Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer
und über die Integration
(Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG)1

1 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Integration), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).


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Art. 120 Weitere Widerhandlungen

1 Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:

a.
die An- oder Ab­mel­de­pflich­ten ver­letzt (Art. 10–16);
b.
oh­ne er­for­der­li­che Be­wil­li­gung die Stel­le wech­selt oder von ei­ner un­selb­stän­di­gen zu ei­ner selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit über­geht (Art. 38);
c.
oh­ne er­for­der­li­che Be­wil­li­gung den Wohn­ort in einen an­de­ren Kan­ton ver­legt (Art. 37);
d.
mit der Be­wil­li­gung ver­bun­de­ne Be­din­gun­gen nicht ein­hält (Art. 32, 33 und 35);
e.
der Mit­wir­kungs­pflicht bei der Be­schaf­fung der Aus­weis­pa­pie­re (Art. 90 Bst. c) nicht nach­kommt;
f.463
die Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 85a Ab­sät­ze 2 und 3bis ver­letzt oder mit der Mel­dung ver­bun­de­ne Be­din­gun­gen nicht ein­hält (Art. 85a Abs. 2–3bis);
g.464
sich der Kon­trol­le durch ein Kon­troll­or­gan nach Ar­ti­kel 85aAb­satz 4 wi­der­setzt oder die­se Kon­trol­le ver­un­mög­licht.

2 Bei Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu die­sem Ge­setz kann der Bun­des­rat Bus­sen bis zu 5000 Fran­ken vor­se­hen.

463 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on) (AS 2017 6521; BBl 2013 2397, 2016 2821). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2021 (Ein­schrän­kun­gen für Rei­sen ins Aus­land und An­pas­sun­gen des Sta­tus der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2024 (AS 2024 188; BBl 2020 7457).

464 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

BGE

148 IV 281 (6B_1361/2020) from 28. März 2022
Regeste: Art. 8 Abs. 4 AsylG; Verletzung der Mitwirkungspflicht zur Beschaffung von Reisepapieren; Vorrang des AsylG gegenüber dem AuG bzw. AIG; Legalitätsprinzip. Schuldspruch wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht zur Beschaffung von Reisepapieren gestützt auf Art. 120 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 90 lit. c AuG; Bestimmungen sind deckungsgleich mit denjenigen im heute geltenden AIG (E. 1.4.1). Vorrang der Bestimmungen des AsylG gegenüber denjenigen des AuG gemäss Art. 2 Abs. 1 AuG (E. 1.4.2). Die Mitwirkungspflicht zur Beschaffung von Reisepapieren i.S.v. Art. 8 Abs. 4 AsylG geht für einen rechtskräftig weggewiesenen Asylsuchenden derjenigen aus Art. 90 lit. c AuG vor (E. 1.4.3). Für die Verletzung der Mitwirkungspflicht i.S.v. Art. 8 Abs. 4 AsylG sieht das AsylG keine Strafnorm vor (E. 1.4.4). Der gestützt auf Art. 120 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 90 lit. c AuG gegen den Beschwerdeführer als rechtskräftig weggewiesenen Asylsuchenden ergangene Schuldspruch verletzt Bundesrecht (E. 1.5).

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