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Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken

vom 23. April 1920 (Stand am 1. Januar 2012)

Art. 60a

IV. Aus­übung ge­setz­li­cher Vor­kaufs­rech­te

 

1Ge­setz­li­che Vor­kaufs­rech­te kön­nen nur an der Stei­ge­rung selbst und zu den Be­din­gun­gen, zu wel­chen das Grund­stück dem Er­stei­ge­rer zu­ge­schla­gen wird, aus­ge­übt wer­den (Art. 681 Abs. 1 ZGB2).

2Ver­ein­ba­run­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 681bAb­satz 1 ZGB, die dem Vor­kaufs­be­rech­tig­ten Vor­zugs­rech­te ge­wäh­ren, sind bei der Stei­ge­rung nicht zu be­ach­ten.

3Nach drei­ma­li­gem Aus­ruf des Höch­st­an­ge­bo­tes hat der Lei­ter der Stei­ge­rung die an­we­sen­den oder ver­tre­te­nen In­ha­ber ei­nes ge­setz­li­chen Vor­kaufs­rech­tes auf­zu­for­dern, sich über des­sen Aus­übung aus­zu­spre­chen. Bis dies ge­sche­hen ist, bleibt der Meist­bie­ten­de an sein An­ge­bot ge­bun­den.

4Er­klärt ei­ner der Be­rech­tig­ten, er wol­le das Vor­kaufs­recht zum an­ge­bo­te­nen Prei­se aus­üben, so wird ihm der Zu­schlag er­teilt. Ge­ben meh­re­re Be­rech­tig­te die­se Er­klä­rung ge­mein­sam ab, so ist Ar­ti­kel 59 hier­vor, bei Mit­ei­gen­tü­mern Ar­ti­kel 682 Ab­satz 1 Satz 2 ZGB an­wend­bar.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975 (AS 1976 164). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 7. Sept. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3183).
2 SR 210