Schweizerische Jugendstrafprozessordnung
(Jugendstrafprozessordnung, JStPO)


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Art. 32

1 Die Un­ter­su­chungs­be­hör­de schliesst die Un­ter­su­chung ab und er­lässt einen Straf­be­fehl, wenn die Be­ur­tei­lung der Straf­tat nicht in die Zu­stän­dig­keit des Ju­gend­ge­richts fällt.

2 Die oder der be­schul­dig­te Ju­gend­li­che kann vor Er­lass des Straf­be­fehls ein­ver­nom­men wer­den.

3 Die Un­ter­su­chungs­be­hör­de kann im Straf­be­fehl auch über Zi­vil­for­de­run­gen ent­schei­den, so­fern de­ren Be­ur­tei­lung oh­ne be­son­de­re Un­ter­su­chung mög­lich ist.

4 Der Straf­be­fehl wird er­öff­net:

a.
der oder dem ur­teils­fä­hi­gen be­schul­dig­ten Ju­gend­li­chen und der ge­setz­li­chen Ver­tre­tung;
b.
der Pri­vat­klä­ger­schaft und den an­de­ren Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten, so­weit ih­re An­trä­ge be­han­delt wer­den;
c.
der Ju­gend­staats­an­walt­schaft, so­fern das kan­to­na­le Recht dies vor­sieht.

5 Ge­gen den Straf­be­fehl kön­nen bei der Un­ter­su­chungs­be­hör­de in­nert 10 Ta­gen schrift­lich Ein­spra­che er­he­ben:

a.
die oder der ur­teils­fä­hi­ge be­schul­dig­te Ju­gend­li­che und die ge­setz­li­che Ver­tre­tung;
b.24
die Pri­vat­klä­ger­schaft;
c.
wei­te­re Ver­fah­rens­be­tei­lig­te, so­weit sie in ih­ren In­ter­es­sen be­trof­fen sind;
d.
die Ju­gend­staats­an­walt­schaft, so­fern das kan­to­na­le Recht dies vor­sieht.

5bis Die Pri­vat­klä­ger­schaft kann einen Straf­be­fehl hin­sicht­lich der aus­ge­spro­che­nen Sank­ti­on nicht an­fech­ten.25

6 Im Üb­ri­gen rich­tet sich das Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 352–356 StPO26.

24 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. 6 des BG vom 17. Ju­ni 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 468; BBl 20196697).

25 Ein­ge­fügt durch An­hang 1 Ziff. 6 des BG vom 17. Ju­ni 2022, in Kraft seit 1. Jan. 2024 (AS 2023 468; BBl 20196697).

26 SR 312.0

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