Bundesgesetz
über den Umweltschutz
(Umweltschutzgesetz, USG)


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Art. 7 Definitionen

1 Ein­wir­kun­gen sind Luft­ver­un­rei­ni­gun­gen, Lärm, Er­schüt­te­run­gen, Strah­len, Ge­wäs­ser­ver­un­rei­ni­gun­gen oder an­de­re Ein­grif­fe in Ge­wäs­ser, Bo­den­be­las­tun­gen, Ver­än­de­run­gen des Erb­ma­te­ri­als von Or­ga­nis­men oder der bio­lo­gi­schen Viel­falt, die durch den Bau und Be­trieb von An­la­gen, durch den Um­gang mit Stof­fen, Or­ga­nis­men oder Ab­fäl­len oder durch die Be­wirt­schaf­tung des Bo­dens er­zeugt wer­den.9

2 Luft­ver­un­rei­ni­gun­gen, Lärm, Er­schüt­te­run­gen und Strah­len wer­den beim Aus­tritt aus An­la­gen als Emis­sio­nen, am Ort ih­res Ein­wir­kens als Im­mis­sio­nen be­zeich­net.

3 Luft­ver­un­rei­ni­gun­gen sind Ver­än­de­run­gen des na­tür­li­chen Zu­stan­des der Luft, na­ment­lich durch Rauch, Russ, Staub, Ga­se, Ae­ro­so­le, Dämp­fe, Ge­ruch oder Ab­wär­me.10

4 Dem Lärm sind In­fra- und Ul­tra­schall gleich­ge­stellt.

4bis Bo­den­be­las­tun­gen sind phy­si­ka­li­sche, che­mi­sche und bio­lo­gi­sche Ver­än­de­run­gen der na­tür­li­chen Be­schaf­fen­heit des Bo­dens. Als Bo­den gilt nur die obers­te, un­ver­sie­gel­te Erd­schicht, in der Pflan­zen wach­sen kön­nen.11

5 Stof­fe sind na­tür­li­che oder durch ein Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren her­ge­stell­te che­mi­sche Ele­men­te und de­ren Ver­bin­dun­gen. Ih­nen gleich­ge­stellt sind Zu­be­rei­tun­gen (Ge­men­ge, Ge­mi­sche, Lö­sun­gen) und Ge­gen­stän­de, die sol­che Stof­fe ent­hal­ten.12

5bis Or­ga­nis­men sind zel­lu­lä­re und nicht­zel­lu­lä­re bio­lo­gi­sche Ein­hei­ten, die zur Ver­meh­rung oder zur Wei­ter­ga­be von Erb­ma­te­ri­al fä­hig sind. Ih­nen gleich­ge­stellt sind Ge­mi­sche und Ge­gen­stän­de, die sol­che Ein­hei­ten ent­hal­ten.13

5ter Gen­tech­nisch ver­än­der­te Or­ga­nis­men sind Or­ga­nis­men, de­ren ge­ne­ti­sches Ma­te­ri­al so ver­än­dert wor­den ist, wie dies un­ter na­tür­li­chen Be­din­gun­gen durch Kreu­zung oder na­tür­li­che Re­kom­bi­na­ti­on nicht vor­kommt.14

5qua­ter Pa­tho­ge­ne Or­ga­nis­men sind Or­ga­nis­men, die Krank­hei­ten ver­ur­sa­chen kön­nen.15

6 Ab­fäl­le sind be­weg­li­che Sa­chen, de­ren sich der In­ha­ber ent­le­digt oder de­ren Ent­sor­gung im öf­fent­li­chen In­ter­es­se ge­bo­ten ist.16

6bis Die Ent­sor­gung der Ab­fäl­le um­fasst ih­re Ver­wer­tung oder Ab­la­ge­rung so­wie die Vor­stu­fen Samm­lung, Be­för­de­rung, Zwi­schen­la­ge­rung und Be­hand­lung. Als Be­hand­lung gel­ten je­de phy­si­ka­li­sche, che­mi­sche oder bio­lo­gi­sche Ver­än­de­rung der Ab­fäl­le und die Vor­be­rei­tung zu de­ren Wie­der­ver­wen­dung.17 18

6ter Als Um­gang gilt je­de Tä­tig­keit im Zu­sam­men­hang mit Stof­fen, Or­ga­nis­men oder Ab­fäl­len, ins­be­son­de­re das Her­stel­len, Ein­füh­ren, Aus­füh­ren, In­ver­kehr­brin­gen, Ver­wen­den, La­gern, Trans­por­tie­ren oder Ent­sor­gen.19

7 An­la­gen sind Bau­ten, Ver­kehrs­we­ge und an­de­re orts­fes­te Ein­rich­tun­gen so­wie Ter­rain­ver­än­de­run­gen. Den An­la­gen sind Ge­rä­te, Ma­schi­nen, Fahr­zeu­ge, Schif­fe und Luft­fahr­zeu­ge gleich­ge­stellt.

8 Um­welt­in­for­ma­tio­nen sind In­for­ma­tio­nen im Be­reich die­ses Ge­set­zes und im Be­reich der Ge­setz­ge­bung über den Na­tur- und Hei­mat­schutz, den Land­schafts­schutz, den Ge­wäs­ser­schutz, den Schutz vor Na­tur­ge­fah­ren, die Wal­der­hal­tung, die Jagd, die Fi­sche­rei, die Gen­tech­nik so­wie den Kli­ma­schutz.20

9 Er­neu­er­ba­re Treib­stof­fe sind flüs­si­ge oder gas­för­mi­ge Treib­stof­fe, die aus Bio­mas­se oder un­ter Ver­wen­dung an­de­rer er­neu­er­ba­rer Ener­gie­trä­ger her­ge­stellt wer­den.21

10 Er­neu­er­ba­re Brenn­stof­fe sind fes­te, flüs­si­ge oder gas­för­mi­ge Brenn­stof­fe, die aus Bio­mas­se oder un­ter Ver­wen­dung an­de­rer er­neu­er­ba­rer Ener­gie­trä­ger her­ge­stellt wer­den.22

9 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Gen­tech­nik­ge­set­zes vom 21. März 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4803; BBl 2000 2391).

10Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

11Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

12 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Che­mi­ka­li­en­ge­set­zes vom 15. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Aug. 2005 (AS 2004 4763; 2005 2293; BBl 2000 687).

13Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

14Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

15 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Gen­tech­nik­ge­set­zes vom 21. März 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4803; BBl 2000 2391).

16Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

17 Fas­sung ge­mä­ss zwei­ten Sat­zes Ziff. I des BG vom 15. März 2024, in Kraft seit 1. Jan. 2025 (AS 2024 648; BBl 2023 13, 437).

18Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1997 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445).

19Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Dez. 1995 (AS 1997 1155; BBl 1993 II 1445). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Gen­tech­nik­ge­set­zes vom 21. März 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4803; BBl 2000 2391).

20 Ein­ge­fügt durch Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 27. Sept. 2013 (Ar­hus-Kon­ven­ti­on), in Kraft seit 1. Ju­ni 2014 (AS 2014 1021; BBl 2012 4323).

21 Ein­ge­fügt durch An­hang des BG vom 21. März 2014 (AS 2016 2661; BBl 2013 5737, 5783). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 15. März 2024, in Kraft seit 1. Jan. 2025 (AS 2024 376; BBl 2022 2651).

22 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 15. März 2024, in Kraft seit 1. Jan. 2025 (AS 2024 376; BBl 2022 2651).

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