Bundesgesetz
gegen den unlauteren Wettbewerb
(UWG)

vom 19. Dezember 1986 (Stand am 1. September 2023)


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Art. 10 Klageberechtigung von Kunden und Organisationen sowie des Bundes 29

1 Die Kla­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 9 ste­hen eben­so den Kun­den zu, die durch un­lau­te­ren Wett­be­werb in ih­ren wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen be­droht oder ver­letzt sind.

2 Fer­ner kön­nen nach Ar­ti­kel 9 Ab­sät­ze 1 und 2 kla­gen:

a.
Be­rufs- und Wirt­schafts­ver­bän­de, die nach den Sta­tu­ten zur Wah­rung der wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen ih­rer Mit­glie­der be­fugt sind;
b.
Or­ga­ni­sa­tio­nen von ge­samtschwei­ze­ri­scher oder re­gio­na­ler Be­deu­tung, die sich sta­tu­ten­ge­mä­ss dem Kon­su­men­ten­schutz wid­men;
c.30

3 Nach Ar­ti­kel 9 Ab­sät­ze 1 und 2 kann auch der Bund kla­gen, wenn er es zum Schutz des öf­fent­li­chen In­ter­es­ses als nö­tig er­ach­tet, na­ment­lich wenn:

a.
das An­se­hen der Schweiz im Aus­land be­droht oder ver­letzt ist und die in ih­ren wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen be­trof­fe­nen Per­so­nen im Aus­land an­säs­sig sind; oder
b.
die In­ter­es­sen meh­re­rer Per­so­nen oder ei­ner Grup­pe von An­ge­hö­ri­gen ei­ner Bran­che oder an­de­re Kol­lek­tiv­in­ter­es­sen be­droht oder ver­letzt sind.31

4 So­fern der Schutz des öf­fent­li­chen In­ter­es­ses es er­for­dert, kann der Bun­des­rat un­ter Nen­nung der ent­spre­chen­den Fir­men die Öf­fent­lich­keit über un­lau­te­re Ver­hal­tens­wei­sen in­for­mie­ren. Bei Weg­fall des öf­fent­li­chen In­ter­es­ses wer­den ent­spre­chen­de Pu­bli­ka­tio­nen ge­löscht.32

5 Bei Kla­gen des Bun­des ist die­ses Ge­setz im Sin­ne von Ar­ti­kel 18 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. De­zem­ber 198733 über das in­ter­na­tio­na­le Pri­vat­recht zwin­gend an­zu­wen­den.34

29 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 15 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).

30Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1992 (AS 1992 1514; BBl 1992 I 355). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, mit Wir­kung seit 1. April 2012 (AS 2011 4909; BBl 2009 6151).

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2011 4909; BBl 2009 6151).

32 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2011 4909; BBl 2009 6151).

33 SR 291

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2011 4909; BBl 2009 6151).

BGE

149 IV 1 (6B_978/2020) from 16. November 2022
Regeste: Art. 23 Abs. 1, Art. 3 Abs. 1 lit. u UWG (in den bis 31. Dezember 2020 und seit 1. Januar 2021 geltenden Fassungen); Art. 88 Abs. 1 FDV; unlautere Handlung durch Nichtbeachtung eines sog. Sterneintrags im Telefonverzeichnis; Ausnahmeklausel der bestehenden Geschäftsbeziehung. Die auf den 1. Januar 2021 in Kraft getretene Fassung von Art. 3 Abs. 1 lit. u UWG stellt klar, dass eine durch Sterneintrag im Telefonverzeichnis vermerkte Ablehnung von Werbemitteilungen dann keine Sperrwirkung hat, wenn die kontaktierte Person in einer Geschäftsbeziehung zum Urheber der Werbemitteilung steht. Die vorherige Fassung sah diese Ausnahme zwar noch nicht ausdrücklich vor. Doch greift der Vorbehalt der bestehenden Geschäftsbeziehung auch bei Sachverhalten, die sich unter altem Recht ereignet haben (E. 1). Gerade angesichts des immer bedeutsameren Onlinehandels von Konsumgütern muss der Begriff der "Geschäftsbeziehung" unter anderem in zeitlicher Hinsicht eng genug ausgelegt werden, um dem Schutzzweck (Eindämmung von Auswüchsen im Telemarketing) zu genügen. Die Frage, wie lange eine nicht regelmässig erneuerte Geschäftsbeziehung aktuell bleibt, ist namentlich anhand einer allfälligen Vertragslaufzeit und der Natur des beworbenen Produkts zu beantworten (E. 4).

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