Verordnung
über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätszeugnissen
(Maturitätsanerkennungsverordnung, MAV)


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Art. 6 Bildungsziele

1 Ziel des Ma­tu­ri­täts­lehr­gangs ist es, dass die Ma­tu­ran­din­nen und Ma­tu­ran­den über je­ne per­sön­li­che Rei­fe ver­fü­gen, die Vor­aus­set­zung für ein Hoch­schul­stu­di­um ist und die sie auf an­spruchs­vol­le Auf­ga­ben in der Ge­sell­schaft vor­be­rei­tet. Zu die­sem Zweck wer­den:

a.
den Schü­le­rin­nen und Schü­lern die im Hin­blick auf ein le­bens­lan­ges Ler­nen not­wen­di­gen grund­le­gen­den Kom­pe­ten­zen ver­mit­telt;
b.
die geis­ti­ge Of­fen­heit und die Fä­hig­keit zum kri­ti­schen Den­ken und selbst­stän­di­gen Ur­tei­len der Schü­le­rin­nen und Schü­ler ge­för­dert;
c.
ei­ne breit ge­fä­cher­te, aus­ge­wo­ge­ne und ko­hä­ren­te Bil­dung, nicht aber ei­ne fach­s­pe­zi­fi­sche oder be­ruf­li­che Aus­bil­dung an­ge­bo­ten;
d.
die In­tel­li­genz, die Wil­lens­kraft, die Sen­si­bi­li­tät in ethi­schen und künst­le­ri­schen Be­lan­gen so­wie die phy­si­schen Fä­hig­kei­ten der Schü­le­rin­nen und Schü­ler ge­för­dert.

2 Ma­tu­ran­din­nen und Ma­tu­ran­den sind fä­hig:

a.
sich den Zu­gang zu neu­em fach­s­pe­zi­fi­schem und fach­über­grei­fen­dem Wis­sen und Kön­nen zu er­schlies­sen;
b.
ih­re Neu­gier, ih­re Vor­stel­lungs­kraft und ih­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit zu ent­fal­ten;
c.
al­lein und in Grup­pen zu ar­bei­ten;
d.
lo­gisch zu den­ken und zu ab­stra­hie­ren;
e.
in­tui­tiv, ana­log und ver­netzt zu den­ken;
f.
wis­sen­schaft­li­che Denk- und Ar­beits­wei­sen nach­zu­voll­zie­hen und auf pro­pä­deu­ti­schem Ni­veau an­zu­wen­den; und
g.
sich mit den Mög­lich­kei­ten und Gren­zen des wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­ge­winns aus­ein­an­der­zu­set­zen.

3 Sie be­herr­schen die Un­ter­richtss­pra­che und ver­fü­gen über Kom­pe­ten­zen zur selbst­stän­di­gen Sprach­ver­wen­dung in wei­te­ren Spra­chen, ins­be­son­de­re in min­des­tens ei­ner wei­te­ren Lan­des­s­pra­che. Sie sind fä­hig, sich klar, tref­fend und ein­fühl­sam zu äus­sern so­wie Reich­tum und Be­son­der­heit der mit ei­ner Spra­che ver­bun­de­nen Kul­tur zu er­ken­nen.

4 Sie fin­den sich in ih­rer na­tür­li­chen, tech­ni­schen, öko­no­mi­schen, ge­sell­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Um­welt zu­recht, in Be­zug auf die Ge­gen­wart, die Ver­gan­gen­heit und die Zu­kunft und auf schwei­ze­ri­scher und in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne. Sie sind be­reit, Ver­ant­wor­tung ge­gen­über sich selbst, den Mit­menschen, der Ge­sell­schaft und der na­tür­li­chen Um­welt wahr­zu­neh­men.

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