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Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken

vom 23. April 1920 (Stand am 1. Januar 2012)

Art. 18

II. Aus­ser­or­dent­li­che Ver­wal­tungs­mass­nah­men

 

1Er­for­dert die Ver­wal­tung die Füh­rung von Pro­zes­sen oder an­de­re, mit grös­se­ren Kos­ten ver­bun­de­ne oder sonst­wie aus­ser­ge­wöhn­li­che Mass­nah­men, so hat das Be­trei­bungs­amt, wenn Ge­fahr im Ver­zu­ge ist, von sich aus das Nö­ti­ge vor­zu­keh­ren, je­doch die be­trei­ben­den Gläu­bi­ger, ein­sch­liess­lich der Grund­pfand­gläu­bi­ger, die Be­trei­bung an­ge­ho­ben ha­ben (Art. 806 ZGB1), und den Schuld­ner un­ver­züg­lich von den ge­trof­fe­nen Mass­nah­men zu be­nach­rich­ti­gen, un­ter Hin­weis auf ihr Be­schwer­de­recht.

2Ist kei­ne Ge­fahr im Ver­zu­ge, so soll das Be­trei­bungs­amt die Gläu­bi­ger und den Schuld­ner vor­her um ih­re An­sicht be­fra­gen, un­ter An­set­zung ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist und un­ter For­mu­lie­rung ei­nes be­stimm­ten Vor­schla­ges über die zu tref­fen­den Mass­nah­men und die Art der Kos­ten­de­ckung, der bei un­be­nutz­tem Ab­lauf der Frist als an­ge­nom­men gilt. Ver­stän­di­gen sich Gläu­bi­ger und Schuld­ner über die Vor­nah­me an­de­rer Mass­nah­men, so hat das Be­trei­bungs­amt die ihm er­teil­ten In­struk­tio­nen zu be­fol­gen, vor­aus­ge­setzt, dass die Gläu­bi­ger einen all­fäl­lig er­for­der­li­chen Kos­ten­vor­schuss leis­ten oder dass sonst ge­nü­gend Mit­tel vor­han­den sind. Sind die Be­tei­lig­ten über das zu be­ob­ach­ten­de Ver­hal­ten nicht ei­nig, so er­sucht das Be­trei­bungs­amt die Auf­sichts­be­hör­de um die nö­ti­ge Wei­sung.


1 SR 210