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Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer

vom 12. Juni 2009 (Stand am 1. Januar 2020)

Art. 86 Entrichtung der Steuer

1In­nert 60 Ta­gen nach Ab­lauf der Ab­rech­nungs­pe­ri­ode hat die steu­er­pflich­ti­ge Per­son die in die­sem Zeit­raum ent­stan­de­ne Steu­er­for­de­rung zu be­glei­chen.

2Er­bringt die steu­er­pflich­ti­ge Per­son kei­ne oder ei­ne of­fen­sicht­lich un­ge­nü­gen­de Zah­lung, so setzt die ESTV den für die je­wei­li­ge Ab­rech­nungs­pe­ri­ode pro­vi­so­risch ge­schul­de­ten Steu­er­be­trag nach vor­gän­gi­ger Mah­nung in Be­trei­bung. Liegt kei­ne oder ei­ne of­fen­sicht­lich un­ge­nü­gen­de Ab­rech­nung der steu­er­pflich­ti­gen Per­son vor, so be­stimmt die ESTV den pro­vi­so­risch ge­schul­de­ten Steu­er­be­trag vor­gän­gig nach pflicht­ge­mäs­sem Er­mes­sen.

3Durch Rechts­vor­schlag er­öff­net die steu­er­pflich­ti­ge Per­son das Ver­fah­ren um Rechts­öff­nung. Für die Be­sei­ti­gung des Rechts­vor­schla­ges ist die ESTV im Ver­fü­gungs- und Ein­spra­che­ver­fah­ren zu­stän­dig.

4Die Ver­fü­gung be­tref­fend den Rechts­vor­schlag kann in­nert 10 Ta­gen nach der Er­öff­nung mit Ein­spra­che bei der ESTV an­ge­foch­ten wer­den. Der Ein­spra­cheent­scheid ist un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 5 end­gül­tig.

5Hat die ESTV den in Be­trei­bung ge­setz­ten pro­vi­so­risch ge­schul­de­ten Steu­er­be­trag nach pflicht­ge­mäs­sem Er­mes­sen be­stimmt, so kann ge­gen den Ein­spra­cheent­scheid beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den. Die Be­schwer­de hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung, es sei denn, das Ge­richt ord­ne die­se auf be­grün­de­tes Er­su­chen hin an. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schei­det end­gül­tig.

6Ar­ti­kel 85a des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 18891 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs (SchKG) ist nicht an­wend­bar.

7Der Ein­zug ei­nes Steu­er­be­trags nach Ab­satz 2 be­rührt die Fest­set­zung nach den Ar­ti­keln 72, 78 und 82 der end­gül­ti­gen Steu­er­for­de­rung nicht. Un­ter­bleibt die Fest­set­zung der Steu­er­for­de­rung we­gen Un­tä­tig­keit der steu­er­pflich­ti­gen Per­son, ins­be­son­de­re weil die­se we­der Män­gel nach Ar­ti­kel 72 kor­ri­giert noch ei­ne Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 82 ver­langt, so gel­ten mit Ein­tritt der Fest­set­zungs­ver­jäh­rung auch die von der ESTV nach Ab­satz 2 be­stimm­ten Steu­er­be­trä­ge als Steu­er­for­de­rung.2

8An­stel­le ei­ner Zah­lung des Steu­er­be­trags kann die steu­er­pflich­ti­ge Per­son auch Si­cher­hei­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 93 Ab­satz 7 leis­ten.

9Un­mit­tel­bar nach Ein­gang der Zah­lung oder der Si­cher­heits­leis­tung zieht die ESTV die Be­trei­bung zu­rück.


1 SR 281.1
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. Sept. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 3575; BBl 2015 2615).