Bundesgesetz
betreffend die Aufsicht über die
soziale Krankenversicherung
(Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, KVAG)

vom 26. September 2014 (Stand am 1. Januar 2017)


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Art. 38 Sichernde Massnahmen

1 Die Auf­sichts­be­hör­de trifft die si­chern­den Mass­nah­men, die ihr zur Wah­rung der In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten er­for­der­lich er­schei­nen, wenn ein Ver­si­che­rer die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes und des KVG27, nicht ein­hält, An­ord­nun­gen der Auf­sichts­be­hör­de nicht nach­kommt oder die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten an­der­wei­tig ge­fähr­det er­schei­nen.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de kann ins­be­son­de­re:

a.
die freie Ver­fü­gung über Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rers un­ter­sa­gen;
b.
die Hin­ter­le­gung oder die Sper­re der Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rers an­ord­nen;
c.
den Or­ga­nen ei­nes Ver­si­che­rers zu­ste­hen­de Be­fug­nis­se ganz oder teil­wei­se auf ei­ne Dritt­per­son über­tra­gen;
d.
den Ver­si­cher­ten­be­stand ei­nem an­de­ren Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 40 über­tra­gen;
e.
die Ver­wer­tung des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung an­ord­nen;
f.
die Ab­be­ru­fung der mit der Ober­lei­tung, Auf­sicht, Kon­trol­le oder Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen an­ord­nen;
g.
Prä­mi­ener­hö­hun­gen an­ord­nen;
h.
die Um­set­zung ei­nes Fi­nan­zie­rungs- oder Sa­nie­rungs­plans an­ord­nen;
i.
ei­ne Per­son er­nen­nen und ihr be­son­de­re Auf­trä­ge und Be­fug­nis­se nach Ar­ti­kel 39 er­tei­len;
j.
Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rers dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung bis zur Hö­he des Soll­be­tra­ges nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2 zu­ord­nen;
k.
bei In­sol­venz­ge­fahr ei­nes Ver­si­che­rers die Nach­lass­stun­dung nach den Ar­ti­keln 293−304 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 188928 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs an­ord­nen;
l.
vom Ver­si­che­rer den Ab­schluss ei­nes Rück­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ver­lan­gen.

3 Ist die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on ei­nes Ver­si­che­rers ge­fähr­det und er­grei­fen die sta­tu­ta­ri­schen Or­ga­ne kei­ne aus­rei­chen­den Mass­nah­men, so kann die Auf­sichts­be­hör­de die Mass­nah­men nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben g und h er­grei­fen, da­mit die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben in den kom­men­den zwei Jah­ren er­füllt blei­ben.

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