Bundesgesetz
über die Raumplanung
(Raumplanungsgesetz, RPG)1

1Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 965; BBl 1994 III 1075).


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Art. 24cbis Bauten in Streusiedlungsgebieten 84

1 In Ge­bie­ten mit tra­di­tio­nel­ler Streu­bau­wei­se, die im kan­to­na­len Richt­plan räum­lich fest­ge­legt sind und in de­nen die Dau­er­be­sied­lung im Hin­blick auf die an­zu­stre­ben­de räum­li­che Ent­wick­lung ge­stärkt wer­den soll, kön­nen die Kan­to­ne be­wil­li­gen:

a.
die Än­de­rung der Nut­zung be­ste­hen­der Bau­ten, die Woh­nun­gen ent­hal­ten, zu land­wirt­schafts­frem­den Wohn­zwe­cken, wenn sie nach der Än­de­rung ganz­jäh­rig be­wohnt wer­den;
b.
die Än­de­rung der Nut­zung be­ste­hen­der Bau­ten oder Ge­bäu­de­kom­ple­xe, die Woh­nun­gen ent­hal­ten, zu Zwe­cken des ört­li­chen Klein­ge­wer­bes; als ört­li­ches Klein­ge­wer­be gel­ten ins­be­son­de­re Kä­se­rei­en, holz­ver­ar­bei­ten­de Be­trie­be, me­cha­ni­sche Werk­stät­ten, Schlos­se­rei­en, De­tail­han­dels­lä­den, Wirts­häu­ser; der Ge­wer­be­teil darf in der Re­gel nicht mehr als die Hälf­te der Bau­te oder des Ge­bäu­de­kom­ple­xes be­an­spru­chen.

2 Be­wil­li­gun­gen nach die­sem Ar­ti­kel dür­fen nur er­teilt wer­den, wenn:

a.
die Bau­te für den bis­he­ri­gen zo­nen­kon­for­men oder stand­ort­ge­bun­de­nen Zweck nicht mehr be­nö­tigt wird oder si­cher­ge­stellt wird, dass sie zu die­sem Zweck er­hal­ten bleibt;
b.
die neue Nut­zung kei­ne Er­satz­bau­te zur Fol­ge hat, die nicht not­wen­dig ist;
c.
die äus­se­re Er­schei­nung und die bau­li­che Grund­struk­tur im We­sent­li­chen un­ver­än­dert blei­ben;
d.
höchs­tens ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Er­wei­te­rung der be­ste­hen­den Er­schlies­sung not­wen­dig ist und sämt­li­che In­fra­struk­tur­kos­ten, die im Zu­sam­men­hang mitder be­wil­lig­ten Nut­zung an­fal­len, auf die Ei­gen­tü­me­rin oder den Ei­gen­tü­mer über­wälzt wer­den;
e.
die land­wirt­schaft­li­che Be­wirt­schaf­tung der um­lie­gen­den Grund­stücke nicht ge­fähr­det ist; und
f.
kei­ne über­wie­gen­den In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.

3 Für Bau­ten, die am 1. Ja­nu­ar 1980 ganz­jäh­rig be­wohnt wa­ren und die nach Ar­ti­kel 24c in ih­rem Be­stand ge­schützt sind, kann in Streu­sied­lungs­ge­bie­ten nach Ab­satz 1 ei­ne Zu­fahrt be­wil­ligt wer­den, so­fern sie ganz­jäh­rig be­wohnt wer­den. Die Zu­fahrt ist bau­lich auf das Mi­ni­mum zu be­schrän­ken und darf den Bo­den nicht ver­sie­geln. In stei­len La­gen kann aus Si­cher­heits­grün­den auf der gan­zen Stre­cke oder auf Teil­ab­schnit­ten ein ver­sie­gel­ter Bo­den­be­lag be­wil­ligt wer­den.

84 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 29. Sept. 2023, in Kraft seit 1. Jan. 2026 (AS 2025 640; BBl 2018 7443).

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