Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
(IVG)1

1Abkürzung beigefügt gemäss Ziff. II 1 des BG vom 24. Juni 1977 (9. AHV-Revision), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).


Open article in different language:  FR  |  IT
Art. 21 Anspruch 148

1 Der Ver­si­cher­te hat im Rah­men ei­ner vom Bun­des­rat auf­zu­stel­len­den Lis­te An­spruch auf je­ne Hilfs­mit­tel, de­ren er für die Aus­übung der Er­werbs­tä­tig­keit oder der Tä­tig­keit im Auf­ga­ben­be­reich, zur Er­hal­tung oder Ver­bes­se­rung der Er­werbs­fä­hig­keit, für die Schu­lung, die Aus- und Wei­ter­bil­dung oder zum Zwe­cke der funk­tio­nel­len An­ge­wöh­nung be­darf.149 Kos­ten für Zahn­pro­the­sen, Bril­len und Schuhein­la­gen wer­den nur über­nom­men, wenn die­se Hilfs­mit­tel ei­ne we­sent­li­che Er­gän­zung me­di­zi­ni­scher Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men bil­den.

2 Der Ver­si­cher­te, der in­fol­ge sei­ner In­va­li­di­tät für die Fort­be­we­gung, für die Her­stel­lung des Kon­tak­tes mit der Um­welt oder für die Selbst­sor­ge kost­spie­li­ger Ge­rä­te be­darf, hat im Rah­men ei­ner vom Bun­des­rat auf­zu­stel­len­den Lis­te oh­ne Rück­sicht auf die Er­werbs­fä­hig­keit An­spruch auf sol­che Hilfs­mit­tel.

3 Die Ver­si­che­rung gibt die Hilfs­mit­tel zu Ei­gen­tum oder leih­wei­se in ein­fa­cher und zweck­mäs­si­ger Aus­füh­rung ab. Er­setzt ein Hilfs­mit­tel Ge­gen­stän­de, die der Ver­si­cher­te auch oh­ne In­va­li­di­tät an­schaf­fen müss­te, so hat er sich an den Kos­ten zu be­tei­li­gen.150

4 Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass der Ver­si­cher­te ein leih­wei­se ab­ge­ge­be­nes Hilfs­mit­tel nach Weg­fall der An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen wei­ter ver­wen­den darf.151

148Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 1967, in Kraft seit 1. Jan. 1968 (AS 1968 29; BBl 1967 I 653).

149 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. März 2003 (4. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3837; BBl 2001 3205). Die Änd. ge­mä­ss BG vom 20. Ju­ni 2014 über die Wei­ter­bil­dung, in Kraft seit 1. Jan. 2017, be­trifft nur den fran­zö­si­schen und den ita­lie­ni­schen Text (AS 2016 689; BBl 20133729).

150 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

151Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 30. Ju­ni 1972 (AS 1972 2483; BBl 1971 II 1057). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).

BGE

147 V 242 (9C_177/2020) from 28. Mai 2021
Regeste: Art. 21ter Abs. 4 IVG und Art. 9 Abs. 2 HVI; monatliche Vergütung für von Dritten erbrachte Dienstleistungen. Soweit Art. 9 Abs. 2 HVI vorsieht, dass die monatliche Vergütung für von Dritten erbrachte Dienstleistungen den Betrag des monatlichen Bruttoeinkommens nicht übersteigen darf, enthält dieser keine Lücke für selbstständig erwerbende Versicherte, die das Bundesgericht zu füllen hätte. Die Vergütung auf Monatsbasis gewährleistet einen engen Zusammenhang zwischen der Leistung, die dem Versicherten für die Ausübung seiner unselbstständigen oder selbstständigen Erwerbstätigkeit gewährt wird, und dem unmittelbar daraus erzielten Einkommen (E. 8.2).

147 V 308 (9C_201/2021) from 15. Juni 2021
Regeste: Ziff. 14.05 HVI-Anhang (in der seit 1. Juli 2020 geltenden Fassung); zeitliche Anwendbarkeit. Wird der Hilfsmittelanspruch erst nach dem 30. Juni 2020 erstmals von der Verwaltung beurteilt, gelangen die neuen, ab 1. Juli 2020 geltenden Verordnungsbestimmungen zur Anwendung. Abweichende Verwaltungsanweisungen in IV-Rundschreiben Nr. 401 vom 13. Mai 2020 bzw. später Rz. 2153.1 KHMI (Stand 1. Januar 2021) sind nicht rechtskonform (E. 5).

Diese Seite ist durch reCAPTCHA geschützt und die Google Datenschutzrichtlinie und Nutzungsbedingungen gelten.

Feedback
Laden