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Bundesgesetz
über den Schutz vor gefährlichen Stoffen
und Zubereitungen
(Chemikaliengesetz, ChemG)

vom 15. Dezember 2000 (Stand am 1. Januar 2017)

Art. 49 Vergehen

1 Mit Ge­fäng­nis oder mit Bus­se bis zu 200 000 Fran­ken wird be­straft, wer als Her­stel­le­rin vor­sätz­lich:

a.
Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen für ei­ne Ver­wen­dung in Ver­kehr bringt, von wel­cher sie weiss oder wis­sen muss, dass die­se das Le­ben oder die Ge­sund­heit un­mit­tel­bar ge­fähr­det (Art. 5 Abs. 1);
b.
Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen nicht rich­tig ein­stuft, ver­packt oder kenn­zeich­net (Art. 5 Abs. 1) oder kein Si­cher­heits­da­ten­blatt er­stellt oder dar­in un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht (Art. 7);
c.
Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen in Ver­kehr bringt:
1.
oh­ne sie an­zu­mel­den (Art. 6 und Art. 13 Abs. 1),
2.
be­vor die An­mel­dung ak­zep­tiert oder die fest­ge­leg­te Frist ab­ge­lau­fen ist (Art. 9 Abs. 2),
3.
oh­ne dass die Zu­las­sung vor­liegt (Art. 6 und Art. 13 Abs. 1);
d.
der zu­stän­di­gen Stel­le An­ga­ben zu Stof­fen oder Zu­be­rei­tun­gen vor­ent­hält oder un­rich­ti­ge An­ga­ben macht (Art. 9 Abs. 3, Art. 10 Abs. 4, Art. 11 Abs. 2, Art. 15 Abs. 2, Art. 16 Abs. 1, Art. 17, Art. 30 Abs. 3 und Art. 42 Abs. 2);
e.
stoff­be­zo­ge­ne Vor­schrif­ten miss­ach­tet (Art. 19 Abs. 2 Bst. a–c, e und g);
f.
ge­gen Mass­nah­men ver­stösst, die in An­wen­dung der Schutz­klau­sel an­ge­ord­net wor­den sind (Art. 41).

2 Die Stra­fe ist Ge­fäng­nis bis zu fünf Jah­ren oder Bus­se bis zu 500 000 Fran­ken, wenn durch Ver­ge­hen nach Ab­satz 1 Men­schen in schwe­re Ge­fahr ge­bracht wer­den.

3 Mit Ge­fäng­nis oder mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
ge­fähr­li­che Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen in Ver­kehr bringt, oh­ne den Ab­neh­mer oder die Ab­neh­me­rin vor­schrifts­ge­mä­ss über die Ei­gen­schaf­ten der Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen oder die er­for­der­li­chen Vor­sichts- und Schutz­mass­nah­men zu in­for­mie­ren oder oh­ne dem Ab­neh­mer oder der Ab­neh­me­rin ein Si­cher­heits­da­ten­blatt ab­zu­ge­ben (Art. 7);
b.
die Sorg­falts­pflicht beim Um­gang mit ge­fähr­li­chen Stof­fen oder Zu­be­rei­tun­gen ver­letzt und da­durch wis­sent­lich das Le­ben oder die Ge­sund­heit an­de­rer Men­schen ge­fähr­det (Art. 8, Art. 21, Art. 23 und Art. 25 Abs. 1);
c.
die Vor­an­fra­ge­pflicht ver­letzt (Art. 12);
d.
stoff­be­zo­ge­ne Vor­schrif­ten miss­ach­tet (Art. 19 Abs. 2 Bst. a und c);
e.
ge­gen Vor­schrif­ten über die Aus­fuhr ver­stösst (Art. 19 Abs. 2 Bst. d);
f.
oh­ne Be­rech­ti­gung mit ge­fähr­li­chen Stof­fen oder Zu­be­rei­tun­gen um­geht (Art. 24 Abs. 1);
g.
ge­fähr­li­che Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen an Un­be­rech­tig­te ab­gibt (Art. 19 Abs. 2 Bst. a und Art. 24 Abs. 1);
h.
die Schwei­ge­pflicht ver­letzt (Art. 30 Abs. 4, Art. 43 und Art. 44);
i.
ge­gen Mass­nah­men ver­stösst, die in An­wen­dung der Schutz­klau­sel an­ge­ord­net wor­den sind (Art. 41).

4 Die Stra­fe ist Ge­fäng­nis bis zu fünf Jah­ren oder Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken, wenn durch Ver­ge­hen nach Ab­satz 3 Men­schen in schwe­re Ge­fahr ge­bracht wer­den.

5 Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Ge­fäng­nis bis zu ei­nem Jahr oder mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken für Ver­ge­hen nach Ab­satz 1 be­zie­hungs­wei­se mit Ge­fäng­nis bis zu sechs Mo­na­ten oder mit Bus­se für Ver­ge­hen nach Ab­satz 3 be­straft.