Verordnung
über die Invalidenversicherung
(IVV)1

1Fassung des Tit. gemäss Ziff. II 1 der V vom 11. Okt. 1972, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2507). Gemäss derselben Bestimmung wurden die Randtit. in Sachüberschriften umgewandelt.


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Art. 26 Bestimmung des Einkommens ohne Invalidität 166

1 Das Ein­kom­men oh­ne In­va­li­di­tät (Art. 16 ATSG) be­stimmt sich an­hand des zu­letzt vor Ein­tritt der In­va­li­di­tät tat­säch­lich er­ziel­ten Er­w­erb­sein­kom­mens. Un­ter­lag das in den letz­ten Jah­ren vor Ein­tritt der In­va­li­di­tät er­ziel­te Er­w­erb­sein­kom­men star­ken Schwan­kun­gen, so wird auf ein an­ge­mes­se­nes Durch­schnitt­sein­kom­men ab­ge­stellt.

2 Liegt das tat­säch­lich er­ziel­te Er­w­erb­sein­kom­men fünf Pro­zent oder mehr un­ter­halb des bran­chen­üb­li­chen Zen­tral­wer­tes der LSE nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 3, so ent­spricht das Ein­kom­men oh­ne In­va­li­di­tät 95 Pro­zent die­ses Zen­tral­wer­tes.

3 Ab­satz 2 fin­det kei­ne An­wen­dung, wenn:

a.
das Ein­kom­men mit In­va­li­di­tät nach Ar­ti­kel 26bis Ab­satz 1 eben­falls fünf Pro­zent oder mehr un­ter­halb des bran­chen­üb­li­chen Zen­tral­wer­tes der LSE nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 3 liegt; oder
b.
das Ein­kom­men aus selbst­stän­di­ger Tä­tig­keit er­zielt wur­de.

4 Kann das tat­säch­lich er­ziel­te Er­w­erb­sein­kom­men nicht oder nicht hin­rei­chend ge­nau be­stimmt wer­den, so wird das Ein­kom­men oh­ne In­va­li­di­tät nach sta­tis­ti­schen Wer­ten nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 3 für ei­ne Per­son bei glei­cher Aus­bil­dung und ent­spre­chen­den be­ruf­li­chen Ver­hält­nis­sen fest­ge­legt.

5 Tritt die In­va­li­di­tät ein, nach­dem die ver­si­cher­te Per­son ei­ne be­ruf­li­che Aus­bil­dung ge­plant oder be­gon­nen hat, so wird das Ein­kom­men oh­ne In­va­li­di­tät nach dem sta­tis­ti­schen Wert nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 3 be­stimmt, den die ver­si­cher­te Per­son nach Be­en­di­gung der Aus­bil­dung er­reicht hät­te.

6 Kann die ver­si­cher­te Per­son auf­grund ih­rer In­va­li­di­tät kei­ne be­ruf­li­che Aus­bil­dung be­gin­nen oder ab­sch­lies­sen, so wird das Ein­kom­men oh­ne In­va­li­di­tät nach sta­tis­ti­schen Wer­ten nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 3 be­stimmt. In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 25 Ab­satz 3 sind ge­schlechts­un­ab­hän­gi­ge Wer­te zu ver­wen­den.

166 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Nov. 2021, in Kraft seit 1. Jan. 2022 (AS 2021 706).

BGE

148 V 84 (8C_773/2020) from 9. November 2021
Regeste: Art. 15 Abs. 2 UVG; Art. 22 Abs. 4 und Art. 24 Abs. 3 UVV; Bestimmung des versicherten Verdienstes zur Bemessung der Rente eines Werkstudenten. Versicherter Verdienst von Werkstudenten. Übersicht über die Rechtsprechung (E. 4) und die im Schriftum geübte Kritik (E. 5). Eine gerichtliche Normkorrektur mittels der Figur der unechten Lücke im Sinne der Schaffung einer Sonderregel für Werkstudenten würde im vorliegenden Fall die Grenzen des institutionell Zulässigen (Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 164 BV) überschreiten (E. 7.4).

150 V 323 (8C_435/2023) from 27. Mai 2024
Regeste: Art. 26 Abs. 6 IVV und lit. b ÜbBest. IVV WEIV; anwendbares Recht bei intertemporalem Sachverhalt. Bei einer versicherten Person, die wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, vor 1. Januar 2022 gemäss aArt. 26 IVV jedoch keinen Rentenanspruch erlangen konnte, ist bei unverändertem Sachverhalt nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ab 1. Januar 2022 das neue Recht (Art. 26 Abs. 6 IVV in der Fassung vom 3. November 2021) anzuwenden (E. 4).

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