Verordnung
über die Beaufsichtigung von privaten
Versicherungsunternehmen
(Aufsichtsverordnung, AVO)


Open article in different language:  FR  |  IT
Art. 69a

1 Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men müs­sen ih­re Ver­mö­gens­wer­te nach dem Grund­satz der un­ter­neh­me­ri­schen Vor­sicht an­le­gen und da­bei fol­gen­de An­for­de­run­gen ein­hal­ten:

a.
Sie dür­fen aus­sch­liess­lich in Ver­mö­gens­wer­te und In­stru­men­te in­ves­tie­ren, de­ren Ri­si­ken sie hin­rei­chend be­ur­tei­len, be­wer­ten, über­wa­chen, steu­ern und in ih­re Be­richt­er­stat­tung ein­be­zie­hen kön­nen.
b.
Sie müs­sen ih­re Ver­mö­gens­wer­te so an­le­gen, dass Si­cher­heit, Qua­li­tät, Li­qui­di­tät und Ren­ta­bi­li­tät des Port­fo­li­os als Gan­zes si­cher­ge­stellt wer­den. Die Be­le­gen­heit der Ver­mö­gens­wer­te muss die Ver­füg­bar­keit ge­währ­leis­ten.
c.
Sie müs­sen Ver­mö­gens­wer­te, die zur Be­de­ckung der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ge­hal­ten wer­den, fol­gen­der­mas­sen an­le­gen:
1.
in ei­ner der Art und Lauf­zeit der Ver­si­che­rungs­ver­pflich­tun­gen des Un­ter­neh­mens an­ge­mes­se­nen Wei­se;
2.
im bes­ten In­ter­es­se der Ver­si­che­rungs­neh­mer und An­spruchs­be­rech­tig­ten; und
3.
un­ter Be­rück­sich­ti­gung der stra­te­gi­schen Zie­le.
d.
Sie müs­sen im Fall ei­nes In­ter­es­sen­kon­flikts si­cher­stel­len, dass die An­la­ge im In­ter­es­se der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin­nen und -neh­mer so­wie der An­spruchs­be­rech­tig­ten er­folgt.
e.
Sie müs­sen An­la­gen und Ver­mö­gens­wer­te, die nicht zum Han­del an ei­nem ge­re­gel­ten Fi­nanz­markt zu­ge­las­sen sind, sind auf ei­nem vor­sich­ti­gen Ni­veau hal­ten.
f.
Sie müs­sen An­la­gen in an­ge­mes­se­ner Wei­se so mi­schen und streu­en, dass ei­ne über­mäs­si­ge Ab­hän­gig­keit von ei­ner An­la­ge­klas­se, ei­nem Ver­mö­gens­wert, ei­nem Emit­ten­ten, ei­ner Un­ter­neh­mens­grup­pe, ei­nem Markt, ei­ner geo­gra­phi­schen Re­gi­on so­wie ei­ne über­mäs­si­ge Ri­si­ko­kon­zen­tra­ti­on im Port­fo­lio ins­ge­samt ver­mie­den wird.
g.
Die Ver­wen­dung de­ri­va­ti­ver Fi­nan­z­in­stru­men­te ist nur zu­läs­sig, so­fern die­se zur Ver­rin­ge­rung von Ri­si­ken oder zur ef­fi­zi­en­ten Be­wirt­schaf­tung der Ka­pi­tal­an­la­gen die­nen; un­zu­läs­sig sind Ge­schäf­te, bei de­nen ent­spre­chen­de Wert­pa­pier­be­stän­de nicht vor­han­den sind (Leer­ver­käu­fe).

2 Wer­den An­la­gen für Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ge­tä­tigt, bei de­nen das An­la­ge­ri­si­ko von der Ver­si­che­rungs­neh­me­rin oder dem Ver­si­che­rungs­neh­mer ge­tra­gen wird, so gel­ten Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–d so­wie die fol­gen­den Be­stim­mun­gen:

a.
So­weit Leis­tun­gen aus ei­nem Ver­trag di­rekt an den Wert von An­tei­len an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen oder an im in­ter­nen An­la­ge­be­stand ge­hal­te­nen Ver­mö­gens­wer­ten ge­bun­den sind, müs­sen die ent­spre­chen­den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen so ge­nau wie mög­lich durch die be­tref­fen­den An­tei­le oder, so­fern für den An­la­ge­be­stand kei­ne An­tei­le ge­bil­det wur­den, durch die be­tref­fen­den Ver­mö­gens­wer­te ge­deckt wer­den.
b.
So­weit Leis­tun­gen aus ei­nem Ver­trag di­rekt an einen In­dex oder an einen an­de­ren als die in Buch­sta­be a ge­nann­ten Be­zugs­wer­te ge­bun­den sind, müs­sen die ent­spre­chen­den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen so ge­nau wie mög­lich durch die Ver­mö­gens­wer­te ab­bil­det wer­den, auf de­nen der In­dex oder der Be­zugs­wert be­ruht. Wenn kei­ne An­tei­le ge­bil­det wer­den, sind die Rück­stel­lun­gen durch Ver­mö­gens­wer­te mit an­ge­mes­se­ner Si­cher­heit und Rea­li­sier­bar­keit ab­zu­bil­den, die so ge­nau wie mög­lich den­je­ni­gen Wer­ten ent­spre­chen, auf de­nen der je­wei­li­ge Re­fe­renz­wert be­ruht.
c.
So­weit in ei­nem Ver­trag ne­ben den in den Buch­sta­ben a und b ge­nann­ten Leis­tun­gen ei­ne Ga­ran­tie in Be­zug auf das An­la­ge­er­geb­nis oder ei­ne sons­ti­ge ga­ran­tier­te Leis­tung vor­ge­se­hen ist, müs­sen auf die zur De­ckung der ent­spre­chen­den zu­sätz­li­chen ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen ge­hal­te­nen Ver­mö­gens­wer­te Ab­satz 1 Buch­sta­ben e–g an­ge­wen­det wer­den. Bei ei­ner Ga­ran­tie in Be­zug auf das An­la­ge­er­geb­nis müs­sen die zur De­ckung der zu­ge­hö­ri­gen Rück­stel­lung ge­hal­te­nen Ver­mö­gens­wer­te die Wert­schwan­kun­gen der Ga­ran­tie mög­lichst gut re­pli­zie­ren.

3 Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men muss sei­ne An­la­ge­stra­te­gie und die Ein­hal­tung der An­la­ge­grund­sät­ze nach­voll­zieh­bar do­ku­men­tie­ren und über­wa­chen.

Diese Seite ist durch reCAPTCHA geschützt und die Google Datenschutzrichtlinie und Nutzungsbedingungen gelten.

Feedback
Laden