Bundesgesetz
über das Verwaltungsstrafrecht
(VStrR)

vom 22. März 1974 (Stand am 1. September 2023)


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Art. 1411

A. Straf­ba­re Hand­lun­gen

I. Leis­tungs- und Ab­ga­be­be­trug

 

1 Wer die Ver­wal­tung, ei­ne an­de­re Be­hör­de oder einen Drit­ten durch Vor­spie­ge­lung oder Un­ter­drückung von Tat­sa­chen arg­lis­tig ir­re­führt oder sie in ei­nem Irr­tum arg­lis­tig be­stärkt und so für sich oder einen an­dern un­recht­mäs­sig ei­ne Kon­zes­si­on, ei­ne Be­wil­li­gung oder ein Kon­tin­gent, einen Bei­trag, die Rück­er­stat­tung von Ab­ga­ben oder ei­ne an­de­re Leis­tung des Ge­mein­we­sens er­schleicht oder so be­wirkt, dass der Ent­zug ei­ner Kon­zes­si­on, ei­ner Be­wil­li­gung oder ei­nes Kon­tin­gents un­ter­bleibt, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.

2 Be­wirkt der Tä­ter durch sein arg­lis­ti­ges Ver­hal­ten, dass dem Ge­mein­we­sen un­recht­mäs­sig und in ei­nem er­heb­li­chen Be­trag ei­ne Ab­ga­be, ein Bei­trag oder ei­ne an­de­re Leis­tung vor­ent­hal­ten oder dass es sonst am Ver­mö­gen ge­schä­digt wird, so ist die Stra­fe Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe.

3 Wer ge­werbs­mäs­sig oder im Zu­sam­men­wir­ken mit Drit­ten Wi­der­hand­lun­gen nach Ab­satz 1 oder 2 in Ab­ga­ben- oder Zol­lan­ge­le­gen­hei­ten be­geht und sich oder ei­nem an­dern da­durch in be­son­ders er­heb­li­chem Um­fang einen un­recht­mäs­si­gen Vor­teil ver­schafft oder das Ge­mein­we­sen am Ver­mö­gen oder an an­dern Rech­ten be­son­ders er­heb­lich schä­digt, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.

4 Sieht ein Ver­wal­tungs­ge­setz für ei­ne dem Ab­satz 1, 2 oder 3 ent­spre­chen­de nicht arg­lis­tig be­gan­ge­ne Wi­der­hand­lung ei­ne Bus­se vor, so ist in den Fäl­len nach den Ab­sät­zen 1–3 zu­sätz­lich ei­ne Bus­se aus­zu­fäl­len. De­ren Be­mes­sung rich­tet sich nach dem ent­spre­chen­den Ver­wal­tungs­ge­setz.

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 13 des BG vom 17. Dez. 2021 über die Har­mo­ni­sie­rung der Strafrah­men, in Kraft seit 1. Ju­li 2023 (AS 2023 259; BBl 2018 2827).

 

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