ren.

108 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

109 SR 832.20

Art. 11a Entschädigung für Betreuungskosten 110  

1 Nicht er­werbs­tä­ti­ge Ver­si­cher­te, die an Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men teil­neh­men und die mit Kin­dern un­ter 16 Jah­ren oder mit Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen im ge­mein­sa­men Haus­halt le­ben, ha­ben An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung für Be­treu­ungs­kos­ten, wenn:

a.
sie nach­wei­sen, dass die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men zu­sätz­li­che Kos­ten für die Be­treu­ung ver­ur­sa­chen; und
b.
die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men min­des­tens zwei auf­ein­an­der fol­gen­de Ta­ge dau­ern.

2 Der An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung gilt für die Be­treu­ung:

a.
der ei­ge­nen Kin­der;
b.
der Pfle­ge­kin­der, die sie un­ent­gelt­lich zu dau­ern­der Pfle­ge und Er­zie­hung zu sich ge­nom­men ha­ben;
c.
der Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen, für die ih­nen ein An­spruch auf An­rech­nung ei­ner Be­treu­ungs­gut­schrift nach Ar­ti­kel 29sep­ties AHVG111 zu­steht.

3 Der Bun­des­rat setzt den Höchst­be­trag der Ent­schä­di­gung fest.

110 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

111 SR 831.10

II. Die medizinischen Massnahmen

Art. 12 Anspruch auf medizinische Massnahmen zur Eingliederung 112  

1 Ver­si­cher­te ha­ben bis zum vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr An­spruch auf me­di­zi­ni­sche Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men, die nicht auf die Be­hand­lung des Lei­dens an sich, son­dern un­mit­tel­bar auf die Ein­glie­de­rung in die ob­li­ga­to­ri­sche Schu­le, in die be­ruf­li­che Erst­aus­bil­dung, ins Er­werbs­le­ben oder in den Auf­ga­ben­be­reich ge­rich­tet sind.

2 Ver­si­cher­te, die im Zeit­punkt der Vollen­dung ih­res 20. Al­ters­jah­res an Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art nach den Ar­ti­keln 15–18c teil­neh­men, ha­ben bis zum En­de die­ser Mass­nah­men, höchs­tens aber bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr, An­spruch auf me­di­zi­ni­sche Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men, die un­mit­tel­bar auf die Ein­glie­de­rung ins Er­werbs­le­ben ge­rich­tet sind.

3 Die me­di­zi­ni­schen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men müs­sen ge­eig­net sein, die Schul-, Aus­bil­dungs- oder Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, dau­er­haft und we­sent­lich zu ver­bes­sern oder ei­ne sol­che Fä­hig­keit vor we­sent­li­cher Be­ein­träch­ti­gung zu be­wah­ren. Der An­spruch be­steht nur, wenn die be­han­deln­de Fachärz­tin oder der be­han­deln­de Fach­arzt un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Schwe­re des Ge­bre­chens der ver­si­cher­ten Per­son ei­ne güns­ti­ge Pro­gno­se stellt.

112 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 13 Anspruch auf medizinische Massnahmen zur Behandlung von Geburtsgebrechen 113  

1 Ver­si­cher­te ha­ben bis zum vollen­de­ten 20. Al­ters­jahr An­spruch auf me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men zur Be­hand­lung von Ge­burts­ge­bre­chen (Art. 3 Abs. 2 ATSG114).

2 Me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men nach Ab­satz 1 wer­den ge­währt für die Be­hand­lung an­ge­bo­re­ner Miss­bil­dun­gen, ge­ne­ti­scher Krank­hei­ten so­wie prä- und pe­ri­na­tal auf­ge­tre­te­ner Lei­den, die:

a.
fach­ärzt­lich dia­gno­s­ti­ziert sind;
b.
die Ge­sund­heit be­ein­träch­ti­gen;
c.
einen be­stimm­ten Schwe­re­grad auf­wei­sen;
d.
ei­ne lang­dau­ern­de oder kom­ple­xe Be­hand­lung er­for­dern; und
e.
mit me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 14 be­han­del­bar sind.

3 Für me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men zur Be­hand­lung der Tri­so­mie 21 gilt Ab­satz 2 Buch­sta­be e nicht.

113 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

114 SR 830.1

Art. 14 Umfang der medizinischen Massnahmen und Voraussetzungen für die Leistungsübernahme 115  

1 Die me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men um­fas­sen:

a.
die Be­hand­lun­gen und die da­zu­ge­hö­ren­den Un­ter­su­chun­gen, die am­bu­lant oder sta­tio­när, so­wie die Pfle­ge­leis­tun­gen, die in ei­nem Spi­tal durch­ge­führt wer­den von:
1.
Ärz­tin­nen oder Ärz­ten,
2.
Chi­ro­prak­to­rin­nen oder Chi­ro­prak­to­ren,
3.
Per­so­nen, die auf An­ord­nung oder im Auf­trag ei­ner Ärz­tin oder ei­nes Arz­tes be­zie­hungs­wei­se ei­ner Chi­ro­prak­to­rin oder ei­nes Chi­ro­prak­tors Leis­tun­gen er­brin­gen;
b.
me­di­zi­ni­sche Pfle­ge­leis­tun­gen, die am­bu­lant er­bracht wer­den;
c.
die ärzt­lich oder un­ter den vom Bun­des­rat be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen von Chi­ro­prak­to­rin­nen oder Chi­ro­prak­to­ren ver­ord­ne­ten Ana­ly­sen, Arz­nei­mit­tel und der Un­ter­su­chung oder Be­hand­lung die­nen­den Mit­tel und Ge­gen­stän­de;
d.
die ärzt­lich durch­ge­führ­ten oder an­ge­ord­ne­ten Mass­nah­men der me­di­zi­ni­schen Re­ha­bi­li­ta­ti­on;
e.
den Auf­ent­halt im Spi­tal ent­spre­chend dem Stan­dard der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung;
f.
die Leis­tung der Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker bei der Ab­ga­be von nach Buch­sta­be c ver­ord­ne­ten Arz­nei­mit­teln;
g.
die me­di­zi­nisch not­wen­di­gen Trans­port­kos­ten.

2 Die me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men müs­sen wirk­sam, zweck­mäs­sig und wirt­schaft­lich sein. Die Wirk­sam­keit muss nach wis­sen­schaft­li­chen Me­tho­den nach­ge­wie­sen sein; im Fall von sel­te­nen Krank­hei­ten wird die Häu­fig­keit des Auf­tre­tens ei­ner Krank­heit be­rück­sich­tigt.

3 Die Ver­si­che­rung über­nimmt kei­ne Kos­ten für lo­go­pä­di­sche Mass­nah­men.

4 Beim Ent­scheid über die Ge­wäh­rung von am­bu­lan­ten oder sta­tio­nären me­di­zi­ni­schen Be­hand­lun­gen ist auf den Vor­schlag des be­han­deln­den Arz­tes oder der be­han­deln­den Ärz­tin und auf die per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se der Ver­si­cher­ten in an­ge­mes­se­ner Wei­se Rück­sicht zu neh­men.

115 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 14bis Kostenvergütung für stationäre Behandlungen 116117  

1 Die Kos­ten­ver­gü­tung für sta­tio­näre Be­hand­lun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1, die in ei­nem nach Ar­ti­kel 39 KVG118 zu­ge­las­se­nen Spi­tal er­bracht wer­den, wird zu 80 Pro­zent durch die Ver­si­che­rung und zu 20 Pro­zent durch den Wohn­kan­ton des Ver­si­cher­ten ge­leis­tet. Der Wohn­kan­ton ent­rich­tet sei­nen An­teil di­rekt im Spi­tal.119

2 Das Rück­griffs­recht nach Ar­ti­kel 72 ATSG120 gilt sinn­ge­mä­ss für den Wohn­kan­ton für die Bei­trä­ge, die die­ser nach Ab­satz 1 ge­leis­tet hat.121

116 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012 (6. IV-Re­vi­si­on, zwei­tes Mass­nah­me­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5559; BBl 2011 5691).

117 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG; SR 171.10).

118 SR 832.10

119 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

120 SR 830.1

121 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

Art. 14ter Bezeichnung der Leistungen 122  

1 Der Bun­des­rat be­stimmt:

a.
die Vor­aus­set­zun­gen der me­di­zi­ni­schen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 3;
b.
die Ge­burts­ge­bre­chen, für die me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 13 ge­währt wer­den;
c.
die me­di­zi­ni­schen Pfle­ge­leis­tun­gen, für die die Kos­ten über­nom­men wer­den.

2 Er kann vor­se­hen, dass die Kos­ten für me­di­zi­ni­sche Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 12 über­nom­men wer­den, die den Grund­sät­zen nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 2 nicht ent­spre­chen, wenn die­se Mass­nah­men für die Ein­glie­de­rung not­wen­dig sind. Er be­stimmt Art und Um­fang der Mass­nah­men.

3 Er kann die Ver­gü­tung von Arz­nei­mit­teln re­geln, die:

a.
an­ge­wen­det wer­den:
1.
aus­ser­halb der durch das Schwei­ze­ri­sche Heil­mit­tel­in­sti­tut zu­ge­las­se­nen Fach­in­for­ma­ti­on, oder
2.
aus­ser­halb des In­di­ka­ti­ons­be­reichs, der in der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te oder in der ge­stützt auf Ab­satz 5 er­stell­ten Lis­te fest­ge­hal­ten ist;
b.
in der Schweiz zu­ge­las­sen sind, je­doch nicht in der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te oder in der ge­stützt auf Ab­satz 5 er­stell­ten Lis­te auf­ge­nom­men sind; oder
c.
in der Schweiz nicht zu­ge­las­sen sind.

4 Er kann die Auf­ga­ben nach den Ab­sät­zen 1−3 dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern (EDI) oder dem Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen (BSV) über­tra­gen.

5 Das zu­stän­di­ge Bun­des­amt er­stellt ei­ne Lis­te der Arz­nei­mit­tel zur Be­hand­lung von Ge­burts­ge­bre­chen nach Ar­ti­kel 13, ein­sch­liess­lich der Höchst­prei­se, so­fern sie nicht be­reits auf der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te nach Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 Buch­sta­be b KVG123auf­ge­führt sind.

122 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

123 SR 832.10

II . Beratung und Begleitungbis124

124 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020 (Weiterentwicklung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 14quater  

1 An­spruch auf Be­ra­tung und Be­glei­tung hat die ver­si­cher­te Per­son und ihr Ar­beit­ge­ber, so­fern:

a.
die ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ei­ne Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 Buch­sta­be ater oder b hat; oder
b.
der An­spruch der ver­si­cher­ten Per­son auf ei­ne Ren­te ge­prüft wird.

2 Der An­spruch ent­steht frü­he­s­tens zum Zeit­punkt, in dem die IV-Stel­le fest­stellt, dass ei­ne In­te­gra­ti­ons­mass­nah­me zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung, ei­ne Mass­nah­me be­ruf­li­cher Art oder die Prü­fung des An­spruchs auf ei­ne Ren­te an­ge­zeigt ist.

3 Ver­si­cher­te, de­ren letz­te Mass­nah­me nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a ab­ge­schlos­sen ist, und de­ren Ar­beit­ge­ber ha­ben ab dem die Mass­nah­me ab­sch­lies­sen­den Ent­scheid der IV-Stel­le noch wäh­rend längs­tens drei Jah­ren An­spruch auf Be­ra­tung und Be­glei­tung.

4 Ver­si­cher­te, de­ren Ren­te nach Ab­schluss der Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8a Ab­satz 2 auf­ge­ho­ben wird, und de­ren Ar­beit­ge­ber ha­ben ab dem Ent­scheid der IV‑Stel­le noch wäh­rend längs­tens drei Jah­ren An­spruch auf Be­ra­tung und Be­glei­tung.

5 Der Bun­des­rat kann Höchst­be­trä­ge fest­le­gen, die den IV-Stel­len für Be­ra­tung und Be­glei­tung zur Ver­fü­gung ste­hen.

II . Die Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederungter125

125 Ursprünglich: IIbis. Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 14a  

1 An­spruch auf In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung (In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men) ha­ben:

a.
Ver­si­cher­te, die seit min­des­tens sechs Mo­na­ten zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG126) sind;
b.
nicht er­werbs­tä­ti­ge Per­so­nen vor der Vollen­dung des 25. Al­ters­jah­res, so­fern sie von ei­ner In­va­li­di­tät be­droht sind (Art. 8 Abs. 2 ATSG).127

1bis Der An­spruch be­steht nur, wenn durch die In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men die Vor­aus­set­zun­gen für die Durch­füh­rung von Mass­nah­men be­ruf­li­cher Art ge­schaf­fen wer­den kön­nen.128

2 Als In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men gel­ten ge­ziel­te, auf die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung ge­rich­te­te:

a.
Mass­nah­men zur so­zi­al-be­ruf­li­chen Re­ha­bi­li­ta­ti­on;
b.
Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men.

3 In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men kön­nen mehr­mals zu­ge­spro­chen wer­den. Ei­ne Mass­nah­me darf nicht län­ger als ein Jahr dau­ern; sie kann in Aus­nah­me­fäl­len um höchs­tens ein Jahr ver­län­gert wer­den.129

4130

5 Die Mass­nah­men, die im Be­trieb er­fol­gen, wer­den in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit dem Ar­beit­ge­ber ge­trof­fen und um­ge­setzt. Die Ver­si­che­rung kann dem Ar­beit­ge­ber einen Bei­trag leis­ten. Der Bun­des­rat legt den Be­trag, die Dau­er und die Be­din­gun­gen der Aus­zah­lung fest.131

126 SR 830.1

127 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

128 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

130 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

131 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

III. Die Massnahmen beruflicher Art

Art. 15 Berufsberatung 132  

1 Versicherte, die infolge Invalidität Schwierigkeiten bei der Berufswahl haben, haben Anspruch auf Berufsberatung und eine vorbereitende Massnahme zum Eintritt in die Ausbildung.

2 Versicherte, die infolge Invalidität Schwierigkeiten bei der Ausführung ihrer früheren Tätigkeit haben, haben Anspruch auf Berufsberatung.

132 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 16 Erstmalige berufliche Ausbildung 133  

1 Ver­si­cher­te, die ih­re Be­rufs­wahl ge­trof­fen ha­ben, die noch nicht er­werbs­tä­tig wa­ren und de­nen in­fol­ge In­va­li­di­tät bei der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung in we­sent­li­chem Um­fang zu­sätz­li­che Kos­ten ent­ste­hen, ha­ben An­spruch auf Er­satz die­ser Kos­ten, so­fern die Aus­bil­dung ih­ren Fä­hig­kei­ten ent­spricht.

2 Die erst­ma­li­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung soll sich nach Mög­lich­keit an der be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rung im ers­ten Ar­beits­markt ori­en­tie­ren und be­reits dort er­fol­gen.

3 Der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung gleich­ge­stellt sind:

a.
die be­ruf­li­che Neu­aus­bil­dung in­va­li­der Ver­si­cher­ter, die nach dem Ein­tritt der In­va­li­di­tät ei­ne un­ge­eig­ne­te und auf die Dau­er un­zu­mut­ba­re Er­werbs­tä­tig­keit auf­ge­nom­men ha­ben;
b.
die be­ruf­li­che Wei­ter­aus­bil­dung im bis­he­ri­gen oder in ei­nem an­de­ren Be­rufs­feld, so­fern sie ge­eig­net und an­ge­mes­sen ist und da­durch die Er­werbs­fä­hig­keit vor­aus­sicht­lich er­hal­ten oder ver­bes­sert wer­den kann, aus­ge­nom­men sind Wei­ter­aus­bil­dun­gen, die von Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ar­ti­kel 74 an­ge­bo­ten wer­den; in be­grün­de­ten, vom BSV um­schrie­be­nen Fäl­len kann von die­ser Aus­nah­me ab­ge­wi­chen wer­den;
c.
die Vor­be­rei­tung auf ei­ne Hilfs­ar­beit oder auf ei­ne Tä­tig­keit in ei­ner ge­schütz­ten Werk­stät­te.

4 Der Bun­des­rat kann die Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­spra­che der Mass­nah­men nach Ab­satz 3 Buch­sta­be c hin­sicht­lich Art, Dau­er und Um­fang fest­le­gen.

133 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 17 Umschulung  

1 Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf Um­schu­lung auf ei­ne neue Er­werbs­tä­tig­keit, wenn die Um­schu­lung in­fol­ge In­va­li­di­tät not­wen­dig ist und da­durch die Er­werbs­fä­hig­keit vor­aus­sicht­lich er­hal­ten oder ver­bes­sert wer­den kann.134

2 Der Um­schu­lung auf ei­ne neue Er­werbs­tä­tig­keit ist die Wie­der­ein­schu­lung in den bis­he­ri­gen Be­ruf gleich­ge­stellt.

134 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 18 Arbeitsvermittlung 135  

1 Ar­beits­un­fä­hi­ge (Art. 6 ATSG136) Ver­si­cher­te, wel­che ein­glie­de­rungs­fä­hig sind, ha­ben An­spruch auf Un­ter­stüt­zung bei der Su­che ei­nes ge­eig­ne­ten Ar­beits­plat­zes oder im Hin­blick auf die Auf­recht­er­hal­tung ih­res Ar­beits­plat­zes.137

2 Die IV-Stel­le ver­an­lasst die­se Mass­nah­men un­ver­züg­lich, so­bald ei­ne sum­ma­ri­sche Prü­fung er­gibt, dass die Vor­aus­set­zun­gen da­für er­füllt sind.

3 und 4138

135Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

136 SR 830.1

137 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

138Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 18a Arbeitsversuch 139  

1 Die In­va­li­den­ver­si­che­rung kann ei­ner ver­si­cher­ten Per­son ver­suchs­wei­se einen Ar­beits­platz für längs­tens 180 Ta­ge zu­wei­sen (Ar­beits­ver­such), um die tat­säch­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit der ver­si­cher­ten Per­son im Ar­beits­markt ab­zu­klä­ren.

2 Wäh­rend des Ar­beits­ver­suchs hat die ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ein Tag­geld; Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und -be­zü­gern wird die Ren­te wei­ter aus­be­zahlt.

3 Wäh­rend des Ar­beits­ver­suchs ent­steht kein Ar­beits­ver­hält­nis nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht (OR)140. Fol­gen­de Be­stim­mun­gen des Ar­beits­ver­trags­rechts sind je­doch sinn­ge­mä­ss an­wend­bar:

a.
Sorg­falts- und Treue­pflicht (Art. 321a OR);
b.
Re­chen­schafts- und Her­aus­ga­be­pflicht (Art. 321b OR);
c.
Über­stun­den­ar­beit (Art. 321cOR);
d.
Be­fol­gung von An­ord­nun­gen und Wei­sun­gen (Art. 321d OR);
e.
Haf­tung des Ar­beit­neh­mers (Art. 321eOR);
f.
Ar­beits­ge­rä­te, Ma­te­ri­al und Aus­la­gen (Art. 327, 327a, 327b, 327c OR);
g.
Schutz der Per­sön­lich­keit des Ar­beit­neh­mers (Art. 328, 328bOR);
h.
Frei­zeit und Fe­ri­en (Art. 329, 329a, 329cOR);
i.
üb­ri­ge Pflich­ten: Kau­ti­on (Art. 330 OR), Zeug­nis (Art. 330a OR), In­for­ma­ti­ons­pflicht (Art. 330b OR);
j.
Rech­te an Er­fin­dun­gen und De­si­gns (Art. 332 OR);
k.
Fol­gen der Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses: Fäl­lig­keit der For­de­run­gen (Art. 339 Abs. 1 OR), Rück­ga­be­pflich­ten (Art. 339a OR).

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen für einen mög­li­chen vor­zei­ti­gen Ab­bruch des Ar­beits­ver­suchs.

139 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on) (AS 2007 5129; BBl 2005 4459). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

140 SR220

Art. 18abis Personalverleih 141  

1 Die IV-Stel­le kann einen nach dem Ar­beits­ver­mitt­lungs­ge­setz vom 6. Ok­to­ber 1989142 zu­ge­las­se­nen oder auf­grund sei­ner ge­mein­nüt­zi­gen Tä­tig­keit von der Be­wil­li­gungs­pflicht be­frei­ten Per­so­nal­ver­lei­her bei­zie­hen, um der ver­si­cher­ten Per­son den Zu­gang zum Ar­beits­markt zu er­leich­tern.

2 Der Per­so­nal­ver­lei­her muss über spe­zia­li­sier­tes Fach­wis­sen be­züg­lich der Ver­mitt­lung von Per­so­nen mit ge­sund­heit­li­chen Ein­schrän­kun­gen ver­fü­gen.

3 Die Ver­si­che­rung ent­schä­digt dem Per­so­nal­ver­lei­her:

a.
die von ihm er­brach­ten Leis­tun­gen ge­mä­ss Leis­tungs­ver­ein­ba­rung;
b.
die durch den Ge­sund­heits­zu­stand der ver­si­cher­ten Per­son be­ding­ten Mehr­kos­ten für die Bei­trä­ge an die be­ruf­li­che Vor­sor­ge und für die Kran­ken­tag­geld­prä­mi­en.

4 Der Bun­des­rat legt die Mo­da­li­tä­ten und den Höchst­be­trag der Ent­schä­di­gung fest.

141 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

142 SR 823.11

Art. 18b Einarbeitungszuschuss 143  

1 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son im Rah­men der Ar­beits­ver­mitt­lung einen Ar­beits­platz ge­fun­den und ent­spricht ih­re Leis­tungs­fä­hig­keit noch nicht dem ver­ein­bar­ten Lohn, so hat sie wäh­rend der er­for­der­li­chen Ein­ar­bei­tungs­zeit, längs­tens je­doch wäh­rend 180 Ta­gen, An­spruch auf einen Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss.

2 Der Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss ent­spricht höchs­tens dem ver­ein­bar­ten mo­nat­li­chen Brut­to­lohn und darf den Höchst­be­trag des Tag­gel­des nicht über­schrei­ten.

3 Der Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss wird an den Ar­beit­ge­ber aus­be­zahlt.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Ko­or­di­na­ti­on mit Leis­tun­gen der an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­run­gen für die Zeit, wäh­rend der ein Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss ent­rich­tet wird.

143 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 18c Entschädigung für Beitragserhöhungen 144  

1 Die Ver­si­che­rung rich­tet ei­ne Ent­schä­di­gung für Bei­trags­er­hö­hun­gen der ob­li­ga­to­ri­schen be­ruf­li­chen Vor­sor­ge und der Kran­ken­tag­geld­ver­si­che­rung aus, wenn:

a.
die ver­si­cher­te Per­son nach er­folg­ter Ar­beits­ver­mitt­lung in­nert drei Jah­ren aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den er­neut ar­beits­un­fä­hig wird; und
b.
das Ar­beits­ver­hält­nis im Zeit­punkt der er­neu­ten Ar­beits­un­fä­hig­keit län­ger als drei Mo­na­te ge­dau­ert hat.

2 Der Bun­des­rat legt die Hö­he der Ent­schä­di­gung fest und kann wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen für de­ren Aus­rich­tung be­zeich­nen.

144 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 18d Kapitalhilfe 145  

Ein­glie­de­rungs­fä­hi­gen in­va­li­den Ver­si­cher­ten kann ei­ne Ka­pi­tal­hil­fe zur Auf­nah­me oder zum Aus­bau ei­ner Tä­tig­keit als Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de und zur Fi­nan­zie­rung von in­va­li­di­täts­be­ding­ten be­trieb­li­chen Um­stel­lun­gen ge­währt wer­den. Der Bun­des­rat setzt die wei­te­ren Be­din­gun­gen fest und um­schreibt die For­men der Ka­pi­tal­hil­fe.

145 Ur­sprüng­lich: Art. 18b. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

IV. …

Art. 19146  

146 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

Art. 20147  

147 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

V. Die Hilfsmittel

Art. 21 Anspruch 148  

1 Der Ver­si­cher­te hat im Rah­men ei­ner vom Bun­des­rat auf­zu­stel­len­den Lis­te An­spruch auf je­ne Hilfs­mit­tel, de­ren er für die Aus­übung der Er­werbs­tä­tig­keit oder der Tä­tig­keit im Auf­ga­ben­be­reich, zur Er­hal­tung oder Ver­bes­se­rung der Er­werbs­fä­hig­keit, für die Schu­lung, die Aus- und Wei­ter­bil­dung oder zum Zwe­cke der funk­tio­nel­len An­ge­wöh­nung be­darf.149 Kos­ten für Zahn­pro­the­sen, Bril­len und Schuhein­la­gen wer­den nur über­nom­men, wenn die­se Hilfs­mit­tel ei­ne we­sent­li­che Er­gän­zung me­di­zi­ni­scher Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men bil­den.

2 Der Ver­si­cher­te, der in­fol­ge sei­ner In­va­li­di­tät für die Fort­be­we­gung, für die Her­stel­lung des Kon­tak­tes mit der Um­welt oder für die Selbst­sor­ge kost­spie­li­ger Ge­rä­te be­darf, hat im Rah­men ei­ner vom Bun­des­rat auf­zu­stel­len­den Lis­te oh­ne Rück­sicht auf die Er­werbs­fä­hig­keit An­spruch auf sol­che Hilfs­mit­tel.

3 Die Ver­si­che­rung gibt die Hilfs­mit­tel zu Ei­gen­tum oder leih­wei­se in ein­fa­cher und zweck­mäs­si­ger Aus­füh­rung ab. Er­setzt ein Hilfs­mit­tel Ge­gen­stän­de, die der Ver­si­cher­te auch oh­ne In­va­li­di­tät an­schaf­fen müss­te, so hat er sich an den Kos­ten zu be­tei­li­gen.150

4 Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass der Ver­si­cher­te ein leih­wei­se ab­ge­ge­be­nes Hilfs­mit­tel nach Weg­fall der An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen wei­ter ver­wen­den darf.151

148Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

149 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Die Änd. ge­mä­ss BG vom 20. Ju­ni 2014 über die Wei­ter­bil­dung, in Kraft seit 1. Jan. 2017, be­trifft nur den fran­zö­si­schen und den ita­lie­ni­schen Text (AS 2016 689; BBl 20133729).

150 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

151Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 21bis Austauschbefugnis 152  

1 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ein Hilfs­mit­tel, das auf der Lis­te des Bun­des­ra­tes steht, so kann sie ein an­de­res Mit­tel wäh­len, das die­sel­ben Funk­tio­nen er­füllt.

2 Die Ver­si­che­rung über­nimmt die Kos­ten für das ge­wähl­te Hilfs­mit­tel, je­doch höchs­tens bis zu dem Be­trag, den sie für das Hilfs­mit­tel aus der Lis­te auf­ge­wendet hät­te.

3 Wer­den Hilfs­mit­tel mit­tels Ver­ga­be­ver­fah­ren be­schafft, so kann der Bun­des­rat die Aus­tausch­be­fug­nis auf die Hilfs­mit­tel be­schrän­ken, die von den An­bie­tern oder An­bie­te­rin­nen an­ge­bo­ten wer­den.

152Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 21ter Ersatzleistungen 153  

1 Schafft ei­ne ver­si­cher­te Per­son ein Hilfs­mit­tel, auf das sie An­spruch hat, auf ei­ge­ne Kos­ten an, so kann ihr die Ver­si­che­rung Amor­ti­sa­ti­ons­bei­trä­ge ge­wäh­ren.

2 Be­nö­tigt ei­ne ver­si­cher­te Per­son an­stel­le ei­nes Hilfs­mit­tels Dienst­leis­tun­gen Drit­ter, so kann die Ver­si­che­rung Bei­trä­ge da­für ge­wäh­ren.

3 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son für die Er­werbs­tä­tig­keit in ei­nem Land­wirt­schafts- oder Ge­wer­be­be­trieb An­spruch auf ein kost­spie­li­ges Hilfs­mit­tel, das von der Ver­si­che­rung nicht zu­rück­ge­nom­men oder nur schwer wie­der ab­ge­ge­ben wer­den kann, so kann die Ver­si­che­rung an­stel­le des Hilfs­mit­tels ein selbst­a­mor­ti­sie­ren­des Dar­le­hen aus­rich­ten.

4 Der Bun­des­rat setzt die Hö­he der Bei­trä­ge nach den Ab­sät­zen 1 und 2 und der Dar­le­hens­s­um­me nach Ab­satz 3 fest.

153 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 21quater Beschaffung und Vergütung von Hilfsmitteln 154  

1 Für die Ab­ga­be von ganz oder teil­wei­se durch die Ver­si­che­rung fi­nan­zier­ten Hilfs­mit­teln und für da­mit zu­sam­men­hän­gen­de Dienst­leis­tun­gen ste­hen dem Bun­des­rat die fol­gen­den In­stru­men­te zur Ver­fü­gung:

a.
Fest­set­zung von Pau­schal­be­trä­gen;
b.
Aus­hand­lung von Ta­rif­ver­trä­gen mit Leis­tungs­er­brin­gern wie Ab­ga­be­stel­len, Her­stel­lern, Gros­sis­ten oder De­tail­händ­lern;
c.
Fest­set­zung von Höchst­be­trä­gen für die Kos­ten­über­nah­me; und
d.
Ver­ga­be­ver­fah­ren nach dem Bun­des­ge­setz vom 16. De­zem­ber 1994155 über das öf­fent­li­che Be­schaf­fungs­we­sen.

2 Der Bun­des­rat wen­det Ver­ga­be­ver­fah­ren nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d nach Prü­fung der In­stru­men­te ge­mä­ss den Buch­sta­ben a–c an.

154 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

155 SR 172.056.1

VI. Die Taggelder

Art. 22 Anspruch 156  

1 Wäh­rend der Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 ha­ben Ver­si­cher­te An­spruch auf ein Tag­geld, wenn sie:

a.
an we­nigs­tens drei auf­ein­an­der­fol­gen­den Ta­gen we­gen der Mass­nah­men ver­hin­dert sind, ei­ner Ar­beit nach­zu­ge­hen; oder
b.
in ih­rer Er­werbs­tä­tig­keit zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG157) sind.

2 Wäh­rend der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung ha­ben Ver­si­cher­te An­spruch auf Tag­gel­der, wenn sie:

a.
Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 16 be­zie­hen; oder
b.
an Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 12 oder 14a teil­ge­nom­men ha­ben, die für die­se Aus­bil­dung di­rekt er­for­der­lich sind.

3 Ver­si­cher­te, die ei­ne hö­he­re Be­rufs­bil­dung ab­sol­vie­ren oder ei­ne Hoch­schu­le be­su­chen, ha­ben nur An­spruch auf ein Tag­geld, wenn:

a.
sie auf­grund ih­rer ge­sund­heit­li­chen Be­ein­träch­ti­gung dar­an ge­hin­dert sind, ne­ben ih­rer Aus­bil­dung ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­zuü­ben; oder
b.
ih­re Aus­bil­dung auf­grund ih­rer ge­sund­heit­li­chen Be­ein­träch­ti­gung we­sent­lich län­ger dau­ert.

4 Ver­si­cher­te nach Ab­satz 2, die ei­ne all­ge­mein­bil­den­de Schu­le be­su­chen oder ei­ne be­ruf­li­che Grund­bil­dung ab­sol­vie­ren, die aus­sch­liess­lich an ei­ner Schu­le er­folgt, ha­ben kei­nen An­spruch auf ein Tag­geld.

5 Für Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 8 Ab­satz 3 Buch­sta­be abis und 16 Ab­satz 3 Buch­sta­be b be­steht kein An­spruch auf ein Tag­geld.

156 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

157 SR 830.1

Art. 22bis Modalitäten 158  

1 Das Tag­geld be­steht aus ei­ner Grun­dent­schä­di­gung, auf die al­le Ver­si­cher­ten An­spruch ha­ben, und ei­nem Kin­der­geld für Ver­si­cher­te mit Kin­dern.

2 An­spruch auf ein Kin­der­geld be­steht für je­des ei­ge­ne Kind, wel­ches das 18. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det hat. Für Kin­der, die noch in Aus­bil­dung sind, dau­ert der An­spruch bis zum Ab­schluss der Aus­bil­dung, längs­tens aber bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr. Pfle­ge­kin­der, die un­ent­gelt­lich zu dau­ern­der Pfle­ge und Er­zie­hung auf­ge­nom­men wur­den, sind den ei­ge­nen Kin­dern gleich­ge­stellt. Der An­spruch auf ein Kin­der­geld be­steht nicht für Kin­der, für die gleich­zei­tig ge­setz­li­che Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen aus­ge­rich­tet wer­den.

3 Das Tag­geld wird frü­he­s­tens ab dem ers­ten Tag des Mo­nats ge­währt, wel­cher der Vollen­dung des 18. Al­ters­jah­res folgt. Der An­spruch nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 2 ent­steht mit Aus­bil­dungs­be­ginn, auch wenn die ver­si­cher­te Per­son das 18. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det hat.

4 Der An­spruch er­lischt, so­bald ei­ne ver­si­cher­te Per­son ei­ne gan­ze Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG159 vor­be­zieht, spä­tes­tens aber am En­de des Mo­nats, in dem sie das Re­fe­ren­zal­ter nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 AHVG er­reicht.160

5 Be­zieht ei­ne ver­si­cher­te Per­son ei­ne Ren­te, so wird ihr die­se wäh­rend der Durch­füh­rung von In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 14a und von Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a an­stel­le ei­nes Tag­gel­des wei­ter aus­ge­rich­tet.

6 Er­lei­det die ver­si­cher­te Per­son in­fol­ge der Durch­füh­rung ei­ner Mass­nah­me einen Er­werbs­aus­fall oder ver­liert sie das Tag­geld ei­ner an­de­ren Ver­si­che­rung, so rich­tet die Ver­si­che­rung zu­sätz­lich zur Ren­te ein Tag­geld aus.

7 Der Bun­des­rat be­stimmt, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Tag­gel­der aus­ge­rich­tet wer­den:

a.
für nicht auf­ein­an­der­fol­gen­de Ta­ge;
b.
für Ab­klä­rungs- und War­te­zei­ten;
c.
für Ar­beits­ver­su­che;
d.
im Fall ei­nes Un­ter­bruchs von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men we­gen Krank­heit, Un­fall oder Mut­ter­schaft.

158 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

159 SR 831.10

160 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Dez. 2021 (AHV 21), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 92; BBl 2019 6305).

Art. 23 Grundentschädigung 161  

1 Die Grun­dent­schä­di­gung be­trägt 80 Pro­zent des letz­ten oh­ne ge­sund­heit­li­che Ein­schrän­kung er­ziel­ten Er­w­erb­sein­kom­mens, je­doch nicht mehr als 80 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1.162

1bis Bei Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8abe­trägt sie 80 Pro­zent des Er­w­erb­sein­kom­mens, das die ver­si­cher­te Per­son un­mit­tel­bar vor Be­ginn der Mass­nah­me er­zielt hat, je­doch nicht mehr als 80 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des.163

2164

2bis165

3 Grund­la­ge für die Er­mitt­lung des Er­w­erb­sein­kom­mens nach den Ab­sät­zen 1 und 1bis bil­det das durch­schnitt­li­che Ein­kom­men, von dem Bei­trä­ge nach dem AHVG166 er­ho­ben wer­den (mass­ge­ben­des Ein­kom­men).167

161 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

162 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

163 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

164 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

165 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on) (AS 2007 5129; BBl 2005 4459). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

166 SR 831.10

167 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 23bis Kindergeld 168  

Das Kin­der­geld be­trägt für je­des Kind 2 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1.

168 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 18. Dez. 1998 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 23ter–23sexies169  

169 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 18. Dez. 1998 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 24 Höhe des Taggeldes 170  

1 Der Höchst­be­trag des Tag­gel­des nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 ent­spricht dem Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes nach dem UVG171.172

2 Das Tag­geld nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 wird ge­kürzt, so­weit es das mass­ge­ben­de Er­w­erb­sein­kom­men ein­sch­liess­lich der ge­setz­li­chen Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen über­steigt.173

3174

4 Be­stand bis zur Ein­glie­de­rung An­spruch auf ein Tag­geld nach dem UVG, so ent­spricht das Tag­geld min­des­tens dem bis­her be­zo­ge­nen Tag­geld der Un­fall­ver­si­che­rung.

5 Der Bun­des­rat re­gelt die An­rech­nung ei­nes all­fäl­li­gen Er­w­erb­sein­kom­mens und kann für be­stimm­te Ver­hält­nis­se Kür­zun­gen vor­se­hen. Das BSV175 stellt ver­bind­li­che Ta­bel­len für die Er­mitt­lung der Tag­gel­der mit auf­ge­run­de­ten Be­trä­gen auf.

170 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

171 SR 832.20

172 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

173 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

174 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

175 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 24bis Abzug bei Unterkunft und Verpflegung auf Kosten der Invalidenversicherung 176  

Kommt die In­va­li­den­ver­si­che­rung voll­stän­dig für die Kos­ten von Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung auf, so wird vom Tag­geld ein Ab­zug ge­macht. Der Bun­des­rat setzt die Hö­he des Ab­zu­ges fest. Hier­bei un­ter­schei­det er, ob die ver­si­cher­te Per­son un­ter­stüt­zungs­pflich­tig ist oder nicht.

176 Ein­ge­fügt durch Ziff. II Abs. 3 des BG vom 3. Okt. 1975 (AS 1976 57; BBl 1975 I 1193). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 24ter Höhe des Taggeldes während der erstmaligen beruflichen Ausbildung 177  

1 Für Ver­si­cher­te in ei­ner be­ruf­li­chen Grund­bil­dung ent­spricht das auf einen Mo­nat hoch­ge­rech­ne­te Tag­geld dem Lohn ge­mä­ss Lehr­ver­trag. Der Bun­des­rat kann Kri­te­ri­en für die Hö­he des Tag­gel­des fest­le­gen, wenn der ver­ein­bar­te Lohn nicht dem kan­to­na­len bran­chen­üb­li­chen Durch­schnitt ent­spricht.

2 Be­steht kein Lehr­ver­trag, so ent­spricht das Tag­geld auf den Mo­nat hoch­ge­rech­net ei­nem nach Al­ter ab­ge­stuf­ten mitt­le­ren Ein­kom­men von Per­so­nen in ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on. Der Bun­des­rat setzt die Hö­he fest.

3 Für Ver­si­cher­te, die das 25. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben, ent­spricht das Tag­geld auf den Mo­nat hoch­ge­rech­net dem Höchst­be­trag der Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 34 Ab­sät­ze 3 und 5 AHVG178.

177 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 18. Dez. 1998 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

178 SR 831.10

Art. 24quater Auszahlung des Taggeldes während der erstmaligen beruflichen Ausbildung 179  

1 Wäh­rend der erst­ma­li­gen be­ruf­li­chen Aus­bil­dung wird das Tag­geld an den Ar­beit­ge­ber aus­ge­rich­tet, so­weit die­ser der ver­si­cher­ten Per­son einen ent­spre­chen­den Be­trag als Lohn zahlt. Liegt kein Ar­beit­ge­ber vor, so legt der Bun­des­rat die Mo­da­li­tä­ten für die Aus­zah­lung des Tag­gel­des fest. Der Be­trag wird mo­nat­lich aus­be­zahlt.

2 Über­steigt das Tag­geld den mass­ge­ben­den Be­trag nach Ar­ti­kel 24ter Ab­satz 1, so wird die Dif­fe­renz an die ver­si­cher­te Per­son aus­ge­rich­tet.

179 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 18. Dez. 1998 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 24quinquies180  

180 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 18. Dez. 1998 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 25 Beiträge an Sozialversicherungen 181  

1 Auf dem Tag­geld müs­sen Bei­trä­ge be­zahlt wer­den:

a.
an die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung;
b.
an die In­va­li­den­ver­si­che­rung;
c.182
an die Er­w­erb­ser­satz­ord­nung;
d.
ge­ge­be­nen­falls an die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.

2 Die Bei­trä­ge sind je zur Hälf­te von den Ver­si­cher­ten und von der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu tra­gen. Die Ver­si­che­rung ver­gü­tet über­dies den Ar­beit­ge­ber­bei­trag für land­wirt­schaft­li­che Ar­beit­neh­me­rin­nen und ‑neh­mer nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 1952183 über die Fa­mi­li­en­zu­la­gen in der Land­wirt­schaft.

3 Der Bun­des­rat kann be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen von der Bei­trags­pflicht aus­neh­men und vor­se­hen, dass auf Tag­gel­dern, für wel­che nur kur­ze Zeit ein An­spruch be­steht, kei­ne Bei­trä­ge be­zahlt wer­den müs­sen.

181 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

182 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).

183 SR 836.1

Art. 25bis184  

184Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Un­fall­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 20. März 1981 (AS 1982 1676; BBl 1976 III 141). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 25ter185  

185Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1986 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

VII. Wahlrecht der Versicherten, Zusammenarbeit, Tarife und Schiedsgerichte 186

186 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 26 Wahl unter Ärzten, Zahnärzten und Apothekern 187  

1 Die ver­si­cher­te Per­son kann frei wäh­len un­ter den Ärz­tin­nen und Ärz­ten, Zahn­ärz­tin­nen und Zahn­ärz­ten, Chi­ro­prak­to­rin­nen und Chi­ro­prak­ti­kern so­wie Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­kern, die ih­re be­ruf­li­che Tä­tig­keit nach dem Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­setz vom 23. Ju­ni 2006188 in ei­ge­ner fach­li­cher Ver­ant­wor­tung aus­üben dür­fen oder ih­re be­ruf­li­che Tä­tig­keit im öf­fent­li­chen Dienst in ei­ge­ner fach­li­cher Ver­ant­wor­tung aus­üben.189

2190

3 Eid­ge­nös­sisch di­plo­mier­te Ärz­te, de­nen ein Kan­ton die Be­wil­li­gung zur Füh­rung ei­ner Pri­vat­apo­the­ke er­teilt hat, sind in­ner­halb der Schran­ken die­ser Be­wil­li­gung den in Ab­satz 1 be­zeich­ne­ten Apo­the­kern gleich­ge­stellt.

4191

187Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

188 SR 811.11

189 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

190 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

191 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 26bis Wahl unter medizinischen Hilfspersonen, Anstalten und Abgabestellen für Hilfsmittel 192  

1 Dem Ver­si­cher­ten steht die Wahl frei un­ter den me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen, den An­stal­ten und Werk­stät­ten so­wie den Be­trie­ben des all­ge­mei­nen Ar­beits­mark­tes, die Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men durch­füh­ren, und den Ab­ga­be­stel­len für Hilfs­mit­tel, wenn sie den kan­to­na­len Vor­schrif­ten und den An­for­de­run­gen der Ver­si­che­rung ge­nü­gen.193

2 Der Bun­des­rat kann nach An­hö­ren der Kan­to­ne und der zu­stän­di­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen Vor­schrif­ten für die Zu­las­sung der in Ab­satz 1 ge­nann­ten Per­so­nen und Stel­len er­las­sen.

192Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

193 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 27 Zusammenarbeit und Tarife 194  

1 Das BSV ist be­fugt, mit der Ärz­te­schaft, den Be­rufs­ver­bän­den der Me­di­zi­nal­per­so­nen und der me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen so­wie den An­stal­ten und Werk­stät­ten, die Ab­klä­rungs- oder Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men durch­füh­ren, Ver­trä­ge zu schlies­sen, um die Zu­sam­men­ar­beit mit den Or­ga­nen der Ver­si­che­rung und die Ta­ri­fe zu re­geln.

2 Der Bun­des­rat kann Grund­sät­ze für ei­ne wirt­schaft­li­che Be­mes­sung und ei­ne sach­ge­rech­te Struk­tur so­wie für die An­pas­sung der Ta­ri­fe fest­le­gen. Er sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on mit den Ta­ri­f­ord­nun­gen der an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­run­gen.

3 So­weit kein Ver­trag be­steht, kann der Bun­des­rat die Höchst­be­trä­ge fest­set­zen, bis zu de­nen die Kos­ten der Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men über­nom­men wer­den.

4 Ta­ri­fe, bei de­nen Tax­punk­te für Leis­tun­gen oder für leis­tungs­be­zo­ge­ne Pau­scha­len fest­ge­legt wer­den, müs­sen für die ge­sam­te Schweiz auf ei­ner ein­heit­li­chen Ta­rif­struk­tur be­ru­hen. Kön­nen sich die Par­tei­en nicht ei­ni­gen, so legt der Bun­des­rat die Ta­rif­struk­tur fest.

5 Der Bun­des­rat kann An­pas­sun­gen an der Ta­rif­struk­tur vor­neh­men, wenn sie sich als nicht mehr sach­ge­recht er­weist und sich die Par­tei­en nicht auf ei­ne Re­vi­si­on ei­ni­gen kön­nen.

6 Kommt kein Ver­trag nach Ab­satz 1 zu­stan­de, er­lässt das EDI auf An­trag des BSV oder des Leis­tungs­er­brin­gers ei­ne an­fecht­ba­re Ver­fü­gung zur Re­ge­lung der Zu­sam­men­ar­beit der Be­tei­lig­ten und der Ta­ri­fe.

7 Kön­nen sich Leis­tungs­er­brin­ger und das BSV nicht auf die Er­neue­rung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges ei­ni­gen, so kann das EDI den be­ste­hen­den Ver­trag um ein Jahr ver­län­gern. Kommt in­ner­halb die­ser Frist kein Ver­trag zu­stan­de, so setzt es nach An­hö­ren der Be­tei­lig­ten den Ta­rif fest.

8 Die Leis­tungs­er­brin­ger und de­ren Ver­bän­de so­wie die Or­ga­ni­sa­ti­on nach Ar­ti­kel 47a KVG195 sind ver­pflich­tet, dem Bun­des­rat auf Ver­lan­gen kos­ten­los die Da­ten be­kannt zu ge­ben, die für die Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach den Ab­sät­zen 3–5 not­wen­dig sind. Der Bun­des­rat er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten zur Be­ar­bei­tung der Da­ten un­ter Wah­rung des Ver­hält­nis­mäs­sig­keits­prin­zips.196

9 Bei ei­nem Ver­sto­ss ge­gen die Pflicht zur Da­ten­be­kannt­ga­be nach Ab­satz 8 kann das EDI ge­gen die Ver­bän­de der Leis­tungs­er­brin­ger, ge­gen die Or­ga­ni­sa­ti­on nach Ar­ti­kel 47a KVG und ge­gen die be­trof­fe­nen Leis­tungs­er­brin­ger Sank­tio­nen er­grei­fen. Die­se um­fas­sen:

a.
die Ver­war­nung;
b.
ei­ne Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken.197

194 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

195 SR 832.10

196 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 18. Ju­ni 2021 (Mass­nah­men zur Kos­ten­dämp­fung – Pa­ket 1a), in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2021 837; 2022 808; BBl 20196071).

197 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 18. Ju­ni 2021 (Mass­nah­men zur Kos­ten­dämp­fung – Pa­ket 1a), in Kraft seit 1. Jan. 2023 (AS 2021 837; 2022 808; BBl 20196071).

Art. 27bis Wirtschaftlichkeit der medizinischen Massnahmen 198  

1 Für Leis­tun­gen, die über das Mass hin­aus­ge­hen, das im In­ter­es­se der ver­si­cher­ten Per­son liegt und für den Zweck der me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men er­for­der­lich ist, kann die Ver­gü­tung ver­wei­gert wer­den. Ei­ne nach die­sem Ge­setz dem Leis­tungs­er­brin­ger von me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men zu Un­recht be­zahl­te Ver­gü­tung kann von der IV-Stel­le zu­rück­ge­for­dert wer­den.

2 Der Leis­tungs­er­brin­ger von me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men muss der IV-Stel­le die di­rek­ten oder in­di­rek­ten Ver­güns­ti­gun­gen wei­ter­ge­ben, die ihm:

a.
ein an­de­rer in sei­nem Auf­trag tä­ti­ger Leis­tungs­er­brin­ger ge­währt;
b.
Per­so­nen oder Ein­rich­tun­gen ge­wäh­ren, wel­che Arz­nei­mit­tel oder der Un­ter­su­chung oder Be­hand­lung die­nen­de Mit­tel oder Ge­gen­stän­de lie­fern.

3 Gibt er die Ver­güns­ti­gung nicht wei­ter, so kann die IV-Stel­le de­ren Her­aus­ga­be ver­lan­gen.

198 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 27ter Rechnungsstellung 199  

1 Der Leis­tungs­er­brin­ger muss der IV-Stel­le ei­ne de­tail­lier­te und ver­ständ­li­che Rech­nung zu­stel­len. Er muss ihr auch al­le An­ga­ben ma­chen, die sie be­nö­tigt, um die Be­rech­nung der Ver­gü­tung und die Wirt­schaft­lich­keit der Leis­tung über­prü­fen zu kön­nen. Die ver­si­cher­te Per­son er­hält ei­ne Ko­pie der Rech­nung.

2 Bei Ver­gü­tun­gen mit­tels Fall­pau­scha­len sind die Be­rech­nungs­grund­la­gen, ins­be­son­de­re die Dia­gno­sen und Pro­ze­du­ren, auf­zu­füh­ren.

199 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 27quater Tarifschutz 200  

Die Leis­tungs­er­brin­ger müs­sen sich an die ver­trag­lich oder be­hörd­lich fest­ge­leg­ten Ta­ri­fe und Prei­se hal­ten und dür­fen für Leis­tun­gen nach die­sem Ge­setz kei­ne wei­ter­ge­hen­den Ver­gü­tun­gen be­rech­nen.

200 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 27quinquies Kantonales Schiedsgericht 201  

1 Über Strei­tig­kei­ten zwi­schen der Ver­si­che­rung und Leis­tungs­er­brin­gern ent­schei­den die von den Kan­to­nen be­zeich­ne­ten Schieds­ge­rich­te.

2 Zu­stän­dig ist das Schieds­ge­richt am Ort der stän­di­gen Ein­rich­tung oder der Be­rufs­aus­übung des Leis­tungs­er­brin­gers.

3 Die Kan­to­ne kön­nen die Auf­ga­ben des Schieds­ge­richts dem kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­richt über­tra­gen.

4 Das Schieds­ge­richt setzt sich zu­sam­men aus ei­ner neu­tra­len Per­son, die den Vor­sitz in­ne­hat, und aus je ei­ner Ver­tre­tung der be­tei­lig­ten Par­tei­en in glei­cher Zahl. Bei der Über­tra­gung der Auf­ga­ben des Schieds­ge­richts auf das kan­to­na­le Ver­si­che­rungs­ge­richt wird die­ses um je ei­ne Ver­tre­tung der be­tei­lig­ten Par­tei­en in glei­cher Zahl er­wei­tert.

5 Der schieds­ge­richt­li­chen Be­hand­lung ei­nes Streit­fal­les hat ein Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren vor­aus­zu­ge­hen, so­fern der Streit­fall nicht schon ei­ner ver­trag­lich ein­ge­setz­ten Ver­mitt­lungs­in­stanz un­ter­brei­tet wor­den ist.

6 Die Ent­schei­de wer­den den Par­tei­en mit Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung schrift­lich er­öff­net.

7 Die Kan­to­ne re­geln das üb­ri­ge Ver­fah­ren.

201 Ur­sprüng­lich Art. 27bis. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 27sexies Massnahmen zur Steuerung der Kosten 202  

1 Die Leis­tungs­er­brin­ger oder de­ren Ver­bän­de und das BSV se­hen in ge­samtschwei­ze­risch gel­ten­den Ver­trä­gen nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 1 Mass­nah­men zur Steue­rung der Kos­ten vor.

2 Die Mass­nah­men müs­sen pro Be­reich, der für die je­wei­li­ge Art von Leis­tungs­er­brin­ger re­le­vant ist, min­des­tens vor­se­hen:

a.
die Über­wa­chung der men­gen­mäs­si­gen Ent­wick­lung der ver­schie­de­nen Po­si­tio­nen, die für die Leis­tun­gen vor­ge­se­hen sind;
b.
die Über­wa­chung der Ent­wick­lung der ab­ge­rech­ne­ten Kos­ten.

3 Die Ver­trä­ge müs­sen Re­geln zur Kor­rek­tur bei un­ge­recht­fer­tig­ten Er­hö­hun­gen der Men­gen und Kos­ten ge­gen­über ei­nem im Ver­trag de­fi­nier­ten Zeit­raum vor­se­hen. Sie müs­sen auch die von den Leis­tungs­er­brin­gern und der Ver­si­che­rung nicht be­ein­fluss­ba­ren Fak­to­ren an­ge­ben, die ei­ne Er­hö­hung der Men­gen und der Kos­ten er­klä­ren kön­nen.

4 Der Bun­des­rat kann die Be­rei­che nach Ab­satz 2 de­fi­nie­ren.

5 Kön­nen sich die Leis­tungs­er­brin­ger oder de­ren Ver­bän­de und das BSV nicht auf Mass­nah­men zur Steue­rung der Kos­ten nach Ab­satz 1 ei­ni­gen, so legt der Bun­des­rat die­se Mass­nah­men fest. Die Leis­tungs­er­brin­ger und de­ren Ver­bän­de sind ver­pflich­tet, dem Bun­des­rat auf Ver­lan­gen kos­ten­los die In­for­ma­tio­nen zu lie­fern, die für die Fest­le­gung der Mass­nah­men not­wen­dig sind.

6 Bei ei­nem Ver­sto­ss ge­gen die Pflicht zur In­for­ma­ti­ons­lie­fe­rung nach Ab­satz 5 kann das EDI ge­gen die Ver­bän­de der Leis­tungs­er­brin­ger und ge­gen die be­trof­fe­nen Leis­tungs­er­brin­ger Sank­tio­nen er­grei­fen. Die­se um­fas­sen:

a.
die Ver­war­nung;
b.
ei­ne Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken.

7 Sämt­li­che Leis­tungs­er­brin­ger und das BSV müs­sen sich an die nach Ab­satz 1 ver­ein­bar­ten oder die nach Ab­satz 5 fest­ge­leg­ten Mass­nah­men zur Steue­rung der Kos­ten im ent­spre­chen­den Be­reich hal­ten.

202 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 30. Sept. 2022 (Mass­nah­men zur Kos­ten­dämp­fung – Pa­ket 1b), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 630; BBl 20196071).

D. Die Renten203

203 Ursprünglich Bst. C.

I. Der Anspruch

Art. 28 Grundsatz 204  

1 An­spruch auf ei­ne Ren­te ha­ben Ver­si­cher­te, die:

a.
ih­re Er­werbs­fä­hig­keit oder die Fä­hig­keit, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen, nicht durch zu­mut­ba­re Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men wie­der her­stel­len, er­hal­ten oder ver­bes­sern kön­nen;
b.
wäh­rend ei­nes Jah­res oh­ne we­sent­li­chen Un­ter­bruch durch­schnitt­lich min­des­tens 40 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig (Art. 6 ATSG205) ge­we­sen sind; und
c.
nach Ab­lauf die­ses Jah­res zu min­des­tens 40 Pro­zent in­va­lid (Art. 8 ATSG) sind.

1bis Ei­ne Ren­te nach Ab­satz 1 wird nicht zu­ge­spro­chen, so­lan­ge die Mög­lich­kei­ten zur Ein­glie­de­rung im Sin­ne von Ar­ti­kel 8 Ab­sät­ze 1bis und 1ter nicht aus­ge­schöpft sind.206

2207

204 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

205 SR 830.1

206 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

207 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 28a Bemessung des Invaliditätsgrades 208209  

1 Die Be­mes­sung des In­va­li­di­täts­gra­des von er­werbs­tä­ti­gen Ver­si­cher­ten rich­tet sich nach Ar­ti­kel 16 ATSG210. Der Bun­des­rat um­schreibt die zur Be­mes­sung des In­va­li­di­täts­gra­des mass­ge­ben­den Er­w­erb­sein­kom­men so­wie die an­wend­ba­ren Kor­rek­tur­fak­to­ren.211

2 Bei nicht er­werbs­tä­ti­gen Ver­si­cher­ten, die im Auf­ga­ben­be­reich tä­tig sind und de­nen die Auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann, wird für die Be­mes­sung des In­va­li­di­täts­gra­des in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 16 ATSG dar­auf ab­ge­stellt, in wel­chem Mas­se sie un­fä­hig sind, sich im Auf­ga­ben­be­reich zu be­tä­ti­gen.212

3 Bei Ver­si­cher­ten, die nur zum Teil er­werbs­tä­tig sind oder die un­ent­gelt­lich im Be­trieb des Ehe­gat­ten oder der Ehe­gat­tin mit­ar­bei­ten, wird der In­va­li­di­täts­grad für die­sen Teil nach Ar­ti­kel 16 ATSG fest­ge­legt. Wa­ren sie da­ne­ben auch im Auf­ga­ben­be­reich tä­tig, so wird der In­va­li­di­täts­grad für die­se Tä­tig­keit nach Ab­satz 2 fest­ge­legt.213 In die­sem Fall sind der An­teil der Er­werbs­tä­tig­keit oder der un­ent­gelt­li­chen Mit­ar­beit im Be­trieb des Ehe­gat­ten oder der Ehe­gat­tin und der An­teil der Tä­tig­keit im Auf­ga­ben­be­reich fest­zu­le­gen und der In­va­li­di­täts­grad in bei­den Be­rei­chen zu be­mes­sen.

208 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

209 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

210 SR 830.1

211 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

212 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

213 Fas­sung des ers­ten und zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 28b Festlegung der Höhe des Rentenanspruchs 214  

1 Die Hö­he des Ren­ten­an­spruchs wird in pro­zen­tua­len An­tei­len an ei­ner gan­zen Ren­te fest­ge­legt.

2 Bei ei­nem In­va­li­di­täts­grad von 50‒69 Pro­zent ent­spricht der pro­zen­tua­le An­teil dem In­va­li­di­täts­grad.

3 Bei ei­nem In­va­li­di­täts­grad ab 70 Pro­zent be­steht An­spruch auf ei­ne gan­ze Ren­te.

4 Bei ei­nem In­va­li­di­täts­grad un­ter 50 Pro­zent gel­ten die fol­gen­den pro­zen­tua­len An­tei­le:

In­va­li­di­täts­grad

Pro­zen­tua­ler An­teil

49 Pro­zent

47,5 Pro­zent

48 Pro­zent

45 Pro­zent

47 Pro­zent

42,5 Pro­zent

46 Pro­zent

40 Pro­zent

45 Pro­zent

37,5 Pro­zent

44 Pro­zent

35 Pro­zent

43 Pro­zent

32,5 Pro­zent

42 Pro­zent

30 Pro­zent

41 Pro­zent

27,5 Pro­zent

40 Pro­zent

25 Pro­zent

214 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

Art. 29 Beginn des Anspruchs und Auszahlung der Rente 215  

1 Der Ren­ten­an­spruch ent­steht frü­he­s­tens nach Ab­lauf von sechs Mo­na­ten nach Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 ATSG216, je­doch frü­he­s­tens im Mo­nat, der auf die Vollen­dung des 18. Al­ters­jah­res folgt.

2 Der An­spruch ent­steht nicht, so­lan­ge die ver­si­cher­te Per­son ein Tag­geld nach Ar­ti­kel 22 be­an­spru­chen kann.

3 Die Ren­te wird vom Be­ginn des Mo­nats an aus­be­zahlt, in dem der Ren­ten­an­spruch ent­steht.

4 Be­trägt der In­va­li­di­täts­grad we­ni­ger als 50 Pro­zent, so wer­den die ent­spre­chen­den Ren­ten nur an Ver­si­cher­te aus­be­zahlt, die ih­ren Wohn­sitz und ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha­ben. Die­se Vor­aus­set­zung ist auch von An­ge­hö­ri­gen zu er­fül­len, für die ei­ne Leis­tung be­an­sprucht wird.

215Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

216 SR 830.1

Art. 30 Erlöschen des Anspruchs 217  

Der Ren­ten­an­spruch er­lischt:

a.
mit dem Vor­be­zug ei­ner gan­zen Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG218, aus­ser die Al­ters­ren­te wur­de nach der An­mel­dung bei der In­va­li­den­ver­si­che­rung und vor der Zu­spra­che ei­ner In­va­li­den­ren­te vor­be­zo­gen;
b.
mit der Ent­ste­hung des An­spruchs auf ei­ne Al­ters­ren­te bei Er­rei­chen des Re­fe­ren­zal­ters nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 AHVG;
c.
mit dem Tod der an­spruchs­be­rech­tig­ten Per­son.

217 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Dez. 2021 (AHV 21), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 92; BBl 2019 6305).

218 SR 831.10

Art. 31219  

219 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 32 Übergangsleistung bei Arbeitsunfähigkeit 220  

1 Ei­ne ver­si­cher­te Per­son hat An­spruch auf ei­ne Über­gangs­leis­tung, wenn:

a.
sie im Lau­fe der drei auf die Her­ab­set­zung oder Auf­he­bung ei­ner Ren­te fol­gen­den Jah­re zu min­des­tens 50 Pro­zent ar­beits­un­fä­hig wird;
b.
die Ar­beits­un­fä­hig­keit min­des­tens 30 Ta­ge ge­dau­ert hat und wei­ter an­dau­ert; und
c.
sie vor Her­ab­set­zung oder Auf­he­bung der Ren­te an Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a teil­ge­nom­men hat oder die Ren­te we­gen der Wie­der­auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit oder der Er­hö­hung des Be­schäf­ti­gungs­gra­des her­ab­ge­setzt oder auf­ge­ho­ben wur­de.

2 Der An­spruch ent­steht am An­fang des Mo­nats, in wel­chem die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 er­füllt sind.

3 Der An­spruch er­lischt spä­tes­tens am En­de des Mo­nats, in dem die IV-Stel­le über den In­va­li­di­täts­grad ent­schie­den hat (Art. 34).

220 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de des Tex­tes.

Art. 33 Höhe der Übergangsleistung 221  

1 Die Über­gangs­leis­tung nach Ar­ti­kel 32 ent­spricht:

a.
der Dif­fe­renz zwi­schen der lau­fen­den Ren­te und der Ren­te, die die ver­si­cher­te Per­son er­hal­ten wür­de, wenn die Ren­te nicht her­ab­ge­setzt wor­den wä­re;
b.
der Ren­te, die die ver­si­cher­te Per­son er­hal­ten wür­de, wenn die Ren­te nicht auf­ge­ho­ben wor­den wä­re.

2 Hat ei­ne ver­si­cher­te Per­son An­spruch auf ei­ne Kin­der­ren­te, so wird die­se in die Be­rech­nung nach Ab­satz 1 ein­be­zo­gen.

221 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 34 Überprüfung des Invaliditätsgrades und Anpassung der Rente 222  

1 Gleich­zei­tig mit der Ge­wäh­rung ei­ner Über­gangs­leis­tung nach Ar­ti­kel 32 lei­tet die IV-Stel­le die Über­prü­fung des In­va­li­di­täts­gra­des ein.

2 Am ers­ten Tag des Mo­nats, der dem Ent­scheid der IV-Stel­le über den In­va­li­di­täts­grad folgt:

a.
ent­steht in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 28 Ab­satz 1 Buch­sta­be b ein Ren­ten­an­spruch, so­fern der In­va­li­di­täts­grad er­neut ein ren­ten­be­grün­den­des Aus­mass er­reicht;
b.
wird ei­ne be­ste­hen­de Ren­te für die Zu­kunft er­höht, her­ab­ge­setzt oder auf­ge­ho­ben, so­fern sich der In­va­li­di­täts­grad er­heb­lich ge­än­dert hat.

222 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 35 Kinderrente 223  

1 Män­ner und Frau­en, de­nen ei­ne In­va­li­den­ren­te zu­steht, ha­ben für je­des Kind, das im Fal­le ih­res To­des ei­ne Wai­sen­ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­an­spru­chen könn­te, An­spruch auf ei­ne Kin­der­ren­te.

2224

3 Für Pfle­ge­kin­der, die erst nach Ein­tritt der In­va­li­di­tät in Pfle­ge ge­nom­men wer­den, be­steht kein An­spruch auf Kin­der­ren­te, es sei denn, es hand­le sich um Kin­der des an­dern Ehe­gat­ten.225

4 Die Kin­der­ren­te wird wie die Ren­te aus­be­zahlt, zu der sie ge­hört. Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die zweck­ge­mäs­se Ver­wen­dung (Art. 20 ATSG226) und ab­wei­chen­de zi­vil­rich­ter­li­che An­ord­nun­gen. Der Bun­des­rat kann die Aus­zah­lung für Son­der­fäl­le in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 20 ATSG re­geln, na­ment­lich für Kin­der aus ge­trenn­ter oder ge­schie­de­ner Ehe.227

223Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057).

224Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

225Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

226 SR 830.1

227 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

II. Die ordentlichen Renten

Art. 36 Bezügerkreis und Berechnung  

1 An­spruch auf ei­ne or­dent­li­che Ren­te ha­ben Ver­si­cher­te, die bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät wäh­rend min­des­tens drei Jah­ren Bei­trä­ge ge­leis­tet ha­ben.228

2 Für die Be­rech­nung der or­dent­li­chen Ren­ten sind die Be­stim­mun­gen des AHVG229 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Der Bun­des­rat kann er­gän­zen­de Vor­schrif­ten er­las­sen.230

3231

4 Bei­trä­ge, die vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung ge­leis­tet wur­den, wer­den an­ge­rech­net.

228 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

229 SR 831.10

230 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

231 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 37 Höhe der Invalidenrenten  

1 Die In­va­li­den­ren­ten ent­spre­chen den Al­ters­ren­ten der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.232

1bis Sind bei­de Ehe­gat­ten ren­ten­be­rech­tigt, so gilt für die Kür­zung der bei­den Ren­ten Ar­ti­kel 35 AHVG233 sinn­ge­mä­ss.234

2 Hat ein Ver­si­cher­ter mit voll­stän­di­ger Bei­trags­dau­er bei Ein­tritt der In­va­li­di­tät das 25. Al­ters­jahr noch nicht zu­rück­ge­legt, so be­tra­gen sei­ne In­va­li­den­ren­te und all­fäl­li­ge Zu­satz­ren­ten min­des­tens 1331/3 Pro­zent der Min­dest­an­sät­ze der zu­tref­fen­den Voll­ren­ten.235

232Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

233SR 831.10

234Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

235Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1980 (AS 1978 391, 1979 1365Art. 1; BBl 1976 III 1).

Art. 38 Höhe der Kinderrenten 236237  

1 Die Kin­der­ren­te be­trägt 40 Pro­zent der dem mass­ge­ben­den durch­schnitt­li­chen Jah­res­ein­kom­men ent­spre­chen­den In­va­li­den­ren­te.238 Ha­ben bei­de El­tern­tei­le einen An­spruch auf Kin­der­ren­te, so sind die bei­den Kin­der­ren­ten zu kür­zen, so­weit ih­re Sum­me 60 Pro­zent der ma­xi­ma­len In­va­li­den­ren­te über­steigt. Für die Durch­füh­rung der Kür­zung ist Ar­ti­kel 35 AHVG239 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.240

2 Es gel­ten die glei­chen Be­rech­nungs­re­geln wie für die je­wei­li­ge In­va­li­den­ren­te.

236Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1980 (AS 1978 391, 1979 1365Art. 1; BBl 1976 III 1).

237 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

238 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

239SR 831.10

240Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

Art. 38bis Kürzung wegen Überversicherung 241  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 Ab­sät­ze 2 und 3 ATSG242 wer­den Kin­der­ren­ten ge­kürzt, so­weit sie zu­sam­men mit der Ren­te des Va­ters oder der­je­ni­gen der Mut­ter 90 Pro­zent des für die­se Ren­te je­weils mass­ge­ben­den durch­schnitt­li­chen Jah­res­ein­kom­mens über­stei­gen.243

2 Der Bun­des­rat setzt je­doch einen Min­dest­be­trag fest.244

3245

241Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057).

242 SR 830.1

243 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

244Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1980 (AS 1978 391, 1979 1365Art. 1; BBl 1976 III 1).

245 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

III. Die ausserordentlichen Renten

Art. 39 Bezügerkreis  

1 Der An­spruch von Schwei­zer Bür­gern auf aus­ser­or­dent­li­che Ren­ten rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen des AHVG246.247

2248

3 An­spruch auf ei­ne aus­ser­or­dent­li­che Ren­te ha­ben auch in­va­li­de Aus­län­der und Staa­ten­lo­se, die als Kin­der die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 er­füllt ha­ben.249

246SR 831.10

247Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

248Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

249Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

Art. 40 Höhe der Renten 250  

1 Die aus­ser­or­dent­li­chen Ren­ten ent­spre­chen, vor­be­hält­lich der Ab­sät­ze 2 und 3, dem Min­dest­be­trag der zu­tref­fen­den or­dent­li­chen Voll­ren­te.

2 Die aus­ser­or­dent­li­chen Kin­der­ren­ten wer­den in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 69 Ab­sät­ze 2 und 3 ATSG251 un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen und im glei­chen Um­fang ge­kürzt wie in der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.252

3 Die aus­ser­or­dent­li­chen Ren­ten für Per­so­nen, die vor dem 1. De­zem­ber des der Vollen­dung des 20. Al­ters­jah­res fol­gen­den Jah­res in­va­lid ge­wor­den sind, ent­spre­chen 1331/3 Pro­zent des Min­dest­be­tra­ges der zu­tref­fen­den or­dent­li­chen Voll­ren­te.253

250Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057).

251 SR 830.1

252 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

253Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

IV. …

Art. 41254  

254 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

E. Die Hilflosenentschädigung 255

255 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 42 Anspruch 256  

1 Ver­si­cher­te mit Wohn­sitz und ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt (Art. 13 ATSG257) in der Schweiz, die hilf­los (Art. 9 ATSG) sind, ha­ben An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 42bis.

2 Es ist zu un­ter­schei­den zwi­schen schwe­rer, mit­tel­schwe­rer und leich­ter Hilf­lo­sig­keit.

3 Als hilf­los gilt eben­falls ei­ne Per­son, wel­che zu Hau­se lebt und we­gen der Be­ein­träch­ti­gung der Ge­sund­heit dau­ernd auf le­ben­sprak­ti­sche Be­glei­tung an­ge­wie­sen ist. Liegt aus­sch­liess­lich ei­ne Be­ein­träch­ti­gung der psy­chi­schen Ge­sund­heit vor, so gilt die Per­son nur als hilf­los, wenn sie An­spruch auf ei­ne Ren­te hat.258 Ist ei­ne Per­son le­dig­lich dau­ernd auf le­ben­sprak­ti­sche Be­glei­tung an­ge­wie­sen, so liegt im­mer ei­ne leich­te Hilf­lo­sig­keit vor. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 42bis Ab­satz 5.

4 Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung wird frü­he­s­tens ab der Ge­burt ge­währt. Der An­spruch ent­steht, wenn wäh­rend ei­nes Jah­res oh­ne we­sent­li­chen Un­ter­bruch min­des­tens ei­ne Hilf­lo­sig­keit leich­ten Gra­des be­stan­den hat; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 42bis Ab­satz 3.259

4bis Der An­spruch auf Hilflo­sen­ent­schä­di­gung er­lischt spä­tes­tens am En­de des Mo­nats:

a.
der dem Mo­nat vor­an­geht, in dem die ver­si­cher­te Per­son ei­ne gan­ze Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG260 vor­be­zieht;
b.
in dem die ver­si­cher­te Per­son das Re­fe­ren­zal­ter nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 AHVG er­reicht.261

5 Der An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ent­fällt bei ei­nem Auf­ent­halt in ei­ner In­sti­tu­ti­on zur Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3. Der Bun­des­rat de­fi­niert den Auf­ent­halt. Er kann aus­nahms­wei­se auch bei ei­nem Auf­ent­halt einen An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung vor­se­hen, wenn die ver­si­cher­te Per­son we­gen ei­ner schwe­ren Sin­nes­schä­di­gung oder ei­nes schwe­ren kör­per­li­chen Ge­bre­chens nur dank re­gel­mäs­si­ger und er­heb­li­cher Dienst­leis­tun­gen Drit­ter ge­sell­schaft­li­che Kon­tak­te pfle­gen kann.

6 Der Bun­des­rat re­gelt die Über­nah­me ei­ner an­teil­mäs­si­gen Leis­tung an die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung der Un­fall­ver­si­che­rung, falls die Hilf­lo­sig­keit nur zum Teil auf einen Un­fall zu­rück­zu­füh­ren ist.

256 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

257 SR 830.1

258 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

259 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Dez. 2021 (AHV 21), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 92; BBl 2019 6305).

260 SR 831.10

261 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Dez. 2021 (AHV 21), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 92; BBl 2019 6305).

Art. 42bis Besondere Voraussetzungen für Minderjährige 262  

1 Min­der­jäh­ri­ge Schwei­zer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger oh­ne Wohn­sitz (Art. 13 Abs. 1 ATSG263) in der Schweiz sind hin­sicht­lich der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung den Ver­si­cher­ten gleich­ge­stellt, so­fern sie ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt (Art. 13 Abs. 2 ATSG) in der Schweiz ha­ben.

2 An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ha­ben auch min­der­jäh­ri­ge Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der, so­fern sie die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 er­fül­len.

3 Bei Ver­si­cher­ten, wel­che das ers­te Le­bens­jahr noch nicht vollen­det ha­ben, ent­steht der An­spruch, so­bald vor­aus­sicht­lich wäh­rend mehr als zwölf Mo­na­ten ei­ne Hilf­lo­sig­keit be­steht.

4 Min­der­jäh­ri­ge ha­ben nur an den Ta­gen An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, an de­nen sie sich nicht in ei­nem Heim auf­hal­ten. In Abweichung von Artikel 67 Absatz 2 ATSG haben Minderjährige, die sich zulasten einer Sozialversicherung in einer Heilanstalt aufhalten, auch nach Ablauf eines vollen Kalendermonats Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, sofern die Heilanstalt alle 30 Tage bestätigt, dass die regelmässige Anwesenheit der Eltern oder eines Elternteils in der Heilanstalt notwendig ist und tatsächlich erfolgte.264

5 Min­der­jäh­ri­ge ha­ben kei­nen An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, wenn sie le­dig­lich auf le­ben­sprak­ti­sche Be­glei­tung an­ge­wie­sen sind.

262 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

263 SR 830.1

264 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 20. Dez. 2019 über die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Er­werbs­tä­tig­keit und An­ge­hö­ri­gen­be­treu­ung, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 4525; BBl 2019 4103).

Art. 42ter Höhe 265  

1 Mass­ge­bend für die Hö­he der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ist das Aus­mass der per­sön­li­chen Hilf­lo­sig­keit. Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung wird per­so­nen­be­zo­gen aus­ge­rich­tet und soll die Wahl­frei­heit in den zen­tra­len Le­bens­be­rei­chen er­leich­tern. Die mo­nat­li­che Ent­schä­di­gung be­trägt bei schwe­rer Hilf­lo­sig­keit 80 Pro­zent, bei mit­tel­schwe­rer Hilf­lo­sig­keit 50 Pro­zent und bei leich­ter Hilf­lo­sig­keit 20 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 34 Ab­sät­ze 3 und 5 AHVG266. Die Ent­schä­di­gung für min­der­jäh­ri­ge Ver­si­cher­te be­rech­net sich pro Tag.

2 Die Hö­he der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung für Ver­si­cher­te, die sich in ei­nem Heim auf­hal­ten, ent­spricht ei­nem Vier­tel der An­sät­ze nach Ab­satz 1. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 42 Ab­satz 5 und 42bis Ab­satz 4.267

3 Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung für Min­der­jäh­ri­ge, die zu­sätz­lich ei­ne in­ten­si­ve Be­treu­ung brau­chen, wird um einen In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlag er­höht; die­ser Zu­schlag wird nicht ge­währt bei ei­nem Auf­ent­halt in ei­nem Heim. Der mo­nat­li­che In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlag be­trägt bei ei­nem in­va­li­di­täts­be­ding­ten Be­treu­ungs­auf­wand von min­des­tens 8 Stun­den pro Tag 100 Pro­zent, bei ei­nem sol­chen von min­des­tens 6 Stun­den pro Tag 70 Pro­zentund bei ei­nem sol­chen von min­des­tens 4 Stun­den pro Tag 40 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 34 Ab­sät­ze 3 und 5 AHVG.268 Der Zu­schlag be­rech­net sich pro Tag. Der Bun­des­rat re­gelt im Üb­ri­gen die Ein­zel­hei­ten.

265 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

266 SR831.10

267 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

268 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. März 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 20175987; BBl 2016 71938185).

E . Der Assistenzbeitragbis269

269 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817). Siehe auch die SchlB dieser Änd. am Ende des Textes.

Art. 42quater Anspruch  

1 An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag ha­ben Ver­si­cher­te:

a.
de­nen ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung der IV nach Ar­ti­kel 42 Ab­sät­ze 1–4 aus­ge­rich­tet wird;
b.
die zu Hau­se le­ben; und
c.
die voll­jäh­rig sind.

2 Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen fest, un­ter de­nen Per­so­nen mit ein­ge­schränk­ter Hand­lungs­fä­hig­keit kei­nen An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag ha­ben.

3 Er legt die Vor­aus­set­zun­gen fest, un­ter de­nen Min­der­jäh­ri­ge An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag ha­ben.

Art. 42quinquies Gedeckte Hilfeleistungen  

Ein As­sis­tenz­bei­trag wird ge­währt für Hil­fe­leis­tun­gen, die von der ver­si­cher­ten Per­son be­nö­tigt und re­gel­mäs­sig von ei­ner na­tür­li­chen Per­son (As­sis­tenz­per­son) er­bracht wer­den, die:

a.
von der ver­si­cher­ten Per­son oder ih­rer ge­setz­li­chen Ver­tre­tung im Rah­men ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges an­ge­stellt wird; und
b.
we­der mit der ver­si­cher­ten Per­son ver­hei­ra­tet ist, mit ihr in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft lebt oder ei­ne fak­ti­sche Le­bens­ge­mein­schaft führt noch in ge­ra­der Li­nie mit ihr ver­wandt ist.
Art. 42sexies Umfang  

1 Grund­la­ge für die Be­rech­nung des As­sis­tenz­bei­trags ist die für die Hil­fe­leis­tun­gen be­nö­tig­te Zeit. Da­von ab­ge­zo­gen wird die Zeit, die fol­gen­den Leis­tun­gen ent­spricht:

a.270
der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung nach den Ar­ti­keln 42–42ter, mit Aus­nah­me des In­ten­siv­pfle­ge­zu­schlags nach Ar­ti­kel 42ter Ab­satz 3;
b.
den Bei­trä­gen für Dienst­leis­tun­gen Drit­ter an­stel­le ei­nes Hilfs­mit­tels nach Ar­ti­kel 21ter Ab­satz 2;
c.
dem für die Grund­pfle­ge aus­ge­rich­te­ten Bei­trag der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung an Pfle­ge­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 25a KVG271.

2 Bei ei­nem Aufenthalt in stationären und teilstationären Institutionen wird der für Hilfeleistungen im Rahmen des Assistenzbeitrags anrechenbare Zeitbedarf entsprechend reduziert.

3 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 64 Ab­sät­ze 1 und 2 ATSG272 ge­währt die In­va­li­den­ver­si­che­rung kei­nen As­sis­tenz­bei­trag für Hil­fe­leis­tun­gen, die durch den Pfle­ge­bei­trag nach Ar­ti­kel 25a KVG ge­deckt wer­den.

4 Der Bun­des­rat legt fest:

a.
die Be­rei­che und die mi­ni­ma­le und ma­xi­ma­le An­zahl Stun­den, für die ein As­sis­tenz­bei­trag aus­ge­rich­tet wird;
b.
die Pau­scha­len für Hil­fe­leis­tun­gen pro Zeit­ein­heit im Rah­men des As­sis­tenz­bei­trags;
c.
die Fäl­le, in de­nen ein As­sis­tenz­bei­trag auf­grund von Ver­pflich­tun­gen aus dem Ar­beits­ver­trag nach dem OR273 aus­ge­rich­tet wird, oh­ne dass die Hil­fe­leis­tun­gen durch ei­ne As­sis­tenz­per­son tat­säch­lich er­bracht wor­den sind.

270 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. März 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 20175987; BBl 2016 71938185).

271 SR 832.10

272 SR 830.1

273 SR 220

Art. 42septies Beginn und Ende des Anspruchs  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 24 ATSG274 ent­steht der An­spruch auf einen As­sis­tenz­bei­trag frü­he­s­tens im Zeit­punkt der Gel­tend­ma­chung die­ses An­spruchs.

2 Der An­spruch be­steht für Hil­fe­leis­tun­gen, die in­nert zwölf Mo­na­ten nach de­ren Er­brin­gen ge­mel­det wer­den.

3 Der An­spruch er­lischt zum Zeit­punkt:

a.
in dem die ver­si­cher­te Per­son die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 42qua­ter nicht mehr er­füllt;
b.275
in dem die ver­si­cher­te Per­son ei­ne gan­ze Al­ters­ren­te nach Ar­ti­kel 40 Ab­satz 1 AHVG276 vor­be­zieht oder das Re­fe­ren­zal­ter nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 AHVG er­reicht; oder
c.
des To­des der ver­si­cher­ten Per­son.

274 SR 830.1

275 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Dez. 2021 (AHV 21), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 92; BBl 2019 6305).

276 SR 831.10

Art. 42octies Kürzung oder Verweigerung des Assistenzbeitrags  

Der As­sis­tenz­bei­trag kann ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den, wenn die ver­si­cher­te Per­son ih­ren ge­setz­li­chen Ver­pflich­tun­gen ge­gen­über den As­sis­tenz­per­so­nen oder ge­gen­über der Ver­si­che­rung nicht nach­kommt. Die Ver­si­che­rung muss die ver­si­cher­te Per­son vor­her schrift­lich mah­nen und auf die Rechts­fol­gen hin­wei­sen.

F. Das Zusammenfallen von Leistungen277

277 Ursprünglich Bst. E

Art. 43 Leistungen der Alters‑, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 278279  

1 Wit­wen, Wit­wer und Wai­sen, wel­che so­wohl die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Hin­ter­las­se­nen­ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung als auch für ei­ne Ren­te der In­va­li­den­ver­si­che­rung er­fül­len, ha­ben An­spruch auf ei­ne gan­ze In­va­li­den­ren­te. Es wird aber nur die hö­he­re der bei­den Ren­ten aus­ge­rich­tet.280

2 Sind die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für ein Tag­geld der In­va­li­den­ver­si­che­rung er­füllt oder über­nimmt die In­va­li­den­ver­si­che­rung bei Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men die Kos­ten für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung über­wie­gend oder voll­stän­dig, so be­steht kein An­spruch auf ei­ne Ren­te der In­va­li­den­ver­si­che­rung. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen und Be­stim­mun­gen über die Ab­lö­sung des Tag­gel­des durch ei­ne Ren­te er­las­sen.281

3 Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten zur Ver­hin­de­rung von Über­ent­schä­di­gun­gen beim Zu­sam­men­fal­len von meh­re­ren Leis­tun­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung und von Leis­tun­gen die­ser Ver­si­che­rung mit sol­chen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.282

278Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

279Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).

280Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

281Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).

282Ein­ge­fügt durch Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).

Art. 44 Verhältnis zur Unfall- und Militärversicherung 283  

Der Bun­des­rat be­stimmt, ob und in wel­cher Hö­he Ver­si­cher­ten, die An­spruch auf ei­ne Ren­te der Un­fall­ver­si­che­rung, das Tag­geld oder ei­ne Ren­te der Mi­li­tär­ver­si­che­rung ha­ben, ein Tag­geld der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu­steht.

283 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 45284  

284Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des Un­fall­ver­si­che­rungs­ge­set­zes, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1984 (AS 1982 1676, 19822724; BBl 1976 III 141).

Art. 45bis285  

285Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

G. Verschiedene Bestimmungen286

286 Ursprünglich Bst. F.

Art. 46287  

287Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 47 Auszahlung der Taggelder und Renten 288  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 3 ATSG289 kön­nen Ren­ten wäh­rend der Durch­füh­rung von Ab­klä­rungs- und Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men so­wie von Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a wei­ter ge­währt wer­den.290

1bis Die Ren­ten wer­den ge­währt:

a.
bei Mass­nah­men zur Wie­der­ein­glie­de­rung nach Ar­ti­kel 8a bis zum Ent­scheid der IV-Stel­le nach Ar­ti­kel 17 ATSG;
b.
bei den üb­ri­gen Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men längs­tens bis zum En­de des drit­ten vol­len Ka­len­der­mo­nats, der dem Be­ginn der Mass­nah­men folgt.291

1ter Zu­sätz­lich zur Ren­te wird das Tag­geld aus­ge­rich­tet. Die­ses wird je­doch wäh­rend der Dau­er des Dop­pel­an­spruchs bei der Durch­füh­rung von Ab­klä­rungs- oder Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men um einen Dreis­sigs­tel des Ren­ten­be­trags ge­kürzt.292

2 Löst ei­ne Ren­te das Tag­geld ab, so wird in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 3 ATSG die Ren­te auch für den Mo­nat, in dem der Tag­geldan­spruch en­det, un­ge­kürzt aus­ge­rich­tet. Hin­ge­gen wird das Tag­geld in die­sem Mo­nat um einen Dreis­sigs­tel des Ren­ten­be­trags ge­kürzt.

3 Ren­ten, de­ren Be­trag 20 Pro­zent der mi­ni­ma­len Voll­ren­te nicht über­stei­gen, wer­den in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 19 Ab­sät­ze 1 und 3 ATSG ein­mal jähr­lich aus­be­zahlt. Die be­rech­tig­te Per­son kann die mo­nat­li­che Aus­zah­lung ver­lan­gen.293

288 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

289 SR 830.1

290 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

291 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

292 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

293 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Dez. 2021 (AHV 21), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 92; BBl 2019 6305).

Art. 47a Auszahlung der Hilflosenentschädigung für Minderjährige 294  

In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 3 ATSG295 wird die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung für Min­der­jäh­ri­ge nach­schüs­sig ge­gen Rech­nungs­stel­lung aus­be­zahlt.

294 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

295 SR 830.1

Art. 48 Nachzahlung von Leistungen 296  

1 Macht ei­ne ver­si­cher­te Per­son ih­ren An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, auf me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men oder auf Hilfs­mit­tel mehr als zwölf Mo­na­te nach des­sen Ent­ste­hung gel­tend, so wird die Leis­tung in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 ATSG297 nur für die zwölf Mo­na­te nach­ge­zahlt, die der Gel­tend­ma­chung vor­an­ge­hen.

2 Die Leis­tung wird für einen län­ge­ren Zeit­raum nach­ge­zahlt, wenn die ver­si­cher­te Per­son:

a.
den an­spruchs­be­grün­den­den Sach­ver­halt nicht ken­nen konn­te; und
b.
den An­spruch spä­tes­tens zwölf Mo­na­te, nach­dem sie da­von Kennt­nis er­hal­ten hat, gel­tend macht.

296 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

297 SR 830.1

Art. 49 Durchführung von Eingliederungsmassnahmen 298  

Der Ent­scheid über die Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men (Art. 28 Abs. 1 Bst. a) hat spä­tes­tens zwölf Mo­na­te nach Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 1 ATSG299 zu er­fol­gen.

298 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

299 SR 830.1

Art. 50 Zwangsvollstreckung und Verrechnung 300  

1 Der Ren­ten­an­spruch ist der Zwangs­voll­stre­ckung ent­zo­gen.

2 Für die Ver­rech­nung fin­det Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 AHVG301 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

300 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

301 SR 831.10

Art. 51 Reisekosten  

1 Die für die Durch­füh­rung von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men not­wen­di­gen Rei­se­kos­ten im In­land wer­den dem Ver­si­cher­ten ver­gü­tet.302

2 Aus­nahms­wei­se kön­nen Bei­trä­ge an die Rei­se­kos­ten im Aus­land ge­währt wer­den. Der Bun­des­rat ord­net die nä­he­ren Be­din­gun­gen.

302 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 52303  

303Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

4. Kapitel: Organisation 304

304Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333).

Art. 53 Grundsatz 305  

1 Die Ver­si­che­rung wird durch die IV-Stel­len in Zu­sam­men­ar­beit mit den Or­ga­nen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung und un­ter der Auf­sicht des Bun­des (Art. 76 ATSG306) durch­ge­führt.

2 Der Bun­des­rat kann dem BSV Auf­ga­ben der Durch­füh­rung über­tra­gen in den Be­rei­chen:

a.307
Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln nach Ar­ti­kel 21qua­ter;
abis.308
b.
wis­sen­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen nach Ar­ti­kel 68;
c.
ge­samtschwei­ze­ri­sche In­for­ma­ti­on über die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 68ter;
d.
Pi­lot­ver­su­che nach Ar­ti­kel 68qua­ter; und
e.309
För­de­rung der In­va­li­den­hil­fenach den Ar­ti­keln 74 und 75.

305 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

306 SR 830.1

307 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

308 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket) (AS 2011 5659; BBl 2010 1817). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

309 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

A. Die IV-Stellen310

310Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333).

Art. 54 Kantonale IV-Stellen 311  

1 Der Bund sorgt für die Er­rich­tung kan­to­na­ler IV-Stel­len. Hier­zu schliesst er mit den Kan­to­nen Ver­ein­ba­run­gen ab.

2 Die Kan­to­ne er­rich­ten die IV-Stel­len in der Form kan­to­na­ler öf­fent­lich-recht­li­cher An­stal­ten mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit. Meh­re­re Kan­to­ne kön­nen durch Ver­ein­ba­rung ei­ne ge­mein­sa­me IV-Stel­le er­rich­ten oder ein­zel­ne Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 57 ei­ner an­de­ren IV-Stel­le über­tra­gen. Die kan­to­na­len Er­las­se oder die in­ter­kan­to­na­len Ver­ein­ba­run­gen re­geln na­ment­lich die in­ter­ne Or­ga­ni­sa­ti­on der IV-Stel­len.

3 Kommt in ei­nem Kan­ton kei­ne Ver­ein­ba­rung über die Er­rich­tung der IV-Stel­le zu­stan­de, so kann der Bun­des­rat die kan­to­na­le IV-Stel­le als öf­fent­lich-recht­li­che An­stalt des Bun­des mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit er­rich­ten.

3bis Ist die kan­to­na­le IV-Stel­le ei­ner kan­to­na­len So­zi­al­ver­si­che­rungs­an­stalt an­ge­schlos­sen (Art. 61 Abs. 1bis AHVG312) und hat sie kei­ne ei­ge­ne Rechts­per­sön­lich­keit, so ge­währ­leits­tet die kan­to­na­le So­zi­al­ver­si­che­rungs­an­stalt, dass das BSV die Auf­sicht nach Ar­ti­kel 64a un­ein­ge­schränkt wahr­neh­men kann und die Kos­ten­ver­gü­tung nach Ar­ti­kel 67 er­folgt.313

4 Die Über­tra­gung von Auf­ga­ben nach kan­to­na­lem Recht auf ei­ne kan­to­na­le IV‑Stel­le be­darf der Ge­neh­mi­gung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern. Die Ge­neh­mi­gung kann an Be­din­gun­gen ge­knüpft und mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.

5 Die Kan­to­ne kön­nen Auf­ga­ben nach Bun­des­recht auf ei­ne kan­to­na­le IV-Stel­le über­tra­gen. Die Über­tra­gung be­darf der Ge­neh­mi­gung des EDI; die­se kann an Be­din­gun­gen ge­knüpft und mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.314

6 Die Kan­to­ne kön­nen Auf­ga­ben kan­to­na­ler IV-Stel­len nach Ar­ti­kel 57 Ab­satz 1 ein­sch­liess­lich der Kom­pe­tenz zum Er­lass von Ver­fü­gun­gen auf öf­fent­li­che In­sti­tu­tio­nen nach Ar­ti­kel 68bis Ab­satz 1 über­tra­gen. Die Über­tra­gung be­darf der Ge­neh­mi­gung des EDI; die­se kann an Be­din­gun­gen ge­knüpft und mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.315

311 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

312 SR 831.10

313 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2022 (Mo­der­ni­sie­rung der Auf­sicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688; BBl 20201).

314 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 19. Ju­ni 2020 (AS 2021 338; BBl 2019 4413). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

315 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 19. Ju­ni 2020 (AS 2021 338; BBl 2019 4413). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 54a Regionale ärztliche Dienste 316  

1 Die IV-Stel­len rich­ten in­ter­dis­zi­pli­när zu­sam­men­ge­setz­te re­gio­na­le ärzt­li­che Diens­te (RAD) ein. Der Bun­des­rat legt die Re­gio­nen nach An­hö­rung der Kan­to­ne fest.

2 Die RAD ste­hen den IV-Stel­len für die Be­ur­tei­lung der me­di­zi­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen des Leis­tungs­an­spruchs zur Ver­fü­gung.

3 Die RAD le­gen die für die In­va­li­den­ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 6 ATSG317 mass­ge­ben­de funk­tio­nel­le Leis­tungs­fä­hig­keit der ver­si­cher­ten Per­son für die Aus­übung ei­ner zu­mut­ba­ren Er­werbs­tä­tig­keit oder ei­ner Tä­tig­keit im Auf­ga­ben­be­reich fest.

4 Die RAD sind in ih­rem me­di­zi­ni­schen Sachent­scheid im Ein­zel­fall un­ab­hän­gig.

316 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

317 SR 830.1

Art. 55 Zuständigkeit  

1 Zu­stän­dig ist in der Re­gel die IV-Stel­le, in de­ren Kan­tons­ge­biet der Ver­si­cher­te im Zeit­punkt der An­mel­dung sei­nen Wohn­sitz hat.318 Der Bun­des­rat ord­net die Zu­stän­dig­keit in Son­der­fäl­len.

2 Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten über die Er­le­di­gung von Strei­tig­kei­ten be­züg­lich der ört­li­chen Zu­stän­dig­keit er­las­sen und da­bei von Ar­ti­kel 35 ATSG319 ab­wei­chen.320

318Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 7. Okt. 1994 (10. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2466; BBl 1990 II 1).

319 SR 830.1

320 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 56 IV-Stelle des Bundes  

Der Bun­des­rat setzt ei­ne IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land ein.

Art. 57 Aufgaben  

1 Die IV-Stel­len ha­ben ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
ein­glie­de­rungs­ori­en­tier­te Be­ra­tung;
b.
Frü­her­fas­sung;
c.
Be­stim­mung, Durch­füh­rung und Über­wa­chung der Mass­nah­men der Früh­in­ter­ven­ti­on ein­sch­liess­lich der not­wen­di­gen Be­ra­tung und Be­glei­tung;
d.
Ab­klä­rung der ver­si­che­rungs­mäs­si­gen Vor­aus­set­zun­gen;
e.
res­sour­ce­n­ori­en­tier­te Ab­klä­rung der Ein­glie­de­rungs­fä­hig­keit der ver­si­cher­ten Per­son un­ter Ein­be­zug der je­weils re­le­van­ten Ak­teu­re;
f.
Be­stim­mung der Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men un­ter Ein­be­zug der je­weils re­le­van­ten Ak­teu­re, Durch­füh­rung und Über­wa­chung die­ser Mass­nah­men, Be­ra­tung und Be­glei­tung der ver­si­cher­ten Per­son und de­ren Ar­beit­ge­ber wäh­rend der Ein­glie­de­rung und der Ren­ten­prü­fung so­wie Prü­fung der Wie­der­ho­lung ei­ner Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me und An­pas­sung des Ein­glie­de­rungs­ziels bei Ab­bruch der Mass­nah­me ins­be­son­de­re bei jun­gen Ver­si­cher­ten;
g.
Be­ra­tung und Be­glei­tung der ver­si­cher­ten Per­son und von de­ren Ar­beit­ge­ber nach Ab­schluss von Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men oder nach Auf­he­bung ei­ner Ren­te;
h.
Be­ra­tung und Be­glei­tung von Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und Ren­ten­be­zü­gern mit Ein­glie­de­rungs­po­ten­zi­al ab dem Zeit­punkt der Be­ren­tung;
i.
Be­mes­sung des In­va­li­di­täts­gra­des, der Hilf­lo­sig­keit und der von der ver­si­cher­ten Per­son be­nö­tig­ten Hil­fe­leis­tun­gen;
j.
Er­lass der Ver­fü­gun­gen über die Leis­tun­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung;
k.
Öf­fent­lich­keits­ar­beit;
l.
Ko­or­di­na­ti­on der me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men mit dem Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rer;
m.
Kon­trol­le der Rech­nun­gen für die me­di­zi­ni­schen Mass­nah­men;
n.
Füh­rung und Ver­öf­fent­li­chung ei­ner Lis­te, die ins­be­son­de­re An­ga­ben zu al­len be­auf­trag­ten Sach­ver­stän­di­gen und Gut­achter­stel­len ent­hält, struk­tu­riert nach Fach­be­reich, An­zahl jähr­lich be­gut­ach­te­ter Fäl­le und at­tes­tier­ten Ar­beits­un­fä­hig­kei­ten.321

2 Der Bun­des­rat kann ih­nen wei­te­re Auf­ga­ben zu­wei­sen. Er kann für die Lis­te nach Ab­satz 1 Buch­sta­be n Vor­ga­ben er­las­sen und wei­te­re An­ga­ben vor­se­hen.322

3 Bis zum Er­lass ei­ner Ver­fü­gung ent­schei­den die IV-Stel­len, wel­che Ab­klä­run­gen mass­ge­bend und not­wen­dig sind.323

321 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

322 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

323 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 57a Vorbescheid 324  

1 Die IV-Stel­le teilt der ver­si­cher­ten Per­son den vor­ge­se­he­nen En­dent­scheid über ein Leis­tungs­be­geh­ren, den Ent­zug oder die Her­ab­set­zung ei­ner bis­her ge­währ­ten Leis­tung so­wie den vor­ge­se­he­nen Ent­scheid über die vor­sorg­li­che Ein­stel­lung von Leis­tun­gen mit­tels Vor­be­scheid mit.325 Die ver­si­cher­te Per­son hat An­spruch auf recht­li­ches Ge­hör im Sin­ne von Ar­ti­kel 42 ATSG326.

2 Be­rührt der vor­ge­se­he­ne Ent­scheid die Leis­tungs­pflicht ei­nes an­de­ren Ver­si­che­rungs­trä­gers, so hört die IV-Stel­le die­sen vor Er­lass der Ver­fü­gung an.

3 Die Par­tei­en kön­nen in­ner­halb ei­ner Frist von 30 Ta­gen Ein­wän­de zum Vor­be­scheid vor­brin­gen.327

324 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

325 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

326 SR 830.1

327 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

Art. 58 Leistungszusprache ohne Verfügung 328  

Der Bun­des­rat kann an­ord­nen, dass in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 49 Ab­satz 1 ATSG329 auch für be­stimm­te er­heb­li­che Leis­tun­gen das form­lo­se Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 51 ATSG zur An­wen­dung kommt.

328 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

329 SR 830.1

Art. 59 Organisation und Verfahren  

1 Die IV-Stel­len ha­ben sich so zu or­ga­ni­sie­ren, dass sie ih­re Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 57 un­ter Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten und der Wei­sun­gen des Bun­des fach­ge­recht und ef­fi­zi­ent durch­füh­ren kön­nen.330

2331

2bis332

3 Die IV-Stel­len kön­nen Spe­zia­lis­ten der pri­va­ten In­va­li­den­hil­fe, Ex­per­ten, me­di­zi­ni­sche und be­ruf­li­che Ab­klä­rungs­stel­len, Fach­stel­len für die In­te­gra­ti­on von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern, Ver­mitt­lungs­stel­len für in­ter­kul­tu­rel­les Über­set­zen so­wie Diens­te an­de­rer So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger bei­zie­hen.333

4 Die IV-Stel­len kön­nen mit an­de­ren Ver­si­che­rungs­trä­gern und den Or­ga­nen der öf­fent­li­chen So­zi­al­hil­fe Ver­ein­ba­run­gen über den Bei­zug der re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te ab­sch­lies­sen.334

5 Zur Be­kämp­fung des un­ge­recht­fer­tig­ten Leis­tungs­be­zugs kön­nen die IV-Stel­len Spe­zia­lis­ten bei­zie­hen.335

6 Die IV-Stel­len be­rück­sich­ti­gen im Rah­men ih­rer Leis­tun­gen die sprach­li­chen, so­zia­len und kul­tu­rel­len Be­son­der­hei­ten der Ver­si­cher­ten, oh­ne dass die­se einen Rechts­an­spruch auf ei­ne be­son­de­re Leis­tung ab­lei­ten kön­nen.336

330 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

331 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

332 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on) (AS 2007 5129; BBl 2005 4459). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

333 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

334 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

335 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

336 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

Art. 59a Haftung 337  

Er­satz­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 78 ATSG338 sind bei der IV-Stel­le gel­tend zu ma­chen; die­se ent­schei­det dar­über durch Ver­fü­gung.

337 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

338 SR 830.1

Art. 59b Rechnungsrevisionen 339  

Die Rech­nungs­füh­rung der IV-Stel­len wird im Rah­men der Re­vi­si­on der für die IV-Stel­len zu­stän­di­gen Aus­gleichs­kas­sen nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 AHVG340 durch ex­ter­ne, un­ab­hän­gi­ge, spe­zia­li­sier­te und vom BSV zu­ge­las­se­ne Re­vi­si­ons­stel­len ge­prüft. Das BSV ist be­fugt, not­wen­di­ge er­gän­zen­de Re­vi­sio­nen selbst vor­zu­neh­men oder durch die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le oder ei­ne ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le durch­füh­ren zu las­sen.

339 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

340 SR 831.10

B. Die Ausgleichskassen341

341Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333).

Art. 60 Aufgaben  

1 Die Aus­gleichs­kas­sen ha­ben ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:342

a.
die Mit­wir­kung bei der Ab­klä­rung der ver­si­che­rungs­mäs­si­gen Vor­aus­set­zun­gen;
b.343
die Be­rech­nung der Ren­ten, Tag­gel­der und Ent­schä­di­gun­gen für Be­treu­ungs­kos­ten;
c.344
die Aus­zah­lung der Ren­ten, Tag­gel­der und Ent­schä­di­gun­gen für Be­treu­ungs­kos­ten so­wie die Aus­zah­lung der Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen an Voll­jäh­ri­ge.

2 Im Üb­ri­gen ist Ar­ti­kel 63 AHVG sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

3 Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten über die Er­le­di­gung von Strei­tig­kei­ten be­züg­lich der ört­li­chen Zu­stän­dig­keit er­las­sen und da­bei von Ar­ti­kel 35 ATSG345 ab­wei­chen.346

342 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

343 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

344 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

345 SR 830.1

346 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

Art. 61 Zusammenarbeit  

Der Bun­des­rat re­gelt die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den IV-Stel­len und den Or­ga­nen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.

Art. 62–63347  

347Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333). Dies gilt auch für den ur­sprüng­li­chen Bst. C.

C. Die Aufsicht des Bundes348

348Ursprünglich Bst. D.

Art. 64 Grundsatz 349  

1 Der Bund über­wacht den Voll­zug die­ses Ge­set­zes durch die IV-Stel­len und sorgt für des­sen ein­heit­li­che An­wen­dung. Die Ar­ti­kel 72, 72a und 72b AHVG350 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.351

2 Für die Auf­sicht über die Or­ga­ne der AHV beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes fin­den die Vor­schrif­ten des AHVG sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

349 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

350 SR 831.10

351 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2022 (Mo­der­ni­sie­rung der Auf­sicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688; BBl 20201).

Art. 64a Aufsicht durch das BSV 352  

1 Das BSV übt die fach­li­che Auf­sicht über die IV-Stel­len und über die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te aus. Ins­be­son­de­re er­füllt es fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Es über­prüft jähr­lich die Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 57 durch die IV-Stel­len und der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 2bis durch die re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te.
b.
Es er­teilt den IV-Stel­len all­ge­mei­ne Wei­sun­gen so­wie Wei­sun­gen im Ein­zel­fall.
c.
Es er­teilt den re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­ten im me­di­zi­ni­schen Fach­be­reich all­ge­mei­ne Wei­sun­gen.

2 Das BSV übt die ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­sicht über die IV-Stel­len ein­sch­liess­lich der re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te aus. Es gibt ins­be­son­de­re Kri­te­ri­en vor, um die Wirk­sam­keit, Qua­li­tät und Ein­heit­lich­keit der Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach den Ar­ti­keln 57 und 59 Ab­satz 2bis zu ge­währ­leis­ten, und über­prüft die Ein­hal­tung die­ser Kri­te­ri­en.

352 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

Art. 65 Eidgenössische AHV/IV-Kommission 353  

Die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für die Al­ters‑, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung ist im Rah­men von Ar­ti­kel 73 AHVG354 auch für Grund­satz­fra­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu­stän­dig. Sie um­fasst auch Ver­tre­ter der Be­hin­der­ten und der In­va­li­den­hil­fe.

353Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1986, in Kraft seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17).

354SR 831.10

D. Verschiedene Bestimmungen355

355Ursprünglich Bst. E.

Art. 66 Anwendbare Bestimmungen des AHVG 356  

1 So­weit die­ses Ge­setz nichts Ab­wei­chen­des be­stimmt, gel­ten sinn­ge­mä­ss die Be­stim­mun­gen des AHVG357 über:

a.
die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me (Art. 49a, 49b und 72a Abs. 2 Bst. b AHVG);
b.
die Re­gis­ter (Art. 49c–49eAHVG);
c.
das Be­ar­bei­ten von Per­so­nen­da­ten (Art. 49f AHVG);
d.
die sys­te­ma­ti­sche Ver­wen­dung der AHV-Num­mer (Art. 50c und 153b – 153i AHVG);
e.
die Ar­beit­ge­ber (Art. 51 und 52 AHVG);
f.
die Aus­gleichs­kas­sen (Art. 53–70 AHVG);
g.
die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le (Art. 71 AHVG);
h.
die Ver­gü­tung und Über­nah­me der Kos­ten (Art. 95 AHVG).

2 Die Haf­tung für Schä­den rich­tet sich nach Ar­ti­kel 78 ATSG358 und sinn­ge­mä­ss nach den Ar­ti­keln 52, 70 und 71aAHVG.

356 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2022 (Mo­der­ni­sie­rung der Auf­sicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688; BBl 20201).

357 SR 831.10

358 SR 830.1

Art. 66a Datenbekanntgabe 359  

1 So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen Or­ga­ne, die mit der Durch­füh­rung oder mit der Kon­trol­le oder der Be­auf­sich­ti­gung der Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes be­traut sind, Da­ten in Ab­wei­chung von der Schwei­ge­pflicht nach Ar­ti­kel 33 ATSG360 be­kannt ge­ben:361

a.
Steu­er­be­hör­den, wenn die Da­ten sich auf die Aus­rich­tung von IV-Ren­ten be­zie­hen und für die An­wen­dung der Steu­er­ge­set­ze er­for­der­lich sind;
b.
den mit der Durch­füh­rung des Bun­des­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 1959362 über den Wehr­pflich­ter­satz be­trau­ten Be­hör­den, nach Ar­ti­kel 24 des ge­nann­ten Ge­set­zes;
c.363
dem Nach­rich­ten­dienst des Bun­des (NDB) oder den Si­cher­heits­or­ga­nen der Kan­to­ne zu­han­den des NDB, wenn ei­ne kon­kre­te Be­dro­hung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 2015364 ge­ge­ben ist;
cbis.365
be­han­deln­den Ärz­tin­nen und Ärz­ten, so­weit die Aus­künf­te und Un­ter­la­gen da­zu die­nen, die für die be­trof­fe­ne Per­son ge­eig­ne­ten Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men zu er­mit­teln; im Ein­zel­fall kann der Da­ten­aus­tausch münd­lich er­fol­gen;
d.366
der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le (Art. 71 AHVG367), wenn me­di­zi­ni­sche Da­ten zum Zweck der Er­fas­sung und Be­ar­bei­tung von Leis­tungs­an­trä­gen so­wie de­ren Wei­ter­lei­tung ins Aus­land auf­grund von in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men nö­tig sind.

2 Im Üb­ri­gen ist Ar­ti­kel 50a AHVG368 mit sei­nen Ab­wei­chun­gen vom ATSG sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

3 Die In­va­li­den­ver­si­che­rung stellt der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt die Per­so­nen­da­ten, die zur Ri­si­ko­ana­ly­se der Un­fäl­le von in Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 Buch­sta­be c UVG369 be­zeich­ne­ten Per­so­nen er­for­der­lich sind, an­ony­mi­siert zur Ver­fü­gung.370

359 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2685; BBl 1999 4983). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).

360 SR 830.1

361 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

362 SR 661

363 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 3745; BBl 20075037, 2010 7841). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 15 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Sept. 2017 (AS 2017 4095; BBl 2014 2105).

364 SR 121

365 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

366 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2022 (Mo­der­ni­sie­rung der Auf­sicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688; BBl 20201).

367 SR 831.10

368 SR 831.10

369 SR 832.20

370 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 66b Zugriff auf Informationssysteme 371372  

1 Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le (Art. 71 AHVG373) führt ein Re­gis­ter der Be­zü­ger und Be­zü­ge­rin­nen von Sach­leis­tun­gen so­wie ein Ver­zeich­nis der die­se Leis­tun­gen be­tref­fen­den Rech­nun­gen. Das Re­gis­ter und das Ver­zeich­nis die­nen da­zu, die Kos­ten die­ser Leis­tun­gen zu ver­gü­ten.

1bis Der IV-Aus­gleichs­fonds ver­gü­tet der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le die durch den Be­trieb und die Wei­ter­ent­wick­lung des Re­gis­ters und des Ver­zeich­nis­ses ent­ste­hen­den Kos­ten.374

2 Die­ses Re­gis­ter und die­ses Ver­zeich­nis sind den IV-Stel­len, den Aus­gleichs­kas­sen und dem zu­stän­di­gen Bun­des­amt durch Ab­ruf­ver­fah­ren für die­je­ni­gen Da­ten zu­gäng­lich, die für die Er­fül­lung der ih­nen durch die­ses Ge­setz und das AHVG über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind.

2bis Die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le führt ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem zur Fest­stel­lung der auf­grund von in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men vor­ge­se­he­nen Leis­tun­gen.375 Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem dient der Er­fas­sung und Be­ar­bei­tung von Leis­tungs­an­trä­gen durch die zu­stän­di­gen IV-Stel­len und Aus­gleichs­kas­sen.376

2ter Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem ist den IV-Stel­len und den Aus­gleichs­kas­sen durch Ab­ruf­ver­fah­ren für die­je­ni­gen Da­ten zu­gäng­lich, die für die Er­fül­lung der ih­nen durch die­ses Ge­setz, das AHVG und in­ter­na­tio­na­le Ab­kom­men über­tra­ge­nen Auf­ga­ben er­for­der­lich sind.377

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Ver­ant­wor­tung für den Da­ten­schutz, die zu er­fas­sen­den Da­ten und de­ren Auf­be­wah­rungs­fris­ten, den Zu­griff auf die Da­ten, die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den Be­nüt­zern und Be­nüt­ze­rin­nen so­wie die Da­ten­si­cher­heit.

371 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2685; BBl 1999 4983).

372 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2022 (Mo­der­ni­sie­rung der Auf­sicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688; BBl 20201).

373 SR 831.10

374 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2022 (Mo­der­ni­sie­rung der Auf­sicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688; BBl 20201).

375 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2022 (Mo­der­ni­sie­rung der Auf­sicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688; BBl 20201).

376 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

377 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 17. Ju­ni 2022 (Mo­der­ni­sie­rung der Auf­sicht), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 688; BBl 20201).

Art. 66c Leistungsfähigkeit zum Führen von Motorfahrzeugen 378379  

1 Zwei­felt die IV-Stel­le, dass die ver­si­cher­te Per­son über die kör­per­li­che oder geis­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit ver­fügt, die zum si­che­ren Füh­ren von Mo­tor­fahr­zeu­gen oder von Schif­fen oder zum si­che­ren Aus­üben ei­nes nau­ti­schen Diens­tes an Bord ei­nes Schif­fes not­wen­dig ist, so kann sie die ver­si­cher­te Per­son der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de (Art. 22 des Stras­sen­ver­kehrs­ge­set­zes vom 19. Dez. 1958380 und Art. 17b Abs. 4 des BG vom 3. Okt. 1975381 über die Bin­nen­schiff­fahrt) mel­den.382

2 Die IV-Stelle informiert die versicherte Person über diese Meldung.

3 Auf Anfrage stellt die IV-Stelle der kantonalen Behörde die entsprechenden Unterlagen im Einzelfall zu.

378 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

379 AS 2012 3129

380 SR 741.01

381 SR 747.201

382 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 17. März 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 1749; BBl 2016 6435).

Art. 67 Kostenvergütung 383  

1 Die Ver­si­che­rung ver­gü­tet fol­gen­de Kos­ten:

a.
die Be­triebs­kos­ten, die den IV-Stel­len ein­sch­liess­lich der re­gio­na­len ärzt­li­chen Diens­te aus dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes im Rah­men ei­ner ra­tio­nel­len Be­triebs­füh­rung ent­ste­hen; die Ver­gü­tung der Kos­ten kann von den er­brach­ten Leis­tun­gen und den er­ziel­ten Re­sul­ta­ten ab­hän­gig ge­macht wer­den;
b.
die Kos­ten, die dem BSV aus den ihm vom Bun­des­rat nach Ar­ti­kel 53 zu­ge­wie­se­nen Durch­füh­rungs­auf­ga­ben und aus der Wahr­neh­mung der Auf­sicht ent­ste­hen.

1bis Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass die Kos­ten, die durch die Er­stel­lung der Lis­te der Arz­nei­mit­tel nach Ar­ti­kel 14ter Ab­satz 5 ent­ste­hen, durch die Ver­si­che­rung ver­gü­tet wer­den.384

2 Das EDI385 be­stimmt die an­re­chen­ba­ren Kos­ten des BSV.

383Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

384 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

385 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 68 Wissenschaftliche Auswertungen 386  

1 Der Bund er­stellt wis­sen­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen über die Um­set­zung die­ses Ge­set­zes oder lässt sol­che Aus­wer­tun­gen er­stel­len, um:

a.
des­sen An­wen­dung zu über­wa­chen und zu eva­lu­ie­ren;
b.
des­sen Voll­zug zu ver­bes­sern;
c.
des­sen Wirk­sam­keit zu för­dern;
d.
Ge­set­ze­san­pas­sun­gen vor­zu­schla­gen.

2 Die Ver­si­che­rung ver­gü­tet dem Bund die Kos­ten, die sich aus der Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 er­ge­ben.

386Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 68bis Formen der interinstitutionellen Zusammenarbeit 387388  

1 Um Ver­si­cher­ten, die zur Frü­her­fas­sung ge­mel­det sind oder sich bei der IV‑Stel­le zum Leis­tungs­be­zug an­ge­mel­det ha­ben und de­ren Er­werbs­fä­hig­keit un­ter­sucht wird, den Zu­gang zu den ge­eig­ne­ten Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men der In­va­li­den­ver­si­che­rung, der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung oder der Kan­to­ne zu er­leich­tern, ar­bei­ten die IV-Stel­len eng zu­sam­men mit:

a.
Ver­si­che­rungs­trä­gern und Durch­füh­rungs­or­ga­nen der So­zi­al­ver­si­che­run­gen;
b.389
den dem VAG390 un­ter­stell­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men;
c.
Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, die dem Frei­zü­gig­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 1993391 un­ter­ste­hen;
d.
kan­to­na­len Durch­füh­rungs­stel­len, die für die För­de­rung der be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rung zu­stän­dig sind;
e.
Durch­füh­rungs­or­ga­nen der kan­to­na­len So­zi­al­hil­fe­ge­set­ze;
ebis.392
öf­fent­li­chen und pri­va­ten Durch­füh­rungs­or­ga­nen der Asyl-, Aus­län­der- und In­te­gra­ti­ons­ge­setz­ge­bung;
f.
an­de­ren öf­fent­li­chen und pri­va­ten In­sti­tu­tio­nen, die für die Ein­glie­de­rung der Ver­si­cher­ten wich­tig sind.

1bis Die In­va­li­den­ver­si­che­rung ar­bei­tet mit den kan­to­na­len In­stan­zen zu­sam­men, die für die Un­ter­stüt­zung der be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rung von Ju­gend­li­chen zu­stän­dig sind. Sie kann sich wei­ter an der Fi­nan­zie­rung der kan­to­na­len In­stan­zen, die für die Ko­or­di­na­ti­on der Un­ter­stüt­zungs­mass­nah­men zu­stän­dig sind, be­tei­li­gen, wenn:

a.
die kan­to­na­len In­stan­zen Ju­gend­li­che mit Mehr­fach­pro­ble­ma­tik be­treu­en; und
b.
die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den kan­to­na­len In­stan­zen und der IV-Stel­le so­wie die fi­nan­zi­el­le Be­tei­li­gung der In­va­li­den­ver­si­che­rung in ei­ner Ver­ein­ba­rung ge­re­gelt sind.393

1ter Bei Min­der­jäh­ri­gen ab dem vollen­de­ten 13. Al­ters­jahr und jun­gen Er­wach­se­nen bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr, die von In­va­li­di­tät be­droht sind und die ein Ge­such um Leis­tun­gen der In­va­li­den­ver­si­che­rung ein­ge­reicht ha­ben, kön­nen sich die IV-Stel­len an den Kos­ten für die Mass­nah­men zur Vor­be­rei­tung auf ei­ne erst­ma­li­ge be­ruf­li­che Aus­bil­dung im Sin­ne von Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 be­tei­li­gen, wenn mit den zu­stän­di­gen kan­to­na­len In­stan­zen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d ei­ne Ver­ein­ba­rung be­steht.394

1qua­ter Die In­va­li­den­ver­si­che­rung über­nimmt höchs­tens einen Drit­tel der Kos­ten pro Kan­ton nach Ab­satz 1bis und der Kos­ten pro Mass­nah­me nach Ab­satz 1ter. Der Bun­des­rat kann Höchst­gren­zen für die Bei­trä­ge fest­le­gen und de­ren Aus­rich­tung von wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ma­chen oder mit Auf­la­gen ver­bin­den. Er kann die Kom­pe­tenz, Min­dest­an­for­de­run­gen für die Ver­ein­ba­run­gen fest­zu­le­gen, an das BSV de­le­gie­ren.395

2 Die IV-Stel­len, die Ver­si­che­rungs­trä­ger und die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der So­zi­al­ver­si­che­run­gen sind ge­gen­sei­tig von der Schwei­ge­pflicht (Art. 33 ATSG396) ent­bun­den, so­fern:

a.
die be­trof­fe­nen Ver­si­che­rungs­trä­ger und Durch­füh­rungs­or­ga­ne der So­zi­al­ver­si­che­run­gen je­weils über ei­ne ent­spre­chen­de for­mell­ge­setz­li­che Grund­la­ge ver­fü­gen;
b.
kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht; und
c.
die Aus­künf­te und Un­ter­la­gen da­zu die­nen:
1.
die für die be­trof­fe­ne Per­son ge­eig­ne­ten Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men zu er­mit­teln, oder
2.
die An­sprü­che der be­trof­fe­nen Per­son ge­gen­über den So­zi­al­ver­si­che­run­gen zu klä­ren.

3 Die Schwei­ge­pflicht der IV-Stel­len ent­fällt un­ter den Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 2 Buch­sta­ben b und c auch ge­gen­über Ein­rich­tun­gen, kan­to­na­len Durch­füh­rungs­stel­len und In­sti­tu­tio­nen nach den Ab­sät­zen 1 Buch­sta­ben b–f und 1bis, so­fern die­se je­weils über ei­ne for­mell ge­setz­li­che Grund­la­ge ver­fü­gen und den IV-Stel­len Ge­gen­recht ge­wäh­ren.397

4 Der Da­ten­aus­tausch nach den Ab­sät­zen 2 und 3 darf in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 32 ATSG und Ar­ti­kel 50a Ab­satz 1 AHVG398 im Ein­zel­fall auch münd­lich er­fol­gen. Die be­trof­fe­ne Per­son ist an­sch­lies­send über den er­folg­ten Da­ten­aus­tausch und des­sen In­halt zu in­for­mie­ren.

5 Er­lässt ei­ne IV-Stel­le ei­ne Ver­fü­gung, die den Leis­tungs­be­reich ei­ner Ein­rich­tung oder kan­to­na­len Durch­füh­rungs­stel­le nach den Ab­sät­zen 1 Buch­sta­ben b–f und 1bis be­rührt, so hat sie die­ser ei­ne Ko­pie der Ver­fü­gung zu­zu­stel­len.399

387 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

388 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

389 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

390 SR 961.01

391 SR 831.42

392 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

393 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

394 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

395 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

396 SR 830.1

397 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

398 SR 831.10

399 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 68ter Gesamtschweizerische Information über die Versicherungsleistungen 400  

1 Der Bund sorgt für ei­ne all­ge­mei­ne, ge­samtschwei­ze­ri­sche In­for­ma­ti­on über die Leis­tun­gen der Ver­si­che­rung. Der Bun­des­rat er­lässt die not­wen­di­gen Be­stim­mun­gen über die Art und Wei­se der In­for­ma­ti­on.

2 Die Ver­si­che­rung ver­gü­tet dem Bund die Kos­ten, die sich aus der Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 er­ge­ben.

400 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

Art. 68quater Pilotversuche 401  

1 Das BSV kann zum Zweck der Ein­glie­de­rung be­fris­te­te Pi­lot­ver­su­che be­wil­li­gen, die von den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes ab­wei­chen kön­nen402. Es hört vor­gän­gig die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung an.

2 Es kann die Be­wil­li­gung für Pi­lot­ver­su­che, die sich be­währt ha­ben, um höchs­tens vier Jah­re ver­län­gern.

3 Für die Fi­nan­zie­rung kön­nen Mit­tel der Ver­si­che­rung her­an­ge­zo­gen wer­den.

401 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Ju­li 2007 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).

402 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG – SR 171.10).

Art. 68quinquies Haftung für Schäden in Einsatzbetrieben 403404  

1 Schä­digt ei­ne ver­si­cher­te Per­son wäh­rend ei­ner Mass­nah­me nach Ar­ti­kel 7d, 14a, 15, 16, 17 oder 18a oder einer Abklärung nach Artikel 43 ATSG405den Ein­satz­be­trieb und kann die­ser in sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung von Ar­ti­kel 321eOR406 einen Scha­den­er­satz be­an­spru­chen, so haf­tet die In­va­li­den­ver­si­che­rung für den Scha­den.407

2 Schä­digt die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend ei­ner Mass­nah­me nach Ar­ti­kel 7d, 14a, 15, 16, 17 oder 18a oder einer Abklärung nach Artikel 43 ATSG einen Drit­ten, so haf­tet der Ein­satz­be­trieb wie für das Ver­hal­ten sei­ner Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer.408 Er kann auf die In­va­li­den­ver­si­che­rung Rück­griff neh­men, so­fern die ver­si­cher­te Per­son bei sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung von Ar­ti­kel 321e OR er­satz­pflich­tig wür­de.

3 Die In­va­li­den­ver­si­che­rung kann für Er­satz­leis­tun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 auf die ver­si­cher­te Per­son Rück­griff neh­men, so­fern die­se den Scha­den vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sacht hat.

4 Die ver­si­cher­te Per­son kann nicht di­rekt von den Ge­schä­dig­ten be­langt wer­den.

5 Die zu­stän­di­ge IV-Stel­le ent­schei­det durch Ver­fü­gung über:

a.
An­sprü­che des Ein­satz­be­trie­bes;
b.
Rück­griffs­for­de­run­gen der Ver­si­che­rung ge­gen­über der ver­si­cher­ten Per­son.

403 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

404 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

405 SR 830.1

406 SR 220

407 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

408 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 68sexies Zusammenarbeitsvereinbarung 409  

1 Der Bundesrat kann mit den Dachverbänden der Arbeitswelt Zusammenarbeitsvereinbarungen abschliessen, um die Eingliederung und die Wiedereingliederung von Menschen mit einer Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt sowie deren Verbleib in diesem zu stärken. Er kann die Kompetenz zum Abschluss der Zusammenarbeitsvereinbarungen an das EDI delegieren.

2 Die Zu­sam­men­ar­beits­ver­ein­ba­run­gen le­gen die Mass­nah­men fest, die die Dach­ver­bän­de und de­ren Mit­glie­der zur Er­fül­lung des Zwecks nach Ab­satz 1 durch­füh­ren. Die In­va­li­den­ver­si­che­rung kann sich an der Durch­füh­rung der Mass­nah­men fi­nan­zi­ell be­tei­li­gen.

409 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 68septies Taggeld der Arbeitslosenversicherung 410  

Ab dem 91. Tag­geld über­nimmt die In­va­li­den­ver­si­che­rung für die Per­so­nen nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 5 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 1982411 die Kos­ten der Tag­geld­leis­tun­gen ein­sch­liess­lich sämt­li­cher So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge so­wie die Kos­ten für die ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men.

410 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

411 SR 837.0

Art. 68octies Betriebsräume 412  

1 Der Aus­gleichs­fonds der In­va­li­den­ver­si­che­rung kann im Auf­trag des Bun­des­ra­tes Be­triebs­räu­me für die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der In­va­li­den­ver­si­che­rung er­wer­ben, er­stel­len oder ver­äus­sern, so­fern da­mit län­ger­fris­tig Ein­spa­run­gen für die In­va­li­den­ver­si­che­rung er­zielt wer­den kön­nen.

2 Er über­trägt die­se Be­triebs­räu­me der be­tref­fen­den IV-Stel­le zur Nutz­nies­sung.

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Bi­lan­zie­rung der Be­triebs­räu­me und die Vor­aus­set­zun­gen für die Nutz­nies­sung. Er kann die Kom­pe­tenz, den Aus­gleichs­fonds der In­va­li­den­ver­si­che­rung mit dem Er­werb, Er­stel­len oder Ver­äus­sern von Be­triebs­räu­men für die Durch­füh­rungs­or­ga­ne der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu be­auf­tra­gen, an das BSV de­le­gie­ren.

412 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

5. Kapitel: Die Rechtspflege- und Strafbestimmungen

Art. 69 Besonderheiten der Rechtspflege 413  

1 In Ab­wei­chung von den Ar­ti­keln 52 und 58 ATSG414 sind die nach­ste­hen­den Ver­fü­gun­gen wie folgt an­fecht­bar:

a.
Ver­fü­gun­gen der kan­to­na­len IV-Stel­len: di­rekt vor dem Ver­si­che­rungs­ge­richt am Ort der IV-Stel­le;
b.415
Ver­fü­gun­gen der IV-Stel­le für Ver­si­cher­te im Aus­land: di­rekt beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt.416

1bisDas Be­schwer­de­ver­fah­ren bei Strei­tig­kei­ten über IV-Leis­tun­gen vor dem kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­richt ist kos­ten­pflich­tig.417 Die Kos­ten wer­den nach dem Ver­fah­rens­auf­wand und un­ab­hän­gig vom Streit­wert im Rah­men von 200–1000 Fran­ken fest­ge­legt.418

2 Ab­satz 1bis so­wie Ar­ti­kel 85bis Ab­satz 3 AHVG419 gel­ten sinn­ge­mä­ss für das Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt.420

3 Ge­gen Ent­schei­de der kan­to­na­len Schieds­ge­rich­te nach Ar­ti­kel 27quin­quies kann nach Mass­ga­be des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005421 beim Bun­des­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.422

413 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523).

414 SR 830.1

415 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 2 des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

416 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

417 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 21. Ju­ni 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5137; BBl 2018 1607).

418 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Ju­li 2006 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

419 SR 831.10

420 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. IV 2 des BG vom 16. Dez. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2003; BBl 2005 3079).

421 SR 173.110

422 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on) (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 70 Strafbestimmungen  

Die Ar­ti­kel 87–91 AHVG423 fin­den An­wen­dung auf Per­so­nen, die in ei­ner in die­sen Be­stim­mun­gen um­schrie­be­nen Wei­se die Vor­schrif­ten der In­va­li­den­ver­si­che­rung ver­let­zen.

2. Teil: Die Förderung der Invalidenhilfe

I. …

Art. 71424  

424Auf­ge­ho­ben ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 1991 (3. IV-Re­vi­si­on), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2377; BBl 1988 II 1333).

II. Die Beiträge an Institutionen

Art. 72425  

425Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 9. Okt. 1986, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17).

Art. 73426  

426 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 74 Organisationen der privaten Invalidenhilfe 427  

1 Die Ver­si­che­rung ge­währt den sprach­re­gio­nal oder na­tio­nal tä­ti­gen Dach­or­ga­ni­sa­tio­nen der pri­va­ten In­va­li­den­fach­hil­fe oder In­va­li­den­selbst­hil­fe Bei­trä­ge, ins­be­son­de­re an die Kos­ten der Durch­füh­rung fol­gen­der Auf­ga­ben:428

a.
Be­ra­tung und Be­treu­ung In­va­li­der;
b.
Be­ra­tung der An­ge­hö­ri­gen In­va­li­der;
c.
Kur­se zur Er­tüch­ti­gung In­va­li­der;
d.429
Leis­tun­gen zur Un­ter­stüt­zung und För­de­rung der Ein­glie­de­rung In­va­li­der.

2 Die Bei­trä­ge wer­den wei­ter­hin aus­ge­rich­tet, wenn die be­trof­fe­nen In­va­li­den das Re­fe­ren­zal­ter nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 AHVG430 er­rei­chen.431

427 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

428 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

429 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

430 SR 831.10

431Ein­ge­fügt durch Ziff. 1 des BG vom 9. Okt. 1986 (AS 1987 447; BBl 1985 I 17). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 17. Dez. 2021 (AHV 21), in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 92; BBl 2019 6305).

Art. 75 Gemeinsame Bestimmungen 432  

Der Bun­des­rat setzt die Höchst­gren­zen der Bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 74 fest. Er legt ei­ne Prio­ri­tä­ten­ord­nung fest und kann die Aus­rich­tung der Bei­trä­ge von wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ma­chen oder mit Auf­la­gen ver­bin­den. Das BSV re­gelt die Be­rech­nung der Bei­trä­ge und die Ein­zel­hei­ten der An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen.

432 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020 (Wei­ter­ent­wick­lung der IV), in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Art. 75bis433  

433 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185910, 1994 V 921, 1999 4523). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 108 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 21971069; BBl 2001 4202).

III. …

Art. 76434  

434 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2677; BBl 1999 4983).

3. Teil: Die Finanzierung

1. Kapitel: Die Aufbringung der Mittel 435

435 Eingefügt durch Anhang Ziff. 1 des BG vom 13. Juni 2008 über die Sanierung der Invalidenversicherung, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20103835; BBl 2005 4623).

Art. 77 Grundsatz 436  

1 Die auf­grund die­ses Ge­set­zes zu er­brin­gen­den Leis­tun­gen wer­den fi­nan­ziert durch:437

a.
die Bei­trä­ge der Ver­si­cher­ten und der Ar­beit­ge­ber ge­mä­ss den Ar­ti­keln 2 und 3;
b.438
die Bei­trä­ge des Bun­des;
bbis.439 Ein­nah­men, die sich aus der für die Ver­si­che­rung be­stimm­ten An­he­bung der Mehr­wert­steu­er­sät­ze er­ge­ben;
c.440
die Ver­mö­gen­ser­trä­ge des Aus­gleichs­fonds der In­va­li­den­ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 79;
d.441
die Ein­nah­men aus dem Rück­griff auf haft­pflich­ti­ge Drit­te.

2 Die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung und die aus­ser­or­dent­li­chen Ren­ten wer­den aus­sch­liess­lich durch den Bund fi­nan­ziert.442

436 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 13. Ju­ni 2008 über die Sa­nie­rung der In­va­li­den­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20103835; BBl 2005 4623).

437 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).

438 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

439 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205).

440Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on) (AS 1978 391; BBl 1976 III 1). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).

441Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 5. Okt. 1984, in Kraft seit 1. Jan. 1986 (AS 1985 20022004; BBl 1981 III 737).

442 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

Art. 78 Bundesbeitrag 443  

1 Der Aus­gangs­wert des Bun­des­bei­tra­ges be­läuft sich auf 37,7 Pro­zent des arith­me­ti­schen Mit­tels der um 1,6 Pro­zent ge­kürz­ten Aus­ga­ben der Ver­si­che­rung in den Jah­ren 2010 und 2011.444

2 Der Aus­gangs­wert wird jähr­lich an die ab­dis­kon­tier­te Ver­än­de­rungs­ra­te der Mehr­wert­steuer­ein­nah­men an­ge­passt. Die Mehr­wert­steuer­ein­nah­men wer­den um all­fäl­li­ge Än­de­run­gen der Steu­er­sät­ze und der Be­mes­sungs­grund­la­ge be­rei­nigt.

3 Der Dis­kon­tie­rungs­fak­tor ent­spricht der Ent­wick­lung des Quo­ti­en­ten aus dem jähr­lich zu er­mit­teln­den In­dex nach Ar­ti­kel 33ter Ab­satz 2 AHVG445 und dem vom Bun­des­amt für Sta­tis­tik er­mit­tel­ten Lohn­in­dex ab 2011.

4 Der Bun­des­bei­trag ent­spricht dem nach den Ab­sät­zen 2 und 3 be­rech­ne­ten Be­trag; da­von wer­den die Bei­trä­ge an die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung und an die aus­ser­or­dent­li­chen Ren­ten nach Ar­ti­kel 77 Ab­satz 2 ab­ge­zo­gen.

5 Der Bun­des­bei­trag be­trägt höchs­tens die Hälf­te der Aus­ga­ben der Ver­si­che­rung, je­doch min­des­tens 37,7 Pro­zent der jähr­li­chen Aus­ga­ben der Ver­si­che­rung; da­von wird der Bei­trag an die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung nach Ar­ti­kel 77 Ab­satz 2 ab­ge­zo­gen.

6 Ar­ti­kel 104 AHVG ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

443 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2014, Abs. 4 zwei­ter Teil­satz seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

444 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 12 des BG vom 17. März 2017 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 2017–2019, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5205; BBl 20164691).

445 SR 831.10

Art. 78bis446  

446Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 5. Okt. 1984 (AS 1985 2002; BBl 1981 III 737). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 25 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).

2. Kapitel: Der Ausgleichsfonds der Invalidenversicherung 447

447 Eingefügt durch Anhang Ziff. 1 des BG vom 13. Juni 2008 über die Sanierung der Invalidenversicherung, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 20103835; BBl 2005 4623).

Art. 79 Bildung 448  

1 Un­ter der Be­zeich­nung «Aus­gleichs­fonds der In­va­li­den­ver­si­che­rung» (IV-Aus­gleichs­fonds) wird ein Fonds ge­bil­det, dem al­le Ein­nah­men nach Ar­ti­kel 77 gut­ge­schrie­ben und al­le Aus­ga­ben nach den Ar­ti­keln 4–51, 66–68qua­ter und 73–75 die­ses Ge­set­zes so­wie die Aus­ga­ben auf­grund des Re­gres­ses nach den Ar­ti­keln 72–75 ATSG449 be­las­tet wer­den.

2 Der Be­stand der flüs­si­gen Mit­tel und der An­la­gen des Aus­gleichs­fonds darf in der Re­gel nicht un­ter 50 Pro­zent ei­ner Jah­res­aus­ga­be sin­ken.

448 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).

449 SR 830.1

Art. 79a Verwaltung 450  

Die Ver­wal­tung des IV-Aus­gleichs­fonds rich­tet sich nach dem Aus­gleichs­fonds­ge­setz vom 16. Ju­ni 2017451.

450 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 13. Ju­ni 2008 über die Sa­nie­rung der In­va­li­den­ver­si­che­rung (AS 20103835; BBl 2005 4623). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).

451 SR 830.2

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