Bundesgesetz
betreffend die Ergänzung
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(Fünfter Teil: Obligationenrecht)


Open article in different language:  FR  |  IT  |  EN
Art. 503

e. Sorg­falts- und Her­aus­ga­be­pflicht des Gläu­bi­gers

 

1 Ver­min­dert der Gläu­bi­ger zum Nach­teil des Bür­gen bei der Ein­ge­hung der Bürg­schaft vor­han­de­ne oder vom Haupt­schuld­ner nach­träg­lich er­lang­te und ei­gens für die ver­bürg­te For­de­rung be­stimm­te Pfand­rech­te oder an­der­wei­ti­ge Si­cher­hei­ten und Vor­zugs­rech­te, so ver­rin­gert sich die Haf­tung des Bür­gen um einen die­ser Ver­min­de­rung ent­spre­chen­den Be­trag, so­weit nicht nach­ge­wie­sen wird, dass der Scha­den we­ni­ger hoch ist. Die Rück­for­de­rung des zu­viel be­zahl­ten Be­tra­ges bleibt vor­be­hal­ten.

2 Bei der Amts- und Dienst­bürg­schaft ist der Gläu­bi­ger dem Bür­gen über­dies ver­ant­wort­lich, wenn in­fol­ge Un­ter­las­sung der Auf­sicht über den Ar­beit­neh­mer, zu der er ver­pflich­tet ist, oder der ihm sonst zu­mut­ba­ren Sorg­falt die Schuld ent­stan­den ist oder einen Um­fang an­ge­nom­men hat, den sie an­dern­falls nicht an­ge­nom­men hät­te.276

3 Der Gläu­bi­ger hat dem Bür­gen, der ihn be­frie­digt, die zur Gel­tend­ma­chung sei­ner Rech­te dien­li­chen Ur­kun­den her­aus­zu­ge­ben und die nö­ti­gen Auf­schlüs­se zu er­tei­len. Eben­so hat er ihm die bei der Ein­ge­hung der Bürg­schaft vor­han­de­nen oder vom Haupt­schuld­ner nach­träg­lich ei­gens für die­se For­de­rung be­stell­ten Pfän­der und an­der­wei­ti­gen Si­cher­hei­ten her­aus­zu­ge­ben oder die für ih­re Über­tra­gung er­for­der­li­chen Hand­lun­gen vor­zu­neh­men. Die dem Gläu­bi­ger für an­de­re For­de­run­gen zu­ste­hen­den Pfand- und Re­ten­ti­ons­rech­te blei­ben vor­be­hal­ten, so­weit sie den­je­ni­gen des Bür­gen im Rang vor­ge­hen.

4 Wei­gert sich der Gläu­bi­ger un­ge­recht­fer­tig­ter­wei­se, die­se Hand­lun­gen vor­zu­neh­men, oder hat er sich der vor­han­de­nen Be­weis­mit­tel oder der Pfän­der und sons­ti­gen Si­cher­hei­ten, für die er ver­ant­wort­lich ist, bös­wil­lig oder grob­fahr­läs­sig en­täus­sert, so wird der Bür­ge frei. Er kann das Ge­leis­te­te zu­rück­for­dern und für den ihm dar­über hin­aus er­wach­se­nen Scha­den Er­satz ver­lan­gen.

276Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II Art. 1 Ziff. 12 des BG vom 25. Ju­ni 1971, in Kraft seit 1. Jan. 1972 (AS 1971 1465; BBl 1967 II 241). Sie­he auch die Schl- und UeB des X. Tit.

 

Diese Seite ist durch reCAPTCHA geschützt und die Google Datenschutzrichtlinie und Nutzungsbedingungen gelten.

Feedback
Laden