Bundesgesetz
über die Jagd und den Schutz
wildlebender Säugetiere und Vögel
(Jagdgesetz, JSG)

vom 20. Juni 1986 (Stand am 1. September 2023)


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Art. 12 Verhütung von Wildschaden

1 Die Kan­to­ne tref­fen Mass­nah­men zur Ver­hü­tung von Wild­scha­den.

2 Sie kön­nen je­der­zeit Mass­nah­men ge­gen ein­zel­ne ge­schütz­te oder jagd­ba­re Tie­re, die er­heb­li­chen Scha­den an­rich­ten, an­ord­nen oder er­lau­ben. Mit der Durch­füh­rung die­ser Mass­nah­men dür­fen sie nur Jagd­be­rech­tig­te und Auf­sichts­or­ga­ne be­auf­tra­gen.7

2bis Der Bun­des­rat kann ge­schütz­te Tier­ar­ten be­zeich­nen, bei de­nen das Bun­des­amt die Mass­nah­men nach Ab­satz 2 an­ord­net.8

3 Die Kan­to­ne be­stim­men, wel­che Selbst­hil­fe­mass­nah­men ge­gen jagd­ba­re Tie­re zum Schut­ze von Haus­tie­ren, Lie­gen­schaf­ten und land­wirt­schaft­li­chen Kul­tu­ren zu­läs­sig sind.9 Der Bun­des­rat be­zeich­net die ge­schütz­ten Tier­ar­ten, ge­gen die sol­che Selbst­hil­fe­mass­nah­men er­grif­fen wer­den dür­fen.

4 Weist ei­ne ge­schütz­te Tier­art einen zu ho­hen Be­stand auf und ent­steht da­durch gros­ser Scha­den oder ei­ne er­heb­li­che Ge­fähr­dung, so kön­nen die Kan­to­ne mit vor­he­ri­ger Zu­stim­mung des De­par­te­ments Mass­nah­men zur Ver­rin­ge­rung des Be­stan­des tref­fen.

5 Der Bund för­dert und ko­or­di­niert die Mass­nah­men der Kan­to­ne zur Ver­hü­tung von Wild­scha­den, der durch Gross­raub­tie­re an Nutz­tie­ren ver­ur­sacht wird.10 Er kann ge­gen Ent­schä­di­gung öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten oder Pri­va­te mit dem Voll­zug die­ser Auf­ga­ben be­auf­tra­gen.11

7 Fas­sung ge­mä­ss Anh. Ziff. II 11 des BG vom 22. März 2002 über die An­pas­sung von Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­stim­mun­gen des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Fe­br. 2003 (AS 2003 187; BBl 2001 3845).

8 Ein­ge­fügt durch Anh. Ziff. II 11 des BG vom 22. März 2002 über die An­pas­sung von Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­stim­mun­gen des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Fe­br. 2003 (AS 2003 187; BBl 2001 3845).

9 Fas­sung ge­mä­ss Anh. Ziff. II 11 des BG vom 22. März 2002 über die An­pas­sung von Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­stim­mun­gen des Bun­des­rechts, in Kraft seit 1. Fe­br. 2003 (AS 2003 187; BBl 2001 3845).

10 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 9 des BG vom 22. März 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 34633863; BBl 2012 2075)

11 Satz ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 3207; BBl 2014 4909).

BGE

131 II 58 () from 18. November 2004
Regeste: Art. 103 lit. a OG; Art. 12 JSG; Art. 10 JSV; Abschussbewilligung für einen Wolf. Das Kantonsgericht hat dem WWF die Beschwerdebefugnis zuerkannt zur Anfechtung der Abschussbewilligung für einen Wolf. Die Kantonsregierung ist nicht legitimiert, gegen diesen Entscheid Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu erheben (E. 1).

136 II 101 (2C_911/2008) from 1. Oktober 2009
Regeste: Art. 12 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1986 über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG); Bewilligung zum Abschuss von Graureihern. Beschwerdelegitimation des SVS und der Pro Natura (E. 1). Beweismassnahmen vor dem Bundesgericht (E. 2). Überprüfungsbefugnis des Bundesgerichts (E. 3). Vorgesehene Massnahmen des Art. 12 JSG (Regulierungsmassnahmen, Selbsthilfemassnahmen, ausserordentliche Massnahmen) und deren Umsetzung durch die freiburgische Gesetzgebung (E. 5).

141 II 233 (2C_1176/2013) from 17. April 2015
Regeste: Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG; Art. 7 JSG; Art. 9 Abs. 3 Aarhus-Konvention; Art. 18 und 31 VRK; Qualifikation einer Anordnung an eine Verwaltungseinheit, geschützte Vögel aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung abzuschiessen. Erteilt eine Verwaltungseinheit einem Privaten oder einer hierarchisch nachgeordneten Behörde eine Polizeibewilligung - in casu die Erlaubnis, eine nach Art. 7 Abs. 1 JSG an sich untersagte Tätigkeit aus polizeilichen Gründen auszuüben -, entscheidet sie über die Anwendbarkeit einer Rechtsregel auf sich selbst, weshalb eine Verfügung vorliegt (E. 4.1). Diese Qualifikation steht in Übereinstimmung mit der Vorgabe von Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG, Anordnungen, die ein Schutzziel von Art. 1 NHG beeinträchtigen könnten, zwecks effektiver Ausübung des Verbandsbeschwerderechts in Form einer anfechtbaren Verfügung zu erlassen (E. 4.2.3). Die schweizerische Rechtsordnung gewährleistet einen den Anforderungen von Art. 9 Abs. 3 Aarhus-Konvention genügenden Rechtsschutz (E. 4.3).

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