Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer
und über die Integration
(Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG)1

1 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (Integration), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).


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Art. 85a Erwerbstätigkeit 270

1 Vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Per­so­nen kön­nen in der gan­zen Schweiz ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben. Bei un­selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit müs­sen die orts-, be­rufs- und bran­chen­üb­li­chen Lohn- und Ar­beits­be­din­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den (Art. 22). Für vor­läu­fig auf­ge­nom­me­ne Flücht­lin­ge gilt Ar­ti­kel 61 AsylG271.272

2 Die Auf­nah­me und die Be­en­di­gung der un­selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit so­wie ein Stel­len­wech­sel müs­sen vom Ar­beit­ge­ber vor­gän­gig der vom Kan­ton be­zeich­ne­ten, für den Ar­beit­s­ort zu­stän­di­gen Be­hör­de ge­mel­det wer­den. Die Mel­dung muss ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:273

a.
die Iden­ti­tät und den Lohn der er­werbs­tä­ti­gen Per­son;
b.
die aus­ge­üb­te Tä­tig­keit;
c.
den Ar­beit­s­ort.

3 Der Ar­beit­ge­ber muss der Mel­dung ei­ne Er­klä­rung bei­le­gen, dass er die orts-, be­rufs- und bran­chen­üb­li­chen Lohn- und Ar­beits­be­din­gun­gen kennt und sich ver­pflich­tet, sie ein­zu­hal­ten.

3bis Bei selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit muss die Mel­dung durch die be­tref­fen­de Per­son er­fol­gen. Die Mel­dung muss ins­be­son­de­re die An­ga­ben nach Ab­satz 2 ent­hal­ten.274

4 Die Be­hör­de nach Ab­satz 2 über­mit­telt den Kon­troll­or­ga­nen, die für die Über­prü­fung der Ein­hal­tung der Lohn- und Ar­beits­be­din­gun­gen zu­stän­dig sind, un­ver­züg­lich ei­ne Ko­pie der Mel­dung.

5 Der Bun­des­rat be­zeich­net die zu­stän­di­gen Kon­troll­or­ga­ne.

6 Er re­gelt das Mel­de­ver­fah­ren.

270 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 2016 (In­te­gra­ti­on), in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6521, 2018 3171; BBl 2013 2397, 2016 2821).

271 SR 142.31

272 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2021 (Ein­schrän­kun­gen für Rei­sen ins Aus­land und An­pas­sun­gen des Sta­tus der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2024 (AS 2024 188; BBl 2020 7457).

273 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2021 (Ein­schrän­kun­gen für Rei­sen ins Aus­land und An­pas­sun­gen des Sta­tus der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2024 (AS 2024 188; BBl 2020 7457).

274 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2021 (Ein­schrän­kun­gen für Rei­sen ins Aus­land und An­pas­sun­gen des Sta­tus der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me), in Kraft seit 1. Ju­ni 2024 (AS 2024 188; BBl 2020 7457).

BGE

150 I 93 (2C_198/2023) from 7. Februar 2024
Regeste: Art. 8 Ziff. 1 EMRK; Art. 13 BV; Art. 3 KRK; Umwandlung des Status der vorläufigen Aufnahme in eine Aufenthaltsbewilligung. Die Nachteile, die mit dem Status der vorläufigen Aufnahme im Vergleich zur Aufenthaltsbewilligung für Kinder im Alter von 10 und 12 Jahren verbunden sind, erreichen nicht die erforderliche Schwere, um den Anspruch auf Achtung des Privatlebens im Sinne von Art. 8 EMRK zu berühren (E. 6). Der Status der vorläufigen Aufnahme ermöglicht unter den vorliegenden Umständen auch die Wahrung der übergeordneten Interessen der Beschwerdeführer, wie sie sich aus der Kinderrechtskonvention ergeben (E. 6.7.1).

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