Codice civile svizzero

del 10 dicembre 1907 (Stato 1° settembre 2023)


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Art. 28b27

b. Vio­len­za, mi­nac­ce o in­si­die

 

1 Per pro­teg­ger­si da vio­len­ze, mi­nac­ce o in­si­die, l’at­to­re può chie­de­re al giu­di­ce di vie­ta­re all’au­to­re del­la le­sio­ne in par­ti­co­la­re di:

1.
av­vi­ci­nar­gli­si o ac­ce­de­re a un pe­ri­me­tro de­ter­mi­na­to at­tor­no al­la sua abi­ta­zio­ne;
2.
trat­te­ner­si in de­ter­mi­na­ti luo­ghi, in par­ti­co­la­re vie, piaz­ze o quar­tie­ri;
3.
met­ter­si in con­tat­to con lui, in par­ti­co­la­re per te­le­fo­no, per scrit­to o per via elet­tro­ni­ca, o im­por­tu­nar­lo in al­tro mo­do.

2 Inol­tre, se vi­ve con l’au­to­re del­la le­sio­ne nel­la stes­sa abi­ta­zio­ne, l’at­to­re può chie­de­re al giu­di­ce di far­lo al­lon­ta­na­re dall’abi­ta­zio­ne per un pe­rio­do de­ter­mi­na­to. Que­sto pe­rio­do può es­se­re pro­lun­ga­to una vol­ta per mo­ti­vi gra­vi.

3 Il giu­di­ce può, per quan­to ap­pa­ia giu­sti­fi­ca­to con­si­de­ra­te tut­te le cir­co­stan­ze:

1.
ob­bli­ga­re l’at­to­re a ver­sa­re un’in­den­ni­tà ade­gua­ta all’au­to­re del­la le­sio­ne per l’uso esclu­si­vo dell’abi­ta­zio­ne; o
2.
con il con­sen­so del lo­ca­to­re, tra­sfe­ri­re al so­lo at­to­re i di­rit­ti e gli ob­bli­ghi de­ri­van­ti dal con­trat­to di lo­ca­zio­ne.

3bis Il giu­di­ce co­mu­ni­ca la sua de­ci­sio­ne al­le com­pe­ten­ti au­to­ri­tà di pro­te­zio­ne dei mi­no­ri e de­gli adul­ti non­ché al com­pe­ten­te ser­vi­zio can­to­na­le di cui al ca­po­ver­so 4 e ad al­tre au­to­ri­tà e ter­zi, per quan­to ciò ap­pa­ia ne­ces­sa­rio all’adem­pi­men­to dei lo­ro com­pi­ti o al­la pro­te­zio­ne dell’at­to­re o ser­va all’ese­cu­zio­ne del­la de­ci­sio­ne.28

4 I Can­to­ni de­si­gna­no un ser­vi­zio che può de­ci­de­re l’al­lon­ta­na­men­to im­me­dia­to dell’au­to­re del­la le­sio­ne dall’abi­ta­zio­ne co­mu­ne in ca­so di cri­si e di­sci­pli­na­no la pro­ce­du­ra.

27 In­tro­dot­to dal n. I del­la LF del 16 dic. 1983 (RU 1984 778; FF 1982 II 628). Nuo­vo te­sto giu­sta il n. I del­la LF del 23 giu. 2006 (Pro­te­zio­ne del­la per­so­na­li­tà in ca­so di vio­len­za, mi­nac­ce o in­si­die), in vi­go­re dal 1° lug. 2007 (RU 2007137; FF 2005 61276151).

28 In­tro­dot­to dal n. I 1 del­la LF del 14 dic. 2018 in­te­sa a mi­glio­ra­re la pro­te­zio­ne del­le vit­ti­me di vio­len­za, in vi­go­re dal 1° lug. 2020 (RU 2019 2273; FF 2017 6267).

BGE

126 III 161 () from 23. Dezember 1999
Regeste: Art. 28 ff. ZGB, 49 und 60 OR; Verantwortlichkeit einer Druckerei für Persönlichkeitsverletzung in einer von ihr gedruckten Zeitung. Eine Klage zum Schutz der Persönlichkeit und eine Genugtuungsklage gelten auch dann als gleichzeitig im Sinn von Art. 28b Abs. 2 ZGB erhoben, wenn zunächst am Wohnsitz des Klägers Genugtuungsansprüche erhoben werden und erst später - sofern dies nach kantonalem Prozessrecht überhaupt möglich ist - auf Schutz der Persönlichkeit geklagt wird (E. 2). Bei einer Pressekampagne beginnt die einjährige Verjährungsfrist gemäss Art. 60 Abs. 1 OR solange nicht zu laufen, bis das Ende der persönlichkeitsverletzenden Publikationen erkennbar ist (E. 3). Die Klagen zum Schutz auf Persönlichkeit gemäss Art. 28a Abs. 1 und 2 ZGB können gegen Personen erhoben werden, die an der Persönlichkeitsverletzung mitgewirkt haben, ohne dass ein Verschulden vorausgesetzt wäre (E. 5a). Allerdings ist das Vorliegen eines Verschuldens für die Zusprechung von Genugtuung in den Fällen erforderlich, in denen ein Verschulden für die Zusprechung von Schadenersatz verlangt wird (E. 5b/aa; Präzisierung der Rechtsprechung). Konkretisierung der Sorgfalt, die von einer Druckerei zu verlangen ist (E. 5b/bb und cc).

134 I 140 (1C_407/2007, 1C_409/2007) from 31. Januar 2008
Regeste: Art. 82 ff. BGG; Art. 5 und 6 EMRK; Art. 9, Art. 10 Abs. 2, Art. 29 Abs. 1 und 2, Art. 31 und 32 BV; § 5, 6, 9 und 11 GSG/ZH; Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten; Schutzmassnahmen gegen häusliche Gewalt nach dem zürcherischen Gewaltschutzgesetz. Zur Überprüfung von Massnahmen, die gestützt auf das zürcherische Gewaltschutzgesetz ergangen sind, ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegeben (E. 2). Die im vorliegenden Fall auferlegten Gewaltschutzmassnahmen (Rayon- und Kontaktverbot) fallen weder unter den Begriff der Freiheitsentziehung im Sinne von Art. 5 EMRK und Art. 31 BV (E. 3) noch unter den Begriff der strafrechtlichen Anklage im Sinne von Art. 6 EMRK (E. 4). Mit der Auferlegung von Gewaltschutzmassnahmen besteht die Möglichkeit der Gefährdung des durch das Zivil- und Strafrecht geschützten "guten Rufs". Der gute Ruf stellt ein "civil right" dar und fällt daher in den Schutzbereich von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (E. 5.2). § 9 Abs. 3 GSG/ZH geht über den bundes- und konventionsrechtlichen Anspruch auf rechtliches Gehör hinaus und garantiert das Recht des Gesuchsgegners, nach Möglichkeit mündlich angehört zu werden. Im vorliegenden Fall wurde die Gehörsverletzung geheilt (E. 5.3-5.5). § 9 Abs. 4 GSG/ZH garantiert keinen über Art. 29 Abs. 2 BV hinausgehenden absoluten Anspruch auf Beweisabnahme (E. 5.6 und 5.7). Das angeordnete Rayonverbot stellt keine unverhältnismässige Einschränkung der persönlichen Freiheit des Beschwerdeführers dar (E. 6).

141 IV 437 (6B_492/2015) from 2. Dezember 2015
Regeste: Art. 181 StGB; Nötigung durch Stalking. Belästigt der Täter das Opfer vielfach und über längere Dauer, ist mit der Zeit jede einzelne Handlung geeignet, die Handlungsfreiheit des Opfers derart einzuschränken, dass ihr eine mit Gewalt oder Drohung vergleichbare Zwangswirkung zukommt (Bestätigung der Rechtsprechung; E. 3.2). Widerrechtlichkeit der Einschränkung der Handlungsfreiheit und mehrfach versuchte Nötigung vorliegend bejaht (E. 3.3).

142 I 152 (2C_777/2015) from 26. Mai 2016
Regeste: CEDAW; Art. 3 und 8 EMRK; Art. 7, 10, 13 und 35 BV; Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG; Art. 77 VZAE. Fortbestehen des Anspruchs auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft im Falle von ehelicher Gewalt. Erforderliches Beweismass und Beweisanforderungen bei der Feststellung ehelicher Gewalt von hinreichender Intensität (E. 6.2).

144 III 257 (5A_429/2017) from 13. April 2018
Regeste: Art. 28b Abs. 1 ZGB; Massnahmen zum Schutz vor Nachstellungen. Verhältnismässigkeit, Befristung und Bestimmtheit von Massnahmen zum Schutz vor Stalking (E. 3 und 4).

 

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