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Verordnung des EDI
über die Hygiene bei der Milchproduktion
(VHyMP)

vom 23. November 2005 (Stand am 8. Dezember 2020)

Art. 10 Verbot des Abgebens von Milch

1 Ver­bo­ten ist das Ab­lie­fern fol­gen­der Milch:

a.
Milch von Tie­ren, de­nen Stof­fe oder Er­zeug­nis­se ver­ab­reicht wur­den, die ver­bo­ten oder nicht zu­ge­las­sen oder die für die ent­spre­chen­de Be­hand­lun­gen nicht zu­ge­las­sen sind;
b.
Milch von Tie­ren, die mit Arz­nei­mit­teln oder an­de­ren Stof­fen oder Pro­duk­ten be­han­delt wur­den, die die Milch nach­tei­lig be­ein­flus­sen oder die ei­ne Ab­setz­frist für die Milcha­b­lie­fe­rung er­for­dern, so­lan­ge die Tie­re sich in Be­hand­lung be­fin­den oder die Ab­setz­frist noch nicht ab­ge­lau­fen ist;
c.
Milch von Tie­ren, die An­zei­chen ei­ner Krank­heit auf­wei­sen, die über Milch auf den Men­schen über­tra­gen wer­den kann, ins­be­son­de­re von Tu­ber­ku­lo­se und Bru­cel­lo­se; das glei­che gilt für Tie­re, die ei­ner sol­chen Krank­heit ver­däch­tigt wer­den;
d.
Milch von Tie­ren, die an ei­ner Krank­heit lei­den, die die Milch ne­ga­tiv be­ein­flus­sen kann wie In­fek­tio­nen oder Ma­gen-Darm­krank­hei­ten mit Durch­fall und Fie­ber, Ace­to­nämie, Ei­er­stock­zys­ten, In­fek­tio­nen des Ge­ni­tal­ap­pa­ra­tes mit Aus­fluss;
e.
Milch aus sicht­bar ent­zün­de­tem Eu­ter und Milch aus Eu­tern, die im Schalm­test po­si­tiv rea­giert;
f.
Milch von Tie­ren mit of­fe­nen ei­tern­den Wun­den am oder in der Nä­he des Eu­ters oder an­de­ren Wun­den, die die Milch nach­tei­lig be­ein­flus­sen kön­nen;
g.
Milch, die in den ers­ten acht Ta­gen nach Be­ginn der Lak­ta­ti­on ge­won­nen wird;
h.14
...
i.
Milch von Kü­hen, die we­ni­ger als zwei Li­ter Milch pro Tag ge­ben;
j.
Milch, die für die vor­ge­se­he­ne Ver­wen­dungs­art un­taug­lich ist;
k.
Milch aus dem Vor­ge­melk.

2 Tie­re, die in­fol­ge ei­ner tier­ärzt­li­chen Be­hand­lung Fremd­stof­fe in die Milch über­tra­gen kön­nen, müs­sen ge­kenn­zeich­net wer­den.

3 Milch von Tie­ren mit kli­ni­schen An­zei­chen ei­ner Eu­ter­krank­heit darf nur nach An­wei­sung ei­ner Tierärz­tin oder ei­nes Tier­arz­tes als Le­bens­mit­tel ver­wen­det wer­den.

4 Ko­lo­strum nach Ar­ti­kel 66a der Ver­ord­nung des EDI vom 23. No­vem­ber 200515 über Le­bens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft, das bis ma­xi­mal fünf Ta­ge nach der Ge­burt ge­won­nen wur­de, darf ver­mark­tet wer­den. Ko­lo­strum muss ge­trennt von der üb­ri­gen Milch und mit ent­spre­chen­der Be­zeich­nung ab­ge­ge­ben wer­den. Ei­ne Ver­mi­schung von Ko­lo­strum mit Milch ist ver­bo­ten. Die Hy­gie­nean­for­de­run­gen an die Milch­pro­duk­ti­on gel­ten für Ko­lo­strum sinn­ge­mä­ss.16

14 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des EDI vom 27. Mai 2020, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2020 (AS 2020 2545).

15 AS 2005 6043, 2006 4949, 2008 10096037, 2009 2019, 2010 4637, 2013 4969. AS 2017 973Art. 105. Sie­he heu­te: V des EDI vom 16. Dez. 2016 (SR 817.022.108).

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des EDI vom 13. Fe­br. 2008, in Kraft seit 1. März 2008 (AS 2008 567).