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Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption

Übersetzung

Kapitel I: Anwendungsbereich des Übereinkommens

Art. 1  

Ziel die­ses Über­ein­kom­mens ist es,

a)
Schutz­vor­schrif­ten ein­zu­füh­ren, da­mit in­ter­na­tio­na­le Ad­op­tio­nen zum Wohl des Kin­des und un­ter Wah­rung sei­ner völ­ker­recht­lich an­er­kann­ten Grund­rech­te statt­fin­den;
b)
ein Sys­tem der Zu­sam­men­ar­beit un­ter den Ver­trags­staa­ten ein­zu­rich­ten, um die Ein­hal­tung die­ser Schutz­vor­schrif­ten si­cher­zu­stel­len und da­durch die Ent­füh­rung und den Ver­kauf von Kin­dern so­wie den Han­del mit Kin­dern zu ver­hin­dern;
c)
in den Ver­trags­staa­ten die An­er­ken­nung der ge­mä­ss dem Über­ein­kom­men zu Stan­de ge­kom­me­nen Ad­op­tio­nen zu si­chern.
Art. 2  

(1) Das Über­ein­kom­men ist an­zu­wen­den, wenn ein Kind mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem Ver­trags­staat («Hei­mat­staat») in einen an­de­ren Ver­trags­staat («Auf­nah­me­staat») ge­bracht wor­den ist, wird oder wer­den soll, ent­we­der nach sei­ner Ad­op­ti­on im Hei­mat­staat durch Ehe­gat­ten oder ei­ne Per­son mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt im Auf­nah­me­staat oder im Hin­blick auf ei­ne sol­che Ad­op­ti­on im Auf­nah­me- oder Hei­mat­staat.

(2) Das Über­ein­kom­men be­trifft nur Ad­op­tio­nen, die ein dau­er­haf­tes El­tern-Kind-Ver­hält­nis be­grün­den.

Art. 3  

Das Über­ein­kom­men ist nicht mehr an­zu­wen­den, wenn die in Ar­ti­kel 17 Buch­sta­be c vor­ge­se­he­nen Zu­stim­mun­gen nicht er­teilt wur­den, be­vor das Kind das acht­zehn­te Le­bens­jahr vollen­det hat.

Kapitel II: Voraussetzungen Internationaler Adoption

Art. 4  

Ei­ne Ad­op­ti­on nach dem Über­ein­kom­men kann nur durch­ge­führt wer­den, wenn die zu­stän­di­gen Be­hör­den des Hei­mat­staats

a)
fest­ge­stellt ha­ben, dass das Kind ad­op­tiert wer­den kann;
b)
nach ge­büh­ren­der Prü­fung der Un­ter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten für das Kind im Hei­mat­staat ent­schie­den ha­ben, dass ei­ne in­ter­na­tio­na­le Ad­op­ti­on dem Wohl des Kin­des dient;
c)
sich ver­ge­wis­sert ha­ben,
1.
dass die Per­so­nen, In­sti­tu­tio­nen und Be­hör­den, de­ren Zu­stim­mung zur Ad­op­ti­on not­wen­dig ist, so­weit er­for­der­lich be­ra­ten und ge­büh­rend über die Wir­kun­gen ih­rer Zu­stim­mung un­ter­rich­tet wor­den sind, ins­be­son­de­re dar­über, ob die Ad­op­ti­on da­zu füh­ren wird, dass das Rechts­ver­hält­nis zwi­schen dem Kind und sei­ner Her­kunfts­fa­mi­lie er­lischt oder wei­ter be­steht;
2.
dass die­se Per­so­nen, In­sti­tu­tio­nen und Be­hör­den ih­re Zu­stim­mung un­be­ein­flusst in der ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Form er­teilt ha­ben und die­se Zu­stim­mung schrift­lich ge­ge­ben oder be­stä­tigt wor­den ist;
3.
dass die Zu­stim­mun­gen nicht durch ir­gend­ei­ne Zah­lung oder an­de­re Ge­gen­leis­tung her­bei­ge­führt wor­den sind und nicht wi­der­ru­fen wur­den und
4.
dass die Zu­stim­mung der Mut­ter, so­fern er­for­der­lich, erst nach der Ge­burt des Kin­des er­teilt wor­den ist, und
d)
sich un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Al­ters und der Rei­fe des Kin­des ver­ge­wis­sert ha­ben,
1.
dass das Kind be­ra­ten und ge­büh­rend über die Wir­kun­gen der Ad­op­ti­on und sei­ner Zu­stim­mung zur Ad­op­ti­on, so­weit die­se Zu­stim­mung not­wen­dig ist, un­ter­rich­tet wor­den ist;
2.
dass die Wün­sche und Mei­nun­gen des Kin­des be­rück­sich­tigt wor­den sind;
3.
dass das Kind sei­ne Zu­stim­mung zur Ad­op­ti­on, so­weit die­se Zu­stim­mung not­wen­dig ist, un­be­ein­flusst in der ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Form er­teilt hat und die­se Zu­stim­mung schrift­lich ge­ge­ben oder be­stä­tigt wor­den ist und
4.
dass die­se Zu­stim­mung nicht durch ir­gend­ei­ne Zah­lung oder an­de­re Ge­gen­leis­tung her­bei­ge­führt wor­den ist.
Art. 5  

Ei­ne Ad­op­ti­on nach dem Über­ein­kom­men kann nur durch­ge­führt wer­den, wenn die zu­stän­di­gen Be­hör­den des Auf­nah­me­staats

a)
ent­schie­den ha­ben, dass die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern für ei­ne Ad­op­ti­on in Be­tracht kom­men und da­zu ge­eig­net sind;
b)
sich ver­ge­wis­sert ha­ben, dass die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern so­weit er­for­der­lich be­ra­ten wor­den sind, und
c)
ent­schie­den ha­ben, dass dem Kind die Ein­rei­se in die­sen Staat und der stän­di­ge Auf­ent­halt dort be­wil­ligt wor­den sind oder wer­den.

Kapitel III: Zentrale Behörden und zugelassene Organisationen

Art. 6  

(1) Je­der Ver­trags­staat be­stimmt ei­ne Zen­tra­le Be­hör­de, wel­che die ihr durch die­ses Über­ein­kom­men über­tra­ge­nen Auf­ga­ben wahr­nimmt.

(2) Ei­nem Bun­des­staat, ei­nem Staat mit meh­re­ren Rechts­sys­te­men oder ei­nem Staat, der aus au­to­no­men Ge­biets­ein­hei­ten be­steht, steht es frei, meh­re­re Zen­tra­le Be­hör­den zu be­stim­men und de­ren räum­li­che und per­sön­li­che Zu­stän­dig­keit fest­zu­le­gen. Macht ein Staat von die­ser Mög­lich­keit Ge­brauch, so be­stimmt er die Zen­tra­le Be­hör­de, an wel­che Mit­tei­lun­gen zur Über­mitt­lung an die zu­stän­di­ge Zen­tra­le Be­hör­de in die­sem Staat ge­rich­tet wer­den kön­nen.

Art. 7  

(1) Die Zen­tra­len Be­hör­den ar­bei­ten zu­sam­men und för­dern die Zu­sam­men­ar­beit der zu­stän­di­gen Be­hör­den ih­rer Staa­ten, um Kin­der zu schüt­zen und die an­de­ren Zie­le des Über­ein­kom­mens zu ver­wirk­li­chen.

(2) Sie tref­fen un­mit­tel­bar al­le ge­eig­ne­ten Mass­nah­men, um

a)
Aus­künf­te über das Recht ih­rer Staa­ten auf dem Ge­biet der Ad­op­ti­on zu er­tei­len und an­de­re all­ge­mei­ne In­for­ma­tio­nen, wie bei­spiels­wei­se sta­tis­ti­sche Da­ten und Mus­ter­for­mu­la­re, zu über­mit­teln;
b)
ein­an­der über die Wir­kungs­wei­se des Über­ein­kom­mens zu un­ter­rich­ten und Hin­der­nis­se, die sei­ner An­wen­dung ent­ge­gen­ste­hen, so weit wie mög­lich aus­zuräu­men.
Art. 8  

Die Zen­tra­len Be­hör­den tref­fen un­mit­tel­bar oder mit Hil­fe staat­li­cher Stel­len al­le ge­eig­ne­ten Mass­nah­men, um un­statt­haf­te Ver­mö­gens- oder sons­ti­ge Vor­tei­le im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Ad­op­ti­on aus­zu­sch­lies­sen und al­le den Zie­len des Über­ein­kom­mens zu­wi­der­lau­fen­den Prak­ti­ken zu ver­hin­dern.

Art. 9  

Die Zen­tra­len Be­hör­den tref­fen un­mit­tel­bar oder mit Hil­fe staat­li­cher Stel­len oder an­de­rer in ih­rem Staat ord­nungs­ge­mä­ss zu­ge­las­se­ner Or­ga­ni­sa­tio­nen al­le ge­eig­ne­ten Mass­nah­men, um ins­be­son­de­re

a)
Aus­künf­te über die La­ge des Kin­des und der künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern ein­zu­ho­len, auf­zu­be­wah­ren und aus­zut­au­schen, so­weit dies für das Zu­stan­de­kom­men der Ad­op­ti­on er­for­der­lich ist;
b)
das Ad­op­ti­ons­ver­fah­ren zu er­leich­tern, zu über­wa­chen und zu be­schleu­ni­gen;
c)
den Auf­bau von Diens­ten zur Be­ra­tung wäh­rend und nach der Ad­op­ti­on in ih­rem Staat zu för­dern;
d)
Be­rich­te über all­ge­mei­ne Er­fah­run­gen auf dem Ge­biet der in­ter­na­tio­na­len Ad­op­ti­on aus­zut­au­schen;
e)
be­grün­de­te Aus­kunft­s­er­su­chen an­de­rer Zen­tra­ler Be­hör­den oder staat­li­cher Stel­len zu ei­nem be­stimm­ten Ad­op­ti­ons­fall zu be­ant­wor­ten, so­weit das Recht ih­res Staa­tes dies zu­lässt.
Art. 10  

Die Zu­las­sung er­hal­ten und be­hal­ten nur Or­ga­ni­sa­tio­nen, die dar­le­gen, dass sie fä­hig sind, die ih­nen über­tra­ge­nen Auf­ga­ben ord­nungs­ge­mä­ss aus­zu­füh­ren.

Art. 11  

Ei­ne zu­ge­las­se­ne Or­ga­ni­sa­ti­on muss

a)
un­ter Ein­hal­tung der von den zu­stän­di­gen Be­hör­den des Zu­las­sungs­staats fest­ge­leg­ten Vor­aus­set­zun­gen und Be­schrän­kun­gen aus­sch­liess­lich ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­fol­gen;
b)
von Per­so­nen ge­lei­tet und ver­wal­tet wer­den, die nach ih­ren ethi­schen Grund­sät­zen und durch Aus­bil­dung oder Er­fah­rung für die Ar­beit auf dem Ge­biet der in­ter­na­tio­na­len Ad­op­ti­on qua­li­fi­ziert sind, und
c)
in Be­zug auf ih­re Zu­sam­men­set­zung, Ar­beits­wei­se und Fi­nanz­la­ge der Auf­sicht durch die zu­stän­di­gen Be­hör­den des Zu­las­sungs­staats un­ter­lie­gen.
Art. 12  

Ei­ne in ei­nem Ver­trags­staat zu­ge­las­se­ne Or­ga­ni­sa­ti­on kann in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat nur tä­tig wer­den, wenn die zu­stän­di­gen Be­hör­den bei­der Staa­ten dies ge­neh­migt ha­ben.

Art. 13  

Je­der Ver­trags­staat teilt die Be­stim­mung der Zen­tra­len Be­hör­den und ge­ge­be­nen­falls den Um­fang ih­rer Auf­ga­ben so­wie die Na­men und An­schrif­ten der zu­ge­las­se­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen dem Stän­di­gen Bü­ro der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht mit.

Kapitel IV: Verfahrensrechtliche Voraussetzungen der Internationalen Adoption

Art. 14  

Per­so­nen mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem Ver­trags­staat, die ein Kind mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat ad­op­tie­ren möch­ten, ha­ben sich an die Zen­tra­le Be­hör­de im Staat ih­res ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts zu wen­den.

Art. 15  

(1) Hat sich die Zen­tra­le Be­hör­de des Auf­nah­me­staats da­von über­zeugt, dass die An­trag­stel­ler für ei­ne Ad­op­ti­on in Be­tracht kom­men und da­zu ge­eig­net sind, so ver­fasst sie einen Be­richt, der An­ga­ben zur Per­son der An­trag­stel­ler und über ih­re recht­li­che Fä­hig­keit und ih­re Eig­nung zur Ad­op­ti­on, ih­re per­sön­li­chen und fa­mi­li­ären Um­stän­de, ih­re Krank­heits­ge­schich­te, ihr so­zia­les Um­feld, die Be­weg­grün­de für die Ad­op­ti­on, ih­re Fä­hig­keit zur Über­nah­me der mit ei­ner in­ter­na­tio­na­len Ad­op­ti­on ver­bun­de­nen Auf­ga­ben so­wie die Ei­gen­schaf­ten der Kin­der ent­hält, für die zu sor­gen sie ge­eig­net wä­ren.

(2) Sie über­mit­telt den Be­richt der Zen­tra­len Be­hör­de des Hei­mat­staats.

Art. 16  

(1) Hat sich die Zen­tra­le Be­hör­de des Hei­mat­staats da­von über­zeugt, dass das Kind ad­op­tiert wer­den kann, so

a)
ver­fasst sie einen Be­richt, der An­ga­ben zur Per­son des Kin­des und dar­über, dass es ad­op­tiert wer­den kann, über sein so­zia­les Um­feld, sei­ne per­sön­li­che und fa­mi­li­äre Ent­wick­lung, sei­ne Krank­heits­ge­schich­te ein­sch­liess­lich der­je­ni­gen sei­ner Fa­mi­lie so­wie be­son­de­re Be­dürf­nis­se des Kin­des ent­hält;
b)
trägt sie der Er­zie­hung des Kin­des so­wie sei­ner eth­ni­schen, re­li­gi­ösen und kul­tu­rel­len Her­kunft ge­büh­rend Rech­nung;
c)
ver­ge­wis­sert sie sich, dass die Zu­stim­mun­gen nach Ar­ti­kel 4 vor­lie­gen, und
d)
ent­schei­det sie, ins­be­son­de­re auf Grund der Be­rich­te über das Kind und die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern, ob die in Aus­sicht ge­nom­me­ne Un­ter­brin­gung dem Wohl des Kin­des dient.

(2) Sie über­mit­telt der Zen­tra­len Be­hör­de des Auf­nah­me­staats ih­ren Be­richt über das Kind, den Nach­weis über das Vor­lie­gen der not­wen­di­gen Zu­stim­mun­gen so­wie die Grün­de für ih­re Ent­schei­dung über die Un­ter­brin­gung, wo­bei sie da­für sorgt, dass die Iden­ti­tät der Mut­ter und des Va­ters nicht preis­ge­ge­ben wird, wenn die­se im Hei­mat­staat nicht of­fen ge­legt wer­den darf.

Art. 17  

Ei­ne Ent­schei­dung, ein Kind künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern an­zu­ver­trau­en, kann im Hei­mat­staat nur ge­trof­fen wer­den, wenn

a)
die Zen­tra­le Be­hör­de die­ses Staa­tes sich ver­ge­wis­sert hat, dass die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern ein­ver­stan­den sind;
b)
die Zen­tra­le Be­hör­de des Auf­nah­me­staats die­se Ent­schei­dung ge­bil­ligt hat, so­fern das Recht die­ses Staa­tes oder die Zen­tra­le Be­hör­de des Hei­mat­staats dies ver­langt;
c)
die Zen­tra­len Be­hör­den bei­der Staa­ten der Fort­set­zung des Ad­op­ti­ons­ver­fah­rens zu­ge­stimmt ha­ben und
d)
nach Ar­ti­kel 5 ent­schie­den wur­de, dass die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern für ei­ne Ad­op­ti­on in Be­tracht kom­men und da­zu ge­eig­net sind und dem Kind die Ein­rei­se in den Auf­nah­me­staat und der stän­di­ge Auf­ent­halt dort be­wil­ligt wor­den sind oder wer­den.
Art. 18  

Die Zen­tra­len Be­hör­den bei­der Staa­ten tref­fen al­le er­for­der­li­chen Mass­nah­men, um die Be­wil­li­gung der Aus­rei­se des Kin­des aus dem Hei­mat­staat so­wie der Ein­rei­se in den Auf­nah­me­staat und des stän­di­gen Auf­ent­halts dort zu er­wir­ken.

Art. 19  

(1) Das Kind kann nur in den Auf­nah­me­staat ge­bracht wer­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des Ar­ti­kels 17 er­füllt sind.

(2) Die Zen­tra­len Be­hör­den bei­der Staa­ten sor­gen da­für, dass das Kind si­cher und un­ter an­ge­mes­se­nen Um­stän­den in den Auf­nah­me­staat ge­bracht wird und dass die Ad­op­tiv­el­tern oder die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern das Kind wenn mög­lich be­glei­ten.

(3) Wird das Kind nicht in den Auf­nah­me­staat ge­bracht, so wer­den die in den Ar­ti­keln 15 und 16 vor­ge­se­he­nen Be­rich­te an die ab­sen­den­den Be­hör­den zu­rück­ge­sandt.

Art. 20  

Die Zen­tra­len Be­hör­den hal­ten ein­an­der über das Ad­op­ti­ons­ver­fah­ren und die zu sei­ner Be­en­di­gung ge­trof­fe­nen Mass­nah­men so­wie über den Ver­lauf der Pro­be­zeit, falls ei­ne sol­che ver­langt wird, auf dem Lau­fen­den.

Art. 21  

(1) Soll die Ad­op­ti­on erst durch­ge­führt wer­den, nach­dem das Kind in den Auf­nah­me­staat ge­bracht wor­den ist, und dient es nach Auf­fas­sung der Zen­tra­len Be­hör­de die­ses Staa­tes nicht mehr dem Wohl des Kin­des, wenn es in der Auf­nah­me­fa­mi­lie bleibt, so trifft die­se Zen­tra­le Be­hör­de die zum Schutz des Kin­des er­for­der­li­chen Mass­nah­men, in­dem sie ins­be­son­de­re

a)
ver­an­lasst, dass das Kind aus der Auf­nah­me­fa­mi­lie ent­fernt und vor­läu­fig be­treut wird;
b)
in Ab­spra­che mit der Zen­tra­len Be­hör­de des Hei­mat­staats un­ver­züg­lich die Un­ter­brin­gung des Kin­des in ei­ner neu­en Fa­mi­lie mit dem Ziel der Ad­op­ti­on ver­an­lasst oder, falls dies nicht an­ge­bracht ist, für ei­ne an­de­re dau­er­haf­te Be­treu­ung sorgt; ei­ne Ad­op­ti­on kann erst durch­ge­führt wer­den, wenn die Zen­tra­le Be­hör­de des Hei­mat­staats ge­büh­rend über die neu­en Ad­op­tiv­el­tern un­ter­rich­tet wor­den ist;
c)
als letz­te Mög­lich­keit die Rück­kehr des Kin­des ver­an­lasst, wenn sein Wohl dies er­for­dert.

(2) Un­ter Be­rück­sich­ti­gung ins­be­son­de­re des Al­ters und der Rei­fe des Kin­des ist es zu den nach die­sem Ar­ti­kel zu tref­fen­den Mass­nah­men zu be­fra­gen und ge­ge­be­nen­falls sei­ne Zu­stim­mung da­zu ein­zu­ho­len.

Art. 22  

(1) Die Auf­ga­ben ei­ner Zen­tra­len Be­hör­de nach die­sem Ka­pi­tel kön­nen von staat­li­chen Stel­len oder nach Ka­pi­tel III zu­ge­las­se­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen wahr­ge­nom­men wer­den, so­weit das Recht des Staa­tes der Zen­tra­len Be­hör­de dies zu­lässt.

(2) Ein Ver­trags­staat kann ge­gen­über dem De­po­si­tar des Über­ein­kom­mens er­klä­ren, dass die Auf­ga­ben der Zen­tra­len Be­hör­de nach den Ar­ti­keln 15 bis 21 in die­sem Staat in dem nach sei­nem Recht zu­läs­si­gen Um­fang und un­ter Auf­sicht sei­ner zu­stän­di­gen Be­hör­den auch von Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Per­so­nen wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen, wel­che

a)
die von die­sem Staat ver­lang­ten Vor­aus­set­zun­gen der In­te­gri­tät, fach­li­chen Kom­pe­tenz, Er­fah­rung und Ver­ant­wort­lich­keit er­fül­len und
b)
nach ih­ren ethi­schen Grund­sät­zen und durch Aus­bil­dung oder Er­fah­rung für die Ar­beit auf dem Ge­biet der in­ter­na­tio­na­len Ad­op­ti­on qua­li­fi­ziert sind.

(3) Ein Ver­trags­staat, der die in Ab­satz 2 vor­ge­se­he­ne Er­klä­rung ab­gibt, teilt dem Stän­di­gen Bü­ro der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht re­gel­mäs­sig die Na­men und An­schrif­ten die­ser Or­ga­ni­sa­tio­nen und Per­so­nen mit.

(4) Ein Ver­trags­staat kann ge­gen­über dem De­po­si­tar des Über­ein­kom­mens er­klä­ren, dass Ad­op­tio­nen von Kin­dern, die ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in sei­nem Ho­heits­ge­biet ha­ben, nur durch­ge­führt wer­den kön­nen, wenn die Auf­ga­ben der Zen­tra­len Be­hör­den in Über­ein­stim­mung mit Ab­satz 1 wahr­ge­nom­men wer­den.

(5) Un­ge­ach­tet je­der nach Ab­satz 2 ab­ge­ge­be­nen Er­klä­rung wer­den die in den Ar­ti­keln 15 und 16 vor­ge­se­he­nen Be­rich­te in je­dem Fall un­ter der Ver­ant­wor­tung der Zen­tra­len Be­hör­de oder an­de­rer Be­hör­den oder Or­ga­ni­sa­tio­nen in Über­ein­stim­mung mit Ab­satz 1 ver­fasst.

Kapitel V: Anerkennung und Wirkungen der Adoption

Art. 23  

(1) Ei­ne Ad­op­ti­on wird in den an­de­ren Ver­trags­staa­ten kraft Ge­set­zes an­er­kannt, wenn die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Staa­tes, in dem sie durch­ge­führt wor­den ist, be­schei­nigt, dass sie ge­mä­ss dem Über­ein­kom­men zu Stan­de ge­kom­men ist. Die Be­schei­ni­gung gibt an, wann und von wem die Zu­stim­mun­gen nach Ar­ti­kel 17 Buch­sta­be c er­teilt wor­den sind.

(2) Je­der Ver­trags­staat no­ti­fi­ziert dem De­po­si­tar des Über­ein­kom­mens bei der Un­ter­zeich­nung, der Ra­ti­fi­ka­ti­on, der An­nah­me, der Ge­neh­mi­gung oder dem Bei­tritt Iden­ti­tät und Auf­ga­ben der Be­hör­de oder Be­hör­den, die in die­sem Staat für die Aus­stel­lung der Be­schei­ni­gung zu­stän­dig sind. Er no­ti­fi­ziert ihm fer­ner je­de Än­de­rung in der Be­zeich­nung die­ser Be­hör­den.

Art. 24  

Die An­er­ken­nung ei­ner Ad­op­ti­on kann in ei­nem Ver­trags­staat nur ver­sagt wer­den, wenn die Ad­op­ti­on sei­ner öf­fent­li­chen Ord­nung of­fen­sicht­lich wi­der­spricht, wo­bei das Wohl des Kin­des zu be­rück­sich­ti­gen ist.

Art. 25  

Je­der Ver­trags­staat kann ge­gen­über dem De­po­si­tar des Über­ein­kom­mens er­klä­ren, dass er nicht ver­pflich­tet ist, auf Grund des Über­ein­kom­mens Ad­op­tio­nen an­zu­er­ken­nen, die in Über­ein­stim­mung mit ei­ner nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 2 ge­schlos­se­nen Ver­ein­ba­rung zu Stan­de ge­kom­men sind.

Art. 26  

(1) Die An­er­ken­nung ei­ner Ad­op­ti­on um­fasst die An­er­ken­nung

a)
des El­tern-Kind-Ver­hält­nis­ses zwi­schen dem Kind und sei­nen Ad­op­tiv­el­tern;
b)
der el­ter­li­chen Ver­ant­wort­lich­keit der Ad­op­tiv­el­tern für das Kind;
c)
der Be­en­di­gung des frü­he­ren Rechts­ver­hält­nis­ses zwi­schen dem Kind und sei­ner Mut­ter und sei­nem Va­ter, wenn die Ad­op­ti­on dies in dem Ver­trags­staat be­wirkt, in dem sie durch­ge­führt wor­den ist.

(2) Be­wirkt die Ad­op­ti­on die Be­en­di­gung des frü­he­ren El­tern-Kind-Ver­hält­nis­ses, so ge­niesst das Kind im Auf­nah­me­staat und in je­dem an­de­ren Ver­trags­staat, in dem die Ad­op­ti­on an­er­kannt wird, Rech­te ent­spre­chend de­nen, die sich aus Ad­op­tio­nen mit die­ser Wir­kung in je­dem die­ser Staa­ten er­ge­ben.

(3) Die Ab­sät­ze 1 und 2 las­sen die An­wen­dung für das Kind güns­ti­ge­rer Be­stim­mun­gen un­be­rührt, die in ei­nem Ver­trags­staat gel­ten, der die Ad­op­ti­on an­er­kennt.

Art. 27  

(1) Be­wirkt ei­ne im Hei­mat­staat durch­ge­führ­te Ad­op­ti­on nicht die Be­en­di­gung des frü­he­ren El­tern-Kind-Ver­hält­nis­ses, so kann sie im Auf­nah­me­staat, der die Ad­op­ti­on nach dem Über­ein­kom­men an­er­kennt, in ei­ne Ad­op­ti­on mit ei­ner der­ar­ti­gen Wir­kung um­ge­wan­delt wer­den, wenn

a)
das Recht des Auf­nah­me­staats dies ge­stat­tet und
b)
die in Ar­ti­kel 4 Buch­sta­ben c und d vor­ge­se­he­nen Zu­stim­mun­gen zum Zweck ei­ner sol­chen Ad­op­ti­on er­teilt wor­den sind oder wer­den.

(2) Ar­ti­kel 23 ist auf die Um­wand­lungs­ent­schei­dung an­zu­wen­den.

Kapitel VI: Allgemeine Bestimmungen

Art. 28  

Das Über­ein­kom­men steht Rechts­vor­schrif­ten des Hei­mat­staats nicht ent­ge­gen, nach de­nen die Ad­op­ti­on ei­nes Kin­des mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in die­sem Staat auch dort durch­ge­führt wer­den muss oder nach de­nen es un­ter­sagt ist, vor ei­ner Ad­op­ti­on das Kind in ei­ner Fa­mi­lie im Auf­nah­me­staat un­ter­zu­brin­gen oder es in die­sen Staat zu brin­gen.

Art. 29  

Zwi­schen den künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern und den El­tern des Kin­des oder je­der an­de­ren Per­son, wel­che die Sor­ge für das Kind hat, darf kein Kon­takt statt­fin­den, so­lan­ge die Er­for­der­nis­se des Ar­ti­kels 4 Buch­sta­ben a bis c und des Ar­ti­kels 5 Buch­sta­be a nicht er­füllt sind, es sei denn, die Ad­op­ti­on fin­de in­ner­halb ei­ner Fa­mi­lie statt oder der Kon­takt ent­spre­che den von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Hei­mat­staats auf­ge­stell­ten Be­din­gun­gen.

Art. 30  

(1) Die zu­stän­di­gen Be­hör­den ei­nes Ver­trags­staats sor­gen da­für, dass die ih­nen vor­lie­gen­den An­ga­ben über die Her­kunft des Kin­des, ins­be­son­de­re über die Iden­ti­tät sei­ner El­tern, so­wie über die Krank­heits­ge­schich­te des Kin­des und sei­ner Fa­mi­lie auf­be­wahrt wer­den.

(2) Sie ge­währ­leis­ten, dass das Kind oder sein Ver­tre­ter un­ter an­ge­mes­se­ner An­lei­tung Zu­gang zu die­sen An­ga­ben hat, so­weit das Recht des be­tref­fen­den Staa­tes dies zu­lässt.

Art. 31  

Un­be­scha­det des Ar­ti­kels 30 wer­den die auf Grund des Über­ein­kom­mens ge­sam­mel­ten oder über­mit­tel­ten per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten, ins­be­son­de­re die in den Ar­ti­keln 15 und 16 be­zeich­ne­ten, nur für die Zwe­cke ver­wen­det, für die sie ge­sam­melt oder über­mit­telt wor­den sind.

Art. 32  

(1) Nie­mand darf aus ei­ner Tä­tig­keit im Zu­sam­men­hang mit ei­ner in­ter­na­tio­na­len Ad­op­ti­on un­statt­haf­te Ver­mö­gens- oder sons­ti­ge Vor­tei­le er­lan­gen.

(2) Nur Kos­ten und Aus­la­gen, ein­sch­liess­lich an­ge­mes­se­ner Ho­no­ra­re an der Ad­op­ti­on be­tei­lig­ter Per­so­nen, dür­fen in Rech­nung ge­stellt und ge­zahlt wer­den.

(3) Die Lei­ter, Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter und An­ge­stell­ten von Or­ga­ni­sa­tio­nen, die an ei­ner Ad­op­ti­on be­tei­ligt sind, dür­fen kei­ne im Ver­hält­nis zu den ge­leis­te­ten Diens­ten un­an­ge­mes­sen ho­he Ver­gü­tung er­hal­ten.

Art. 33  

Ei­ne zu­stän­di­ge Be­hör­de, die fest­stellt, dass ei­ne der Be­stim­mun­gen des Über­ein­kom­mens nicht be­ach­tet wor­den ist oder miss­ach­tet zu wer­den droht, un­ter­rich­tet so­fort die Zen­tra­le Be­hör­de ih­res Staa­tes. Die­se Zen­tra­le Be­hör­de ist da­für ver­ant­wort­lich, dass ge­eig­ne­te Mass­nah­men ge­trof­fen wer­den.

Art. 34  

Wenn die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Be­stim­mungs­staats ei­nes Schrift­stücks dar­um er­sucht, ist ei­ne be­glau­big­te Über­set­zung bei­zu­brin­gen. So­fern nichts an­de­res be­stimmt ist, wer­den die Kos­ten der Über­set­zung von den künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern ge­tra­gen.

Art. 35  

Die zu­stän­di­gen Be­hör­den der Ver­trags­staa­ten han­deln in Ad­op­ti­ons­ver­fah­ren mit der ge­bo­te­nen Ei­le.

Art. 36  

Be­ste­hen in ei­nem Staat auf dem Ge­biet der Ad­op­ti­on zwei oder mehr Rechts­sys­te­me, die in ver­schie­de­nen Ge­biets­ein­hei­ten gel­ten, so ist

a)
ei­ne Ver­wei­sung auf den ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in die­sem Staat als Ver­wei­sung auf den ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in ei­ner Ge­biets­ein­heit die­ses Staa­tes zu ver­ste­hen;
b)
ei­ne Ver­wei­sung auf das Recht die­ses Staa­tes als Ver­wei­sung auf das in der be­tref­fen­den Ge­biets­ein­heit gel­ten­de Recht zu ver­ste­hen;
c)
ei­ne Ver­wei­sung auf die zu­stän­di­gen Be­hör­den oder die staat­li­chen Stel­len die­ses Staa­tes als Ver­wei­sung auf sol­che zu ver­ste­hen, die be­fugt sind, in der be­tref­fen­den Ge­biets­ein­heit zu han­deln;
d)
ei­ne Ver­wei­sung auf die zu­ge­las­se­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen die­ses Staa­tes als Ver­wei­sung auf die in der be­tref­fen­den Ge­biets­ein­heit zu­ge­las­se­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen zu ver­ste­hen.
Art. 37  

Be­ste­hen in ei­nem Staat auf dem Ge­biet der Ad­op­ti­on zwei oder mehr Rechts­sys­te­me, die für ver­schie­de­ne Per­so­nen­grup­pen gel­ten, so ist ei­ne Ver­wei­sung auf das Recht die­ses Staa­tes als Ver­wei­sung auf das Rechts­sys­tem zu ver­ste­hen, das sich aus dem Recht die­ses Staa­tes er­gibt.

Art. 38  

Ein Staat, in dem ver­schie­de­ne Ge­biets­ein­hei­ten ih­re ei­ge­nen Rechts­vor­schrif­ten auf dem Ge­biet der Ad­op­ti­on ha­ben, ist nicht ver­pflich­tet, das Über­ein­kom­men an­zu­wen­den, wenn ein Staat mit ein­heit­li­chem Rechts­sys­tem da­zu nicht ver­pflich­tet wä­re.

Art. 39  

(1) Das Über­ein­kom­men lässt in­ter­na­tio­na­le Über­ein­künf­te un­be­rührt, de­nen Ver­trags­staa­ten als Ver­trags­par­tei­en an­ge­hö­ren und die Be­stim­mun­gen über die in dem Über­ein­kom­men ge­re­gel­ten An­ge­le­gen­hei­ten ent­hal­ten, so­fern die durch ei­ne sol­che Über­ein­kunft ge­bun­de­nen Staa­ten kei­ne ge­gen­tei­li­ge Er­klä­rung ab­ge­ben.

(2) Je­der Ver­trags­staat kann mit ei­nem oder meh­re­ren an­de­ren Ver­trags­staa­ten Ver­ein­ba­run­gen zur er­leich­ter­ten An­wen­dung des Über­ein­kom­mens in ih­ren ge­gen­sei­ti­gen Be­zie­hun­gen schlies­sen. Die­se Ver­ein­ba­run­gen kön­nen nur von den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 14 bis 16 und 18 bis 21 ab­wei­chen. Die Staa­ten, die ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung ge­schlos­sen ha­ben, über­mit­teln dem De­po­si­tar des Über­ein­kom­mens ei­ne Ab­schrift.

Art. 40  

Vor­be­hal­te zu dem Über­ein­kom­men sind nicht zu­läs­sig.

Art. 41  

Das Über­ein­kom­men ist in je­dem Fall an­zu­wen­den, in dem ein An­trag nach Ar­ti­kel 14 ein­ge­gan­gen ist, nach­dem das Über­ein­kom­men im Auf­nah­me- und im Hei­mat­staat in Kraft ge­tre­ten ist.


Art. 42  

Der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht be­ruft in re­gel­mäs­si­gen Ab­stän­den ei­ne Spe­zi­al­kom­mis­si­on zur Prü­fung der prak­ti­schen Durch­füh­rung des Über­ein­kom­mens ein.

Kapitel VII: Schlussbestimmungen

Art. 43  

(1) Das Über­ein­kom­men liegt für die Staa­ten, die zur Zeit der sieb­zehn­ten Ta­gung der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht Mit­glied der Kon­fe­renz wa­ren, so­wie für die an­de­ren Staa­ten, die an die­ser Ta­gung teil­ge­nom­men ha­ben, zur Un­ter­zeich­nung auf.

(2) Es be­darf der Ra­ti­fi­ka­ti­on, An­nah­me oder Ge­neh­mi­gung; die Ra­ti­fi­ka­ti­ons—, An­nah­me- oder Ge­neh­mi­gungs­ur­kun­den wer­den beim Mi­nis­te­ri­um für Aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten des Kö­nig­reichs der Nie­der­lan­de, dem De­po­si­tar des Über­ein­kom­mens, hin­ter­legt.

Art. 44  

(1) Je­der an­de­re Staat kann dem Über­ein­kom­men bei­tre­ten, nach­dem es ge­mä­ss Ar­ti­kel 46 Ab­satz 1 in Kraft ge­tre­ten ist.

(2) Die Bei­tritts­ur­kun­de wird beim De­po­si­tar hin­ter­legt.

(3) Der Bei­tritt wirkt nur in den Be­zie­hun­gen zwi­schen dem bei­tre­ten­den Staat und den Ver­trags­staa­ten, die in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach Ein­gang der in Ar­ti­kel 48 Buch­sta­be b vor­ge­se­he­nen No­ti­fi­ka­ti­on kei­nen Ein­spruch ge­gen den Bei­tritt er­ho­ben ha­ben. Nach dem Bei­tritt kann ein sol­cher Ein­spruch auch von je­dem Staat in dem Zeit­punkt er­ho­ben wer­den, in dem er das Über­ein­kom­men ra­ti­fi­ziert, an­nimmt oder ge­neh­migt. Die Ein­sprü­che wer­den dem De­po­si­tar no­ti­fi­ziert.

Art. 45  

(1) Ein Staat, der aus zwei oder mehr Ge­biets­ein­hei­ten be­steht, in de­nen für die in dem Über­ein­kom­men be­han­del­ten An­ge­le­gen­hei­ten un­ter­schied­li­che Rechts­sys­te­me gel­ten, kann bei der Un­ter­zeich­nung, der Ra­ti­fi­ka­ti­on, der An­nah­me, der Ge­neh­mi­gung oder dem Bei­tritt er­klä­ren, dass das Über­ein­kom­men auf al­le sei­ne Ge­biets­ein­hei­ten oder nur auf ei­ne oder meh­re­re da­von er­streckt wird; er kann die­se Er­klä­rung durch Ab­ga­be ei­ner neu­en Er­klä­rung je­der­zeit än­dern.

(2) Je­de der­ar­ti­ge Er­klä­rung wird dem De­po­si­tar un­ter aus­drück­li­cher Be­zeich­nung der Ge­biets­ein­hei­ten no­ti­fi­ziert, auf die das Über­ein­kom­men an­ge­wen­det wird.

(3) Gibt ein Staat kei­ne Er­klä­rung nach die­sem Ar­ti­kel ab, so ist das Über­ein­kom­men auf sein ge­sam­tes Ho­heits­ge­biet an­zu­wen­den.

Art. 46  

(1) Das Über­ein­kom­men tritt am ers­ten Tag des Mo­nats in Kraft, der auf einen Zeit­ab­schnitt von drei Mo­na­ten nach der in Ar­ti­kel 43 vor­ge­se­he­nen Hin­ter­le­gung der drit­ten Ra­ti­fi­ka­ti­ons—, An­nah­me- oder Ge­neh­mi­gungs­ur­kun­de folgt.

(2) Da­nach tritt das Über­ein­kom­men in Kraft

a)
für je­den Staat, der es spä­ter ra­ti­fi­ziert, an­nimmt oder ge­neh­migt oder der ihm bei­tritt, am ers­ten Tag des Mo­nats, der auf einen Zeit­ab­schnitt von drei Mo­na­ten nach Hin­ter­le­gung sei­ner Ra­ti­fi­ka­ti­ons—, An­nah­me—, Ge­neh­mi­gungs- oder Bei­tritts­ur­kun­de folgt;
b)
für je­de Ge­biets­ein­heit, auf die es nach Ar­ti­kel 45 er­streckt wor­den ist, am ers­ten Tag des Mo­nats, der auf einen Zeit­ab­schnitt von drei Mo­na­ten nach der in je­nem Ar­ti­kel vor­ge­se­he­nen No­ti­fi­ka­ti­on folgt.
Art. 47  

(1) Je­der Ver­trags­staat kann das Über­ein­kom­men durch ei­ne an den De­po­si­tar ge­rich­te­te schrift­li­che No­ti­fi­ka­ti­on kün­di­gen.

(2) Die Kün­di­gung wird am ers­ten Tag des Mo­nats wirk­sam, der auf einen Zeit­ab­schnitt von zwölf Mo­na­ten nach Ein­gang der No­ti­fi­ka­ti­on beim De­po­si­tar folgt. Ist in der No­ti­fi­ka­ti­on für das Wirk­sam­wer­den der Kün­di­gung ein län­ge­rer Zeit­ab­schnitt an­ge­ge­ben, so wird die Kün­di­gung nach Ab­lauf des ent­spre­chen­den Zeit­ab­schnitts nach Ein­gang der No­ti­fi­ka­ti­on wirk­sam.

Art. 48  

Der De­po­si­tar no­ti­fi­ziert den Mit­glied­staa­ten der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht, den an­de­ren Staa­ten, die an der sieb­zehn­ten Ta­gung teil­ge­nom­men ha­ben, so­wie den Staa­ten, die nach Ar­ti­kel 44 bei­ge­tre­ten sind,

a)
je­de Un­ter­zeich­nung, Ra­ti­fi­ka­ti­on, An­nah­me und Ge­neh­mi­gung nach Ar­ti­kel 43;
b)
je­den Bei­tritt und je­den Ein­spruch ge­gen einen Bei­tritt nach Ar­ti­kel 44;
c)
den Tag, an dem das Über­ein­kom­men nach Ar­ti­kel 46 in Kraft tritt;
d)
je­de Er­klä­rung und je­de Be­zeich­nung nach den Ar­ti­keln 22, 23, 25 und 45;
e)
je­de Ver­ein­ba­rung nach Ar­ti­kel 39;
f)
je­de Kün­di­gung nach Ar­ti­kel 47.

Zu Ur­kund des­sen ha­ben die hier­zu ge­hö­rig be­fug­ten Un­ter­zeich­ne­ten die­ses Über­ein­kom­men un­ter­schrie­ben.

Ge­sche­hen in Den Haag am 29. Mai 1993, in fran­zö­si­scher und eng­li­scher Spra­che, wo­bei je­der Wort­laut glei­cher­mas­sen ver­bind­lich ist, in ei­ner Ur­schrift, die im Ar­chiv der Re­gie­rung des Kö­nig­reichs der Nie­der­lan­de hin­ter­legt und von der je­dem Staat, der zur Zeit der sieb­zehn­ten Ta­gung der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht Mit­glied der Kon­fe­renz war, so­wie je­dem an­de­ren Staat, der an die­ser Ta­gung teil­ge­nom­men hat, auf di­plo­ma­ti­schem Weg ei­ne be­glau­big­te Ab­schrift über­mit­telt wird.

(Es fol­gen die Un­ter­schrif­ten)

Verzeichnis der zentralen und der zuständigen Behörden, welche die ihnen gemäss Artikel 6 und 23 des Übereinkommens über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption übertragenen Aufgaben wahrnehmen

Geltungsbereich am 3. September 2020

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