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Bundesgesetz
über Arzneimittel und Medizinprodukte
(Heilmittelgesetz, HMG)

Art. 9 Zulassung

1 Ver­wen­dungs­fer­ti­ge Arz­nei­mit­tel und Tier­arz­nei­mit­tel, die zur Her­stel­lung von Füt­te­rungs­arz­nei­mit­teln be­stimmt sind (Arz­nei­mit­tel­vor­mi­schun­gen), dür­fen nur in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn sie vom In­sti­tut zu­ge­las­sen sind. Vor­be­hal­ten sind in­ter­na­tio­na­le Ab­kom­men über die An­er­ken­nung von Zu­las­sun­gen.

2 Kei­ne Zu­las­sung brau­chen:

a.32
Arz­nei­mit­tel, die in ei­ner öf­fent­li­chen Apo­the­ke oder in ei­ner Spi­talapo­the­ke in Aus­füh­rung ei­ner ärzt­li­chen Ver­schrei­bung für ei­ne be­stimm­te Per­son
oder einen be­stimm­ten Per­so­nen­kreis oder für ein be­stimm­tes Tier oder
einen be­stimm­ten Tier­be­stand her­ge­stellt wer­den (For­mu­la ma­gis­tralis);
ge­stützt auf ei­ne sol­che Ver­schrei­bung kann das Arz­nei­mit­tel in der öf­fent­li­chen Apo­the­ke oder der Spi­talapo­the­ke ad hoc oder de­fek­tur­mäs­sig her­ge­stellt, aber nur auf ärzt­li­che Ver­schrei­bung hin ab­ge­ge­ben wer­den;
b.33
Arz­nei­mit­tel, die in ei­ner öf­fent­li­chen Apo­the­ke, ei­ner Spi­talapo­the­ke, ei­ner Dro­ge­rie oder in ei­nem an­de­ren Be­trieb, der über ei­ne Her­stel­lungs­be­wil­li­gung ver­fügt, nach ei­ner spe­zi­el­len Prä­pa­ra­te-Mo­no­gra­fie der Phar­ma­ko­pöe oder ei­nes an­dern vom In­sti­tut an­er­kann­ten Arz­nei­buchs oder For­mu­la­ri­ums ad hoc oder de­fek­tur­mäs­sig her­ge­stellt wer­den und die für die Ab­ga­be an die ei­ge­ne Kund­schaft be­stimmt sind (For­mu­la of­fi­cina­lis);
c.34
nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel, die in ei­ner öf­fent­li­chen Apo­the­ke, ei­ner Spi­talapo­the­ke, ei­ner Dro­ge­rie oder in ei­nem an­de­ren Be­trieb, der über ei­ne Her­stel­lungs­be­wil­li­gung ver­fügt, im Rah­men der Ab­ga­be­kom­pe­tenz der für die Her­stel­lung ver­ant­wort­li­chen Per­son ge­mä­ss Ar­ti­kel 25 nach ei­ner ei­ge­nen oder ei­ner in der Fachli­te­ra­tur ver­öf­fent­lich­ten For­mel
ad hoc oder de­fek­tur­mäs­sig her­ge­stellt wer­den und die für die Ab­ga­be an die ei­ge­ne Kund­schaft be­stimmt sind;
cbis.35
Arz­nei­mit­tel, für die nach­weis­lich kein al­ter­na­tiv an­wend­ba­res und gleich­wer­ti­ges Arz­nei­mit­tel zu­ge­las­sen oder ver­füg­bar ist, die in ei­ner Spi­talapo­the­ke ge­mä­ss ei­ner spi­tal­in­ter­nen Arz­nei­mit­tel­lis­te de­fek­tur­mäs­sig her­ge­stellt wer­den und für die Ab­ga­be an die ei­ge­ne Kund­schaft be­stimmt sind;
d.
Arz­nei­mit­tel für kli­ni­sche Ver­su­che;
e.
Arz­nei­mit­tel, die nicht stan­dar­di­sier­bar sind;
f.36
Arzneimittel, die am 1. Januar 2002 in einem Kanton zugelassen waren und sich im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 18. März 2016 noch in Verkehr befinden; sie sind entsprechend zu kennzeichnen und dürfen ausschliesslich im betreffenden Kanton in Verkehr gebracht und nur durch Personen abgegeben werden, die nach diesem Gesetz zur Abgabe von Arzneimitteln berechtigt sind.

2bis Mit der Her­stel­lung von Arz­nei­mit­teln nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–cbis darf ein Be­trieb mit Her­stel­lungs­be­wil­li­gung be­auf­tragt wer­den (Lohn­her­stel­lung).37

2terBe­trie­be mit ei­ner Her­stel­lungs­be­wil­li­gung des In­sti­tuts kön­nen ein Kom­ple­men­tär­arz­nei­mit­tel, für das nach­weis­lich kein al­ter­na­tiv an­wend­ba­res und gleich­wer­ti­ges Arz­nei­mit­tel ver­füg­bar oder zu­ge­las­sen ist, auch oh­ne Lohn­her­stel­lungs­auf­trag nach Ab­satz 2bis her­stel­len und an Be­trie­be, die nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a, b und c her­stell­be­rech­tigt sind, ver­trei­ben. Ein Be­trieb darf pro Wirk­stoff und Jahr höchs­tens 100 Pa­ckun­gen ei­nes sol­chen Arz­nei­mit­tels mit ins­ge­samt höchs­tens 3000 Ta­ges­do­sen her­stel­len; bei ho­möo­pa­thi­schen und an­thro­po­so­phi­schen Arz­nei­mit­teln gilt die­se Be­schrän­kung für je­de Ver­dün­nungs­stu­fe ein­zeln.38

2qua­ter Der Bun­des­rat legt die qua­li­ta­ti­ven und quan­ti­ta­ti­ven Kri­te­ri­en für die Arz­nei­mit­tel fest, die nach den Ab­sät­zen 2 Buch­sta­ben a–cbis und 2bis her­ge­stellt wer­den, und die qua­li­ta­ti­ven Kri­te­ri­en für Arz­nei­mit­tel, die nach Ab­satz 2ter her­ge­stellt wer­den.39

3 Der Bun­des­rat kann für Arz­nei­mit­tel, die nicht stan­dar­di­sier­bar sind, ei­ne Zu­las­sung für das Ge­win­nungs- oder Her­stel­lungs­ver­fah­ren vor­schrei­ben.

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32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008, in Kraft seit 1. Okt. 2010 (AS 2008 4873, 2010 4027; BBl 2007 2393).

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008, in Kraft seit 1. Okt. 2010 (AS 2008 4873, 2010 4027; BBl 2007 2393).

34 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008, in Kraft seit 1. Okt. 2010 (AS 2008 4873, 2010 4027; BBl 2007 2393).

35 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008, in Kraft seit 1. Okt. 2010 (AS 2008 4873, 2010 4027; BBl 2007 2393).

36 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 2745; BBl 2013 1).

37 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008 (AS 2008 4873, 2010 4027; BBl 2007 2393). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 2745, 2018 3575; BBl 2013 1).

38 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 13. Ju­ni 2008 (AS 2008 4873, 2010 4027; BBl 2007 2393). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 2745, 2018 3575; BBl 2013 1).

39 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 2745, 2018 3575; BBl 2013 1).

40 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 2745, 2018 3575; BBl 2013 1).