Verordnung
über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
(Finanzmarktinfrastrukturverordnung, FinfraV)

vom 25. November 2015 (Stand am 1. Januar 2023)


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Art. 123 Rückkauf eigener Beteiligungspapiere

(Art. 142 Abs. 2 und 143 Abs. 2 Fin­fraG)

1 Der Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re im Rah­men ei­nes öf­fent­li­chen Rück­kau­f­an­ge­bots (Rück­kauf­pro­gramm) zum Markt­preis, der un­ter die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG fällt, ist un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 124 zu­läs­sig, wenn:

a.
das Rück­kauf­pro­gramm höchs­tens drei Jah­re dau­ert;
b.
der Um­fang der Rück­käu­fe ge­samt­haft 10 Pro­zent des Ka­pi­tals und der Stimm­rech­te und 20 Pro­zent des frei han­del­ba­ren An­teils der Be­tei­li­gungs­pa­pie­re nicht über­steigt;
c.
der Um­fang der Rück­käu­fe pro Tag 25 Pro­zent des Ta­ges­vo­lu­mens nicht über­steigt, das wäh­rend dreis­sig Ta­gen vor der Ver­öf­fent­li­chung des Rück­kauf­pro­gramms auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie durch­schnitt­lich ge­han­delt wur­de;
d.
der Kauf­preis nicht hö­her ist als:
1.
der letz­te un­ab­hän­gig er­ziel­te Ab­schluss­preis auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie, oder
2.
der ge­gen­wär­tig bes­te un­ab­hän­gi­ge An­ge­bots­preis auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie, so­fern die­ser un­ter dem Preis nach Zif­fer 1 liegt;
e.
wäh­rend Han­dels­un­ter­brü­chen so­wie der Er­öff­nungs- oder der Schlussauk­ti­on kei­ne Kur­se ge­stellt wer­den;
f.
Ver­käu­fe ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re wäh­rend des Rück­kauf­pro­gramms aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­pro­gram­men er­fol­gen oder die fol­gen­den Be­din­gun­gen er­fül­len:
1.
sie wer­den am Bör­sen­tag nach de­ren Vor­nah­me der Bör­se ge­mel­det,
2.
sie wer­den spä­tes­tens am fünf­ten Bör­sen­tag nach de­ren Vor­nah­me vom Emit­ten­ten ver­öf­fent­licht, und
3.
sie über­stei­gen pro Tag den Um­fang von 5 Pro­zent des Ta­ges­vo­lu­mens nicht, das wäh­rend dreis­sig Ta­gen vor der Ver­öf­fent­li­chung des Rück­kauf­pro­gramms auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie durch­schnitt­lich ge­han­delt wur­de;
g.
der we­sent­li­che In­halt des Rück­kauf­pro­gramms mit­tels Rück­kau­fin­se­rat vor Be­ginn des Rück­kauf­pro­gramms ver­öf­fent­licht wird und wäh­rend der ge­sam­ten Dau­er des Rück­kauf­pro­gramms öf­fent­lich zu­gäng­lich bleibt; und
h.
die ein­zel­nen Rück­käu­fe der Bör­se als Teil des Rück­kauf­pro­gramms spä­tes­tens am fünf­ten Bör­sen­tag nach dem Rück­kauf ge­mel­det und vom Emit­ten­ten ver­öf­fent­licht wer­den.

2 Der Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re im Rah­men ei­nes Rück­kauf­pro­gramms zum Fest­preis oder durch die Aus­ga­be von Put-Op­tio­nen, der un­ter die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG fällt, ist un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 124 zu­läs­sig, wenn:

a.
das Rück­kauf­pro­gramm min­des­tens zehn Bör­sen­ta­ge dau­ert;
b.
der Um­fang der Rück­käu­fe ge­samt­haft 10 Pro­zent des Ka­pi­tals und der Stimm­rech­te und 20 Pro­zent des frei han­del­ba­ren An­teils der Be­tei­li­gungs­pa­pie­re nicht über­steigt;
c.
der we­sent­li­che In­halt des Rück­kauf­pro­gramms mit­tels Rück­kau­fin­se­rat vor Be­ginn des Rück­kauf­pro­gramms ver­öf­fent­licht wird und wäh­rend der ge­sam­ten Dau­er des Rück­kauf­pro­gramms öf­fent­lich zu­gäng­lich bleibt; und
d.
die ein­zel­nen Rück­käu­fe spä­tes­tens einen Bör­sen­tag nach En­de des Rück­kauf­pro­gramms vom Emit­ten­ten ver­öf­fent­licht wer­den.

3 Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann im Ein­zel­fall Rück­käu­fe in ei­nem grös­se­ren Um­fang als nach den Ab­sät­zen 1 Buch­sta­ben b und c und 2 Buch­sta­be b vor­ge­se­hen be­wil­li­gen, wenn dies mit den In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­ein­bar ist.

4 Es wird ver­mu­tet, dass die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG nicht ver­letzt sind, wenn der auf ei­ner se­pa­ra­ten Han­dels­li­nie be­zahl­te Kauf­preis ma­xi­mal 2 Pro­zent hö­her ist als:

a.
der letz­te er­ziel­te Ab­schluss­preis auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie; oder
b.
der ge­gen­wär­tig bes­te An­ge­bots­preis auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie, so­fern die­ser un­ter dem Preis nach Buch­sta­be a liegt.

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