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Bundesgesetz
über die Krankenversicherung
(KVG)

vom 18. März 1994 (Stand am 1. Januar 2023) (Stand am 1. Januar 2023)

Art. 64a209

1 Be­zahlt die ver­si­cher­te Per­son fäl­li­ge Prä­mi­en oder Kos­ten­be­tei­li­gun­gen nicht, so hat der Ver­si­che­rer ihr, nach min­des­tens ei­ner schrift­li­chen Mah­nung, ei­ne Zah­lungs­auf­for­de­rungzu­zu­stel­len, ihr ei­ne Nach­frist von 30 Ta­gen ein­zuräu­men und sie auf die Fol­gen des Zah­lungs­ver­zu­ges (Abs. 2) hin­zu­wei­sen.

2 Be­zahlt die ver­si­cher­te Per­son trotz Zah­lungs­auf­for­de­rungdie Prä­mi­en, Kos­ten­be­tei­li­gun­gen und Ver­zugs­zin­se nicht in­nert der ge­setz­ten Frist, so muss der Ver­si­che­rer die Be­trei­bung an­he­ben. Der Kan­ton kann ver­lan­gen, dass der Ver­si­che­rer der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de die Schuld­ne­rin­nen und Schuld­ner, die be­trie­ben wer­den, be­kannt gibt.

3 Der Ver­si­che­rer gibt der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de die be­trof­fe­nen Ver­si­cher­ten so­wie, pro Schuld­ner und Schuld­ne­rin, den Ge­samt­be­trag der For­de­run­gen aus der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung (aus­ste­hen­de Prä­mi­en und Kos­ten­be­tei­li­gun­gen so­wie Ver­zugs­zin­se und Be­trei­bungs­kos­ten) be­kannt, die wäh­rend des be­rück­sich­tig­ten Zeit­rau­mes zur Aus­stel­lung ei­nes Ver­lust­schei­nes oder ei­nes gleich­wer­ti­gen Rechts­ti­tels ge­führt ha­ben. Er er­sucht die vom Kan­ton be­zeich­ne­te Re­vi­si­ons­stel­le, die Rich­tig­keit der Da­ten, die er dem Kan­ton be­kannt ge­ge­ben hat, zu be­stä­ti­gen und über­mit­telt die Be­stä­ti­gung dem Kan­ton.

4 Der Kan­ton über­nimmt 85 Pro­zent der For­de­run­gen, die Ge­gen­stand der Be­kannt­ga­be nach Ab­satz 3 wa­ren.210

5 Der Ver­si­che­rer be­wahrt die Ver­lust­schei­ne und die gleich­wer­ti­gen Rechts­ti­tel bis zur voll­stän­di­gen Be­zah­lung der aus­ste­hen­den For­de­run­gen auf. So­bald die ver­si­cher­te Per­son ih­re Schuld voll­stän­dig oder teil­wei­se ge­gen­über dem Ver­si­che­rer be­gli­chen hat, er­stat­tet die­ser 50 Pro­zent des von der ver­si­cher­ten Per­son er­hal­te­nen Be­tra­ges an den Kan­ton zu­rück.

6 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 7 kann die säu­mi­ge ver­si­cher­te Per­son den Ver­si­che­rer nicht wech­seln, so­lan­ge sie die aus­ste­hen­den Prä­mi­en und Kos­ten­be­tei­li­gun­gen so­wie die Ver­zugs­zin­se und Be­trei­bungs­kos­ten nicht voll­stän­dig be­zahlt hat. Ar­ti­kel 7 Ab­sät­ze 3 und 4 bleibt vor­be­hal­ten.

7 Die Kan­to­ne kön­nen ver­si­cher­te Per­so­nen, die ih­rer Prä­mi­en­pflicht trotz Be­trei­bung nicht nach­kom­men, auf ei­ner Lis­te er­fas­sen, wel­che nur den Leis­tungs­er­brin­gern, der Ge­mein­de und dem Kan­ton zu­gäng­lich ist. Die Ver­si­che­rer schie­ben für die­se Ver­si­cher­ten auf Mel­dung des Kan­tons die Über­nah­me der Kos­ten für Leis­tun­gen mit Aus­nah­me der Not­fall­be­hand­lun­gen auf und er­stat­ten der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de Mel­dung über den Leis­tungs­auf­schub und des­sen Auf­he­bung nach Be­glei­chung der aus­ste­hen­den For­de­run­gen.

8 Der Bun­des­rat legt die Auf­ga­ben der Re­vi­si­ons­stel­le fest und be­zeich­net die ei­nem Ver­lust­schein gleich­zu­set­zen­den Rechts­ti­tel. Er re­gelt die Ein­zel­hei­ten des Mahn- und Be­trei­bungs­ver­fah­rens, der Da­ten­be­kannt­ga­be der Ver­si­che­rer an die Kan­to­ne so­wie der Zah­lun­gen der Kan­to­ne an die Ver­si­che­rer.

9 Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Nicht­be­zah­lung von Prä­mi­en und Kos­ten­be­tei­li­gun­gen der ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Per­so­nen, die in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on, in Is­land oder in Nor­we­gen woh­nen. Ist es nach dem Recht des be­tref­fen­den Staa­tes mög­lich, dass der Ver­si­che­rer die un­be­zahl­ten Prä­mi­en und Kos­ten­be­tei­li­gun­gen ein­bringt, so kann der Bun­des­rat die Kan­to­ne zur Über­nah­me von 85 Pro­zent der For­de­run­gen, die Ge­gen­stand der Be­kannt­ga­be nach Ab­satz 3 wa­ren, ver­pflich­ten. Ist es nach dem Recht des be­tref­fen­den Staa­tes nicht mög­lich, so kann der Bun­des­rat den Ver­si­che­rern das Recht ge­wäh­ren, die Über­nah­me der Kos­ten für die Leis­tun­gen auf­zu­schie­ben.211

209 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3523; BBl 200966176631).

210 Sie­he auch die UeB Änd. 19.3.2010 am Schluss die­ses Tex­tes.

211 Zwei­ter und drit­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. Sept. 2016 (An­pas­sung von Be­stim­mun­gen mit in­ter­na­tio­na­lem Be­zug), in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6717; BBl 2016 1).