Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer
(DBG)

vom 14. Dezember 1990 (Stand am 1. Januar 2022)


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Art. 109 Ausstand

1 Wer beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes in ei­ner Sa­che zu ent­schei­den oder an ei­ner Ver­fü­gung oder Ent­schei­dung in mass­ge­bli­cher Stel­lung mit­zu­wir­ken hat, ist ver­pflich­tet, in Aus­stand zu tre­ten, wenn er:

a.
an der Sa­che ein per­sön­li­ches In­ter­es­se hat;
b.203
mit ei­ner Par­tei durch Ehe oder ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft ver­bun­den ist oder mit ihr ei­ne fak­ti­sche Le­bens­ge­mein­schaft führt;
bbis.204 mit ei­ner Par­tei in ge­ra­der Li­nie oder bis zum drit­ten Gra­de in der Sei­ten­­li­nie ver­wandt oder ver­schwä­gert ist;
c.
Ver­tre­ter ei­ner Par­tei ist oder für ei­ne Par­tei in der glei­chen Sa­che tä­tig war;
d.
aus an­dern Grün­den in der Sa­che be­fan­gen sein könn­te.

2 Der Aus­stands­grund kann von al­len am Ver­fah­ren Be­tei­lig­ten an­ge­ru­fen wer­den.

3 Ist ein Aus­stands­grund strei­tig, so ent­schei­det für kan­to­na­le Be­am­te die vom kan­to­na­len Recht be­stimm­te Be­hör­de, für Bun­des­be­am­te das EFD, in bei­den Fäl­len un­ter Vor­be­halt der Be­schwer­de.

203 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 24 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

204 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 24 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

Court decisions

136 II 23 (2C_909/2008) from Nov. 2, 2009
Regeste: Art. 112 DBG; Art. 105bis Abs. 2 BStP; Art. 28 Abs. 1 lit. a SGG; Art. 31 ff. VGG; Rechtsmittel gegen einen Entscheid der Bundesanwaltschaft, welche über ein Amtshilfegesuch der Eidgenössischen Steuerverwaltung befunden hat. Der Entscheid der Bundesanwaltschaft über ein Gesuch um Einsicht in Akten eines Strafverfahrens, das die Eidgenössische Steuerverwaltung gestützt auf Art. 112 DBG eingereicht hat, kann nicht Gegenstand einer Beschwerde beim Bundesstrafgericht sein (E. 3). Der Entscheid kann hingegen mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden (E. 4).

141 I 161 (2C_807/2014) from Aug. 24, 2015
Regeste: Art. 9 BV; Vertrauensschutz; Zuständigkeit für die Erteilung von sog. "Rulings"; Bindungswirkung von "Rulings". Die ESTV hat keine Befugnis zur verbindlichen Feststellung bezüglich der steuerlichen Behandlung geplanter Sachverhalte im Sinne eines "Rulings". Damit sind grundsätzlich die kantonalen Veranlagungsbehörden - abgesehen von gewissen Ausnahmekonstellationen - allein zuständig zur Erteilung von "Rulings" und die genehmigten "Rulings" sind - bis zu einem allfälligen Widerruf - auch für die ESTV verbindlich (E. 3). Mit dem Widerruf des "Rulings" durch die kantonale Steuerverwaltung kann sich die Steuerpflichtige nicht mehr auf den Vertrauensschutz berufen (E. 4). Der Steuerpflichtigen ist zur Anpassung ihrer Strukturen eine angemessene Übergangsfrist zu gewähren (E. 5).

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