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Raumplanungsverordnung
(RPV)

Art. 42 Änderung altrechtlicher Bauten und Anlagen 65

1 Ei­ne Än­de­rung gilt als teil­wei­se und ei­ne Er­wei­te­rung als mass­voll, wenn die Iden­ti­tät der Bau­te oder An­la­ge ein­sch­liess­lich ih­rer Um­ge­bung in den we­sent­li­chen Zü­gen ge­wahrt bleibt. Ver­bes­se­run­gen ge­stal­te­ri­scher Art sind zu­läs­sig.66

2 Mass­ge­bli­cher Ver­gleichs­zu­stand für die Be­ur­tei­lung der Iden­ti­tät ist der Zu­stand, in dem sich die Bau­te oder An­la­ge im Zeit­punkt der Zu­wei­sung zum Nicht­bau­ge­biet be­fand.67

3 Ob die Iden­ti­tät der Bau­te oder An­la­ge im We­sent­li­chen ge­wahrt bleibt, ist un­ter Wür­di­gung der ge­sam­ten Um­stän­de zu be­ur­tei­len. In je­dem Fall gel­ten fol­gen­de Re­geln:

a.68
In­ner­halb des be­ste­hen­den Ge­bäu­de­vo­lu­mens darf die an­re­chen­ba­re Brut­to­ge­schoss­flä­che nicht um mehr als 60 Pro­zent er­wei­tert wer­den; die­ser Wert darf über­schrit­ten wer­den, so­weit dies nö­tig ist, um in Bau­ten mit alt­recht­li­cher Erst­woh­nung ins­ge­samt ei­ne an­re­chen­ba­re Brut­to­ge­schoss­flä­che von 100 m2 zu er­rei­chen, und so­fern die Bau­te voll er­schlos­sen ist und si­cher­ge­stellt wird, dass der Wohn­raum als Erst­woh­nung ge­nutzt wird.
b.
Un­ter den Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 24c Ab­satz 4 RPG kann ei­ne Er­wei­te­rung aus­ser­halb des be­ste­hen­den Ge­bäu­de­vo­lu­mens er­fol­gen; die ge­sam­te Er­wei­te­rung darf in die­sem Fall so­wohl be­züg­lich der an­re­chen­ba­ren Brut­to­ge­schoss­flä­che als auch be­züg­lich der Ge­samt­flä­che (Sum­me von an­re­chen­ba­rer Brut­to­ge­schoss­flä­che und Brut­to-Ne­ben­flä­che) we­der 30 Pro­zent noch 100 m2 über­schrei­ten; die Er­wei­te­run­gen in­ner­halb des be­ste­hen­den Ge­bäu­de­vo­lu­mens wer­den nur halb an­ge­rech­net.
c.
Bau­li­che Ver­än­de­run­gen dür­fen kei­ne we­sent­lich ver­än­der­te Nut­zung ur­sprüng­lich bloss zeit­wei­se be­wohn­ter Bau­ten er­mög­li­chen.69

4 Ei­ne Bau­te oder An­la­ge darf nur wie­der auf­ge­baut wer­den, wenn sie im Zeit­punkt der Zer­stö­rung oder des Ab­bruchs noch be­stim­mungs­ge­mä­ss nutz­bar war und an ih­rer Nut­zung ein un­un­ter­bro­che­nes In­ter­es­se be­steht. Das Ge­bäu­de­vo­lu­men darf nur so weit wie­der auf­ge­baut wer­den, dass es die nach Ab­satz 3 Buch­sta­be b zu­läs­si­ge Flä­che um­fas­sen kann. Der Stand­ort der Er­satz­bau­te oder -an­la­ge darf von demje­ni­gen der frü­he­ren Bau­te oder An­la­ge ge­ring­fü­gig ab­wei­chen, wenn es da­für ob­jek­ti­ve Grün­de gibt.70

5 So­lar­an­la­gen nach Ar­ti­kel 18a Ab­satz 1 RPG sind bei der Be­ur­tei­lung nach Ar­ti­kel 24c RPG un­be­acht­lich. Ei­ne für ei­ne ener­ge­ti­sche Sa­nie­rung not­wen­di­ge Aus­se­ni­so­la­ti­on oder ei­ne für die Iso­lie­rung not­wen­di­ge An­he­bung des Daches darf samt all­fäl­li­ger So­lar­an­la­ge be­wil­ligt wer­den, auch wenn da­mit die Gren­zen nach Ab­satz 3 Buch­sta­be a oder b über­schrit­ten wer­den. Sie al­lein füh­ren nicht da­zu, dass Ab­satz 3 Buch­sta­be b statt Ab­satz 3 Buch­sta­be a an­zu­wen­den wä­re71

65 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Nov. 2012 (AS 2012 5537).

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Nov. 2012 (AS 2012 5537).

67 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Nov. 2012 (AS 2012 5537).

68 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Okt. 2025, in Kraft seit 1. Jan. 2026 (AS 2025 659).

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Nov. 2012 (AS 2012 5537).

70 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Okt. 2025, in Kraft seit 1. Jan. 2026 (AS 2025 659).

71 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­ni 2022 (AS 2022 357). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Okt. 2025, in Kraft seit 1. Jan. 2026 (AS 2025 659).