Verordnung
zum Bundesgesetz über die von der Schweiz als Gaststaat gewährten Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen sowie finanziellen Beiträge
(Gaststaatverordnung, V-GSG)

vom 7. Dezember 2007 (Stand am 1. Januar 2019)


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Art. 22 Erleichterter Zugang zum Arbeitsmarkt für Personen, die zur Begleitung der hauptberechtigten Person berechtigt sind

1 Die fol­gen­den Per­so­nen ha­ben wäh­rend der Dau­er der Funk­tio­nen der haupt­be­rech­tig­ten Per­son er­leich­ter­ten Zu­gang zum Schwei­zer Ar­beits­markt, so­fern sie ge­mä­ss Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 be­rech­tigt sind, die haupt­be­rech­tig­te Per­son zu be­glei­ten, und so­fern sie in der Schweiz woh­nen und mit der haupt­be­rech­tig­ten Per­son im ge­mein­sa­men Haus­halt le­ben:

a.
die Ehe­gat­tin oder der Ehe­gat­te der haupt­be­rech­tig­ten Per­son im Sin­ne von Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­be a;
b.
die gleich­ge­schlecht­li­che Part­ne­rin oder der gleich­ge­schlecht­li­che Part­ner der haupt­be­rech­tig­ten Per­son im Sin­ne von Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­be b;
c.
die Kon­ku­bi­nats­part­ne­rin oder der Kon­ku­bi­nats­part­ner der haupt­be­rech­tig­ten Per­son im Sin­ne von Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­be c;
d.
die le­di­gen Kin­der der haupt­be­rech­tig­ten Per­son im Sin­ne von Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­be d, wenn sie vor dem 21. Al­ters­jahr als be­rech­tig­te Be­gleit­per­so­nen in die Schweiz ein­ge­reist sind; sie dür­fen den er­leich­ter­ten Zu­gang zum Ar­beits­markt bis zum Al­ter von 25 Jah­ren nut­zen; nach dem 25. Al­ters­jahr müs­sen sie ih­re Auf­ent­halts- und Ar­beits­be­din­gun­gen in Über­ein­stim­mung mit der Ge­setz­ge­bung über Auf­ent­halt und Nie­der­las­sung der Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der re­geln;
e.
die le­di­gen Kin­der der Ehe­gat­tin oder des Ehe­gat­ten, der Part­ne­rin oder des Part­ners so­wie der Kon­ku­bi­nats­part­ne­rin oder des Kon­ku­bi­nats­part­ners im Sin­ne von Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 Buch­sta­be e, wenn sie vor dem 21. Al­ters­jahr als be­rech­tig­te Be­gleit­per­so­nen in die Schweiz ein­ge­reist sind; sie dür­fen den er­leich­ter­ten Zu­gang zum Ar­beits­markt bis zum Al­ter von 25 Jah­ren nut­zen; nach dem 25. Al­ters­jahr müs­sen sie ih­re Auf­ent­halts- und Ar­beits­be­din­gun­gen in Über­ein­stim­mung mit der Ge­setz­ge­bung über Auf­ent­halt und Nie­der­las­sung der Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der re­geln.

2 Zur Er­leich­te­rung der Ar­beits­su­che stellt das EDA den Per­so­nen nach Ab­satz 1 auf An­fra­ge ein Do­ku­ment zur Vor­la­ge vor po­ten­zi­el­len Ar­beit­ge­bern aus, das nach­weist, dass die be­tref­fen­de Per­son nicht der zah­len­mäs­si­gen Be­gren­zung der aus­län­di­schen Ar­beits­kräf­te, dem Grund­satz der vor­ran­gi­gen An­wer­be­ge­bie­te und den ar­beits­markt­li­chen Vor­schrif­ten (In­län­der­vor­rang und vor­gän­gi­ge Kon­trol­le der Löh­ne und der Ar­beits­be­din­gun­gen) un­ter­steht.

3 Per­so­nen nach Ab­satz 1, die ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nach­ge­hen, er­hal­ten von der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de ge­gen Vor­la­ge ei­nes Ar­beits­ver­trags, ei­nes Stel­len­vor­schlags oder ei­ner Er­klä­rung, wo­nach sie ei­ne selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf­neh­men wol­len, so­wie ei­ner Be­schrei­bung die­ser Tä­tig­keit ei­ne spe­zi­el­le Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, den so ge­nann­ten «Ci-Aus­weis»; die­ser wird ih­nen im Aus­tausch ge­gen ih­re Le­gi­ti­ma­ti­ons­kar­te aus­ge­stellt. Ei­ne selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit darf nur aus­ge­übt wer­den, wenn die In­ha­be­rin oder der In­ha­ber des Ci-Aus­wei­ses von den zu­stän­di­gen Be­hör­den die Be­wil­li­gung er­hal­ten hat, den frag­li­chen Be­ruf oder die frag­li­che Tä­tig­keit aus­zuü­ben.

4 Per­so­nen nach Ab­satz 1, die in der Schweiz ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nach­ge­hen, un­ter­ste­hen da­für dem Schwei­zer Recht. Sie ge­nies­sen ins­be­son­de­re kei­ner­lei Vor­rech­te oder Im­mu­ni­tä­ten im Rah­men die­ser Tä­tig­keit.24

5 Sie un­ter­lie­gen, so­fern nicht ein So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men et­was an­de­res be­stimmt, der Schwei­zer Ge­setz­ge­bung:

a.
zur Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung;
b.
zur Un­fall­ver­si­che­rung;
c.
zum Er­w­erb­ser­satz;
d.
zu den Fa­mi­li­en­zu­la­gen;
e.
zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, so­wie
f.
zur Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung.25

6 Das Ein­kom­men aus der Er­werbs­tä­tig­keit ist in der Schweiz zu ver­steu­ern, so­fern nicht ein bi­la­te­ra­les Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men et­was an­de­res vor­sieht.26

7 Im Üb­ri­gen re­gelt das EDA die Mo­da­li­tä­ten der Um­set­zung im Ein­ver­neh­men mit dem Staats­se­kre­ta­ri­at für Mi­gra­ti­on.27

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5063).

25 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5063).

26 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5063).

27 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5063).

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