Swiss Criminal Procedure Code
(Criminal Procedure Code, CrimPC)


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Art. 110 Form

1 Sub­mis­sions may be made in writ­ing or or­ally on re­cord. Writ­ten sub­mis­sions must be dated and signed.

2 In the case of elec­tron­ic sub­mis­sion, the sub­mis­sion and its en­clos­ures must bear a qual­i­fied elec­tron­ic sig­na­ture in ac­cord­ance with the Fed­er­al Act of 18 March 201652 on Elec­tron­ic Sig­na­tures. The Fed­er­al Coun­cil shall reg­u­late:

a.
the format for sub­mis­sions and their at­tach­ments;
b.
the meth­od of trans­mis­sion;
c.
the re­quire­ments for re­quest­ing the sub­mis­sion of doc­u­ments in pa­per form in the event of tech­nic­al prob­lems.53

3 Pro­ced­ur­al acts are not oth­er­wise sub­ject to any form­al re­quire­ments un­less this Code provides oth­er­wise.

4 The dir­ect­or of pro­ceed­ings may re­ject il­legible, in­com­pre­hens­ible, im­prop­er or in­co­her­ent sub­mis­sions; they shall fix a dead­line for the re­vi­sion of the sub­mis­sion and give no­tice that the sub­mis­sion if not re­vised, will not be con­sidered.

52 SR 943.03

53 Amended by An­nex No II 7 of the FA of 18 March 2016 on Elec­tron­ic Sig­na­tures, in force since 1 Jan. 2017 (AS 2016 4651; BBl 2014 1001).

BGE

148 IV 445 (6B_684/2021) from 22. Juni 2022
Regeste: Art. 353 Abs. 1 lit. k und Art. 80 Abs. 2 StPO; auch beim Erlass eines Strafbefehls stellt die persönliche handschriftliche Unterschrift ein formelles Gültigkeitserfordernis im Interesse der Rechtssicherheit dar. Das Anbringen eines "Faksimile-Stempels" statt der handschriftlichen Unterschrift bietet keine ausreichende Gewähr dafür, dass der ausgefertigte Strafbefehl inhaltlich und formell mit jenem Entscheid übereinstimmt, der von der Staatsanwaltschaft gefasst worden ist. Solches vermag einzig die eigenhändige Unterschrift der zuständigen Staatsanwältin zu bestätigen (E. 1.3.1-1.4.1). Ein bloss mit einem Faksimile-Stempel versehener Strafbefehl ist nicht nichtig; er leidet an einem Formmangel. Bisherige Rechtsprechung in vergleichbaren Konstellationen (E. 1.4.2). Beruht das Fehlen der eigenhändigen Unterschrift des Strafbefehls auf einer eigentlichen Praxis, vermag die von der zuständigen Staatsanwältin eigenhändig unterzeichnete Überweisungsverfügung den Formmangel des Strafbefehls nicht zu heilen (E. 1.5.1). Von einer Heilung kann namentlich nur dann ausgegangen werden, wenn die durch die zuständige Staatsanwältin erforderliche handschriftliche Unterzeichnung versehentlich unterblieben ist (E. 1.5.2 und 1.5.3).

149 IV 9 (6B_1325/2021, 6B_1348/2021) from 27. September 2022
Regeste: a Art. 6 EMRK, Art. 14 Abs. 3 lit. g UNO-Pakt II, Art. 32 BV und Art. 113 StPO; Selbstbelastungsprivileg ("nemo tenetur se ipsum accusare") und Recht zu schweigen; Verpflichtung, die Personalien anzugeben. Allgemeiner Geltungsbereich des Selbstbelastungsprivilegs (E. 5.1). Das Prinzip kann weder als Grundlage für ein Recht auf Anonymität verstanden werden noch vermag es die Weigerung der Bekanntgabe der Personalien zu rechtfertigen (E. 5.2).

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