Asylgesetz
(AsylG)


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Art. 8a Bearbeitung von Personendaten aus elektronischen Datenträgern 24

1 Das SEM kann wäh­rend der Dau­er des Asyl­ver­fah­rens zur Ab­klä­rung der Iden­ti­tät, der Na­tio­na­li­tät und des Rei­se­we­ges Per­so­nen­da­ten der be­trof­fe­nen asyl­su­chen­den Per­son, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten nach Ar­ti­kel 5 Buch­sta­be c des Da­ten­schutz­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 202025 (DSG) aus elek­tro­ni­schen Da­ten­trä­gern, aus der «Cloud» oder aus «Cloud-Diens­ten» be­ar­bei­ten.

2 Per­so­nen­da­ten von Dritt­per­so­nen dür­fen nur be­ar­bei­tet wer­den, wenn die Be­ar­bei­tung der Per­so­nen­da­ten der asyl­su­chen­den Per­son nicht aus­reicht, um die Ziel­set­zun­gen nach Ab­satz 1 zu er­rei­chen.

3 Elek­tro­ni­sche Da­ten­trä­ger sind ins­be­son­de­re:

a.
Mo­bil­te­le­fo­ne, Smart­pho­nes und -wat­ches, SIM-Kar­ten;
b.
Com­pu­ter, Lap­tops, No­te­books, Ta­blets;
c.
Spei­cher­me­di­en wie USB-Sticks, SD-Spei­cher­kar­ten, DVD und CD-ROM.

4 Das SEM ana­ly­siert für je­den Ein­zel­fall vor­gän­gig die Not­wen­dig­keit und Ver­hält­nis­mäs­sig­keit des Ver­fah­rens nach die­sem Ar­ti­kel.

5 Bis zur Aus­wer­tung kön­nen die Per­so­nen­da­ten auf ei­nem ge­si­cher­ten Ser­ver des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ments (EJPD) zwi­schen­ge­spei­chert wer­den.

6 Zum Zeit­punkt, zu dem die asyl­su­chen­de Per­son auf­ge­for­dert wird, im Sin­ne von Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 Buch­sta­be g ih­re elek­tro­ni­schen Da­ten­trä­ger dem SEM aus­zu­hän­di­gen, wird sie über das vor­ge­se­he­ne Ver­fah­ren in­for­miert, ins­be­son­de­re über des­sen Zweck, Ab­lauf, die Art der aus­ge­wer­te­ten Da­ten, die Aus­wer­tungs­me­tho­de, die Spei­cher­me­tho­de und die Lö­schung der Da­ten.

7Die Aus­wer­tung er­folgt grund­sätz­lich wäh­rend der Vor­be­rei­tungs­pha­se (Art. 26). Sie wird durch Mit­ar­bei­ten­de des SEM in An­we­sen­heit der asyl­su­chen­den­den Per­son durch­ge­führt, aus­ser die­se ver­zich­tet auf die An­we­sen­heit bei der Aus­wer­tung oder wei­gert sich, bei der Aus­wer­tung an­we­send zu sein. Die Aus­wer­tung wird in ei­nem Pro­to­koll fest­ge­hal­ten. Sie er­folgt auf der Grund­la­ge der nach Ab­satz 5 zwi­schen­ge­spei­cher­ten Da­ten und falls nö­tig an­hand der Prü­fung des elek­tro­ni­schen Da­ten­trä­gers.

8 Nach der Aus­wer­tung wer­den die nach Ab­satz 5 zwi­schen­ge­spei­cher­ten Per­so­nen­da­ten ge­löscht. Al­le Per­so­nen­da­ten wer­den spä­tes­tens ein Jahr nach der Zwi­schen­spei­che­rung au­to­ma­tisch ge­löscht.

9 Al­le aus­ge­wer­te­ten Per­so­nen­da­ten sind im Asyl­dos­sier ab­zu­le­gen. Die asyl­su­chen­de Per­son kann sich zur Aus­wer­tung äus­sern.

10 Der Bun­des­rat legt fest, wel­che Da­ten nach Ab­satz 1 er­ho­ben wer­den, und re­gelt den Zu­griff so­wie die Ein­zel­hei­ten der Aus­wer­tung der Per­so­nen­da­ten.

24 Ein­ge­fügt durch Ziff. I und Abs. 1 durch Ziff. III des BG vom 1. Okt. 2021, in Kraft seit 1. April 2025 (AS 2024 189; BBl 2020 9287; 2021 137). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

25 SR 235.1

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