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Bundesgesetz
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG)

vom 25. Juni 1982 (Stand am 1. Januar 2024)

Art. 16 Zumutbare Arbeit 68

1 Der Ver­si­cher­te muss zur Scha­dens­min­de­rung grund­sätz­lich je­de Ar­beit un­ver­züg­lich an­neh­men.

2 Un­zu­mut­bar und so­mit von der An­nah­me­pflicht aus­ge­nom­men ist ei­ne Ar­beit, die:

a.
den be­rufs- und orts­üb­li­chen, ins­be­son­de­re den ge­samt- oder nor­ma­l­ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen nicht ent­spricht;
b.
nicht an­ge­mes­sen auf die Fä­hig­kei­ten oder auf die bis­he­ri­ge Tä­tig­keit des Ver­si­cher­ten Rück­sicht nimmt;
c.
dem Al­ter, den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen oder dem Ge­sund­heits­zu­stand des Ver­si­cher­ten nicht an­ge­mes­sen ist;
d.
die Wie­der­be­schäf­ti­gung des Ver­si­cher­ten in sei­nem Be­ruf we­sent­lich er­schwert, falls dar­auf in ab­seh­ba­rer Zeit über­haupt Aus­sicht be­steht;
e.
in ei­nem Be­trieb aus­zu­füh­ren ist, in dem we­gen ei­ner kol­lek­ti­ven Ar­beitss­trei­tig­keit nicht nor­mal ge­ar­bei­tet wird;
f.
einen Ar­beits­weg von mehr als zwei Stun­den je für den Hin- und Rück­weg not­wen­dig macht und bei wel­cher für den Ver­si­cher­ten am Ar­beit­s­ort kei­ne an­ge­mes­se­ne Un­ter­kunft vor­han­den ist oder er bei Vor­han­den­sein ei­ner ent­spre­chen­den Un­ter­kunft sei­ne Be­treu­ungs­pflicht ge­gen­über den An­ge­hö­ri­gen nicht oh­ne grös­se­re Schwie­rig­kei­ten er­fül­len kann;
g.
ei­ne stän­di­ge Ab­rufs­be­reit­schaft des Ar­beit­neh­mers über den Um­fang der ga­ran­tier­ten Be­schäf­ti­gung hin­aus er­for­dert;
h.
in ei­nem Be­trieb aus­zu­füh­ren ist, der Ent­las­sun­gen zum Zwe­cke vor­ge­nom­men hat, Neu- oder Wie­der­ein­stel­lun­gen zu we­sent­lich schlech­teren Ar­beits­be­din­gun­gen vor­zu­neh­men; oder
i.
dem Ver­si­cher­ten einen Lohn ein­bringt, der ge­rin­ger ist als 70 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes, es sei denn, der Ver­si­cher­te er­hal­te Kom­pen­sa­ti­ons­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 24 (Zwi­schen­ver­dienst); mit Zu­stim­mung der tri­par­ti­ten Kom­mis­si­on kann das re­gio­na­le Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­trum in Aus­nah­me­fäl­len auch ei­ne Ar­beit für zu­mut­bar er­klä­ren, de­ren Ent­löh­nung we­ni­ger als 70 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes be­trägt.

3 Ist der Ver­si­cher­te ver­min­dert leis­tungs­fä­hig, so ist Ab­satz 2 Buch­sta­be a nicht an­wend­bar. Von der An­nah­me­pflicht aus­ge­nom­men ist ei­ne Tä­tig­keit, bei wel­cher die Ent­löh­nung ge­rin­ger ist, als sie auf­grund der ver­min­der­ten Leis­tungs­fä­hig­keit sein müss­te.

3bis Ab­satz 2 Buch­sta­be b gilt nicht für Per­so­nen bis zum zu­rück­ge­leg­ten 30. Al­ters­jahr.69

68Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 273; BBl 1994 I 340).

69 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1167; BBl 2008 7733).