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Übereinkommen über den internationalen Schutz von Erwachsenen

Übersetzung

Die Unterzeichnerstaaten dieses Übereinkommens,

in der Erwägung, dass es erforderlich ist, bei internationalen Sachverhalten den Schutz von Erwachsenen sicherzustellen, die aufgrund einer Beeinträchtigung oder der Unzulänglichkeit ihrer persönlichen Fähigkeiten nicht in der Lage sind, ihre Interessen zu schützen;

in dem Wunsch, Konflikte zwischen ihren Rechtssystemen in Bezug auf die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung und Vollstreckung von Massnahmen zum Schutz von Erwachsenen zu vermeiden;

eingedenk der Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für den Schutz von Erwachsenen;

bekräftigend, dass das Wohl des Erwachsenen und die Achtung seiner Würde und Selbstbestimmung vorrangig zu berücksichtigen sind,

haben die folgenden Bestimmungen vereinbart:

Kapitel I Anwendungsbereich des Übereinkommens

Art. 1  

(1) Die­ses Über­ein­kom­men ist bei in­ter­na­tio­na­len Sach­ver­hal­ten auf den Schutz von Er­wach­se­nen an­zu­wen­den, die auf­grund ei­ner Be­ein­träch­ti­gung oder der Un­zu­läng­lich­keit ih­rer per­sön­li­chen Fä­hig­kei­ten nicht in der La­ge sind, ih­re In­ter­es­sen zu schüt­zen.

(2) Sein Ziel ist es:

a)
den Staat zu be­stim­men, des­sen Be­hör­den zu­stän­dig sind, Mass­nah­men zum Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen zu tref­fen;
b)
das von die­sen Be­hör­den bei der Aus­übung ih­rer Zu­stän­dig­keit an­zu­wen­den­de Recht zu be­stim­men;
c)
das auf die Ver­tre­tung des Er­wach­se­nen an­zu­wen­den­de Recht zu be­stim­men;
d)
die An­er­ken­nung und Voll­stre­ckung der Schutz­mass­nah­men in al­len Ver­trags­staa­ten si­cher­zu­stel­len;
e)
die zur Ver­wirk­li­chung der Zie­le die­ses Über­ein­kom­mens not­wen­di­ge Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den Be­hör­den der Ver­trags­staa­ten ein­zu­rich­ten.
Art. 2  

(1) Im Sinn die­ses Über­ein­kom­mens ist ein Er­wach­se­ner ei­ne Per­son, die das 18. Le­bens­jahr vollen­det hat.

(2) Die­ses Über­ein­kom­men ist auch auf Mass­nah­men an­zu­wen­den, die hin­sicht­lich ei­nes Er­wach­se­nen zu ei­nem Zeit­punkt ge­trof­fen wor­den sind, in dem er das 18. Le­bens­jahr noch nicht vollen­det hat­te.

Art. 3  

Die Mass­nah­men, auf die in Ar­ti­kel 1 Be­zug ge­nom­men wird, kön­nen ins­be­son­de­re Fol­gen­des um­fas­sen:

a)
die Ent­schei­dung über die Hand­lungs­un­fä­hig­keit und die Ein­rich­tung ei­ner Schutz­ord­nung;
b)
die Un­ter­stel­lung des Er­wach­se­nen un­ter den Schutz ei­nes Ge­richts oder ei­ner Ver­wal­tungs­be­hör­de;
c)
die Vor­mund­schaft, die Bei­stand­schaft1 und ent­spre­chen­de Ein­rich­tun­gen;
d)
die Be­stim­mung und den Auf­ga­ben­be­reich je­der Per­son oder Stel­le, die für die Per­son oder das Ver­mö­gen des Er­wach­se­nen ver­ant­wort­lich ist, den Er­wach­se­nen ver­tritt oder ihm bei­steht;
e)
die Un­ter­brin­gung des Er­wach­se­nen in ei­ner Ein­rich­tung oder an ei­nem an­de­ren Ort, an dem Schutz ge­währt wer­den kann;
f)
die Ver­wal­tung und Er­hal­tung des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen oder die Ver­fü­gung dar­über;
g)
die Er­laub­nis ei­nes be­stimm­ten Ein­schrei­tens zum Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen.

1 Deutsch­land (DE), Ös­ter­reich (AT): Pfleg­schaft

Art. 4  

(1) Die­ses Über­ein­kom­men ist nicht an­zu­wen­den:

a)
auf Un­ter­halts­pflich­ten;
b)
auf das Ein­ge­hen, die Un­gül­ti­g­er­klä­rung und die Auf­lö­sung ei­ner Ehe oder ei­ner ähn­li­chen Be­zie­hung so­wie die Tren­nung;
c)
auf den Gü­ter­stand ei­ner Ehe oder ver­gleich­ba­re Re­ge­lun­gen für ähn­li­che Be­zie­hun­gen;
d)
auf Trusts und Erb­schaf­ten,
e)
auf die so­zia­le Si­cher­heit,
f)
auf öf­fent­li­che Mass­nah­men all­ge­mei­ner Art in An­ge­le­gen­hei­ten der Ge­sund­heit;
g)
auf Mass­nah­men, die hin­sicht­lich ei­ner Per­son in­fol­ge ih­rer Straf­ta­ten er­grif­fen wur­den;
h)
auf Ent­schei­dun­gen über Asyl­recht und Ein­wan­de­rung;
i)
auf Mass­nah­men, die al­lein auf die Wah­rung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit ge­rich­tet sind.

(2) Ab­satz 1 be­rührt in den dort er­wähn­ten Be­rei­chen nicht die Be­rech­ti­gung ei­ner Per­son, als Ver­tre­ter des Er­wach­se­nen zu han­deln.

Kapitel II Zuständigkeit

Art. 5  

(1) Die Be­hör­den, sei­en es Ge­rich­te oder Ver­wal­tungs­be­hör­den, des Ver­trags­staats, in dem der Er­wach­se­ne sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat, sind zu­stän­dig, Mass­nah­men zum Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen zu tref­fen.

(2) Bei ei­nem Wech­sel des ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts des Er­wach­se­nen in einen an­de­ren Ver­trags­staat sind die Be­hör­den des Staa­tes des neu­en ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts zu­stän­dig.

Art. 6  

(1) Über Er­wach­se­ne, die Flücht­lin­ge sind oder die in­fol­ge von Un­ru­hen in ih­rem Land in ein an­de­res Land ge­langt sind, üben die Be­hör­den des Ver­trags­staats, in des­sen Ho­heits­ge­biet sich die Er­wach­se­nen dem­zu­fol­ge be­fin­den, die in Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 vor­ge­se­he­ne Zu­stän­dig­keit aus.

(2) Ab­satz 1 ist auch auf Er­wach­se­ne an­zu­wen­den, de­ren ge­wöhn­li­cher Auf­ent­halt nicht fest­ge­stellt wer­den kann.

Art. 7  

(1) Die Be­hör­den des Ver­trags­staats, dem der Er­wach­se­ne an­ge­hört, sind zu­stän­dig, Mass­nah­men zum Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen zu tref­fen, wenn sie der Auf­fas­sung sind, dass sie bes­ser in der La­ge sind, das Wohl des Er­wach­se­nen zu be­ur­tei­len, und nach­dem sie die nach Ar­ti­kel 5 oder Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 zu­stän­di­gen Be­hör­den ver­stän­digt ha­ben; dies gilt nicht für Er­wach­se­ne, die Flücht­lin­ge sind oder die in­fol­ge von Un­ru­hen in dem Staat, dem sie an­ge­hö­ren, in einen an­de­ren Staat ge­langt sind.

(2) Die­se Zu­stän­dig­keit darf nicht aus­ge­übt wer­den, wenn die nach Ar­ti­kel 5, Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 oder Ar­ti­kel 8 zu­stän­di­gen Be­hör­den die Be­hör­den des Staa­tes, dem der Er­wach­se­ne an­ge­hört, un­ter­rich­tet ha­ben, dass sie die durch die Um­stän­de ge­bo­te­nen Mass­nah­men ge­trof­fen oder ent­schie­den ha­ben, dass kei­ne Mass­nah­men zu tref­fen sind, oder ein Ver­fah­ren bei ih­nen an­hän­gig ist.

(3) Die Mass­nah­men nach Ab­satz 1 tre­ten aus­ser Kraft, so­bald die nach Ar­ti­kel 5, Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 oder Ar­ti­kel 8 zu­stän­di­gen Be­hör­den die durch die Um­stän­de ge­bo­te­nen Mass­nah­men ge­trof­fen oder ent­schie­den ha­ben, dass kei­ne Mass­nah­men zu tref­fen sind. Die­se Be­hör­den ha­ben die Be­hör­den, die in Über­ein­stim­mung mit Ab­satz 1 Mass­nah­men ge­trof­fen ha­ben, ent­spre­chend zu un­ter­rich­ten.

Art. 8  

(1) Die nach Ar­ti­kel 5 oder 6 zu­stän­di­gen Be­hör­den ei­nes Ver­trags­staats kön­nen, wenn sie der Auf­fas­sung sind, dass es dem Wohl des Er­wach­se­nen dient, von Amts we­gen oder auf An­trag der Be­hör­den ei­nes an­de­ren Ver­trags­staats die Be­hör­den ei­nes der in Ab­satz 2 ge­nann­ten Staa­ten er­su­chen, Mass­nah­men zum Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen zu tref­fen. Das Er­su­chen kann sich auf den ge­sam­ten Schutz oder einen Teil­be­reich da­von be­zie­hen.

(2) Die Ver­trags­staa­ten, de­ren Be­hör­den nach Ab­satz 1 er­sucht wer­den kön­nen, sind:

a)
ein Staat, dem der Er­wach­se­ne an­ge­hört;
b)
der Staat, in dem der Er­wach­se­ne sei­nen vor­he­ri­gen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat­te;
c)
ein Staat, in dem sich Ver­mö­gen des Er­wach­se­nen be­fin­det;
d)
der Staat, des­sen Be­hör­den schrift­lich vom Er­wach­se­nen ge­wählt wor­den sind, um Mass­nah­men zu sei­nem Schutz zu tref­fen;
e)
der Staat, in dem ei­ne Per­son, die dem Er­wach­se­nen na­he steht und be­reit ist, sei­nen Schutz zu über­neh­men, ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat;
f)
hin­sicht­lich des Schut­zes der Per­son des Er­wach­se­nen der Staat, in des­sen Ho­heits­ge­biet sich der Er­wach­se­ne be­fin­det.

(3) Nimmt die in den Ab­sät­zen 1 und 2 be­zeich­ne­te Be­hör­de die Zu­stän­dig­keit nicht an, so be­hal­ten die nach Ar­ti­kel 5 oder 6 zu­stän­di­gen Be­hör­den des Ver­trags­staats die Zu­stän­dig­keit.

Art. 9  

Die Be­hör­den ei­nes Ver­trags­staats, in dem sich Ver­mö­gen des Er­wach­se­nen be­fin­det, sind zu­stän­dig, Mass­nah­men zum Schutz die­ses Ver­mö­gens zu tref­fen, so­weit sie mit den Mass­nah­men ver­ein­bar sind, die von den nach den Ar­ti­keln 5–8 zu­stän­di­gen Be­hör­den be­reits ge­trof­fen wur­den.

Art. 10  

(1) In al­len drin­gen­den Fäl­len sind die Be­hör­den je­des Ver­trags­staats, in des­sen Ho­heits­ge­biet sich der Er­wach­se­ne oder ihm ge­hö­ren­des Ver­mö­gen be­fin­det, zu­stän­dig, die er­for­der­li­chen Schutz­mass­nah­men zu tref­fen.

(2) Mass­nah­men nach Ab­satz 1, die in Be­zug auf einen Er­wach­se­nen mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem Ver­trags­staat ge­trof­fen wur­den, tre­ten aus­ser Kraft, so­bald die nach den Ar­ti­keln 5–9 zu­stän­di­gen Be­hör­den die durch die Um­stän­de ge­bo­te­nen Mass­nah­men ge­trof­fen ha­ben.

(3) Mass­nah­men nach Ab­satz 1, die in Be­zug auf einen Er­wach­se­nen mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem Nicht­ver­trags­staat ge­trof­fen wur­den, tre­ten in je­dem Ver­trags­staat aus­ser Kraft, so­bald dort die durch die Um­stän­de ge­bo­te­nen und von den Be­hör­den ei­nes an­de­ren Staa­tes ge­trof­fe­nen Mass­nah­men an­er­kannt wer­den.

(4) Die Be­hör­den, die nach Ab­satz 1 Mass­nah­men ge­trof­fen ha­ben, ha­ben nach Mög­lich­keit die Be­hör­den des Ver­trags­staats des ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts des Er­wach­se­nen von den ge­trof­fe­nen Mass­nah­men zu un­ter­rich­ten.

Art. 11  

(1) Aus­nahms­wei­se sind die Be­hör­den des Ver­trags­staats, in des­sen Ho­heits­ge­biet sich der Er­wach­se­ne be­fin­det, nach Ver­stän­di­gung der nach Ar­ti­kel 5 zu­stän­di­gen Be­hör­den zu­stän­dig, zum Schutz der Per­son des Er­wach­se­nen auf das Ho­heits­ge­biet die­ses Staa­tes be­schränk­te Mass­nah­men vor­über­ge­hen­der Art zu tref­fen, so­weit sie mit den Mass­nah­men ver­ein­bar sind, die von den nach den Ar­ti­keln 5–8 zu­stän­di­gen Be­hör­den be­reits ge­trof­fen wur­den.

(2) Mass­nah­men nach Ab­satz 1, die in Be­zug auf einen Er­wach­se­nen mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem Ver­trags­staat ge­trof­fen wur­den, tre­ten aus­ser Kraft, so­bald die nach den Ar­ti­keln 5–8 zu­stän­di­gen Be­hör­den ei­ne Ent­schei­dung über die Schutz­mass­nah­men ge­trof­fen ha­ben, die durch die Um­stän­de ge­bo­ten sein könn­ten.

Art. 12  

Selbst wenn durch ei­ne Än­de­rung der Um­stän­de die Grund­la­ge der Zu­stän­dig­keit weg­fällt, blei­ben vor­be­halt­lich des Ar­ti­kels 7 Ab­satz 3 die nach den Ar­ti­keln 5–9 ge­trof­fe­nen Mass­nah­men in­ner­halb ih­rer Reich­wei­te so lan­ge in Kraft, bis die nach die­sem Über­ein­kom­men zu­stän­di­gen Be­hör­den sie än­dern, er­set­zen oder auf­he­ben.

Kapitel III Anzuwendendes Recht

Art. 13  

(1) Bei der Aus­übung ih­rer Zu­stän­dig­keit nach Ka­pi­tel II wen­den die Be­hör­den der Ver­trags­staa­ten ihr ei­ge­nes Recht an.

(2) So­weit es der Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen er­for­dert, kön­nen sie je­doch aus­nahms­wei­se das Recht ei­nes an­de­ren Staa­tes an­wen­den oder be­rück­sich­ti­gen, zu dem der Sach­ver­halt ei­ne en­ge Ver­bin­dung hat.

Art. 14  

Wird ei­ne in ei­nem Ver­trags­staat ge­trof­fe­ne Mass­nah­me in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat durch­ge­führt, so be­stimmt das Recht die­ses an­de­ren Staa­tes die Be­din­gun­gen, un­ter de­nen sie durch­ge­führt wird.

Art. 15  

(1) Das Be­ste­hen, der Um­fang, die Än­de­rung und die Be­en­di­gung der von ei­nem Er­wach­se­nen ent­we­der durch ei­ne Ver­ein­ba­rung oder ein ein­sei­ti­ges Rechts­ge­schäft ein­ge­räum­ten Ver­tre­tungs­macht, die aus­ge­übt wer­den soll, wenn die­ser Er­wach­se­ne nicht in der La­ge ist, sei­ne In­ter­es­sen zu schüt­zen, wer­den vom Recht des Staa­tes be­stimmt, in dem der Er­wach­se­ne im Zeit­punkt der Ver­ein­ba­rung oder des Rechts­ge­schäfts sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt hat­te, es sei denn, ei­nes der in Ab­satz 2 ge­nann­ten Rech­te wur­de aus­drück­lich schrift­lich be­zeich­net.

(2) Die Staa­ten, de­ren Recht be­zeich­net wer­den kann, sind:

a)
ein Staat, dem der Er­wach­se­ne an­ge­hört;
b)
der Staat ei­nes frü­he­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halts des Er­wach­se­nen;
c)
ein Staat, in dem sich Ver­mö­gen des Er­wach­se­nen be­fin­det, hin­sicht­lich die­ses Ver­mö­gens.

(3) Die Art und Wei­se der Aus­übung ei­ner sol­chen Ver­tre­tungs­macht wird vom Recht des Staa­tes be­stimmt, in dem sie aus­ge­übt wird.

Art. 16  

Wird ei­ne Ver­tre­tungs­macht nach Ar­ti­kel 15 nicht in ei­ner Wei­se aus­ge­übt, die den Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen aus­rei­chend si­cher­stellt, so kann sie durch Mass­nah­men ei­ner nach die­sem Über­ein­kom­men zu­stän­di­gen Be­hör­de auf­ge­ho­ben oder ge­än­dert wer­den. Bei der Auf­he­bung oder Än­de­rung die­ser Ver­tre­tungs­macht ist das nach Ar­ti­kel 15 mass­ge­bli­che Recht so weit wie mög­lich zu be­rück­sich­ti­gen.

Art. 17  

(1) Die Gül­tig­keit ei­nes Rechts­ge­schäfts zwi­schen ei­nem Drit­ten und ei­ner an­de­ren Per­son, die nach dem Recht des Staa­tes, in dem das Rechts­ge­schäft ab­ge­schlos­sen wur­de, als Ver­tre­ter des Er­wach­se­nen zu han­deln be­fugt wä­re, kann nicht al­lein des­we­gen be­strit­ten und der Drit­te nicht nur des­we­gen ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den, weil die an­de­re Per­son nach dem in die­sem Ka­pi­tel be­stimm­ten Recht nicht als Ver­tre­ter des Er­wach­se­nen zu han­deln be­fugt war, es sei denn, der Drit­te wuss­te oder hät­te wis­sen müs­sen, dass sich die­se Ver­tre­tungs­macht nach die­sem Recht be­stimm­te.

(2) Ab­satz 1 ist nur an­zu­wen­den, wenn das Rechts­ge­schäft un­ter An­we­sen­den im Ho­heits­ge­biet des­sel­ben Staa­tes ge­schlos­sen wur­de.

Art. 18  

Die­ses Ka­pi­tel ist an­zu­wen­den, selbst wenn das dar­in be­stimm­te Recht das ei­nes Nicht­ver­trags­staats ist.

Art. 19  

Der Be­griff «Recht» im Sinn die­ses Ka­pi­tels be­deu­tet das in ei­nem Staat gel­ten­de Recht mit Aus­nah­me des Kol­li­si­ons­rechts.

Art. 20  

Die­ses Ka­pi­tel steht den Be­stim­mun­gen des Rechts des Staa­tes, in dem der Er­wach­se­ne zu schüt­zen ist, nicht ent­ge­gen, de­ren An­wen­dung un­ab­hän­gig vom sonst mass­ge­ben­den Recht zwin­gend ist.

Art. 21  

Die An­wen­dung des in die­sem Ka­pi­tel be­stimm­ten Rechts darf nur ver­sagt wer­den, wenn sie der öf­fent­li­chen Ord­nung (ord­re pu­blic) of­fen­sicht­lich wi­der­spricht.

Kapitel IV Anerkennung und Vollstreckung

Art. 22  

(1) Die von den Be­hör­den ei­nes Ver­trags­staats ge­trof­fe­nen Mass­nah­men wer­den kraft Ge­set­zes in den an­de­ren Ver­trags­staa­ten an­er­kannt.

(2) Die An­er­ken­nung kann je­doch ver­sagt wer­den:

a)
wenn die Mass­nah­me von ei­ner Be­hör­de ge­trof­fen wur­de, die nicht auf­grund oder in Über­ein­stim­mung mit Ka­pi­tel II zu­stän­dig war;
b)
wenn die Mass­nah­me, aus­ser in drin­gen­den Fäl­len, im Rah­men ei­nes Ge­richts- oder Ver­wal­tungs­ver­fah­rens ge­trof­fen wur­de, oh­ne dass dem Er­wach­se­nen die Mög­lich­keit ein­ge­räumt wor­den war, ge­hört zu wer­den, und da­durch ge­gen we­sent­li­che Ver­fah­rens­grund­sät­ze des er­such­ten Staa­tes ver­stos­sen wur­de;
c)
wenn die An­er­ken­nung der öf­fent­li­chen Ord­nung (ord­re pu­blic) des er­such­ten Staa­tes of­fen­sicht­lich wi­der­spricht oder ihr ei­ne Be­stim­mung des Rechts die­ses Staa­tes ent­ge­gen­steht, die un­ab­hän­gig vom sonst mass­ge­ben­den Recht zwin­gend ist;
d)
wenn die Mass­nah­me mit ei­ner spä­ter in ei­nem Nicht­ver­trags­staat, der nach den Ar­ti­keln 5–9 zu­stän­dig ge­we­sen wä­re, ge­trof­fe­nen Mass­nah­me un­ver­ein­bar ist, so­fern die spä­te­re Mass­nah­me die für ih­re An­er­ken­nung im er­such­ten Staat er­for­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen er­füllt;
e)
wenn das Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 33 nicht ein­ge­hal­ten wur­de.
Art. 23  

Un­be­scha­det des Ar­ti­kels 22 Ab­satz 1 kann je­de be­trof­fe­ne Per­son bei den zu­stän­di­gen Be­hör­den ei­nes Ver­trags­staats be­an­tra­gen, dass über die An­er­ken­nung oder Nicht­an­er­ken­nung ei­ner in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat ge­trof­fe­nen Mass­nah­me ent­schie­den wird. Das Ver­fah­ren be­stimmt sich nach dem Recht des er­such­ten Staa­tes.

Art. 24  

Die Be­hör­de des er­such­ten Staa­tes ist an die Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen ge­bun­den, auf wel­che die Be­hör­de des Staa­tes, in dem die Mass­nah­me ge­trof­fen wur­de, ih­re Zu­stän­dig­keit ge­stützt hat.

Art. 25  

(1) Er­for­dern die in ei­nem Ver­trags­staat ge­trof­fe­nen und dort voll­streck­ba­ren Mass­nah­men in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat Voll­stre­ckungs­hand­lun­gen, so wer­den sie auf An­trag je­der be­trof­fe­nen Par­tei nach dem im Recht die­ses Staa­tes vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren in dem an­de­ren Staat für voll­streck­bar er­klärt oder zur Voll­stre­ckung re­gis­triert.

(2) Je­der Ver­trags­staat wen­det auf die Voll­streck­bar­er­klä­rung oder die Re­gis­trie­rung ein ein­fa­ches und schnel­les Ver­fah­ren an.

(3) Die Voll­streck­bar­er­klä­rung oder die Re­gis­trie­rung darf nur aus ei­nem der in Ar­ti­kel 22 Ab­satz 2 vor­ge­se­he­nen Grün­de ver­sagt wer­den.

Art. 26  

Vor­be­halt­lich der für die An­wen­dung der vor­ste­hen­den Ar­ti­kel er­for­der­li­chen Über­prü­fung darf die ge­trof­fe­ne Mass­nah­me in der Sa­che selbst nicht nach­ge­prüft wer­den.

Art. 27  

Die in ei­nem Ver­trags­staat ge­trof­fe­nen und in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat für voll­streck­bar er­klär­ten oder zur Voll­stre­ckung re­gis­trier­ten Mass­nah­men wer­den dort voll­streckt, als sei­en sie von den Be­hör­den die­ses an­de­ren Staa­tes ge­trof­fen wor­den. Die Voll­stre­ckung rich­tet sich nach dem Recht des er­such­ten Staa­tes un­ter Be­ach­tung der dar­in vor­ge­se­he­nen Gren­zen.

Kapitel V Zusammenarbeit

Art. 28  

(1) Je­der Ver­trags­staat be­stimmt ei­ne Zen­tra­le Be­hör­de, wel­che die ihr durch die­ses Über­ein­kom­men über­tra­ge­nen Auf­ga­ben wahr­nimmt.

(2) Ei­nem Bun­des­staat, ei­nem Staat mit meh­re­ren Rechts­sys­te­men oder ei­nem Staat, der aus au­to­no­men Ge­biets­ein­hei­ten be­steht, steht es frei, meh­re­re Zen­tra­le Be­hör­den zu be­stim­men und de­ren räum­li­che und per­sön­li­che Zu­stän­dig­keit fest­zu­le­gen. Macht ein Staat von die­ser Mög­lich­keit Ge­brauch, so be­stimmt er die Zen­tra­le Be­hör­de, an wel­che Mit­tei­lun­gen zur Über­mitt­lung an die zu­stän­di­ge Zen­tra­le Be­hör­de in die­sem Staat ge­rich­tet wer­den kön­nen.

Art. 29  

(1) Die Zen­tra­len Be­hör­den ar­bei­ten zu­sam­men und för­dern die Zu­sam­men­ar­beit der zu­stän­di­gen Be­hör­den ih­rer Staa­ten, um die Zie­le die­ses Über­ein­kom­mens zu ver­wirk­li­chen.

(2) lm Zu­sam­men­hang mit der An­wen­dung die­ses Über­ein­kom­mens tref­fen sie die ge­eig­ne­ten Mass­nah­men, um Aus­künf­te über das Recht ih­rer Staa­ten so­wie die in ih­ren Staa­ten für den Schutz von Er­wach­se­nen ver­füg­ba­ren Diens­te zu er­tei­len.

Art. 30  

Die Zen­tra­le Be­hör­de ei­nes Ver­trags­staats trifft un­mit­tel­bar oder mit Hil­fe staat­li­cher Be­hör­den oder sons­ti­ger Stel­len al­le ge­eig­ne­ten Vor­keh­run­gen, um:

a)
auf je­dem Weg die Mit­tei­lun­gen zwi­schen den zu­stän­di­gen Be­hör­den. bei Sach­ver­hal­ten, auf die die­ses Über­ein­kom­men an­zu­wen­den ist, zu er­leich­tern;
b)
auf Er­su­chen der zu­stän­di­gen Be­hör­de ei­nes an­de­ren Ver­trags­staats bei der Er­mitt­lung des Auf­ent­halts­orts des Er­wach­se­nen Un­ter­stüt­zung zu leis­ten, wenn der An­schein be­steht, dass sich der Er­wach­se­ne im Ho­heits­ge­biet des er­such­ten Staa­tes be­fin­det und Schutz be­nö­tigt.
Art. 31  

Die zu­stän­di­gen Be­hör­den ei­nes Ver­trags­staats kön­nen un­mit­tel­bar oder durch an­de­re Stel­len die An­wen­dung ei­nes Ver­mitt­lungs- oder Schlich­tungs­ver­fah­rens oder den Ein­satz ähn­li­cher Mit­tel zur Er­zie­lung güt­li­cher Ei­ni­gun­gen zum Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen bei Sach­ver­hal­ten an­re­gen, auf die die­ses Über­ein­kom­men an­zu­wen­den ist.

Art. 32  

(1) Wird ei­ne Schutz­mass­nah­me er­wo­gen, so kön­nen die nach die­sem Über­ein­kom­men zu­stän­di­gen Be­hör­den, so­fern die La­ge des Er­wach­se­nen dies er­for­dert, je­de Be­hör­de ei­nes an­de­ren Ver­trags­staats, die über sach­dien­li­che In­for­ma­tio­nen für den Schutz des Er­wach­se­nen ver­fügt, er­su­chen, sie ih­nen mit­zu­tei­len.

(2) Je­der Ver­trags­staat kann er­klä­ren, dass Er­su­chen nach Ab­satz 1 sei­nen Be­hör­den nur über sei­ne Zen­tra­le Be­hör­de zu über­mit­teln sind.

(3) Die zu­stän­di­gen Be­hör­den ei­nes Ver­trags­staats kön­nen die Be­hör­den ei­nes an­de­ren Ver­trags­staats er­su­chen, ih­nen bei der Durch­füh­rung der nach die­sem Über­ein­kom­men ge­trof­fe­nen Schutz­mass­nah­men Hil­fe zu leis­ten.

Art. 33  

(1) Er­wägt die nach den Ar­ti­keln 5–8 zu­stän­di­ge Be­hör­de die Un­ter­brin­gung des Er­wach­se­nen in ei­ner Ein­rich­tung oder an ei­nem an­de­ren Ort, an dem Schutz ge­währt wer­den kann, und soll er in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat un­ter­ge­bracht wer­den, so zieht sie vor­her die Zen­tra­le Be­hör­de oder ei­ne an­de­re zu­stän­di­ge Be­hör­de die­ses Staa­tes zu Ra­te. Zu die­sem Zweck über­mit­telt sie ihr einen Be­richt über den Er­wach­se­nen und die Grün­de ih­res Vor­schlags zur Un­ter­brin­gung.

(2) Die Ent­schei­dung über die Un­ter­brin­gung kann im er­su­chen­den Staat nicht ge­trof­fen wer­den, wenn sich die Zen­tra­le Be­hör­de oder ei­ne an­de­re zu­stän­di­ge Be­hör­de des er­such­ten Staa­tes in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist da­ge­gen aus­spricht.

Art. 34  

Ist der Er­wach­se­ne ei­ner schwe­ren Ge­fahr aus­ge­setzt, so be­nach­rich­ti­gen die zu­stän­di­gen Be­hör­den des Ver­trags­staats, in dem Mass­nah­men zum Schutz die­ses Er­wach­se­nen ge­trof­fen wur­den oder in Be­tracht ge­zo­gen wer­den, so­fern sie über den Wech­sel des Auf­ent­halts­orts in einen an­de­ren Staat oder die dor­ti­ge An­we­sen­heit des Er­wach­se­nen un­ter­rich­tet sind, die Be­hör­den die­ses Staa­tes von der Ge­fahr und den ge­trof­fe­nen oder in Be­tracht ge­zo­ge­nen Mass­nah­men.

Art. 35  

Ei­ne Be­hör­de darf nach die­sem Ka­pi­tel we­der um In­for­ma­tio­nen er­su­chen noch sol­che er­tei­len, wenn da­durch nach ih­rer Auf­fas­sung die Per­son oder das Ver­mö­gen des Er­wach­se­nen in Ge­fahr ge­ra­ten könn­te oder die Frei­heit oder das Le­ben ei­nes Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen des Er­wach­se­nen ernst­haft be­droht wür­de.

Art. 36  

(1) Un­be­scha­det der Mög­lich­keit, für die er­brach­ten Dienst­leis­tun­gen an­ge­mes­se­ne Kos­ten zu ver­lan­gen, tra­gen die Zen­tra­len Be­hör­den und die an­de­ren staat­li­chen Be­hör­den der Ver­trags­staa­ten die Kos­ten, die ih­nen durch die An­wen­dung. die­ses Ka­pi­tels ent­ste­hen.

(2) Je­der Ver­trags­staat kann mit ei­nem oder meh­re­ren an­de­ren Ver­trags­staa­ten Ver­ein­ba­run­gen über die Kos­ten­auf­tei­lung tref­fen.

Art. 37  

Je­der Ver­trags­staat kann mit ei­nem oder meh­re­ren an­de­ren Ver­trags­staa­ten Ver­ein­ba­run­gen tref­fen, um die An­wen­dung die­ses Ka­pi­tels in ih­ren ge­gen­sei­ti­gen Be­zie­hun­gen zu er­leich­tern. Die Staa­ten, die sol­che Ver­ein­ba­run­gen ge­trof­fen ha­ben, über­mit­teln dem De­po­si­tar1 die­ses Über­ein­kom­mens ei­ne Ab­schrift.


1 DE: Ver­wah­rer (so auch in den Ar­ti­keln 43, 53–56, 58 und 59)

Kapitel VI Allgemeine Bestimmungen

Art. 38  

(1) Die Be­hör­den des Ver­trags­staats, in dem ei­ne Schutz­mass­nah­me ge­trof­fen oder ei­ne Ver­tre­tungs­macht be­stä­tigt wur­de, kön­nen je­dem, dem der Schutz der Per­son oder des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen an­ver­traut wur­de, auf des­sen An­trag ei­ne Be­schei­ni­gung über sei­ne Be­rech­ti­gung zum Han­deln und die ihm über­tra­ge­nen Be­fug­nis­se aus­stel­len.

(2) Bis zum Be­weis des Ge­gen­teils wird ver­mu­tet, dass die be­schei­nig­te Be­rech­ti­gung zum Han­deln und die be­schei­nig­ten Be­fug­nis­se vom Aus­stel­lungs­da­tum der Be­schei­ni­gung an be­ste­hen.

(3) Je­der Ver­trags­staat be­stimmt die für die Aus­stel­lung der Be­schei­ni­gung zu­stän­di­gen Be­hör­den.

Art. 39  

Die nach die­sem Über­ein­kom­men ge­sam­mel­ten oder über­mit­tel­ten per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten dür­fen nur für die Zwe­cke ver­wen­det wer­den, zu de­nen sie ge­sam­melt oder über­mit­telt wur­den.

Art. 40  

Be­hör­den, de­nen In­for­ma­tio­nen über­mit­telt wer­den, stel­len nach dem Recht ih­res Staa­tes de­ren ver­trau­li­che Be­hand­lung si­cher.

Art. 41  

Die nach die­sem Über­ein­kom­men über­mit­tel­ten oder aus­ge­stell­ten Schrift­stücke sind von je­der Be­glau­bi­gung1 oder ent­spre­chen­den Förm­lich­keit be­freit.


1 DE: Le­ga­li­sa­ti­on

Art. 42  

Je­der Ver­trags­staat kann die Be­hör­den be­stim­men, an die Er­su­chen nach den Ar­ti­keln 8 und 33 zu rich­ten sind.

Art. 43  

(1) Die nach den Ar­ti­keln 28 und 42 be­stimm­ten Be­hör­den wer­den dem Stän­di­gen Bü­ro der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht spä­tes­tens bei der Hin­ter­le­gung der Ra­ti­fi­ka­ti­ons-, An­nah­me-, Ge­neh­mi­gungs- oder Bei­tritts­ur­kun­de mit­ge­teilt. Je­de Än­de­rung wird dem Stän­di­gen Bü­ro eben­falls mit­ge­teilt.

(2) Die Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 wird ge­gen­über dem De­po­si­tar die­ses Über­ein­kom­mens ab­ge­ge­ben.

Art. 44  

Ein Ver­trags­staat, in dem ver­schie­de­ne Rechts­sys­te­me oder Ge­samt­hei­ten von Re­geln für den Schutz der Per­son und des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen gel­ten, muss die Re­geln die­ses Über­ein­kom­mens nicht auf Kol­li­sio­nen an­wen­den, die al­lein zwi­schen den ver­schie­de­nen Rechts­sys­te­men oder Ge­samt­hei­ten von Re­geln be­ste­hen.

Art. 45  

Gel­ten in ei­nem Staat in Be­zug auf die in die­sem Über­ein­kom­men ge­re­gel­ten An­ge­le­gen­hei­ten zwei oder mehr Rechts­sys­te­me oder Ge­samt­hei­ten von Re­geln in ver­schie­de­nen Ge­biets­ein­hei­ten, so ist je­de Ver­wei­sung:

a)
auf den ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in die­sem Staat als Ver­wei­sung auf den ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in ei­ner Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen;
b)
auf die An­we­sen­heit des Er­wach­se­nen in die­sem Staat als Ver­wei­sung auf die An­we­sen­heit des Er­wach­se­nen in ei­ner Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen;
c)
auf die Be­le­gen­heit des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen in die­sem Staat als Ver­wei­sung auf die Be­le­gen­heit des Ver­mö­gens des Er­wach­se­nen in ei­ner Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen;
d)
auf den Staat, dem der Er­wach­se­ne an­ge­hört, als Ver­wei­sung auf die von dem Recht die­ses Staa­tes be­stimm­te Ge­biets­ein­heit oder, wenn sol­che Re­geln feh­len, als Ver­wei­sung auf die Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen, mit wel­cher der Er­wach­se­ne die engs­te Ver­bin­dung hat;
e)
auf den Staat, des­sen Be­hör­den vom Er­wach­se­nen ge­wählt wor­den sind, als Ver­wei­sung:
auf die Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen, wenn der Er­wach­se­ne die Be­hör­den die­ser Ge­biets­ein­heit ge­wählt hat,
auf die Ge­biets­ein­heit, mit wel­cher der Er­wach­se­ne die engs­te Ver­bin­dung hat, zu ver­ste­hen, wenn der Er­wach­se­ne die Be­hör­den des Staa­tes ge­wählt hat, oh­ne ei­ne be­stimm­te Ge­biets­ein­heit in­ner­halb des Staa­tes an­zu­ge­ben;
f)
auf das Recht ei­nes Staa­tes, mit dem der Sach­ver­halt ei­ne en­ge Ver­bin­dung hat, als Ver­wei­sung auf das Recht der Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen, mit wel­cher der Sach­ver­halt ei­ne en­ge Ver­bin­dung hat;
g)
auf das Recht, das Ver­fah­ren oder die Be­hör­de des Staa­tes, in dem ei­ne Mass­nah­me ge­trof­fen wur­de, als Ver­wei­sung auf das Recht, das Ver­fah­ren oder die Be­hör­de der Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen, in der die­se Mass­nah­me ge­trof­fen wur­de;
h)
auf das Recht, das Ver­fah­ren oder die Be­hör­de des er­such­ten Staa­tes als Ver­wei­sung auf das Recht, das Ver­fah­ren oder die Be­hör­de der Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen, in der die An­er­ken­nung oder Voll­stre­ckung gel­tend ge­macht wird;
i)
auf den Staat, in dem ei­ne Schutz­mass­nah­me durch­zu­füh­ren ist, als Ver­wei­sung auf die Ge­biets­ein­heit zu ver­ste­hen, in der die Mass­nah­me durch­zu­füh­ren ist;
j)
auf Stel­len oder Be­hör­den die­ses Staa­tes, die nicht Zen­tra­le Be­hör­den sind, als Ver­wei­sung auf die Stel­len oder Be­hör­den zu ver­ste­hen, die in der be­tref­fen­den Ge­biets­ein­heit hand­lungs­be­fugt sind.
Art. 46  

Hat ein Staat zwei oder mehr Ge­biets­ein­hei­ten mit ei­ge­nen Rechts­sys­te­men oder Ge­samt­hei­ten von Re­geln für die in die­sem Über­ein­kom­men ge­re­gel­ten An­ge­le­gen­hei­ten, so gilt zur Be­stim­mung des nach Ka­pi­tel III an­zu­wen­den­den Rechts Fol­gen­des:

a)
Sind in die­sem Staat Re­geln in Kraft, die das Recht ei­ner be­stimm­ten Ge­biets­ein­heit für an­wend­bar er­klä­ren, so ist das Recht die­ser Ein­heit an­zu­wen­den.
b)
Feh­len sol­che Re­geln, so ist das Recht der in Ar­ti­kel 45 be­stimm­ten Ge­biets­ein­heit an­zu­wen­den.
Art. 47  

Hat ein Staat zwei oder mehr Rechts­sys­te­me oder Ge­samt­hei­ten von Re­geln, die auf ver­schie­de­ne Per­so­nen­grup­pen hin­sicht­lich der in die­sem Über­ein­kom­men ge­re­gel­ten An­ge­le­gen­hei­ten an­zu­wen­den sind, so gilt zur Be­stim­mung des nach Ka­pi­tel III an­zu­wen­den­den Rechts Fol­gen­des:

a)
Sind in die­sem Staat Re­geln in Kraft, die be­stim­men, wel­ches die­ser Rech­te an­zu­wen­den ist, so ist die­ses an­zu­wen­den.
b)
Feh­len sol­che Re­geln, so ist das Rechts­sys­tem oder die Ge­samt­heit von Re­geln an­zu­wen­den, mit de­nen der Er­wach­se­ne die engs­te Ver­bin­dung hat.
Art. 48  

Im Ver­hält­nis zwi­schen den Ver­trags­staa­ten er­setzt die­ses Über­ein­kom­men das Ab­kom­men vom 17. Ju­li 1905 über die Ent­mün­di­gung und gleich­ar­ti­ge Für­sor­ge­mass­re­geln.

Art. 49  

(1) Die­ses Über­ein­kom­men lässt in­ter­na­tio­na­le Über­ein­künf­te un­be­rührt, de­nen Ver­trags­staa­ten als Ver­trags­par­tei­en an­ge­hö­ren und die Be­stim­mun­gen über die in die­sem Über­ein­kom­men ge­re­gel­ten An­ge­le­gen­hei­ten ent­hal­ten, so­fern die durch ei­ne sol­che Über­ein­kunft ge­bun­de­nen Staa­ten kei­ne ge­gen­tei­li­ge Er­klä­rung ab­ge­ben.

(2) Die­ses Über­ein­kom­men lässt die Mög­lich­keit un­be­rührt, dass ein oder meh­re­re Ver­trags­staa­ten Ver­ein­ba­run­gen tref­fen, die in Be­zug auf Er­wach­se­ne mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem der Staa­ten, die Ver­trags­par­tei­en sol­cher Ver­ein­ba­run­gen sind, Be­stim­mun­gen über in die­sem Über­ein­kom­men ge­re­gel­te An­ge­le­gen­hei­ten ent­hal­ten.

(3) Künf­ti­ge Ver­ein­ba­run­gen ei­nes oder meh­re­rer Ver­trags­staa­ten über An­ge­le­gen­hei­ten im An­wen­dungs­be­reich die­ses Über­ein­kom­mens las­sen im Ver­hält­nis zwi­schen sol­chen Staa­ten und an­de­ren Ver­trags­staa­ten die An­wen­dung der Be­stim­mun­gen die­ses Über­ein­kom­mens un­be­rührt.

(4) Die Ab­sät­ze 1–3 gel­ten auch für Ein­heits­recht, das auf be­son­de­ren Ver­bin­dun­gen ins­be­son­de­re re­gio­na­ler Art zwi­schen den be­trof­fe­nen Staa­ten be­ruht.

Art. 50  

(1) Die­ses Über­ein­kom­men ist nur auf Mass­nah­men an­zu­wen­den, die in ei­nem Staat ge­trof­fen wer­den, nach­dem das Über­ein­kom­men für die­sen Staat in Kraft ge­tre­ten ist.

(2) Die­ses Über­ein­kom­men ist auf die An­er­ken­nung und Voll­stre­ckung von Mass­nah­men an­zu­wen­den, die ge­trof­fen wur­den, nach­dem es im Ver­hält­nis zwi­schen dem Staat, in dem die Mass­nah­men ge­trof­fen wur­den, und dem er­such­ten Staat in Kraft ge­tre­ten ist.

(3) Die­ses Über­ein­kom­men ist ab dem Zeit­punkt sei­nes In­kraft­tre­tens in ei­nem Ver­trags­staat auf die Ver­tre­tungs­macht an­zu­wen­den, die zu­vor un­ter Be­din­gun­gen er­teilt wur­de, die de­nen des Ar­ti­kels 15 ent­spre­chen.

Art. 51  

(1) Mit­tei­lun­gen an die Zen­tra­le Be­hör­de oder ei­ne an­de­re Be­hör­de ei­nes Ver­trags­staats wer­den in der Ori­gi­nal­spra­che zu­ge­sandt; sie müs­sen von ei­ner Über­set­zung in die Amtss­pra­che oder ei­ne der Amtss­pra­chen des an­de­ren Staa­tes oder, wenn ei­ne sol­che Über­set­zung nur schwer er­hält­lich ist, von ei­ner Über­set­zung ins Fran­zö­si­sche oder Eng­li­sche be­glei­tet sein.

(2) Ein Ver­trags­staat kann je­doch einen Vor­be­halt nach Ar­ti­kel 56 an­brin­gen und dar­in ge­gen die Ver­wen­dung des Fran­zö­si­schen oder Eng­li­schen, je­doch nicht bei­der Spra­chen, Ein­spruch er­he­ben.

Art. 52  

Der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht be­ruft in re­gel­mäs­si­gen Ab­stän­den ei­ne Spe­zi­al­kom­mis­si­on zur Prü­fung der prak­ti­schen Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens ein.

Kapitel VII Schlussbestimmungen

Art. 53  

(1) Die­ses Über­ein­kom­men liegt für die Staa­ten, die am 2. Ok­to­ber 1999 Mit­glied der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht wa­ren, zur Un­ter­zeich­nung auf.

(2) Es be­darf der Ra­ti­fi­ka­ti­on, An­nah­me oder Ge­neh­mi­gung; die Ra­ti­fi­ka­ti­ons-, An­nah­me- oder Ge­neh­mi­gungs­ur­kun­den wer­den beim Mi­nis­te­ri­um für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten des Kö­nig­reichs der Nie­der­lan­de, dem De­po­si­tar die­ses Über­ein­kom­mens, hin­ter­legt.

Art. 54  

(1) Je­der an­de­re Staat kann die­sem Über­ein­kom­men bei­tre­ten, so­bald es nach Ar­ti­kel 57 Ab­satz 1 in Kraft ge­tre­ten ist.

(2) Die Bei­tritts­ur­kun­de wird beim De­po­si­tar hin­ter­legt.

(3) Der Bei­tritt wirkt nur im Ver­hält­nis zwi­schen dem bei­tre­ten­den Staat und den Ver­trags­staa­ten, die in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach Ein­gang der in Ar­ti­kel 59 Buch­sta­be b vor­ge­se­he­nen No­ti­fi­ka­ti­on kei­nen Ein­spruch ge­gen den Bei­tritt er­ho­ben ha­ben. Nach dem Bei­tritt kann ein sol­cher Ein­spruch auch von je­dem Staat in dem Zeit­punkt er­ho­ben wer­den, in dem er die­ses Über­ein­kom­men ra­ti­fi­ziert, an­nimmt oder ge­neh­migt. Die Ein­sprü­che wer­den dem De­po­si­tar no­ti­fi­ziert.

Art. 55  

(1) Ein Staat, der aus zwei oder mehr Ge­biets­ein­hei­ten be­steht, in de­nen für die in die­sem Über­ein­kom­men be­han­del­ten An­ge­le­gen­hei­ten un­ter­schied­li­che Rechts­sys­te­me gel­ten, kann bei der Un­ter­zeich­nung, der Ra­ti­fi­ka­ti­on, der An­nah­me, der Ge­neh­mi­gung oder dem Bei­tritt er­klä­ren, dass das Über­ein­kom­men auf al­le sei­ne Ge­biets­ein­hei­ten oder nur auf ei­ne oder meh­re­re da­von er­streckt wird; er kann die­se Er­klä­rung durch Ab­ga­be ei­ner neu­en Er­klä­rung je­der­zeit än­dern.

(2) Je­de der­ar­ti­ge Er­klä­rung wird dem De­po­si­tar un­ter aus­drück­li­cher Be­zeich­nung der Ge­biets­ein­hei­ten no­ti­fi­ziert, auf die die­ses Über­ein­kom­men an­ge­wen­det wird.

(3) Gibt ein Staat kei­ne Er­klä­rung nach die­sem Ar­ti­kel ab, so ist die­ses Über­ein­kom­men auf sein ge­sam­tes Ho­heits­ge­biet an­zu­wen­den.

Art. 56  

(1) Je­der Staat kann spä­tes­tens bei der Ra­ti­fi­ka­ti­on, der An­nah­me, der Ge­neh­mi­gung oder dem Bei­tritt oder bei der Ab­ga­be ei­ner Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 55 den in Ar­ti­kel 51 Ab­satz 2 vor­ge­se­he­nen Vor­be­halt an­brin­gen. Wei­te­re Vor­be­hal­te sind nicht zu­läs­sig.

(2) Je­der Staat kann den von ihm an­ge­brach­ten Vor­be­halt je­der­zeit zu­rück­neh­men. Die Rück­nah­me wird dem De­po­si­tar no­ti­fi­ziert.

(3) Die Wir­kung des Vor­be­halts en­det am ers­ten Tag des drit­ten Ka­len­der­mo­nats nach der in Ab­satz 2 ge­nann­ten No­ti­fi­ka­ti­on.

Art. 57  

(1) Die­ses Über­ein­kom­men tritt am ers­ten Tag des Mo­nats in Kraft, der auf einen Zeit­ab­schnitt von drei Mo­na­ten nach der in Ar­ti­kel 53 vor­ge­se­he­nen Hin­ter­le­gung der drit­ten Ra­ti­fi­ka­ti­ons-, An­nah­me- oder Ge­neh­mi­gungs­ur­kun­de folgt.

(2) Da­nach tritt die­ses Über­ein­kom­men in Kraft:

a)
für je­den Staat, der es spä­ter ra­ti­fi­ziert, an­nimmt oder ge­neh­migt, am ers­ten Tag des Mo­nats, der auf einen Zeit­ab­schnitt von drei Mo­na­ten nach Hin­ter­le­gung sei­ner Ra­ti­fi­ka­ti­ons-, An­nah­me-, Ge­neh­mi­gungs- oder Bei­tritts­ur­kun­de folgt;
b)
für je­den Staat, der ihm bei­tritt, am ers­ten Tag des Mo­nats, der auf einen Zeit­ab­schnitt von drei Mo­na­ten nach Ab­lauf der in Ar­ti­kel 54 Ab­satz 3 vor­ge­se­he­nen Frist von sechs Mo­na­ten folgt;
c)
für die Ge­biets­ein­hei­ten, auf die es nach Ar­ti­kel 55 er­streckt wor­den ist, am ers­ten Tag des Mo­nats, der auf einen Zeit­ab­schnitt von drei Mo­na­ten der in je­nem Ar­ti­kel vor­ge­se­he­nen No­ti­fi­ka­ti­on folgt.
Art. 58  

(1) Je­der Ver­trags­staat kann die­ses Über­ein­kom­men durch ei­ne an den De­po­si­tar ge­rich­te­te schrift­li­che No­ti­fi­ka­ti­on kün­di­gen. Die Kün­di­gung kann sich auf be­stimm­te Ge­biets­ein­hei­ten be­schrän­ken, auf die das Über­ein­kom­men an­ge­wen­det wird.

(2) Die Kün­di­gung wird am ers­ten Tag des Mo­nats wirk­sam, der auf einen Zeit­ab­schnitt von zwölf Mo­na­ten nach Ein­gang der Ra­ti­fi­ka­ti­on beim De­po­si­tar folgt. Ist in der No­ti­fi­ka­ti­on für das Wirk­sam­wer­den der Kün­di­gung ein län­ge­rer Zeit­ab­schnitt an­ge­ge­ben, so wird die Kün­di­gung nach Ab­lauf des ent­spre­chen­den Zeit­ab­schnitts wirk­sam.

Art. 59  

Der De­po­si­tar no­ti­fi­ziert den Mit­glied­staa­ten der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht so­wie den Staa­ten, die nach Ar­ti­kel 54 bei­ge­tre­ten sind:

a)
je­de Un­ter­zeich­nung, Ra­ti­fi­ka­ti­on, An­nah­me und Ge­neh­mi­gung nach Ar­ti­kel 53;
b)
je­den Bei­tritt und je­den Ein­spruch ge­gen einen Bei­tritt nach Ar­ti­kel 54;
c)
den Tag, an dem die­ses Über­ein­kom­men nach Ar­ti­kel 57 in Kraft tritt;
d)
je­de Er­klä­rung nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 und Ar­ti­kel 55;
e)
je­de Ver­ein­ba­rung nach Ar­ti­kel 37;
f)
je­den Vor­be­halt nach Ar­ti­kel 51 Ab­satz 2 so­wie je­de Rück­nah­me ei­nes Vor­be­halts nach Ar­ti­kel 56 Ab­satz 2;
g)
je­de Kün­di­gung nach Ar­ti­kel 58.

Zu Ur­kund des­sen ha­ben die hier­zu ge­hö­rig be­fug­ten Un­ter­zeich­ne­ten die­ses Über­ein­kom­men un­ter­schrie­ben.

Ge­sche­hen in Den Haag am 13. Ja­nu­ar 2000 in fran­zö­si­scher und eng­li­scher Spra­che, wo­bei je­der Wort­laut glei­cher­mas­sen ver­bind­lich ist, in ei­ner Ur­schrift, die im Ar­chiv der Re­gie­rung des Kö­nig­reichs der Nie­der­lan­de hin­ter­legt und von der je­dem Staat, der am 2. Ok­to­ber 1999 Mit­glied der Haa­ger Kon­fe­renz für In­ter­na­tio­na­les Pri­vat­recht war, auf di­plo­ma­ti­schem Weg ei­ne be­glau­big­te Ab­schrift über­mit­telt wird.

(Es fol­gen die Un­ter­schrif­ten)

Zentrale Behörden der Schweiz

Zentrale Behörde des Bundes

Zentrale Behörden der Kantone

Geltungsbereich am 4. September 2020

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