Bundesgesetz
über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände
(Lebensmittelgesetz, LMG)


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Art. 15 Sicherheit von Gebrauchsgegenständen

1 Es dür­fen nur si­che­re Ge­brauchs­ge­gen­stän­de in Ver­kehr ge­bracht wer­den.

2 Ein Ge­brauchs­ge­gen­stand gilt als si­cher, wenn er bei nor­ma­ler oder ver­nünf­ti­ger­wei­se vor­her­seh­ba­rer Ver­wen­dung kei­ne oder nur mi­ni­ma­le Ge­fah­ren birgt oder nur sol­che, die sich mit sei­nem nor­ma­len Ge­brauch ver­ein­ba­ren las­sen und die un­ter Wah­rung ei­nes ho­hen Schutz­ni­ve­aus für die Ge­sund­heit von Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten und Drit­ter ver­tret­bar sind.

3 Für die Ge­währ­leis­tung der Ge­sund­heit der Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten und Drit­ter sind ins­be­son­de­re die fol­gen­den Aspek­te des Ge­brauchs­ge­gen­stands zu be­rück­sich­ti­gen:

a.
sei­ne Ei­gen­schaf­ten, sei­ne Zu­sam­men­set­zung, die Be­din­gun­gen für sei­nen Zu­sam­men­bau, sei­ne In­stal­la­ti­on und sei­ne In­be­trieb­nah­me;
b.
sei­ne War­tung und sei­ne Ge­brauchs­dau­er;
c.
sei­ne Ein­wir­kung auf an­de­re Pro­duk­te oder die Ein­wir­kung an­de­rer Pro­duk­te auf ihn, wenn ei­ne ge­mein­sa­me Ver­wen­dung mit die­sen an­de­ren Pro­duk­ten ver­nünf­ti­ger­wei­se vor­her­seh­bar ist;
d.
sei­ne Auf­ma­chung, sei­ne Ver­pa­ckung, sei­ne Kenn­zeich­nung, ge­ge­be­nen­falls Warn­hin­wei­se, sei­ne Ge­brauchs- und Be­die­nungs­an­lei­tung und die An­wei­sun­gen für sei­ne Be­sei­ti­gung so­wie al­le sons­ti­gen pro­dukt­be­zo­ge­nen An­ga­ben;
e.
die be­son­de­ren Ri­si­ken, die er für be­stimm­te Grup­pen von Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten, na­ment­lich Kin­der und äl­te­re Men­schen, birgt.

4 Der Bun­des­rat legt die An­for­de­run­gen an die Si­cher­heit von Ge­brauchs­ge­gen­stän­den fest.

5 Er kann zur Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heit von Ge­brauchs­ge­gen­stän­den dar­über hin­aus:

a.
Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­ver­fah­ren oder Mel­de­pflich­ten für be­stimm­te Ge­brauchs­ge­gen­stän­de vor­schrei­ben;
b.
vor­se­hen, dass für be­stimm­te Ge­brauchs­ge­gen­stän­de tech­ni­sche Nor­men be­zeich­net wer­den, bei de­ren Be­ach­tung die Ver­mu­tung be­steht, dass der Ge­brauchs­ge­gen­stand si­cher ist;
c.
die Ver­wen­dung be­stimm­ter Ge­brauchs­ge­gen­stän­de oder be­stimm­ter Stof­fe für die Ver­wen­dung in Ge­brauchs­ge­gen­stän­den ein­schrän­ken oder ver­bie­ten;
d.
ver­lan­gen, dass die Öf­fent­lich­keit über die Ei­gen­schaf­ten be­stimm­ter Ge­brauchs­ge­gen­stän­de in­for­miert wird;
e.
An­for­de­run­gen an die Hy­gie­ne von Ge­brauchs­ge­gen­stän­den fest­le­gen;
f.
An­for­de­run­gen an die Fach­kennt­nis­se von Per­so­nen fest­le­gen, wel­che mit Ge­brauchs­ge­gen­stän­den um­ge­hen.

BGE

92 IV 107 () from 13. Juni 1966
Regeste: Art. 91 der eidgenössischen Fleischschauverordnung. Gesetzmässigkeit der Vorschrift, dass Räume, in denen Fleisch und Fleischwaren verkauft werden, vor ihrer Inbetriebnahme behördlich zu genehmigen sind.

124 IV 297 () from 23. September 1998
Regeste: Art. 47 Abs. 1 lit. a LMG und Art. 48 Abs. 1 lit. g LMG. Diese Straftatbestände erfüllt auch, wer Lebensmittel lagert, transportiert oder abgibt, die, wie er weiss oder bei pflichtgemässer Sorgfalt wissen könnte, so beschaffen sind, dass sie bei ihrem üblichen Gebrauch die Gesundheit gefährden bzw. nicht den Anforderungen dieses Gesetzes entsprechen (E. I). Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB). Die vom Kantonschemiker gegenüber einem im Früchte- und Gemüsegrosshandel tätigen Unternehmen erlassene Verfügung, innert Frist ein schriftliches Qualitätssicherungskonzept vorzulegen, ist nicht offensichtlich bundesrechtswidrig (E. II/4c). Sie ist inhaltlich ausreichend bestimmt (E. II/4d). Anforderungen an den Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels (E. II/4e).

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