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Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken

vom 23. April 1920 (Stand am 1. Januar 2012)

Art. 100

IV. Wenn sich nach­träg­lich er­gibt, dass Pfand Drit­tei­gen­tum oder Fa­mi­li­e­nei­gen­tum ist1

 

1Er­gibt sich erst nach der Stel­lung des Ver­wer­tungs­be­geh­rens, dass das ver­pfän­de­te Grund­stück Ei­gen­tum ei­nes Drit­ten ist oder als Fa­mi­li­en­woh­nung dient, so ist die­sem oder dem Ehe­gat­ten des Schuld­ners oder des Drit­ten nach­träg­lich ein Zah­lungs­be­fehl zu­zu­stel­len. Die Ver­wer­tung darf erst vor­ge­nom­men wer­den, wenn der letz­te­re rechts­kräf­tig und die sechs­mo­na­ti­ge Frist seit des­sen Zu­stel­lung ab­ge­lau­fen ist.2

2Die­se Vor­schrif­ten fin­den je­doch kei­ne An­wen­dung, wenn im Zeit­punkt des Ei­gen­tum­s­er­werbs durch den Drit­ten ei­ne Ver­fü­gungs­be­schrän­kung nach Ar­ti­kel 90 oder 97 hier­vor im Grund­buch vor­ge­merkt war.

3Er­gibt sich erst aus dem Grund­buch­aus­zug, dass für die in Be­trei­bung ge­setz­te For­de­rung meh­re­re Grund­stücke ver­schie­de­ner Ei­gen­tü­mer haf­ten, und ist nicht ge­gen al­le Be­trei­bung an­ge­ho­ben, so ist der Gläu­bi­ger auf­zu­for­dern, bin­nen ei­ner kur­z­en Frist den Kos­ten­vor­schuss für die nach­träg­li­che Zu­stel­lung des Zah­lungs­be­fehls zu leis­ten, un­ter der An­dro­hung, dass sonst die Be­trei­bung als da­hin­ge­fal­len be­trach­tet wer­de.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).