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Verordnung
über Einzelkulturbeiträge im Pflanzenbau
und die Zulage für Getreide1
(Einzelkulturbeitragsverordnung, EKBV)

vom 23. Oktober 2013 (Stand am 1. Januar 2020)

1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 54 Absatz 2, 55 Absatz 2, 170 Absatz 3 und 177 Absatz 1
des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 19982,3

verordnet:

2 SR 910.1

3 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

1. Abschnitt: Einzelkulturbeiträge4

4 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art. 1 Zu Beiträgen berechtigende Flächen

1 Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge wer­den für Flä­chen mit den fol­gen­den Kul­tu­ren aus­ge­rich­tet:

a.
Raps, Son­nen­blu­men, Öl­kür­bis­se, Öl­lein, Mohn und Sa­flor;
b.
Saat­gut von Kar­tof­feln, Mais, Fut­ter­grä­sern und Fut­ter­le­gu­mi­no­sen;
c.
So­ja;
d.
Acker­boh­nen, Ei­weis­s­erb­sen und Lu­pi­nen zu Fut­ter­zwe­cken;
e.
Zucker­rü­ben zur Zucker­her­stel­lung.

2 Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge wer­den auch für an­ge­stamm­te Flä­chen in der aus­län­di­schen Grenz­zo­ne nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 der Land­wirt­schaft­li­chen Be­griffs­ver­ord­nung vom 7. De­zem­ber 19985 (LBV) aus­ge­rich­tet.

3 Kei­ne Bei­trä­ge wer­den aus­ge­rich­tet für:

a.
Flä­chen aus­ser­halb der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­che;
b.
Par­zel­len oder Par­zel­len­tei­le mit ho­hem Be­satz an Pro­blem­p­flan­zen, ins­be­son­de­re Bla­cken, Acker­kratz­dis­teln, Que­cken, Flug­ha­fer, Ja­kobs-Kreuz­kraut und in­va­si­ve Neo­phy­ten;
c.
Flä­chen mit Raps, Son­nen­blu­men, Öl­kür­bis­sen, Öl­lein, Mohn, Sa­flor, So­ja, Acker­boh­nen, Ei­weis­s­erb­sen und Lu­pi­nen, die vor ih­rem Rei­fe­zu­stand oder nicht zur Kör­ner­ge­win­nung ge­ern­tet wer­den;
d.
Flä­chen mit Öl­kür­bis­sen, die nicht auf dem Feld aus­ge­dro­schen wer­den;
e.
Acker­schon­strei­fen nach Ar­ti­kel 55 Ab­satz 1 Buch­sta­be j der Di­rekt­zah­lungs­ver­ord­nung vom 23. Ok­to­ber 20136 (DZV).

Art. 2 Höhe der Beiträge

Der Ein­zel­kul­tur­bei­trag be­trägt pro Hekt­are und Jahr für:

Fran­ken

a.
Raps, Son­nen­blu­men, Öl­kür­bis­se, Öl­lein, Mohn und Sa­flor

700

b.
Saat­gut von Kar­tof­feln und Mais

700

c.
Saat­gut von Fut­ter­grä­sern und Fut­ter­le­gu­mi­no­sen

1000

d.
So­ja

1000

e.
Acker­boh­nen, Ei­weis­s­erb­sen und Lu­pi­nen zu Fut­ter­zwe­cken so­wie Mi­schun­gen nach Ar­ti­kel 6b Ab­satz 2

1000

f.7
Zucker­rü­ben zur Zucker­her­stel­lung

2100

f.
Zucker­rü­ben zur Zucker­her­stel­lung

1800

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 bis zum 31. Dez. 2021 (AS 2018 4691).

Art. 3 Koordination mit Direktzahlungen der Europäischen Union

1 Kön­nen ei­nem Be­wirt­schaf­ter oder ei­ner Be­wirt­schaf­te­rin die Di­rekt­zah­lun­gen der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) für an­ge­stamm­te Flä­chen in der aus­län­di­schen Grenz­zo­ne nicht nach Ar­ti­kel 54 Ab­satz 1 DZV8 von den Di­rekt­zah­lun­gen ab­ge­zo­gen wer­den, so wer­den sie von den Ein­zel­kul­tur­bei­trä­gen ab­ge­zo­gen.

2 Für die Be­rech­nung der Ab­zü­ge sind die Di­rekt­zah­lun­gen der EU mass­ge­bend, die für das Vor­jahr aus­ge­rich­tet wur­den.

2. Abschnitt: Getreidezulage9

9 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art. 4 Zur Zulage berechtigende Flächen

1 Die Ge­trei­de­zu­la­ge wird aus­ge­rich­tet für Flä­chen mit den Kul­tu­ren Wei­zen, Din­kel, Rog­gen, Em­mer, Ein­korn, Gers­te, Ha­fer, Tri­ti­ca­le, Reis, Hir­se, Sor­ghum so­wie Mi­schun­gen die­ser Ge­trei­de­ar­ten.

2 Sie wird auch für an­ge­stamm­te Flä­chen in der aus­län­di­schen Grenz­zo­ne nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 LBV10 aus­ge­rich­tet.

3 Kei­ne Zu­la­ge wird aus­ge­rich­tet für:

a.
Flä­chen aus­ser­halb der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­che;
b.
Par­zel­len oder Par­zel­len­tei­le mit ho­hem Be­satz an Pro­blem­p­flan­zen, ins­be­son­de­re Bla­cken, Acker­kratz­dis­teln, Que­cken, Flug­ha­fer, Ja­kobs-Kreuz­kraut und in­va­si­ve Neo­phy­ten;
c.
Ge­trei­de, die vor ih­rem Rei­fe­zu­stand oder nicht zur Kör­ner­ge­win­nung ge­ern­tet wer­den;
d.
Ge­trei­de in Mi­schun­gen nach Ar­ti­kel 6b Ab­satz 2;
e.
Acker­schon­strei­fen nach Ar­ti­kel 55 Ab­satz 1 Buch­sta­be j DZV11.

Art. 5 Höhe der Getreidezulage

Die Ge­trei­de­zu­la­ge pro Hekt­are und Jahr er­rech­net sich aus den für die Zu­la­ge be­wil­lig­ten Mit­teln und der zur Zu­la­ge be­rech­ti­gen­den Ge­trei­de­flä­che. Das Re­sul­tat wird auf gan­ze Fran­ken ab­ge­run­det.

2a. Abschnitt: Voraussetzungen 12

12 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art. 6 Beitragsberechtigte Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen 13

1 Be­wirt­schaf­ter oder Be­wirt­schaf­te­rin­nen von Be­trie­ben sind bei­trags- oder zu­la­gen­be­rech­tigt, wenn sie:

a.
na­tür­li­che Per­so­nen mit zi­vil­recht­li­chen Wohn­sitz in der Schweiz sind; und
b.
vor dem 1. Ja­nu­ar des Bei­trags­jah­res das 65. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben.

2 In Ab­wei­chung von Ab­satz 1 sind auch ju­ris­ti­sche Per­so­nen mit Sitz in der Schweiz so­wie Kan­to­ne und Ge­mein­den bei­trags- oder zu­la­gen­be­rech­tigt, so­fern sie Be­wirt­schaf­te­rin­nen des Be­triebs sind.

3 Bei Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten sind nur die Per­so­nen bei­trags- oder zu­la­gen­be­rech­tigt, die vor dem 1. Ja­nu­ar des Bei­trags­jah­res das 65. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben. Die Bei­trä­ge und die Zu­la­ge wer­den im Ver­hält­nis der bei­trags­be­rech­tig­ten Per­so­nen aus­ge­rich­tet.

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art. 6a Allgemeine Voraussetzungen 14

1 Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge und die Ge­trei­de­zu­la­ge wer­den aus­ge­rich­tet, wenn:

a.
der Be­wirt­schaf­ter oder die Be­wirt­schaf­te­rin den öko­lo­gi­schen Leis­tungs­nach­weis nach den Ar­ti­keln 11–25 DZV15 er­bringt;
b.
auf dem Be­trieb ein Ar­beits­be­darf von min­des­tens 0,20 Stan­dard­ar­beits­kräf­ten nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 LBV16 be­steht; und
c.
min­des­tens 50 Pro­zent der Ar­bei­ten, die für die Be­wirt­schaf­tung des Be­triebs er­for­der­lich sind, mit be­triebs­ei­ge­nen Ar­beits­kräf­ten aus­ge­führt wer­den.

2 Der Ar­beits­auf­wand nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c be­rech­net sich nach dem «ART-Ar­beits­vor­an­schlag 2009» von Agros­co­pe, Ver­si­on 201317.

14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

15 SR 910.13

16 SR 910.91

17 Die Soft­wa­re für die land­wirt­schaft­li­che Be­triebs­pla­nung «ART-Ar­beits­vor­an­schlag» ist ab­ruf­bar un­ter www.ar­beits­vor­an­schlag.ch.

Art. 6b Besondere Voraussetzungen für Einzelkulturbeiträge 18

1 Vor­aus­set­zung für die Ge­wäh­rung des Bei­trags für Saat­gut von Kar­tof­feln, Mais, Fut­ter­grä­sern und Fut­ter­le­gu­mi­no­sen ist die schrift­li­che Fest­le­gung ei­ner be­stimm­ten Flä­che zwi­schen dem Be­wirt­schaf­ter oder der Be­wirt­schaf­te­rin und ei­ner zu­ge­las­se­nen Saat­gut­ver­meh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on. Die Flä­che muss die ge­stützt auf Ar­ti­kel 23 Ab­satz 1 der Saat- und Pflanz­gut-Ver­ord­nung des WBF vom 7. De­zem­ber 199819 fest­ge­leg­ten An­for­de­run­gen er­fül­len.

2 Vor­aus­set­zung für die Ge­wäh­rung des Bei­trags für Mi­schun­gen von Acker­boh­nen, Ei­weis­s­erb­sen und Lu­pi­nen zu Fut­ter­zwe­cken mit Ge­trei­de ist ein Ge­wichts­an­teil der zu Bei­trä­gen be­rech­ti­gen­den Kul­tu­ren von min­des­tens 30 Pro­zent im Ern­te­gut.

3 Vor­aus­set­zung für die Ge­wäh­rung des Bei­trags für Zucker­rü­ben ist die Fest­le­gung ei­ner be­stimm­ten Lie­fer­men­ge in ei­nem schrift­li­chen Ver­trag zwi­schen der Zucker­fa­brik ei­ner­seits und dem Be­wirt­schaf­ter oder der Be­wirt­schaf­te­rin oder den Mit­glie­dern ei­ner Be­triebs­zweig­ge­mein­schaft oder ei­ner Pro­du­zen­ten­ge­mein­schaft an­de­rer­seits.

18 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

19 SR 916.151.1

3. Abschnitt: Verfahren

Art. 7 Gesuche

1 Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge und die Ge­trei­de­zu­la­ge wer­den nur auf Ge­such hin aus­ge­rich­tet.20

2 Das Ge­such muss durch den Be­wirt­schaf­ter oder die Be­wirt­schaf­te­rin ei­nes Be­triebs nach Ar­ti­kel 6 LBV21 oder ei­ner Be­triebs­ge­mein­schaft nach Ar­ti­kel 10 LBV, der oder die den Be­trieb am 31. Ja­nu­ar be­wirt­schaf­tet an die vom Wohn­sitz­kan­ton oder bei ju­ris­ti­schen Per­so­nen an die vom Sitz­kan­ton be­zeich­ne­te Be­hör­de ein­ge­reicht wer­den.

3 Das Ge­such muss ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.22
die Kul­tu­ren nach Ar­ti­kel 1 oder 4, für die Bei­trä­ge oder die Zu­la­ge be­an­tragt wer­den;
b.
die vor­aus­sicht­li­chen Be­triebs- und Struk­tur­da­ten am 1. Mai nach der Ver­ord­nung vom vom 23. Ok­to­ber 201323 über In­for­ma­ti­ons­sys­te­me im Be­reich der Land­wirt­schaft;
c.
Flä­chen­än­de­run­gen, die Adres­se der da­von be­trof­fe­nen Be­trie­be so­wie die bis­he­ri­gen und die neu­en Be­wirt­schaf­ter und Be­wirt­schaf­te­rin­nen;
d.
die für an­ge­stamm­te Flä­chen in der aus­län­di­schen Grenz­zo­ne für das Vor­jahr er­hal­te­nen Di­rekt­zah­lun­gen der EU.

4 Be­wirt­schaf­ter oder Be­wirt­schaf­te­rin­nen von Be­trie­ben mit an­ge­stamm­ten Flä­chen in der aus­län­di­schen Grenz­zo­ne ha­ben dem Kan­ton auf Ver­lan­gen ei­ne Be­stä­ti­gung der mit der Aus­zah­lung be­auf­trag­ten aus­län­di­schen Amts­stel­le über die aus­ge­rich­te­ten Di­rekt­zah­lun­gen der EU ein­zu­rei­chen.

5 Der Be­wirt­schaf­ter oder die Be­wirt­schaf­te­rin hat im Ge­such und auf den Er­he­bungs­for­mu­la­ren zu be­stä­ti­gen, dass die An­ga­ben kor­rekt sind. Die Be­stä­ti­gung kann mit hand­schrift­li­cher Un­ter­zeich­nung oder mit elek­tro­ni­scher Si­gna­tur nach Vor­ga­be des Kan­tons er­fol­gen.

6 Der Kan­ton be­stimmt:

a.
ob das Ge­such in Pa­pier­form oder elek­tro­nisch ein­zu­rei­chen ist;
b.24
ob Ge­su­che, die elek­tro­nisch ein­ge­reicht wer­den, mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Si­gna­tur nach Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be e des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 201625 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur ver­se­hen wer­den kön­nen.

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

21 SR 910.91

22 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

23 SR 919.117.71

24 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 10 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).

25 SR 943.03

Art. 8 Gesuchstermine und Fristen 26

1 Das Ge­such für Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge und die Ge­trei­de­zu­la­ge ist bei der vom zu­stän­di­gen Kan­ton be­zeich­ne­ten Be­hör­de zwi­schen dem 15. Ja­nu­ar und dem 15. März ein­zu­rei­chen. Der Kan­ton kann die Frist bei An­pas­sun­gen der In­for­ma­tik­sys­te­me oder in an­de­ren be­son­de­ren Si­tua­tio­nen bis zum 1. Mai ver­län­gern.27

2 Der Kan­ton kann in­ner­halb der Frist nach Ab­satz 1 einen Ge­suchs­ter­min fest­le­gen.

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079).

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art.9 Änderungen des Gesuchs 28

1 Der Be­wirt­schaf­ter oder die Be­wirt­schaf­te­rin hat der vom zu­stän­di­gen Kan­ton be­zeich­ne­ten Be­hör­de schrift­lich zu mel­den, wenn sich nach der Ge­such­sein­rei­chung her­aus­stellt, dass die An­ga­ben im Ge­such ge­än­dert wer­den müs­sen. Die Mel­dung hat vor den An­pas­sun­gen der Be­wirt­schaf­tung zu er­fol­gen.

1bis29

2 Nach­träg­li­che Ver­än­de­run­gen von Flä­chen und Haupt­kul­tu­ren so­wie Be­wirt­schaf­ter­wech­sel sind bis zum 1. Mai zu mel­den.30

3 Kann der Be­wirt­schaf­ter oder die Be­wirt­schaf­te­rin die An­for­de­run­gen für Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge und die Ge­trei­de­zu­la­ge, die er oder sie im Ge­such be­an­tragt hat, nicht er­fül­len, so hat er oder sie dies um­ge­hend der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Stel­le zu mel­den. Die Mel­dung wird be­rück­sich­tigt, wenn sie spä­tes­tens er­folgt:

a.
am Tag vor Er­halt der An­kün­di­gung ei­ner Kon­trol­le;
b.
am Tag vor der Kon­trol­le bei un­an­ge­kün­dig­ten Kon­trol­len.31

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079).

29 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Okt. 2014 (AS 20143963). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079).

30 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079).

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017 (AS 2017 6079). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art. 10 Festsetzung der Beiträge

1 Der Kan­ton über­prüft die Bei­trags- oder Zu­la­gen­be­rech­ti­gung und setzt die Bei­trä­ge oder die Zu­la­ge auf­grund der er­ho­be­nen Da­ten fest.32

2 Der Kan­ton er­fasst die An­ga­ben zu Be­trieb, Be­wirt­schaf­ter und Be­wirt­schaf­te­rin­nen, Flä­chen und Kul­tu­ren zwi­schen dem 15. Ja­nu­ar und 28. Fe­bru­ar. Die Kan­to­ne er­fas­sen Än­de­run­gen bis zum 1. Mai.

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art. 11 Auszahlung der Beiträge und der Zulage an die Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen 33

1 Der Kan­ton zahlt die Bei­trä­ge und die Zu­la­ge wie folgt aus:

a.
Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge: bis zum 10. No­vem­ber des Bei­trags­jahrs;
b.
Ge­trei­de­zu­la­ge: bis zum 20. De­zem­ber des Bei­trags­jahrs.

2 Bei­trä­ge und Zu­la­gen, die nicht zu­ge­stellt wer­den kön­nen, ver­fal­len nach fünf Jah­ren. Der Kan­ton muss sie dem Bun­des­amt für Land­wirt­schaft (BLW) zu­rück­er­stat­ten.

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art. 12 Überweisung der Beiträge und der Zulage an den Kanton 34

1 Der Kan­ton über­mit­telt dem BLW die für die Zu­la­ge be­rech­tig­te Flä­che bis am 15. Ok­to­ber.

2 Er be­rech­net die Bei­trä­ge und die Zu­la­ge wie folgt:

a.
Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge: spä­tes­tens am 10. Ok­to­ber;
b.
Ge­trei­de­zu­la­ge: spä­tes­tens am 20. No­vem­ber.

3 Er for­dert den ent­spre­chen­den Ge­samt­be­trag beim BLW an:

a.
für Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge: bis zum 15. Ok­to­ber mit An­ga­be der ein­zel­nen Bei­trä­ge;
b.
für die Ge­trei­de­zu­la­ge: bis zum 25. No­vem­ber.

4 Für Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge sind Nach­be­ar­bei­tun­gen bis spä­tes­tens zum 20. No­vem­ber mög­lich. Der Kan­ton be­rech­net die Bei­trä­ge aus Nach­be­ar­bei­tun­gen spä­tes­tens am 20. No­vem­ber. Er for­dert den ent­spre­chen­den Ge­samt­be­trag bis zum 25. No­vem­ber mit An­ga­be der ein­zel­nen Bei­trä­ge beim BLW an.

5 Der Kan­ton lie­fert dem BLW bis zum 31. De­zem­ber die elek­tro­ni­schen Aus­zah­lungs­da­ten über die Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge und die Zu­la­ge. Die Aus­zah­lungs­da­ten müs­sen mit den Be­trä­gen nach den Ab­sät­zen 2 und 3 über­ein­stim­men.

6 Das BLW kon­trol­liert die Aus­zah­lungs­lis­ten des Kan­tons und über­weist die­sem den Ge­samt­be­trag.

34 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art. 13 Eröffnung von Verfügungen

1 Die Kan­to­ne ha­ben dem BLW Bei­trags­ver­fü­gun­gen nur auf Ver­lan­gen zu­zu­stel­len.

2 Sie er­öff­nen dem BLW die Be­schwer­de­ent­schei­de.

4. Abschnitt: Kontrollen

Art. 14 Grundsatz

1 Der Kan­ton über­prüft die An­ga­ben der Be­wirt­schaf­ter und Be­wirt­schaf­te­rin­nen, kon­trol­liert die Be­wirt­schaf­tungs­art und be­ur­teilt vor der Ern­te den Stand der Kul­tu­ren.

2 Die Häu­fig­keit und die Ko­or­di­na­ti­on der Kon­trol­len rich­ten sich nach der Ver­ord­nung vom 31. Ok­to­ber 201835 über die Ko­or­di­na­ti­on der Kon­trol­len auf Land­wirt­schafts­be­trie­ben.36

3 Die Kon­trol­len wer­den teil­wei­se oh­ne Vor­an­mel­dung durch­ge­führt.

35 SR 910.15

36 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. 3 der V vom 31. Okt. 2018 über die Ko­or­di­na­ti­on der Kon­trol­len auf Land­wirt­schafts­be­trie­ben, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 4171).

Art. 15 Beizug Dritter 37

Der Kan­ton kann die nach Ar­ti­kel 14 er­for­der­li­chen Ar­bei­ten de­le­gie­ren. Er re­gelt die Ab­gel­tung der de­le­gier­ten Ar­bei­ten und über­wacht die Kon­troll­tä­tig­keit stich­pro­ben­mäs­sig.

37 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079).

Art. 16 Verfahren bei Feststellung von Unregelmässigkeiten

1 Stellt die Kon­troll­stel­le bei der Kon­trol­le falsche Flä­chen­an­ga­ben, einen un­be­frie­di­gen­den Stand der Kul­tu­ren oder das Nicht­ein­hal­ten der ge­mel­de­ten Be­wirt­schaf­tungs- oder Ver­wen­dungs­art fest oder wer­den ihr ent­spre­chen­de Tat­be­stän­de von den Ab­neh­mern ge­mel­det, so gibt sie dem Be­wirt­schaf­ter oder der Be­wirt­schaf­te­rin un­ver­züg­lich da­von Kennt­nis.

2 und 338

38 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079).

Art. 17 Erfassung und Bericht

1 Die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den sor­gen da­für, dass die Kon­troll­da­ten im zen­tra­len In­for­ma­ti­ons­sys­tem nach Ar­ti­kel 165d des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 1998 er­fasst oder da­hin über­mit­telt wer­den.

2 Der Kan­ton er­stellt jähr­lich nach Vor­ga­be des BLW einen Be­richt über sei­ne Über­wa­chungs­tä­tig­keit nach Ar­ti­kel 15.39

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6079).

5. Abschnitt: Verwaltungssanktionen

Art. 18 Kürzung und Verweigerung der Beiträge oder der Zulage 40

1 Die Kan­to­ne kür­zen oder ver­wei­gern die Bei­trä­ge oder die Zu­la­ge ge­mä­ss An­hang.

2 Sie er­stel­len jähr­lich einen Be­richt über die von ih­nen ver­füg­ten Kür­zun­gen und Ver­wei­ge­run­gen von Bei­trä­gen oder Zu­la­gen. Die voll­stän­di­ge Er­fas­sung im zen­tra­len In­for­ma­ti­ons­sys­tem für Kon­troll­da­ten nach Ar­ti­kel 165d des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 1998 gilt als Be­richt.

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Art.19 Höhere Gewalt 41

1 Wer­den auf­grund hö­he­rer Ge­walt An­for­de­run­gen des öko­lo­gi­schen Leis­tungs­nach­wei­ses nicht er­füllt oder wird das Ge­such auf­grund hö­he­rer Ge­walt ver­spä­tet ein­ge­reicht, so kann der Kan­ton auf die Kür­zung oder Ver­wei­ge­rung der Ein­zel­kul­tur­bei­trä­ge ver­zich­ten.

2 Als hö­he­re Ge­walt gel­ten ins­be­son­de­re:

a.
der Tod des Be­wirt­schaf­ters oder der Be­wirt­schaf­te­rin;
b.
die Ent­eig­nung ei­nes grös­se­ren Teils der Be­triebs­flä­che, wenn die Ent­eig­nung bei Ein­rei­chung des Bei­trags­ge­suchs nicht vor­her­seh­bar war;
c.
ei­ne schwer­wie­gen­de Na­tur­ka­ta­stro­phe oder ei­ne Ka­ta­stro­phe, de­ren Ur­sa­che nicht im Ein­fluss­be­reich des Be­wirt­schaf­ters oder der Be­wirt­schaf­te­rin liegt und die auf der Be­triebs­flä­che grös­se­re Schä­den an­rich­tet.

3 Der Be­wirt­schaf­ter oder die Be­wirt­schaf­te­rin muss Fäl­le hö­he­rer Ge­walt in­ner­halb von zehn Ta­gen nach Be­kannt­wer­den der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de schrift­lich mel­den und der Mel­dung die ent­spre­chen­den Be­wei­se bei­le­gen.

4 Die Kan­to­ne re­geln das Ver­fah­ren.

41 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Okt. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 20143963).

Art. 202442

42 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Okt. 2014, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 20143963).

6. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 25 Vollzug

1 Das BLW voll­zieht die­se Ver­ord­nung, so­weit nicht die Kan­to­ne da­mit be­auf­tragt sind.

2 Es be­auf­sich­tigt den Voll­zug in den Kan­to­nen.

Art. 26 Aufhebung eines anderen Erlasses

Die Acker­bau­bei­trags­ver­ord­nung vom 7. De­zem­ber 199843 wird auf­ge­ho­ben.

Art. 27 Übergangsbestimmungen

1 Für die Fris­ten der Da­te­ner­he­bung und die Stich­ta­ge im Jahr 2014 gel­ten die Be­stim­mun­gen der Acker­bau­bei­trags­ver­ord­nung vom 7. De­zem­ber 199844.

2 Bei Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten, die im Jahr 2013 Bei­trä­ge nach der Acker­bau­bei­trags­ver­ord­nung vom 7. De­zem­ber 1998 er­hal­ten ha­ben, ist bis En­de 2015 das Al­ter des jüngs­ten Be­wirt­schaf­ters oder der jüngs­ten Be­wirt­schaf­te­rin mass­ge­bend.

Art. 28 Inkrafttreten

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2014 in Kraft.

Anhang 45

45 Eingefügt durch Ziff. II der V vom 29. Okt. 2014 (AS 20143963). Fassung gemäss Ziff. II der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3943).

Kürzungen der Einzelkulturbeiträge und der Getreidezulage

1 Allgemeines

2 Kürzungen der Beiträge und der Zulage