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Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann

vom 24. März 1995 (Stand am 1. Juli 2020)

Art. 5 Rechtsansprüche

1Wer von ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung im Sin­ne der Ar­ti­kel 3 und 4 be­trof­fen ist, kann dem Ge­richt oder der Ver­wal­tungs­be­hör­de be­an­tra­gen:

a.
ei­ne dro­hen­de Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­bie­ten oder zu un­ter­las­sen;
b.
ei­ne be­ste­hen­de Dis­kri­mi­nie­rung zu be­sei­ti­gen;
c.
ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung fest­zu­stel­len, wenn die­se sich wei­ter­hin stö­rend aus­wirkt;
d.
die Zah­lung des ge­schul­de­ten Lohns an­zu­ord­nen.

2Be­steht die Dis­kri­mi­nie­rung in der Ab­leh­nung ei­ner An­stel­lung oder in der Kün­di­gung ei­nes ob­li­ga­tio­nen­recht­li­chen Ar­beits­ver­hält­nis­ses, so hat die be­trof­fe­ne Per­son le­dig­lich An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung. Die­se ist un­ter Wür­di­gung al­ler Um­stän­de fest­zu­set­zen und wird auf der Grund­la­ge des vor­aus­sicht­li­chen oder tat­säch­li­chen Loh­nes er­rech­net.

3Bei ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung durch se­xu­el­le Be­läs­ti­gung kann das Ge­richt oder die Ver­wal­tungs­be­hör­de der be­trof­fe­nen Per­son zu­dem auch ei­ne Ent­schä­di­gung zu­spre­chen, wenn die Ar­beit­ge­be­rin­nen oder die Ar­beit­ge­ber nicht be­wei­sen, dass sie Mass­nah­men ge­trof­fen ha­ben, die zur Ver­hin­de­rung se­xu­el­ler Be­läs­ti­gun­gen nach der Er­fah­rung not­wen­dig und an­ge­mes­sen sind und die ih­nen bil­li­ger­wei­se zu­ge­mu­tet wer­den kön­nen. Die Ent­schä­di­gung ist un­ter Wür­di­gung al­ler Um­stän­de fest­zu­set­zen und wird auf der Grund­la­ge des schwei­ze­ri­schen Durch­schnitts­lohns er­rech­net.

4Die Ent­schä­di­gung bei Dis­kri­mi­nie­rung in der Ab­leh­nung ei­ner An­stel­lung nach Ab­satz 2 darf den Be­trag nicht über­stei­gen, der drei Mo­nats­löh­nen ent­spricht. Die Ge­samt­sum­me der Ent­schä­di­gun­gen darf die­sen Be­trag auch dann nicht über­stei­gen, wenn meh­re­re Per­so­nen einen An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung we­gen dis­kri­mi­nie­ren­der Ab­leh­nung der­sel­ben An­stel­lung gel­tend ma­chen. Die Ent­schä­di­gung bei Dis­kri­mi­nie­rung in der Kün­di­gung ei­nes ob­li­ga­tio­nen­recht­li­chen Ar­beits­ver­hält­nis­ses nach Ab­satz 2 und bei Dis­kri­mi­nie­rung durch se­xu­el­le Be­läs­ti­gung nach Ab­satz 3 darf den Be­trag nicht über­stei­gen, der sechs Mo­nats­löh­nen ent­spricht.

5Vor­be­hal­ten blei­ben An­sprü­che auf Scha­den­er­satz und Ge­nug­tu­ung so­wie wei­ter­ge­hen­de ver­trag­li­che An­sprü­che.