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Bundesgesetz
über das Jugendstrafrecht
(Jugendstrafgesetz, JStG)

vom 20. Juni 2003 (Stand am 23. Januar 2023)

Art. 15 Unterbringung
a. Inhalt und Voraussetzungen

1 Kann die not­wen­di­ge Er­zie­hung und Be­hand­lung des Ju­gend­li­chen nicht an­ders si­cher­ge­stellt wer­den, so ord­net die ur­tei­len­de Be­hör­de die Un­ter­brin­gung an. Die­se er­folgt na­ment­lich bei Pri­vat­per­so­nen oder in Er­zie­hungs- oder Be­hand­lungs­ein­rich­tun­gen, die in der La­ge sind, die er­for­der­li­che er­zie­he­ri­sche oder the­ra­peu­ti­sche Hil­fe zu leis­ten.

2 Die ur­tei­len­de Be­hör­de darf die Un­ter­brin­gung in ei­ner ge­schlos­se­nen Ein­rich­tung nur an­ord­nen, wenn sie:

a.
für den per­sön­li­chen Schutz oder für die Be­hand­lung der psy­chi­schen Stö­rung des Ju­gend­li­chen un­um­gäng­lich ist; oder
b.
für den Schutz Drit­ter vor schwer wie­gen­der Ge­fähr­dung durch den Ju­gend­li­chen not­wen­dig ist.

3 Vor der Un­ter­brin­gung zur Be­hand­lung ei­ner psy­chi­schen Stö­rung in ei­ner of­fe­nen Ein­rich­tung oder vor der Un­ter­brin­gung in ei­ner ge­schlos­se­nen Ein­rich­tung ord­net die ur­tei­len­de Be­hör­de ei­ne me­di­zi­ni­sche oder psy­cho­lo­gi­sche Be­gut­ach­tung an, falls die­se nicht be­reits auf Grund von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 er­stellt wur­de.

4 Ist der Ju­gend­li­che be­vor­mun­det, so teilt die ur­tei­len­de Be­hör­de der Vor­mund­schafts­be­hör­de16 die An­ord­nung der Un­ter­brin­gung mit.

16 Seit In­kraft­tre­ten des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht; AS 2011 725) am 1. Jan. 2013: Kin­des­schutz­be­hör­de.